Rezension
Genießer als Motoren der Evolution
Falsch, behauptet der Münchener Evolutionsbiologe und Ökologe Josef Reichholf und führt – neben zahlreichen weiteren Befunden – zwei Hauptargumente an. Erstens sind die Körner des Wildgetreides so winzig und so mühsam aus den Spelzen zu lösen, dass der Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag gestanden hätte. Mit einer Jahresernte hätte eine Familie allenfalls einige Wochen überleben, jedoch unmöglich den Winter überstehen können. Zweitens habe es gerade dort, wo die Landwirtschaft ihren Ursprung hat, im Gebiet des "Fruchtbaren Halbmonds", gegen Ende der letzten Eiszeit ein geradezu üppiges Angebot an protein- und stärkereicher Kost gegeben. "Wo der Boden fruchtbar ist, wachsen einjährige Gräser in Massen, und das wiederum ergibt bestes Weideland für jene Tiere, die die Menschen gejagt haben. Da muss es also nicht Mangel, sondern Überfluss an Fleisch gegeben haben

Frank Ufen ist freier Wissenschaftsjournalist
in Marne.
abrufen

1. Brot nach Bier, Maisbier vor Fladen
05.06.2013, Olaf Lezinsky