Nach einem schweren Autounfall wird Herbert Meier in die Notfallaufnahme eingeliefert. Seine Wirbelsäule ist mehrfach gebrochen, das darin verlaufende Rückenmark verletzt, und auf dem Weg ins Krankenhaus setzt die Atmung aus. Ein Team von Ärzten versorgt den Mann, stabilisiert seine Wirbelsäule und entlastet das zwischen den gebrochenen Wirbeln eingeklemmte Rückenmark. Nach mehreren Stunden geben die Mediziner endlich Entwarnung – Meier ist außer Lebensgefahr. Er atmet selbstständig, und bald darauf verschwinden auch die Lähmungserscheinungen in seinen Armen. Eine Woche später dann die erschütternde Wende: Der Patient stirbt an Blutvergiftung infolge einer Lungenentzündung.
Im Schnitt kommt es in Deutschland alle sechs Stunden zu einem Unfall mit Rückenmarksverletzung. Dank verbesserter medizini­scher Versorgung überleben heute jedoch viel mehr Betroffene als früher: In den letzten 60 Jahren stieg die Überlebensrate von 5 auf 95 Prozent. Die Mehrheit der Patienten stirbt nicht an den direkten Unfallfolgen – sondern an Infek­tionen! …