Wem sich die Gelegenheit bietet, Monte Albán zu besuchen, eine beeindruckende Ruinen­stätte im heutigen mexikanischen Bundes­staat Oaxaca, der sollte auf die Inschriften mancher Steinstelen achten: Einige davon entstanden wohl ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. und gehören zu den ältesten Amerikas (eine genauere Datierung ist derzeit nicht mög­lich). Zum Beispiel finden sich Zeichen, die in Säulen – fach­sprachlich Kolumnen genannt – übereinanderstehen. Manche sind aus Köpfen von Menschen und Tieren zusammengesetzt, andere bestehen aus Händen, wie­der andere wirken abstrakt. Zweifellos diente dieses grafische System dazu, eine Botschaft zu übermitteln – es war also der Definition nach eine Schrift. Doch welchen Inhalt die Nach­richten hatten und welche Sprache die Schreiber verwende­ten, darüber rätseln Forscher noch.

Andere Inschriften in Monte Albán machen es ein wenig leichter: Einzelne Zeichen oder eine kleine Gruppe davon, die bei der Darstellung eines Menschen stehen, bezeichnen ver­mutlich …