Die Energiewende ist in vollem Gange, zumindest hier zu Lande. Im Jahr 2022 soll das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz gehen. Ersatz muss her, doch möglichst nicht in Form fossiler Brennstoffe, denn mit zunehmenden Treibhausgasemissionen steigt die Gefahr, dass sich das weltweite Klima unbeherrschbar verändert. Zudem dürften wichtige konventionelle Energieträger, etwa Erdöl, in absehbarer Zeit knapp werden.
Es scheint unumgänglich, dass wir künftig einen großen Teil unserer Energieversorgung aus regenerativen Quellen bestreiten, sowohl aus Wind- und Wasserkraft wie auch aus der direkten Sonneneinstrahlung. Da deren Ertrag aber je nach Wetterverhältnissen stark schwankt, könnte es sein, dass wir künftig auf hochleistungsfähige Energiespeicher setzen müssen, um das Angebot der Nachfrage anzupassen. Speichertechnologien werden somit Schlüsselelemente unserer zukünftigen Energieversorgung sein.
Bislang hat sich das Speicherproblem kaum gestellt, denn Erdöl, Gas und Kohle sind nicht nur effiziente Brennstoffe, sondern zugleich hervorragende chemische Energiereservoire. Der Heizwert von Erdgas etwa beträgt 10 bis 14 Kilowattstunden pro Kilogramm und der von Dieselkraftstoff 12. Eine leistungsfähige Lithiumionenbatterie mit einem Kilogramm Gewicht hingegen kann nur etwa 0,2 Kilowattstunden elektrische Energie aufnehmen. Das stellt deshalb ein Problem dar, weil die meisten regenerativen Energiequellen Elektrizität bereitstellen und nicht etwa eine chemische Verbindung: Windräder und Wasserturbinen treiben Elektrogeneratoren an, bei der Fotovoltaik erzeugt das Sonnenlicht eine Spannungsdifferenz, und auch die Solarthermie liefert – über ein erhitztes Medium, eine Turbine und einen Generator – elektrischen Strom. Da sich Elektrizität nur schwer speichern lässt, bringt es enorme Herausforderungen für die Netzbetreiber mit sich, wenn der Anteil regenerativer Quellen am Energiemix steigt. Schließlich müssen Angebot und Nachfrage von Strom immer sehr gut ausbalanciert sein, um Netzstörungen zu vermeiden

Ferdi Schüth ist Direktor am Max-Planck-Institut
für Kohlenforschung. Er erforscht katalytische
Prozesse, die eine wichtige Rolle für die Energieversorgung
spielen, etwa die Aktivierung von
Methan, die Umwandlung von Biomasse oder die
Speicherung von Wasserstoff.
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1. Grundlastfähige Solarenergie
16.04.2012, Heinz Keil, Bürstadt2. Thermische Energiespeicher
16.04.2012, Dr. Michael Engels, KrefeldWärmeenergie kann nur mit geringem Wirkungsgrad in andere Energieformen umgewandelt werden. Wärmeenergie lässt sich aber im Vergleich zu elektrischer Energie deutlich besser speichern. 1 Kubikmeter Wasser speichert bei einer Höhendifferenz von 300 Metern lediglich 0.82kWh Energie; ein Kubikmeter Wasser speichert bei einer Temperaturdifferenz von 20°C (z.B. 75-95°C) zirka 23kWh Wärmeenergie. Latentwärmespeicher oder thermochemische Wärmespeicher haben eine ähnliche oder sogar bessere Speicherkapazität.
Es ist daher sinnvoll überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen zentral mittels effizienter Wärmepumpen in Wärme umzuwandeln und in großen, gut isolierten Wärmespeichern zu lagern. Die Verteilung zu den Verbrauchern erfolgt über Fernwärmenetze; eine Rückumwandlung in elektrische Energie ist nicht sinnvoll. Große zentrale saisonale Wärmespeicher haben im Vergleich zu dezentralen deutlich geringere Wärmeverluste. Eine deutliche Verbesserung der Netzstabilität durch diese Art der Regelung auf der Lastseite ist zu erwarten.
Da bei einer solchen Auslegung einer Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen auch der Heizenergiebedarf abgedeckt wird, muss die gesamte Leistung der Energiewandler (Windräder, Fotovoltaikanlagen) deutlich größer sind. Damit sinkt der Speicherbedarf von rein elektrischer Energie, da in Zeiten mit geringem Ertrag diese erhöhte Anzahl von Energiewandlern rein für die elektrische Energieerzeugung zur Verfügung steht.
3. Nachfrageanpassung an das Stromangebot
17.04.2012, Holger SchneiderIch möchte ergänzen, dass Kühlhäuser, Klimaanlagen und Kälteanlagen in Industrie, Gewerbe und Handel große Mengen elektrische Energie verbrauchen.
Der hervorragende Speicher Wasser kann in diesem Zusammenhang nicht nur als Wärmespeicher dienen, sondern insbesondere auch als Kältespeicher. Im Phasenübergang (Latentspeicher) speichert "flüssiges" Eis (Eisbrei) eine hohe Kälteenergie. Diesen Eisbrei könnte man während der Schwachlastzeiten des Stromnetzes erzeugen, um den Stromverbrauch für die Kälteerzeugung während der
Spitzenlastzeiten zu reduzieren. Damit gelingt eine Nachfrageanpassung an das Stromangebot bzw. Lastglättung.
Offenbar wird die Bank von Amerika in New York mit dieser Technik klimatisiert. Und es gibt weitere konkrete Pilotprojekte.