Dieses Auto besitzt allenfalls noch ästhetischen Wert und wird nicht mehr recycelt. Insgesamt ist bei Metallen jedoch die Wiederverwertungsquote bereits sehr gut – und hilft den Bedarf der Industrie an Rohstoffen zu decken.
Mit dem Schwinden natürlicher Ressourcen gewinnt das Thema Recycling weiter an Bedeutung. Fachleute sprechen von "Urban Mining" und meinen damit das schier unerschöpfliche Rohstoffreservoir, das sich in bereits verarbeiteter Form in den menschlichen Ballungsräumen findet. Ob Kabel, Schienen, Fahrzeuge oder Bauschutt (um nur einige Beispiele zu nennen) – in den Städten finden sich gewaltige Ressourcen, die durch konsequente Wiederverwendung nach Ende ihrer Lebensdauer nutzbar gemacht werden könnten.
Wie groß das Potenzial der Stadt als Rohstoffmine in der Zukunft sein kann, hat Jason Rauch von der Yale University in New Haven unlängst untersucht. Der Forscher nahm die in Städten vorhandenen Reserven von vier der wichtigsten Industriemetalle genauer unter die Lupe: Kupfer, Eisen, Zink und Aluminium. Rauch wertete alle verfügbaren Studien zur Umlaufmenge der Metalle aus und verarbeitete die so gewonnenen Daten zu Weltkarten, in denen die Verteilung sowohl der Metallreserven im Boden als auch der in Nutzung befindlichen Metalle dokumentiert werden. Demnach waren im Jahr 2000 knapp 15 Milliarden Tonnen Eisen, gut 500 Millionen Tonnen Aluminium, 311 Millionen Tonnen Kupfer und gut 200 Millionen Tonnen Zink in Gebrauch.
In den Industrieländern wurden schon hunderte Millionen Tonnen an Metallen verbaut – eine ergiebige Quelle fürs Recycling.
Für Deutschland ist eine entsprechende Übersicht bereits in Arbeit. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts erheben Forscher des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie derzeit die nötigen Daten für eine flächendeckende Dokumentation. Noch in diesem Jahr sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden. Dann wird sich erstmals detailliert erfassen lassen, welche Rohstoffschätze hier zu Lande noch zu heben sind.

Der Autor arbeitet als Wissenschaftsjournalist in Düsseldorf. 



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1. Vorbild
24.02.2010, Klaus Deistung, WismarBatterien und Akkus kann man überall abgeben, und bei Handys gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten, etwa in den Verkaufsstellen. Sperrmüll wird erfasst und verschieden verwertet, im Endergebnis auch zur Wärmegewinnung mit Stromerzeugung.
Unser Problem ist vielmehr, in vielen unserer Urlaubsländer das Müllproblem im Sinne des Recyclings in den Griff zu bekommen. Das ist ein langfristiges Ziel, das kurzfristig angegangen und systematisch erweitert werden muss. Auch wenn sich viele Hände im Kleinen um Recycling bemühen, können sie nicht die großen Anlagen der Sammelzentren ersetzen.
Selbst sauberes Wasser für alle ist in diesen Ländern oft noch ein Problem – und weg muss das Abwasser ebenfalls wieder. Es gibt noch viel zu tun!