Lesermeinung - Spektrum.de

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  • @18. Grüne Illusionen, 13.01.2016, Karl Rahm

    15.01.2016, Jan PP
    Ich wohne ca. 2km von der dänischen Grenze entfernt. Südlich (also in D) von mir stehen ca. 25 Windräder, die gefühlt mehr als 70% ihrer Zeit stillstehen.
    Die ca. 10 Windräder auf der dänischen Seite der Grenze in Sichtweite laufen dagen fast ununterbrochen.
    Bei ca. 10 km Luftlininie zwischen den beiden Windparks auf einer Ebene unterstelle ich mal gleiche Windbedingungen. Daß der deutsche Windstrom zum Zitterstrom wird, liegt daran, daß die eigentlich als Backup geplanten Kohle- und Atomkraftwerke gefördert werden:
    Die Kohlekraftwerke eben durch die Kohlesubventionen, die AKWs z.B. durch die staatliche Pflicht, Kosten für den Rückbau und vor Allem für die Entsorgung und Endlagerung der Brennstäbe zu übernehmen.
    Die immensen Kosten selbst für den geplanten Rückbau gehen auch nicht in die Kalkulation ein.
    Was der ungeplante Rückbau eines AKWs kosten wird, dazu beachte man bitte die großangelegten Feldversuche, die seit dem 26.04.1986 , bzw. dem 11.03.2011 stattfinden (um nur zwei anzusprechen).

    Würden bei der Erzeugung von Energie alle Kosten, auch Folgekosten unsubventioniert in die Strompreiskalkulation einfließen, wäre Kohle und Atom-Strom deutlich teurer und der Flatterzitterstrom wäre durchaus eine feste Konstante, gerade hier in Schleswig Holstein hat es ca. 95% der Zeit genug Wind. Durch den Redispatch (Zwangsabschaltung von Windrädern wegen Überangebot mit Entschädigungszahlungen) entstanden in 2015 etwa 200 Mio Stromkosten für die Verbraucher, weil Windräder stillstehen mußten und Entschädigungen gezahlt wurden. Das ist auch ein Punkt, warum Windstrom teurer ist, als er sein müßte.

    Die dänischen Windräder sind über eine Trasse mit den norwegischen Pumpspeicherkraftwerken verbunden und können so ihren Strom pufferrn.
    Es ist nunmal eine Tatsache, daß Windräder auf einer ebenen Fläche oder Offshore effizienter sind und die derzeitigen Speicher noch im Bergland liegen.

    http://www.shz.de/lokales/ostholsteiner-anzeiger/200-millionen-euro-fuer-strom-ueberfluss-id12350541.html

    hier eine hübsch animierte Windkarte:
    https://embed.windyty.com/?54.773,9.350,8,menu,message,marker,metric.wind.m/s

    Und hier die aktuelle Energiebilanz Dänemarks:
    http://energinet.dk/Flash/Forside/UK/index.html