Lesermeinung - Spektrum.de

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  • „Die Wahrheit in den Fakten suchen“

    01.02.2016, Dr. Armin Quentmeier
    Herr Daniel Lingenhöhl hat in seinem klaren und sachlich fundierten Artikel die ökologischen Folgen der Windkraft dargelegt, die zum Tod zahlreicher Vögel und Fledermäuse führt und letztlich ganz Deutschland in eine Industrielandschaft mit vielen zehntausend Windmühlen verwandelt, teilweise über 100 m hoch. Merkwürdigerweise stört dieser Vogeltod die sogenannten Grünen und zahlreiche Naturschutz-Organisationen überhaupt nicht, denen sonst jeder Vogel heilig ist, wenn man ihn zur Verhinderung von Neubauten, vom Wohngebiet bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof, instrumentalisieren kann
    Kaum ein Stück Natur wird übrigbleiben; von der Nordseeküste bis zum Alpenvorland: überall hat man diese hässlichen und letztlich fast nutzlosen Monster vor Augen.
    Diese Fakten gefallen Windkraft-Fans wie Herrn Kamm natürlich gar nicht, aber die Fakten sprechen nun einmal eine eindeutige Sprache und daher habe ich als Überschrift ein Zitat des chinesischen Reformpolitikers Deng Xiaoping gewählt.
    Wenn ich in diesem Zusammenhang einen früheren Leserbrief nutze, um auf den Unfug und die Unzuverlässigkeit der Windkraft hinzuweisen, dann lege ich eine Zusammenstellung von Fakten vor, deren Richtigkeit jeder Leser mit ein paar Mausklicks überprüfen kann. Und diese Fakten präsentiere ich immer gerne wieder, denn „Wiederholung ist die Mutter des Lernens“ – das wussten schon die alten Römer!
    Und wenn Sie einen Satz von mir mit „copy-paste“ in Ihren Beitrag einbauen, dann bitte vollständig: "Die erneuerbaren Energien Wind, Sonne und Biomasse wurden im Jahr 2013 mit 23 Milliarden Euro subventioniert"…. und nicht eine Hälfte unterschlagen, denn diese macht den wirtschaftlichen Irrsinn der Energiewende deutlich: „….und der damit erzeugte Strom für 2 Milliarden Euro verkauft.“
    Und jetzt wieder Herr Kamm: „Wir können mit einem Mix aus Erneuerbaren Energien und mit Flexibilität in Form von Lastmanagement, Verbund und Speicher die umweltschädlichen Stromerzeuger immer weiter ablösen und dabei eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten.“ Die geringe Kapazität der Speicher habe ich ausreichend dargelegt: es ist ungemein aufwendig und teuer, Strom in großen Mengen zu speichern. Schauen Sie sich einmal die von mir genannten Anlagen an: das Koeppchenwerk auf dem Ardeygebirge am Südrand von Dortmund und die Anlage in Finnentrop-Rönkhausen (Sauerland), wie schnell diese leer sind und welche Kapazitäten sie haben. „Flexibilität und Lastmanagement“ helfen da nicht viel; Strom muß dann erzeugt werden, wenn er gebraucht wird. Noch mal, sozusagen zum Mitschreiben und Verstehen: „Für jedes Gigawatt installierte Sonnen- und Windkraft muß ein Gigawatt konventionelle Kraftwerkskapazität bereit stehen (Kohle, Gas oder für einige Jahre noch Kernkraft), für den Fall von Dunkelheit und Flaute!“
    Klar, jede Technik greift in die Umwelt ein. Aber da in Deutschland ca. 230 Menschen auf einem km² leben, geht es ohne solche Eingriffe nun mal nicht. Verglichen mit der landesweiten Verspargelung sind die Auswirkungen des Kohleabbaus erträglich. Und für den Atommüll bin ich optimistisch und vertraue auf die Fähigkeiten von Wissenschaftlern und Ingenieuren. Übrigens: die verbliebenen acht Kernkraftwerke (Nennleistung ca. 10 GW) in Deutschland erzeugen an etlichen Stunden im Jahr mehr Strom als 25000 Windmühlen (installierte Leistung 39 GW), alle Solaranlagen (installierte Leistung ca. 40 GW) und Biomasse-Kraftwerke (5 GW) zusammen, und das sehr zuverlässig, also kein Vergleich mit dem fast wertlosen Flackerstrom aus Wind und Sonne!