Lesermeinung - Spektrum.de

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  • Gnadenloser Humbug - alternative Fakten bei spektrum der wissenschaft?

    21.03.2017, Johannes Güntert
    Enttäuschend, dass spektrum der wissenschaft auf derart gravierende alternative Fakten hereinfällt. Seit wann ist politisch gesteuerte Energiepolitik relevant für die Wissenschaft? Hier wird von Ebert gezielt politische Meinungsmache betrieben, keine Physik.

    1. Seit wann ist Neodym in Elektromotoren _notwendig_? Tesla baut fremderregte Asynchron-Elektromotoren ohne Seltene Erden in die Autos ein. Dieses Märchen wird auch regelmäßig von den Pseudowissenschaftlern bei EIKE wegen der Windräder gebracht. Auch dort: kein Neodym notwendig.

    2. Es werden Äpfel mit Birnen verglichen: 30 Liter Benzin sollen durch 900 kg Batterie (Es sind niemals 900, sondern nur max. 500 kg) ersetzt werden? Falsch. Die 400-500 kg Batterie schaufeln in ihrer Lebenszeit für >=200.000 km Laufleistung Energie, d.h. es werden bei 8 Litern/100 km mehr als 16 Tonnen(!) Benzin ersetzt.

    3. Die Anforderung, dass Elektroautos IMMER mit 350 kW geladen werden müssen, ist weltfremd und praxisfern. Der durchschnittliche Autofahrer legt am Tag 60-80 km zurück und am Rest des Tages stet sein Auto ungenutzt in der Garage/auf dem Parkplatz des Arbeitgebers/in der Tiefgarage herum. Praxis heisst hier: 90% der Strecken werden zuhause/auf der Arbeit mit maximal 11 kW nachgeladen, sogar Schuko reicht für diese tägliche Kilometerleistung aus. Nur 5-10% der Strecken werden auf der Autobahn schnellgeladen, und nur dort, auf der Langstrecke, sind Schnelllader wirklich notwendig. Deswegen reicht das Schnellladenetz von Tesla heute schon aus.

    4. Bei der Schnellladung sind 20 Minuten mehr als genug, denn in der Praxis wird man nach 3 Stunden Fahrt (350 km Reichweite) immer mal eine Pause zum Essen oder zum Kaffee machen wollen. Derzeit lädt das Auto. Selbst schon x-mal so praktiziert, ich musste noch NIE auf meine Ladung warten.

    5. Mehrverbrauch an Energie, wenn alle Autos elektrisch fahren würden? 13% mehr. Woher? Shellstudie mit der Kilometerleistung aller Autos im Jahr, Durchschnittsverbrauch 15-20 kWh/100 km und Dreisatz.

    [ ... Absatz gelöscht, die Red.]

    SO NICHT, Herr Ebert. Veräppeln können Sie andere, nicht diejenigen, die bereits seit fünf Jahren elektrisch fahren.