Lesermeinung - Spektrum.de

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  • Energiewende gut gemeint, aber......

    25.07.2017, Gerhard
    Ich denke die Problematik ist ernst zunehmen, aber Panikszenarien al la der Wald stirbt, sollten vermieden werden. Zu beachten ist hierbei auch, dass gerade manche Insektenarten große natürliche Populationsschwankungen aufweisen und jahrelang fast verschwinden können (Latenz), es in manchen Fällen dann plötzlich zur Massenvermehrung (Gradation) kommen kann. Ich kann mich z.B. gut erinnern, dass es beim Schwammspinner, der in einigen Ländern bereits auf der roten Liste stand, als es in den 1990er Jahren zu gigantischen Massenvermehrungen im Oberrheintal kam und Menschen aus waldnahen Orten flüchteten und die Raupen sogar mit Hubschraubern bekämpft wurden. Auch der gefährliche Eichenprozessionspinner hat sich in den letzten Jahren extrem in Süddeutschland ausgebreitet (wohl wärmebedingt). Gut dies sind extreme Beispiele, aber meiner Einschätzung nach, sind die Pflanzenschutzmittel bzgl. des Populations- und Artenrückgangs nicht das größte Problem, sondern eher die fortschreitende Flächenversieglung, und insbesondere die politisch initiierte Energiewende (Bioenergie), wodurch ein großflächig monokulturartiger Anbau von Raps und Mais extrem gefördert wurde. In meiner Region hat sich die Agrarlandschaft jedenfalls innerhalb von nur ca. 10 Jahren extrem verändert und ich sehe Monokulturen bis zum Horizont samt mehreren Biogasanlagen.