Direkt zum Inhalt

Kommentare - - Seite 1

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Die falsche Sau hinter der falschen Sau durchs Dorf treiben

    13.01.2018, Dr. Wolfgang Epple
    Der Zwischenruf von Daniel Lingenhöhl wäre beinahe gut geworden - denn in der Tat müssen bei der Schweinepest wie bei der Vogelgrippe seit Jahren Wildtiere als Sündenböcke für die Auswüchse der Massentierhaltung mit all ihren Negativ- Folgen herhalten.

    Allerdings ist der Schlussabschnitt in dieser Kürze kein Haar besser als die altbekannte Verketzerung von Wildtieren, die im Rahmen ihrer natürlichen Anpassungsstrategie auf Veränderungen ihrer durch den Menschen veränderten Umwelt reagieren.

    Wildschweine als "Massenplage" zu bezeichnen, wird dem Anspruch von SdW nicht annähernd gerecht. Im Gegenzug zu einem solch anmaßenden anthropozentrischen Blickwinkel müssten die Wildtiere, die zur Pest erklärt werden, so sie könnten, die Spezies Mensch als die einzige wirkliche Massenplage des Planeten bezeichnen. Bekanntermaßen aber sind Wildtiere nicht in der Lage, Fairness im Umgang mit ihren Interessen einzufordern, und wir Menschen sollten in verantwortlicher Position und als Treuhänder der uns überantworteten Natur unsere Worte sorgsam wählen, um keinen Massakern an Unschuldigen - seien es Wildgänse, Kormorane, Rabenvögel, Rotfüchse, Wölfe oder eben Wildschweine - eine scheinwissenschaftliche Rechtfertigung zu liefern.
    Von der Überwindung des ethisch fragwürdigen, engen, rein anthropozentrischen Standpunktes aber ist leider auch SdW Lichtjahre entfernt, wie dieser Kommentar zur "schweinischen Pest" im doppelten Wortsinne belegt.
    Schade.
Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.