Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
«
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. ...
  5. 595
  • find ich klasse

    23.10.2014, Köhler
    Endlich mal eine kontraproduktive Wissenschaft
  • Geborene Jäger sind Menschen sicher nicht

    23.10.2014, Ingo Mehling, Frankfurt
    Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die körperliche Konstitution des Menschen und seiner Vorfahren, nämlich die Fähigkeit, große Strecken in warmem Klima zurückzulegen, aber andererseits nur eine geringe Geschwindigkeit zu entwickeln, sowie Hände, die zwar sehr gut zum Greifen, Puhlen und Graben geeignet sind, die aber nur relativ geringe Kraft entwickeln und denen Raubtierklauen völlig fehlen, deuten eher darauf hin, dass sich unsere Vorfahren ihre Nahrung durch Sammeln statt durch Jagen erworben haben.
    Jedenfalls ist das in diesem Artikel geschilderte Szenario, dass irgendwelche Hominiden stundenlang hinter großen Beutetieren her gejoggt sind, bis diese so erschöpft waren, dass sie sich mit einem der abgebildeten primitiven Speere erlegen ließen, mehr als nicht plausibel. Eine solche Art des Nahrungserwerbs ist zum einen äußerst energieintensiv und zum anderen sehr unzuverlässig, denn man muss wohl schon sehr viel Glück haben, um mit einem Holzspeer, an dem ein angespitzter Stein befestigt ist, ein großes Tier tödlich zu verletzen.
    Die im Artikel geschilderten anatomischen Besonderheiten lassen sich zwanglos anders erklären. Es ist ja erwähnt worden, dass die Fähigkeit, Steine zu werfen, für Frühmenschen auch aus anderen Gründen nützlich war, zum Beispiel zum Vertreiben von Raubtieren oder bei Revierkämpfen. Die Stellung der Schulter- und Armgelenke ist wahrscheinlich eher darauf zurückzuführen, dass sie die Bearbeitung von Gegenständen mit beiden Händen gleichzeitig ermöglicht.
    Knochen sind von Vormenschen sicherlich genauso wie Steine zur Werkzeugherstellung benutzt worden. Das erklärt die Bearbeitungsspuren. Außerdem ist es bei zwei Millionen Jahre alten Knochen sowieso nicht ganz einfach, Ritze und Abschabungen auf eine spezielle Ursache zurückzuführen.
    Fleisch haben Vormenschen möglicherweise trotzdem in größerem Umfang als Schimpansen gegessen. Aber dabei handelt es sich vermutlich eher um Insektenlarven, die ja auch heute noch in Afrika gegessen werden oder um Kleintiere. Im Übrigen: Wahrscheinlich haben sich auch damals schon Hominiden abhängig von den Umweltbedingungen sehr unterschiedlich ernährt.
  • China plant Testflug zum Mond

    23.10.2014, Pat Kümmel
    China und Indien holen stetig auf. Warum wird immer noch so viel Augenmerk auf nationale Alleingänge gesetzt? Hat wirklich alles immer auch eine "militärische Hintergrundstrahlung"?
    Oder noch einfacher: Warum bündeln wir nicht alle Anstrengungen und vorallem auch finanziellen Mittel und schicken endlich gemeinsam die ersten Menschen auf den Mars?
  • Klein und fit

    23.10.2014, Karl-Otto Eschrich
    Aus Erfahrung als Helfer bei Umzügen konnte ich beobachten: große, stämmige Leute können schwerere Lasten heben als kleine (ist wohl jedem klar). Nach so zwei Stunden durchgehendem Möbeltransportes lagen die Kraftmenschen am Boden, während die kleinen gut acht Stunden schafften. Mein Rekord lag bei zwölf Stunden Schlepperei, da konnte ich am nächsten Morgen jeden Knochen und jeden Muskel spüren und hatte als ungewohnter "Kraftmensch" zwei kg an Körpergewicht verloren.
  • Eiszeitliche Fauna betrachten!

    23.10.2014, Jutta Paulus
    Warum gab es während der Eiszeit Riesenhirsche, Mammuts, Säbelzahntiger, Höhlenlöwen von erheblicher Größe? Mathematisch einfach zu begründen: Volumen wächst in der dritten Potenz des Radius, Oberfläche nur in der zweiten (gilt auch für nicht kugelförmige Körper). Je größer das Tier, desto geringer ist die Oberfläche im Verhältnis zur Gesamtgröße. Die kleineren Gämsen mit (relativ) größerer Oberfläche kühlen schneller aus - aber wenn es nicht mehr so kalt ist, müsste für die nicht mehr erforderliche Körpergröße unnötig viel Nahrung gesucht und gefressen werden.
  • Liebe Frau Zeibig,

    22.10.2014, Michael M.
    warum erwähnen Sie eigtl. nicht eine der Grundaussagen dieser Studie? Im besagten paper wird eindeutig ein hochkorrelierter Zusammenhang zwischen der Abnahme derKörpermassen und einem Anstieg der Population gezeigt (Figure 2). In Ihrem Artikel wird nur der 'Klimawandel' als Ursache benannt.

    Es wird ausgeblendet, dass die Zunahme von Jagdrestriktionen im, von der Studie betrachteten Zeitraum, zu einer (starken) Zunahme der Population geführt haben.
    Drei verschiedene Gamspopulationen wurden dabei betrachtet und es zeigte sich eine Zunahme der Populationsdichte von ca. 50 - 70 %. Dies bedeutet automatisch, selbst wenn man den vergrößerten Lebensraum dieser Tiere berücksichtigt, das dem einzelnen Tier weniger Futter zur Verfügung steht.

    Dies wird im übrigen auch so, etwas verklausuliert, in der Studie (4 Discussion) beschrieben: "A hunting regime maintaining this population below its carrying capacity, and limiting the effect of resource competition on mass, could also contribute to the less pronounced mass declines observed in Brenta (Figure 1). "

    In der Studie wird, wie so oft in den Post-Normalen Wissenschaften, Korrelation und Kausalität durcheinander gebracht. Die Autoren setzen einfach vorraus, dass die Zunahme der Populationsdichten eine Folge der verringerten durchschnittlichen Körpermassen ist.

    We have a clear problem with correlation and causation in the study. The authors readily admit that the increased population is surely one cause of the reduced average body mass of the goats. They provide an possible explanation of how the change in climate might change foraging habits and hence body masses. That’s certainly a reasonably hypothesis IMO. But what I didn’t see in the study was any testing of the hypothesis. So basically you have two things highly correlated to the change in body mass but that’s about it. Causation is not well established for either the population increase or the climate increase.

    PS: Wer sich selbst ein Bild machen will, der findet die Studie unter http://www.frontiersinzoology.com/content/11/1/69
  • Die Entwicklung von Waffentechnik ist nicht neutral

    22.10.2014, Rainer Fislage, St. Wendel
    Die Entwicklung des Giftgaskriegs ist untrennbar mit dem Namen Haber verbunden. Die Darstellung dieses Mannes bleibt jedoch immer seltsam ambivalent.

    Dabei hat es die Kombination aus Massenmörder und genialem Wissenschaftler in der Geschichte schon öfter gegeben. Neben Fritz Haber ist sicherlich der Fall Wernher von Braun zu nennen. Letzterer ist heute jedoch eher ein Problem der amerikanischen als der deutschen Moral.

    Kurzum, ich habe ein Problem damit, wenn Kriegsentwicklungen jenseits ihrer moralischen Dimension dargestellt werden. Das Argument "aber er hat doch auch ..." ist als moralischer Maßstab wohl nicht ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Die Menschen, die entsprechende Waffen entwickeln, sind schuldig, die Menschen, die sie einsetzen sind schuldig, die Menschen, die ihre Entwicklung zulassen, sind schuldig, die Menschen, die ihren Einsatz zulassen, sind schuldig. Dazu gehört auch, Leute wie Fritz Haber als das zu bezeichnen, was sie sind: skrupellose Mörder. Was mögen die Nachfahren der französischen Gastoten eigentlich davon halten, dass ein deutsches Forschungsinstitut heute noch nach dem Mörder ihrer Anverwandten benannt ist?

    Ich hoffe Sie verstehen, dass ich mit einer eher neutralen Darstellung von Waffentechnik ein Problem habe.
  • Hawkings Zeitreisetest

    22.10.2014, Herbert Heyduck
    Ich interpretiere Hawkings augenzwinkernden Zeitreisetest so:
    Wir werden alle sterben!
    Denn der Grund, warum wir nicht schon längst Besuch aus der Zukunft erhalten haben liegt darin, dass die Menschheit ausgestorben sein wird, bevor sie die Zeitmaschine erfinden konnte.
  • Vorsicht vor Hochmut!

    22.10.2014, Andreas
    Sicher könnte es sein, dass sich die Ankündigungen von Lockheed als Luftnummer oder reiner PR-Gag erweisen werden. Viele wichtige Details wurden nicht genannt.
    Auf der anderen Seite muss man sagen, dass die Anordnung mit linearen Magnetfeldern viele Vorteile hat und einige Probleme mit dem Plasmaeinschluss (physikalisch bedingt) gar nicht erst entstehen lassen. Dafür braucht man an den Plasmaenden eine Art magnetischen Spiegel um dort den Teilchenverlust zu verhindern. Die Probleme mit diesem Spiegel und dem Teilchenverlust waren wohl der Hauptgrund, dass man vor einigen Jahren dieses Konzept allgemein fallen gelassen hat. Sollte es dafür eine Lösung geben oder die Fusionsraten im linearen Teil so hoch sein, dass der Teilchenverlust einfach zu verschmerzen ist, dann müsste man völlig neu rechnen.
    Man sollte auch im Hinterkopf behalten, dass auch der Tokamak (und Stellarator) wegen einem vermutlich nicht zu erreichendem Temperaturgradienten (zur Wärmeisolation des Plasmas) ebenfalls schon mal als unrealisierbar betrachtet wurde. Dann wurde am IPP in Garching an ASDEX die sogenannte H-Mode entdeckt und es gab plötzlich, zumindest von dieser Seite her, keine physikalische Grenze mehr, die einer positiven Energiebilanz im Weg stand.
    Die Physiker und Ingenieure von Lockheed haben sicher auch die Veröffentlichungen der "Mainstream-Fusionsforscher" gelesen und könnten damit auch von den neuen Erkenntnissen zum Plasmaverhalten profitieren., sodass ihnen möglicherweise auch viele Umwege erspart bleiben.
    Also verfolgen wir die Sache mal mit grossem Interesse und hoffen, dass es mehr ist als ein PR-Gag. Selbst wenn der Reaktor dann doppelt so gross werden würde wie angekündigt, wäre das eine Tolle Sache!
  • Die Krise der Spekulationsphysik

    22.10.2014, Roland Rosenfelder, Waldshut-Tiengen
    Jahrzehntelang habe ich mir in Seminaren die Unzulänglichkeiten des Standardmodells (einer großartigen, unglaublich erfolgreichen Theorie) und die Vorzüge supersymmetrischer Erweiterungen angehört. In der Tat ist das Postulat einer Supersymmetrie in der Teilchenphysik elegant und löst viele (theoretische) Probleme, aber die Verdopplung der Anzahl der fundamentalen Teilchen, das Verschieben der supersymmetrischen Partner zu hohen, bis jetzt nicht beobachteten Energien und die Proliferation der unbekannten Parameter in solchen Modellen hält Occams Rasiermesser nicht stand ...

    Und am wichtigsten in einer empirischen Naturwissenschaft wie der Physik gilt - gerade nach den bisherigen LHC-Ergebnissen - immer noch das Diktum von Richard Feynman: "It doesn't matter how beautiful your theory is, it doesn't matter how smart you are. If it doesn't agree with experiment, it's wrong!" Dasselbe trifft in noch höherem Maß auf die verschiedenen genannten Alternativen (extra Dimensionen, Multiversum etc.) zu; hier wird, meiner Meinung nach, der Teufel mit Beelzebub ausgetrieben ...

    Dass wir (wie im Artikel behauptet) "unser Bild von der Quantenphysik insgesamt auf den Prüfstand stellen müssen", wenn keine Superpartner gefunden werden, ist eine schwer zu akzeptierende Behauptung der beiden Autoren, die als (Hochenergie-)Teilchenphysiker wohl andere Gebiete, in denen die Quantenphysik in ihrer bisherigen Form eine entscheidende Rolle spielt (wie Niederenergie-Teilchenphysik, Kernphysik, Atomphysik, Molekülphysik, Festkörperphysik, Quantenchemie, Informatik etc.) großzügig übersehen ...

    Ich halte es daher besser, Paulis Ratschlag an Kronig vom 21. 5. 1925 zu folgen: "Denn es ist mir stets viel lieber, zu sagen, ich habe vorläufig noch kein vollständiges Bild der Vorgänge, als Scheußlichkeiten dieser Art, die mein physikalisches Gefühl verletzen, auch nur vorübergehend in Kauf zu nehmen." (Die damaligen "Scheußlichkeiten" waren Vorschläge, die Energieerhaltung im mikroskopischen Bereich aufzugeben.)

    Der Titel dieses Artikels sollte daher wohl eher "Die Krise der Spekulationsphysik" lauten!

    Und der (etwas sensationsheischende) Zusatz auf der Titelseite des Septemberhefts "Wie funktioniert das Universum wirklich?" sollte besser ganz gestrichen werden: Wir werden diese Frage wahrscheinlich ebenso wenig endgültig beantworten können wie eine "Theory of Everything" finden. Beides ist Ausdruck einer ahistorischen und unwissenschaftlichen Größenfantasie, die nur falsche Erwartungen erzeugt.
  • Lockheeds Kompetenz

    21.10.2014, Jasper
    Gerade an dem aktuellen F-35 Debakel sehen wir ja, wie kompetent Lockheed in Planung und Realisierung ist. Und kommerziell funktionierende Kernfusion ist dann doch noch ein Tickchen komplizierter als die (zum Teil tatsächlich sehr guten, aber älteren) Jets. Und gerade in diesem Feld ist es immernoch sehr viel Grundlagenforschung. Und Lockheed als "technischen Spezialisten" im Fusionsreaktorbau zu bezeichnen ist mehr als gewagt. Es ist auch nicht so, dass an ITER nur Hochschulprofessoren sitzen, die den Reaktor mit ihren technisch mittelmäßig begabten HiWis zusammenschrauben. An diesen Projekten sitzen, im Gegensatz zu Lockheed, ganze Forschungseinrichtungen inklusiver technischer Kompetenz, die nichts anderes machen, als sich mit Fusionstechnik zu befassen.

    Also mein Tipp: Natürlich abwarten und überraschen lassen. Aber bloß nicht hoffen, dass ein Flugzeugbauer plötzlich die Probleme der Plasmaphysiker löst.
  • Man darf skeptisch sein!

    21.10.2014, Uwe Zimmermann, Ph.D.
    Solange keine unabhängigen Bestätigungen einer laufenden Reaktion vorliegen, ist es naturwissenschaftlich durchaus erlaubt, skeptisch zu sein.

    So geistert ja auch seit Jahren - vor allem hier in Schweden(!) - die Geschichte des Italieners Rossi mit seinem Energiekatalysator durch die Medien, der zuerst "erfolgreich"(?) nach Griechenland verkauft wurde, dann zweimal in die USA. Auch hier fehlen bisher unabhängige Prüfungen, zwei veröffentlichte Berichte halten einer näheren Prüfung nicht wirklich stand.

    Wenn wir wirklich kurz vor dem Durchbruch in der Fusion stehen sollten, so ist dies nur zu begrüssen, aber ich glaube nicht, dass wir hier mit Geheimniskrämerei weiterkommen!

    Es ist kaum realistisch zu glauben, dass man sich in der heutigen Zeit durch Geheimhaltung einen Wettbewerbsvorteil erhalten könnte. Funktionieren die Reaktoren von Lockhead-Martin oder Rossi, so wird es nicht lange dauern, bis diese kopiert werden, sobald sie kommerziell erhältlich sind - mit oder ohne Geheimhaltung im Vorfeld. Der Wettbewerbsvorteil liegt dann höchstens noch in der Qualität und dem Markennamen.
  • Also Bitte!

    21.10.2014, Christian
    Lockheed ist ja wohl ein äußerst kompetenter Luft- und Raumfahrtkonzern. Die F-16 mag ja bekannt sein, aber Meilensteine von Skunk Works sind SR-71, F-22, F-35, U-2, F-117 und einiges mehr. Alles Entwicklungen die ihrer Zeit Jahrzehnte voraus waren oder sind. Und das sind die Projekte die bekannt sind. Soweit weg von Energietechnik ist deren Physik bei weitem nicht.

    Ich meine der Autor ist gut beraten, seine Häme nicht vorzeitig freien Lauf zu lassen. Solche Quereinsteiger haben bisher ganz Außergewöhnliches erreicht und mit unter ganze Wissensgebiete völlig umgekrempelt. Zumal das Thema in der Umsetzung wohl eher ein Problem für technische Spezialisten ist, als für Hochschulprofessoren. Diese haben sich bei technischen Innovationen in neuerer Geschichte nicht sehr hervorgetan (Grundlagenforschung passt dort besser).

    Also, mein Tip: Besser abwarten und überraschen lassen. Die können viel mehr, als der Autor ihnen zutraut.
  • Neckische Namen

    21.10.2014, Thomas Pruß
    Auch die alten Naturwissenschaftler hatten gerne mal den Schalk im Nacken, unter ihnen wohl besonders die Mykologen. Mutinus caninus resp. elegans, die Hundsruten-Arten, werden im Beitrag ja schon erwähnt. Aber die Übersetzung von Phallus impudicus, der Stinkmorchel, in umgangssprachliches Deutsch hat es in sich: "Unverschämter Schniedel"! ;-)
  • @Manuel

    21.10.2014, Jan
    Schall ist im Gegensatz zu Licht und Radiowellen keine elektromagnetische Strahlung und dürfte daher von der Nanostruktur nicht beeinflusst sein
«
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. ...
  5. 595