Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Gefährdung von Netzen

    16.09.2014, Gottfried Heumesser
    "Über Erdungskabel könnten GICs in Hochspannungstransformatoren eindringen, dort die Wellenform des Netzstroms stören oder sogar Transformatorspulen überhitzen und durchbrennen lassen."

    Ob eine derartige Feststellung jemanden zum Experten macht? - Jedenfalls nicht für elektrische Energietechnik und Hochspannungstechnik. Möchte damit absolut nicht die Gefährdung unserer diversen Netze durch GICs und NEMPs (Nuclear electromagnetic pulses) herunterspielen, aber sicher ist auch, dass eine auf Kleinspannung ausgelegte Telegrafenleitung von 1850 weniger aushält als eine moderne Hochspannungsleitung. Weiter unten wird ja auch festgestellt, dass ein Grossteil der Probleme durch (Fehl-) Auslösungen der Schutzeinrichtungen verursacht wurde. Es ist leider so, dass der Überspannungsschutz unserer Hochspannungsnetzte zwar mit Flankensteilheiten im Mikrosekunden-Bereich fertig wird (typisch Blitz), nicht aber im Nanosekunden-Bereich, wie sie etwa auch bei Überschlägen in SF6-Anlagen entstehen.
  • da fehlt doch was

    16.09.2014, Liane Mayer
    Mir fehlt bei dieser Aufzählung die Theorie der Kontinentalverschiebung von Alfred Wegener - hat es da nicht ebenfalls sogar beträchtlichen Widerstand dagegen gegeben? Oder war der Widerstand hier anders geartet, sodass diese Theorie nicht in die Reihe der anderen aufgezählten Arbeiten passt?
  • Kurzfristige Maßnahmen

    15.09.2014, Leyla Cimen, Bremen
    Der Artikel hat mir die Augen darüber geöffnet, wie unverantwortlich und gefährlich mit unserer Natur umgegangen wird.

    Statt den Ursachen für zunehmende Dürren und Hitzewellen auf den Grund zu gehen (Ausstoß von Treibhausgasen, Veränderungen der globalen Strömungssysteme der Luft und der Meere durch die Erderwärmung usw.), werden kurzsichtige Maßnahmen ergriffen, die sicher zu neuen und schlimmeren Problemen führen werden. Die frühere Auflösung der Wolken könnte vielleicht zur Folge haben, dass es im Amazonas-Gebiet weniger regnet. Auf jeden Fall senkt es ihr Reflexionsvermögen von Sonnenstrahlen.

    Eine ähnlich kurzsichtige Methode ist das SRM (Solar Radiation Management), mit dem künstlich Aerosole in die Stratosphäre eingebracht werden zur stärkeren Reflexion des Sonnenlichts. Das Max-Planck-Institut in Hamburg hat für solche Methoden bereits herausgefunden, dass es dadurch in Europa und Nordamerika um 15 Prozent trockener, im Amazonasgebiet sogar um 20 Prozent weniger regnen würde!
  • Forschung um jeden Preis?

    15.09.2014, Pascal Müller
    Irgendwie hinterlässt der Artikel "Primatenforschung in Europa" zusammen mit dem erst gerade aufgetauchten Material aus dem Max-Planck-Institut einen faden Geschmack. Der Artikel zielt darauf ab uns mitzuteilen, wie (übertrieben) hart die Gesetze hier in Europa sind und wie viele Forscher daher ihre Forschung, zumindest teilweise, im Ausland vollenden müssen.

    Sicherlich ist es nicht recht, wenn ein Forscher bedroht wird, doch gleicht es nicht einer Diffamierung der Tierschutzvereine, wenn man sie nur an den militanten Beispielen thematisiert? Der Artikel tendiert, wie ich finde, relativ stark in Richtung "Forschung um jeden Preis". Wenn die Forschung so betrieben wird wie im Max-Planck-Institut, muss man sich eingestehen, dass etwas schiefläuft und es etwas zu ändern gilt.

    Begrüsst hätte ich einen kritischen Artikel über Tierversuche. Einer welcher Fragen behandelt wie: Wie sieht es zur Zeit aus? Wie weit darf der Mensch gehen? Inwiefern helfen wir den Menschen wirklich, wenn dahinter ein riesiger Konzern steht? und am allerwichtigsten: Was sind die Alternativen und wieso werden sie nicht gebraucht? Ich spreche hier zum Beispiel von In-Vitro-Systeme. Natürlich ist der Eingangsfall im Artikel clever gewählt, zumal man tatsächlich keine neuronale Forschung außer an Lebewesen machen kann. Doch ermächtigt dies zu derartigen Mitteln? Wäre es nicht möglich, erst gerade gestorbene Patienten an der Maschine weiterleben zu lassen, um die Stoffe an Ihnen zu testen? Immerhin sind die Stoffe ja auch für uns.

    Ich bin nicht vom Fach, nein, möchte ich auch nicht sein. Ich würde Sie einfach gerne bitten, einen etwas differenzierteren Aritkel zu schreiben, einer, welcher die ideologische und menschliche sowie philosophische Komponente betrachtet und inwiefern man diese in der Realität umsetzten kann. Weiter sollte man auch die Thematik der Tierversuche in nicht medizinischen Kontexten erläutern.

    Zuletzt möchte ich noch wissen, ob die Vorgehensweise des Labors aus welchem das Material kam, wirklich den heutigen Standards entspricht. So oder so ist es unfassbar, dass man bei sowas den Leuten überhaupt auf die Finger schauen muss.
  • Bis 280 000 Ebola-Infizierte bis Ende 2014?

    15.09.2014, H. Glättli
    Im obigen Artikel wird versucht, mit einer ungenügend definierten Reproduktionszahl zwischen 1.4 und 1.7 die Zahl der Ebola-Infizierten bis Ende 2014 abzuschätzen. Dazu müsste aber bekannt sein, innerhalb welcher Zeit 1 Ebola-Infizierter 1.4 bis 1.7 weitere Ansteckungen bewirkt.

    Bitte diesen Artikel zurück an die Absender zwecks Vervollständigung!
  • Neue Antibiotika - wie schön!

    15.09.2014, Ulrich Heemann
    Große Freude: Wir verfügen selbst über Antibiotika, die man auch pharmazeutisch nutzen kann. Wir können sie in Ersatz zu bisherigen Antibiotika, die ihre "Lebensdauer" erreicht oder überschritten haben, einsetzen. Vielleicht für 40 oder 50 Jahre, wenn's gut geht. Danach finden sich ja noch mindestens 2999 weitere Antibiotika, die man nacheinander nutzen kann. Vielleicht sind darunter auch welche, die den dauerhaft wirkungslos gewordenen Selbstschutz der Vagina (z.B.) irgendwie ausgleichen können. Der Pharmaindustrie wird diese Aussicht in jedem Fall weitere goldene Jahre garantieren. Und Arbeitsplätze - Arbeitsplätze werden auch garantiert.
    Toll!
  • Endlich!

    14.09.2014, Guido Nicolaus Poliwoda
    Hummeln gehören zum Faszinierendesten in der Insektenwelt und waren bisher so ein wenig als der "Willi" zur schlauen Biene Maja eingestuft worden. Zudem bietet das Buch nicht nur die von ihm erwarteten Informationen - Goulson versteht es, den wissenschaftlichen Blick zurückzunehmen und Hummeln als das anzusehen, was sie eben auch sind: kleine, dicke, geschäftige Flieger, die das Herz erfreuen...
  • Und die Alternativen ?

    14.09.2014, Horst
    Schon bei der Kurzrezension wirft sich doch die Frage nach den Alternativen auf. Bei der katastrophalen therapeutischen Lage in Deutschland mit Wartezeiten von bis zu einem Jahr und überfüllten Kliniken wirft sich doch schlicht die Frage auf: Soll man dann lieber gar nichts machen? Ich bin ein Gegner von Psychopharmaka, auch weil ich nicht darauf reagiere (Non-Responder) - nur die Wünsche, die die Autorin hat, wären in einer idealen Welt mit idealer Versorgung ideal. Die haben wir aber nicht. Wieder einmal Wunschdenken aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm.


  • Schleichwerbung pur ohne jede kritische Distanz

    14.09.2014, Holger Schaal
    Der "Artikel" ist Schleichwerbung pur für wissenschaftlich nicht haltbare Thesen und einen von ihm selbst entwickelten Test des Heilpraktikers Hans-Heinrich Jörgensen, der sich primär auf die Anwendung von Schüßler-Salzen (und Pferderennsport) spezialisiert hat (siehe auch die Nachrufe auf http://www.nam.de/89.html, abgerufen am 13.09.2014) - im Körper entsteht z.B. nie freie Schwefelsäure, und Paradontotitis (umgangssprachlich Paradontose) hat primär nichts mit dem Puffersystem des Körpers zu tun. Das Ganze gipfelt dann im letzten Satz in der Empfehlung eines konkreten Produktes (man befrage Google nach Basica - hier die Homepage: http://www.basica.de/). Nach den Kriterien des Medien-Doktors (den es zur Zeit der Veröffentlichung des Artikels noch nicht gab) für gut recherchierte Artikel (http://www.medien-doktor.de/medizin/bewertungen/die-kriterien/) fällt diese Arbeit vollständig durch. Der Artikel ist nicht sorgfältig recherchiert, nichts darin gegengeprüft, nichts darin hinterfragt - es handelt sich um eine reine Wiedergabe der Ideen von Herrn Jörgensen. Eine einfache Nachfrage bei einem Physiologen, Lebensmittelchemiker oder Biochemiker hätte da korrigierend wirken können. Vielleicht sei noch angemerkt, dass es sich beim "Biochemischen Bund Deutschlands" mitnichten um einen Bund von Biochemikern handelt - es ist vielmehr ein Bund von Anhängern der Schüßler-Salze. Mir ist nicht klar, wie so etwas vollkommen unkommentiert so lange auf den Seiten von Spektrum stehen kann.
  • Lactobacillus gasseri und sein Lactocilin ist in seiner Wirkungsstätte der Vagina gut aufbewahrt.

    13.09.2014, Susi Parthener
    Kurzfristige, dicke Gewinne und steigende Aktienkurse zwilichtiger Einrichtungen stehen hier wohl an erster Stelle. Nicht auszudenken was passiert wenn sich aufgrund von Missbrauch Resistenzen gegen diesem "natürichen" Schutz entwickeln.

    Die wirtschafliche Verwertung ist ein solcher Missbrauch - und diese Verwertung ist schonungslos sowie grenzenlos solange sich damit einpaar Mäuse verdienen lassen.
  • Andreas Nieder und seine grausamen Tierversuche

    12.09.2014, gegen solche Tierversuche
    Solchen Wissenschaftlern solte keine Platform für ihre Forschungen gegeben werden: Nieder und Mitarbeiter forschen über das Zählvermögen von Rhesusaffen. Über einem Bohrloch im Schädel werden den Tieren eine Kammer für Elektroden sowie ein Metallbolzen auf dem Kopf implantiert. Die Tiere müssen jeden Tag mehrere Stunden in einem Primatenstuhl sitzen und Punkte und Zahlen auf einem Bildschirm erkennen. Ihr Kopf ist dabei mit dem Bolzen unbeweglich an ein Gestell geschraubt. Gleichzeitig werden über die Elektroden Hirnströme gemessen. Lässt der Affe einen gedrückten Hebel im richtigen Moment los, erhält er über einen Schlauch im Mund etwas Saft. Außerhalb der Experimente gibt es nichts zu trinken. Für einen Tropfen Saft tun die durstigen Affen alles, was von ihnen verlangt wird. Das Leid dieser Tiere erstreckt sich oft über viele Jahre. Quelle: aerzte-gegen-tierversuche.de/de/?option=com_content&view=article&id=227:affenqual-in-tuebingen&catid=55:tierversuche-an-affen&Itemid=65
  • Sehr gefährliches Vorgehen

    12.09.2014, Jakob Demir
    Nehmen wir an, die Pharmaindustrie findet einen Weg solche Antibiotika künstlich herzustellen.

    Dann wäre das Produkt zuerst ein Meilenstein in der Medizin. Sehr verträglich, da praktisch vom menschlichen Körper bekannt.

    Wie bei jeder intensiver Verbreitung von Antibiotika wäre die Gefahr vorhanden, dass Keime Resistenzen bilden.

    Das Problem ist nun, dass nun der eigene Körper kein Mittel mehr hat, sich gegen resistente Keime zu wehren.

    Wir beschleunigen gerade in immer schnellerem Zyklus die Evolution.
    Leider auch der Erreger und Keime.

    Ich wäre persönlich dagegen solche Mittel außerhalb von Kliniken einzusetzen, da unsere heutiges Antibiotika-Problem vornehmlich durch Nichteinhaltung der Vorschriften entstanden ist, bzw. durch unverantwortliche Entsorgung über die Kanalisation.

    Grüße
    DJ
  • Wie das?

    12.09.2014, Balu
    Wie kann das Verhältnis von Wasserstoff zu Deuterium etwas aussagen?

    Die Erde ist ja vor 4,5 Milliarden Jahren aus dem selben Material entstanden wie 67P/Tschurjumow-Gerasimenko und all die anderen Kometen. Von daher sollte das Verhältnis von Wasserstoff zu Deuterium in der Erde ohnehin mit dem der Kometen übereinstimmen, ob es nun bei der Entstehung schon da war oder im nachhinein durch Kometen auf die Erde gebracht wurde.
  • Rechteck gar nicht langweilig

    10.09.2014, Wolfram Graser
    Im Artikel "Chaos auf dem Billardtisch" bezeichnet Christoph Pöppe das Billardspiel auf einem rechteckigen Tisch als "langweilig regulär". Aber einen sogar noch einfacheren Fall, nämlich die eindimensionale Version des Spiels, haben Albert Einstein und Max Born hingebungsvoll untersucht. Born hat seinen etwas verstörenden Befund erstmals in seiner Nobelpreis-Rede 1954 vorgetragen ("Die statistische Deutung der Quantenmechanik", in "Physik im Wandel meiner Zeit", 2. Auflage, Vieweg 1958, S. 173): "Der Determinismus der klassischen Physik erweist sich als Trugbild, erzeugt durch eine Überschätzung mathematisch-logischer Begriffsbildungen." Die Bewegung ist nämlich instabil und indeterministisch: Auch in diesem einfachen Fall ist nach einer bestimmten Zeit die Position der Kugel (bzw. des Gaspartikels) völlig unbestimmt, wegen der unvermeidlichen Ungenauigkeiten in der Kenntnis der Anfangsbedingungen. Er bemerkt dazu weiter (M. Born, Dan. Mat. Fys. Medd. 30, no. 2 (1955), p. 1-26): "Though this is perfectly trivial, I have never seen it pointed out." Gerhard Vollmer hat M. Born deswegen als Entdecker der Chaos-Theorie bezeichnet (G. Vollmer, Naturwissenschaftliche Rundschau, 9 (1988), 345; als Anmerkung im Literaturverzeichnis).
    Antwort der Redaktion:

    Der Hinweis wirft ein interessantes Licht auf die Frage nach dem Chaos. Es stellt sich nämlich heraus, dass die Grenze zwischen "regulär" und "chaotisch" längst nicht so klar definiert ist, wie es den Anschein hat.

    Erstes Beispiel: Ein Massenpunkt wird angestoßen und bewegt sich ab dort ohne Einwirkung einer Kraft durch den leeren Raum. Jeder würde die Bewegung als regulär bezeichnen, denn sie gehorcht einer linearen Gleichung: x(t) = vt+a, und die Unsicherheit in der Position x(t) steigt zwar mit der Zeit an, aber nur proportional der Zeit; der Proportionalitätsfaktor ist die Unsicherheit in der Anfangsbedingung v.

    Zweites Beispiel: Der Massenpunkt gehorcht einer linearen Differenzialgleichung der Form (d/dt)x = cx mit der Lösung x = x0 exp(ct). Das nennt auch noch niemand ein chaotisches System; denn die Unsicherheit über den Ort den Massenpunkts wächst zwar exponentiell mit der Zeit, aber die relative Unsicherheit, also Unsicherheit geteilt durch die Größe des Raums, in dem der Massenpunkt sich aufhalten könnte, bleibt konstant. Vor allem ist zwar nicht die Kurve, auf der das Teilchen sich bewegt, linear, wohl aber das "Naturgesetz", sprich die Gleichung, der es gehorcht, und ein nichtlineares Naturgesetz gilt allgemein als notwendige Bedingung für Chaos.

    Jetzt packen wir beide Teilchen in einen quaderförmigen Kasten mit reflektierenden Wänden. Dann ist Beispiel 1 in einer Dimension das, worüber Born nachgedacht hat, und in zwei Dimensionen Sinais Billard. In Borns Augen ist es chaotisch (was heute ein Vertreter der Theorie der dynamischen Systeme wohl nicht mehr so sehen würde), in Sinais Theorie definitiv nicht.

    Ob Beispiel 2 im Kasten nach Sinai chaotisch wäre (also Entropie größer als null hätte), weiß ich nicht. In der Theorie der dynamischen Systeme ist es eines der klassischen Beispiele für Chaos. Das Argument mit der relativen Unsicherheit zieht nicht mehr, denn der Raum, in dem das Teilchen sich aufhalten könnte, wird ja mit der Zeit nicht größer; und vor allem ist die diskrete Version des Problems: xn+1 = 2xn mod 1 (die "Blätterteigtransformation") das klassische Beispiel für deterministisches Chaos.

    Allem Anschein nach ist "Sinai-Chaos" (Entropie größer als null) eine verschärfte Form von Chaos.

    Das "langweilige" Billard zeigt übrigens eine sehr empfindliche Abhängigkeit von den Anfangsdaten: Wenn die Anfangsrichtung des Teilchens (y-Koordinate durch x-Koordinate der Anfangsgeschwindigkeit) rational ist, trifft die Bahn irgendwann wieder ihren Anfangspunkt und wird dann periodisch; ist die Richtung irrational, so wird die Bahn ergodisch, das heißt, sie kommt jedem Punkt des Rechtecks beliebig nahe. Für Sinai ist also noch nicht einmal Ergodizität eine hinreichende Bedingung für Chaos. Soweit ich weiß, ist ein Prozess mit positiver Entropie nicht nur ergodisch, sondern sogar "mischend" (zwei beliebige Trajektorien kommen sich immer wieder beliebig nahe).

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • 10.09.2014, Kevin Kircher
    "Dabei müssten Menschen erst gar nicht mit antibiotischen Medikamenten behandelt werden, wenn es zum Beispiel mit Handhygiene und Isolationsmaßnahmen gelänge, die Ausbreitung eines Krankheitserregers zu stoppen."

    Dasist sehr naiv bis arrogant. Es stimmt, dass für normale Krankheitsverläufe gerade junger, nicht chronisch kranker Menschen Antibiotika mehr oder weniger ohne große Bedeutung, lediglich ein gigantischer Markt sind. Die Forderung von "Händewaschen hilft" bei chronisch Kranken ist ein Witz. Die meisten gefährlichen und multiresistenten Keime kommen erst über das Wasser. Und einmal nicht richtig abgetrocknet, zack. Oder Freibäder, Seen. Man müsste Wasser komplett meiden. Nein, gerade bei Mukoviszidose steckt sich JEDER irgendwann mit einem harten Keim an. Das ist durch keine Hygienemaßnahme der Welt vermeidbar. Nur konkrete Angriffe auf diese Bakterien behindert ihr zerstörerisches Werk. Bislang waren diese Angriffe sehr aggressiv, aber nicht sonderlich klug. Durch den Selektionsdrang wurden richtige Monsterbakterien herangezüchtet. Wer die noch chemisch vergiften will, vergiftet auch den Körper. Dahingend sind beide im Text beschrieben Ansätze sehr wichtig. Wenn man allerdings sieht, mit welchen Forschungs-Budgets deutsche Universitäten mittlerweile auskommen, mit welcher rechtlicher Hinterwelten sich auseinandergesetzt werden müssen, ist das sehr beschämend.
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