Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Stiiiiiiiiii...stann!!!

    22.11.2016, S. Udo Wolstwijem
    ... den Ergebnissen der Studie zufolge scheine ich mich angesichts meiner Präferenzen seit 30 Jahren in einem militärischen Trainingslager für Spezialeinsatzkräfte zu befinden ... lach!

    Aber mal ehrlich - die Standards für Wissenschaft (und Wissenschaftjournalismus) möchten eingehalten werden. Die Testgruppe ist aberwitzig klein und die Erklärung spekulativ. - Der KOmmentar "Sonntagssoziologie" trifft leider zu gut den Kern!
  • Nicht übertreiben

    22.11.2016, Dr.Werner Thurner
    „Die Influenza ist gleichzeitig eine der tödlichsten und gefährlichsten Virusinfektionen überhaupt“

    Diese Aussage ist auch ausweislich des angegeben WHO Links falsch.

    http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs211/en/

    „Seasonal influenza is a serious public health problem that causes severe illness and death in high risk populations.

    Worldwide, these annual epidemics are estimated to result in about 3 to 5 million cases of severe illness, and about 250 000 to 500 000 deaths.“

    Es wird hier richtig ausgesagt, daß die Influenza vor allem für Risikogruppen gefährlich ist.
    Weiterhin weiss jeder Epidemiologe , daß die Mortalität der Influenza (vgl. z.B. Schweine/Mexiko Grippe) nur (!) ca. 0,2 % der Erkrankten (über alle gerechnet, auch die Risikogruppen) beträgt.
    Bei angenommenen 5 Millionen Erkrankten weltweit, sind dies also 10 000 Tote pro Jahr weltweit und die Zahlen („estimated“) der WHO sind falsch, keinesfalls 500 000 Tote pro Jahr weltweit.

    Hinter solchen Zahlen (auch denen der ARGE Influenza beim RKI, von der Pharma gesponsert) verbergen sich lediglich pekuniäre Interessen (wie auch beim Tamiflu) .

    Damit ist die Eingangs-Charakterisierung der Influenza als angebliche „ tödlichste und gefährlichste Virusinfektion überhaupt„ erschüttert bis widerlegt.

    Was nun das Beispiel spanische Grippe im Artikel betrifft: „ Die Spanische Grippe, die im Jahr 1918 begann, infizierte je nach Schätzungen etwa 30 bis 50 Prozent der Weltbevölkerung und tötete ungefähr 50 Millionen Menschen „ so muss man da berücksichtigen, daß es zu jener Zeit zu bakteriellen Superinfektionen der Grippe Pneumonie kam (schon damals erkannt z.B. als Häemophilus influenzae), die mangels Antibiotika tödlich endeten.

    Kein Grund diese Toten der Influenza in die Schuhe zu schieben!

    Resumee: die Influenza ist nur (lebens)gefährlich für die bekannten Risikogruppen und exakt für diese gibt es eine Impfempfehlung . Zudem ist die (Grippe)Impfantwort z.B. bei älteren Menschen völlig ungenügend. Die Grippe Impfung ist also im Wesentlichen entbehrlich und die Erkrankung zwar kein Vergnügen, aber für normal Immunkompetente kein Problem.
  • Beängstigend

    22.11.2016, Jutta Paulus
    ...ist insbesondere, dass das "alte" (> 4 Jahre) Eis auf 10% der zu Beginn der Satellitenaufzeichnungen gemessenen Menge zurückgegangen ist.
    Die NASA hat dies in einem Video visualisiert:
    http://svs.gsfc.nasa.gov/4510
    Da hilft auch Kälte über dem sibirischen Festland nichts. (Was sollte dieser Einwurf überhaupt aussagen? Alles Einbildung mit dem Klimawandel?)
  • Das Virus der Überkorrektur

    22.11.2016, Chris
    "... in den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts
    ...
    ... seit den 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts ..."

    Ah ja, können Sie mir erklären was diese Jahre sein sollen?
    Damit Sie es leichter verstehen, denken Sie bitte zum Beispiel mal über 1890er-Jahre des letzten Jahrhunderts nach oder 1990er-Jahre des 19. Jahrhunderts.
  • Geschlechterbias

    21.11.2016, Marcus Cyron
    Also vorweg - ich gehöre als Mann keiner Sozialgruppe "Männer" an. Zumindest hat man mich noch nie zu den Treffen eingeladen. Aber selbst wenn dem so wäre, wäre der den Männern gegenüber daraus konstruierte Vorwurf ja falsch. Dann läge das Ungleichgewicht ja an den Frauen, die sich nicht in benötigter Zahl beteiligen.

    Ursache dafür, daß es viel mehr Artikel über Männer als über Frauen gibt ist aber eine andere: die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist eine Entwicklung der letzten 100 Jahre. Mit einem Schwerpunkt auf den letzten 50 Jahren. Zuvor waren Frauen von vielem ausgeschlossen. Das kann man schlecht finden (wobei das in der Rückschau nichts bringt), aber nicht ändern. Wikipedia ist nicht Iny Lorentz. Wir deuten die Geschichte nicht neu um, damit Frauen sich in ihr wohler fühlen können was hätten sie denn wirklich davon? Wir bilden (oder versuchen es zumindest) die Geschichte so nahe an der Realität ab, wie sie war. Und da sind Frauen im Schnitt nun einmal weitaus seltener von enzyklopädischer Bedeutung. Weil sie qua Geschlecht diese Bedeutung meist nie erlangen konnten. Klar gibt es dann ein Verhältnis von 85 zu 15 %. Wenn man das aber wirklich sauber vergleichen wollte, dürfte man nur noch Biografien der letzten 50 Jahre auswerten, aus den Zeiten, wo zumindest in der westlichen Welt die Gleichberechtigung schon viel weiter greift. Noch nicht genug - aber die Richtung stimmt. Und da sieht das alles schon anders aus. Sehr anders.
    Antwort der Redaktion:

    Es geht den Forschern in ihrer Studie allerdings gar nicht um die unterschiedliche absolute Häufigkeit von Frauen- und Männerbiografien, sondern darum dass sie einen systematischen Unterschied entdecken bei der Frage, ab wann eine Person Aufnahme findet: Frauen in der Wikipedia sind im Durchschnitt bedeutender als Männer, hat ihre Statistik ergeben. Das kann den Forschern zufolge nur bedeuten, dass unbedeutendere Frauen fehlen, während vergleichsweise viele unbedeutendere Männer erfasst wurden.
    Anders gesagt: Die Gesamtheit der Biografien spiegelt eben gerade nicht die tatsächlichen historischen Verhältnisse wider.
    Dass dahinter nicht unbedingt Absicht oder Ignoranz stecken muss, sondern womöglich auch eine schwierige Quellenlage diskutieren sowohl dieser Artikel als auch das Forscherteam selbst.
    Beste Grüße, jd/Red

  • Fiktionale Realität

    21.11.2016, Elmar
    Ein fiktionaler Narrativ wird dann gefährlich, wenn er zu ernst genommen wird und auf die "echte" Welt trifft.

    Sprich: Wer Harry Potter toll findet, sollte trotzdem nicht mit dem Besen aus dem Fenster springen.

    Ähnlich verhält sich das mit Wahlen.
  • Antwort

    21.11.2016, Heike
    Fanatische Katzenfreunde? Scheint ziemlich in Mode zu sein im Moment, Leute in bestimmte Ecken zu stellen...

    Die Belege fand man, wenn man danach suchte, als diese Killer-Katzen-Studie bei uns bekannt wurde. Wegen dem Hype, der deswegen auch hier in den Medien war, habe ich mich damals mal im Ursprungsland per google umgeschaut.
    Dabei bin ich auf so manches gestoßen, was einen negativen Beigeschmack hinterlassen hat, und das ich mir deshalb z.T. bis heute gemerkt habe.
    Vieles davon ist nicht mehr online, manche Sachen findet man aber noch, wenn man z.B. nach "biologist poison feral cats" sucht.
    https://www.washingtonpost.com/local/national-zoo-employee-found-guilty-of-attempted-animal-cruelty/2011/10/31/gIQAIUNWaM_story.html
    Und man findet erstaunlicherweise auch das hier:
    http://www.naturalnews.com/031076_USDA_bird_deaths.html
    Aha???
    Und das:
    http://www.motherjones.com/kevin-drum/2011/03/how-many-birds
    3% ???
    Also, was soll man davon halten? Kleinkrieg zwischen Tierschutz, Naturschutz und Landwirtschaft? Und die Wissenschaftler???
  • Falscher Favorit

    21.11.2016, R. Schmidt
    Ihr Favorit s = t x c ist deshalb nichtssagend, weil er falsch ist. Es müsste dafür Materie (eine Uhr) mit c bewegt werden, was bis heute als unmöglich gilt. Naturgemäß finde ich die Begründung meiner kleinen eigenen Theorie (sie wurde leider durch die Detektion von Gravitationswellen durch LIGO falsifiziert (schnüff)) in der kg = meter mal sekunden gilt und somit sowohl Zeit als auch Entropie Funktionen der Materie, die in der formel nicht vorkommen, sind, attraktiver. Keine Materie = keine Zeit.
  • Evolutorisch naheliegend

    20.11.2016, Falken
    In schlechten Zeiten bietet eine bereits wohlgenährte Dame bessere Chancen, dass der Samen zu einem gesunden Kind heranwächst. Vereinfacht ausgedrückt.
  • Zufall oder Entdeckung?

    20.11.2016, Hannes Vogel
    Die wichtigsten Fragen, die sich mir beim Lesen des Titels stellen ist der Artikel schuldig geblieben. Welche Argumente sprechen für eine Sicherheitsgrenze von 5 Sigma? Wieso sollte man keine höhere Grenze ansetzen? Wählen wir die Signifikanz möglicherweise so, dass wir gerade noch etwas entdecken? Welche Aussagekraft haben diese statistischen Angaben? Gibt es möglicherweise Alternativen, um ein wissenschaftliches Ergebnis zu validieren?
  • Amerikanisch

    20.11.2016, Heike
    Man sollte zu dieser Studie mal Leserbriefe auf amerikanischen Zeitungsseiten lesen. Das ist ein Augenöffner.
    Da wird alles genannt, die Studie ist "Futter für schießwütige Waffenbesitzer", ein "Freibrief für Tierquäler", usw.
    Die Studie wird dort als "heavily biased junk science" bezeichnet. Denn ihre Verfasser wären zum Teil landesweit bekannte Katzenhasser, die eigenhändig in ihrer Nachbarschaft Katzen vergiftet hätten und dafür sogar angezeigt und verurteilt wurden.
    Sollte einem zu denken geben...
    Bei uns hier sieht das ähnlich aus mit den reißerischen Berichten über Katzen als Vogelmörder, das "Kommittee gegen den Vogelmord" sieht die Schuld am Vogeltod nämlich nicht bei den Katzen.
    Antwort der Redaktion:
    Gibt es Belege für diese Behauptungen - oder sind das einfach nur Leserbriefe fanatischer Katzenfreunde? ;-)
  • Zweifel an statistischer Relevanz

    19.11.2016, Marc
    23 Männer und 8 Frauen halte ich für eine zu kleine Gruppe, um daraus eine allgemeine Aussage treffen zu können. Wieso hat man nicht mehr befragt?
    Antwort der Redaktion:
    Ganz klar ist das nicht, aber vermutlich kommt es einfach sehr teuer, dutzende Opf... äh Freiwillige für zehn Tage in ein paramilitärisches Ausbildungslager zu stecken.

    Für einen isoliert für sich stehenden Überraschungsbefund wäre die Zahl der Versuchspersonen tatsächlich zu klein - aber der Befund fügt sich in ein System aus diversen ähnlich gelagerten Experimenten über männliche Präferenzen ein.

  • Partnerschaftliches Dilemma

    18.11.2016, Sonntagssoziologe
    In ein Dilemma geraten Männer, die evtl. unter ihrer übergewichtigen Frau leiden. Die möchten sie verlassen, finden sie des Leidens wegen aber zu attraktiv. Das Bewusstsein, eine attraktive Frau zu haben, mindert das männliche Leiden, worauf die Frau wieder unattraktiver wird, das Leiden einsetzt und die Attraktivität wieder steigt ...
  • Therapieansatz!

    18.11.2016, Dominique Boursillon
    Diese Studie hat Potenzial in der Paartherapie. Wird die Frau im Laufe der Ehe fett, so schickt der Therapeut den Mann ins Fitness-Studio. Dreimal die Woche hartes Training, und die holde Gattin ist wieder knackig wie am ersten Tag. Das funktioniert auch andersrum : Wird der Mann im Laufe der Ehe fett, dann muss die Frau auch zulegen, was den Gatten ins Fitness-Studio treibt, wodurch die Liebste wieder süß wie eine Zuckerknolle wird. Gleichzeitig wird der Göttergatte schlank und fesch wie beim Heiratsantrag. Sehr nützliche Studie...
    Antwort der Redaktion:
    Es wird vermutlich viel einfacher laufen: Alle Frauen haben genau die richtige Figur. Männer, die widersprechen, kommen zwei Wochen ins Boot Camp. Problem gelöst.
  • Sprache und Ethnie nicht gleichsetzen

    18.11.2016, Walter Weiss, Kassel
    Mich stört die herablassende und wenig ernste Stellungnahme der Verfasserin - entweder ist ein wissenschaftlicher Beitrag ernst zu nehmen (auch wenn er sich von der oppinio communis unterscheiden sollte): Dann gehört sich ein solcher Ton nicht. Oder der Beitrag ist nicht ernst zu nehmen: Dann hat in einer wissenschaftlichen Zeitschrift ein wie immer gearteter Kommentar nichts zu suchen, denn dann verschweigt man den Beitrag.

    Ganz abgesehen davon hätte ich schon etwas fundiertere Angaben gerade über die Luwier erwartet. Einige Fakten:

    (1) Das Luwische ist - wie auch das Hethitische, das Lykische und das Palaiische (außer kleineren hierher gehörenden Corpus-Sprachen) - die Weiterentwicklung des Altanatolischen, das sich als erste Tochtersprache vom indoeuropäischen Sprachstamm abgespalten hat (die nächsten Tochtersprachen wie Griechisch, Altindisch, Altpersisch, Tocharisch folgten erst etwa 1500 Jahre später). Demzufolge hatte das Altanatolische sehr archaische, ja regelrecht primitive Strukturen. Es gab zum Beispiel nicht drei Genera, sondern nur zwei (commune und neutrum), nur Gegenwart und Zukunft bei den Verben …

    (2) Obwohl POLITISCH nur das Hethitische recht gut überliefert ist, hat SPRACHLICH in Kleinasien das Luwische einen sehr breiten Raum eingenommen. Allmählich übernahm insbesondere die hethitische Sprache zahllose Wörter, Strukturen und ganze Wortbildungsregeln aus dem Luwischen, so dass zumindest in SPRACHLICHER Hinsicht die Vorherrschaft des Luwischen in ganz Kleinasien nicht bestritten werden kann - egal, um welche Staatsformen es sich handelte.

    (3) Bei allen diesen Betrachtungen sollte man - wie auch sonst, wenn es um Sprache geht - sehr genau zwischen den Sprechern einer Sprache zu bestimmten Zeiten und denjenigen Menschen unterscheiden, die früher, vielleicht sogar als Erste, die Sprache gesprochen haben. Man darf also nie Sprache und Ethnie gleichsetzen.

    (4) Die einzigen schriftlichen Zeugnisse, die bisher in Troja gefunden worden sind, enthalten die luwische Sprache. Es dürfte sehr viel dafür sprechen, dass ’Staatssprache’ in Troja zur Zeit des Trojanischen Kriegs, den Homer meint, luwisch gewesen ist, zumindest ein luwischer Dialekt.

    (5) Wir sollten auch niemals die Äneassage vergessen, deren geschichtlicher Gehalt durchaus ernst zu nehmen ist:

    (a) Es gibt aus der Zeit vor 1200 v. Chr. keine etruskischen Zeugnisse in Italien. Das ist just die Zeit, die allgemein für den Trojanischen Krieg nach Homer angesetzt wird. Die erste etruskischen Kulturzeugnisse setzen dann ab zirka 1200 v. Chr. gleich mit
    mit einem voll entwickelten Programm ein. Es gibt keine etruskischen Vorstufen in Italien.

    (b) Die immer noch nicht völlig entzifferte Sprache ’etruskisch’ (mit dem verwandten aus Zeugnissen auf Lemnos bekannten Dialekt) enthält zahllose Wörter, die erkennbar aus dem indoeuropäischen Bereich stammen, insbesondere in der luwischen Fassung. Es hat für die Etruskologen den Anschein, als sei etruskisch ein luwischer Dialekt mit vielen Entlehnungen aus anderen Sprachen.
    Antwort der Redaktion:
    Es war uns bewusst, dass dieser Kommentar polarisieren wird. Er erschien uns aber notwendig, auf die grundlegenden Fehler der zanggerschen These hinzuweisen. Ihre Anmerkungen gehen in ähnliche Richtung: Aus dem Verbreitungsgebiet einer Sprache folgt nicht, dass dort eine diese sprechende Ethnie lebte, also auch kein entsprechendes Staatsgebilde. Zu Punkt 4 verweise ich auf den Bericht der Ausgräber im gleichen Heft: Aus dem Einzelfund lässt sich nicht einmal ableiten, ob in Troja luwisch gesprochen wurde. Danke auch für den Hinweis auf das Etruskische.