Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Gesellschaftspolitisch motivierte Forschung

    05.08.2013, Klaus Meier
    Ich hoffe, die Wissenschaft wird hier nicht instrumentalisiert, um andere Zielsetzungen zu erreichen. Die Erkenntnis, dass Männlein und Weiblein unterschiedlich sind, ist nicht wirklich revolutionär.
  • Warum heißt es immer "leidet"?

    05.08.2013, Egon Seguluz
    Warum glauben Nicht-Asperger-Menschen eigentlich, daß jemand mit Asperger darunter leidet???
  • Die Antimaterie ist nicht verschwunden

    05.08.2013, Waldi
    Ein Neutron besteht aus einem Proton, einem Elektron und einem Elektron-Antineutrino (inklusive Energie). Außerdem besteht ein Down-Quark aus einem Up-Quark, einem Elektron und einem Elektron-Antineutrino (inklusive Energie). Aber die Behauptung, ein Neutron bestehe aus einem Up-Quark und zwei Down-Quarks ist allem Anschein nach falsch. Das zweite angebliche Down-Quark besteht offenbar aus den zwei Gegenteilchen der Up-Quarks und anderen subatomaren Teilchen und Gegenteilchen.

    Gleiches gilt für die Darstellung des Protons in der Quark-Schreibweise. Das Proton hat zwar zwei Up-Quarks, doch das angebliche Down-Quark besteht anscheinend ebenfalls aus den zwei Gegenteilchen der Up-Quarks und anderen subatomaren Teilchen und Gegenteilchen, wodurch letztlich im gesamten Universum zu jedem Materieteilchen ein dazugehöriges Antimaterieteilchen existiert. Aus diesem Grund kann auch keine Symmetriebrechung stattgefunden haben.

    Diese als Schein-Down-Quarks bezeichneten Teilchen besitzen die gleiche elektrische Ladung wie die Down-Quarks, weshalb es zu dem Irrtum gekommen sei, es mit den üblichen Down-Quarks zu tun zu haben. Diese Schein-Down-Quarks wären auch für die ungewöhnliche Ausbuchtung der Atome bzw. Protonen verantwortlich, da sie die Antimaterieteilchen in eigenständigen Gebilden beherbergen.
  • Falsche Darstellung der Poincaré-Vermutung

    04.08.2013, Reinhard Funk (Tarquinia)
    Die Poincaré-Vermutung lautet sinngemäß: "Wenn ein dreidimensionaler geschlossener Raum einfach-zusammenhängend ist, dann ist dieser Raum topologisch identisch mit der dreidimensionalen Sphäre." Der Rezensent schafft es doch tatsächlich, diese Poincaré-Vermutung auf die griffigere Aussage "... jedes geometrische Objekt ohne Loch müsse sich zu einer Kugel [nicht identisch mit einer dreidimensionalen Sphäre!] deformieren lassen" zu verkürzen. Letztere Aussage hat mit der Poincaré-Vermutung kaum etwas zu tun. Sollte der Rezensent diesen Eindruck aus dem besprochenen Buch gewonnen haben, dann kann weder beim Verfasser noch beim Rezensenten allzuviel Sachkenntnis vorhanden sein. Falls das besprochene Buch den Sachverhalt aber richtig darstellen sollte, dann stellt sich mir die Frage, warum der Rezensent ihn nicht verstanden hat.
  • Polarisation

    03.08.2013, Mathias Völlinger
    "Auf einer perfekt glatten Oberfläche sollte das senkrecht auftreffende polarisierte Licht nämlich unverändert reflektiert werden. Auf einer unebenen Schicht verändert sich dagegen die Polarisation des Lichts."

    Das ist ja doch auch nichts anderes als das Reflexionsgesetz. Wenn die Feldvektoren periodisch in eine andere Richtung reflektiert werden, ergibt sich halt zirkular polarisiertes Licht. Oder hab ich das falsch verstanden?

    Auf jeden Fall wird das dann wohl trotzdem sehr schwierig werden, damit Sternrotationen zu bestimmen. Diese dauern da vergleichsweise ja doch sehr lange.
  • "Uhr"

    03.08.2013, Jutta Paulus
    Ich habe mich schon immer gefragt, warum man so selbstverständlich von einer Gleichmäßigkeit von Spontan-Mutationen ausgeht. Schließlich sind Lebensumstände, UV-Strahlung, Ernährung ganz wesentlich an Mutationsgenese beteiligt - bei Mensch, Tier und Pflanze!
  • M 31-Isoscopen

    03.08.2013, Peter Faethe
    Europa- und Deutschlandkarten mit Isoscopen und deren Änderungen (z.B. bezogen auf den Andromeda-Nebel) wären sehr informativ. Nach meiner Schätzung ist der M 31 auf unter 5 % des deutschen Territoriums ohne Hilfsmittel sichtbar.
  • Biosprit

    02.08.2013, Kurt Werner
    Es ist nicht der Biosprit alleine, sondern die energetische Nutzung im allgemeinen.
    Energie aus Biomasse, auch biogene Reststoffe, steht global aus nachhaltigem Anbau wohl nur im einstelligen Prozentanteil zur Verfügung. Bei knapper werdenden Ressourcen wird der Druck zur stofflichen steigen. Hinzu kommt die Vernichtung von Böden.
    Vor diesem Hintergrund wird der Ausbau von Wind- und Sonnenkraft dringlich.
    Leider wird im derzeit mit viel Polemik gegen den Ausbau der Windkraft agiert.
    Wo soll die Energie her kommen?
  • Detonation ist etwas anderes

    31.07.2013, J. Bohnenberger
    Vorsicht mit "Fachausdrücken", die so schön kompetent klingen - weil der Autor auch nicht genau weiß, was sie bedeuten. Nicht alles, was laut "RRRrrrummmms" macht, ist eine Detonation. Die ist etwas anderes: http://de.wikipedia.org/wiki/Detonation und explodiert ist der Komet auch nicht, er ist lediglich zerfallen http://de.wikipedia.org/wiki/Meteor_von_Tscheljabinsk und das hat eben "RRRrrrummmms" gemacht.
  • So what!

    31.07.2013, Walter Weiss
    Habt Ihr / haben Sie wirklich keine anderen Sorgen? Da verhungern jeden Tag Tausende von Kindern auf der Welt - Menschen, so abgemagert, dass sie wirklich kaum noch wie Menschen aussehen, aber mit allen Gefühlen, fast allen Neuronen wie alle anderen Menschen - und dann machen sich offenbar sehr gut bezahlte Forscher und 'Denker' ernsthafte Gedanken darüber, wie Menschen ersetzende Roboter aussehen sollten!

    Es fehlt mir jedes Verständnis für derartige Ausgaben, derartige Gedanken, derartige angebliche Probleme.

    Abgesehen von der Forschungslage: Trotz immens umfangreicher und aufwendiger Forschung auf der ganzen Welt kann die Gehirnforschung bisher nur winzigste Teile unseres Denkorgans einigermaßen erklären, und an einer umfassenden Theorie der Gehirnfunktion fehlt es erkennbar völlig - und dann soll im Ernst die Erschaffung 'künstlicher Intelligenz' gefördert werden? Da haben doch offenbar viele - sehr gut bezahlte - Forscher und Techniker ein paar Zukunftsromane zu viel gelesen.
  • Konvergenzproblem?

    31.07.2013, Gilbert Brands
    Maschinen werden immer besser, der Durchschnittsmensch aber anscheinend immer dümmer. Menschen, die einfache technische Zusammenhänge durchschauen, werden seltener statt mehr, und dem Glauben wird vielfach mehr Bedeutung beigemessen als dem Wissen. Würde die Tendenz in Richtung mancher SciFi-Filme, in denen der einfache Raumpilot mal eben nebenbei Albert Einstein bei der Ausarbeitung seiner Formeln hilft, gehen, bräuchten wir uns wohl keine Sorgen zu machen. Ich habe aber eher den Eindruck, es geht in Richtung des Filmes "Idiocracy", und die Frage "Sie haben einen Eimer mit 10 l und einen mit 15 l Inhalt. Wie viele Eimer sind das?" zum ultimativen Intelligenztest wird.
  • Verteidigt den Schöpfungsbericht...

    31.07.2013, Laura Fernandez
    ...gegen Fehlauslegung und Überinterpretation! Und vor allem gegen kreationistische Fundamentalisten! Es würde hier den Rahmen sprengen, alle biblischen Irrtümer des Kreationismus einzeln aufzudröseln, deshalb fasse ich, wie es der Genesisschreiber in Gen. 2:4 tut, das Wichtigste in einem Satz zusammen: Der biblische "Schöpfungs"bericht ist ein Stammbaum (hebr. Toledot), er vertritt den Grundgedanken der gemeinsamen Abstammung allen Lebens!
  • Vielleicht ein paar gute Ideen dazu

    30.07.2013, Ralf Weingart
    Meiner Meinung nach, sind die turbulenten Strömungen, sei es in der Atmosphäre, im Wind, im Meer und ggf. in der Erde wichtig. Da sie momentan mathematisch nicht ganz erfassbar sind und dadurch die Vorgänge in den Strömungen (Wärmeaufnahme, -abgabe, -bildung, -transformation) nicht genau ersichtlich sind, ist vielleicht schwierig zu sagen, welches Modell das beste ist. Vielleicht ist es hilfreich die Modelle sozusagen übereinander zu legen um dadurch die Aussagen und Erkenntnisse verbessern zu können. Vielleicht verbessert dies auch die mathematische und physikalische Beschreibungsmöglichkeiten. Zur Verfizierung kann man auch die aktuellen Wettervorhersage der nächsten Tage, die öfters nicht exakt ist, da ein nicht-deterministische Chaos vorliegt, als Ziel für die Berechnung nehmen.
  • Künstliche Bienen als Geheimdienstwanzen

    30.07.2013, Christian Amling, Quedlinburg
    Spätestens seit dem vorigen Jahrhundert wissen wir, dass praktisch jede neue Technologie zuvorderst das Interesse des Militärs und der Geheimdienste erweckt. Gerade Robot-Insekten dürften das Herz jedes Agenten oder Militärstrategen vor Freude hüpfen lassen. Mir kam die schöne Geschichte von künstlich bestäubten amerikanischen Mandelbaumplantagen und die emsige Suche nach Verschütteten etwas zu blauäugig daher, aber vielleicht ließ sich das Thema nicht anders abhandeln.
    Wolfgang Jeschke, der Altmeister der (west)deutschen Science-Fiction, schrieb dazu bereits 2001 die kleine Geschichte "Allah akhbar – And So Smart Our NLWs (Non Lethal Weapons)". Er lässt darin den Experten Graham sagen: "… Wir sind die Spanner vom Dienst, mein Freund. Jedes Scheißhaus der Welt steht uns offen, und sei es auch noch so fest versperrt. Wir lauern sozusagen auf jeder Klobrille, über der ein VIP die Hosen runterlässt, sitzen auf jedem frisch bekleckerten Bettlaken." Dieses hochinteressante Feld der Fantasie, das demnächst droht, Wirklichkeit zu werden, möchte jeder Leser bitte allein weiterspinnen – es lohnt sich!
  • Keine bewusste Verfälschung

    30.07.2013, Robert Orso
    Sehr geehrte Redaktion.

    Nein, ich unterstelle natürlich den Autoren der Studie keine bewusste Täuschung. Das Schlaflabor untersuchte aber in den vergangenen 13 Jahren, ich rate einmal, mehrere Tausend Patienten. Selbst wenn man berücksichtigt, dass natürlich hauptsächlich Personen, die ohnehin unter Schlafproblemen leiden so eine Untersuchung auf sich nehmen würde ich vermuten, dass sich aufgrund der Masse der Daten ein eventuell vorhandener Trend zu einer durch die Mondphase ausgelösten tatsächlichen Schlafbeeinflussung in jedem Fall zeigen müsste. Persönliches Befinden, eigene Vorurteile oder ähnliches gehen in einem großen Datenpool statistisch eher unter als in einem kleinen Pool streng selektierter Probanden. In dem Fall würde ich, über tausende Patienten gemittelt, ebenfalls eine periodisch verkürzte Schlafphase erwarten.

    Wenn das dann durch hormonelle Untersuchungen gestützt wird, ist das nur erfreulich. Für die Aussage: "Die Mondphase verursacht nachweislich im statistischen Mittel Schlafstörungen" ist das so aber noch gar nicht erforderlich. Hier müsste doch zuerst festgestellt werden, dass das gemessene Ergebnis tatsächlich auf eine große Anzahl von Personen zutrifft und nicht auf nur wenige, die eben aufgrund besonderer und zweifelsfrei auch sehr strenger Auswahlkriterien berücksichtigt wurden. Bei nur so wenigen (gut untersuchten) Patienten ist eben immer noch nicht sicher ausgeschlossen, dass diese sehr wohl von der jeweilig aktuellen Mondphase Kenntnis hatten und DAHER die möglicherweise psychosomatische Reaktion ausgelöst wurde.

    Die Aussage "At no point during and after the study were volunteers or investigators aware of the a posteriori analysis relative to lunar phase." impliziert, dass eben die Kenntnis der jeweiligen Mondphase durch den Patienten NICHT erhoben wurde, man also damit rechnen muss, dass diese sehr wohl die ungefähre Mondphase etwa so gut kannten wie der Durchschnitt und demgemäß eine individuelle Erwartungshaltung bezüglich einer eventuellen Wirkung auf den Schlaf zu erwarten ist. Letztere kann neben verkürzter Schlafdauer durchaus auch geringere Hormon Aktivität bewirken, wodurch solche Messungen zwar interessant aber nicht notwendigerweise auch signifikant bezüglich Ursache und Wirkung sind.

    Alle angeführten Messungen zeigen zwar die beschriebene periodische Schwankung im Mittelwert, die statistische Streuung der (wenigen) Werte ist aber enorm. Von 5 oder gar 6 Sigma Signifikanz sind wir da noch weit entfernt, selbst wenn die Untersuchung optimal geplant und sorgfältig analysiert wurde.

    Um die Bewegungsmuster von Menschen in einer Stadt zu verschiedenen Zeiten und Tagen zu bestimmen muss ich nicht die Motive jedes einzelnen kennen, oder dessen Hormonspiegel. Ich kann aber trotzdem nach Beobachtung einer großen Anzahl von Bewegungen eindeutige Trends erkennen, zu welchen Zeiten an welchen Tagen wie viele Menschen von A nach B gehen. Je strenger ich meine Versuchsobjekte selektiere, desto gefährlicher wird die Interpretation in Bezug auf die große Masse.

    Abseits der Statistik mit GROSSEN Mengen wären nur Langzeitstudien an einer gut gemischten Patientengruppe in monatelanger Isolation ähnlich signifikant. Zudem müssten die Patienten zuvor eine zufällige Zeitspanne im künstlichen Koma liegen um sicherzustellen, dass sie über die aktuelle Mondphase uninformiert sind, damit sich die jeweilige Erwartung nicht negativ auswirken kann. Ein Experiment, das sich selbstverständlich so nicht durchführen lässt.

    Möglicherweise ist ja auch nur der populärwissenschaftliche Titel des Artikels irreführend. Dieser behauptet nämlich, dass die Menge der beleuchteten Mondfläche, die von uns aus sichtbar ist, Einfluss auf das Schlafverhalten hat - selbst wenn wir dieses Licht gar nicht sehen oder davon Kenntnis haben.

    Wenn Sie schreiben, dass es nach zumindest einer Untersuchung Hinweise auf einen etwa 29.5 tägigen circalunaren Rhythmus beim menschlichen Schlaf gibt, der möglicherweise durch wiederholte Ansicht des Mondes (oder des Kalenders) auf den tatsächlichen Mondumlauf synchronisiert wird, ist das eine spannende Sache. Auch der circadiane Rhythmus ist unter Laborbedingungen deutlich länger als 24 Stunden und wird erst durch äußere Einflüsse synchronisiert. "Vollmond lässt uns wirklich schlechter schlafen" halte ich in der Kernaussage aber für eine voreilige Behauptung.

    Der weibliche Menstruationszyklus hat ja auch "ungefähr Mondrhythmus" und wird seit dem Altertum "irgendwie" mit dem Mond in Verbindung gebracht. Tatsache ist aber auch dort, dass Menstruation und Mondphase nicht synchron zueinander sind, sondern völlig unabhängige Rhythmen von nur zufällig(?) ähnlicher und nicht identischer und miteinander synchron laufender Länge sind.

    Habe ich nur einen sehr begrenzten Satz an Ergebnissen, kann aber leicht eine Scheinkorrelation erkennbar sein.
    Wie Sie in einem andern Artikel schrieben: Ungewöhnliche Behauptungen erfordern ungewöhnliche Beweise.

    Ich erlaube mir also skeptisch zu bleiben.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Orso,

    im wesentlichen stimmen wir - Sie, ich und in manchen der von Ihnen angefügten Punkte auch die Autoren der Studie - ja überein: Die Messungen sind vor allem erst einmal interessant und zudem auch signifikant, zumindest hinsichtlich der gewählten Statistik - wie relevant sie sind, sollten größere und sorgfältigere Untersuchungen besser überprüfen.

    Immerhin betonen die Forscher selbst, die zugrunde liegende Ursache des Studienergebnisses nicht zu kennen und weisen explizit (wenn auch nur in einem Nebensatz) darauf hin, dass die Probanden möglicherweise beeinflusst waren, weil sie im Leben außerhalb des Schlaflabors von der Mondphase wussten. Zudem könnten sie, spekulieren auch die Forscher, ja auch etwas mehr Licht um die Vollmondnacht herum abbekommen haben, bis sie hinter den dunklen Vorhängen im Labor schlafen gingen. Das alles kann die Resultate natürlich beeinflusst haben und spräche, nach meiner Interpretation, nicht gegen den "populärwissenschaftlichen Titel" vom Vollmond, der uns schlechter schlafen lässt.

    Tatsächlich verstehe ich aber auch, dass Sie den Titel als voreilig empfinden (auch wenn er immerhin den noch etwas wackligen derzeitigen Stand der Wissenschaft zum Thema zusammenfasst). Eines sei also hiermit versprochen: Ich schreibe gerne den Text "Vollmond beeinflusst unser Schlafverhalten nicht", sobald wir die dazu passenden neuen, belastbaren Zahlen haben.

    Mit freundlichem Gruß
    Jan Osterkamp