Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Korrelation und Kausalität

    31.03.2015, Am_Rande
    Der Effekt könnte auch darauf zurückgehen, dass Staaten mit besserem Sozialsystem generell eine höhere Arbeitsmoral haben.

    Der Effekt könnte auch darauf zurückgehen, dass ein Staat, dessen Bevölkerung generell eine höhere Arbeitsmoral hat, sich ein teureres und also besseres Sozialsystem leisten kann.
  • Exorbitanter Männerüberschuß!

    31.03.2015, Felix Haller
    Ich habe zwei Fragen und zwei Anmerkungen.

    1. eine Frage zu Totgeburten:
    Ich habe mich vor ca. 45 Jahren intensiv mit Demographie beschäftigt. Bei den Totgeburten waren auffallend deutlich mehr männliche als weibliche Babies. Auch heute liegt die Anzahl der männlichen Totgeburten signifikant über der der weiblichen.
    Wie verhält sich dieser Sachverhalt zu der von Ihnen referierten These, weibliche Föten seien während der Schwangerschaft möglichweise gefährdeter?

    2. eine weitere Frage zur Sexualproportion:
    Die Sexualproportion ist in den letzten 100 Jahren leicht gefallen. Wurden vor ca. 100 Jahren noch auf 100 Mädchen knapp 106 Jungen geboren, so sind es heute ca. 105; und zwar weltweit. Diese Veränderung ist doch erheblich. Was könnten die Gründe sein?

    3. eine Anmerkung:
    Ihre Feststellung: „Im Winter, bei Mangelernährung und Stress, nach Naturkatastrophen, Krisen und Kriegen werden etwa mehr Mädchen geboren“ ist falsch! Das genaue Gegenteil ist der Fall. Die amtlichen Statistiken zeigen, daß in Kriegs- und Krisenzeiten die Sexualproportion auf 107 bis zu 108 ansteigt. Auch hier hat die Wissenschaft noch keine überzeugenden Antworten.

    Eine Schlußbemerkung:
    Ihr Aufsatz suggeriert, daß es „im fruchtbaren Alter ein ausgewogenes Verhältnis von geschlechtsreifen Paarungspartnern“ gebe, und daß „eine notwendige männliche Reserve also nützlich sein“ könnte.

    Aufgrund der wesentlich höheren Übersterblichkeit des männlichen Geschlechts gilt das für vergangene Jahrhunderte. In den letzten 6 – 7 Jahrzehnten ist die Übersterblichkeit in den unteren und mittleren Jahrgängen stark zurückgegangen. Sie greift erst, wenn Männer die 50 überschreiten. Dieser Rückgang führt dazu, daß sich das Geschlechterverhältnis heute erst bei ca. 60 Jahren angleicht!

    Wir haben einen exorbitanten Jungmännerüberschuß!

    Wie kommt es dazu? Ich mache es so kurz wie möglich; nur Stichworte:
    * Sexualproportion 105,5
    * Rückgang der Übersterblichkeit (s.o.)
    * Rückgang der Geburtenzahlen seit ca. 1970
    * das Paarungsverhalten: ältere Männer, jüngere Frauen (Altersabstand zwischen 2 bis 5 Jahren)

    Wir haben uns seit dem Ende des 2. Weltkrieges - zugegeben etwas überspitzt formuliert - zu einem Volk von jungen Männern und alten Frauen entwickelt.
    Wer das nicht glaubt, der mache mit mir in einer Samstagnacht einen Bummel durch diverse Diskotheken und am Sonntagnachmittag darauf Besuche in Altenwohnheimen. An diesen paradigmatischen Orten wird es offensichtlich.

    Eigene Berechnungen und Schätzungen nach Zahlen des Wiesbadener Instituts ergeben für die Kohorten der heutigen 25 bis 45jährigen bei den Singlepersonen (nicht verheiratet, nicht verlobt, nicht in einer Partnerschaft sich befindend, aber dem Partner- und Liebesmarkt zur Verfügung stehend) ein Verhältnis von mindestens 1:2! Auf eine suchende Singlefrau kommen mindestens 2 suchende Singlemänner. Singlefrauen in dieser doch so entscheidenden Altersgruppe sind rar!

    I stop here.
    Enough for one go.

    Live from Hamburg
    Felix alias Bakwahn
    Hamburg Bangkok Duesseldorf
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Haller,

    vielen Dank für Ihr Interesse! Nur kurz zu Ihren Anmerkungen zu dem Studienergebnis von Orzack und Kollegen. Zunächst zu ihrem ersten Punkt: Tatsächlich zählen die Autoren ja unter anderem auch (siehe die Grafik im Text), mehr männliche Totgeburten zwischen den Wochen 18 und 36). Davor passiert natürlich noch eine Menge mehr - was auch so sein muss, da ja trotzdem am Ende noch mehr Jungen geboren werden. Die (notgedrungen knappe) Überschrift bezieht sich auf dieses Verhältnis. Aber ich erkenne natürlich Ihren Punkt und denke über die Überschrift noch einmal nach. Auf Ihre zweiten Frage kann ich leider nicht im Detail eingehen, sie stand ja nicht im Mittelpunkt der vorgestellten (und für tieferes Interesse im Text verlinkten) Studie. Im Diskussionsteil spekulieren die Experten hier ein wenig - im wesentlichen vermuten sie, dass Schwankungen im Laufe der Menschheitsgeschichte immer mal wieder natürlich vorkamen. Hierzu finden Sie womöglich nützliche Detail in Hewlett, B.S.: J Anthropol Res 47(1), S. 1-37 (1991), auf die sich die Forscher beziehen.

    Zu Ihrer Anmerkung: Da stimmen die von Ihnen ins Feld geführten "amtlichen Statistiken" und die von den Forschern zitierten, sowie die Ergebnisse weiterer mir bekannter Studien (siehe Verlinkung) in der Tat gar nicht überein. Auf welche Statistik beziehen Sie sich hier genau? Tatsächlich vermute ich persönlich angesichts der streuenden Einzelergebnisse aber ohnehin, dass in dieser Hinsicht noch einiger Forschungsbedarf besteht. Kernpunkt des Absatzes war ohnehin, dass das Geschlechterverhältnis am Ende von sehr vielen Faktoren abhängt.

    Der Männerüberschuss im mittleren Erwachsenenalter, den Sie ja auch noch ansprechen, ist allerdings in der Tat vorhanden. Auch wenn er etwa in Ländern wie Katar und Kuwait eher dramatische Ausmaße annimmt als in Deutschland. Vielleicht interessiert Sie dazu ein Artikel unserer Kollegen von Gehirn&Geist, den Sie unter "http://www.spektrum.de/alias/hinter-den-schlagzeilen/mann-frau/1207678" finden.

    Und noch kurz Schlussbemerkung: Da haben Sie den letzten Satz des Absatzes aber unterschlagen, nicht wahr? ;)

    Viele Grüße,
    Jan Osterkamp
    Redaktion Spektrum.de
  • Mittelalterliches Benehmen der Lehrer

    30.03.2015, Späth Ludwig
    Dieses partzielle Sonnenfinsternis kommt nicht alle Jahre und nach dem viel darüber gesprochen und geschrieben wurde sind besonders Kinder neugierig dies zu sehen.
    Aber natürlich mit entsprechenden Sichtschutz. Wer sieht schon bei schönen Wetter mit bloßen, ohne Schutz, in die Sonne? Ein Kind oder ein gesunder Mensch einmal kurz und wahrscheinlich nie wieder. Da müssten diese Kinder immer von der Sonne fern gehalten werden. Ist doch kein Unterschied zwischen halb bedeckt oder normal. Sie strahl immer mit der gleichen Intensität.
    Oder ging es den Lehrern um den schwarzen Mann im Mond?



  • Female Choice

    30.03.2015, Gabriele Uhlmann, Braunschweig
    Nach dem Lesen des Artikels „Stark als Paar“ von Blake EDGAR bleibt mir nur zu hoffen, sich alle anderen Leser den zugehörigen Literaturtipp zu Herzen nehmen, und das Buch „Mütter und andere“ von Sarah BLAFFER HRDY (2010) lesen. Leider geht der Einzeiler in Ihrem Literaturtipp „Die Anthropologin erörtert die erstaunliche Sozialkompetenz von Kleinkindern“ völlig am Inhalt des Buchs vorbei, so dass zu fürchten ist, dass sich nur wenige, die sich für das arttypische, menschliche Sexualverhalten interessieren, davon angesprochen fühlen. Wer dieses Buch aufmerksam liest, wird feststellen, dass EDGAR BLAFFER HRDYs These missbräuchlich verwendet, ihr das Wort im Munde umdreht, und vielleicht das Buch gar nicht gelesen hat, und stattdessen nur das veraltete „Mutter Natur“ kennt. Auf S. 448 von „Mütter und andere“ in Fußnote 20 schreibt BLAFFER HRDY (2010), nach ihrer Emeritierung: „Ich gehörte übrigens zu denjenigen, die schon frühzeitig davon überzeugt waren, dass Menschenaffen zur Patrilokalität neigten. Ich änderte meine Meinung im Verlauf der Arbeit an ‚Mutter Natur’.“ Leider kam diese Erkenntnis etwas spät, so dass „Mutter Natur“ eher verwirrte als aufklärte.

    BLAFFER HRDYs geht nun auf der Basis der Großmutterhypothese (Kristen HAWKES, 1998) und der Tatsache der female choice (Meredith SMALL, 1995) sowie ihrer eigenen Forschung von der Matrilinearität der Menschheit als einzig natürlicher Lebensweise aus, und betont, dass die Errichtung des Patriarchats dazu führte, dass die alten matrifokalen Sippen gegen die patrilokale Familie ersetzt wurden: „Ungeachtet dogmatischer Verlautbarungen, wonach Menschen für gewöhnlich ‚eine patrilokale Familienstruktur besitzen’, weil ‚Söhne in traditionellen Gesellschaften in der Nähe ihrer Familien bleiben, während Töchter fortziehen’, wird diese grundlegende Aussage über die menschliche Natur nicht von Daten über Menschen gestützt, die tatsächlich als Jäger-Sammler leben.“ (2010, S. 336) Die Patriarchatsforschung weiß dies schon länger, auch die herrschende Lehre der Archäologie muss sich zunehmend mit dieser Wahrheit auseinandersetzen, leider ebenso ungerne wie Blake EDGAR. Die Monogamie, hergestellt durch das theologisch vorgeschriebene Ritual der Ehe, ist eine Einrichtung des Patriarchats, die nur ein Ziel hat, nämlich die female choice zu unterdrücken. Nur durch Patrilokalität kann der Mann Monogamie herstellen, denn nur in seinem Haus können er, seine Eltern und Brüder „seine“ Frau kontrollieren. Nur so kann Patrilinearität gesichert werden, die Basis für den Kapitalismus. Wäre dies schon vor zwei Millionen Jahren der Fall gewesen, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Denn das Patriarchat erzeugt nicht nur die folgenreiche Überbevölkerung, sondern züchtet eine aggressive und psychisch gestörte Population heran. (Der Begriff „Kapital“ meint ursprünglich die Zahl der Tiere einer nomadischen Viehzüchtergesellschaft. In den Steppen Eurasiens haben wir es entsprechend mit den ersten Patriarchaten zu tun.)

    Matrilinearität ist die dem Menschen zuerst einsichtige religio (Rückbindung), daher haben wir in der Altsteinzeit nur weibliche Darstellungen, eine Urmutter, die in der Nähe von Höhlen und Gewässern, den Orten, die für Geburt, Tod und Wiedergeburt, deponiert wurden. Diese erste Religion, deren Ende in Europa erst vor zirka 7000 Jahren eingeleitet wurde, war matrifokal. Um Patrilokalität (zur Unterdrückung der female choice) durchsetzen zu können, muss zuerst ein Bewusstsein von Patrilinearität vorhanden sein. Die Keilschrift- und Hieroglyphentexte und anderen heiligen Schriften sind Manifeste dieses äußerst mühsamen Prozesses. Die endlosen Listen „wer wen zeugte“ dienen beispielsweise diesem Zweck. Die Schriften sind voll von Beweisen, dass Männer von Anfang an mit ihrem neuen Wissen nicht verantwortungsvoll umgehen konnten. Und so ist es kein Wunder, dass EDGAR 2014 mit „Our Secret Evolutionary Weapon: Monogamy“ titelte. Nur hat die Monogamie des Menschen eben nichts mit Evolution zu tun, denn Monogamie ist die Waffe des gebärneidischen Mannes gegen die Frau und damit letztlich gegen sich selbst. In einer Art Stockholm-Syndrom verhaftet kann es passieren, dass Menschen glauben, dass „Monogamie unserer Spezies guttat“, wie EDGAR sich in Ihrer Zeitschrift zu behaupten trauen darf.
    Wenn EDGAR dies behauptet, dann muss er auch behaupten, dass es evolutionär von Vorteil sei, die Schwiegereltern zu versorgen. Tatsächlich ist die Familie bzw. Kleinfamilie, die in jeder Generation das Rad neu erfinden muss, eine Mangelgemeinschaft, die mit der Aufzucht schon eines Kindes überfordert ist. Es gibt daher heute keine echte Solidarität zwischen den Generationen, es sei denn, sie wird per Gesetz verordnet. Nicht Versorgung aller Mitglieder steht im Vordergrund der Familie, sondern jeder Einzelne ist einem unnatürlichen Leistungszwang ausgesetzt, der letztlich Vater Staat und seinen Protagonisten dient.

    So muss ich also nicht im Einzelnen auf die völlig überholen Thesen der im Artikel genannten „Koryphäen“ eingehen, sondern möchte meinerseits dem Autor und der Redaktion von "Spektrum der Wissenschaft" Literaturtipps geben, nämlich 1. endlich das Buch „Mütter und andere“ aufmerksam bis zur letzten Fußnote durchzulesen, 2. „Die Erfindung der Götter“ von Gerhard Bott (2009, auch Teil II 2014), 3. mein eigenes Buch „Archäologie und Macht“ (Gabriele Uhlmann 2012) sowie 4. „Matrifokalität. Ein Plädoyer für die Natur“ von Kirsten ARMBRUSTER (2014). Letzteres führt sie zu weiteren Büchern der Patriarchatsforschung, die systembedingt nur als Citizen Science betrieben werden kann, und sowohl von den Medien als auch den Gender Studies aller beteiligten Fachbereiche ignoriert wird.

    Es wäre schön, wenn Sie sich auch an einen Artikel erinnern würden, der in Ihrer Zeitschrift abgedruckt war, und der die Großmutterhypothese stützt: http://www.spektrum.de/alias/soziobiologie/warum-gibt-es-grossmuetter/829410

    Bitte beachten Sie auch den "Spiegel"-Artikel „Multikulti in der Steinzeit“ (Heft 6, 2015) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131578982.html Hier lesen wir nämlich, dass aktuelle Untersuchungen der „Arbeitsgruppe Paläogenetik“ unter Leitung des Anthropologen Kurt ALT (Universität Mainz) bestätigen, dass es „Tanten, Onkel und Schwestern“ waren, die die Bandkeramik verbreiteten. Diese Feststellung, die heutzutage auch als „genderpolitisch korrekt geschrieben“ überlesen werden kann, muss wörtlich genommen werden, wie mir Prof. Dr. ALT in privater Korrespondenz mitteilte. Dies meint, dass nicht biologische Väter, sondern soziale Väter, nämlich die Brüder der Großmütter, in die weite Welt zogen, und natürlich auch als Brüder der Mütter an der Kinderfürsorge beteiligt waren.

    Weitere Ergebnisse in diesem Sinn aus dem Fruchtbaren Halbmond des Nahen Ostens werden folgen. Für Çatal Höyük lesen sie bitte hier: Pilloud, Marin A.; Larsen, Clark Spencer: "Official" and "practical" kin: Inferring social and community structure from dental phenotype at Neolithic Çatalhöyük, Turkey. In: American Journal of Physical Anthropology (Impact Factor: 2.48). 05/2011; 145(4):519-30. Eine Zusammenfassung davon finden Sie hier http://www.livescience.com/14824-communal-human-burials-ancient-settlement.html

    Des Weiteren bitte ich die Redaktion von der Veröffentlichung solcher hanebüchen veralteter, patriarchatsideologisch gefärbter Artikel künftig abzusehen, mit denen die Glaubwürdigkeit der Zeitschrift zunehmend gefährdet wird.
  • Chinesische Namen

    30.03.2015, Jahn Hauber
    Im Chinesischen wird der Familien(Nach-)name zuerst genannt. Bei "Li Weidong" ist also "Li" der Nachname und "Weidong" der Personen(Vor-)name.
    Da im Text öfters auf "Weidong" verwiesen wird, gehe ich davon aus, dass hier Personen- und Familienname verwechselt wurde.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Jahn Hauber,

    in der Tat! Das habe ich verwechselt (wie offensichtlich viele andere Medien auch). Laut Homepage muss es umgekehrt lauten. Ich bitte dies zu entschuldigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • The Fighting Temeraire

    29.03.2015, Duneyr
    Den Artikel finde ich sehr interessant, aber was hat das Gemälde von William Turner "The Fighting Temeraire tugged to her last Berth to be broken up" mit dem Tambora Vulkanausbruch zu tun?
    Laut Wikipedia wird da ein Schiff gezeigt, das abgewrackt wird.

    Viele Grüße
    Duneyr
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Duneyr,

    der Tambora sorgte mit seinem Ausbruch dafür, dass die Sonnenuntergänge auf de Nordhalbkugel viel intensiver wurden. Turner ließ sich bei seinen Bildern davon inspirieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Ja, eine historische Chance vertan

    29.03.2015, Mimi
    Das Problem sind weder die Eltern noch die Lehrer, es ist die fehlende Begeisterung. Oder mangelnde Kreativität?

    An unserer Schule hätte ich mir auch mehr gewünscht, als die bloße Beobachtung.

    Das Ereignis hätte entsprechend vorbereitet werden müssen: Was passiert bei einer Sofi? Wie sieht unser Sonnensystem aus? Warum gibt es eine Mondfinsternis viel öfter als Sofi (ca. 1 Mal jährlich). Wie viele Sterne gibt es? usw. ich habe mich so aufgeregt, dass ich erneut einen Blog eröffnet habe - das ist leider symptomatisch für unsere Schulen und dabei könnten Eltern/Großeltern einen grandiosen Beitrag leisten, wen es interessiert: http://awesomebildung.blogspot.de/2015/03/partielle-sonnenfinsternis-kam.html

    MiMi
  • Korrektur

    29.03.2015, Dr. Herbert Bergmann
    Der Text über den Vulkan Tambora erweckt den Eindruck, Indonesien sei eine britische Kolonie gewesen. Indonesien war etwa drei Jahrhunderte lang eine niederländische Kolonie. Zur Rolle von Herrn Raffles sagt der Wikipedia-Eintrag (gelesen am 29.3.2015): "Im Jahr 1811 wurde Raffles Leutnant Gouverneur von Java. Während der Besatzung der Niederlande in der Zeit der Napoleonischen Kriege übernahmen die Engländer die Gewalt über die holländischen Kolonien."
  • Sonnenbeobachtung sicher durch Wissen.

    28.03.2015, Stefan Schulz
    In der Tat kann ich es durchaus verstehen, dass die Lehrer das Augenlicht der Schüler nicht gefährden wollen. Aber es ist wie mit allem, Wissen ist der beste Schutz. In kleinen Gruppen für jeweils einige Minuten mit Sofi-Schutzbrille. Wenn nur für 3 oder 5 Minuten geschaut wird ist das Risiko gering, dass ein Kind die Brille abnimmt - und selbst wenn, es wird sofort erkennen, dass es mit Brille mehr sieht und es angenehmer ist und wird sie wieder aufsetzen. Ich habe schon als Kind mit 10 Jahren eine partielle Sonnenfinsternis in der Dämmerung angeschaut und habe selbst ohne jegliche Anleitung von Erwachsenen um die Gefahr gewußt und mit äußerster Vorsicht vorher verschiedene Möglichkeiten getestet. Heute gibt es anders als Ende 70er/Anfang 80er CE geprüfte Brillen als Massenware. Was soll bei begrenzter Beobachtungszeit von 3 bis 5 Minuten am Stück mit Anleitung Erwachsener und Schutzbrille passieren? Die Kinder sind doch nicht dumm.
  • Aprilscherz ?

    28.03.2015, barbara wolff
    Der Pfeifhase sieht ja wirklich "suess" aus, allerdings nicht ganz echt.
    So wird er sich dann wohl auch nicht vermehren - es sei denn: als SteiffTier.
    Antwort der Redaktion:
    Es gibt auch Bewegtbilder des Tiers auf Youtube - insofern lebt er.
  • Naturwissenschaftlich-technische Bildung ohne Sonnenfinsternis

    28.03.2015, Joachim Datko
    Zu 27.03.2015, Heiko Mehring "Statt dessen verbringen/verschwenden unsere Kinder viel Zeit mit Lehrstoff in der Schule und bei den Hausaufgaben, welcher sie später nicht weiterbringt."

    Mich hat mein Fleiß in der Schule weit gebracht. Ich habe während meiner Berufstätigkeit vieles gesehen.

    Joachim Datko - Elektromechaniker, Ingenieur, Physiker, Philosoph

    Lernen ist in der Regel eine anspruchsvolle Tätigkeit und ist für viele Menschen der Einstieg in einen gut bezahlten Beruf.

    Mit einer Schutzbrille bei einer Sonnenfinsternis in die Sonne gaffen, ist geistig anspruchslos.
  • Sehr vage und spekukativ

    27.03.2015, Gunnar Ries
    Was mich an der Meldung mehr als nur irritiert, ist die fehlende Datierung Ohne die erscheint das mehr wie Spekulation, und die verbindung zu irgendwelchen Massensterben ist damit auch nicht möglich. Zum datieren braucht man auch keine Aschewolken, sondern aus der Schmelze neugebildete Minerale. Die sollten doch eigentlich auch zu finden sein, oder?
  • Mehr Eigenverantwortung

    27.03.2015, Holger Casselmann, Odenthal
    Es ist schon erschreckend: aber nicht nur die Tatsache der dramatischen Zunahme, sondern auch die Art und Weise, wie die Wissenschaft im Rahmen des Artikels mit dem Problem umgeht. Dass es sich dabei in fast allen Fällen um eine Erkrankung handelt, die durch eine falsche Lebensweise erzeugt wird und damit auch im Bereich der Eigenverantwortung liegt, wird zwar lobenswerterweise angesprochen, aber auch wieder schnell relativiert mit einer möglichen genetischen Disposition der Betroffenen. Fazit: also Medikamente entwickeln und sich nicht mit der Ursache auseinandersetzen. Dabei ist eine pandemische, genetische Veränderung der Bevölkerung mehr als unwahrscheinlich und kann nicht als Ursache der rasanten Zunahme von Diabetikern (Typ II) gelten. Nach wie vor sind Übergewicht und latent hohe Blutzuckerspiegel die kritischen Faktoren der Erkrankung. Die Insulinrezeptoren der Muskelzellen, die die Glukose in die Zellen einströmen lassen, entwickeln durch dauerhaft hohe Blutzuckerspiegel im Lauf der Zeit Resistenz und es wird immer mehr Insulin erforderlich, um die Glukoseversorgung der Muskeln zu gewährleisten. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Die Senkung des Blutzuckerspiegels ohne Medikamente und Überwindung der Erkrankung muss doch das wünschenswerte Ziel für die Betroffenen sein und nicht die Behandlung der Krankheitssymptome.

    Gegen Ende des Artikels heißt es: "In welchem Maß Menschen... [die] Krankheit durch gesunden Lebensstil vermeiden können, gilt es nun zu erforschen." Das verwundert schon sehr, ist fast lächerlich, da es doch genügend Fälle gibt, in denen Betroffene sich vorrangig durch eine deutlich kohlenhydratreduzierte Ernährung von der Krankheit gänzlich befreien konnten. Der Einfluss der Ernährung auf den Blutzuckerspiegel ist doch mehr hinreichend bekannt (zum Beispiel Glyx-Index), scheint aber in den Köpfen nicht anzukommen. Die über Jahrzehnte proklamierte und als gesund betrachtete Ernährung "kaum Fett, mehr Vollkorn, viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch" ist eher kontraproduktiv. Glücklicherweise scheint sich hier etwas zu bewegen und es gibt neue Ansätze, wie unter anderem die Paleo-Diät. Typischerweise kommen diese nicht aus den Reihen der Wissenschaft, sondern basieren auf den Erfahrungen einzelner Ärzte und Privatpersonen.
  • Falscher Eindruck?

    27.03.2015, Heiko Mehring
    Zitat 26.03.2015, Joachim Datko:
    "Zumindest geht man keine unnötigen Risiken ein."

    Das ist korrekt!

    Zitat 26.03.2015, Joachim Datko:
    "Ich bin Physiker und hatte keinerlei Bedürfnis in die Sonne zu sehen."

    Das ist zwar schade, aber eben IHRE persönliche Einstellung hierzu. Ich erwarte, dass die Schule unsere Kinder auf das reale Leben vorbereitet. Ohne unsere Sonne wäre auf der Erde kein Leben möglich. Allein schon deshalb find ich es schade, wenn solche Themen im astronomischen Zusammenhang in der Schule nicht ausreichend geleehrt oder gar komplett ignoriert werden. Statt dessen verbringen/verschwenden unsere Kinder viel Zeit mit Lehrstoff in der Schule und bei den Hausaufgaben, welcher sie später nicht weiterbringt. Die Schulbildung bewegt sich zunehmend am realen Leben vorbei ...

    Zitat 26.03.2015, Joachim Datko:
    "Die Überschrift des Artikels
    "Sonnenfinsternis 2015 Meinung: Augen geschont – Bildung zerstört"
    vermittelt einen falschen Eindruck."

    Welchen? Sie haben doch selbst den "gesunden Menschenverstand" zitiert. Wenn man den einsetzt, dann versteht man die Aussage der Überschrift genaus so, wie sie verstanden werden soll.

  • Wer lesen kann ist klar im Vorteil

    27.03.2015, Heiko Mehring
    Hallo Frau L., Sie sollten Sich den Bericht von Herrn Reichert nochmal in Ruhe durchlesen. Da steht nichts von einer Verallgemeinerung und auch nichts davon, dass die Lehrer Schuld sind. Herr Reichert stellt doch ganz klar in Frage, wer hier wohl "versagt" hat. Für mich ist die Frage auch nicht so einfach zu beantworten - Sie sprachen ja auch die Verantwortung der Lehrkräfte an.
    Die Kernaussage von Herrn Reichert ist aber doch die, dass man hier ein selten beobachtbares astronomisches Phänomen hätte ohne aufwendige Hilfsmittel beobachten und den Schülern am praktischen Beispiel näher bringen können. Ich weiß von Schulen, wo das gemacht wurde. Der oben abgebildete Brief ist in seiner Art als gegenteiliges Beispiel aber ein (Armuts)Zeugnis dafür, dass in unserem Bildungssystem einiges völlig falsch UND an der Realität vorbeiläuft. Und daran sind NICHT die Lehrer Schuld, aber vielleicht auch nicht völlig unschuldig? Ich arbeite in der freien Wirtschaft und gestalte meinen Arbeitsplatz und -abläufe mit und trage dadurch zu Erfolg und Mißerfolg des Unternehmens bei. Mann sollte nicht immer alles hinnehmen, was einem geboten oder vorgesetzt wird, sondern auch selbst aktiv werden. Das vermisse ich als Vater zweier schulpflichtiger Kinder (ab Sommer sogar drei) in den Schulen schon hier und da. ...
    Wenn man sich den Brief mal vor Augen hält, dann wundert es ja schon, dass in den vergangenen Jahrzehnten so wenig Menschen während einer Sonnenfinsternis erblindet sind. Aufklärung ist hier natürlich absolut wichtig, wie Herr Reichert ja auch geschrieben hat. Da der Termin der Sonnenfinsternis ja kein plötzlich und unerwartet auftretendes Ereignis war, gab es auch genügend Zeit (Jahrhunderte!) sich auf dieses und andere solche Events vorzubereiten und Lehrkräfte dahingehend zu schulen ... und auch um SoFi-Brillen gut und günstig einzukaufen, gegebenenfalls mit finanzieller Unterstützung der Eltern.
    Die Art und Weise wie hier an manchen Schulen und Kindergärten mit diesem Ereignis umgegangen wurde zeigt mir ganz klar, dass eine gewisse astronomische Grundbildung als fester Bestandteil in die Schule gehört. Sie haben von den Eltern geschrieben, die ihre Kinder nicht mit SoFi-Brillen versorgt haben. Warum war das so? Auch Unkenntnis von und über so ein Ereignis? Dann könnte man etwas dagegen tun, indem man die jetzt heranwachsende Generation entsprechend bildet. Ich erwarte ja kein Schulfach Astronomie, aber Pflichtprogramm sollte es trotzdem werden. Mit ein bisschen mehr Verständnis darüber, dass wir hier in einem durchs All fliegenden "Gefängnis" leben würde VIELLEICHT dafür sorgen, dass die heranwachsenden Generationen bedächtiger mit der Umwelt umgehen ... wir kommen hier nie weg! Und eine SoFi zu beobachten bringt uns "die Welt da draußen" deutlich näher als ein Buch - oder verschlossene Vorhänge ...
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