Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Wasser auf die Mühlen

    24.01.2017, der autor
    Solche Beiträge sind Wasser auf die Mühlen der Diskussion um Impfungen. Während der Nutzen von Impfungen, nämlich die Reduzierung der Erkrankungen*, wissenschaftlich objektiv belegbar ist, sind Impfschäden bis heute schwer nachzuweisen. In den dazugehörigen Studien heißt es dann, wie hier:

    "Bei einer im Jahr 2015 an mehr als 95 000 Kindern durchgeführten Studie ließ sich kein Zusammenhang zwischen der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln und einem gesteigerten Autismus-Risiko feststellen – auch nicht bei Kindern, die entsprechend familiär vorbelastet waren."

    Das heißt lediglich, dass kein Zusammenhang festgestellt werden konnte. Das ist leider eben kein (!) wissenschaftlicher Beweis dagegen, sondern nur auch kein Beweis dafür. Ein Dilemma, was weder den Nutzen der Impfungen noch die Arbeit der Wissenschaftler herabsetzen soll, sondern vielmehr eine objektive Diskussion erschwert und damit weiter anheizt. Impfgegner zweifeln an dieser Studie und werden von Impfbefürwortern dafür beschimpft und verunglimpft, wie in diesem Artikel geschehen. Wohin diese Verunglimpfung hinführen kann, sieht man am frisch gewählten Präsident der USA.

    Eine Studie, die die Unabhängigkeit von Impfungen und häufig genannten Impfschäden zu beweisen versucht, wäre viel hilfreicher. Ein Beweis im Rahmen der wissenschaftlichen Genauigkeit überzeugender. Auf Grund der (glücklicher Weise) geringen Fallzahlen ist solch ein Beweis wohl schwer zu führen. Gibt es vielleicht dennoch solch eine Studie? Auch hier gilt natürlich: Ein Nicht-Beweis ist noch lange kein Gegenbeweis.

    *Es gibt sicherlich auch Leute, die in solch einem Fall gar nicht von Nutzen reden. Dies sei aber ein anderes Thema und sollte mit diesem hier nicht durchmischt werden.
  • Vielleicht lacht ja einer

    24.01.2017, Andreas Grund
    Hallo Herr Ebert,
    die Sichtweise „Wissenschaftler sind weltfremd, verlieren sich in technischen Details und überschätzen die Bedeutung ihrer Ergebnisse“ ist ein Ansatz, mit dem man bestimmt ein Kabarettprogramm vor ein breites Publikum bringen kann. Entspricht dieser Standpunkt ja eher einem populistischen Weltbild.

    Die aktuell beachtlichen Fortschritte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz basieren eben genau auf Entwicklungen in Richtung auf zunehmend menschenähnliche Fähigkeiten.
    Projekte wie AlphaGo oder die Steuerung von Curiosity sind keine guten Beispiele, um diese Fortschritte zu bewerten. Aber wenn es in’s neue Kabarettprogramm passt…

    Die Argumentation „selbst die besten Computer [seien] nichts weiter als raffinierte Rechenmaschinen“ entstammt der Sicht, die man in den 80er Jahren von KI hatte. Sie verbinden zielgerichtetes Handeln mit Intelligenz und offenbaren damit nur Ihren angestaubten Standpunkt.

    Sie sagen: „Wie das menschliche Gehirn so etwas wie Bewusstsein erzeugt, ist übrigens noch vollkommen ungeklärt. Vermutlich tritt man genau deswegen auch bei der Entwicklung echter künstlicher Intelligenz nach wie vor auf der Stelle“.

    Können Sie beweisen, dass Sie selbst ein Bewusstsein haben?
    Oder sind Ihre Ausführungen nur das Ergebnis eines Rechenprozesses?
    Offenbar muss so eine KI erst einmal eine ordentliche Profilneurose entwickeln, damit sie ihm „echte Intelligenz“ zubilligen. Am Ende wohl nicht, weil ja alles nur berechnet ist (siehe John Searle's Chinesisches Zimmer - 1980)

    Welche Ziele sollte sich die Entwicklung künstlicher Intelligenz Ihrer Meinung geben, damit alles wirklich Wirklich ist?
    Depressive Roboter? Kabarettistisches aus einem KI-Labor?

    Á propos: Ich suche Sponsoren für ein Projekt "KI mit Humor". Sind Sie dabei?

    Grüße
    Andreas Grund
  • kleine Anmerkung

    24.01.2017, Erforderlich
    Hier (http://www.laborjournal.de/editorials/989.lasso) gibt es noch eine nette Übersicht über den Perlenkettenmythos bei der DNA Verpackung
  • Ansichtssache

    24.01.2017, Achim
    - "......wie das mit den unverändert sinkenden Konsumentenzahlen zusammenpasst, ist allerdings unklar. " -
    Nö, das wird vollkommen klar wenn man weiß, wer diese "Studie" durchgeführt hat. Stanton Glantz ist "der" Anti - Tabak und - Nikotin Papst der USA, nachdem er, selbst mit den unsinnigsten Forderungen, den Anteil der amerikanischen Raucher nicht unter 20 % drücken kann, hat er nun sein neues Schlachtfeld bei den E-Zigaretten entdeckt. Für ihn wurde der Begriff "cherry-picking" erfunden.
  • Exodus

    23.01.2017, J.H.
    Das der Exodus in der Form, in der er in der Bibel wiedergegeben wird, doch mit den bisherigen archeologischen Funden über einstimmen kann zeigte zuletzt Timothy P. Mahoney in seiner Dokumentation "Patterns of Evidence: Exodus".
    Eine wirklich empfehlenswerte und offene Dokumentation, die sich mit den Zweifeln des Regisseurs und seiner wissenschaftlichen Recherche auseinandersetzt.
    Der Film ist beispielsweise auf Netflix verfügbar.
  • Erst menschliche Eigenschaften erforschen, dann über KI reden

    23.01.2017, Seyfarth
    Ohne die menschlichen Eigenschaften zu kennen, lässt sich nur beliebig (und höchst spekulativ) über KI reden.
  • Delahayes Behauptungen gehen zu weit

    23.01.2017, Thomas Mosell
    Jean-Paul Delahaye präsentiert in seinem Beitrag den Schluss, dass er die Bevorzugung tieferer Detailebenen bei der Analyse statistischer Daten ad absurdum führen kann. Dies kann ich so nicht nachvollziehen. Vielmehr sind in seinem Beispiel – wenn auch geschickt versteckt – alle notwendigen Informationen enthalten, die dem Arzt eine Entscheidungsfindung ermöglichen sollten.

    Ein Vergleich zwischen den Daten für Männer und Frauen zeigt auf, dass beide Geschlechter unterschiedlich auf die Krankheit reagieren. Männer werden im Beispiel häufiger wieder gesund als Frauen. Das Paradox wird dann dadurch erzeugt, dass Männer in der Studie bevorzugt das Medikament verabreicht bekommen, während Frauen mehrheitlich das Placebo erhalten. Dies verzerrt schlichtweg die Statistik, so dass im Gesamtergebnis der Männer/Frauen-Effekt statt des Medikament/Placebo-Effekts überwiegt.

    Im zweiten Beispiel mit der Augenfarbe wird nur derselbe Trick wiederholt. Auch bei der Aufteilung in Hell- und Dunkeläugige haben die eh besser gesundenden Männer wiederum bevorzugt das Medikament bekommen, sodass das Ergebnis erneut zugunsten des Medikaments verzerrt wird.

    Die Behauptung, dass eine bessere Statistik nichts zur Klärung der Sachlage beitragen kann, ist somit schlichtweg falsch. Höhere Fallzahlen würden nur dann nichts beitragen können, wenn der Bias aufrecht erhalten bleibt, Männern bevorzugt das Medikament und Frauen bevorzugt das Placebo zu geben. Falls eine Studie im richtigen Leben so aufgesetzt würde, dürfte sie wohl nur durch erhebliche finanzielle Unterstützung seitens des Pharmaunternehmens in solcher Form zustande gekommen sein ...
    Antwort der Redaktion:

    Jean-Paul Delahaye hat nur behauptet, dass größere Fallzahlen am Simpson-Paradox nichts ändern würden. Von besserer Statistik war nicht die Rede. Es ist in der Tat anzunehmen, dass ohne die krasse Ungleichverteilung von Medikament und Placebo (Männer zu drei Vierteln Medikament, Frauen zu drei Vierteln Placebo) das Paradox nicht zustande gekommen wäre; es kommt ja ohnehin selten vor.



    Dennoch darf man daraus nicht schließen, dass das Simpson-Paradox auf schlecht designte Statistiken beschränkt wäre. Die im Kasten auf S. 72 genannten Beispiele belegen, dass ein "Bias" (sagen wir, unterschiedliche Fallzahlen in verglichenen Gruppen) vollkommen unabsichtlich zustande kommen kann und dem Untersucher erst nachträglich zu Bewusstsein kommt.


    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Millionen statt Milliarden

    23.01.2017, W. G. Krech
    In diesem Beitrag wird meist von einem Zeitrahmen von 2 - 3 Millionen Jahren gesprochen. Dann geht es plötzlich um Milliarden Jahre: "Die jüngsten (ergänze Supernovae) fanden vor 1,5 sowie 2,3 und 2,6 Milliarden Jahren ... statt." Diese Aussage ist wohl ein Druckfehler und meint "Millionen"?
    Antwort der Redaktion:
    Es handelt sich hier tatsächlich um ein Versehen und sollte "Millionen" heißen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
  • Spuren in der Bibel

    23.01.2017, Eike Blum
    Offensichtlich hat der Kulturkollaps im 14.–12. Jahrhundert vor Christus in der Bibel seine Spuren hinterlassen. Die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern, der sieben fetten und vor allem sieben mageren Jahre ist nach der Brockhaus-Enzyklopädie (Ausgabe 1966) im gleichen Zeitraum anzusiedeln.
  • Geoengineering ist ja noch kränker, als die anderen Aktivitäten.

    23.01.2017, Fritz Wunderlich
    Bekämpfungsmaßnahmen sind dann zu ergreifen, wenn die die Gefahr eindeutig sichtbar oder erwartbar ist. Hatten wir Überschwemmungen, werden Dämme gebaut oder verstärkt. DAS verstehe ich unter Bekämfung der Folgen. Eingebildete Gefahren zu bekämpfen lohnt sich nur für sinistre Geschäftsleute und Politiker und ist imho ein Verbrechen, das Verbrechen des schweren Betruges. Vor unserren Augen erleben wir gerade eines, es nennt sich Energiewende. Dazu empfehle ich den Vortrag von Hans Werner Sinn: "Energiewende in's Nichts."
  • Riesiger Riss im Eis der Antarktis

    22.01.2017, Dr. rer.nat. Wolf Brzoska
    Wie im Artikel zum Schluss bemerkt wird, sind derartige Ereignisse durchaus nicht so selten. Zu Beginn meines Studiums der Chemie und Geologie entdeckte ich in den Blättern des Österreichischen Alpenvereins folgende Notiz:
    "Der größte Eisberg war ein antarktischer Tafelberg von über 31 000 qkm (335 km x 97 km), also größer als Belgien, der am 12. Novmber 1956 von dem US-Schiff Glacier 240 km westlich von Scott-Island im südlichen Pazifik gesichtet wurde."
    Diese Notiz hat mich so beeindruckt, dass ich sie in meinem Geologie-Lehrbuch bis heute jederzeit greifbar aufbewahrte.
  • PS

    21.01.2017, rap
    die Sintflut würde ich mit einer "prophetischen Sicht" (Mose wird ja auch erst in 2. Mose geboren) auf den "genetischen Flaschenhals" in Verbindung bringen wollen. Und auch ich tippe hier eher zB auf einen Supervulkanausbruch.

    Die Menschen damals und dort haben unter einem Weltuntergang eine Flut verstanden. Und sie auch bekommen.
    Wenigstens in der Bibel ist der "Kunde" (Botschaftsempfänger) "König".

    Aber spätestens mit dem Beginn von 2. Mose (120 Jahre Maximalalter etc) kollidiert die Bibel voll mit unserer real world.
  • nur mal so...

    21.01.2017, rap
    erstmal zu einem Punkt...

    Nach Jeremia 3,16 (ziemlich komplexes Prophetieumfeld, betrifft das Nordreich Israel dass es zu diesem Zeitpunkt schon länger nicht mehr gibt...) gibt's die Bundeslade nicht mehr...
    Die wurde wohl von Nebukadnezar zusammen mit dem salomonischen Tempel zerstört.
    Wer suchet der findet hier nicht unbedingt (zB in Äthiopien, oder in Indiana Jones).

    PS dass die Mauern Jerichos nicht durch die Trompeten an sich eingestürzt sind (die haben nur Gott/JHWH motiviert was zu tun) ist wohl klar...
  • Zwei orthogonal korrelierte Ökonomien

    21.01.2017, Hugo Gassner
    Der humane Mensch zeichnet sich tatsächlich durch Neugier und Zweifel aus, deshalb ist sein Verhalten chaotisch. Ein Roboter lässt diese Eigenschaften vermissen, er hat nur einen Auftrag. Tatsächlich widersprechen sich die Verhaltensökonomien von Lebewesen und Maschinen in allem, sie sind "orthogonal korreliert".

    Deshalb werden uns Maschinen von der KI niemals überholen, sondern ganz im Gegenteil sind Menschen im Durchschnitt gerade dabei, zu verblöden. Die Verblödung ist definiert durch irrationales Verhalten, bei gleichzeitiger Annahme der eigenen Vernunft.

    Maschinen entsprechen vom Verhalten her dem "Homo Oeconomicus". Es handelt sich im Extremfall um einen Terminator, der alles auslöscht, was ihm nicht zu Diensten steht. Das entspricht der egozentrischen Verhaltensökonomie der ewigen Steigerung. Der Mensch entwickelt sich gerade mal wieder in diese Richtung, die durch Materialismus, Hierarchiedenken, Annahme der eigenen Vernunft, und vielen anderen Eigenschaften geprägt ist. Er hat nur noch einen Auftrag auszuführen, der Bericht "Die Banalität des Bösen" von Hannah Arendt über Adolf Eichmann ist ein Beispiel dafür.

    Humane Menschen liegen vom Verhalten her dicht am "Homo Stupido". Es handelt sich im Extremfall um ein neugieriges, naives und zweifelndes Kleinkind. Der "Homo Stupido" weiß um seine Beschränktheit, Ahnungslosigkeit und Manipulierbarkeit. Er glaubt stets, nicht genug zu wissen, und stellt deshalb Fragen. Der Mensch verlässt gerade diese Verhaltensökonomie, die ich als nachhaltige Ökonomie der Bewahrung bezeichne. Sie ist Bedingung für das Leben, denn hier gehören die wahrhaftigen menschlichen Eigenschaften hinein, wie die Hoffnung, Vertrauen, Toleranz, und die Liebe (alle in der bedingungslosen Form).

    Unser Großhirn ist also programmierbar, und die zwei grundsätzlichen Verhaltensökonomien sind im Extrem der "Homo Oeconomicus" und der "Homo Stupido". Da sich beide Ökonomien in allen Regeln wiedersprechen, kann nur eine von beiden im Großhirn existieren, in der Realität ist es ein Kompromiss zwischen beiden. Da der egozentrische "Homo Oeconomicus" die eskalierende Ökonomie darstellt, verdrängt diese Ökonomie über die Generationen hinweg die nachhaltige Ökonomie, was sich im Verlust der Mitte und der wahrhaftigen Emphatie, dem Zustreben zu den Extremen, und zunehmender Gewaltbereitschaft äußert. Die Globalisierung verschärft das Problem, weil wir über die großen Distanzen noch viel weniger korrekt beurteilen können als bereits in unserer näheren Umgebung (Vorurteile, Prognosen, Kollateralschäden). Die Eskalationen enden mit Sicherheit im Krieg, auch in Deutschland. Die nachhaltige Ökonomie der Bewahrung zeigt auf, wie man sich schützt. Den Krieg kann sie nicht verhindern, weil jeder nur sich selbst ändern kann, und das ist zu langsam.

    http://bewahren-und-sein.weebly.com/
  • Vor 450ooo Jahren Menschen in Australien?

    21.01.2017, Harald Ulrich
    Da liegt doch wohl ein "Druckfehler" vor. Die Sedimentproben reichen bis 150ooo Jahre zurück, aber bereits vor 450ooo Jahren will man eine Veränderung darin gefunden haben? 45 Tausend Jahre passt auch besser zur Ankunft des Homo sapiens in Australien.
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank, da hat der Fehlerteufel zugeschlagen: 45 000 Jahre sind natürlich korrekt.