Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Warum wird immer nur ein System genutzt?

    10.07.2013, Bernard Neelen
    Eigentlich lässt sich auch nicht ganz nachvollziehen, warum man nicht die verschiedenen Trägersysteme gleichzeitig anbieten kann? Sozusagen für jeden Zweck den richtigen Transporter.

    So könnte die neue Ariane 6 das von der ESA entwickelte Automated Transfer Vehicle - ATV zur Versorgung der ISS mit seinen 7,6 to. Gewicht, auch nicht mehr in eine Umlaufbahn gehoben werden.
  • Die Entstehung des Asteroidengürtels

    10.07.2013, Wim
    Die These, die Felsbrocken des Asteroidengürtels wären ein Überbleibsel aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems, die sich nicht zu einem Planeten geformt haben, ist falsch. Denn es ist mittlerweile erwiesen, dass die Asteroiden zwischen Mars und Jupiter Bruchstücke sind, die Bestandteil von etwas Größerem waren. Zudem waren diese Bruchstücke aufgeschmolzen und somit einer enormen Hitzeeinwirkung ausgesetzt.

    Auch die Schlussfolgerung daraus, größere Asteroiden wären miteinander kollidiert, wodurch sich die kleineren Bruchstücke und die enorme Hitzeeinwirkung erklären lassen, ist haltlos. Denn Kollisionen zwischen Asteroiden sind sehr selten und werden völlig überschätzt, dass sie stets einen Trümmerhaufen von noch kleineren Stücken verursachen würden. Im Normalfall werden bei den meist harmlosen Zusammenstößen der Asteroiden kaum Bruchstücke erzeugt, die nicht mal annähernd das riesige Trümmerfeld des gesamten Asteroidengürtels erklären können – geschweige denn, dass sich dadurch die Schmelzung der Asteroiden erklären ließe.

    Tatsächlich wird in der Frühzeit unseres Sonnensystems ein Komet mit einem Planeten kollidiert sein, durch dessen Zerstörung sich das gigantische Trümmerfeld entlang der ehemaligen Umlaufbahn des Planeten eher beschreiben lässt. Deshalb wären die Zwergplaneten Ceres und Pallas keine Asteroiden, sondern ehemalige Monde des Planeten 'Astro' gewesen. Bei dieser Kollision könnten sogar mehr als 50 % des Planeten in alle Richtungen weggeschleudert worden sein.

    Wenn diese These einer kosmischen Zerstörung eines Planeten irgendwie der Wahrheit entsprechen soll, müssten als Mindestbeweis auch Überreste des zerstörten Kometen im Asteroidengürtel vorhanden sein. Diese Bruchstücke, die von der Ferne wie Asteroiden aussehen, müssten aber typisches Kometen-Material aufweisen, wodurch dieser Theorie ein erstes wichtiges Indiz zukommen würde. Vgl. die These des Buchs: "KOMETEN AUF KOLLISIONSKURS Gefahr aus dem All" (auch im Web).
  • Antwort auf 10. "Statt Sitzenbleiben mehr Förderunterricht"

    09.07.2013, Inge Gronbach
    Sie sind ein Paradebeispiel dafür, wie Kindern jede Freude am Lernen vergällt werden kann. Ist es denn so ein Unding, einfach zu akzeptieren, dass nicht jedes Kind gleiche Begabungen und Interessen hat? Glauben Sie ernsthaft, mit Zwang lässt sich jedes Schulproblem lösen? Ich habe erlebt, dass selbst hoch intelligente Kinder sich verweigerten, weil ihre Eltern sie im Übermaß zum Lernen zwangen. Schade, dass ich ihre Zeugnisse nicht sehen kann - auch wenn auf dem Papier nur sehr gute Noten stehen sollten, ist ihr Herz auf traurige Weise ungebildet geblieben.
  • Neutrinos mit negativer Energie?

    09.07.2013, Karl-Otto Eschrich, Potsdam
    In einem Buch zur experimentellen Physik hatte ich vor einiger Zeit einmal gelesen, dass beim Zerfall langsamer Neutronen die Energiebilanz in seltenen Fällen so aussieht, dass die Summe der Energien der Zerfallsprodukte Proton und Elektron größer ist als die des Neutrons, was eine negative Energie des Neutrinos (genauer: Anti-Elektron-Neutrinos) zur Folge hätte. Können Sie, die Autoren des Beitrages, oder andere Experimentatoren solche Messungen bestätigen?
    Antwort der Redaktion:
    Man betrachtet einen Betazerfall, und misst das Energiespektrum der Elektronen. In der Nähe des Endpunkts kann man dieses Spektrum näherungsweise schreiben als
    dN/dE ~ (E_0-E)^2 - m_nu^2/2

    Andererseits führt eine Faltung des Spektrums mit einer Gaußverteilung mit der Standardabweichung sigma zu einer Zählrate (für m_nu=0): dN/dE ~ (E_0 - E)^2 + sigma^2
    d. h. m_nu^2 = - 2 sigma^2

    Es ist daher sehr wichtig, die Prozesse innerhalb der Tritiumquelle sehr genau zu verstehen. Jeder unerkannte Effekt, der die Energieauflösung beeinflusst, führt unweigerlich zu einem negativen m_nu^2.

    Die damals unverstandenen Effekte waren z. B. - der Tritiumfilm veränderte sich im Lauf der Messung. Ein Teil des Tritiums dampfte ab, die Oberfläche wurde rau. Das führte zu unterschiedlichen Energieverlusten der Elektronen beim Austreten.
    - Obwohl der Film nur wenige Moleküllagen dick war, konnte es teilweise zu inelastischen Stößen der Elektronen innnerhalb des Films kommen, die die Elektronen abbremsen.
    - Im Lauf der Messung lud sich der Film elektrisch auf (etwa 1 Milliarde Zerfälle pro Sekunde, wobei die Elektronen den Film verlassen, und die positiv geladenen Ionen zurückbleiben). Durch die elektrische Abstoßung bekommen die Elektronen zusätzliche Energie.

    Die letzten Messungen des Mainz-Experiments 1999 und 2001, bei denen auf alle diese Effekte korrigiert wurde, führten zu einer mit Null verträglichen Neutrinomasse. Bei KATRIN versucht man mit der gasförmigen, fensterlosen Tritiumquelle, möglichst alle dieser Energieverlusteffekte für die Elektronen zu vermeiden (und die verbleibenden
    gut zu verstehen).
  • Ackerfläche für Verdieselungsfrüchte

    08.07.2013, Irmi
    In den klimatisch günstigen Regionen wird z.B. Soja kaum allein auf den Ackerflächen angebaut, sondern als willkommene Vorfrucht - wie bei uns Leguminosen oder Kleegrasgemische. Nach der Ernte von Soja wird z.B. in Paraguay meist Mais als Hauptfrucht angebaut. Der paraguayanische Bauerverband hat sich daher auch gegen die Verunglimpfung durch westlich, europäischer Wohlstands-Moralisierer verwehrt: http://blogs.ft.com/beyond-brics/2012/07/16/guest-post-no-social-problems-with-paraguayan-soy/?Authorised=false#axzz29kWzLU64
  • Öl und Hunger

    08.07.2013, Ina
    Zu dem von Herrn Weiss skizzierten Zusammenhang zwischen Ölpflanzenanbau und Hunger brauche ich Nachhilfe: wie genau soll die Umverteilung vonstatten gehen? Ein Brasilianischer Landwirt verzichtet auf die Wertschöpfung des Zuckerrohranbaus zu Ethanolzwecken oder des Sojabohnenanbau zu Sojaöl und baut dafür Weizen für den Export nach Asien, Afrika an? Das können sich die Länder, in denen Getreide dringend benötigt wird, aufgrund der Preisparität doch gar nicht leisten. Mal abgesehen davon, dass sich der Weizenanbau auf den für Zuckerrohr und Soja prädestinierten Flächen gar nicht eignet.
    Das Leben der heimischen Bevölkerung scheint man lt. FAO nur so nachhaltig verbessern zu können: http://www.fao.org/news/story/en/item/177644/icode/
    Was aber nicht zu helfen scheint, ist der Verbot von Agrarexporten (Bündnis90/Die Grünen) und der Ausbau des Bioanbau, weil er Drittländern Fläche entzieht
  • Klarstellung

    08.07.2013, Martin Brandenburg
    Sie haben zwar in dem Artikel nicht explizit geschrieben, dass Deligne die Weil-Vermutungen für algebraische Kurven bewiesen hat. Allerdings geht es zu 90% im Artikel um algebraische Kurven (die Sie, wie gesagt, sehr schön erklärt haben). Alleine dieser Begriff fällt ganz oft (über 20 Mal), ja sogar bei Überschriften und als Schlusswort, aber Varietäten werden kein einziges Mal erwähnt. Jeder Leser, der sich nicht bereits mit dem Thema auskennt, wird also zum Schluss kommen, dass Deligne die Weil-Vermutungen für algebraische Kurven bewiesen hat. Sehr deutlich wird die inhaltliche Ungenauigkeit unten links auf Seite 16, wo Sie ganz explizit schreiben, dass sich Artin, Grothendieck und Weil darum bemüht haben, algebraische Kurven über endlichen Körpern zu untersuchen, die Weil-Vermutungen aber offen geblieben sind.

    Es spricht ja nichts dagegen, in dem Artikel nur auf Kurven einzugehen. Allerdings sollte dann meiner Meinung nach auch klar gesagt werden, dass dieser Fall schon lange bekannt war, und Deligne den Fall beliebiger glatter projektiver Varietäten (für Laien: "gewisse höher-dimensionale algebraisch-geometrische Gebilde wie zum Beispiel algebraische Flächen") gelöst hat.
  • Indirekte Landnutzungsänderung

    07.07.2013, Schulz
    Schöner Beitrag, der das Dilemma schwindender fossiler Treibstoff und der Suche nach Alternativen aufzeigt. Erstaunlich nur, dass die negative Folgen der steigenden Nachfrage nach regenerativen Energien seit 2004 von Greenpeace, WWF und BUND immer noch der Tierhaltung zugeschrieben werden; dabei ist dieser Sektor so ziemlich der einzige Profiteur des Biodieselbooms: die Rückstände der Ölgewinnung landet in Form von Extraktionsschroten als Eiweißfuttermittel im Tierdarm - zur Ressourcenschonenden Veredlung. (Quelle: http://www.bmelv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2013/131-MUE-Politische-Gespraeche-Argentinien.html).

    Vielleicht sollte man an der EU-Kritik am Biodieselboom aber auch andere Meinungen heranziehen. Z.B. die der Technischen Universität Berlin: Prof. Dr. Matthias Finkbeiner hat als erster Ökobilanzexperte die von der EU-Kommission gegen Biokraftstoffe ins Feld geführten sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) wissenschaftlich untersucht - und kommt zu gänzlich anderen Schlussfolgerungen als das IFPRI.
  • Verbreitung des Ackerbaus

    06.07.2013, Paul R. Woods
    Und dann wurde das Wissen um den Anbau von Pflanzen nach Amerika und Neu Guinea kommuniziert? Doch wohl kaum.
    Bewässerungsfeldbau im Hochland von Neu Guinea ist unabhängig vom "Fruchtbaren Halbmond" entwickelt worden und die meso-amerikanische Kultivierung von Teosinte zu Mais war in der "Alten Welt" nicht bekannt.
    Ackerbau ist in vielen Regionen unabhängig von einander eingeführt worden und Reis, Kartoffel, Mais, Zuckerrohr sowie viele andere Stärkepflanzen wurden ganz wo anders als im Nahen Osten als Nahrungsquelle in den menschlichen Speiseplan eingeführt.
    Dies sollte immer gleichwertig mit den Errungenschaften des Südwestens Asiens gesehen werden.
  • Wunderbar!

    06.07.2013, Michael Blume
    Vielen Dank für den spannenden Forschungsbericht! Die Evolutionsforschungstexte von Jan Dönges sind immer wieder eine Freude! Und da es ja schon ein unglaublicher Zufall wäre, wenn sich solche wegweisenden Kultursprünge so zeitgleich vollzogen hätten, sind weitere Entdeckungen zu erhoffen.
  • Überfällig - aber viel zu zahm!

    06.07.2013, Walter Weiss
    In diesem Artikel geht es im wesentlichen um den einen Aspekt: Die Verdieselung von Samen, Früchten und pflanzlichem Öl ist bezüglich der CO2-Bilanz um keinen Deut besser als die Gewinnung von Energie aus Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas.

    Es ist, was den Erfolg der entsprechenden Lobby betrifft, erschreckend, dass diese wissenschaftliche Erkenntnis von den Regierungen und den Abgeordneten in Europa im Ergebnis einfach nicht zur Kenntnis genommen wird - sei es aus blanker Unkenntnis, sei es aus Desinteresse, sei es in voller Kenntnis der Zusammenhänge aus 'wirtschaftlichen' Gesichtspunkten - die dann aber im Endeffekt wie eine vollendete Bestechung wirken.

    Schon bis dahin müßten die Zusammenhänge in der Öffentlichkeit, insbesondere in den Tageszeitungen und in den öffentlich-rechtlichen Medien, ständig dargestellt und wiederholt werden. Davon kann leider nicht die Rede sein.

    Zwei weitere Gesichtspunkte müssen dabei unbedingt ebenfalls erwähnt und offenbar auch immer wieder wiederholt werden, damit sie endlich in das Bewußtsein der Bürger und der Entscheidungsträger dringen:

    (1) Die Bestellung des Landes mit den zu verdieselnden 'nachwachsenden' Rohstoffen wird zumindest in Europa, sicher auch sonst in der Welt, massiv von den jeweiligen Staaten subventioniert. Wie erst ganz kürzlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausführlich mit Beispielsfällen geschildert worden ist, wird bis auf sehr wenige Ausnahmen die gesamte Landwirtschaft in Europa - insbesondere bei der Produktion solcher zu verdieselnder Feldfrüchte - in beträchtlicher Weise subventioniert: die Gewinne der Landwirte stammen bis zu 50% (!) aus derartigen Subventionen. Es ist grotesk: Obwohl die Verdieselung von Feldfrüchten wissenschaftlicher Unsinn und für die Atmosphäre regelrecht verbrecherisch ist, muß jeder Steuerbürger sie mitzahlen.

    (2) Wer Nahrungsmittel für Energiezwecke verdieselt, macht sich in doppelter Weise weiterhin schuldig:

    - Er trägt nicht nur dazu bei, sondern bewirkt unmittelbar, dass Tag für Tag Tausende von Menschen, meistens im Kindesalter, verhungern.

    - Er trägt nicht nur dazu bei, sondern bewirkt unmittelbar, dass bereits landwirtschaftlich genutzte Flächen nun allein für diese Verdieselungsfrüchte genutzt werden und dass immer größere weitere Flächen durch Rodung für die Atmosphäre ausschlaggebend wichtigen Urwaldes (meistens auch durch die doppelt schädliche Brandrodung) für die entsprechenden Monokulturen (Ölpalmen, Mais...) 'gewonnen' werden.

    Ich brauche diese beiden weiteren Aspekte nicht weiter auszuführen oder zu kommentieren: sie sind so verheerend schlimm, dass dies nicht nötig ist.
  • Was ist Wahrheit?

    05.07.2013, Walter Weiss
    Die Religionen haben diesen Begriff gründlich pervertiert; die Naturwissenschaft hat ihn als überaus suspekt regelrecht tabuisiert – und jetzt soll er als zentraler Fixpunkt eines so ganz richtigen, ja einzig richtigen Lebens fröhliche Urständ feiern und, so hat es wenigstens den Anschein, überhaupt wesentliche Grundlage eines jeden (richtigen?) Demokratiegefühls mit Menschenrechten und funktionierender Rechtsprechung sein.

    Die Rede ist von der "Wahrheit".

    Ich bekomme immer, wenn sie grundlegend bemüht wird, Zahnschmerzen.

    Und hier besonders, wenn ich mir vergegenwärtige, dass die Thesen dieses Buches offenbar das Resumé eines langen insbesondere mit Recht und Gerechtigkeit ausgefüllten Professorenlebens sein dürften. Dass der Verfasser auch Philosoph gewesen sein soll, lasse ich einmal beiseite; wer nennt sich heute schon nicht so.

    Trotz aller Gelahrtheit hat sich Dworkin nur zu offensichtlich niemals mit der geschichtlichen Herkunft von Recht und Gerechtigkeit befasst und dort vornehmlich mit notgedrungen evolutionären Gedanken. Er hätte sonst nämlich zur Kenntnis nehmen müssen, dass für eine GENETISCH gewachsene Vorstellung von Demokratie und Menschenrechten niemals die geringste Chance bestanden hat und auch künftig keinerlei Chance bestehen wird – so dass dieser Gedankenkomplex, der für den Fortbestand der ungeheuer zahlreich gewordenen Menschen entscheidend und ausschlaggebend wichtig ist, einzig und allein auf Menschenerfindung und immer wieder mühevoller Einübung beruht.

    Und das bedeutet insbesondere: Es kann begrifflich nichts Absolutes, erst recht nichts "Wahres" insoweit geben. Vielmehr müssen die zusammenlebenden Menschen immer wieder neu, je nach Umgebung, Zusammensetzung, Bedarf und auch Mehrheiten bestimmen, was Recht, was Gerechtigkeit ist. Als Corrigens gibt es die Gerichte – und auch deren Rechtsprechung wechselt immer mal wieder.

    Ich werde mir das Buch nicht kaufen.
  • Korrektur

    03.07.2013, Martin Brandenburg
    Der Artikel hat die algebraische Geometrie und insbesondere die Weil-Vermutungen in der Kürze sehr schön und sicherlich auch für Laien verständlich beschrieben. Hut ab! Allerdings liegt ein inhaltlicher Fehler vor, nämlich was die inhaltliche Beschränkung auf algebraische Kurven angeht (mit Ausnahme der kurzen Bemerkung über algebraische Flächen, die sich aber ohnehin nicht auf Delignes Arbeit bezieht).

    Im Artikel wird mehr oder weniger behauptet, dass Deligne die Weil-Vermutungen für algebraische Kurven bewiesen hat. Das hat allerdings schon viele Jahre zuvor Weil bewiesen (und das ist aus heutiger Sicht auch nicht sonderlich schwierig). Delignes große Leistung bestand darin, die Weil-Vermutungen für Varietäten beliebiger Dimension (genauer: glatte projektive Varietäten über einem endlichen Körper) nachzuweisen. Weitere Details kann man im englischen Wikipedia-Artikel über die Weil-Vermutungen nachlesen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Martin Brandenburg
    Antwort der Redaktion:

    Mir ist nicht bewusst, dass ich Derartiges behauptet hätte. Aber Klarstellungen sind stets willkommen.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Akupunktur

    02.07.2013, André
    Leider muss man doch sagen, dass aus wissenschaftlicher Sicht, die Akupunktur eher zu den Placebo-Instrumenten der Medizin gehört. Daher sind Tätowierungen hier genauso wirksam wie Nadeln.

    Lg

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2769056/
  • Vor 8000 Jahren noch kein Ärmelkanal

    02.07.2013, E. Sauerwein
    Vor 10000 Jahren (8000 v. Chr.) war Britannien noch keine Insel, und Irland noch mit Britannien verbunden. Allerdings war die Themse ein (rechter) Nebenfluss des Rheins, der nach der Einmündung derselben nach Westen in den Atlantik floss (heute Ärmelkanal). Menschen konnten also damals zu Fuß vom Kontinent nach Irland gelangen, nötig war allerdings die Überquerung größerer Flüsse, Seefahrten waren also noch nicht unbedingt nötig. Vor 9000 Jahren (7000 v. Chr.) etwa wurde zunächst Irland abgetrennt, Britannien wurde etwa vor 7000 Jahren (5000 v. Chr.) zur Insel - Referenzen: Wikipedia, National Geographic März 2013. Wenn sich die Hain-Bänderschnecken schon früher in Irland nachweisen ließen, könnten sie auch auf dem Landweg dorthin gelangt sein, mit oder ohne menschliche Hilfe.
    Antwort der Redaktion:

    Vielen Dank für Ihre Zuschrift. Der Grund weshalb die Autoren der Studie eine schnelle Verfrachtung annehmen, ist nicht zwangsläufig die heutige Insellage Irlands, sondern vielmehr die Tatsache, dass sich keinerlei genetische Hinweise auf eine langsame Ausbreitung der Schnecken dingfest machen lassen. In diesem Fall müssten beispielsweise die britischen und irischen Schnecken verwandt sein oder sich im Genom der irischen einige Hinweise auf eine längere Trennung von denjenigen aus den Pyrenäen nachweisen lassen. Das ist allerdings nicht der Fall. Demnach müssen die Tiere rasch dahin verbracht worden sein. Das könnte theoretisch durch Reisen zu Fuß geschehen sein, aber dann würde man die Hinterlassenschaften dieser Reisenden auch in anderen Regionen Europas/Brittaniens erwarten und nicht ausschließlich an der irischen (West-)Küste.

    Mit besten Grüßen, Jan Dönges (Redaktion)