Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Zwei Kulturen

    19.05.2013, Vina
    Eine sehr gute Zusammenfassung zum Thema der hiesigen Ess- und Genusskultur und ihrer Hintergründe, vielen Dank!
    Ich freue mich über Jeden, der sich dieser Thematik offen und hinterfragend zuwendet.

    Bereits seit längerem beschäftige ich mich mit dem Thema.
    Der durch Melanie Joy geprägte Begriff des Karnismus hat mir eröffnet, daß das anerzogene Ausschalten von Mitgefühl für bestimmte Tierarten ein ursächlich kulturelles Problem zu sein scheint.

    Interessant finde ich die Ergebnisse der von Ihnen geschilderten Untersuchungen hinsichtlich des Einfühlungsvermögen in die Tiere, und zwar aus eigener Erfahrung heraus:
    Vegetarierin wurde ich aus Mitleid bereits vor über 20 Jahren.
    Auslöser waren damals 1. meine (beruflichen) Erfahrungen mit anatomischen, menschlichen Präparaten deren Fleisch sich in seiner Struktur nicht von dem in meinem Essen unterschied,
    und 2. zugige Tiertransport-Anhänger,die damals auch bei kaltem Wetter nachts draussen parkten mit den frierenden Tieren darin (gibt es heute nicht mehr).
    Bevor ich vor einem halben Jahr Veganerin wurde, setzte bei mir ganz plötzlich ohne mein Zutun ein neues Gefühl ein, das das Mitleid ablöste und darüber hinaus geht.
    Es ist, als würden meine Eltern oder liebe Freunde in der Massentierhaltung und in Massenschlachhöfen gequält und getötet werden.
    Das erstaunte mich selbst, da ich in meinem Leben nicht zu überzogenen Gefühlen neige, doch ich konnte nichts gegen dieses Gefühl unternehmen.
    So entschloss ich mich vegan zu leben.
    Nun lese in Ihrem Artikel von den Spiegelneuronen, - sie könnten die starke Unmittelbarkeit des neuen Gefühls bei mir erklären.
    Auch, wenn ich zu dem Zeitpunkt noch keine Veganerin war, es dann aber wurde.
    Es gibt viele Vegetarier, die später vegan leben.
    Mich würden weitere Forschungsergebnisse zu diesem Bereich sehr interessieren!

    Interessant fand ich weiterhin, daß auch Sie 2 Varianten von Ess- und Genusskultur aufzeigen, deren Unterschiedlichkeit sich für mich in Stichworten so skizziert:
    # die eine Variante beinhaltet bevorzugt Tierprodukte, Süsses und "herzhaftes" (wie Chipsgeschmack), gern Alkohol, gern Zigaretten;
    # die andere Variante hat ihren Schwerpunkt in (überwiegend) pflanzlichen Produkten, der Genuss orientiert sich geschmacklich meist an der Kreativität der
    Mahlzeiten und Getränke, schrittweise seltener werden Drogen und Stimulanzien als angenehm empfunden sondern eher als Behinderung für vorhandene Lebensfreude.

    Da ich selbst als Konsumentin von Tierprodukten aufwuchs, kenne ich beide Kulturen mit ihren Schwerpunkten.

    Mein schrittweiser Wechsel von einer Ess- und Genusskultur in die andere war begleitet von einem zunehmenden Mut, nicht mehr zu verdrängen, was mir nicht gefällt oder womit ich nicht klar zu kommen glaubte - ganz egal, um was es sich handelt.
    Statt automatisch zu verdrängen, merke ich es nun, wenn etwas nicht stimmt, mache ich mir Gedanken über das Problem, seine Alternativen und handle danach.
    Ich bin viel selbstbestimmter seit dem.
    Dazu gehört eben auch, zu meinem Gefühl für die Tiere zu stehen und danach zu handeln.
    Ich glaube, die persönliche Einstellung zum Leben und die Präferenz für die eine oder andere Kultur gehören möglicherweise zusammen.
    Ich meine, dies auch zwischen den Zeilen des Artikels gelesen zu haben.
    Aber hier kann ich natürlich nur für mich sprechen.

    Die Anhänger beider Ess- und Genusskulturen haben ein Recht auf Würde, wie alle Lebenwesen.
    Es ist in meinen Augen kontraproduktiv und völlig sinnlos, wenn sie sich bekämpfen wollen.

    Ich freue mich auf weitere Artikel zu diesem Thema!

    Beste Grüsse von Vina
  • Wertvolle Differenzierung

    18.05.2013, Mamma
    Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Die mediale Berichterstattung über Angelina Jolies Entscheidung zur Mastektomie suggeriert, dass die Erkrankung an Brustkrebs durch Bestimmung des Krankheitsrisikos anhand einer Genanalyse vermeidbar wäre.

    Eine absolute Bezifferung auf eine Wahrscheinlichkeit - in Angelina Jolies Fall von angeblichen 85% - halte ich für unseriös, da hier nicht beachtet wird, dass es mehr als eine Ursache für die Erkrankung gibt, dass es zahlreiche Risikofaktoren gibt, die nicht einfach summiert werden können und dass ein gesunder Körper in der Lage ist, krankhafte Entwicklungen, die zu jeder Sekunde in jedem Körper stattfinden, auszumerzen.

    Dank der aktuellen Berichterstattung muss ich mich als Brustkrebspatientin nach einer unheilvollen Chemotherapie, Bestrahlung und langfristigen Nebenwirkungen nun rechtfertigen, dass ich nicht eigenverantwortlich den Gentest durchgeführt habe und eine Mastektomie habe vornehmen lassen. Tenor: erkrankst Du an Brustkrebs, bist du selber Schuld.

    Diskussionen dieser Art sind das letzte, das man sich als Betroffene(r) wünscht. Und schon gar nicht, wenn eine mehr als zweifelhafte Eigen-PR einer Hollywood-Schauspielerin, die bekannt für Silikon und Selbstentfremdung ist, hier den Stein ins Rollen gebracht hat.
  • Antwort des Autors

    18.05.2013, H. Dieter Zeh, Neckargemünd
    Ich möchte kurz auf die obigen Leserbriefe zur Rezension meines Buchs durch Herrn Springer antworten, da sie weit verbreitete Missverständnisse enthalten.

    Wenn Herr Schlüter schreibt, dass ein Messergebnis "bei der Wechselwirkung irgendwie realisiert werden" muss, so benutzt er damit bereits die phänomenologisch sicher berechtigte Sprache der Kopenhagener "Deutung". Das Problem ist aber, dass diese "Realisierung" mit dem Formalismus der Quantentheorie in Widerspruch steht. Deswegen forderte Niels Bohr unterschiedliche kinematische Begriffe vor und nach der Messung, während von Neumann einen Kollaps in Abänderung der unitären Quantendynamik postulierte und Pauli ein stochastisches "Quantenereignis" als einen "Vorgang außerhalb der Naturgesetze" bezeichnete. Das ist nicht nur unbefriedigend, sondern bereitet auch zunehmend Probleme beim Verständnis moderner Experimente an mesoskopischen Systemen. Die anderen "Welten" (die phänomenologisch nur als "Möglichkeiten" erscheinen) ergeben sich aber laut Schrödinger-Dynamik als dynamische Nachfolger von vor der Messung zweifelsfrei realen Teilzuständen (Komponenten) – werden also keinesfalls einfach postuliert. Was man dann "real" nennt, ist letztlich Definitionssache, aber ich würde jedenfalls den dynamischen Nachfolger von etwas Realem ebenfalls real nennen, auch wenn ich ihn nicht mehr beobachten kann.

    Die Konfusion von Möglichkeit und Wirklichkeit ist also in der Quantenphysik keineswegs so "platt", wie Herr Eichrodt das darstellt. So wurde der Vergleich des Quantenmessprozesses mit einem Würfelspiel sehr klar von John Bell widerlegt, aber auch schon lange zuvor haben bekannte Physiker wie u. a. Richard Feynman eine solche Analogie in aller Deutlichkeit zurückgewiesen – etwa mit dem Beispiel einer kohärenten Wiedervereinigung zweier Stern-Gerlach-Strahlen. Tun Sie das mal mit zwei möglichen Ergebnissen eines Würfelspiels!

    Es freut mich zwar, wenn Herr Eichrodt viel von Dekohärenz hält. Ich kann dieses Phänomen allerdings auch aus ganz persönlicher Erfahrung nicht als eine Ergänzung der Kopenhagener Interpretation ansehen. Als ich vor über 40 Jahren damit begann, meine Kollegen auf die Bedeutung der "Umgebung" für makroskopische Systeme im Rahmen der Quantentheorie hinzuweisen, gaben mir gerade Kopenhagener die stereotype Antwort: "Dafür ist die Quantentheorie nicht gemacht." Dekohärenz verlangt auch keineswegs, dass irgendwelche Phasen "nicht definiert" oder unbekannt sind. Denn auch wohldefinierte Phasen einer Superposition werden durch diese Wechselwirkung nur auf den verschränkten Zustand mit der Umgebung übertragen – also keinesfalls "zerstört". Genau dieser unitäre Mechanismus, der die Dekohärenz erklärt und den Haroche "in Zeitlupe" bestätigt hat (wie Herr Springer es formuliert), führt aber auf parallele Welten, sobald man auch Schrödingers Katze oder den Beobachter in die quantenmechanische Beschreibung einbezieht (was Haroche als Pragmatiker allerdings nicht tut). Natürlich mag der unitäre Mechanismus irgendwo zusammenbrechen, aber das konnte bisher niemand bestätigen. Ein Kollaps als physikalischer Prozess wäre auch absolut nicht im Einklang mit Kopenhagen.

    All das versuche ich natürlich in meinem Buch ausführlich zu beschreiben. Im Physikstudium erlernte Vorurteile sollte man bei der Lektüre allerdings auch einmal beiseitelegen.

    H. Dieter Zeh (www.zeh-hd.de)
  • Moralisch IMMER auf der besseren Seite!

    17.05.2013, MS
    Es gibt Menschen, denen ist ein Tier egal. Denen ist es völlig egal, ob ein Tier leidet oder nicht. Hauptsache die Tradition ist gewahrt und man hat seine Gaumenfreuden. Als Tierrechtler muss man sich damit abfinden - auch wenn es schwer fällt. Nur macht es mich immer wieder wütend, dass diese Menschen versuchen Vegetarier bzw. Veganern als schlechte Menschen darzustellen. Und egal wie oft man die Argumente verbiegt und die Fakten verdreht. Ein Mensch, der mit seiner Lebensweise dafür sorgt, dass weniger und im besten Falle keine Lebewesen gequält und getötet werden ist moralisch auf der besseren Seite. Basta! Und mir ist es auch völlig egal, ob eine vegane Lebensweise gesünder als eine so genannte Mischkost ist oder nicht. Fakt ist: Ich kann mit einer veganen Lebensweise sehr gut leben und Millionen anderer Veganer auch.

    Und wenn oben genannte Argumente nicht widerlegt werden können, werden die typischen Argumente wie Tradition und Biologie des Menschen angeführt.

    Ich bin ein Mann. Meine einzige Aufgabe auf dieser Welt ist es - biologisch gesehen - mich fortzupflanzen. Und das eigentlich um jeden Preis und so oft wie möglich. Dieser "Tradition" folge ich nicht, weil es meiner Erziehung und der Vernunft wederspricht.
    In Bayern war es vor ca. 100 Jahren Tradition in der Wirtschaft unter den Tisch zu urinieren - auch dieser Tradition folge ich nicht.
    Der lange Tradition des Rassismus und des Sexismus folge ich nicht. Ich verfolge keine Juden, stehle nicht und ermorde nicht meine Nachbarn um mir seinen Grund und Boden oder dessen Frau anzueignen. Ich versuche ein guter Mensch zu sein.

    Und weil das Töten und Quälen von Tieren ausschließlich dem Gaumenkitzel dient, gehört es für mich als guten Menschen dazu VEGAN zu leben! Ich will nicht damit sagen, dass Fleischesser keine guten Menschen sind. Aber Menschen die hier über Veganer bzw. über Vegetarier herziehen, Fakten verdrehen und mit aller Macht, mit voller Absicht , das Leiden der Tiere billigen, verlängern bzw. relativieren gehören für mich wirklich nicht zu einem guten Mensch.

    Danke für den schönen Artikel
  • Interessanter Artikel

    17.05.2013, Hans Stephans
    Es ist erschreckend zu sehen, was an den Schulen nicht gelehrt wird: Wissenschaftstheorie.
    Es werden Fakten dargestellt, als wären sie Wahrheiten, die unverrückbar sind und ewig Bestand hätten.
    Dass unsere wissenschaftliche Vorstellungen früher anders waren und garantiert auch in späteren Jahrhunderten wieder anders sein werden, wird ausgeblendet.
    Genauso wie auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse in den Fächern gewonnen werden und wo die Grenzen liegen. Placebo-Effekte werden mit Glück noch gelehrt, Nocebo sucht man meist vergebens.
    Vielleicht liegt es auch daran, dass Placebo- und Noceboeffekte die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien "verfälschen" oder sogar unmöglich machen, so dass man sich nicht damit befassen möchte?
  • Kleine Anmerkung

    17.05.2013, Regine
    Herzlichen Dank für Ihren großartigen Artikel, über den ich mich sehr gefreut habe!

    Lediglich eine kleine Anmerkung würde ich gerne loswerden: Ein Mangel an B12 ist bei Vegetariern nicht häufiger als bei Fleischessern, da B12 ja in großen Mengen in Milch, Käse und Eiern enthalten ist, die Vegetarier ebenso zu sich nehmen (vgl. dazu auch Claus Leitzmann/Markus Keller: Vegetarische Ernährung. 2. Auflage, UTB, 2010, wo verschiedene Studien dazu benannt werden). Ernährungswissenschaftlich hat eine ausgewogene, vegetarische Ernährung nur Vorteile. So hat beispielsweise das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg herausgefunden, dass Vegetarier auch deutlich älter werden als Fleischesser.

    Ich nehme an, dass Sie das Thema B12 mit den Veganern verwechselt haben. Diese vermeiden einen Mangel oft durch zusätzliche Einnahme von B12 (z. B. in Veg1 oder spezieller Zahnpasta, da die Aufnahme über die Schleimhäute besonders effektiv ist). Für Vegetarier ist das aber ebenso wenig nötig wie für Fleischesser.
  • Zufallsprodukt Menschenrechte

    17.05.2013, demoslogos
    @Lutz Martin
    Eine wichtige Errungenschaft unserer Ethik soll ein isoliertes und möglicherweise eher Sachverhalt sein? Bloß weil die Menschenrechte sich auf Menschen beschränken, kann ich nicht erkennen, dass sie nicht dazu dienen, vermeidbarem Leid vorbeugen, es zu lindern oder es zu beseitigen. Mit den Menschenrechten wurden auch entsprechende Institutionen zur durchsetzten eingerichtet und einige Staaten, die sich an sie halten, fördern deren Umsetzung und flankieren dies mit Maßnahmen. Auch die Motivation für die Menschenrechte folgt den von ihnen definierten Motiven. Es ist seit über 60 Jahren eine Zunahme der Bemühung von Menschen, ihr Verhalten ethisch zu kontrollieren, zu beobachten.
    Dass der Veganismus offensichtlich noch keine Selbstverständlichkeit ist, sind viele Menschen möglicherweise gar nicht auf der von Ihnen genannten geistigen Entwicklungsstufe. Die Unterdrückung von Empathie in der Erziehung erklärt nicht die geringe Verbreitung von Veganismus. Regeln, die durch viel stärkere Organisationen verteidgt wurden, sind durch viel kleinere Gruppen gestürzt wurden, z.B. Monarchie und Adel. Für Veganismus in der Gegenwart muss kein Ordnungsmacht in Frage gestellt werden oder vollständig neue Regelwerke aufgestellt werden, auch Wissen ist vorhanden, und der freie Austausch von Meinungen ist zu diesem Thema leicht möglich.
    In Ihrem zweiten Kommentar beschränken Sie den Prozess der Verrohung auf Menschen, die mit der Tötung oder Quälerei zu tun haben. Da durch die Industrialisierung viele Menschen seit einigen Generationen nichts mehr mit der Herstellung von Fleisch zu tun haben, stellt sich die Frage, wie dann die Empathie unterdrückt werden konnte, wenn in der Erziehung es gar nicht mehr nötig ist, Kindern etwas über Tierhaltung und Tötung beizubringen und somit auch Diskussionen über ethische Aspekte ausbleiben.
    Die Welt ist nicht durch den Menschen zu einem Folter- und Schlachthaus geworden, die Ursachen liegen bei den Vorfahren der Menschen, er ist es der diesen Zustand beseitigt.
    Abwertung großer ethischer Fortschritte und der daran beteiligten Menschen und Verurteilung von Menschen für Zustände, die sie beseitigen, aber nicht verursacht haben.
    Empathie und Intelligenz, ich spür sie ganz, ganz, ganz deutlich.
  • Verrohung und ethische Degeneration...

    17.05.2013, Lutz Martin
    @ Demoslogos:

    "Alle Fleischesser, die wirtschaftlich in Bezug auf Fleisch denken, sind also verroht?"

    Den Begriff der Verrohung habe ich im Zusammenhang mit Menschen verwendet, die in irgendeiner Weise gewohnheitsmäßig empfindungsfähige Wesen quälen und töten. Kein Kind würde von sich aus auf den Gedanken kommen, ein Tier umzubringen, nur um seinen Körper zu essen oder sich mit seinen Leichenteilen zu kleiden. Herstellung und Konsum tierischer Produkte ist also Folge einer Erziehung, die Empathie unterdrückt, Ignoranz fördert und ethisches Denken verhindert.

    "Sie behaupten auch, dass es bei Fleischessern zu einer ethischen Degeneration kommt. Wie erklärt sich dann der Umstand, dass heutzutage Gewalt gegen Ausländer und andere Religionen in Europa nicht mehr von großen Gruppen aus der Bevölkerung ausgeht, obwohl der Fleischkonsum gestiegen ist?"

    Dieser isolierte Sachverhalt sagt nichts darüber aus, ob er auf ethische Weise oder eher zufällig als "Abfallprodukt" un- oder gar antimoralischer Vorgänge entstanden ist. Handlungen und Unterlassungen (H/U) sind schließlich nur dann moralisch und als Vorbild geeignet, wenn sie ethisch motiviert sind. Ethische Motivation besteht darin, vermeidbarem Leid vorzubeugen, es zu lindern oder zu beseitigen, indem man die Bedürfnisse und Interessen möglichst aller der von einer H/U direkt oder indirekt betroffenen Wesen nach dem Gleichheitsprinzip gewichtet und in Ausgleich bringt. Weil an einer H/U an sich nicht erkennbar ist, ob es sich um eine moralische handelt, muß man also ihre Motivation ermitteln, um sie ethisch bewerten und für Lernprozesse nutzen zu können. Jeder Mensch jenseits einer bestimmten geistigen Entwicklungsstufe ist in der Lage, einzelne mehr oder weniger erfolgreiche moralische H/U vorzunehmen, aber ein moralischer MENSCH ist darum bemüht, sein GESAMTES Verhalten ethisch zu kontrollieren. Würden sich Menschen nicht mehr willkürlich für oder gegen moralische H/U entscheiden, ginge es auf der Erde GANZ anders zu: der Veganismus wäre ebenso selbstverständlich wie eine weitestgehende Gleichverteilung natürlicher und kultureller Ressourcen und ein von Gewaltfreiheit und Solidarität geprägtes Miteinander aller Menschen. Vorerst aber wird die Welt genau das Folter- und Schlachthaus bleiben, zu dem sie von ethisch unterentwickelten Menschen gemacht worden ist. Sich diese Zustände immer wieder bewußt zu machen, schützt auch vor einer bestimmten Art des Zynismus, zu dem insbesondere deren Profiteure neigen.
  • Schöner Artikel

    16.05.2013, Anouk
    Danke für den schönen Artikel.

    Dass sich ein paar wenige Fleischesser jetzt wieder angegriffen fühlen, ist ja obligatorisch für Kommentare unter Artikeln die es sich erlauben Nicht-Fleischesser eben nicht als ideologisch verbohrte, leichenblasse Spielverderber darzustellen, die den lieben langen Tag mit erhobenem Zeigefinger rumlaufen.

    Ich ernähre mich seit längerem vegan und habe genauso wenig Probleme mit meinen nicht-veganen Freunden wie auch mit meiner Ernährung. Es ist durchaus möglich, sich vegan ohne Mangel zu ernähren - ob diese Ernährung gesünder ist als eine andere ausgewogene Ernährung sei mal dahingestellt und ist mir (und ich nehme an den meisten anderen Veganern ebenso) völlig egal.


  • Wer nichts weiß, muss alles glauben

    16.05.2013, Ina Müller
    In diesem Zusammenhang ist das Buch des Statistikers Prof. Krämer zu empfehlen: "Die Angst der Woche. Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten" Dort heißt es u.a.: "Heute ist die Epidemologie zu einem Selbstbedienungsladen für Panikmacher verkommen." Man könne nie sicher sein, ob sich die beiden Vergleichsgruppen nicht auch noch in anderer Hinsicht unterscheiden, außer der, die man gerade ins Visier genommen hat. So habe das Wissenschaftsjournal Science die tatsächlich oder vermeintlich identifizierten "Krankheitsrisiken" aufgelistet. Die meisten wurden zu Unrecht angeklagt, wie Nachfolgestudien belegten.
    Auch wenn man sich die aktuelle Schweizer Untersuchung zu den Risiken verarbeiteten Fleisches genauer anschaut, muss man als Statistiker zu folgendem Ergebnis kommen:

    Man sollte unbedingt rotes Fleisch essen (zwischen 10 bis 160 g täglich), sonst steige das Risiko, frühzeitig zu sterben.
    70 Prozent der Todesfälle wurden in der Gruppe beobachtet, die am wenigsten verarbeitetes Fleisch verzehrt hatten (über einen Zeitraum von 12 bis 13 Jahren)

    Davon steht erstaunlicher weise nichts in den Medien.
    Die Aussage der Universität stütze sich nur auf 0,85 % der vorliegenden Daten.
    (Nachzulesen hier: http://www.zoeharcombe.com/2013/03/meat-consumption-and-mortality/)

  • Unbequeme Tatsachen...

    16.05.2013, Lutz Martin
    Es GIBT keine wirtschaftliche "Nutztier"haltung ohne Tierquälerei, entsprechende Verrohung der Tierquäler, Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung und nicht zuletzt auch ethische Degeneration derer, die für all das direkt oder indirekt verantwortlich sind! Wer von ihnen ein schlechtes Gewissen hat, der hat es vollkommen zu Recht und sollte es nicht beklagen, ignorieren oder unterdrücken, sondern als Antrieb zur Verhaltensänderung nutzen.
  • Gutes Gewissen beim Grillen

    16.05.2013, Ina Müller
    @Bernich: auch wenn das jetzt nichts mehr mit dem Artikel zu tun hat, aber ist "Grillen" und "Gutes Gewissen" nicht ein Widerspruch in sich? Neben 13 Million angeblich umweltgünstigen Privatkaminen, die mittlerweile zur Hauptquelle der Feinstaubbelastung werden, stinken mich an Wochenenden Hundertausende Städter mit ihren Grillattitüden in Stadtpärken zu. Eine echte Zumutung. Und: ein Stromgrill macht's aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten auch nicht besser.

    Dem Körper ist leider nicht egal, woher die Kalorien kommen: Kohlenhydrate werden bevorzugt in Fette umgewandelt und externe Fette komplett metabolisiert. U.a. hier nachzulesen: Effects of a low-carbohydrate diet on weight loss and cardiometabolic profile in Chinese women: a randomised controlled feeding trial (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23522432) und auf deutsch: http://www.systemed.de/logi-news (Diese kohlenhydratreduzierte Diät funktioniert übrigens auch bei Vegetariern - aber eben nur in Ländern mit guter Nahrungsmittelauswahl.
  • Immer diese Hetze gegen Veggies.

    16.05.2013, Manuel Ko
    @ Gilbert Brands sicher kann man sich auch regional vegetarisch ernähren? Ich vermute sie spielen auf Soja an? Die Hälfte der weltweiten Getreideernte und 80% der Sojaernte wird verfüttert. Allein Deutschland importiert jährlich 5,3 Millionen Tonnen Futtersoja. Für die Fleischerzeugung braucht man ein vielfaches an Futtermittel. Nachfrage nach Fleisch steigt --> Nachfrage nach Futtermittel steigt --> Getreidepreise steigen --> Menschen hungern. Würden alle Menschen so viel Fleisch essen wie wir in den Industrieländern, bräuchte man weltweit 3 mal mehr landwirtschaftliche Nutzfläche als jetzt. Die Soaprodukte hierzulande stammen größtenteils aus Europa, das Futtersoja hingegen aus Brasilien.

    @ Michael Kühnapfel: Glaubst du die Pflanze leidet genau so darunter, dass sie dicht steht, oder das Schweinchen, das nicht im Matsch suhlen, nicht die Umgebung erkunden, keine vernünftigen Sozialstrukturen aufbauen, kein Tageslicht erblicken usw kann, nach der Geburt der Mutter entrissen wurde, um dann ohne Betäubung Körperteile abgeschnitten bekommen, damit man sich im Wahnsinn der Enge und aus Langeweile nicht gegenseitig anfrisst?

    @Ina Müller: Wenig Fleisch macht nicht krank. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät jedoch von mehr als 300-600g Fleisch die Woche aus gesundheitlicher Sicht ab. Der Deutsche konsumiert allerdings im Schnitt doppelt bis viermal soviel als gesundheitlich noch vertretbar wäre. Vegetarier und Menschen, die selten Fleisch essen, haben ein deutlich geringeres Risiko an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Gicht, Rheuma, Bluthochdruck usw zu erkranken und leben im Schnitt länger. Lesen sie sich mal in die vorliegenden Studien ein.

    @Klaus Nicht: gerechtfertigt? Ich habe ja schon oft gemerkt, dass viele Mischköstler die Missstände ausblenden oder schönreden wollen, aber ich denke, dass es Ihnen gut tun würde, sich zu informieren.

    B12 kommt nur in den Ausscheidungen bestimmter Mikroorganismen vor. Diese befinden sich auch im menschlichen Darm. Einige behaupten, dass sie bei einer gesunden Darmflora ausreichend B12 produzieren, das ist aber nicht wissenschaftlich belegt. Dass heutzutage kaum noch B12 auf pflanzlicher Nahrung zu finden ist, liegt daran, dass der Mensch durch Spritzmittel und (übertriebene) Sauberkeit die Mikroorganismen und ihre Ausscheidungen entfernt. Da finde ich es vollkommen ok, wenn man es der Nahrung anschließend wieder zuführt, wenn man nicht auf naturbelassene Nahrung zurückgreifen kann. B12 ist heutzutage in etlichen Säften, Kellogs, Bonbons, Drinks, Zahncreme usw. enthalten. Übrigens wird mittlerweile auch Masttieren oft B12 verabreicht, da sie durch den hohen Einsatz von Antibiotika und die schlimmen Haltungsbedingungen einen B12-Mangel haben - auch keine bessere Art der Versorgung.

    @Irmgard Knapp: Dann ignorieren sie nahezu alle seriösen Studien diesbezüglich

    @Christine Wilholm: Richtig und falsch kann man sich sowohl mit, als auch ohne Fleisch ernähren. In Fleisch steckt nichts, was vegetarische Nahrung nicht auch gesünder bietet. Vegetarier und Menschen, die selten Fleisch essen, haben ein deutlich geringeres Risiko an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Gicht, Rheuma, Bluthochdruck usw. zu erkranken und leben im Schnitt länger. Es ist kein bisschen schwer, sich ausgewogen vegetarisch zu ernähren. Die vegetarische Ernährungspyramide unterscheidet sich kaum von der Herkömmlichen. Im Schnitt sind Vegetarier besser mit Nähr- und Vitalstoffen versorgt als Mischköstler.

    @Bernich: Genau! Folienkartoffeln: ein paarmal mit der Gabel einstechen, in eine Schicht Alufolie einwickeln und direkt in die Glut legen. Zum testen, ob sie gar sind mit einem Spieß oder einer Gabel einstechen. Mit Zaziki servieren Fertige fleischlose Burger, Schnitzel, Grillwürstchen, Nuggets, Fleischbällchen, cordon bleu ect. gibt es mittlerweile in vielen Geschäften. Schmeckt allerdings nicht alles gut. Die Burger vom Aldi (süd) kann ich wärmstens empfehlen. Die fleischlosen Produkte vom Lidl sind alle spitze, jedoch nicht ständig im Sortiment. Hit hat auch gute Auswahl. Onlineshops wie veganwonderland bieten eine super Auswahl, leider meist zu stolzen Preisen. Sehr gut sind auch aus der Tiefkühltheke: Kartoffelpuffer, Kartoffeltaschen mit Füllung, Käseecken und Knoblauch/Kräuterbutterbaguettes. Wenn ihr im Anschluss um ein Feuer oder den Grill sitzt ist Stockbrot super. Grillkäse Grillcamombert usw. gibt es auch mittlerweile in Discountern. Halloumi ist lecker! Du kannst Baguettescheiben rösten, mit Käse, Basilikum, Sauce nach Wahl, Feta und Tomate überbacken. An Gemüse kommt auf dem Grill super: Champignons, Tomaten, Paprika, Zwiebeln. Du kannst dir auch sogenannte Gemüsebomben basteln: geschnibbeltes Gemüse nach Wahl in Alufolie mit Öl, Gewürzen und Olivenöl oder Kräuterbutter packen und auf den Grill. Auberginen, Pilze, Zucchini kannst du am Tag zuvor marinieren und Spieße machen. Maiskolben sind der Burner! nach dem Grillen mit Butter bestreichen und mit Salz bestreuen. Ich habe mal Zucchini ausgehöhlt und mit einer Käse-Gewürze-Zwiebelfüllung versehen, in Alufolie eingepackt und ab auf den Grill Bananen kannst du als Nachtisch mit Schale auf den Grill legen.
  • Fakten

    16.05.2013, AnimalAlliance
    Da werden in einem Artikel nichts weiter als einige wenige Ergebnisse jüngerer Studien präsentiert, und der erstaunte Leser reibt sich vor Verwunderung die Augen, wie sich einige Kommentatoren angesichts dessen zu emotional ausufernden Rechtfertigungsorgien ihres Fleischkonsums veranlasst fühlen! Die hierbei zur Schau gestellte Unkenntnis zahlreicher Kommentatoren über fleischfreie Formen der Ernährung ist schlicht erschreckend und erinnert in ihrer Faktenresistenz sehr an die eifrige PR-Arbeit der Tabakindustrie im zurückliegenden Jahrhundert, analoge Erkenntnisse über die Pathogenität ihrer Produkte infrage zu stellen.

    Von ethischen oder auch ökologischen Erwägunen einmal abgesehen, kann eine objektive und qualifizierte Beurteilung der gesundheitlichen Folgen des Konsums tierischer Produkte nur zu einem Ergebnis kommen: Fleisch tötet - Menschen wie Tiere. Die Faktenlage ist erdrückend.

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  • Moralaposteltum gegen Moralaposteltum

    15.05.2013, Hanna
    Dass Kühe keine Pferde sind, scheint, wie man aus den letzten Lebensmittelskandalen lernen konnte, offenbar nicht immer klar zu sein. Dass Fleischesser anders ticken als Vegetarier aber schon; dieser Abschluss ist offenbar aus der bekannten journalistischen Not, der akuten Ermangelung eines guten, griffigen Abschlusses, erwachsen - das macht ihn aber erstens nach über 20 Jahren anhaltendem Vegetarismus-Trend nicht erhellender und ist zweitens keine Entschuldigung.

    Zudem kann ich meiner Vorrednerin nur zustimmen: Pauschale Klischees wiederzukäuen mag verlockend sein, verzerrt aber naheliegenderweise die Tatsachen. Mit ein bisschen Sensibilität für das Thema hätte die Autorin so beispielsweise herausfinden können, dass sich mittlerweile schon Gegentrends gegen Vegetarismus herausbilden. Das Klischee nämlich, dass Vegetarier ihren Mitmenschen gern moralinsaure Grünkernküchlein unterjubeln, wird ihnen inzwischen oft pauschal vorgeworfen: Noch bevor man die eigenen Gründe für die Fleischlosigkeit erklären kann oder betonen kann, dass diese natürlich nur für die eigene Motivation sprechen, bekommt man als Vegetarier oft schnell vorgehalten, sich doch bitte mit seinen Standpauken zurückzuhalten. Dass neutrale Aufklärungen dabei oft nur subjektiv als Belehrungen erfahren werden, vielleicht auch, weil die "Belehrten" sich zum ersten Mal in ihrem Leben ihren Fleischkonsum reflektieren, sei nur nebenbei erwähnt.

    Drittens: Die "moralische Vegetarierin" oder der moralische Standpunkt, also "Menschen, die sich vor allem aus ethischen Gründen vegetarisch ernähren, etwa weil Fleischkonsum bedeutet, dass Tiere getötet werden und leiden müssen", wird im Artikel gleichgesetzt mit Mitgefühl. Das aber ist in der wissenschaftlichen Ethik höchst umstritten. Mitgefühl kann natürlich in einer Begründung eine Rolle spielen; andere Begründungen wie Speziesismus (verkürzt: Warum ist es plausibel intelligente Schweine zu Töten, aber bewusstlose Menschen nicht?) oder Würde von Lebewesen (z. B. Albert Schweitzer) werden allenfalls gestreift, aber nicht expliziert. Wenn man das alte Fass schon aufmacht, dann bitte richtig.

    Viertens und letztens: Der Artikel trägt außerdem dazu bei, das klassische Schwarz-Weiß-Denken zu bestärken. Realerweise finden viele Vegetarier jedoch auch einen gemäßigten Fleischkonsum aus guter Produktion (bei anderen Personen) vertretbar. Allerdings sehen sie eben, dass scheinbar die Mehrheit der Bevölkerung und die betroffene Nahrungsmittelindustrie natürlich kein Interesse daran hat, die Fleischproduktion einzudämmen oder nach ethischen Richtlinien zu orientieren. Daher halten sie ihren eigenen Vegetarismus als Gegentrend für ein wichtiges Zeichen.