Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Muss man das Bewusstsein überhaupt verstehen?

    14.05.2013, Benedikt Hoock, München
    Ein philosophisches Problem, das auch beim Lesen dieses Artikels berücksichtigt werden muss, ist ja immer die Subjekt-Objekt-Spaltung. Wir können alles um uns herum wahrnehmen, sogar andere Gehirne mittels bildgebender Verfahren, außer unser eigenes Gehirn. Es ist so gesehen Unsinn zu fragen, was die einzelnen Qualitäten des Bewusstseins ganz objektiv betrachtet ausmachen; man sollte sich einfach damit begnügen, die subjektive Erfahrung derselben Qualitäten eben an sich selbst zu kennen. Ein paar weiterführende Gedanken, auch geprägt von der Neuroinformatik, sind übrigens in folgendem Blogeintrag: http://verdenken.wordpress.com/2013/05/14/jeder-gedanke-verandert-die-welt/.
  • Landwirtschaft machte Menschen erstmals zu Eigentümern

    14.05.2013, Ulrich Heemann
    Dass das Besitzdenken Menschen zur Landwirtschaft getrieben hat, wird nur indirekt vermerkt, scheint aber, wenn ich den Artikel richtig verstehe, der Grundgedanke zu sein.
    Wie dem auch sei, der Besitz eines Grundstücks, das nur Arbeit und wenig Gewinn bringt, kann wohl kaum so attraktiv sein, dass sich sogar ganze Gemeinschaften diesem "Unsinn" anschließen. Wohl aber gibt es eine andere Theorie (deren Urheber mir leider nicht mehr namentlich in Erinnerung sind), dass die Menschen zunächst stimulierende Substanzen (hier: Bier) für religiöse Zeremonien brauchten. Vergährung von Lebensmittelresten dürfte durchaus im Erfahrungsbereich der damaligen Menschen gelegen haben. Um dieses systematisch zu erhalten, war eine gewisse Urform der Landwirtschaft notwendig, die noch nicht notwendig zur Sesshaftigkeit führte (Aussähen und Wiederkommen zur Ernte). Sesshaftigkeit könnte sich aber im Zusammenhang mit religiösen Zentren, wie sie in der Türkei und im Zweistromland sehr früh vor der Landwirtschaft entstanden, entwickelt haben. Aus diesem Bierbrauen könnte dann schließlich unter Nutzung der Maische das Brotbacken entstanden sein. In Ägypten jedenfalls scheint das Bierbrauen älter als das Brotbacken zu sein.
    Einwand: Es sieht so aus, als wenn zumindest in Ägypten das Bier nichtalkoholisch war. Das muss aber nicht richtig sein und obiger Theorie nicht zwingend wiedersprechen oder kann evtl. durch leichte(?) Korrekturen behebbar sein. Der Ansatz scheint mir aber logischer zu sein als reines Besitzstreben in Kulturen, die Besitz vermutlich höchstens in Bezug auf die rein persönliche Habe gekannt haben.
  • Ist die Weltformel überhaupt erwünscht?

    14.05.2013, Albert Lothar Wiese
    In der letzten Zeit häufen sich solche Veröffentlichungen. Unter der Annahme folgenden Axioms:

    Es existiert einzig und allein eine Menge unendlich vieler, sich im dreidimensionalen Raum bewegender diskreter Objekte, die hier als gleich große harte Kugeln angenommen werden. Diese durchdringen den leeren Raum gleichförmig geradlinig. Eine Annäherung an eine andere Kugel erfolgt bis zum Zusammenstoß (Berührung), bei dem nur die Geschwindigkeitskomponenten in
    Richtung der Stoßachse (Berührungsnormale) ausgetauscht werden.

    können Transformationen hergeleitet werden, deren häufige Anwendung die Feinstrukturkonstante erzeugt (siehe Link unten). Das ist ein starker Hinweis auf diskrete Objekte im Vakuum. Mit der Feinstrukturkonstante wird auch die Elementarladung erklärt und dadurch die Erzeugung eines einheitlichen Prozesses für die Entstehung von Strukturen der Standardmodelle von Elementarteilchen und Kosmologie. Dadurch ergibt sich ein starkes Argument dafür, dass doch eine Art Weltformel existieren muss.

    Versuche, das Establishment der Physik davon zu überzeugen, den Beweis der Erzeugung der Feinstrukturkonstante überhaupt anzuschauen, schlugen bisher fehl. Durch Herunterladen und Einsatz des Rechenalgorithmus, wäre der Beweis nach zu vollziehen. An was kann es liegen, dass es nicht erfolgt? Meine Vermutung ist:

    - Wenn es verstanden wurde, jemand aber eine Abneigung gegen eine diskrete deterministische Welt hat, wird er die Anerkennung des möglicherweise richtigen Ergebnisses von sich schieben.
    - Wenn es jemand nicht versteht, wird er kaum dafür zu begeistern sein.
    - Weil es Mühe macht, wartet man ab, ob es jemandem anderen gelingt.
    - Obwohl einfache Mathematik (Abiturniveau) verwendet wird, bereiten die vielen hintereinander vorkommenden Rechnungen Schwierigkeiten, das Gesamte zu verstehen. Mathematiker oder Physiker, welche hier so auftreten, als würden sie die in der Physik vorkommenden Rechenmethoden kennen und beherrschen, geben ihre Schwächen schwerlich zu.
    - Aus gewissen (mir unbekannten) sonstigen Gründen ist eine einfache diskrete Erweiterung der Standardphysik unerwünscht.

    Auch jetzt glaube ich noch nicht an wirkliche Bemühungen um die Findung einer Weltformel
    http://struktron.de/FSK/Feinstrukturkonstante-Berechnung.html


  • und dann war der Schritt zum Sklaventum nicht mehr weit ...

    14.05.2013, Martin Bartonitz
    Wenn das Konzept des Besitzens einmal im Kopf ist, dann ist das Besitzen und Menschen (auch Frau) nicht mehr weit und die Sklaverei fand im großen Stile statt.
    Nick Mott meint, dass wir das heute auch noch hätten, nur dass es kaum Jemand erkennen könne. Hat er Recht?
    http://faszinationmensch.com/2013/05/13/arbeit-sklavenwerk/
  • Gravitationswellen sind lichtartig

    13.05.2013, Alfred Helmut Dürr
    Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob man mögliche Gravitationswellen aus dem Weltall überhaupt mit Interferometertechnik nachweisen kann. Albert Einstein schrieb 1918 den Gravitationswellen Lichtgeschwindigkeit zu. Bei allen Messapparaturen arbeitet man mit LASER,
    also auch lichtartig und so wird die Welle überhaupt nicht registiert (von den Lasern "gespürt"). Man könnte einwenden, dass die "Raumkrünmmungs-Welle" ja nicht konstant zu uns gelangt. Doch bei Zusammenstößen von Schwarzen Löchern oder anderem wäre auch die zeitlich unheimlich langsam ablaufende Veränderung der Welle (Amplitude, Frequenz oder Wellenlänge) so gut wie garnicht durch die Laser oder die trägen Spiegel wahrnehmbar. Arbeitet man mit ihrer Energie, dann befindet man sich wieder bei den sogenannten "Gravitonen" (ob mit Masse =0,
    Spin 2 Boson)?
  • Madagaskar - ein weißer Fleck im Blätterwald

    12.05.2013, Albrecht G. Schaefer
    Es stimmt, Madagaskar steht weder bei Buchverlagen noch bei Reiseveranstaltern ganz oben auf der Hitliste. Doch nach und nach interessieren sich deutschsprachige Reisende zunehmend für die Heimat von Lemuren, Chamäleons & Co. Leider finden sie in den hiesigen Medien wenig bis gar keine Hintergrundinformation. Und wenn mal wieder ein Animationsfilm mit dem Namen der viertgrößten Insel der Erde in die Kinos kommt, dann hat der nichts, aber auch gar nichts mit der Realität vor Ort zu tun.
    Zur mehr als vier Jahre andauernden politischen Krise in Madagaskar, die die Mehrheit der Bevölkerung in tiefe Not zwingt und auch die Naturschätze weiterhin bedroht - das muss im Präsenz und nicht wie oben in der Vergangenheit konstatiert werden - erfährt man hier kaum etwas. Jetzt sollen ja im Juli 2013 längst überfällige Wahlen das Chaos beenden.
    Vor diesem Hintergrund ist das Buch von Lennart Pyritz lesens- und lobenswert.
    Apropos: Der Band "KulturSchock Madagaskar", den ich verfasst habe und der bereits 2011 im Reise Know-How-Verlag erschienen ist, will ebenfalls dem Informationsdefizit zu Madagaskar, insbesondere zu dem Leben der Menschen entgegenwirken.
  • Ein Plädoyer GEGEN viele Welten

    10.05.2013, Dieter Eichrodt, Glengarriff (Irland)
    Wäre es Aufgabe des Sachbuch-Rezensenten, mittels eigens erzeugter Begriffsverwirrung zur Lektüre des rezensierten Buchs anzuregen, dann hätte Michael Springer mit seiner Rezension genau ins Schwarze getroffen. So zitiert er zustimmend aus der Literatur zu Schrödingers berühmtem Gedankenexperiment: "Erst in dem Moment, in dem wir … den Käfig der armen Katze öffnen, wird sie entweder lebendig oder tot." Außerdem die unzutreffende Folgerung aus dieser Absurdität: "Die Kopenhagener Deutung mache die Realität, in diesem Fall also den Zustand der Katze, davon abhängig, ob und wie sie beobachtet wird."
    Das ist eine leider sehr verbreitete Fehlinterpretantion die auf einer platten Verwechslung der Begriffe Möglichkeit und Wirklichkeit beruht. Die Kopenhagener Deutung macht Aussagen über die Zustandsmöglichkeiten und nicht über den Zustand von unbeobachteten Objekten. Das heißt, sie erklärt die Katze für entweder lebendig oder tot, aber nicht für lebendig und tot zugleich. Sie macht den Zustand keineswegs abhängig davon, ob er beobachtet wird oder nicht. Sie errechnet aus dessen Wellenfunktion Wahrscheinlichkeiten für diese Zustände, mit denen wir rechnen müssen, bis zum ominösen "Kollaps" der Wellenfunktion. Der dann eintritt, wenn durch unser Hinschauen die Möglichkeiten durch die Wirklichkeit ersetzt werden.
    Dass dabei nichts Ungewöhnliches geschieht, zeigt ein Beispiel aus der Alltagswelt, das Würfelspiel. Die (gleichen) Wahrscheinlichkeiten für jede Augenzahl "kollabieren" in dem Moment zu null beziehungsweise zu eins, wenn der Würfel auf der Tischplatte zur Ruhe kommt.
    Seit wir Physik studieren, also seit wir quantitative Vorhersagen zu realen Geschehensabläufen machen, reduzieren wir die unfassbare Komplexität der Realität auf vereinfachende Modelle von ihr. Im Modell können wir Rechnungen durchführen und deren Ergebnisse mit den Resultaten von Experimenten in der Reaität vergleichen. Bei Übereinstimmung ist unser Modell weder "richtig" noch "wahr", sondern brauchbar.

    "Quantenrealität" heißt: Es gibt nur eine Realität. Sie enthält den Mikrokosmos und den Makrokosmos. Und alle Erscheinungen in ihr beruhen auf Quantenwechselwirkungen. Ein brauchbares Modell der Quantenrealität ist der nach seinem Erfinder benannte "Hilbert-Raum". Das ist ein formales Konstrukt, in dem die Realität in Form von Operatoren und Zustandsfunktionen nach bewährten Axiomen abgebildet wird. Mit diesen lassen sich als (wellenförmige) Lösungsfunktionen einer von Schrödinger vorgeschlagenen Differentialgleichung Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse in der Realität errechnen. Im Gegensatz zur "Zweiweltentheorie" unterscheidet die Kopenhagener Deutung zwischen Realität und ihrem Modell und spricht Letzterem keine physische Existenz zu.
    Worauf die klassische Kopenhagener Deutung erweitert werden muss, ist das Phänomen der Dekohärenz. Im Hilbert-Raum werden Merkmale von Quantenobjekten als kohärente Wellen, das heißt als Wellen, deren Phasen jeweils wohldefiniert sind, beschrieben. Kohärenz geht aber verloren, wenn Quantenobjekte mit einer Umgebung interagieren, die aus unübersichtlich zahlreichen Mikroobjekten besteht, deren Phase nicht definiert ist. Zum Beispiel einem makroskopischen Messaufbau. Dieser Informationsverlust heißt "Dekohärenz". Das Dekohärenzphänomen schränkt die Vorhersagetauglichkeit des Quantenmodells ein und liefert die Antwort auf die Frage nach der Grenze zwischen klassischer Welt und Quantenwelt: Es gibt keine! Aber es gibt Brauchbarkeitsgrenzen für physikalische Modelle der Welt, die durch ihren Reduktionscharakter bedingt sind. Eine dieser Grenzen ist es, die durch moderne Experimentiertechnik heute immer weiter zu Gunsten des Quantenmodells verschoben werden kann.

    Wir leben in einer Welt, in der mehr möglich ist, als wirklich wird. Möglich ist alles, was die Naturgesetze nicht ausschließen. Beide Feststellungen gelten auch auf der Ebene der Quantenobjekte, für die wir ein Modell haben, mit dem sich quantitative Wahrscheinlichkeiten zu den Möglichkeiten errechnen lassen. Was wirklich wird, macht unsere Welt einzig. Das zwingt uns aber nicht, die Existenz von Parallelwelten zu fordern, in denen das geschieht, was auch in unserer Welt geschehen könnte, aber nicht geschieht.
    Antwort der Redaktion:

    Herr Eichrodt konstruiert sich für seinen Leserbrief ein naturphilosophisches Podest, von dem aus er behaupten kann, es gebe gar kein Problem mit der Deutung der Quantenmechanik. Falls das stimmt, zeichnet es ihn vor Bohr, Heisenberg, Schrödinger, Einstein, Zeh und meiner Wenigkeit aus. Das Argument, der geworfene Würfel sei mit der Schrödinger-Katze gleichzusetzen, kommt mir so originell vor wie der Satz: Bei Nacht sind alle Katzen grau.

    Michael Springer

  • 3. Gravitation durch Ausstausch von Gravitonen?

    10.05.2013, Dipl. Ing. Michael Jungnickl
    Der wesentliche Fehler im Verständnis der Gravitation ist wohl die Annahme das sie genauso wie andere Kräfte zwischen Teilchen durch den Austausch von Bossonen funktioniert. Dabei hat Einstein doch schon gezeigt das es sich um eine Krümmung von Raum und Zeit handelt.

    Viele relativistische Formeln lassen sich in einer Reihenentwicklung vereinfachen. Z.B. hat die relativistische kinetische Energie unendlich viele Terme, die ersten beiden sind m*c2, 1/2*m*v2. D.h. die Relativitätstheorie läßt sich also sogar im normalen Alltag beobachten.

    Auch elektrisches und magnetisches Feld sind lediglich eine Kraft. Gekoppelt über e0*u0 = 1/c2. Dabei ist das magnetische Feld die relativistische Kraft, die verschwinden würde wenn c gegen unendlich strebt. Diese Gleichung habe ich vor mehr als zehn Jahren intuitiv gefunden und später in einem Buch nachgelesen wo sie über die Lorentz Transformation umgewandelt wird.

    Eine weitere meiner intuitive Lösungen: G = 1 / 50*c

    Innerhalb der Messgenauigkeit von G ist die Lösung richtig. Man könnte jetzt weitere Stellen vorhersagen und die Annahme durch feinere Messung von G bestätigen.

    Die Einheiten in der Gravitationsgleichung von Newton stimmen dann allerdings nicht mehr überein. Allerdings kann man die Masse jetzt auflösen, und die Einheit der Masse bestimmen. [m] wäre aktuell 1 kg in SI Einheiten oder in meiner Annahme 1 m4 / s3. Dadurch wird Masse also durch Raum und Zeit bestimmt.

    Der Divisor 50 kann in die Faktoren 2*5*5 zerlegt werden. 2 ist dabei wohl ein Symmetriefaktor, die beiden 5er kommen wohl von der Ableitung des Raums, der noch in den Einheiten als m4 angegeben wird. Wie genau die Funktionen, Ableitungen und Integrale dazu aussehen kann ich nicht sagen.

    Die erweiterte Gleichung: F = (m1*m2)/(50*c*r2)

    Ähnlich wie beim Magnetismus läßt sich auch jetzt schon sagen das die beobachtete Gravitation nur der relativistische Teil sein dürfte. Auch hier verschwindet die Kraft für c gegen unendlich.

    Daraus folgt auch das es noch eine zweite Gravitationskraft geben dürfe, die so stark ist das sie Raum und Zeit falten kann.

    Noch ein Aspekt: Stellt man die Gleichung um so ergibt sich eine Leistung:
    P=F*c = (m1*m2*)/(50*r2)
    D.h. für eine Gewichtskraft von 10 N (ca. 1 kg bei Erdanziehung) ist eine Leistung von 3 GW nötig. Ähnlich wie der Pointing Vektor (ExH Feld) neben einer Hochspannungsleitung ist diese Leistung die durch den Körper transportiert wird für den Menschen nicht bemerkbar.

    Ich würde mich freuen wenn die Annahmen durch einen Physiker geprüft würden.







  • Wert in der Wissenschaft

    09.05.2013, RAJ
    Auch ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es keine „alles“ umfassende und (auch sich selbst) erklärende „Weltformel“ geben wird, aus prinzipiellen, logischen Gründen. Sollte sie doch in gewissem Umfang formulierbar sein, dann dürfte sie so abstrakt sein, dass der Weg zu den empirischen Konsequenzen wieder unsicherer Zusatzannahmen bedarf, womit wir wieder in der Kontingenz landen. Hinzu kommen die unzähligen emergenten Phänomene, die wir beobachten und zwar post hoc erklären, ja sogar „reduzieren“, aber eben außer in trivialen Fällen nicht vorhersagen können.

    Der wichtige Punkt scheint mir die Frage nach dem Wert wissenschaftlicher Theorien, den viele immer noch ganz naiv ausschließlich an der Testbarkeit festmachen, obgleich die Wissenschaftshistorie und -theorie uns längst eines besseren belehrt haben: dass Wissenschaft nämlich viel komplizierter ist als beispielsweise schlichtgewirkte Popper-Adepten glauben, ohne deswegen irrational zu sein. Nehmen wir etwa die Stringtheorie, die so gerne als Scharlatanerie beschrien wird, und wie es scheint umso mehr, desto weniger Sachkenntnis vorliegt. Sie ist zwar derzeit nicht testbar, hat aber tiefe und neue Einsichten in physikalische und mathematische Zusammenhänge, bekannte und mögliche, vermittelt. Das ist es vor allem, was einer ihrer Begründer, Leonard Susskind, ihr als Positivum zurechnet. Ist das etwa kein wissenschaftlicher Wert? Man sollte sich auch daran erinnern, dass die Disziplin früher einmal „natural philosophy“ hieß und es nicht komplett außerhalb dieses „spirits“ liegt, an den Grenzen des empirisch Prüfbaren wieder spekulative Elemente zuzulassen, solange diese konsistent formulierbar und in die vorhandenen Daten einzubetten sind.

    Wenn Dyson also schreibt "Sollte sich diese Hypothese als wahr herausstellen, hieße das, dass sich die Theorien der Quantengravitation als nicht testbar und damit wissenschaftlich bedeutungslos herausstellen würden“, dann sehe ich vor allem den Sinn des „damit“ nicht, aus den genannten Gründen. Hier liegt m.E. ein verengter Begriff von „Wert“ vor. Im Übrigen würde ich einfach sagen: bitte mehr Geduld, es wurde schon so manches Mal in der Wissenschaftsgeschichte eine prinzipielle Grenze ausgerufen. Die vorliegenden, zwar indirekten, aber konsistenten Daten zur Abstrahlung von Gravitationswellen aus Doppelsternsystemen mögen es auch als nicht so dramatisch erscheinen lassen, wenn der direkte Nachweis über die Verformung der Raumzeit-Geometrie nicht gelingen sollte. Und die Vereinigung ist derzeit wohl eher eine theoretische und weniger eine experimentelle Herausforderung.
  • Carnot

    09.05.2013,
    Herr Dürr, das mit der Thermodynanik verstehe ich nicht so ganz. Der max. Wirkungsgrad eines Kraftwerkes ist nach Carnot =1-Tkalt/Theiß. Setzt man in diese Gleichung die im Artikel genannten Temperaturen ein, Theiß=100.000.000 K und als Senkentemperatur Thalt=310K erhält man einen Wirkungsgrad von nahezu 100%.
    Nun ist mir klar, dass es keinen Dampferzeuger gibt, der bei Millionen Grad funktioniert, aber Temperaturen von 650°C bis 700°C, wie in Gasturbinenkraftwerken, sollten beim ITER zumindest möglich sein. Dann käme der Iter auf Wirkungsgrade dieser Wärmekraftmaschinen, ca. 60%.
    Im Übrigen ist für einen Fusionsreaktor der Wirkungsgrad keine ganz entscheidende Größe. Wenn der nämlich funktionieren würde, wäre genug Energie da.

    Der ITER ist meiner Meinung nach aber kein sinnvoller technologischer Ansatz zur Energiegewinnung. Steuergelder könnten effektiver in die Erforschung nachhaltiger Energien eingesetzt werden(Wind, Sonne(auch CSP), Speicher).

    Der Vergleich des Artikel : Von "1500 Problemen zu ein paar Dutzend" suggeriert, dass der Erfolg bald da ist. Es ist leider nicht die Anzahl, sondern die Qualität der ungelösten Probleme, die entscheidet. Wenn ein wichtiges Problem übrig bleibt, ist das Projekt gescheitert.
  • Globale Abzockerei

    09.05.2013, J. Schobelig
    Der Emissionshandel ist die größte Abzocke der Europäer i.a. und der Deutschen i.b. seit dem Ablaßhandel. Statt kirchengetriggerter Gottesfurcht nun halt politikgesteuerte Klimafurcht.
    Das Klima hat und wird sich stetig ändern. Mit und ohne Menschen.
    Ansonsten darf uns Europäern eine Warmzeit viel lieber sein als eine erneute Kaltzeit.
  • Lost in translation?

    09.05.2013, Chrys
    Die Autorin des "Nature" Artikels ist Natasha Gilbert, während hier -- offenbar irrtümlich -- Daniel Cressey als Autor genannt wird.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Chrys,

    vielen Dank - Sie haben vollkommen Recht. Daniel Cressey ist der Autor des Artikels "A new breed", der in der gleichen Ausgabe direkt hinter diesem Artikel erschien (und der nächste Woche bei uns erscheint). Ich habe den Fehler ausgebessert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Die Suche wird weitergehen

    09.05.2013, Dr. Günther Coen
    Wenn ein Chemiker sich zum Experten für die Suche nach der Lösung des schwierigsten Problems der theoretischen Physik aufschwingt, dann ist äußerste Vorsicht geboten: Selbst wenn der Nachweis von Gravitonen sich als schwierig oder gar unmöglich erweisen sollte, dann heißt das noch lange nicht, dass es keine einheitliche Theorie der Quantengravitation geben kann. Tatsache ist allenfalls, dass die "Stringtheorie" lediglich eine Hypothese ist und keine Theorie der Quantengravitation, weil sie eben gerade so konzipiert ist, dass sie sich jeder experimentellen Überprüfung entzieht. So ist es dann auch kein Zufall, dass in der jüngsten Vergangenheit gerade Stringtheoretiker entweder die Möglichkeit oder die Notwendigkeit einer Theorie der Quantengravitation bestreiten. Wer seine Felle wegschwimmen sieht und sich gleichzeitig seine Spielwiese weiter erhalten will, der muss zumindest die Notwendigkeit einer Theorie der Quantengravitation bestreiten und zur "friedlichen Koexistenz" konkurrierender, unvereinbarer Teiltheorien aufrufen. Die Suche nach der Theorie der Quantengravitation wird weitergehen und irgendwann erfolgreich sei. Und wenn sie dann gefunden sein wird, dann wird es für sie eine Fülle von experimentellen Tests geben, genau so wie es nach Auffinden der Allgemeinen Relativitätstheorie eine Fülle von experimentellen Tests für diese gab.
  • Erd? rutsche

    07.05.2013, Dieter Meinert
    Solte eher Mars-rutsche heißen
  • Wie KKWs ineffektiv und gefährlich

    07.05.2013, Alfred Helmut Dürr
    die Kernfusion ist wie die Kernspaltung eine nukleare Energieerzeugung und hat wie die KKWs
    nur einen sehr geringen Wirkungsgrad: alle Großkraftwerke (wie mit Uran, Kohle, Gas u.a.) haben als Wärmekraftwerke nur einen ca. 33 % Wirkungsgrad aufgrund der Thermodynamik.
    Zudem kommt die geringe Ausbeute bei Umwandlung von Nuklearenergie (Kernverschmelzung) in
    Wärmeenergie.
    Alternativen wären Blockheizkraftwerke mit 95 % Wirkungsgrad!!
    Auch bei der Kernfusion entstehen radioaktive Stoffe (z.B. Radionuklide des Wasserstoffs, die auch durch Metall und Beton dringen können). Warum wird die völlig ungefährliche Variante der Sonnenenergie (Licht) in den Fotovoltaikanlagen nicht stärker gefördert? Natürlich ist das hohe GAU-Risiko wie bei den KKWs (das ca. bei 3 Jahren liegt) nicht bei der Fusion möglich. Auch der Atommüll ist nicht so hochgiftig und langlebig wie bei den KKWs (bei Plutonium (bisher 4000 Tonnen) mit einer Halbwertszeit von 24 000 Jahren: ca Millionen Jahren!)
    Alternativen sind neben Wasser und Sonne auch die Windkraft, mit kostenlosem Rohstoff, ohne jegliche Umweltverschmutzung bei ca. 90 % Wirkungsgrad!