Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Beängstigend

    25.08.2014, Fabian Cundano Maltez
    Mit Blick auf die hunderte Millionen Facebook-Mitglieder und die Milliarden gespeicherten Fotos ist also schon heute eine Schreckensvision real: Mittels versteckter Videokamera (z. B. Google Glass) und Zugriff auf die Facebook-Datenbank kann ein einzelner Mitarbeiter so gut wie jeden Menschen, der ihm auf der Straße entgegenkommt, identifizieren - und sich sofort seinen Lebenslauf, seine Vorlieben und alle seine sozialen Kontakte auflisten. Und das ohne weitere Unterstützung und völlig unbemerkt.

    Eine einzige Überwachungskamera ist ausreichend, um fast jeden Besucher einer Demonstration oder einer Wahlkampfveranstaltung oder eines Geschäftes sofort inklusive Adresse und Freundeskreis zu identifizieren.

    Schlimmer noch: Wie auch im Artikel angesprochen besitzen Google und Facebook allein auf Grund ihrer unglaublichen Datensammlung ein unanfechtbares Monopol auf diese und zukünftige technische Entwicklungen - DeepFace und GoogleBrain sind dabei zudem nur die Entwicklungen, welche freiwillig der Öffentlichkeit preisgegeben wurden!
  • Und nun?

    25.08.2014, Ulrich Heemann
    Was bedeutet es, wenn pro Gramm Sonnencreme 463 Nanomol Wasserstoffperoxid "je nach Bedingungen freigesetzt werden könnten"? Das wären nach meiner überschlägigen Berechnung ca. 1.6E-5 Gramm. Und was gilt jetzt in der freien Natur unter realistischen Bedingungen? Und wie vergleiche ich jetzt ein Gramm Sonnencreme mit vier Kilogramm TiO2? Und was ist die toxische Wirkung der Sonnencremes? Und ist ein solcher Artikel, der offensichtlich nur auf das Wörtchen "Nano" abhebt, es wert, geschrieben zu werden?
    Ich jedenfalls habe etwas höhere Ansprüche an das, was man einen (populär-)wissenschaftlichen Artikel nennt. Ich dachte, dass das bei Ihnen in der Regel auch der Fall ist.
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Heemann,

    ich hatte auch so meine Bedenken beim Berichten einer konkreten Zahl, vielleicht hätte ich die Nanomol-Angabe gleich ganz weglassen sollen, ich habe sie nun aus dem Artikel entfernt. Tatsächlich haben die Forscher zwar "unter realistischen Bedingungen gearbeitet (also mit Sonnencreme bestückte Trägermaterialien am Strand exponiert), dabei sind dann 463 Nanomol pro Stunde (!) freigeworden.

    Die Forscher berechnen, wie man dem verlinkten Paper entnehmen kann, auf dieser Grundlage zudem auch noch einen Wert von "Wasserstoffperoxidfreisetzung pro Jahr" durch eine typische Menge von Touristen, die pro Jahr baden und pro Jahr eine typische Menge von Sonnencreme auftragen (zudem unter der Annahme, dass alle auch nanoteilchenhaltigen Sonnenschutz verwenden und die Sonne scheint, wie sie im Mess-Experiment geschienen hat, nehme ich an). Diesen Wert habe ich den Lesern vorenthalten, weil ich ihn ein wenig spekulativ fand. Immerhin verschwindet, wie ja in der Kurznews steht, das reaktive Peroxid aus Reaktivitätsgründen auch recht schnell ;-).

    All das ändert nichts daran, dass die Forscher eine ökologische Bedrohung vermuten, die nach ihrer Einschätzung bislang unterschätzt wird. Darauf zielte die Meldung eigentlich ab.

    Viele Grüße
    Jan Osterkamp,
    Redaktion Spektrum.de
  • Artikel Müll

    24.08.2014, Michael
    Das ist meiner Meinung nach der lächerlichste Artikel den Spektrum jemals veröffentlicht hat. NULL hintergrundinformationen über die Sterbehilfeorganisationen. Reines "Bild" niveau! Mein Abo habe ich zum Glück schon gekündigt!
  • Sprache

    24.08.2014, Christian Mai
    Tötung bedeutet, einem anderen Menschen gegen dessen Willen das Leben zu nehmen. Wenn das stimmt ist das Wort Selbsttötung Unsinn und sollte nicht synonym mit Suizid verwendet werden; sonst findet eine sprachliche Vorverurteilung statt.

    Diese Idee ist nicht von mir. Peter Bieri stellt das Problem in seiner Komplexität in seinem Buch "Eine Art zu leben" ausführlicher dar.
  • Detaillierte Aussagen - schlechte Statistik

    23.08.2014, Peter S.
    Diese Studie klingt interessant und die Ergebnisse entsprechen auch ziemlich genau dem, was man erwarten würde - aber bei näherer Betrachtung der Methodik kommen mir doch starke Zweifel an ihrer Aussagekraft. Wieso untersucht man eine Gruppe mit nur 25.540 Teilnehmern, wenn es doch eine gesamteuropäische Studie (EPIC) mit einer halben Million Teilnehmern gibt? Wieso liest man mehrfach dass die Teilnehmerzahl 25.540 war, aber erst aus der Originalveröffentlichung erfährt man, dass die Zahl der gestorbenen „nur“ 1599 betrug? Diese überschaubare Zahl zerfällt dann noch in 1.040 Männer und 559 Frauen, die man dann jeweils in 240 kombinierte Verhaltensgruppen unterteilte – im Schnitt also 2 bis 4 Gestorbene je Gruppe. Diese gruselig schlechten Einzeldaten werden dann offensichtlich in ein Model hinein gefittet. Davon sollten die Daten auch nicht viel besser werden. Auch ohne genauere Prüfung habe ich den Eindruck, dass die Ergebnisse statistisch völlig ungesichert sind und mehr der Modellbildung entstammen als der Realität.

    PS Der Autor raucht nicht, isst gern rotes Fleisch, trinkt regelmäßig aber in Maßen Rotwein hat ein erfülltes Sexualleben und weiß nun nicht, was er ändern sollte.
  • Tolle Idee!

    22.08.2014, Peter Spang
    Die Auswilderungen gebietsfremder Arten waren gerade in Australien ja auch wirklich ökologische Erfolgsgeschichten, oder?
    Ist eigentlich schon mal irgendein Wissenschaftler auf die Idee gekommen, dass ein Kontinent, der während seiner gesamten Entwicklungsgeschichte, nie eine nennenswerte Megaherbivorenfauna hervorgebracht hat, mit den zitierten 28 Millionen Rindern möglicherweise überfordert ist?
    Der Speiseplan der Aga-Kröten wird in jedem Fall bereichert.
    Wenn dann in Australien südamerikanische Kröten europäische Mistkäfer fressen, nennt man das Ganze wohl Globalisierung.
  • Die als eine Art Epilepsie beschriebenen Symptome erinnern

    22.08.2014, Karen Drawert
    mich an einen Beitrag zum Schweinebandwurm, es muss ja nicht genau der Wurm, aber vielleicht einfach ein Wurm sein, der auch das Gehirn in Mitleidenschaft zieht. Vor allem kann man diese Erkrankung bekommen, ohne jemals Schweinefleisch (bzw. anderes befallenes Fleisch) gegessen zu haben. Die Übertragung des Parasiten (Eier) wird durch schlechte hygienische Verhältnisse/Armut begünstigt, wie es durchaus in Bürgerkriegszeiten möglich gewesen sein kann.
    https://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/in-form/neurozystizerkose-larven-im-gehirn-140853016.html
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Drawert,

    wahrscheinlich interessiert Sie dann der zweite Teil unserer Serie zum Thema: Epilepsie – zu viele Würmer, zu wenig Neurologen.

    Viele Grüße,
    Jan Osterkamp
    Redaktion Spektrum.de
  • Todesfalle oder gar Megafalle für Vögel

    21.08.2014, Erich Hannak
    Autos sind wohl auch Todesfallen für Vögel! Man sollte mal an Straßen und Autobahnen die Kadaver zählen. Da kämen wohl in extrem kurzer Zeit mehr als 141 zusammen. Wollen wir deshalb etwas gegen den ausufernden Straßenverkehr machen?
  • Weihnachtspyramide anstatt Verödung der Landschaft

    21.08.2014, Ting Chen
    Anstatt die Landschaft zu veröden und für den Vögeln unattraktiv zu machen soll man überlegen, mit bewegliche Teile den Vögeln davon abhalten, zu nah an dem Kraftwerk zu kommen. Da die Luft von dem Kraftwerk erhitzt wird, kann man sich zum Beispiel überlegen, on Top des Kraftwerks ein Rotor nach dem Prinzip der Weihnachtspyramide aufsetzen, von diesen hängen dann an der äußeren Spitzen Ketten oder Seile unter, die dann mit dem Rotor drehen und so den Vögeln davon abhalten, innerhalb des Radius des Rotors zu kommen.
  • Kein konkreter "Feind" erkennbar

    18.08.2014, Peer Carstens
    Die Sorglosigkeit, mit der Menschen ihre Daten verschwenden, erstaunt auch mich.
    Die User-Frage: "Wen interessiert es schon, was ich tu'" m.E. sehr wegweisend, suchen wir nach der Ursache des sorglosen Verhaltens.
    Es ist kein konkreter "Feind" erkennbar.
    Google, Facebook.. das sind keine Menschen, keine Nationen, keine konkrete Gruppe von Menschen, die uns konkret etwas antun könnte.
    So, wie "die Kapitalisten" oder "die Banker" zwar ein gewisses Feindbild für den einen oder anderen darstellen können, sind sie letztlich nur eine wabernde Vorstellung im Gehirn und die Menschen steigen nun nicht plötzlich auf Tauschgeschäfte um und bevölkern Tausch-Börsen.
    Ich denke, zusätzlich zur Unerfahrenheit und Trägheit der User mit ihren digitalen Geräten gesellt sich eben auch der nicht konkret erkennbare "Feind", der sie angeblich ausspähen will. Wer das ist, wozu "er" das tut und was "man" mit den Daten machen könnte - das kann sich kein gewöhnlicher User vorstellen und lässt es deshalb.

    Grüsse von Peer Carstens
  • Ringwall und Braunkohle

    18.08.2014, Ernst Weingärtner, Mindelheim
    Stellen Sie sich vor: bei der Planung von Garzweiler XY wird zugleich ein Ringwallspeicherkraftwerk geplant! Der Abraum wird direkt an die Stelle des neuen Walls geschaufelt. Am Ende gibt es einen großen Energiespeicher, einen Freizeitsee und eine renaturierte Landschaft.
  • Keine neue Erkenntnis, aber sicher interessant

    18.08.2014, E. Bieski
    Selbstmedikation in der Tierwelt, eigentlich keine neue Erkenntnis. Jeder der eine Katze, besser noch Hund besitzt, kann ähnliche Verhaltensweisen beobachten. Gezielt sucht ein Hund bei Darmverstimmungen unter Gräsern nach bestimmten, um diese zu fressen. Einer meiner Hunde war, ohne für mich erkennbaren Grund, richtig süchtig nach wilden Hopfensprossen. Suchte diese gezielt und fraß sie offensichtlich genusvoll. Wer aufmerksam die Natur beobachtet, wird sicher viele Beispiele für eine gezielte Selbstmedikation von Tieren und eventuell sogar auch Pflanzen finden. Inwieweit da angeborener Instinkt, Lernprozesse oder Anderes eine Rolle spielen, lässt noch viel Raum für wissenschaftliche Untersuchungen. Leider haben wir es heute in der Mehrzahl verlernt, der Natur solche offensichtlichen und uns nützenden Dinge abzulauschen und dann auch noch richtig zu interpretieren. So mag der angekündigte Beitrag wieder mehr Menschen dazu anregen.
  • Wozu der markante Kamm auf dem Schädel diente, ist nicht genau bekannt

    15.08.2014, Robert Orso
    Wenn die Darstellung halbwegs realistisch ist, dann hat ein Kamm dieser Größe sicherlich erhebliche Auswirkungen auf das Flugverhalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass er die gleiche Funktion hatte wie das Leitwerk eines Flugzeuges, nur eben vorne angebracht.

    Je größer das Tier, umso wichtiger wird Kraft sparendes Gleiten anstelle von aktivem Flattern. Bei Tieren dieser Größe kann ein solches Leitwerk durchaus ein Plus an Wendigkeit bringen.
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Orso, solche Überlegungen gibt es in der Tat - unter anderem meinen manche Forscher, dass die Pterosaurier mit Hilfe der Schädelhauben über das Wasser gesegelt sein könnten. Aber eine defintive Antwort gibt es meines Wissens nicht.

    Beste Grüße, jd / Redaktion

  • Wahrheit und Realität

    15.08.2014, Eduard Kindsvater
    Als erstes: Danke für die gelungene Zusammenfassung! 180 Seiten in wenigen Worten wie etwa diesen:  "[T. Nagel] ..wenn ich ehrlich sein soll, so muss ich zugeben, dass der Materialismus und die  Evolutionstheorie, wie auch der Glaube an Gott alleine und jeder für sich, die Fragen des Daseins nicht ausreichend beantworten können"

    Es sind wohl die wichtigsten Fragen der Menschheit:
    -Was war zuerst, Materie oder Geist? Wie sind wir das geworden, was wir sind? Was (wer) sind wir und warum? Gibt es Leben nach dem Tod? Was können wir sein und wie? Gibt es eine ideale Form der Gesellschaft auf der Erde? Ist es möglich das Miteinander so auszugestalten, damit es Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Nachhaltiges Leben... für Alle gibt? 
    Was ist der Sinn des Lebens? Wo geht unsere Reise hin?...

    Was ist die Triebfeder der Evolution: -Zufall? "Selbstorganisation der aus "Nichts" entstandener Masse" oder Zielgerichtete Entwicklung des "Urverstandes" (auch "Geist" genannt), der aus seiner Energie zu Masse wurde und aus deren "Staub" zur "denkenden" Materie und ihrer Ausprägung in Höchstform - Mensch? (E=mc2)

    -Wenn wir evtl. doch "kein Zufall" sind, was ist dann das Ziel dieser möglichen "Entwicklung"? 

    Wer diese "eine" Frage beantworten, den Weg dahin zeigen und dorthin führen kann, der hat damit auch alle anderen Fragen beantwortet, denn er müsse sich bereits selbst im Ziel befinden...

    mehr unter: http://Facebook.com/Eduardsface
  • Realistische Einschätzung der Risiken statt Zweifel säen

    14.08.2014, Wolfgang Monninger, Essen
    Die Frage "Wird Fracking den Energiehunger stillen?" kann nur mit Nein beantwortet werden, denn der Energiehunger einer modernen Industriegesellschaft ist immer größer als die Ressourcen, und Fracking wird dabei nur einen begrenzten Beitrag leisten können - eben solange der Vorrat reicht. Aber Fracking könnte eine Brückentechnologie sein, in der Tat.
    Der Artikel von Chris Mooney (SdW 8/2012, S.72), der Methodik und Risiko des Fracking sehr sorgfältig und fair beschreibt, gibt allerdings keine Handhabe, diese Methode als "Technologie mit unbefristeten Umweltfolgen" zu brandmarken und sie damit auf eine Ebene mit Fukushima zu stellen - wie Springers Einwurf suggeriert.
    Worum es geht, ist eine realistische Einschätzung der Risiken: Welche Stoffe können die Umwelt belasten? Und: Über welche Mengen und über welchen Zeitraum reden wir?
    Die USA fracken derzeit in 30 Bundesstaaten an rund 500 000 Bohrlöchern, sie waren damit bisher erstaunlich erfolgreich, allerdings nach einer langen Phase des Experimentierens und Optimierens. Auf jeden Fall liegen nun genügend Daten vor, um von diesen Erfahrungen profitieren und die Risiken besser einschätzen zu können. Dies müssen wir nutzen und dabei auch Erfahrungen im eigenen Untergrund sammeln, denn die Geologie ist überall anders. Warum tun wir das nicht?
    Ich gehe davon aus, dass die Mengen von entweichendem Methan (im Vergleich mit anderen Methanquellen wie zum Beispiel dem auftauenden Permafrost) sehr gering sein werden. Und sie werden beim Ende der Förderung von Schiefergas gegen null gehen - also nicht unbefristet sein. Auf der Habenseite steht eine bedeutende Energiequelle zu bezahlbaren Preisen. Im Übrigen ist Methan aus der Wasserleitung zum Beispiel aus dem Münsterland durchaus bekannt - ohne Fracking.
    Das Bundesumweltamt möchte Fracking verbieten, weil sich die Risiken dieser Technologie nicht sicher vorhersagen lassen (siehe dazu den herrlichen Beitrag von Dieter Nuhr WDR2, 7. August 2014). Springers Einwurf folgt offenbar diesem Gedanken.
    Soll Deutschland wieder das Land der "Dichter und Denker" werden (das war von Mme de Staël eher herablassend gemeint), ausgerüstet nur mit dem Verstand und einer Leselampe? Dieses Land ist ein Technologieland, hat aber noch immer kein realistisches Verhältnis zur Politik der Technik. Es verbohrt sich in die Fülle der Gefahren und gerät in (German) Angst. Dass ein Wissenschaftsjournal nicht willens ist, das ganze Bild zu zeigen, ist zum Sich-die-Haare-Raufen.
    Wie bitte soll Deutschland seine künftigen Energieprobleme lösen, wenn nicht durch intelligenten Einsatz aller Möglichkeiten. Haben wir keinen Zukunftswillen mehr? Würden wir die selbst Maßstäbe, die viele für die Energietechnologien fordern, für unseren Autoverkehr anwenden (mit zirka 4000 Toten pro Jahr allein in Deutschland), so müssten wir das Auto sofort verbieten. Warum also diese Doppelmoral?

    Noch ein Hinweis: Von Josh Fox, dem Filmemacher von "Gasland" und "Gasland II" stammt der Satz: "When you create doubt, no matter how specious your argument is … it doesn’t matter if you go out and say something ridiculous. … The whole purpose is to create inaction and create a feeling that we do not know what is happening when we actually know exactly what’s happening." - Noch Fragen?