Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Und sie dreht sich doch...

    15.11.2016, Uwe Herrmann
    Entgegen der von der NRA geäußerten Behauptung, dass liberale Waffengesetze die Menschen nicht aggressiver machen würden, zeigt die zitierte Studie wohl doch, wie unwahr diese Aussage ist - auch wenn sie gebetsmühlenartig ständig wiederholt wird. Und die Möglichkeit, auch Schnellfeuergewehr zu besitzen und ggf. zu benutzen lässt Düsteres ahnen. Vor allem wenn man dann auch noch in Betracht zieht, dass die überwiegende Zahl der Opfer aus der afroamerikanischen Bevölkerung, die Schützen hingegen aus der weißen Bevölkerung kommen und Herr Trump ein Anhänger der NRA-Positionen ist, lässt mich nur noch grausen.

    Es wurde zwar nicht der Einfluss auf die Zahl der Delikte untersucht. Eines lässt sich aber sicher sagen: Wer erschossen wurde, kann nicht wieder lebendig gemacht werden - auch nicht, wenn der Schuss ein "Versehen" war oder durch fragwürdige Gesetze legitimiert ist.

    Ich kann nur hoffen, dass Europa niemals dem "Vorbild" der USA folgen wird - es kommen auch so zu viele Menschen durch Waffen zu Tode. Und jeder Tote ist einer zuviel.
  • Ach was?

    15.11.2016, Desu Desu
    Also: Wenn der Mensch gezwungen ist, sein Gegenüber anhand von Kurzmeldungen zu kategorisieren, wendet er Heuristiken an, die meistens - aber nicht immer - zutreffen. Wer hätte das gedacht?

    Die (Über-)Interpretation wird in vielen Fällen kaum unbewusst sein (letzter Satz), wenn man Aussagen einschätzen MUSS, was man normalerweise vielleicht gar nicht gemacht hätte.
  • Falscher Weg

    15.11.2016, Der Weltgeist
    Das ist der falsche Weg. Aber nicht nur wegen des Algorithmus. In einer Demokratie werden verschiedene politische Willensbekundungen idealerweise in den verschiedenen Parteien gebildet. Idealerweise durch Auseinandersetzungen und Wahlen an der Basis der Partei(en), wo dann auch Spitzenpersonal gewählt wird, das zum gebildeten politischen Willen passt und so diesen glaubwürdig vertreten kann.

    Wenn sich die vom Parteiestablishment gegen den Herausforderer und gegen die Basis aufs Pferd gehievte Kandidatin ihr Tun von einem Algorithmus diktieren lässt ist der genannte Idealzustand der Parteien-Demokratie praktisch an jeder Stelle der Hierarchie pervertiert. Und das beobachtet man derzeit nicht nur in den USA.

    Das Unwohlsein großer Teile der Bevölkerung hat also eine real Ursache.

    Nur ist Trump nicht die Lösung sondern die Karrikatur des Problems: der Algorithmus lautet hier nämlich: begin randomize(); do rand(1); while (president); end;
  • optional

    14.11.2016, Marc
    Genau der richtige Weg für die Geisteswissenschaft! Auch die Sozialwissenschaft würde stark davon profitieren, die empirisch-quantitative Schiene weiter auszubauen. Zwar hat sie zur Zeit den Geisteswissenschaften noch was voraus, das würde sich aber mit diesem Weg vollkommen ändern. Gerade die Sozialwissenschaft würde auch sehr stark von Big Data profitieren (und tut es ja bereits jetzt zum Teil schon).
  • Wirkung und Nebenwirkung

    14.11.2016, J. Fischer
    Ich weiß ja nicht, wie krass dieser Gedächtnisverlust ausfallen soll, aber gerade für medizinisches Cannabis scheint er mir irrelevant.
    Wer bekommt den schon medizinisches Cannabis, und dann auch noch dauerhaft?
    In Deutschland wahrscheinlich noch nicht einmal Tumorpatienten.
    In der Presse liest man von einzelnen Schmerzpatienten, die einen Schein haben, weil ihnen ansonsten nicht einmal Opiate helfen.
    Solche Patienten haben meistens wichtigere Probleme als eine kleine Gedächtnisschwäche.
    Ob Opiate da besser wären?
    Zum Thema "Freizeitgenuss" fällt mir sofort der Alkohol ein. Was macht der bei vergleichbarer Konsumintensität kaputt?
    Fazit: Die Studie sagt für mich erstmal gar nichts Neues aus. Herr Anslinger hätte seine Freude daran gehabt.
  • Ameisen sind auch Wespen

    14.11.2016, Ernst Sauerwein
    Nur eine kleine Korrektur zu dem wie üblich sehr informativen Artikel:
    Die Ameisen gehören zur Unterordnung der Tallienwespen; Überfamilie Vespoidea = Faltenwespenartige bzw. eigene Überfamilie Formicoidea (Wikipedia).

    Ihre Feststellung "keine Wespe, sondern eine Ameise" ist also so nicht ganz richtig.

    Insbesondere ist die Giftdrüse der Ameisen homolog (von gleicher Abstmmung) wie die der (übrigen) Wespen. Der Giftcocktail (im Fall der Giftigkeit) unterscheidet sich bei allen Wespen von Art zu Art.

    Im Gegensatz zu anderen Wespen haben die Ameisen nur während der Paarungszeit Flügel, die Arbeiterinnen gar nicht.
  • Keine grandios falsche Prognose von Silver

    14.11.2016, libster
    So grandios falsch lag Nate Silver auch wieder nicht. Seine Vorhersage war, dass Clinton zu 70% gewinnt. In einzelnen Bundesstaaaten lag das Ergebnis deutlich daneben, aber nichts in einem Rahmen den man bei Prognosen nicht erwarten würde. Andere Institute habe aber wohl 99% Sieg für Clinton gesagt, das erscheint grandios falsch gewesen zu sein:

    http://fivethirtyeight.com/features/why-fivethirtyeight-gave-trump-a-better-chance-than-almost-anyone-else/

  • Untiefen

    14.11.2016, Norbert Stephan

    Der Ton und die Spitzen, die diesen Beitrag ausmachen, sind dem Thema nicht angemessen – vor allem nicht im Hinblick auf die religiösen Zusammenhänge. Die flapsige Art des Autors – als Kabarettist hätte er es auch anders und besser machen können – kann hier tatsächlich auch verletzen.

    Im Ergebnis sei mit folgendem Gedicht von Hermann Hesse geantwortet:


    Entgegenkommen

    Die ewig Unentwegten und Naiven
    Ertragen freilich unsre Zweifel nicht.
    Flach sei die Welt, erklären sie uns schlicht,
    und Faselei die Sage von den Tiefen.

    Denn sollt es wirklich andre Dimensionen
    Als die zwei guten, altvertrauten geben,
    Wie könnte da ein Mensch noch sicher wohnen,
    Wie könnte da ein Mensch noch sorglos leben?

    Um also einen Frieden zu erreichen,
    So laßt uns eine Dimension denn streichen!

    Denn sind die Unentwegten ehrlich,
    Und ist das Tiefensehen so gefährlich,
    Dann ist die dritte Dimension entbehrlich.
  • Sinn und Unsinn von Wahlprognosen.

    14.11.2016, D. Meinert
    Sonntagsfragen und ähnliche Instrumente hatten noch nie überzeugende Ergebnisse geliefert, auch wenn es in Zeiten ohne mobile und permanente Kommunikation, und mit weniger Auswahl an Parteisplittern, manchmal so aussah.
    Genausogut können die Demoskopen auf eine Befragung verzichten und direkt zu Münze oder Würfel greifen (s. mein Kommentar „Münzwurf als Wahlprognose“ in [[http://www.spektrum.de/news/warum-lagen-die-umfragen-falsch/1429125?utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=heute][Warum lagen die Umfragen falsch?]]).
    Wenn man die Wählerentscheidungen der letzten Bundestagswahl noch berücksichtigt (insbesondere einen plausiblen Stammwähleranteil), und einen Trend aus den Ergebnissen der zwischenzeitlichen Landtagswahlen ableitet, erhält man mit Zufallszahlen vermutlich ebenso zuverlässige Ergebnisse wie mit Demoskopie. Speziell der Trend zu extremistischen Parteien sollte uns dabei sehr zu denken geben.
  • Münzwurf als Wahlprognose

    14.11.2016, D. Meinert
    Gemäß allen Prognosen war ein Kopf-an-Kopf-Ergebnis der Wahl zu erwarten. Durch diese kleinsten Unterschiede war von vornherein eine seriöse Vorhersage nicht möglich. Ein Münzwurf hätte die gleiche Zuverlässigkeit.
    Begünstigt durch das US-Wahlsystem kann aber ein winziger Unterschied in der Stimmenzahl zu erdrutschartigen Verschiebungen im Wahlergebnis führen, sogar gegen die Mehrheitsentscheidung der Wähler, wie nicht erst 2000 bei der Wahl von G.W. Bush zu sehen war, und jetzt wieder, noch deutlicher (D. Trump braucht nicht die Gerichte bemühen, um seinen Anspruch durchzusetzen). Dies ist leicht mit einem einfachen Modell, basierend auf reinen Zufallsentscheidungen der Wähler und gewichtet mit den Wahlmänner-Vorgaben der US-Bundesstaaten, nachzuprüfen.
    Leider können wir in Deutschland und in Europa, ,trotz anderer Wahlsysteme, auch nicht davon ausgehen, daß derartige Umwälzungen hier nicht vorkommen können. Binäre Entscheidungen sind hier genauso Störungsanfällig, wie die Brexit-Ergebnisse zeigen; wenn es mehr Auswahlmöglichkeiten gibt, muß man eventuell die Münze durch den Würfel ersetzen, um eine Prognose zu erstellen.
  • Der große Blackout

    14.11.2016, Wolfgang Monninger, Essen
    Völlig zu Recht stellt Michael Springer in seinem Einwurf zur "Energiewende" fest: "Das größte Hindernis für den ehrgeizigen Plan stellt das launische Wetter dar." Und weiter unten: "Längerfristig wird die Energiewende nur dann eine Chance haben, wenn sich das Netz praktisch augenblicklich an das aktuelle Wettergeschehen anzupassen vermag."
    Das so beschriebene Problem ist allerdings seit Langem bekannt. Jetzt soll also ein "Intelligentes Netz", an dem EWeLiNE arbeitet, die Lösung bringen. Allerdings reicht seine Intelligenz dem Vernehmen nach nur für "ein, zwei Tage". Was geschieht am dritten Tag mit kaltem, windstillem und nebeligem Wetter??
    Ich kann einfach nicht glauben, dass auch die Intelligenz der Verantwortlichen nicht weiter reicht. Haben wir hier den Punkt erreicht, wo Schwarmdummheit zum schuldhaften Handeln wird, weil die Akteure sich nicht ihrer Verantwortung stellen wollen? Warum wird die Energiewende nicht in allen ihren Aspekten vom "Spektrum der Wissenschaft" diskutiert? Muss es wirklich den großen Blackout geben?
    Meine persönliche Antwort: Ja, es muss ihn geben, damit alle verstehen - ich möchte allerdings, dass die Verantwortlichen dafür bezahlen, nicht "der kleine Mann".
    Lesen Sie auch:
    http://www.tichyseinblick.de/meinungen/energiewende-kaskade-laesst-staedte-erzittern/
    oder:
    http://www.achgut.com/artikel/energiewende_und_blackout_the_day_after
  • Vor Jahrzehnten

    14.11.2016, Gottfried Heumesser
    gab es einen ähnlichen Unfall bei einer Darm-OP mit einem elektrisch aufgeheizten Skalpell. Wenn ich mich richtig erinnere passierte das im Kopenhagen und ging für den Patienten noch schlimmer aus.
  • Immer ruhig mit den Pferden

    13.11.2016, Planloser
    "Keine Notwendigkeit, sich überhaupt zu beeilen. Kein Bedürfnis, irgendetwas auf die Reihe zu kriegen. Ein Leben ohne Tod wäre ein Leben ohne Neugier. Gerade weil wir nur eine begrenzte Zeitspanne zur Verfügung haben, ist unser Leben so spannend."

    Entschuldigung, aber den Absatz halte ich dann doch für Quatsch. Bei einem unendlichen Leben (oder besser gesagt bei einen sehr stark verlängerten Leben) würde ich mich mit ganz anderen Dingen befassen als heute. Nicht mehr in dem Tag hineinleben sondern eine, nein 10 Sprachen lernen - Mathematik und Physik studieren - programmieren lernen. Das alles kann ich doch bei der begrenzten jetzigen Zeit gar nicht anfangen, vielmehr muss ich sehen das ich genügend Geld verdiene um mein zukünftiges Leben auf die Reihe zu bekommen denn nach 5 Jahren nach dem Schulabschluss entscheidet sich die gesamte finanzielle Zukunft - am besten noch Frau und Kinder dazu, da ist keinerlei Zeit mehr um sich selbst zu entwickeln.

    Bei einem längeren Leben könnte man das Eigentum langsamer aneignen, es wäre alles nicht so eingeengt wie heute. Um Herrn Schramm zu zitieren: "Wenn ich alles gebe, was bleibt dann für mich?"
  • Fluch und Segen

    13.11.2016, Ingo Dierck
    Interessant ist, dass in den vielen Filmen und Romanen, in denen die Unsterblichkeit Thema ist, sie stets als ein Fluch oder eine Strafe dargestellt wird. Der schließlich doch herbeigeführte Tod des Unsterblichen ist folgerichtig eine Erlösung.
  • Das Rätsel des Merkurs

    13.11.2016, Habnix
    Super!

    Guter Artikel