Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Uns fehlt Gelassenheit und Zutrauen

    03.02.2013, Volker Seitz
    In unserer Einstellung zu Afrika und den Afrikanern fehlt uns Gelassenheit und Zutrauen, viel schlimmer, wir entmutigen sie mit immer neuen trügerischen Versprechungen. Entwicklungshilfe ist keine Hilfe, sondern bestärkt Afrika in seiner Unselbständigkeit. Die Entwicklungsshilfeindustrie hat die starke Tendenz, den Afrikanern vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben haben. Haben denn alle die besondere Kompetenz, um den Afrikanern zu helfen sich aus der dauerhaften Abhängigkeit von ausländischem Beistand zu befreien? Die Entwicklungen in Afrika sind keineswegs vom Himmel gefallen. Fast überall, wo immer mehr junge und ältere Afrikaner verarmen, haben die Regierungen in den zurückliegenden Jahren versäumt ihre Politik nach den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten. Das riesige Wachstumshemmnis Korruption wird bei uns leider immer noch kleingeredet. Diese Wohlstandsverluste kann keine Hilfe von außen ausgleichen.Spektakuläre Erfolgsfälle wie Botswana, Ruanda, Mauritius, oder Ghana versuchen sich von jeder Hilfe zu lösen oder traten ganz ohne Hilfe ihre Höhenflüge an.
    Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"
  • Sexismus

    03.02.2013, Nonnen
    Die Gender-Mainstream-Ideologie hat uns doch permanent eingeredet, es gäbe nicht „typisch weibliches“; was wundert, dass Mann glaubt, Frauen denken und empfinden genauso wie er. Wenn dazu noch durch das Gender „social engineering“ die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität von Frauen zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows usw.) Die Kommunikationswissenschaftlerin Petra Grimm hat bereits 2010 erkannt: Mädchen ziehen zunehmend Selbstbewusstsein daraus, Jungen als Sexobjekte zu dienen. [Siehe Buch „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie", 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013]
  • Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivtätsstörungen häufig ein Problem mit Ursachen im Elternhaus

    02.02.2013, Bernd Günther
    In unserer täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und deren Eltern stellen wir regelmäßig fest, dass die von allen Seiten beklagte ADHS häufig ihren Ursprung in der Unaufmerksamkeit und der Stressbelastung der Eltern hat. Wir erzeugen uns unsere ADHS-Kinder selbst, wenigstens zu großen Teilen. Eltern überfordern Kinder mit den unterschiedlichsten Reizen; Ruheinseln im Alltag sind selten geworden. Es gibt kaum noch Zeit, gemeinsam mit den Kindern zu sprechen oder zu spielen. Das Fernsehen, der Computer, die Konsole, das Handy- der Tag ist bis zu seinem abendlichen Ende voll von Reizen, die eben gerade nicht förderlich für die Entwicklung des Kindes sind. Viele neurobiologische Studien belegen dies heute eindeutig. Die ADHS ist eben gerade dadurch gekennzeichnet, dass diese Kinder komplexe Verhaltensweisen, wie das Steuern von Impulsen, die Planung von Handlungen oder die Fähigkeit, bewusst Verhalten zu unterdrücken, nur unzureichend beherrschen. Diese Fähigkeiten muss man einüben, idealerweise schon in sehr jungem Alter von zwei bis drei Jahren. Hier müssen die Eltern bewusst mit ihren Kindern arbeiten, auch wenn es nach einem stressigen Alltag nicht immer leicht fällt. Fernsehen und Co. verhindern, sich bewusst kontrollieren zu müssen. Aber gerade darum geht es: Um die Fähigkeit, Verhaltensimpulse nach Ansage durch die Eltern/Lehrer/später Ausbilder und Vorgesetzte, zu hemmen. Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir diese Entwicklung der ADHS-Fallzahlen deutlich verringern könnten, wenn wir uns wieder mehr auf eine bewusste Erziehung im Elternhaus einlassen würden.
  • Über Mode und andere Krankheiten

    02.02.2013, Christian Ermisch
    Ich bin mir darüber bewusst, dass ich im Bereich Psychologie nicht dem Mainstream folge. Insofern entschuldige ich mich dafür, dass ich der festen Überzeugung bin, dass es falsch ist, Menschen Medikamente zu geben, um sie dem Umfeld anzupassen. Mein Bestreben ist es eher, das Umfeld so zu modifizieren, dass Menschen auch ohne Drogen ein gutes Leben führen können. Ich empfehle die Bücher von Prof. Dr. Gerald Hüther, der einige aufschlussreiche Versuche in Bezug auf ADHS gemacht hat.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
  • Artisextrem 2012

    02.02.2013, Kunibert Hurtig
    Wesentliche Informationen werden im Bericht nicht erörtert bzw. genannt. Die Ursache des Sturms lagen wohl auch an extremen Temperaturen, die zu dem Zeitpunkt in der Arktis herrschten. Diese wiederum hatten Ihre Ursache in einem plötzlichen Anstieg des Methangehaltes in der Atmosphäre. Berichtet wurde dies hier:

    http://www.nasa.gov/topics/earth/features/arctic-storm.html

    und hier:

    http://arctic-news.blogspot.de/2012/09/high-september-2012-methane-levels.html

    hier finden sich ebenfalls Informationen:

    http://global-warming.gather.com/viewArticle.action?articleId=281474981332273

    Zusammengefasst und mit eignen Auswertungen versehen kann man die Summe der Berichte hier einsehen:

    http://www.klimafreak.de/BerichtUndBlogs/Klimawandel(XXVI)Arktisextrem2012.html

    Man muss wirklich nicht allzu viel dazu aussagen, denn die Informationen sprechen für sich und sie verheißen nichts Gutes für dieses Jahr, denn das Methan hat eine Standzeit von 9 – 15 Jahren in der Atmosphäre und die Methanhydrathaltigen Schelfe vor der Kanadischen und Sibirischen Küste werden nicht aufgehört haben, ihre segensreiche Fracht aus dem Untergrund zu entlassen. Unter dem neuen Eis versammelt, wird das Methan spätestens Ende Mitte Juni – Anfang Juli die Bruchflächen durchstoßen und dem Nordpolarkreis so wie den angrenzenden Gebieten wieder einen warmen Sommer bescheren.
    Ob sich jemand darauf freuen sollte? Ich weiß es nicht, glaube es aber kaum, denn hier

    http://de.wikipedia.org/wiki/Positive_R%C3%BCckkopplung

    wird beschrieben was geschieht. Aber auch in einigen Ausgaben von Spektrum war in der Vergangenheit einiges dazu gesagt worden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kunibert Hurtig
  • Es gibt eine einfache Erklärung für die Zunahme von ADHS Diagnosen.

    02.02.2013, Roy O'Finnigan
    Man muss sich nur klar machen, dass zwar bei allen Menschen die Stresskurve in etwa gleich ist aber nicht die absolute Stresstoleranz (siehe http://royofinnigan.blogspot.de/2013/01/omnisophie-unterscheidung-verschiedener.html)

    Es gibt Kinder, deren Stresskurve liegt ganz links, das sind die stillen Denker. Oft werden sie auch als Streber bezeichnet.
    Dann gibt es welche, die liegen in der Mitte. Die sind Systemkonform.

    Diejenigen, deren Stresskurve ganz rechts liegt werden als Zappelphillipp bezeichnet. Je weiter Rechts sie liegt, desto wahrscheinlicher ist, dass ADHS diagnostiziert wird.

    Die Stresskurve der Lehrer liegt in der Mitte. Deshalb können sie mit der Stresstoleranz der Kinder, deren Stresskurve weiter rechts liegt, nicht mithalten. Problematisch ist es auch für Eltern mit Kindern umzugehen, deren Stresskurve weiter rechts liegt als ihre.

    Ritalin macht nichts anderes, als die Stresskurve nach links zu verschieben. Dadurch werden die Kinder Systemkonform gemacht.
    Das Problem ist, dass in unserer Gesellschaft das Systemkonforme, also die Menschen, deren Stresskurve in der Mitte liegt als normal bezeichnet werden. Normal ist gewünscht, Abweichungen müssen Behandelt werden. Die Toleranz gegenüber Abweichungen wird immer geringer durch ständig zunehmende Regeln, Gesetze, Verordnungen, Einschränkungen, Arbeitsverdichtung etc.

    Die Menschen, deren Stresskurve weiter links liegt, haben auch ein riesiges Problem. Da ihr Anteil aber unter 10% liegt, werden sie kaum wahrgenommen. Trotzdem leiden auch sie unter dem Systemkonformitätswahn unserer Gesellschaft.
  • Von wegen Pflanzen nach Maß

    01.02.2013, Edith Sachse, Burggrumbach
    Es ist nicht zutreffend, dass das Einschleusen fremder Gene in das Erbgut von Nutzpflanzen keine unerwünschten Nebeneffekte hat, wie uns das die Autoren glauben machen wollen. Die auftretenden morphologischen und pflanzenphysiologischen Veränderungen der Pflanze werden nur leider von Seiten der Biotechnologie ignoriert oder zumindest vernachlässigt, da die Fragestellungen ihrer Experimente sehr eng gesteckt sind und keine Untersuchung der auftretenden Veränderungen zulassen. Die Ursachen und Auswirkungen von unbeabsichtigten Veränderungen in Transgenen sind wenig untersucht, aber es gibt sie! Bereits 1999 wurde nachgewiesen, dass Roundup-Ready-Soja hitze- und stressempfindlicher ist, außerdem kleiner, verzweigter und mit einem niedrigerem Frischgewicht und Chlorophyllgehalt ausgestattet. Der Ligningehalt und der Hormonhaushalt der Pflanze verändert sich durch die Genmanipulation. Wenn das keine unerwünschten Nebenwirkungen sind!
    Die Autoren schreiben selbst vom „Zufallsprinzip“, nach dem bis vor Kurzem artfremde Gene in Pflanzengenome integriert wurden, was unerhört ist, wenn man weiß, dass gerade auch die Abfolge der Gene und ihr Zusammenspiel wesentlichen Einfluss auf die Eigenschaften der Pflanze nehmen. Selbst bei genauer Lokalisierung des Integrationsorts bleiben unendlich viele Unwägbarkeiten: Sequenzänderungen, Deletionen, Fragmentinsertionen und Füll-DNA sind Veränderungen, die bei Gentransfer häufig auftreten, aber hier einfach verschwiegen werden. Zudem spielen die jeweiligen Umweltbedingungen eine gravierende Rolle bei der Ausprägung des Phänotyps der genveränderten Pflanze. Epigenetik ist hier das Stichwort. Das kann vor allem auch auf den Sekundärstoffwechsel (z. B. Gifte, Harze, Carotinoide, Duftstoffe u. v. a.) gravierende Auswirkungen haben, die gar nicht sofort als solche erkannt werden und erst viel später zum Tragen kommen.
    Selbst das Umweltbundesamt schreibt 2002: „Gene wirken niemals isoliert, ihre Wirkung wird durch den genetischen Hintergrund (also alle anderen Gene, Anm. d. Lesers) und die Umwelt (mit)bestimmt.“

    Noch ein Wort zur Verwendung von Resistenzgenen als Marker: Schlimm genug, dass Antibiotika-Resistenzgene beim Menschen schon vorkommen. Muss man sie durch verantwortungslosen Einsatz in der Gentechnik auch noch vermehren und Menschenleben aufs Spiel setzen, wenn kein Antibiotika mehr wirkt?

    Zur eingebauten Schädlingsabwehr mittels Bt-Genen in Mais wird im Artikel folgendes verschwiegen: das eingebaute Gift wirkt leider auch auf so genannte Nichtzielorganismen, wie z. B. verschiedene Schmetterlinge, Motten und parasitäre Insekten und kann sie beeinträchtigen oder gar töten. Zudem ist das Gift in hoher Konzentration im Mais enthalten und gelangt so ins Viehfutter und reichert sich über Erntereste und Dung im Boden an. Untersuchungen zu den Folgen für die Pflanzenfresser und Bodenlebewesen gibt es leider kaum.

    Neben Neugier, Forscherfreude und dem Willen zur Verbesserung landwirtschaftlich wichtiger Eigenschaften von Pflanzen ist wohl auch die Befriedigung von Industrie-Interessen als wichtige Triebkraft für Pflanzenzüchter, insbesondere im Bereich der Gentechnik zu nennen. Fast alle Saatgutfirmen sind heute in Konzernhand und entweder mit der Pflanzenschutzindustrie eng verbunden oder gar mit ihr identisch. Die Lobby, die auf die Saatgutforschung einwirkt, ist sehr finanzkräftig und mächtig. Die Industrie hat vor allem an den Genpflanzen ein spezielles Interesse, da sie hier gleich mehrere Geschäfte auf einmal machen kann: Die Pflanzen sind patentiert und dürfen von den Landwirten nicht nachgebaut werden. Die Bauern müssen jedes Jahr neues Saatgut kaufen und erhalten nur eine Lizenz für den Anbau. Bei Roundup-Ready-Pflanzen muss auch das entsprechende Herbizid der gleichen Firma gekauft werden. Insofern stimmt die Überschrift aus dem Artikel: „Kommerzieller Großerfolg“. Dass dabei die Landwirte vor die Hunde gehen, weil sie immer größere Probleme mit Resistenzen ihrer Pflanzen bekommen und bei großflächigem Besprühen der Felder mit Flugzeugen massive gesundheitliche Probleme der Anwohner auftreten, wird hier geflissentlich unterschlagen.

    Auch weitere Problemfelder der Agro-Gentechnik wie Koexistenzfragen, Nichtrückholbarkeit und Bedrohung der Artenvielfalt werden im Artikel von Jung und Möhring völlig außer Acht gelassen. Es entsteht so der Eindruck, die Gentechnik bei Nutzpflanzen sei zwar mit ein paar kleinen technischen Problemen behaftet, aber dank „genauer Kenntnis der Zielgene und ausgeklügelter Technik“ ein Segen für die Züchtung. Der Übergang zwischen biotechnologischen Methoden in der konventionellen Züchtung und dem, was gemeinhin als „Agro-Gentechnik“ bezeichnet wird, nämlich dem Einfügen artfremder Gene in das Genom einer Nutzpflanze, wird irreführend als fließend dargestellt.

    Zugutehalten muss man den Autoren, dass sie als Motivation für die Agro-Gentechnik nicht die Befriedigung des Welthungers anführen. Denn dieses Argument ist längst widerlegt. Soja, Raps, Mais und Baumwolle sind die zurzeit genutzten Transgenpflanzen. Sie dienen nicht der Ernährung in den Entwicklungsländern, sondern größtenteils der Fütterung unserer Masttiere! Spätestens seit dem Erscheinen des Weltagrarberichts ist klar, dass der Hunger auf der Welt nicht mit industrieller Landwirtschaft, wie sie die Gentechnik impliziert, gelöst werden kann. Nur eine klein- und mittelbäuerliche, nachhaltige und vielfältige Landwirtschaft wird in der Lage sein in Zukunft die Menschheit zu ernähren.

    Auch wenn im Anschluss und im „Kasten“ noch auf alle möglichen humanitären oder der Menschheit zuträglichen Zwecke der Gentechnik verwiesen wird, erscheint es fast wie eine Farce, wenn im letzten Kapitel mit aufgesetzter Ehrfurcht vor der Biologie des Lebens bekannt gegeben wird, dass man die Rückschläge der letzten 30 Jahre zwar zur Kenntnis nimmt, aber dennoch weiter „genauer hinschauen“ wird, frei nach dem Motto „Wir wissen nicht was wir tun, aber wir fangen schon mal damit an.“

    Siehe dazu auch:
    Das unterschätzte Risiko, Interviews mit neun WissenschaftlerInnen zum Thema gentechnisch veränderter Pflanzen, Greenpeace, Hamburg, 2005

    Antwort der Redaktion:
    Wegen den von Ihnen genannten Aspekten haben wir zur Ergänzung des Artikels ein Interview mit Dr. Angelika Hilbeck von der ETH Zürich geführt, das diese Probleme
    anspricht. Sie finden es im Anschluss des Artikels im Heft oder online unter: http://www.spektrum.de/artikel/1178954

    Die Redaktion
  • Eulen Halswirbel

    01.02.2013, Lothar Ristau
    Eulen haben außerdem 14 Halswirbel statt 7 bei den Säugetieren
  • Super-Beitrag zum Thema

    01.02.2013, Nea Matzen
    Der beste Text, den ich bisher zum Thema gelesen habe. Glückwunsch!
  • Falsifizierbarkeit einzig tragfähiges Kriterium

    01.02.2013, Till Schauen
    Einer der wichtigsten SdW-Artikel der letzten Jahre! Die Falsifizierbarkeit ist das einzige tragfähige Kriterium, das wissenschaftliche Arbeit von Esoterik und geschlossenen Weltbildern unterscheidet. Sie zu korrumpieren (gar zu Gunsten publizistischer Gewohnheiten) ist brandgefährlich. Ein System für Wiederholbarkeit ist längst überfällig.
  • Internationale Hilfsprogramme unter der Lupe

    01.02.2013, Dieter Krogmann
    Der Beitrag vermittelt den Eindruck, daß eine fachmännische "Vorort-Betreuung" bei "Entwicklungshilfeprojekten", was hinter diesem Begriff auch immer versteckt sein möge, kaum vorhanden zu sein scheint.

    Die Aussage im Beitrag von Natasha Gilbert:
    "Die bei klinischen Medikamententests etablierten Prüfverfahren könnten da vielleicht helfen."
    ....vermittelt die Mutmaßung, daß sich unter dem Begriff "Entwicklungshilfe" hauptsächlich u. a. schlichtweg Forschungen der Pharmaindustrie verbergen. Afrika - das ideale Areal, um den Homo sapiens als Versuchskaninchen möglichst "effizient" zu nutzen.

    Wenn von der Geberseite so naiv-unprofessionell gearbeitet wird, dann braucht sich die "Entwicklungshilfe-Industrie" nicht zu wundern. Es wären unter anderem auch die "Löcher" zu untersuchen, in denen ein nicht unerheblicher Teil von "Entwicklungshilfegelder" zweckentfremdet verschwinden.
  • Entwicklungshilfe = Hilfe zur Entwicklung?

    01.02.2013, Paul R. Woods
    Generell kann ich zustimmen, wenn gesagt wird, dass Entwicklungshilfe wenig hilft, die Entwicklung bei der Zielgruppe, sei es Land, Region, Wirtschaftssektor oder Bevölkerungsschicht, voran zu bringen.

    Jedoch ist die Betrachtung der Zielgruppe alleine eine starke Einschränkung, die es zu hinterfragen gilt.
    Alleine schon die Verschiebung von „Entwicklungshilfe“ hin zu „wirtschaftlicher Zusammenarbeit“ zeigt deutlicher an, worum es eigentlich geht.

    Wenn in einem Land wie Nigeria ein zeitlich und regional begrenztes Projekt darauf ausgerichtet ist, Transparenz in der öffentlichen Finanzplanung und Rechnungslegung zu erreichen oder in den Salomonen das Bildungswesen vereinheitlicht werden soll, ohne dass die privaten Schulträger gesetzlich verpflichtet werden, die gleichen Bewertungskriterien bei allen Schülern anzuwenden, dann zeigen schon diese beiden Beispiele auf, dass diese Projekte von vornherein nicht auf Erfolg aus sein können.

    Es stellt sich daher eher die Frage, was mit dieser Art Entwicklungshilfe erreicht werden soll.
    Eine Antwort ist die Schaffung von positiver Haltung gegenüber den Geldgebern. Dies dient unter anderem auch der Sicherung des Zuganges zu Rohstoffen und der Erhaltung von Absatzmärkten. Wobei es seit einigen Jahren ganz offensichtlich darum geht, dem Einfluss der Volksrepublik China zu begegnen.

    Es sollte aber auch ganz ehrlich gesagt werden, dass der Bereich „Entwicklungshilfe“ einen gigantischen Markt mit Milliarden (Euro oder US Dollar ist egal) Umsätzen darstellt. Von oben bis unten und seitwärts bietet dies vielen Menschen in aller Welt Arbeit, beginnend mit dem Ministerium, GIZ, Welthungerhilfe und all den vielen anderen NROs sowie den Stiftungen von Parteien und BeratungsßFirmen. Im Rahmen der EU gibt es ein ACP-Sekretariat in Brüssel (Africa, Carribean, Pacific) und sowohl in Belgien als auch in den jeweiligen Ländern entsprechende Durchführungsbüros. Auflagen wie Lieferbindungen und der Bedingung, dass nur Angehörige der Finanzierungsstaaten als Berater eingesetzt werden dürfen, sorgen dafür, das erheblich Anteile der Gelder gar nicht in die ärmeren Regionen abfließen, sondern dort bleiben, wo sie herkommen.

    Die Einzelanalyse von Projekten ist daher ohne die Einbeziehung aller Nebeneffekte wenig aussagefähig. Was nicht sagen soll, dass nicht viel Geld verschwendet wird. Aber dafür braucht man nicht auf die sogenannte „3. Welt“ zu schauen.
    Für Verschwendung gibt es in Deutschland genug Beispiele. Nein, nicht die üblichen Verdächtigen, sondern beispielsweise Müller-Milch (eine der größten EU-Agrarsubventionsempfänger).

    Aber je nach Wunsch des Zuhörers kann ich "gute" oder "schlechte" Projekte aus meinem eigenen Einsatzbereich aufzählen.
  • Fragwürdige Form der Beurteilung oder fragwürdige Kritik?

    31.01.2013, Uli
    Über den Sinn oder Unsinn von Rankings und ihren Methoden zu streiten ist sicher notwendig, doch wenn ich den obigen Artikel lese kommt mir eher die Kritik an dem Verfahren fragwürdig vor. Besonders fragwürdig wird es, wenn einem Ranking Desinformation vorgeworfen wird, weil eine bestimmte Publikation nur einen Teil der erhobenen Indikatoren veröffentlicht. Das ist doch nicht der Fehler des Rankings!

    Doch nun zurück zur Inhaltlichen Kritik. Dort wird insbesondere auf die mangelnden Rücklaufquoten der Befragungen der Studenten hingewiesen. Doch in diesem Fall müssen sich die betreffenden Fakultäten wohl eher fragen, warum die Rücklaufquoten so schlecht sind? Liegt es womöglich an mangelndem Interesse der Studenten?

    Berechtigt erscheint mir nur die Kritik der Gleichmacherei.

    Ich muss meinem Vorkommentator an einer Stelle recht geben, für die Qualität der Lehre eines bestimmten Fachbereichs ist die Menge seiner Fachpublikationen tatsächlich völlig aussagelos. In vielen Diskussionen zum Thema Lehre werden derartige Fehler gemacht.
  • Pro internationales Studienregister mit Anmeldepflicht

    31.01.2013, Ines Eue
    Nun ist das Thema Nichtreproduzierbarkeit/Murks/Betrug auch im Spektrum der Wissenschaften angekommen. Das "Laborjournal" deckt seit Jahren gepfuschte Studien und Betrug in den Life Sciences auf und man ist immer wieder schockiert.

    Zum Artikel von Ed Young möchte ich zum einen anmerken, dass es, wenn man über Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Daten spricht, vielleicht nicht so ganz ratsam ist, ein Fachgebiet wie die Psychologie mit ihren semiquantitativen Mess-, Auswerte- und Konklusionssystemen, die von diversen Unwägbarkeiten bzw. Subjektivitäten beeinflussbar sind, als Grundlage zu nehmen. Genexpressionsstudien, wie sie im Artikel auch angeführt sind, halte ich für aussagefähiger. Normalerweise sollte ja zumindest eine In-vitro-Studie unter den angegebenen Laborbedingungen überall die gleichen Daten liefern. Inwiefern "kulturelle Eigenheiten" in Fernost die Ursache für andere oder signifikantere Ergebnisse als in westlichen Ländern sein soll, erschließt sich mir nicht. Dazu kann ich nur meine Erfahrungen mit chinesischen Kollegen aus meiner Postdoc-Zeit in den USA beisteuern, wo es (ohne ein großes Geheimnis draus zu machen) üblich war, aus einer Triplikate-Messreihe denjenigen Wert herauszustreichen, der am weitesten von der gewünschten These abwich. So viel zum Thema "kulturelle Unterschiede" …

    Unterstützen möchte ich dringend die Idee eines internationalen Studienregisters, bei dem jede Studie vor Beginn registriert wird mit definiertem Ziel, Endpunkt und Messparametern und der definierten Pflicht zur Publikation, unabhängig davon, ob das Ergebnis positiv oder negativ ausfällt. Solange es eine solche Objektivierbarkeit nicht gibt, bleiben alle Publikationen das, was sie im Moment sind: begrenzt aussagefähig und begrenzt vertrauenswürdig. Und in erster Linie nicht dem Fortschritt oder der Gesundheit bzw. dem Wohl von Patienten dienend, sondern dem eigenen Ego, der Karriere oder wissenschaftspolitischen Ränkespielchen. Die Wissenschaftsgemeinde sollte endlich ihrer Verantwortung für eine belastbare und aussagefähige Forschung nachkommen. Im Moment beobachte ich angesichts von ständig neu aufgedeckten Plagiatsskandalen und Betrugsfällen in der Wissenschaft einen grassierenden Moralverfall und eine Situation, in der man sich nicht wundern muss, dass das Ansehen von Medizinern und Naturwissenschaftlern inflationär verfällt. Das zu ändern können wir nur selbst tun.
  • Eine begrüßenswerte Kritik

    31.01.2013, Rainer Hartmann, Bad Soden am Taunus
    Der Artikel passt bestens zu dem Buch: "Auf dem Holzweg durchs Universum" und ist sehr zu begrüßen, da er anregt, sich kritisch mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu befassen.
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