Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Fragliches Resümee

    09.04.2013, Helmuth B. (4 Kinder)
    Die Verfasserin des Artikels resümiert, dass sich nur die Ausbildung der Erzieherinnen verbessern müsste, dann wären Krippen etwas Positives für Kinder. Nach allen Verdachtsmomenten, die sie beschreibt, müsste man allerdings viel eher fordern, dass Krippen (im Gegensatz zu Kindergärten!) besser geschlossen würden. Dies wäre ohne weiteres möglich, wenn man bereit wäre, die Erziehungsleistung von Eltern zu entgelten. Und das ist ohnehin überfällig.
  • Qualität statt Quantität!

    08.04.2013, Dr. Leonard Burtscher
    Liebe Frau Ahne, vielen Dank für Ihren hervorragenden Bericht! Selbst Vater von zwei kleinen Kindern und intensiv mit der Krippendiskussion befasst, schätze ich es sehr, dass Sie hier die viel zu selten genannte QUALITÄT in den Vordergrund der Diskussion stellen.
    Ich möchte Sie auffordern, Ihren Artikel auch in einer großen Tages- oder Wochen-Zeitung einzureichen und damit einen noch größeren Leserkreis erreichen. Es ist erschreckend, wie sehr in den großen Zeitungen lediglich die Quantität der Betreuungseinrichtungen eine Rolle spielt - als ob man hier nicht sein junges Kind, sondern einen Regenmantel "abgibt"!
  • Schwangere verhungern nicht

    08.04.2013, Dr.med. Josef Peter Kosek, Gütersloh
    Der Artikel "Rettende Geburt" (April 2013) enthält schiefe Aussagen und das Original (Proceedings of the Natianal Academy of Sciences of the United States of America vol 109 Nr. 38) ist inhaltlich angreifbar.
    Die Hypothese von Dunsworth et al. ist benannt: "energetics of gestation and growth" also Energieumsatz (entsprechend Metabolismus) bei Schwangerschaft (auch Dauer der Schwangerschaft) und Größe (des Fötus, speziell dessen Kopfes). Also nicht, wie in SdW dargestellt, "Energie, Schwangerschaft und Wachstum". Das ist doch ein wesentlicher Unterschied.
    Dass "eine werdende Mutter ihr Baby ungefähr 18 bis 21 Monate lang in ihem Bauch tragen müsste, damit sein kognitiver Status bei der Geburt in etwa dem eines neugeborenen Schimpansen entspricht", haben die Autoren nach einer Einschätzung von A. Portmann aus dem Jahr 1969 zitiert ("to be born at neurological and cognitive developmental stage"). Zwischenzeitlich sind fast 45 Jahre hocheffektive Neuroscience ins Land gegangen und wir wissen, dass die Verschaltung von Neuronen verschiedener Gehirnabschnitte ein lebenslanger Prozess mit Bahnung und Depression von Informationen ist. Der Mensch verschaltet da ein Vielfaches mehr als Menschenaffen. Somit kann man den Vergleich zwischen Mensch und Schimpansen hinsichtlich neurologischer und kognitiver Entwicklung bei der Geburt und in Relation zur Tragezeit als unhaltbar zu den Akten legen. Es kommt nur zum Teil auf die relative Größe des Gehirns im Vergleich zum Körper zum Zeitpunkt der Geburt an, vielmehr entscheidet, was sich daraus entwickelt.
    Die zentrale Aussage des Originalartikels, wonach die Schwangerschaftsdauer nicht von der Relation von Kindsgröße zu mütterlicher Gebärmutter und dem Beckenausgang, sondern von dem Gleichgewicht des Metabolismus zwischen Kind und Mutter abhängt, ist in dieser apodiktischen Form sicher nicht richtig. Werdende Mütter zehren in den letzten Monaten der Schwangerschaft nicht aus, selbst wenn deren Stoffwechsel zu dieser Zeit katabol sein sollte. Sie nehmen durchschnittlich 12 bis 16 kg bis zum Ende der Schwangerschaft an Gewicht zu, wobei dies zur Hälfte einerseits auf den Zuwachs von Gewicht der Gebärmutter, Plazenta, Fruchtwasser, Kind, Brust- und Blutvolumen der Mutter und andererseits auf Zuwachs an Fettgewebe und eingelagertes Wasser im Organismus der Mutter zurückzuführen ist. Schwangere würden nicht verhungern, auch wenn das Kind noch einige Monate länger auszutragen wäre. Sie haben bei der Geburt nach neun Monaten erhebliche Energiereserven angespart.
    Schließlich verweisen die Autoren darauf, dass die Gehirngröße der Feten weniger als 30 Prozent jener der Erwachsenen ausmacht, wogegen etwa Schimpansen 40 Prozent an Gehirngröße im Vergleich zu erwachsenen Schimpansen auf die Welt bringen. Der Vergleich ist frei von jeglicher wissenschaftlicher Bedeutung, um nicht zu sagen absurd. Es wird richtig darauf hingewiesen, dass die Gehirngröße Neugeborener fast die Hälfte größer ist als jene von Gorillababys. Selbstverständlich, denn Menschen haben mindestens dreimal so viele Neurone wie Menschenaffen. Aber der erhebliche weitere Zuwachs an Gehirnmasse bis zum Erwachsenenalter kommt nicht durch zusätzliche Nervenzellen zu Stande, denn die bringt jedes Individuum bereits in nahezu voller Zahl bei der Geburt mit sich, sondern durch die noch zu bildenden Synapsen zwischen den Zellen sowie dem Wachsum von Hirnzellen und Gliazellen. Das ist eine lebenslange Angelegenheit.
    Würde das Gehirn der Kinder bei Geburt 40 Prozent der Größe jenes von Erwachsenen ausmachen, so wären dies knapp 600 ml Organmasse statt jetzt 450 ml oder 12 cm Kopfdurchmesser statt derzeit 9 cm. Die Autoren halten dies physiologisch für durchaus machbar. Große moderne Frauen könnten solche Kinder gebären. Und es sei die Größe des Kindes gewesen, die die Größe des Beckens der Frau bestimmt habe, nicht die Größe des Beckens begrenze die Maße der Neugeborenen. Hier ist Wissenschaft und Spekulation vermischt. Heutzutage würden weder die Gebärmutter noch die Geburtswege einen derartigen Massenzuwachs unbeschadet aushalten. Die Anatomie der Frau müsste erheblich anders aussehen.
    Dass der Geburtstermin, genetisch bedingt, tief greifende hormonelle Veränderungen bei der Frau voraussetzt und der Gebärmuttermund sich erst dadurch öffnet, ist in dem Originalartikel mit keinem Wort erwähnt. Man sollte die "EGG-Hypothese" aus Distanz betrachten.
    Was also bleibt von EGG? Es ist eine Hypothese, die noch dazu überhaupt nicht in die heutige Zeit passt, denn die Zahl der Risikoschwangerschaften würde bei diesen Riesenkindern exponentiell steigen. Eine interessante Form der Geburtenregulierung.
  • Zur Politik

    07.04.2013, Fritz Kronberg
    Das ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass gut gemeint das Gegenteil von gut ist. Dieser Artikel gehört den Familienpolitikern aller Parteien um die Ohren gehauen. Den Grünen und Sozialdemokraten, weil sie den politischen Druck aufgebaut haben, der zu diesem unsinnigen Gesetz geführt hat, und der Union, wie auch der FDP, weil sie diesem Druck wegen vermuteter besserer Presse nachgegeben haben.
  • Limitierter Schaden ist keine Empfehlung

    07.04.2013, Oma Helene (76)
    Der Artikel in einem Satz zusammengefasst: Krippenbetreuung schadet Kindern zwar, aber sie schadet nicht allen Kindern gleich viel, und meistens ist der Schaden eher geringfügig. Achso.
    Worauf gründet sich bloß die politische Empfehlung, die ja sogar ab demnächst mit einem Rechtsanspruch auf Krippenplatz abgesichert werden soll?
  • Mehr "Widers" als "Fürs"

    07.04.2013, Dr. Dorothea Böhm
    Nehmen wir mal kurz an, Krippenbetreuung sei der Elternerziehung im Ganzen gleichwertig. Wieso Krippenkinder momentan (indirekt über Subventionen) vom Staat monatlich ca. 1000 Euro erhalten, während Familienkinder leer ausgehen, ist dann immer noch schwer zu erklären und kann man auch diesem differenzierten Artikel beim besten Willen nicht entnehmen.
  • Zweischneidige Sensation

    06.04.2013, Wolfgang Huß
    Es scheint mir, als wenn der Nachweis des Higgs-Bosons – und folglich der indirekte Nachweis des Higgs-Felds – in mehrfacher Hinsicht eine Sensation ist; und zwar eine zweischneidige: In einem Nebensatz bemerken Sie zu recht, dass sich das Higgs-Feld "durchaus mit einem allgegenwärtigen Äther vergleichen" lässt. Darf ich Ihre Anmerkung als Aufforderung zum Überdenken der gängigen Interpretation des Michelson-Morley-Experiments verstehen, nach der es keinen Äther gibt?

    Wenn ich es recht sehe, zielt Ihr Artikel, mit Hilfe des grandiosen Nachweises des Higgs-Bosons durch den LHC, auf einen generellen Wert der Vorhersagen der heutigen theoretischen Physik ab. Ich möchte diesen Wert nicht grundsätzlich in Frage stellen, denn im Fall des Higgs-Bosons waren die diesbezüglichen, langjährigen Hoffnungen offensichtlich gerechtfertigt.

    Im Augenblick der Entdeckung dieses bemerkenswerten Teilchens wurde nach meinem Verständnis allerdings eine andere, große Errungenschaft der theoretischen Physik in schwere Bedrängnis gebracht: Die Relativitätstheorie fußt in ihrer heutigen Form darauf, dass es keinen Äther gibt.

    Die von Ihnen als Kandidat für eine mögliche, zukünftige Bestätigung theoretischer Physik ins Auge gefasste Stringtheorie beinhaltet die Relativitätstheorie und gerät dann ebenfalls in Bedrängnis. Schade, dass Sie diesen Umstand in Ihrem Artikel nicht erwähnt haben.

    Für mich stellt sich nach dem Lesen eher die Frage, was mit der heutigen theoretischen Physik schief läuft. Ich wünsche mir daher eine breite und wirklich freie Diskussion darüber, wo die Tabus und Dogmen liegen, welche überwunden werden müssen, um bald zu einer widerspruchsfreien Physik zu gelangen.
  • Fehlinterpretation ???

    05.04.2013, Kunibert Hurtig
    Ich halte die nachträgliche Interpretation der Gletscherschmelze auf Grönland auf Basis dieses oder eines Computermodells für falsch. Messdaten aus dem Jahre 2012 weisen einen abnorm gestiegenen Methangehalt in der arktischen Atmosphäre nach. Schon vor einigen Wochen habe ich darauf verwiesen:

    http://www.klimafreak.de/BerichtUndBlogs/Klimawandel(XXVI)Arktisextrem2012.html

    Da Methan ein erheblich potenteres Klimagas ist als Kohlendioxid, scheint mir die Ursache dieser "überraschenden" Erwärmung dann auch in diesem Phänomen zu liegen und die im Bericht ausgewiesenen Ursachen an den Haaren herbei gezogen. Vielleicht soll er auch die Öffentlichkeit beruhigen, denn auch in diesem Jahr, so prognostiziere ich, wird der Methangehalt wieder Ende Juni / Anfang Juli erheblich ansteigen, was wohl mit den gestiegenen Meerwassertemperaturen im Zusammenhang steht, denn diese sorgen dafür, dass sich das in den Küstenschelfen eingelagerte Methanhydrat mit wachsender Geschwindigkeit zersetzt und Methan ausgasen lässt.

    Wir haben es hier mit einem positiven Rückkopplungsprozess zu tun, der sich u.a. auch in den abnorm hohen Temperaturen über Sibirien im letzten Sommer niedergeschlagen hat. Der schneereiche und kalte Winter von diesem Jahr könnte ebenfalls seine Ursache im wärmeren Wasser haben, das natürlich verstärkt verdampft und damit schneereiche (Wasserdampf) Luft über den nordasiatischen Kontinent treibt.

    Da Methangas eine "Halbwertzeit" von ca. 10 Jahren in der Atmosphäre aufweist, ist in den nächsten jahren wohl ebenfalls mit steigenden Sommertemperaturen zu rechnen.

    Mit freundlichen Grüßen
  • Dir grossen Fragen bleiben - mit oder ohne Genies

    04.04.2013, Peter Uetz
    ... aber die grossen Geister bleiben weiter wichtig, um sie zu beantworten. Ob man letztere als Genies bezeichnet oder nicht, ist gar nicht so wichtig. Ausserdem sind die "Ameisen", die Arbeiter, die das Wissen dazu zusammentragen, dafür genauso wichtig wie die Genies, die dann die grosse Synthese produzieren.

    Z.B. kann nach wie vor kein Mensch (Computer...) berechnen, wie sich eine Zelle oder ein Organismus verhält - schlicht, weil wir nicht genügend Informationen haben. Die Ameisen müssen also weiterhin die Funktionen aller Proteine, Metaboliten etc. aufklären. Irgendwann wird man diese Informationen zusammenführen und Modelle haben, die dann genau vorhersagen, wie solche komplexen Systeme funktionieren.

    Es ist zwar schade, dass es grosse Würfe wie die Relativitätstheorie nur noch selten gibt, aber man braucht nicht bis Einstein zurückgehen. Unter den jüngeren Nobelpreisträgern gibt es einige Genies, z.B. Fred Sanger, der in den Siebzigern das Sequenzieren von DNA "entdeckt" hat. Genial!
  • Blauäugige Wissenschaftler

    04.04.2013, Dr. Johannes Bohnenberger
    Immer wieder ist es faszinierend, wie Erfolge oder zumindest das Streben danach im klügsten Kopf die einfachsten Überlegungen blockieren. Wieso überweist jemand für eine Publikation seiner Arbeit in einer Zeitschrift mit Sitz in der Schweiz oder in Österreich auf zwei (!) Konten ausgerechnet in Eriwan? Kann das mit rechten Dingen zugehen? Auf diese Frage würde Radio Eriwan sicherlich antworten: "im Prinzip ja, aber warum das Geld überweisen? Verbrennen macht doch viel weniger Arbeit."

    Es mögen sich aber die geprellten Wissenschaftler damit trösten, dass seit vielen Jahren eine Gebühren-Abzockermafia Erfinder (auch keine Dummköpfe) mit der oftmals erfolgreichen Aufforderung um viel Geld prellt, Gebühren für die Veröffentlichung von Patentschriften in einem privaten Veröffentlichungsorgan zu entrichten oder Einzahlungen von Verlängerungsgebühren über eine dubiose Zahlungsfirma zu leisten.
  • Fortsetzung des Marketings mit anderen Mitteln

    04.04.2013, Bernhard Schröck
    Dient dieser Beitrag aus einer kostenpflichtigen, ziemlich hochpreisigen Zeitschrift nicht doch dazu, Open-Access-Zeitschriften zu desavouieren?

    Freundliche Grüße
    Bernhard Schröck
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Schröck,

    danke für den Beitrag! Um Ihre (liebevoll zugespitzt formulierte) Frage zu beantworten: Nein, ich denke nicht, dass dies die Stoßrichtung der Geschichte vom Nature-Kollegen Butler war. Eher ist der Artikel doch eine spannende Räuberpistole aus der Welt der Wissenschaftspublizistik - und eine Warnung für vielleicht allzu sorglose Autoren.

    Wenn Sie mit der "hochpreisigen Zeitschrift" übrigens auf Nature abheben: Da tun sich ja gerade spannende Dinge im Bezug auf "Open Access". Eine schöne Übersicht über die Aktivitäten finden Sie zum Beispiel hier: http://phylogenomics.blogspot.de/2013/03/quick-post-nature-publishing-group-buys.html

    Beste Grüße aus Heidelberg,
    Jan Osterkamp
    (Redaktion Spektrum.de)
  • Hilfsmittel - und nicht Ersatzteil

    04.04.2013, Hans Mathias Zündorf, Erkelenz
    Bei dem im Artikel beschriebenen und abgebildeten Holzbein handelt es sich um eine Orthese, die im Text mehrmals als Prothese bezeichnet wird. Eine Prothese ist ein Ersatzstück eines Körperteils wie der 1885 in Capua in einem Grab eines Mannes gefundene hölzerne Unterschenkel, während eine Orthese ein beigegebenes Hilfsmittel zur besseren Funktion, zur Entlastung und Ähnlichem ist.
  • Entwarnung verfehlt

    03.04.2013, Andreas Diethelm
    Die Korrektur von Modellen aufgrund von "fundierten Belegen" ist Forschungsalltag. Ohne die zitierten Originalstudien studiert zu haben, kann man nur mutmassen, ob die Überschrift bloss reisserisch oder unangemessen ist.

    Beunruhigend und für die Politik sind allein relevant die letzten Zeilen:
    Bis 2050 könnte sich die abgeholzte Fläche in Amazonien verdoppeln, schätzen viele Waldforscher; sollte dies zutreffen, so könnten sich nach ihren Berechnungen die Niederschläge im südlichen Amazonien während der saisonalen Regen- um mehr als ein Zehntel und während der Trockenzeit um ein Fünftel verringern. Huntingfords Kollege Davin Galbraith von der University of Leeds mahnt deshalb: "Auch wenn den Regenwäldern der Klimawandel an sich relativ wenig auszumachen scheint – Brandrodung und Feuer bedrohen die Integrität des Ökosystems." Der Zusammenbruch ist also noch nicht vom Tisch.

    Wenn die Medien der "aufgeklärten freien Welt" uns die Zusammenhänge unseres Konsums mit diesen düsteren Prognosen - und der genauso unerträglichen Aktualität - immer wieder um die Ohren schlagen, dann machen sie ihren Job. Und wenn die Leser/innen in den Demokratien die dringlichen Konsequenzen von der Politik nicht einfordern, dann bleibt die Lektüre halt bloss Erbauung. Dann sind die Forschungsgelder in den Sand gesetzt.
  • Zufall ist nicht Freiheit

    03.04.2013, David Uerlings
    Ohne den Artikel schlechtreden zu wollen, aber:
    Sonderlich viel ist das ja NICHT im Bezug auf Thema...
    Alles hängt an der einen Frage, ob denn nun dieses Zusammenspiel aus Erfahrungen und ihrer zufälligen Rekombination (Was ja schon an die Verbindung von Determination und Zufall in unserem Gehirn erinnern mag) wirklich FREI ist, oder eben doch nur:
    Gegebenes, also deterministisches, welches dann vom Zufall gelenkt wird.

    Fakt ist doch:
    Wenn mein Verhalten determiniert ist, dann bin ich nicht frei.
    Und wenn der Zufall über mich kontrolle hat, dann bin das nicht ich.
    Also bin ich auch unfrei, denn was ich tue, ist mir dann vom Zufall aufgezwungen.

    Man kann da noch so sehr rumexperimentieren.
    Die Frage, ob es eine "Freiheit" , oder besser: eine "EIGENE Schuld an der eigenen Entscheidung" gibt, ist einzig durch die philosophie bereits beantwortbar:

    Man kann NUR durch ZUFALL ODER DETERMINISMUS zu seinen Handlungen kommen.
    Das kann man auch kombinieren, wie immer man dazu Lust hat:
    Das Ergebnis ist eine Zusammenspiel aus Einwirkungen (entweder deterministischer oder zufälliger Natur), die unser Handeln BESTIMMEN.

    Da gibt es keine Freiheit.

    Man mag mir widersprechen, aber dann bitte auch begründet...
  • gelungene Rezension

    03.04.2013, Cornelia Scholz-Seidel
    Endlich mal eine (gelungene) Rezension dieses Buches, die über eine bloße Wiedergabe des Inhalts hinaus geht und der ich im Großen und Ganzen zustimmen kann. Der erste Teil, Kindheit und Jugend, vermittelt authentisch und emotional packend erzählt die Erlebnisse des Autors. Je mehr sich das Buch der ferneren oder auch näheren Gegenwart nähert, wird es mehr und mehr zu einer emotional distanzierten – und wenn emotional, dann manchmal leicht arrogant, da gehe ich mit der Rezensentin d’accord - (unvollständigen) Aufzählung von Ereignissen und Personen, die nur denen etwas sagen, die damit zu tun hatten. Durch diesen Bruch verliert der hintere Teil an Spannkraft.
    Der Autor hatte sicher seine Gründe dafür, und die respektiere ich auch, aber ich finde den Hinweis von Frau Fischer gut, dass hier sicher nicht im eigentlichen Sinne die Autobiographie von Cornelius Weiss vorliegt (er selber hat das glaube ich auch nie als seine Autobiographie „verkauft“), sondern eher Episoden/Abschnitte aus dem Leben der Familien von Carl Friedrich Weiss und Cornelius Weiss in gravierend unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen.