Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit löst keine Anaphylaxie aus

    17.12.2012, Dr. med. Josef Peter Kosek, Rietberg
    Rebecca Kessler schreibt auf Seite 38: "Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die zu den häufigsten Auslösern anaphylaktischer Reaktionen zählen, verursachen auch beträchtliche ökonomische Schäden."
    Dies ist nicht der Fall. Beispiel Milch, die auf Seite 41 als zweithäufigste Ursache in den USA und in Frankreich als häufigste Ursache für Nahrungsmittelallergien angeführt wird:
    Bei der Milch>unverträglichkeit< fehlt dem Betreffenden das Enzym "Laktase", wodurch der Milchzucker (Laktose) im Magen nicht in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose) gespalten werden kann. Die Laktose gerät in den Darm und löst damit Schmerzen, Blähungen und Durchfall aus, die so genannte "Laktoseunverträglichkeit". Der Beweis lässt sich durch einen Laktose-Toleranztest führen. Das ist keine anaphylaktische Reaktion.
    Dagegen ist die Milch>allergie< keine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Hierbei handelt es sich um eine allergische Reaktion auf das Milcheiweiß, nicht auf den Milchzucker. Die Folgen: Übelkeit, Neurodermitis, Asthma bronchiale bis hin zur Anaphylaxie.
  • Dilemma der Gleichzeitigkeit

    17.12.2012, K. Eberhard Wagner, Bensheim
    In " Frische Brise" wird das Fehlen von Netzen als Hinderungsgrung für die Windkarftnutzung benannt. Das ist weit gehend unrichtig. Die Windkraft- und die PV-Nutzung kranken an ihrem Gleichzeitigkeitsdilemma. Viel Wind und viel Sonne ergeben viel Kraftwerksleistung. Null Wind und nachts ergeben null Leistung. Diese Problematik wird überhaupt nicht beachtet. Was macht man im Sommer mit derzeit bereits je etwa 30.000 MW Wind- und PV-Leistung, bei einem Leistungsbedarf von nur etwa 45.000 MW? Der exorbitante Zubau rennt in die Katastrophe. Siehe "Wrd die Energiewende zur Energfiefalle? Link: http://klauseberhardwagner.wordpress.com/2012/05/24/wird-die-energiewende-zur-energiefalle/ .
    Es sind enorme Speicherkapazitäten notwendig! Zum "Ringwallspeicher ..." möge man mir sagen: Wo gibt es eine "bebaubare" Fläche von 20 km Durchmesser? Wo gibt es das Wasser für die Erstfüllung?
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank für Ihre Zuschrift, wir freuen uns über Ihr Interesse an Spektrum der Wissenschaft.

    Auf das Problem, dass die erneuerbaren Energien volatil sind, geht Herr Samulat im letzten Teil seines Artikels ein (S. 85). Dort benennt er das zentrale Problem der Energiespeicherung und stellt auch einen möglichen Lösungsansatz vor, nämlich die Wasserelektrolyse und die Zwischenspeicherung des dabei gewonnenen Wasserstoffs. Warum er dem Stromnetz eine so große Bedeutung beimisst, geht aus dem folgenden Interview hervor (S. 86-87). Dort legt sein Gesprächspartner Gregor Czisch dar, dass das Speicherproblem Hand in Hand geht mit dem Netzproblem, dass also das eine mit dem anderen zusammenhängt. Herrn Czisch zufolge mitteln sich die Leistungsspitzen umso besser aus, je großräumiger das Verbundnetz ist. Bei hinreichend großen Netzen gebe es eine gute Balance zwischen Angebot und Nachfrage; der Rest könne mit Wasser- oder Biomassekraftwerken gepuffert werden. Unabhängig davon, ob man diese Ansicht teilt oder nicht, der Artikel geht jedenfalls darauf ein.

    Wenn Sie sich näher für das Problem der Volatilität und der Speicherung interessieren, empfehle ich Ihnen den Artikel "Energiespeicher der Zukunft" von Ferdi Schüth, ebenfalls aus unserer Energieserie (Spektrum der Wissenschaft, April 2012, S. 72).

    Mit freundlichem Gruß
    Frank Schubert
  • Präzisierung

    17.12.2012, Magnus Nieger
    Die Aussage über die Winkel im Höhendreieck (besser Dreieck der Höhenfußpunkte) ist unvollständig. Ihre genauere Form:
    Im spitzwinkligen Dreieck gilt: Bildwinkel = 180° - 2*Winkel
    Im stumpfwinkligen gilt: Bildwinkel des stumpfen Winkels γ= 2*γ - 180°
    Bildwinkel des spitzen Winkel α = 2*der andere spitze Winkel β
    Das Bild eines rechtwinkligen Dreieck ist entartet und eine Strecke.
  • Uralt-Studenten?

    11.12.2012, Ursula Friedl
    In dem Artikel erwähnen Sie, dass Kolmogorow 1941 die Manuskripte seiner Studenten rettete, und fügen an: "Die danken es ihm noch heute." Glauben Sie wirklich, dass von diesen Studenten "heute" noch welche leben bzw. danken? Sie müssten inzwischen alle mindestens 90 Jahre alt sein! Aber vielleicht hält die Mathematik ja auch jung.
    Antwort der Redaktion:

    Derjenige, der von der Rettung seines Manuskripts berichtete, war zwar schon 107 Jahre alt, aber noch am Leben, als das Spektrum-Heft erschien. Leider ist Sergei Michailowitsch Nikolski am 9. November 2012 gestorben. Da Nikolski einer der älteren Studenten Kolmogoroffs war, scheint es mir nicht unwahrscheinlich, dass noch weitere am Leben sind und weiter aus dem Jungbrunnen der Mathematik schöpfen.

    Marc Dressler

  • Wer ist Prof.DR.N.J. Stowell

    11.12.2012, e.Haug
    Seit längerer Zeit,versuche ich über die Person,von Prof.Dr. N.J- Stowell ,mehr zu erfahren.
    Alle Recherchen,waren bis jetzt erfolglos.Fazit,hier liegt ein ungeheuerer Schwindel vor,mit dem gläubige Menschen mehr oder weniger veräppelt werden.Ein Atomforscher,schon dieser Ausdruck zeigt,daß hier eine unqualifizierte Person am Werk war,denn es ist kein Kernphysiker oder Wissenschaftler von Weltruf bekannt,ebenso zeigt die Beschreibung des Versuchablaufes,daß,das vorliegende Versuchsprotokol nicht von wissenschaftlicher Seite erstellt wurde,sondern eher von einem kranken Gehirn erstellt wurde um sich aus Selbtsdarstellung mit Erfinden von Personen und esoterischem Schmarrn zu profilieren.
  • Vernetzung fehlt

    11.12.2012, Walter Weiss
    Als Betroffener - ich habe Prostata-Krebs mit Metastasen außerhalb der Prostata - habe ich folgendes feststellen und lernen müssen:

    (1) Die allgemein empfohlene und demgemäß auch ganz allgemein praktizierte Behandlungsmethode ist
    - mittelalterlich,
    - hygienisch höchst gefährlich,
    - sehr schmerzhaft und
    - absolut unzuverläßlich und von Zufallstreffern ausgehend,
    - auch arbeitet sie ausschließlich mit Röntgenstrahlen
    (immer ausgehend von einer im Blutbild feststellbaren Erhöhung des sog. PSA-Wertes).

    (2) Demgegenüber gibt es bereits seit Jahren moderne Behandlungsmethoden, die
    - den neuesten Forschungen entsprechen,
    - hygienisch völlig einwandfrei,
    - völlig schmerzfrei und
    - sehr präzise und verlässlich arbeiten, zudem auch
    - mit MRTs arbeiten, also ohne Röntgenstrahlung.

    Diese Methoden und entsprechende - sehr wenige - Spezialkliniken habe ich erst in mühsamer Online-Recherche ermittelt. Es handelt sich übrigens um Kliniken und Ärzte, die mit modernster Technik arbeiten, nicht um Alternativmedizin, und: die Kosten werden anstandslos von den Kassen übernommen.

    Daraus habe ich gesehen: Es genügt durchaus nicht, nur den ersten Schritt zu gehen, also jede Krebserkrankung mit den genauen Daten auch der Behandlung und des Behandlungs-Erfolges / -mißerfolges Registern zu melden - es müssen auch die KONSEQUENZEN aus den entsprechenden Registereintragungen zügig gezogen werden, d.h. es muß im Wege der Rückkopplung die jeweilige generell für diese Krebsart erfolgreichste Behandlung zur allgemein zwingend vorgeschriebenen Behandlung erklärt werden.
  • Hindernis für Neuerungen

    10.12.2012, Manfred Watzl
    Durch die im Bericht beschriebene vorgesehene Normierung von Krebstherapien wird nach meiner Ansicht die Entwicklung schon zum Zeitpunkt von Ansätzen zu neuen Therapieüberlegungen gebremst, wenn nicht verhindert. Fast jede Entwicklung von neuen Methoden (dies gilt auch im Großen und Ganzen für Entwicklungen aller im Ansatz neuen Technologien) ist am Beginn im Vergleich mit lange verwendeten Arbeitsweisen unterlegen.
  • Maßnahmen?

    10.12.2012, Jutta Paulus
    Es wäre schön, wenn Spektrum auch bei der Berichterstattung über (ja, noch unzulängliche, verbesserungswürdige, ausbaufähige, "teure") erneuerbare Energien dieselbe kompromisslose Haltung "pro Klimaschutz" an den Tag legte wie in diesem Kommentar zu den mageren Ergebnissen von Doha.
    Stattdessen wurde ein journalistisches Machwerk mit begrenztem Fachwissen zur "Pflichtlektüre für Entscheider" hochstilisiert, und die weltweiten Subventionen der Fossilen oder die externalisierten Kosten der zivilen Nutzung der Kernkraft (selbst ohne Fukushima und Tschernobyl) wurden in "Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen" nicht einbezogen.
    Schade.
  • Zwei Fragen an die Simulation Bolshoi

    07.12.2012, Dr. Ernst Haugeneder
    Der Artikel hat mich sehr interessiert und mir auch einige, lang ersehnte Erklärungen geliefert (z. B. die Größe des Universums im Vergleich zum Alter). Ich habe mich während meiner gesamten Berufslaufbahn mit numerischen Simulationen, allerdings in der Mechanik und Festigkeitslehre, beschäftigt. Zu Ihrem Beitrag würden mich noch folgende Details interessieren:
    1) das numerische Modell hat eine Größe von 1 Milliarde Lichtjahre - vermutlich bezogen auf den heutigen Zeitpunkt. Da die Gesamtmasse nicht verändert wurde, müsste die Modellgröße am Beginn der Berechnungen kleiner sein, da ja die Ausdehnung des Raumes berücksichtigt werden muss - richtig? Wie groß war das Modell beim Start, oder wurde die Ausdehnung des Raumes anders berücksichtigt?
    2) Ab einer Modellgröße von mehreren Millionen Lichtjahren müsste die Wirkung entfernter Objekte zeitverzögert berücksichtigt werden. Wurde dies berücksichtigt, oder ist diese Wirkung vernachlässigbar?

    Antwort der Redaktion:

    1) Selbstverständlich berücksichtigen wir in kosmologischen Simulationen wie "Bolshoi" die Expansion des Universums. Sie hat entscheidende Auswirkungen.

    2) In der Tat wirkt die Gravitationsanziehung einer bewegten Masse, die eine Million Lichtjahre entfernt ist, nicht von dem Ort aus, an dem sich diese Masse heute befindet, sondern von dem Ort, wo sie sich vor einer Million Jahre befand. Unsere großräumigen Simulationen berücksichtigen derartige Bewegungen nicht, weil deren Geschwindigkeiten relativ klein sind: typischerweise nur ein Tausendstel der Lichtgeschwindigkeit, was auch die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitationswechselwirkung ist. Wir haben nachgeprüft, dass der dadurch entstehende Fehler vernachlässigbar ist. In kleinräumigeren Simulationen, zum Beispiel wenn es um die Dynamik in der Nähe eines Schwarzen Lochs geht, gehen wir von Newtons Physik ab und berechnen alle Bewegungen mit einem voll relativistischen Modell.

    Joel Primack

    Director, University of California High-Performance Astrocomputing Center (HiPACC)

    Hauptautor des Projekts Bolshoi

    University of California, Santa Cruz

  • Zwingende Konsequenzen

    06.12.2012, Walter Weiss
    Hoffentlich nehmen die für die Überwachung von Atomanlagen zuständigen Institutionen von diesem sehr wichtigen Artikel Kenntnis. Hoffentlich überdenken auch diejenigen Staaten, die bisher dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sind, aufgrund dieser Hinweise Ihre Einstellung; hoffentlich ziehen ihre - mündigen? - Bürger bei der nächsten Wahl (sofern sie überhaupt die Möglichkeit einer Wahl haben) die nötigen Konsequenzen.

    Im übrigen: Wie entscheidend wichtig und richtig ist doch die bei uns in Deutschland beschlossene Energiewende - unbeschadet der zu beobachtenden Bestrebungen sehr einflussreicher Mächte, ihre Durchführung zu verzögern und zu behindern, womöglich sogar zu konterkarieren und den bewußt falschen Eindruck zu erwecken, sie sei sehr teuer. Natürlich auch gleich wieder zulasten nicht etwa der großen Vermögen und der großen an der Energiewende Verdienenden, sondern der Gesamtheit der kleinen Stromkunden und Steuerzahler.
  • Das Ende der Welt

    05.12.2012, che
    Die Welt muss untergehen, da Gott auf Windows 8 umstellt!
  • Leserbrief an den Südkurier

    05.12.2012, Reinhold Lühmann
    Das Interview mit Alexander Unzicker, übrigens der Sohn des besten deutschen Schachgroßmeisters der 1960er Jahre, habe ich mit großem Interesse gelesen und denke, dass er völlig Recht hat mit Feststellung, dass die Lage der modernen Physik und besonders der Astronomie sehr schwer ist. Das liegt aber in der Natur der Sache: Ein Astronom lebt nun einmal keine viele Millionen Jahre und so lange und länger dauern die von ihm analysierten Vorgänge. Und er kann sich nicht ernsthaft von der Erde entfernen, vielleicht mal irgendwann ein bis zwei Lichtstunden. „Seine“ Sterne sind aber beginnend ab 4.5 Lichtjahre entfernt, die Galaxien noch viel weiter. Man ist also auf extreme Extrapolationen und auf Modelle mit Annahmen und nachfolgenden Simulationen angewiesen, wenn man die immer mehr werdenden und immer detaillierteren Beobachtungen erklären möchte. Somit fehlt mir hier Antwort auf die Frage, was Astronomie und Physik denn anders machen können. Vielleicht ihre Ergebnisse etwas zurückhaltender verkaufen? Mehr von Hypothesen als von Fakten sprechen? Auf alle Fälle sehe ich in dem aktuellen Dilemma dieser Wissenschaften eher ein Zeichen für den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt und weniger einen Mangel.
  • Giordano Bruno

    04.12.2012, Olaf Schlüter
    Etwas überraschend und unmotiviert endet der Artikel mit einem Abschnitt, der mit "Brunos Vermächtnis" überschrieben ist und darstellt, Bruno sei wegen naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, die das damalige Weltbild erschütterten, verbrannt worden.

    Das ist so eine Legende der Moderne, wie die, dass man im Mittelalter noch an die Erde als Scheibe glaubte oder dass die katholische Kirche die Hexenverfolgung verantwortet. Das heliozentrische Weltbild des Kopernikus hat niemals Anlass zu einer Ketzerei-Anklage gegeben. Auch Bruno, Zeitgenosse der frühen Reformation, der das Talent besaß, aus jeder Gemeinschaft über kurz oder lang herausgeworfen zu werden, ist nicht deswegen verbrannt worden, und im übrigen auch nicht von der Kirche. Es war ein weltliches Gericht, das gegen die Bitte der katholischen Kirche keine Milde walten ließ. Bruno vertrat allerlei Ansichten, von denen die wenigsten etwas mit Naturwissenschaften zu tun hatten, und hat sich im Laufe seines Lebens zu viele Feinde gemacht, aufgrund seines Charakters und seinem Hang zu Polemik. Das konnte einen zu jener Zeit durchaus den Kopf kosten.
  • Quantencomputer können jeden denkbaren Algorithmus ausführen?

    04.12.2012, Gilbert Brands
    Wer so etwas behauptet, hat anscheinend grundsätzlich nicht verstanden, wie die Dinger funktionieren.
  • Planck

    03.12.2012, Frank G. Gerigk
    Auch die Stringtheorie, die ein mindestens 11-dimensionales Raum-Zeit-Kontinuum voraussetzt, folgtert, dass Materie wie z.B. Leptonen nur Knoten in der Raumzeit darstellen. Sofern es mit der Knotentheorie Kongruenz gäbe, wäre ich perplex!