Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Die Antwort ist doch

    23.03.2016, Jojo
    LGBT-Plakate haben am CERN "zu suchen" weil es dort - wie überall - Schwule, Lesben usw gibt. Hätten Sie, werter Jo, den Text des Artikels aufmerksamer gelesen wäre Ihnen sicherlich nicht entgangen daß dort eine LGBT-Gruppe existiert, ob nun "informelles Netzwerk" oder "Klub".

    Amüsant. Nach Levitikus ist es ebenso verboten Schweinefleisch zu essen, sich zu rasieren, aus mehrerlei Faden gewobene Textilien zu tragen und dergleichen mehr. Lustigerweise sehen selbst die dogmatischsten Vertreter neolithischer Moralvorstellungen darüber aber gern hinweg. Sie dampfen das auf die Homos ein. Mehr Levitikus braucht der Gottesfürchtige nicht.

    Nebenbei bemerkt, das sind die Handlungsanweisungen eines nicht nachweisbaren übernatürlichen Geistwesens, das, mißt man es an den Schilderungen der Bibel, sicherlich der schlimmste psychopathische Massenmörder der Geschichte wäre. Beispielsweise läßt es 42 Kinder von Bären zerreißen - weil diese Kinder sich über die Glatze eines Propheten lustiggemacht haben.

    http://bibeltext.com/2_kings/2-23.htm
    http://bibeltext.com/2_kings/2-24.htm

    Das nenne ich mal ein leuchtendes Vorbild für moralisches Handeln.
  • Wo ist die Aussage, über die Physik Community?

    23.03.2016, D
    Von Vorkommnissen am CERN auf die ganze Physik Community zu schließen ist schon sehr gewagt. Zumal diese Vorfälle, so traurig sie auch sind, nach obiger Beschreibung vielleicht sogar von nur einer einzigen Person ausgehen.

    Die sogenannte "Physik Community" ist über die ganze Welt verteilt und besteht aus Personen mit unterschiedlichsten Hintergründen. Erstens dürfte es da große Unterschiede in Bezug auf deren Einstellung zu nichtheterosexuellen Menschen geben. Und zweitens steht zu vermuten, dass beispielsweise Soziokulturelle Faktoren einen viel größeren Einfluss haben, als das Fachgebiet in dem sie arbeiten. Wer behaupten will, das sei bei Physikern schlimmer als bei Mathematikern oder Chemikern, der sollte schon besser argumentieren als mit den Vorkommnissen an einem einzelnen Institut und grobem Verweis auf eine Befragung bei der APS.

    Bei Letzterem wurde nicht mal eine Zahl genannt, geschweige denn, dass diese in Relation zur (amerikanischen) Gesamtgesellschaft gesetzt würden. "Viele" kann immer noch weniger sein, als im Rest der Gesellschaft.

    Ich finde es durchaus gut, dass Spektrum sich als Wissenschaftsmagazin auch mit solchen Themen beschäftigt. Aber dann bitte entweder richtig oder man muss halt auf eine derart reißende Überschrift verzichten und wirklich nur die Beleidigungen am CERN thematisieren.
    Etwas erfreuliches enthält der Artikel ja auch: "Dennoch, sagen Vertreter der LGBT-Gruppe, sei insgesamt eine positive Entwicklung spürbar."
  • Die Frage ist doch

    23.03.2016, Jo
    Was haben LGBT Plakate überhaupt im CERN zu suchen? Und nur weil womöglich ein Einzelner diese Plakate abreißt, heißt das noch lange nicht das in der Wissenschaft allgemein diskriminiert wird
  • LGBT ist doch kein Hobby

    22.03.2016, Tobi
    "Die LGBT-Gruppe, die seit 2010 besteht, beschwert sich zudem darüber, von der Leitung der Forschungsinstitution bisher nicht als einer der offiziellen Klubs für Freizeit-, Sport- oder Kulturaktivitäten anerkannt worden zu sein."


    Da ist die Antwort doch schon im Vorwurf enthalten. Obwohl ich homosexuell bin, kann ich nicht nachvollziehen wie jemand auf die Idee kommt, aus einer sexuellen Orientierung ein Freizeitklub zu machen. Scheint mir im Hinblick auf die ewig gewünschte Gleichstellung eher ein Schritt nach hinten zu sein.
  • Warum sollte de Mensch unter global warming leiden

    22.03.2016, Arnd-Matthias Langner
    Wann fand sie neolithische Revolution statt, der Erfindung vom Ackerbau und Viehzucht? Ín der neolithischen Warmzeit! Wann fand das römische Reich seine größte Ausdehnung? In deiner Warmzeit! Wann ging es unter? In einer Kaltzeit, die aus Nahrungsmangel die Völkerwanderung auslöste. Wann besiedelte Erik der Rote Grönland (englisch noch heute Greenland) und trieb dort mit seinen Leuten Getreideanbau und Rinderzucht? In der hochmittelalterlichen Warmzeit. Wann besiedelte sein Sohn Leif Eriksson Vinland (Weinland), das heutige Neufundland? Ebenda. Wann musste Grönland als Siedlungsgebiet aufgegeben werden, wann brachen in Europa Hungersnöte aus? Inder kleinen Eiszeit, von der sich unser Klima gerade mal wieder erholt? Warum gab es in der neolithischen Warmzeit in der heutigen Sahara Savannenlandschaften und eine blühende Kultur und Industrie, ein regelrechtes Manufakturwesen von Feuersteinwaffen und -werkzeugen? Gut dokumentiert auf den Felszeichnungen im Tassili. Ich war dort und habe die Reste so einer Manufaktur gesehen. Einige 100 qm Boden abgesucht und eine Handvoll Pfeil- und Speerspitzen in der Hand!

    Warme Klimata waren schon immer humide Klimata, kalte Klimata schon immer aride. Ein paar Grad mehr und es könnte durch Verdunstung von Meerwasser in der Sahara wieder regnen! Auf Grönland könnte wieder Landbau möglich werden.

    Zudem sind warme Klimata lebensfreundlich. Auf einem Quadratmeter tropischen Regenwalds werden Sie vermutlich mehr Spezies zählen wie auf 1.000 Quadratkilometer Arktis oder Antarktis!
  • Schwache KI

    22.03.2016, Werner Gradwohl
    Die Erfolge von AlphaGO sind beachtlich, aber kein Fortschritt der starken künstlichen Intelligenz (welche meines Erachtens die eigentliche künstliche Intelligenz darstellt), sondern der Rechenleistung.
    Es sind noch weitere derartige Ergebnisse zu erwarten und diese schwache künstliche Intelligenz wird auch immer mehr in unseren Alltag integriert werden.
    Es ist offen wie sich die starke künstliche Intelligenz weiterentwickeln wird (ähnlich wie bei den zahlreichen Konzepten zur Realisierung eines Quantencomputers), aber AlphaGO hat (bis jetzt) nur wenig dazu beigetragen.
    Allerdings gratuliere ich den Entwicklern für ihren innovativen Einsatz des maschinellen Lernens.
  • Es lebe der globale Freihandel

    22.03.2016, Robert Orso
    "Wie die Buchsbaumzünsler nach Europa gelangten, ist unbekannt. Wahrscheinlich wurden sie mit Ziergartenimporten eingeschleppt."

    Genau aus dem Grund gab es immer strenge Einfuhr Beschränkungen bei Pflanzen und Tieren und lange Quarantäne. Das ist keine Schikane gegenüber dem Handel, sondern eine schiere Notwendigkeit um Ökosystem fremde Arten mit unabsehbaren Folgen gar nicht erst einzuschleppen.

    Der Natur ist das egal, die regelt sich schon irgendwie. Oft eben nicht in einer Art die wir für wünschenswert halten. Aber Hauptsache jemand hat ein paar Cent pro Pflanze mehr verdient.
  • Schlupfwespen

    21.03.2016, Jochen Müller
    Die mir merkwürdig anmutende Aussage über "Schlupfwespen" im Heimatgebiet, die sich auch in Honigbienen (Larve?, Imago?) entwickeln sollen, kann ich im verlinkten Text nirgends finden, weder unter "Biological control" noch unter "Notes on natural enimies". Dort wird nur über Laborversuche mit einer einheimischen Brackwespenart berichtet bzw. allgemein ausgesagt, daß am Zünsler nur polyphage Parasitoide beobachtet wurden.
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben Recht: Es handelte sich nicht um eine Schlupfwespenart. Stattdessen macht die Asiatische Hornisse auch nennenswert Jagd auf den Buchsbaumzünsler. Wo die Hornisse in Europa eingeschleppt wurde, beobachtete man jedoch massive Nachstellungen auf Honigbienen. Ich habe den Fehler ausgebessert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Ökonomisch handelndes Universum

    21.03.2016, Rainer Kollewe, Laer
    Vielleicht lassen sich die Probleme der Quantenphysik besser verstehen, wenn man postuliert, dass unser Universum rechnet und hochentwickelte Algorithmen anwendet, wie Max Tegmark und andere das ähnlich angedeutet haben. Das Universum würde dann ökonomisch handeln und nur das berechnen, was berechnet werden muss. So ist es nicht erforderlich, dass der Ort und der Impuls des Elektrons, wenn es sich um den Kern bewegt, immer bekannt ist. Erst bei einem Ereignis wird der Ort oder der Impuls errechnet, so dass wir im Normalfall nur die Elektronenwolke vorfinden.
    In einem Schwarzen Loch wären die Daten hochkomprimiert, ohne dass die Information an sich verloren geht.
    Würde man den Algorithmus für die Entstehung des Universums kennen, ließe sich daraus gewiss eine Theorie für Alles ableiten.
    Der Einwand, die Datenfülle für ein ganzes Universum sei nicht zu beherrschen, kann unberücksichtigt bleiben, wenn man annimmt, das Universum arbeite wie ein Quantencomputer.
  • Quanten und Realität

    21.03.2016, Alexander Schwochau, Göttingen
    Sehr geehrter Herr Springer,
    Sie schreiben: "Typische Quanteneffekte werden mit immer größeren, aus tausenden Atomen bestehenden Objekten demonstriert."
    Vor mir liegt ein Kaffeelöffel: Er glänzt, leitet die Wärme und den elektrischen Strom, und er ist magnetisch. Er ist makroskopisch und zeigt diese allesamt echten quantenphysikalischen Effekte. Er kann diese Effekte auch nur zeigen, wenn er makroskopisch ist und viel mehr als tausend Atome enthält. Manchmal betreibe ich Laser, deren Resonatoren noch bequem auf einem Tisch Platz finden. Der Begriff "mikroskopisch" würde hierzu kaum jemandem einfallen. Ich kann den Aufbau so einstellen, dass nur ein einziger Laserzustand besetzt ist, der aber dafür stark, und der Zustand kann quer durchs Zimmer reichen. Ich kann viele Photonen entnehmen, um den Zustand genau zu vermessen, wobei sich dieser durchaus makroskopische genuin quantenphysikalische Zustand nicht merklich ändert oder unscharf würde. Mir sind supraleitende Spulen begegnet, die bestimmt nicht auf meinen Frühstückstisch neben den Kaffeelöffel passen. Helium gibt es als suprafluide Phase, meistens nicht viel, aber sicher makroskopisch, nicht tausend, sondern zehn hoch zwanzig Atome und die Menge ist eigentlich nur eine Frage des Preises. Mein Rechner basiert immer noch auf Transistoren - fällt Ihnen etwa eine klassische Beschreibung einer Sperrschicht ein? Diese Liste lässt sich beliebig erweitern, also kommen mir die Worte "mikroskopisch", "exotisch", "unanschaulich" in dem Artikel von Ihnen über Quantenphänomene unangemessen vor. Das scheint mir Verschleierung statt Aufklärung zu sein - Quanteneffekte sind schließlich alltäglich, normal, makroskopisch um uns herum. Ich kann mit den Quantenzuständen in dem Löffel wechselwirken, direkt mit meinen Sinnen, ich sehe den Glanz, ertaste den Wärmestrom, spüre die Kraft, mit der ein Magnet anhaftet, bekomme von dem Löffel einen Schlag, wenn ich den an eine Spannungsquelle gegen Erde anschließe. Ist das real? Sind das Messungen? Was kollabiert dann wo? Was hat es also damit auf sich, wenn die Realität dieser Quanteneffekte diskutiert wird? Meiner Ansicht nach ist das kalter Kaffee von vor hundert Jahren, zu oft wiederverwendet. Wenn bei mir Kaffeelöffel verschwinden, bin ich fast ganz sicher, dass es nicht daran liegt, dass sie kollabiert sind. Ich bin fast ganz sicher, dass Laser und Transistoren funktionieren und bin überrascht, falls die Realität dieses Umstandes in Zweifel gezogen wird - ich mag Zweifel, hab aber auch Belege gern. Quantentheorie handelt von Systemen und deren Zuständen. Warum wird der Begriff "System" selten populärwissenschaftlich beleuchtet? Warum stattdessen "Vielwelten" häufig? Zumindest in meiner Wahrnehmung ist die Bedeutsamkeit des ersten deutlich größer als die des zweiten. Immerhin bin ich froh, dass zwischen Theorie und Realität in dem Artikel unterschieden wird … bei dem Titel möchte ich das aber auch hoffen. Ich hoffe hiermit, einen gewissen aufklärerischen Schwung in die Darstellung von Quantenphysik bringen zu können.
  • Problemlösung durch ableitung

    20.03.2016, Gerhard Huck
    Ich wundere mich auch immer das ich nach dem 2ten Glas Wodka noch betrunkener werde obwohl es doch nicht mehr Alkohol enthält als das erste.
  • Zum Glück stopft El Nino die Erklärungslücke

    19.03.2016, Karl Lauterbach
    "Das Erdsystem macht im Moment jedenfalls keine Anstalten, sich den guten Nachrichten anzuschließen."
    So ein schlechtes Benehmen von der Realität...ich drücke die Daumen, daß die Klima-Politik auf Gesinnungskurs bleibt.
  • Die letzten ihrer Art

    19.03.2016, Robert
    Es ist mir ein Rätsel wie man vom Kakapo und Mark Carwadine schreiben und nicht das Buch von Douglas Adams erwähnen kann.
    Douglas Adams ("Per Anhalter durch die Galaxis") hat vor Jahren eine Reise mit dem Biologen Mark Carwadine rund um die Welt zu einigen der kuriosesten vom Aussterben bedrohten Tierarten unternommen.
    Herausgekommen ist das sicher komischste Buch zu diesem Thema, wenn nicht eines der komischsten Bücher überhaupt.
    Einleitung:
    "Mark ist ein ungemein erfahrener und bewanderter Zoologe, der damals für den World Wildlife Fund arbeitete und dessen Aufgabe im wesentlichen darin bestand, von allem eine Ahnung zu haben. Meine Aufgabe – eine, für die ich absolut qualifiziert bin – bestand darin, ein ungemein unwissender Nicht-Zoologe zu sein, für den alles wie aus heiterem Himmel zu kommen hatte."
  • Aber immer noch wird - "Fisch ist ja so gesund"-

    19.03.2016, Angela Franke
    der reichliche Verzehr von Fisch empfohlen.
    Wenn man mal beginnt in Zusammenhängen zu denken und nicht nur auf ein einziges Interesse hin "Was nützt dem Menschen ganz unmittelbar", dann begreift man, dass auch Ernährungswissenschaftler meist nicht richtig liegen.
    Einzig vorwiegend pflanzliche Ernährung kann die Erde noch einigermaßen erhalten.
  • Achje, die Kühe im Biolandbau?!

    19.03.2016, Angela Franke
    Wie hoch ist noch mal der Anteil von Biomilch an der allgemeinen Milchprodukte-Palette?
    Milch ist ein ziemlich fürchterliches Tierqualprodukt., auch Biokühe sind meist Turbokühe.
    Nicht nur das erbärmliche kurze Leben der Turbokühe, auch die Qual der "überflüssigen" männlichen Kälber, die zuerst oft genug noch mit Nabelschnur am Bauch quer durch Europa zur Mast verfrachtet werden um dann nach entsetzlichen Tiertransporten z.B. in die Türkei und den nahen Osten ihr kurzes Leben betäubungslos geschächtet zu beenden. (Natürlich ist das hiesige Schlachten genauso fürchterlich)
    Zu erwähnen ist dann auch noch, dass die überflüssigen Kälber der Mozzarella-Büffel gerne auch mit zu gebundenen Mäulern buchstäblich lebend auf den Müll geworfen werden.
    Da kann ich nur sagen: Guten Appetit.
    Hauptsache gesund, wie es den Millionen Tieren geht, spielt da keine Rolle.
    Ich kann solche Betrachtungen nicht mehr lesen ohne diese Bilder und dieses Wissen im Hinterkopf. Auch Wissenschaftler sollten die Folgen ihrer Erkenntnisse und Ratschläge für Dritte, die keinerlei Nutzen davon haben, mit bedenken.
    Das sind im übrigen nicht nur Tiere, sondern auch die vertriebenen Kleinbauern in den Futter liefernden Ländern, nicht zu vergessen die vernichteten Regenwälder.
    http://www.zeit.de/2013/35/milchkuehe-medikament-doping
    Übrigens, es gibt inzwischen wunderbare Alternativen an Pflanzenmilch.