Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Defizite eher im Nah- und Güterverkehr

    18.06.2012, Elmar Fässler
    Die Qualität des Eisenbahnverkehrs wird auch in Zukunft durch seine Abdeckung der gesamten Fläche gemessen werden.
    Das Zusammenspiel von Güterverkehr, Nahverkehr und schnellem Fernverkehr ist in Deutschland heftig ausbaufähig: Die Gelder wurden die letzten Jahrzehnte meist in prestigeträchige Hochgeschwindigkeitsstrecken mit hohem Tunnelanteil gesteckt, Nahverkehrsstrecken abgebaut, der Ausbau dringend benötigter Güterstrecken fand nicht statt.
    Welche Vorteile bringt eine bis zu 400 Kilometer pro Stunde schelle NGT-Technologie, wenn ich in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland alle zig Kilometer eine Großstadt habe?

  • Abschied von der Wissenschaft

    18.06.2012, Andreas Kyriacou
    Da verabschiedet sich also ein kleines Funktionärengrüppchen aus freien Stücken vom Wissenschaftsbetrieb. Soll ja vorkommen. Aber wieso die FAZ einen Artikel darüber schreibt, bleibt schleierhaft.
    Antwort der Redaktion:
    Der Beitrag (in der Süddeutschen, nicht der FAZ) ist ein Gastkommentar. Das heißt, er ist nicht von einem Redakteur geschrieben und die Redaktion macht sich den Inhalt nicht automatisch zu eigen - ob es einen konkreten Anlass für diesen Text gab, müsste man natürlich bei den Kollegen erfragen.
  • Kosmische Expansion weitergedacht

    18.06.2012, Ernst Hammann, München
    Was passiert eigentlich, wenn sich die kosmische Expansion immer weiter beschleunigt - so sehr, dass Nukleonen auseinandergerissen werden? Da es keine freien Quarks geben kann, würde auf diese Weise höchst effektiv neue Materie im Universum entstehen, und man käme auf diesem Umweg mal wieder zu einer Variante des Steady State-Modells. Ich wüsste zu gerne, ob das schon mal jemand ausgerechnet hat.
  • Weitere Schreibfehler

    18.06.2012, Dr. Wolfgang Klein
    Ich habe das Buch mittlerweile interessehalber erworben. Da hätte man wirklich mal einen Syntax-Checker einsetzen sollen: "fiel" statt "viel", (Niels) "Bohn" statt "Bohr".

    Die mühsame Erklärung des von Neumann'schen Konzepts des "Kollaps von Wellenfunktionen" soll verständlich sein, ist aber nur verzwackt. Für Leser wie mich (gibt es auch noch andere?) wäre es besser gewesen, ansatzweise auf die Konzepte von linearen Operatoren auf einem Hilbertraum, Eigenvektoren und Eigenwerte und den Spektralsatz für normale (kompakte) lineare Operatoren einzugehen. Nur für solche gelten nämlich die Überlegungen. Man hat den Eindruck, Byrne hat das auch alles nicht so richtig verstanden.

    Wie in meiner letzten Zuschrift (warum auch immer nicht veröffentlicht) schon angedeutet, halte ich persönlich die Vielweltenhypothese weder für sonderlich originell noch für überprüfbar. Das Buch habe ich erst zur Hälfte durch. Ich hoffe noch eines besseren belehrt zu werden. Ein Gegenbeispiel für originelle Außenseiterpositionen wäre Emmy Noether - häufig oberflächlich von Physikern zitiert und wahrscheinlich kaum wirklich verstanden. Anmerkung: Ich behaupte nicht, dass ich ihre Arbeit vollständig verstanden hätte. Ich habe ihren Artikel über Symmetriegruppen zwar seit langem in meiner Sammlung, habe ihn aber noch nicht gründlich durcharbeiten können.

    Wissenschaftstheoretisch halte ich von Veranschaulichungsversuchen wie dem von Hugh Everett III sowieso wenig. Der Realitätsgehalt ist fragwürdig.
  • Bahnsteige beim Stuttgarter Kopfbahnhof können verbreitert werden

    18.06.2012, Jutta Radicke
    Der Stuttgarter Kopfbahnhof hat - im Gegensatz zu Stuttgart 21, das schon mit heutigen Zügen einen Engpass darstellt - erhebliche Reserven: Der Stuttgarter Kopfbahnhof verfügt über Gepäckbahnsteige, die heute nicht mehr benötigt werden. Diese könnte man abbauen und die Passagierbahnsteige verbreitern.
  • Stuttgart 21 wird nicht "kräftig gebaut"

    18.06.2012, Nico Nissen
    Stuttgart 21 wird nicht "kräftig gebaut". Der Baubeginn ist um ein Jahr verschoben worden. Bisher wurde nur zerstört, ohne dass überhaupt sichergestellt wurde, dass je mit dem Bau begonnen werden kann.
  • Anmerkung zu Möglichkeiten und Gefahren

    18.06.2012, Klaus
    1. "Es genügt es uns erst einmal, zu wissen, dass wir selbst überprüfen können, was in unserer Nahrung steckt. Das gilt nicht nur für Sushi. Wir könnten auch testen, ob in unserem Brot, Müsli oder Keksen vielleicht Zutaten aus gentechnisch verändertem Getreide enthalten sind."

    Testen kann man nur, was man kennt und dokumentiert ist. Für einen sicheren Nachweis gentechnisch veränderter Organismen benötigt man immer die bekannte Gensequenz des veränderten Organismus. Findet man einfach nur nicht bekannte oder nicht erwartete Gensequenzen, können diese selbstverständlich aus natürlichen Quellen stammen.
    Der Nachweis von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, den manch einer vielleicht wünscht, gelingt also nicht dadurch, dass man etwas anderes findet als erwartet, sondern nur, wenn man das nachweist, was gentechnisch verändert ist. Dazu muss es bekannt sein.

    Mehr steht auch nicht im Artikel, das Zitat für sich klingt aber euphorischer als es die Realität zulässt.

    2. "Gegen einen Missbrauch dieser Technologien könne man sich nicht vollkommen schützen, meint Wimmer. "Aber das muss uns keine schlaflosen Nächte bereiten, denn wir haben ja die Möglichkeit, die Missbrauchswahrscheinlichkeit einzuschränken, und zum anderen durch biomedizinische Forschung neue Impfstoffe und Medikamente zu entwickeln und damit immer etwas schneller zu sein als eventuelle Terroristen."

    Die Hoffnung, schneller zu sein als eventuelle Terroristen, erscheint mir trügerisch. Welche Werkzeuge sollen entwickelt werden, wenn die Art der Gefährdung nicht bekannt ist. Wäre das einfach, sollte Grippe auch längst kein Problem mehr sein. Glücklicherweise sind die Gefahren durch mangelhafte Kompetenz der Täter bei Herstellung und im Umgang mit potenziell gefährlichen Stoffen tatsächlich begrenzt. Das sollte aber nicht zu einer Unterschätzung des Gefährdungspotentials führen. So wie hier beschrieben, wächst auch deren Potenzial.
  • Ergänzung zur Beschreibung des Bremssystems

    18.06.2012, Raimar Oetzel
    Die Rückspeisung der Bremsenergie ist eine schon seit Jahren verwendete Technik, die neben der Energierückgewinnung auch den Vorteil einer verschleißfreien Bremse hat. Die Bremskraft kann immer nur so hoch gewählt werden, wie es der Haftbeiwert und ein vorgegebener Schlupf zulassen. Zur Erhöhung der Bremskraft können zusätzliche Schienenwirbelbremsen, ab einer geringeren Geschwindigkeit dafür ausgelegten mechanischen Bremssysteme zum Eingriff kommen. Bei diesen Bremssystemen, die nur im Falle einer Notbremsung aktiviert werden, ist die in Wärme umgesetzte Energie verloren.
  • 16.06.2012, Scientist of Antara
    Das ist etwas, was es eigentlich gar nicht geben sollte. Die Wissenschaft ist echt faszinierend. Ein ständiges umdenken und entdecken.

  • Lächerliche Wissenschaft?

    16.06.2012, Karin Lucassen
    Lieber Herr Kronberg,

    das Interview mit Prof. Heitmeyer ist nur ein Auszug aus der wissenschaftlichen Arbeit im Zeitraum von 10 Jahren! Wenn ein Mensch keine Teilhabe mehr an der Gesellschaft hat, sprich Zugang zur Arbeit, Wohnraum, Anerkennung, Kultur usw. wird er sich denjenigen zuwenden, die seine Probleme aufnehmen. Und das sind genau in diesem Fall die Rechtsextremen.

    Wenn Sie vom sozialen Anstieg bedroht sind, Angst um Ihren Arbeitsplatz haben, um einen Arbeitsplatz kämpfen müssen und dabei verlieren, werden Sie einen Schuldigen für diese ganze Misere suchen. Sprich einen Schuldigen finden wollen, wie die meisten den Bankern die Schuld an der Finanzkrise geben. Das entspricht aber nicht der Wahrheit, sondern ist ein kleiner Teil des vorhandenen System!

    Im vorherrschende System haben nicht alle die gleichen Chanchen, sondern nur wer finanziell bevorteilt ist!

    Und dass die Umverteilung von unten nach oben politisch so gewollt ist, ist ein Fakt! Denn dies geschah unter der Regierung Schröder. Haben Sie die Zeit verschlafen?
    Prof. Heitmeyer ist realistisch und aktuell.

    Antwort der Redaktion:

    Gekürzt: Bitte unterlassen Sie Beleidigungen und persönliche Angriffe. Die Redaktion.

  • Dynamo an den Bremsen

    16.06.2012, Nicola Martinoni
    Es ist für mich nicht zu glauben, dass diese Bremstechnik nicht schon jetzt der Fall ist. Um die Bremsen zu schonen und um Energie zu sparen, wird sie auf die Gotthard-Strecke seit mindesten 50 Jahren schon betreiben. Mit dem alten DC- Antrieb waren 3 bremsende Zuge nötig, um ein Zug hoch zu ziehen (Wirkstrom!). Heute werden bis zu 80 Prozent wieder gebraucht (AC Umformertechnik).
  • Toll

    15.06.2012, Kranke Sister
    N-Heterocyklische Carbene \o/
  • plus 20 Grad Celsius

    15.06.2012, Reinhard Funk
    "... in einem Bereich von minus 20 bis plus 20 Grad Celsius beiderseits des Titanäquators." Könnte es sich hier um einen Übersetzungsfehler handeln und in Wirklichkeit 20° geographischer Breite gemeint sein?
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Funk,

    Sie haben vollkommen Recht: Es handelt sich um geografische Breite. Wir bedauern den Fehler und haben ihn korrigiert.

    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de

  • Die wertvollen Minen im All

    15.06.2012, Klaus Deistung
    Bereits in den 80er Jahren wurde über die Möglichkeiten berichtet. Auch heute wird es noch etliche Jahre dauern, bis es sich lohnt. Vom Mond wurde Material geholt - in vergleichsweise kleinen Mengen.
    Der Asteroidengürtel ist um ein Vielfaches (im Mittel um 2 AE) weiter entfernt – auch eine Zeitfrage. Nach der Ressourcenerfoschung kann es losgehen – der, der den Berg abtrug, fing mit einem Stein an.
    Der Blog sollte als Aprilscherz gelten – aber so abwegig war die Idee nicht:
    http://www.scilogs.de/kosmo/blog/go-for-launch/allgemein/2010-04-01/asteroid_aus_gold
    Kleine Asteroiden könnte man ev. auch mit einem aufgesetzten Triebwerk transportieren, auf einer großen Raumstation aufbereiten – und gezielt zur Erde senden, wobei eine Wasserlandung dann ev. sinnvoll wäre.
  • Otto Koehler hat die Frage schon vor 75 Jahren beantwortet

    14.06.2012, Herbert Bibinger
    Das Fragezeichen bei "Können Tauben zählen?" kann man getrost seit 75 Jahren weglassen. Otto Koehler hat sich in den 1930er Jahren vielfach mit dem unbenannten Zählen und Denken
    beschäftigt und seine Methoden und Ergebnisse auch in Filmen dokumentiert.
    Siehe zum Beispiel seine Arbeiten
    "Kann die Taube Anzahlen erfassen?", Verhandlungen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft 1935, S. 39-54,
    "Können Tauben zählen?", Zeitschrift für Tierpsychologie Bd. 1, 1937
    und zahlreiche spätere Veröffentlichungen.
    Eine allgemeine Zusammenfassung findet sich in: Grzimek Tierleben, Sonderband Verhalten, 1974, S. 320-336.
    Antwort der Redaktion:

    Die Arbeiten Otto Koehlers waren mir nicht bekannt, und ich habe die von Herbert Bibinger zitierten Publikationen mit grossem Interesse gelesen.

    Tatsächlich scheint auch mir, dass Koehler und seine Mitarbeiter in ihrer Publikation von 1937 einiges von dem, was Damian Scarf et al. später fanden, vorweggenommen haben. Diese Feststellung soll Scarfs Verdienste nicht schmälern; wissenschaftliche Doppelentdeckungen sind häufig und angesichts der erdrückenden Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen heute fast unvermeidlich. Auch dass er Koehler nicht zitiert hat, ist ihm schwerlich vorzuwerfen; für einen englischen Muttersprachler ist eine auf Deutsch verfasste Arbeit dieses Alters praktisch unzugänglich.

    Speziell interessant an den Arbeiten Koehlers ist allerdings, dass er noch einen Schritt weiter geht als Scarf: Zusätzlich zu einem Experiment, in dem eine Taube zwischen zwei visuellen Darstellungen mit geometrischen Formen unterschiedlicher Anzahl zu unterscheiden hatte, mussten seine Versuchstiere die Anzahl mehrerer aufeinander folgender Ereignisse erkennen können: Der Taube war erlaubt, aus einer größeren verfügbaren Anzahl Getreidekörner nur eine bestimmte, beschränkte Anzahl zu fressen. Während einer Lernphase wurde die Taube jeweils weggescheucht, wenn sie ein Korn mehr aß, als ihr erlaubt war. Während einer anschließenden Testphase wurde der Taube erlaubt, ohne Strafe so viel zu essen, wie sie mochte, um zu prüfen, ob die Taube tatsächlich gelernt hatte, sich auf eine bestimmte Anzahl Körner zu beschränken. Anzahl und räumliche Anordnung der insgesamt angebotenen Körner wurden variiert, damit sich die Taube nicht an visuellen Mustern orientieren konnte. Die Anzahl der erlaubten Körner wurde schrittweise erhöht (2, 3, 4, 5, 6, …). Für die Anzahlen 1 bis 6 war die Taube tatsächlich in der Mehrheit der Fälle fähig, sich auf die vorgegebene Anzahl Körner zu beschränken. So fraß sie in 65 Prozent aller Fälle nur 5 Körner, wenn 5 Körner erlaubt waren. Zudem ließ in Fällen, wo sie ein Korn mehr als erlaubt aß, ihr Verhalten Angst vor der zu erwartenden Bestrafung vermuten. Offensichtlich war sich die Taube bewusst, wie viele Körner sie bereits gegessen hatte.

    Das in diesem Experiment nachgewiesene Verhalten der Taube kommt einem Zählen im eigentlichen Sinne schon viel näher als das von Scarf nachgewiesene Verhalten, wo die Tauben die Anzahl von Objekten eher abschätzen als zählen mussten. In Koehlers Versuch war nicht eine ungefähre, sondern die genaue Anzahl von Ereignissen (Fressen eines Kornes) entscheidend.

    Die Frage, ob der Begriff "zählen" in diesem Zusammenhang wirklich gerechtfertigt ist, steht allerdings vor zwei Schwierigkeiten:

    Erstens müsste man genau definieren, was unter "zählen" zu verstehen ist. Wenn ich mir eine Anzahl von beispielsweise drei Ereignissen in meinen Gedanken als dreimalige Wiederholung eines Lautes vorstelle ("hm – hm – hm"), gilt dies bereits als Zählen? Oder muss ich für jede Anzahl ein eigenes Symbol verwenden ("1 – 2 – 3"), damit der Begriff "zählen" gerechtfertigt ist?

    Zweitens besteht die offenkundige Schwierigkeit, dass wir die Gedanken der Taube nicht wahrnehmen – und auch aus Koehlers Experimenten nicht erschließen – können. Koehler formuliert denn auch sehr vorsichtig. Er behauptet nicht, Tauben könnten auf sechs zählen, sondern sie könnten „auf sechs handeln“. Wahrscheinlich stelle sich eine Taube die Anzahl von sechs Ereignissen als eine sechsmalige Wiederholung eines Lautes vor ("hm – hm – hm – hm – hm – hm"), anstatt verschiedene gedankliche Symbole für verschiedene Anzahlen zu verwenden ("him – hem - ham – hom – hum – hüm" oder auch: "eins – zwei – drei – vier – fünf – sechs").

    Ich teile Koehlers Vorsicht und möchte daher das Fragezeichen im Titel meines Artikels unbedingt stehen lassen. Tatsächlich aber geben die Resultate von Koehlers Studien Anlass zu der Vermutung, dass die numerische Kompetenzen von Tauben noch weiter gehen, als die Studie von Scarf et al. schlussfolgern lässt.

    Stéphane Hess

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