Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Supersymmetrie eventuell überflüssig

    26.08.2014, Werner Preuß, Bremen
    Joseph Lykken und Maria Spiropulu diskutieren in ihrem Beitrag die mangelnde experimentelle Evidenz für Supersymmetrie und schlagen drei spekulative Alternativen vor: das Multiversum, Extradimensionen und dimensionale Transmutation. Leider lassen die Autoren die wohl interessanteste Alternative unerwähnt, nämlich die Möglichkeit, dass Quarks, Leptonen und Bosonen aus noch kleineren Konstituenten (Preonen) aufgebaut sein könnten (Don Lincoln: "Das Innenleben der Quarks", SdW Heft 12/2013). Derartige Theorien besitzen einen großen Charme: Sie machen die Supersymmetrie überflüssig und bieten eine Erklärung für die Dunkle Materie und die Massen der Elementarteilchen, indem sie nur einen in der Natur realisierten Ursprung der Masse postulieren (Masse ist Bindungsenergie) und nicht zwei (Bindungsenergie und Higgs-Feld). Das vom LHC beobachtete Higgs-Ereignis wäre im Rahmen von Preonentheorien anders zu interpretieren. Möglicherweise wird die nächste Ausbaustufe des LHC zeigen, ob der letzte Nobelpreis vielleicht voreilig vergeben wurde.
  • Lebenslügen als herzerwärmend deklariert

    26.08.2014, Gertraude Wenz
    Ich habe mich gerade geärgert: Schon wieder werden intellektuelle Höhen als eisig diffamiert und Lebenslügen (sprich Religion) als herzerwärmend deklariert! Die christliche Religion, wenn man sich denn überhaupt mit ihr auskennt, ist alles andere als "herzerwärmend". Wer so argumentiert, hat sich als Unwissender in Sachen Christentum geoutet. Ich bin entsetzt, dass solche logischen Fehlschlüsse anscheinend doch auch Menschen unterlaufen, von denen man ein gewisses intellektuelles Niveau erwartet.
    Antwort der Redaktion:

    Ich vermute ein Missverständnis auf Ihrer Seite. So wie ich den Text der Rezension verstanden habe (ich war der zuständige Redakteur), beschreibt der Rezensent nichts weiter als die schwerlich bestreitbare Tatsache, dass Christen in ihrer Religion "Herzerwärmung" zu finden pflegen. Dazu passen auch die Inhalte, die die offiziellen Vertreter des Christentums heutzutage vorrangig verkünden. Dem steht nicht entgegen, dass in der Bibel schreckliche Geschichten zu finden sind und Christen im Namen ihrer Religion die abscheulichsten Gräueltaten begangen haben. Aber das genau ist nicht Thema des Buches.

    Christoph Pöppe, Redaktion

    Danke, dass Sie sich so engagiert mit meiner Meinung beschäftigt haben. Dass in der Rezension aus welchen Gründen auch immer "intellektuelle Höhen" als "eisig" bezeichnet wurden, empfinde ich nach wie vor als Diffamierung. Dem haben Sie ja auch nicht widersprochen. Vom "Baum der Erkenntnis zu naschen", wie der Rezensent so schön schreibt, ist eine spannende, zum Verständnis und zur Einsicht führende wundervolle Art, der Welt zu begegnen, was soll daran eisig sein? Und ich frage weiterhin, was ist an Religion tröstend und herzerwärmend? Sie meinen, ich hätte den Rezensenten missverstanden, er meine, dass Christen in ihrer Religion Herzerwärmung zu finden pflegen. Vielleicht hat er es so gemeint, mag sein, es klingt aber meines Erachtens so, als wäre die Religion – sprich Lebenslüge – per se herzerwärmend. Und genau das kann ich so nicht stehenlassen, denn das Christentum ist in seiner Substanz eine tief menschenverachtende Religion, beruhend auf einem archaischen Blutopfer, eine Religion, die den Menschen als durch und durch sündig erachtet und die z. B. Anders- oder Ungläubigen ewige Folterqualen in der Hölle androht, auch heute noch. Wer ein bisschen nachdenkt, müsste sich auch wundern über einen anscheinend ziemlich gleichgültigen Gott, der eben nicht beisteht, hilft und eingreift, wenn man ihn braucht. Wie viele Gebete mögen unerhört verhallt sein, mögen Verzweifelte sich im Stich gelassen gefühlt haben, die Geschichte ist voll davon. Wie gedankenlos und nur auf sich fixiert müssen Menschen sein, wenn sie dennoch in der Religion Herzerwärmung zu finden meinen, getreu dem Motto "aber MIR wird er helfen" oder "MIR hat er geholfen". Es ging mir mit dieser Leserzuschrift nicht um das Buch von Andreas Kilian, das ich übrigens auch gelesen habe und hervorragend fand, sondern wirklich nur um die beiden Bemerkungen, die man vielleicht als Randerscheinung sehen mag, die mir aber dennoch so wichtig waren, dass ich sie nicht unwidersprochen stehen lassen wollte.

    Gertraude Wenz

  • Eisschmelze

    25.08.2014, Michael Schmidt
    Jeder kennt den Effekt aus dem Physikunterricht, ein mit Eiswasser gefüllter Topf über dem Bunsenbrenner beleibt temperaturstabil bis das Eis geschmolzen ist.
    Ist die Eisschmelze zu gering um die Temperaturen Global zu beeinflussen. Allein die aktuelleren Modelle [http://de.wikipedia.org/wiki/Folgen_der_globalen_Erwärmung_in_der_Arktis]
    - van den Broeke et al. 2009 - geben dazu Massenverluste in der Arktis durch schmelzendes Eis mit bis zu 240 Gt/a an, mit wachsender Tendenz. Dies würde nur für diesen Schmelzvorgang - bei einem angenommenen Werte für die Schmelzwärme von 34 MJ/t - einen Energieverlust von ca. 8 ExaJ/a ergeben, die zur Erwärmung der Atmosphäre im Prinzip fehlen. Das ist jedoch nur ein Teil der Realität. Hinzu kommen Schmelzverluste weltweit an allen Gletschern im Hochgebirge, sowie netto Schmelzverluste in der Antarktis.
    Wie groß ist hier die Unsicherheit bezogen auf die Eismenge die tatsächlich verschwindet, welche Energiemengen werden hier tatsächlich umgewandelt ?
    Ist die Energiemenge so viel kleiner als die meisten der betrachteten Einflussgrößen, dass sie vernachlässigt werden kann ?
  • Beängstigend

    25.08.2014, Fabian Cundano Maltez
    Mit Blick auf die hunderte Millionen Facebook-Mitglieder und die Milliarden gespeicherten Fotos ist also schon heute eine Schreckensvision real: Mittels versteckter Videokamera (z. B. Google Glass) und Zugriff auf die Facebook-Datenbank kann ein einzelner Mitarbeiter so gut wie jeden Menschen, der ihm auf der Straße entgegenkommt, identifizieren - und sich sofort seinen Lebenslauf, seine Vorlieben und alle seine sozialen Kontakte auflisten. Und das ohne weitere Unterstützung und völlig unbemerkt.

    Eine einzige Überwachungskamera ist ausreichend, um fast jeden Besucher einer Demonstration oder einer Wahlkampfveranstaltung oder eines Geschäftes sofort inklusive Adresse und Freundeskreis zu identifizieren.

    Schlimmer noch: Wie auch im Artikel angesprochen besitzen Google und Facebook allein auf Grund ihrer unglaublichen Datensammlung ein unanfechtbares Monopol auf diese und zukünftige technische Entwicklungen - DeepFace und GoogleBrain sind dabei zudem nur die Entwicklungen, welche freiwillig der Öffentlichkeit preisgegeben wurden!
  • Und nun?

    25.08.2014, Ulrich Heemann
    Was bedeutet es, wenn pro Gramm Sonnencreme 463 Nanomol Wasserstoffperoxid "je nach Bedingungen freigesetzt werden könnten"? Das wären nach meiner überschlägigen Berechnung ca. 1.6E-5 Gramm. Und was gilt jetzt in der freien Natur unter realistischen Bedingungen? Und wie vergleiche ich jetzt ein Gramm Sonnencreme mit vier Kilogramm TiO2? Und was ist die toxische Wirkung der Sonnencremes? Und ist ein solcher Artikel, der offensichtlich nur auf das Wörtchen "Nano" abhebt, es wert, geschrieben zu werden?
    Ich jedenfalls habe etwas höhere Ansprüche an das, was man einen (populär-)wissenschaftlichen Artikel nennt. Ich dachte, dass das bei Ihnen in der Regel auch der Fall ist.
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Heemann,

    ich hatte auch so meine Bedenken beim Berichten einer konkreten Zahl, vielleicht hätte ich die Nanomol-Angabe gleich ganz weglassen sollen, ich habe sie nun aus dem Artikel entfernt. Tatsächlich haben die Forscher zwar "unter realistischen Bedingungen gearbeitet (also mit Sonnencreme bestückte Trägermaterialien am Strand exponiert), dabei sind dann 463 Nanomol pro Stunde (!) freigeworden.

    Die Forscher berechnen, wie man dem verlinkten Paper entnehmen kann, auf dieser Grundlage zudem auch noch einen Wert von "Wasserstoffperoxidfreisetzung pro Jahr" durch eine typische Menge von Touristen, die pro Jahr baden und pro Jahr eine typische Menge von Sonnencreme auftragen (zudem unter der Annahme, dass alle auch nanoteilchenhaltigen Sonnenschutz verwenden und die Sonne scheint, wie sie im Mess-Experiment geschienen hat, nehme ich an). Diesen Wert habe ich den Lesern vorenthalten, weil ich ihn ein wenig spekulativ fand. Immerhin verschwindet, wie ja in der Kurznews steht, das reaktive Peroxid aus Reaktivitätsgründen auch recht schnell ;-).

    All das ändert nichts daran, dass die Forscher eine ökologische Bedrohung vermuten, die nach ihrer Einschätzung bislang unterschätzt wird. Darauf zielte die Meldung eigentlich ab.

    Viele Grüße
    Jan Osterkamp,
    Redaktion Spektrum.de
  • Artikel Müll

    24.08.2014, Michael
    Das ist meiner Meinung nach der lächerlichste Artikel den Spektrum jemals veröffentlicht hat. NULL hintergrundinformationen über die Sterbehilfeorganisationen. Reines "Bild" niveau! Mein Abo habe ich zum Glück schon gekündigt!
  • Sprache

    24.08.2014, Christian Mai
    Tötung bedeutet, einem anderen Menschen gegen dessen Willen das Leben zu nehmen. Wenn das stimmt ist das Wort Selbsttötung Unsinn und sollte nicht synonym mit Suizid verwendet werden; sonst findet eine sprachliche Vorverurteilung statt.

    Diese Idee ist nicht von mir. Peter Bieri stellt das Problem in seiner Komplexität in seinem Buch "Eine Art zu leben" ausführlicher dar.
  • Detaillierte Aussagen - schlechte Statistik

    23.08.2014, Peter S.
    Diese Studie klingt interessant und die Ergebnisse entsprechen auch ziemlich genau dem, was man erwarten würde - aber bei näherer Betrachtung der Methodik kommen mir doch starke Zweifel an ihrer Aussagekraft. Wieso untersucht man eine Gruppe mit nur 25.540 Teilnehmern, wenn es doch eine gesamteuropäische Studie (EPIC) mit einer halben Million Teilnehmern gibt? Wieso liest man mehrfach dass die Teilnehmerzahl 25.540 war, aber erst aus der Originalveröffentlichung erfährt man, dass die Zahl der gestorbenen „nur“ 1599 betrug? Diese überschaubare Zahl zerfällt dann noch in 1.040 Männer und 559 Frauen, die man dann jeweils in 240 kombinierte Verhaltensgruppen unterteilte – im Schnitt also 2 bis 4 Gestorbene je Gruppe. Diese gruselig schlechten Einzeldaten werden dann offensichtlich in ein Model hinein gefittet. Davon sollten die Daten auch nicht viel besser werden. Auch ohne genauere Prüfung habe ich den Eindruck, dass die Ergebnisse statistisch völlig ungesichert sind und mehr der Modellbildung entstammen als der Realität.

    PS Der Autor raucht nicht, isst gern rotes Fleisch, trinkt regelmäßig aber in Maßen Rotwein hat ein erfülltes Sexualleben und weiß nun nicht, was er ändern sollte.
  • Tolle Idee!

    22.08.2014, Peter Spang
    Die Auswilderungen gebietsfremder Arten waren gerade in Australien ja auch wirklich ökologische Erfolgsgeschichten, oder?
    Ist eigentlich schon mal irgendein Wissenschaftler auf die Idee gekommen, dass ein Kontinent, der während seiner gesamten Entwicklungsgeschichte, nie eine nennenswerte Megaherbivorenfauna hervorgebracht hat, mit den zitierten 28 Millionen Rindern möglicherweise überfordert ist?
    Der Speiseplan der Aga-Kröten wird in jedem Fall bereichert.
    Wenn dann in Australien südamerikanische Kröten europäische Mistkäfer fressen, nennt man das Ganze wohl Globalisierung.
  • Die als eine Art Epilepsie beschriebenen Symptome erinnern

    22.08.2014, Karen Drawert
    mich an einen Beitrag zum Schweinebandwurm, es muss ja nicht genau der Wurm, aber vielleicht einfach ein Wurm sein, der auch das Gehirn in Mitleidenschaft zieht. Vor allem kann man diese Erkrankung bekommen, ohne jemals Schweinefleisch (bzw. anderes befallenes Fleisch) gegessen zu haben. Die Übertragung des Parasiten (Eier) wird durch schlechte hygienische Verhältnisse/Armut begünstigt, wie es durchaus in Bürgerkriegszeiten möglich gewesen sein kann.
    https://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/in-form/neurozystizerkose-larven-im-gehirn-140853016.html
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Drawert,

    wahrscheinlich interessiert Sie dann der zweite Teil unserer Serie zum Thema: Epilepsie – zu viele Würmer, zu wenig Neurologen.

    Viele Grüße,
    Jan Osterkamp
    Redaktion Spektrum.de
  • Todesfalle oder gar Megafalle für Vögel

    21.08.2014, Erich Hannak
    Autos sind wohl auch Todesfallen für Vögel! Man sollte mal an Straßen und Autobahnen die Kadaver zählen. Da kämen wohl in extrem kurzer Zeit mehr als 141 zusammen. Wollen wir deshalb etwas gegen den ausufernden Straßenverkehr machen?
  • Weihnachtspyramide anstatt Verödung der Landschaft

    21.08.2014, Ting Chen
    Anstatt die Landschaft zu veröden und für den Vögeln unattraktiv zu machen soll man überlegen, mit bewegliche Teile den Vögeln davon abhalten, zu nah an dem Kraftwerk zu kommen. Da die Luft von dem Kraftwerk erhitzt wird, kann man sich zum Beispiel überlegen, on Top des Kraftwerks ein Rotor nach dem Prinzip der Weihnachtspyramide aufsetzen, von diesen hängen dann an der äußeren Spitzen Ketten oder Seile unter, die dann mit dem Rotor drehen und so den Vögeln davon abhalten, innerhalb des Radius des Rotors zu kommen.
  • Kein konkreter "Feind" erkennbar

    18.08.2014, Peer Carstens
    Die Sorglosigkeit, mit der Menschen ihre Daten verschwenden, erstaunt auch mich.
    Die User-Frage: "Wen interessiert es schon, was ich tu'" m.E. sehr wegweisend, suchen wir nach der Ursache des sorglosen Verhaltens.
    Es ist kein konkreter "Feind" erkennbar.
    Google, Facebook.. das sind keine Menschen, keine Nationen, keine konkrete Gruppe von Menschen, die uns konkret etwas antun könnte.
    So, wie "die Kapitalisten" oder "die Banker" zwar ein gewisses Feindbild für den einen oder anderen darstellen können, sind sie letztlich nur eine wabernde Vorstellung im Gehirn und die Menschen steigen nun nicht plötzlich auf Tauschgeschäfte um und bevölkern Tausch-Börsen.
    Ich denke, zusätzlich zur Unerfahrenheit und Trägheit der User mit ihren digitalen Geräten gesellt sich eben auch der nicht konkret erkennbare "Feind", der sie angeblich ausspähen will. Wer das ist, wozu "er" das tut und was "man" mit den Daten machen könnte - das kann sich kein gewöhnlicher User vorstellen und lässt es deshalb.

    Grüsse von Peer Carstens
  • Ringwall und Braunkohle

    18.08.2014, Ernst Weingärtner, Mindelheim
    Stellen Sie sich vor: bei der Planung von Garzweiler XY wird zugleich ein Ringwallspeicherkraftwerk geplant! Der Abraum wird direkt an die Stelle des neuen Walls geschaufelt. Am Ende gibt es einen großen Energiespeicher, einen Freizeitsee und eine renaturierte Landschaft.
  • Keine neue Erkenntnis, aber sicher interessant

    18.08.2014, E. Bieski
    Selbstmedikation in der Tierwelt, eigentlich keine neue Erkenntnis. Jeder der eine Katze, besser noch Hund besitzt, kann ähnliche Verhaltensweisen beobachten. Gezielt sucht ein Hund bei Darmverstimmungen unter Gräsern nach bestimmten, um diese zu fressen. Einer meiner Hunde war, ohne für mich erkennbaren Grund, richtig süchtig nach wilden Hopfensprossen. Suchte diese gezielt und fraß sie offensichtlich genusvoll. Wer aufmerksam die Natur beobachtet, wird sicher viele Beispiele für eine gezielte Selbstmedikation von Tieren und eventuell sogar auch Pflanzen finden. Inwieweit da angeborener Instinkt, Lernprozesse oder Anderes eine Rolle spielen, lässt noch viel Raum für wissenschaftliche Untersuchungen. Leider haben wir es heute in der Mehrzahl verlernt, der Natur solche offensichtlichen und uns nützenden Dinge abzulauschen und dann auch noch richtig zu interpretieren. So mag der angekündigte Beitrag wieder mehr Menschen dazu anregen.