Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Quanten und Realität

    21.03.2016, Alexander Schwochau, Göttingen
    Sehr geehrter Herr Springer,
    Sie schreiben: "Typische Quanteneffekte werden mit immer größeren, aus tausenden Atomen bestehenden Objekten demonstriert."
    Vor mir liegt ein Kaffeelöffel: Er glänzt, leitet die Wärme und den elektrischen Strom, und er ist magnetisch. Er ist makroskopisch und zeigt diese allesamt echten quantenphysikalischen Effekte. Er kann diese Effekte auch nur zeigen, wenn er makroskopisch ist und viel mehr als tausend Atome enthält. Manchmal betreibe ich Laser, deren Resonatoren noch bequem auf einem Tisch Platz finden. Der Begriff "mikroskopisch" würde hierzu kaum jemandem einfallen. Ich kann den Aufbau so einstellen, dass nur ein einziger Laserzustand besetzt ist, der aber dafür stark, und der Zustand kann quer durchs Zimmer reichen. Ich kann viele Photonen entnehmen, um den Zustand genau zu vermessen, wobei sich dieser durchaus makroskopische genuin quantenphysikalische Zustand nicht merklich ändert oder unscharf würde. Mir sind supraleitende Spulen begegnet, die bestimmt nicht auf meinen Frühstückstisch neben den Kaffeelöffel passen. Helium gibt es als suprafluide Phase, meistens nicht viel, aber sicher makroskopisch, nicht tausend, sondern zehn hoch zwanzig Atome und die Menge ist eigentlich nur eine Frage des Preises. Mein Rechner basiert immer noch auf Transistoren - fällt Ihnen etwa eine klassische Beschreibung einer Sperrschicht ein? Diese Liste lässt sich beliebig erweitern, also kommen mir die Worte "mikroskopisch", "exotisch", "unanschaulich" in dem Artikel von Ihnen über Quantenphänomene unangemessen vor. Das scheint mir Verschleierung statt Aufklärung zu sein - Quanteneffekte sind schließlich alltäglich, normal, makroskopisch um uns herum. Ich kann mit den Quantenzuständen in dem Löffel wechselwirken, direkt mit meinen Sinnen, ich sehe den Glanz, ertaste den Wärmestrom, spüre die Kraft, mit der ein Magnet anhaftet, bekomme von dem Löffel einen Schlag, wenn ich den an eine Spannungsquelle gegen Erde anschließe. Ist das real? Sind das Messungen? Was kollabiert dann wo? Was hat es also damit auf sich, wenn die Realität dieser Quanteneffekte diskutiert wird? Meiner Ansicht nach ist das kalter Kaffee von vor hundert Jahren, zu oft wiederverwendet. Wenn bei mir Kaffeelöffel verschwinden, bin ich fast ganz sicher, dass es nicht daran liegt, dass sie kollabiert sind. Ich bin fast ganz sicher, dass Laser und Transistoren funktionieren und bin überrascht, falls die Realität dieses Umstandes in Zweifel gezogen wird - ich mag Zweifel, hab aber auch Belege gern. Quantentheorie handelt von Systemen und deren Zuständen. Warum wird der Begriff "System" selten populärwissenschaftlich beleuchtet? Warum stattdessen "Vielwelten" häufig? Zumindest in meiner Wahrnehmung ist die Bedeutsamkeit des ersten deutlich größer als die des zweiten. Immerhin bin ich froh, dass zwischen Theorie und Realität in dem Artikel unterschieden wird … bei dem Titel möchte ich das aber auch hoffen. Ich hoffe hiermit, einen gewissen aufklärerischen Schwung in die Darstellung von Quantenphysik bringen zu können.
  • Problemlösung durch ableitung

    20.03.2016, Gerhard Huck
    Ich wundere mich auch immer das ich nach dem 2ten Glas Wodka noch betrunkener werde obwohl es doch nicht mehr Alkohol enthält als das erste.
  • Zum Glück stopft El Nino die Erklärungslücke

    19.03.2016, Karl Lauterbach
    "Das Erdsystem macht im Moment jedenfalls keine Anstalten, sich den guten Nachrichten anzuschließen."
    So ein schlechtes Benehmen von der Realität...ich drücke die Daumen, daß die Klima-Politik auf Gesinnungskurs bleibt.
  • Die letzten ihrer Art

    19.03.2016, Robert
    Es ist mir ein Rätsel wie man vom Kakapo und Mark Carwadine schreiben und nicht das Buch von Douglas Adams erwähnen kann.
    Douglas Adams ("Per Anhalter durch die Galaxis") hat vor Jahren eine Reise mit dem Biologen Mark Carwadine rund um die Welt zu einigen der kuriosesten vom Aussterben bedrohten Tierarten unternommen.
    Herausgekommen ist das sicher komischste Buch zu diesem Thema, wenn nicht eines der komischsten Bücher überhaupt.
    Einleitung:
    "Mark ist ein ungemein erfahrener und bewanderter Zoologe, der damals für den World Wildlife Fund arbeitete und dessen Aufgabe im wesentlichen darin bestand, von allem eine Ahnung zu haben. Meine Aufgabe – eine, für die ich absolut qualifiziert bin – bestand darin, ein ungemein unwissender Nicht-Zoologe zu sein, für den alles wie aus heiterem Himmel zu kommen hatte."
  • Aber immer noch wird - "Fisch ist ja so gesund"-

    19.03.2016, Angela Franke
    der reichliche Verzehr von Fisch empfohlen.
    Wenn man mal beginnt in Zusammenhängen zu denken und nicht nur auf ein einziges Interesse hin "Was nützt dem Menschen ganz unmittelbar", dann begreift man, dass auch Ernährungswissenschaftler meist nicht richtig liegen.
    Einzig vorwiegend pflanzliche Ernährung kann die Erde noch einigermaßen erhalten.
  • Achje, die Kühe im Biolandbau?!

    19.03.2016, Angela Franke
    Wie hoch ist noch mal der Anteil von Biomilch an der allgemeinen Milchprodukte-Palette?
    Milch ist ein ziemlich fürchterliches Tierqualprodukt., auch Biokühe sind meist Turbokühe.
    Nicht nur das erbärmliche kurze Leben der Turbokühe, auch die Qual der "überflüssigen" männlichen Kälber, die zuerst oft genug noch mit Nabelschnur am Bauch quer durch Europa zur Mast verfrachtet werden um dann nach entsetzlichen Tiertransporten z.B. in die Türkei und den nahen Osten ihr kurzes Leben betäubungslos geschächtet zu beenden. (Natürlich ist das hiesige Schlachten genauso fürchterlich)
    Zu erwähnen ist dann auch noch, dass die überflüssigen Kälber der Mozzarella-Büffel gerne auch mit zu gebundenen Mäulern buchstäblich lebend auf den Müll geworfen werden.
    Da kann ich nur sagen: Guten Appetit.
    Hauptsache gesund, wie es den Millionen Tieren geht, spielt da keine Rolle.
    Ich kann solche Betrachtungen nicht mehr lesen ohne diese Bilder und dieses Wissen im Hinterkopf. Auch Wissenschaftler sollten die Folgen ihrer Erkenntnisse und Ratschläge für Dritte, die keinerlei Nutzen davon haben, mit bedenken.
    Das sind im übrigen nicht nur Tiere, sondern auch die vertriebenen Kleinbauern in den Futter liefernden Ländern, nicht zu vergessen die vernichteten Regenwälder.
    http://www.zeit.de/2013/35/milchkuehe-medikament-doping
    Übrigens, es gibt inzwischen wunderbare Alternativen an Pflanzenmilch.
  • @3. Dualsystem

    19.03.2016, Heinz Römbell

    Wenn im Dualsystem Ausnahmsweise auch die Null zur Primzahlerscheinung gehört, nämlich in der unendlichen Weite der Zahlenwelt nur ein einziges Mal, dann gehört auch in einem Dezimalsystem die Zwei in die Endziffernreihenfolge von 1,3,7, und 9. Aber von diesen Ausnahmen hat man hier in diesem Beitrag wohl abgesehen.
    Zur Sache: In Ihrem Zahlensystem mit der Ziffernbasis 3 gehört auch die Null zu den hier aufgestellten Ausnahmen. Diese Null ist in diesem System nur einmal mit der Zahl drei verbunden und erscheint in keiner weiteren Primzahl mehr.
    Was bringen nun die unterschiedlichen Zahlensysteme bei der Suche nach Primzahlen? Die Ziffernfolge 1,3,7 und 9 des Dezimalsystems sortieren 60% der Zahlenwelt aus, die als Primzahl nicht in Frage stehen. Bei dem Dualsystem sind es nur 50%. Ihr Zahlensystem mit der Ziffernbasis 3 leistet noch weniger, nämlich nur 33,3..% .
  • Die nächste Katastrophe

    18.03.2016, Robert Orso
    @carsten
    Pflanzen sind eine relativ neue Entwicklung. Es sind Lebewesen, die Sonnenlicht als Energiequelle nutzen um großteils anorganische Ausgangsprodukte zu verstoffwechseln. Dazu ist eine äußerst komplexe Chemie nötig. Das ist zwar auch den viel älteren Cyanobakterien möglich, diese sind aber ein ganz eigener Zweig. Pflanzen haben dafür eigene Organellen in den Zellen, die vermutlich aus ursprünglich assimilierten Einzellern entstanden sind, die diesen einmaligen Trick gelernt haben. Erst ab diesem Zeitpunkt kann man von Pflanzen sprechen.

    Mehrzellige Lebewesen, die keine eigene Photosynthese betreiben, sich aber von anderen Lebewesen ernähren nennt man gemeinhin Tiere – wenn man die Pilze jetzt mal weg lässt.

    @Arnd-Matthias Langner
    "Das Bisschen CO2" wäre wohl nicht so das Problem, wenn es nicht nebenbei dafür sorgen würde, dass die infrarote Wärmestrahlung von der Erde immer schlechter abstrahlen kann und sich bei uns ein Wärmestau bildet.

    Wie damals wird es auch jetzt wieder zu einem massenhaften Aussterben von Organismen kommen, die damit nicht umgehen können. Wir könnten ganz leicht eine dieser Spezien sein und DAS ist es, was viele Menschen für keine so gute Idee halten.
  • Unterborierung

    18.03.2016, Dipl Physiker Reiner Szepan
    Es könnte auch ganz anders gewesen sein:
    Die Abschaltreaktivität der Steuerstäbe reicht nicht aus, so dass bei DWR immer genügend Bor im Kühlmittel nachgespeist werden muss. Da aber Bor die Energieausbeute verringert, ist der Betreiber bestrebt, bei die Konzentration kritisch zu halten. Wenn nun die Steuerstäbe zum Zweck der Abschaltung eingefahren werden, veringert sich zunächst die Reaktorleistung und die Temperatur der Kühlmittels sinkt, wobei allerdings die Reaktivität zunimmt, so dass die effektive Reaktivität nicht unter 0 sinken kann. Die Schnellabschaltung bringt auch nichts mehr, so dass nur noch die Boreinspeisung die Situation retten kann. mail@szsc.de
  • Dualsystem

    18.03.2016, Frank Svoboda
    Im Dualsystem können Primzahlen (außer 2) nur auf einer 1 enden. Deshalb kann dieses Phänomen erst ab Basis 3 auftreten (wo Primzahlen übrigens auf 0, 1 und 2 enden können).
  • Welche Milchprodukte besonders gesund sind..

    18.03.2016, Robert Orso
    ... ist aber noch nicht ausreichend genug erforscht, um schon Empfehlungen zu geben.

    Was bitte hat die weltweite Ernährungs "Forschung" in den letzten Jahrzehnten denn eigentlich gemacht? Lobbying für die Industrie? Haben die ihre Resultate gewürfelt?

    Was ich schon sein Jahrzehnten sage: Lasst Euch von den ganzen Ernährungs "Studien" nicht irre machen. Industriefutter vermeiden und das Essen aus guten, natürlichen Grundnahrungsmitteln selbst herstellen.

    Alles andere ist nur Kaffeesatzlesen.

    Dann erledigt sich das "Palmöl Problem", das "Soya Problem", das "Genmais Problem", das "industrielle Tierhaltung Problem" und vermutlich so manch anderes nebenher gleich mit.
  • Apropos Fermi und Paradox

    18.03.2016, Volker Hoff
    Zu diesem Thema mein Blogbeitrag mit Videolink über das sehr spannende Buch: „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“ von Phillip P. Peterson:
    http://volkerhoff.com/buchtipp-paradox-am-abgrund-der-ewigkeit/
  • Der junge Wald sequestriert CO2 schneller als der alte Wald

    17.03.2016, Bernhard Keim
    Bei aller hier geäusserten Kritik an der Abholzung von Wäldern, es verhält sich dort nicht anders wie mit allem, was wächst. In einem bestimmten Alter wächst der Wald besonders schnell, um dann wieder sein Wachstum zu verlangsamen. Wie oben bereits geschrieben ist die Kohlenstoffsequestrierung eines Sekundärwaldes bis zu 11 mal so hoch, wie die eines alten Primärwaldes. So wie Menschen ab einem bestimmten Alter nur noch langsam, dann gar nicht mehr wachsen, wächst auch der Wald mit zunehmendem Alter langsamer. Der Biomassezuwachs folgt einer S-Kurve. Am steilsten Punkt der Kurve ist die Fähigkeit große Mengen Kohlenstoff zu binden am stärksten ausgeprägt. Etwas oberhalb dieses Punktes sollte man Wälder ernten, wenn man Energieholz gewinnen möchte. Eine Ausforstung muss sowieso erfolgen, wenn man die besseren Bäume zur Gewinnung von Brettern pflegen will. Die Idee, dass nur der Urwald die optimale (Nicht-)Bewirtschaftungsform darstelle, mag zwar unter Artenschutzgesichtspunkten richtig erscheinen, als Energielieferant scheidet der Wald dann allerdings aus.
    Was es auf alle Fälle zu verhindern gilt ist der Raubbau, d.h. die unkontrollierte Entnahme von Holz ohne damit einhergehende Aufforstungsmaßnahmen und Waldpflege. Wie so oft gilt auch hier, dass allzu doktrinäre Standpunkte verhindern, was sie zu schützen vorgeben. Erneuerbare Energien sind Kreislaufenergien. Diese Kreisläufe gilt es zu initiieren, zu installieren und zu schützen.
  • p Wert bei kleinen Stichproben

    17.03.2016, Damian
    "Experimente mit kleinen Stichproben, stark gestreuten Daten und kleinen Effekten werden trotz unzureichender Signifikanz nur ein einziges Mal durchgeführt und ohne nochmalige Prüfung veröffentlicht."

    Es wird oft angenommen das Studien mit kleinem Stichprobenumfang schlechte Studien sind.

    Aber nehmen wir an es werden zwei Studien durchgeführt, Studie S mit 10000 Stichproben und Studie T mit 100 Stichproben. Bei beiden ist der p Wert p=0,05. Der Effekt der in Studie T gemessen wurde muss doch viel größer sein, weil eine kleinere Stichprobe ausreicht um den gleichen p Wert wie bei Studie S zu erreichen. Die Wahrscheinlichkeit das das Ergebnis durch Zufall erreicht wurde ist doch bei beiden Studien genau gleich groß.

    Oder habe ich da einen Denkfehler drin?
  • Falsche Rückschlüsse

    17.03.2016, OSSI
    Ich halte diese Rückschlüsse für falsch.
    Wie wir wissen lebte der Neandertaler wie auch der paleolithische Mensch während der Megafauna die just mit der anwachsenen Population des Homo Sapiens auf nahezu jedem Kontinent ausstarb.
    Die Untersuchungen von 2010 offenbarten u.a. von einem Neandertaler in Belgien Teichrosen gegessen wurden, dagegen wurden typische Wildpflanzen und Pilze - die man erwarten darf, nicht im Zahnschmelz nachgewiesen.

    Es ist jedoch kaum vorstellbar das der Neandertaler ins Wasser ging um die Knollen der Teichrosen zu ernten, wenn rundherum wilde Beeren, Pilze, Süssgräser und Wildfrüchte wachsen die er nicht nutzt, obwohl diese viel einfacher zu nutzen wären.

    Die einzige Erklärung wie derartig merkwürdige Nahrung wie Teichrosen auf die Speisekarte von Neandertaler kommen kann, ist wenn er den Mageninhalt des Blättermagens von Pflanzenfresser mit verwertet, z.b. ein Elch, ein Megahirsch oder Biber die vermutlich Teichrosen fressen würden.
    Den Mageninhalt nutzt z.b. auch ein Wolf, der damit ebenfalls 1/5 seiner Nahrung pflanzlich zu sich nimmt.
    Das hat gewisse Vorteile, denn diese Nahrung ist garantiert ungiftig (sonst würden sie Grasfresser ja nicht fressen) und sie ist bereits mechanisch aufgeschlossen, also in eine "Salatform" gebracht. Er braucht sie nur zu waschen und kann sie bequem mit dem Fleisch zusammen essen, sozusagen als Rohkost-Beilage oder in Form einer Fleischbrühe mit Kräuter.