Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Energiewende: Meinung statt Fakten

    06.06.2016, Dr. rer.nat. Wolfgang Epple
    Die Meinungsäußerung von Lars Fischer verkennt das physikalische und damit letztlich auch ökonomische Hauptproblem der sogenannten "Energiewende" , die in Wirklichkeit eine kleine Stromwende ist: Angesichts der Volatitlität der "Erneuerbaren Energien" sind sie für die sichere Stromversorgung grundsätzlich nicht grundlastfähig. Die erhoffte Glättung der Einspeisung durch zwischenzeitliche Speicherung ist in dem Maßstab, wie das für ein Industrieland wie Deutschland erforderlich wäre, reine Utopie. Das Netz aus vielen "dezentralen Kleinspeichern" wird hier allenfalls in kleinem Rahmen und lokal wirksam sein - wenn überhaupt.
    Der mangelnde Netzausbau ist ein vielfach nachgesprochenes Fehl-Argument der Betreiber der "Erneuerbaren", das auch durch Wiederholen nicht richtiger wird. Ohne Lösung des Speicherproblems helfen auch noch so viele Stromleitungen nicht, Überlastung und Flaute auszugleichen. Dass erzeugter Strom schon jetzt nicht verbraucht wird, dass es negative Strompreise zu Spitzenzeiten der Einspeisung der "Erneuerbaren" gibt, dass Strom "verklappt" wird, und dass per Subventionsgarantie sogar wegen Abregelung der Windkraftanlagen gar nicht produzierter Strom dennoch vergütet und damit bezahlt wird, zeigt die ganze Bandbreite der Unausgegorenheit und letztlich des Scheiterns dieser "Energiewende", die dank Subventions-Garantien in ein monströses Geld-Umverteilungs-System ausgeartet ist. Die Stromkunden zahlen die Zeche. Von der ökologisch desaströsen Auswirkung des Zubaus speziell der Windkraft selbst in den letzten deutschen Vorzugslandschaften für Naturschutz und Erholungsvorsorge und den weltweit verheerenden Auswirkungen des Booms sogenanter Bio-Energie ganz zu schweigen. Nicht wer bremst, verliert. Im Gegenteil: Eine Denkpause, insbesondere ein Moratorium für den Zubau der Windenergie in Deutschland wäre im Sinne einer fundierten Güterabwägung aller öffentlichen Belange, wie sie unser Rechtsstaat in seinen Politik- und Verwaltungsabläufen aus gutem Grund verankert hatte, ein Gebot vernünftigen Handelns.
  • Ggenauigkeit bestimmbar?

    05.06.2016, Hannes Partsch
    Das Forscherteam hat die Hubble-Konstante mit einer Genauigkeit von 2,4% bestimmt. Wie kann man die 2,4% bestimmen? Oder anders gefragt: Wie kann man die Genauigkeit eines Ergebnisses festlegen von dem man den absoluten Wert nicht einmal theoretisch kennt?
    Antwort der Redaktion:

    Messergebnisse sind niemals völlig genau, sondern grundsätzlich mit einer gewissen Messungenauigkeit behaftet. In diesem Fall wären das zum Beispiel die Helligkeiten der veränderlichen Sterne und ihre genaue Position am Himmel bei der Bestimmung der Parallaxe. Man weiß aber, wie genau die Messinstrumente sind (zum Beispiel hat ein Zollstock eine Millimeterskala, man kann Längen damit also nicht viel präziser als auf einen Millimeter genau angeben), und entsprechend kennt man die Unsicherheiten der Messwerte. Mit Hilfe statistischer Verfahren kann man bei Berechnungen anhand der bekannten Fehler der Messwerte angeben, welche Ungewissheit man beim präzisen Wert des Endergebnisses hat.

    Wenn solche Ungewissheiten in wissenschaftlichen Arbeiten nicht berücksichtigt werden, ist das gemeinhin ein schlechtes Zeichen für die Seriosität der Arbeit.

  • Tensoren sind Multilinearformen

    05.06.2016, Marco Schmid
    Das war schon sehr physiklastig.
    Die mathematische Definition hätte auch nicht geschadet.
    Ich bin zwar kein Experte, aber ich meine, dass Tensoren in jedem Index die Linearitätseigenschaften erfüllen.
  • Tensoren, Vektoren, Skalare

    05.06.2016, Mathias Völlinger
    Ich denke, wenn schon Vektoren als Spezialfall von Tensoren, dann wäre hier als entsprechendes Beispiel eher das elektromagnetische Feld dienlich. Wie in der allgemeinen Relativitätstheorie gibt es auch im Elektromagnetismus die 4 Raum-Zeit Indizes. Die vektorielle 4-Stromdichte, also elektrische Ladung plus elektrischer Strom in 3 Raumrichtungen, wirkt dann völlig analog zum Energie-Impuls Tensor als Quelle des Feldes. Bei Newton hingegen sind die Gravitationsquellen nur die Massen, also Skalare, welche durch nur eine Zahl beschrieben werden, und der ganze Ansatz sowieso ein ganz anderer ist.
  • Kontroverse Rezensionen

    05.06.2016, Dr. Josef König
    Es ist schon erstaunlich, wie Rezensionen über ein und dasselbe Buch so sehr auseinander klaffen können, ja sich diametral entgegen stehen! Hier in Spektrum-Online eine zustimmend vollkommen unkritische Rezension, dagegen diese Woche in DIE ZEIT (leider nich online) eine überaus kritische, die in Welzers Werk ein rückwärts gewandtes Pamphlet sieht, in dem dieser die Abschaffung von smartphones und die Abschaltung des Digitalen fordert. Ich frage mich, ob beide Rezensenten das selbe Buch gelsen haben.
    Dabei fällt mir auf, dass Rezensionen in Spektrum-Online fast (sic!) durchweg unkritisch bis werbend geschrieben sind.
  • Wieso Hubble-Konstante?

    04.06.2016, Gottfried Heumesser
    Wenn die Expansion des Weltalls zunimmt kann es sich um keine Konstante handeln, oder?
    Antwort der Redaktion:
    Absolut richtig. Die Bezeichnung "Konstante" ist streng genommen falsch und einfach historisch etabliert. Korrekter wäre die gelegentlich verwendete Bezeichnung "Hubble-Parameter", aber da wiegen wohl 85 Jahre Kosmologiegeschichte zu schwer.
  • Was machbar ist wird gemacht

    04.06.2016, Thomasca
    Es hat die Menschheit schon immer ausgezeichnet alles zu machen was machbar ist,besondrs wenn dabei noch Profit winkt, also wird die künstliche Gen Strukturierung auch die Menschheit treffen und man wird alles machen was einigen Auftraggebern Millionen wert ist. Wir werden in eine Aera künstlich designter Menschen eintreten mit neuen Problemen und Herausforderungen. Das Militär wird das ganze sicher forcieren.
  • Vorbehalte von Krell ausgeräumt?

    03.06.2016, Andreas Kyriacou
    Es gibt von Kathrin Krell nicht gerade taufrische, aber noch immer recht überzeugende linguistische Einwände gegen Gimbutas' Spekulationen. Geht der Autor auf die ein?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Kyriacou,

    In seinem Buch setzt sich Haarmann nicht mit der Kurganhypothese von Gimbutas auseinander. Statt dessen erläutert er im Einzelnen, warum etliche Erkenntnisse aus jüngster Zeit, die von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen stammen, dafür sprechen, dass Gimbutas auf der richtigen Spur gewesen sei. Anerkannt sind in der Fachwelt aber nur Teile ihrer Hypothese. Andere Teile gelten mittlerweile als veraltet oder spekulativ. So hatte Gimbutas u.a. angenommen, die protoindoeuropäische nomadische Kurgan-Kultur sei patriarchalisch und imperialistisch gewesen und habe die angeblich matrilineare und friedfertige Agrarkultur "Alteuropas" okkupiert und unterworfen. Das lehnen neuere Arbeiten ab.

    Mit freundlichen Grüßen, Frank Ufen
  • Biologie vs. Gender

    03.06.2016, Michael Müller
    So sehr die Medizin versucht die geringere Lebenserwartung von Männern biologisch zu erklären (die Alternative es läge am sozialen Geschlecht und damit an den schlechteren Lebensumständen von Männern, dass sie früher sterben, ist für Feministen_innen schwer zu ertragen), so ist es doch am Ende so, dass die biologisch bedingten Unterschiede sich auf gerade mal ca. ein Jahr summieren (Klosterstudie, ihre Erwähnung hätte dem Artikel gut getan, anstatt das männliche Geschlecht als das biologisch unterlegene darzustellen). Und wenn Männer Vorsorgemuffel sind, dann liegt das auch daran, dass sie immer noch so erzogen werden, dass sie Schmerzen auszuhalten haben, denn sie sind schließlich Jungs.
  • Wieder mal falsch recherchiert *genervt*

    03.06.2016, Marc Humer
    In Braunsbach fliessen ZWEI Bäche unterirdisch; deren Abläufe waren verstopft durch den Dreck der reingespült wurde - das ist auch schon das ganze Geheimnis.

    Ich dachte immer, als Journalist lernt man Recherche
  • "Die Fluten von ... könnten ein Vorgeschmack sein"

    03.06.2016, Dietmar D'Elia
    Och Werner, die schreiben hier nichts davon, weil dein zitiertes Resümee doch völlig veraltet ist. Das zählt doch längst nimmer.
  • "Die Fluten von ... könnten ein Vorgeschmack sein"

    03.06.2016, Werner Kohl
    Wie kommen Sie bzw. Ihre Experten zu dieser Einschätzung?

    Im AR5 des IPCC (WGI, Kapitel 2, Seite 216) wurde resümiert:

    "In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale
    severe weather phenomena such as hail and thunderstorms [..]"

    Das klingt nicht so, als ob der IPCC durch den Klimawandel vermehrt lokales Extremwetter erwarten würde. Davon schreiben Sie aber nichts.
  • Die Verherrlichung von Krankheit und Behinderung

    02.06.2016, David Frege
    Ich sehe keinen relevanten Unterschied zwischen der Vermeidung von Kinderlähmung durch Impfung und der Vermeidung von Gendefekten durch CRISPR. Wenn es eine tolle Sache ist, fast blind zu sein, weil man dadurch eine besondere Zielstrebigkeit entwickelt, dann müsste das gleiche für Kinderlähmung gelten. Der Hersteller von Contergan hätte dann eine Auszeichnung verdient, und Alkoholkonsum in der Schwangerschaft wäre ein wertvoller Beitrag zur "Neurodiversität". Komischerweise denkt niemand so. Jeder hält es für unverantwortlich, in der Schwangerschaft zu trinken oder seine Kinder nicht impfen zu lassen. Niemand würde die Haltung von Impfgegnern mit Sophismen über die angeblichen Vorteile von Krankheit und Behinderung entschuldigen.


    "Wenn Eltern alle Merkmale, die mit einer Behinderung einhergehen könnten, im Vorfeld bei ihren Kindern ausschalten, wirke das dem Inklusionstrend entgegen und könne zu einem für uns alle raueren sozialen Klima führen, befürchtet Garland-Thomson."

    Würde die Zahl der Frauen, die in der Schwangerschaft Alkohol trinken, um 99% zurückgehen, dann gäbe es vielleicht auch weniger Verständnis für die Probleme von Menschen mit fetalem Alkoholsyndrom. Ist es deshalb wünschenswert, dass möglichst viele schwangere Frauen Alkohol trinken und diese Probleme damit erst erzeugen?

    "Jeder wird einmal in irgendeiner Form beeinträchtigt sein, jeder macht irgendwann Erfahrungen mit Krankheit, Unfällen oder altersbedingten Schwächen."

    Eben deshalb brauchen wir nicht auch noch Gendefekte. Wer - aus welchen Gründen auch immer - eine Welt ohne Krankheit und Behinderung als Horrorvision empfindet, braucht sich keine Sorgen zu machen.

    "Seiner Schätzung nach nutzen weniger als fünf Prozent der Patienten im Vereinigten Königreich das Präimplantationsscreening zur Auswahl mutationsfreier Embryos, um so die Erkrankung nicht an ihre Kinder weiterzugeben. Manche Menschen wissen gar nicht, dass sie die Mutation tragen, einige entscheiden sich auf Grund finanzieller Gründe oder Risiken gegen ein Screening, andere haben persönliche oder moralische Vorbehalte gegen die Methoden oder finden eine 50-zu-50-Chance zur Vererbung der Erkrankung gar nicht so schlecht."

    Ob sie diese Art russisches Roulette auch "gar nicht so schlecht" fänden, wenn es um ihr eigenes Leben gehen würde? Ich denke, jeder Mensch würde eine kleine Unannahmlichkeit wie die PID in Kauf nehmen, wenn er sich damit von einer alptraumhaften Krankheit wie Chorea Huntington befreien könnte. Wenn Menschen nicht bereit sind, das gleiche Opfer für ihr eigenes Kind zu bringen, dann sollten sie auf Kinder verzichten.


    Insgesamt macht der Artikel einen sehr tendenziösen Eindruck.
  • Unsere Kinder Von Morgen

    02.06.2016, Gems
    Natürlich wollen manche Wissenschaftler alle möglichkeiten die vorhanden sind auch ausschöpfen;egal ob es sinnvoll ist oder nicht!
    Mit der Pränataldiagnostik und der Präimplantationsdiagnostik haben Mediziner meiner Meinung nach bereits Machtvolle Instrumente an der Hand!
    Was mich beschäftigt ist ,was passiert wenn Menschen mit Genveräderungen sich fortpflanzen,womöglich mit einemPartner der selbst auch Genverändert wurde!
    Sind die Nachkommen dann noch Menschen oder etwas anderes,besonderswenn sie ebenfalls verändert werden!
    Für mein dafürhalten sind die Forschung in Gentherapien nach Abschluss der Fortpflanzung zu bevorzugen!Auch weilso sicher gestell twird dass eine natürliche Selektion stattfinden kann!
  • Wissenschaft, oder hauptsächlich leeres Getöse?

    02.06.2016, Othmar Kümmel
    Dieser Artikel über Planet X ist wieder einmal ein beredtes Zeugnis für die exorbitant hohe Spekulationsquote der heutigen Wissenschaftler.
    Es ist NICHTS bewiesen, und dennoch werden von diesen "Forschern" die wildesten Spekulationen gleich mit großem Getöse veröffentlicht.

    Unter diesen Bedingungen nimmt es nicht Wunder, dass weite Teile wissenschaftlicher Veröffentlichungen zunehmend nicht mehr ernst genommen werden.
    Seriöse Forschung und deren Ergebnisse sehen anders aus.

    In diesem Zusammenhang ist auch die Sensationsgier verschiedener veröffentlichender Medien mehr als kritisch zu sehen.
    Antwort der Redaktion:
    Zur Ehrenrettung der drei Forscher sei gesagt, dass die grundsätzliche Frage nach den Begegnungen zwischen jungen Sternensystemen durchaus berechtigt und sehr interessant ist.