Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Wir sollten Grundrechte nicht des lieben "Konsensfriedens" wegen zur Diskussion stellen...

    13.04.2015, Rene Macon
    ...das deutsche Grundgesetz ist erfreulich eindeutig und klar, was Grundrechte angeht. Diese sind sogar durch eine "Ewigkeitsklausel" vor Veränderungen geschützt. Es gibt also keinen Grund hier Konzessionen zu machen!

    Ein Mitspracherecht von Exekutive oder Legislative gibt es nur, wenn bei der Forschung z.B. bei bestimmten Experimenten "externe Effekte" auftreten können, d.h. Vermögen oder Gesundheit dritter vom Ausgang des Experimentes geschädigt werden können. Das ist nur sehr selten der Fall.

    Gar nicht akzeptabel ist es, wenn Hochschulen sich gutgemeinte "politische Leitbilder" geben, etwa in Hinblick auf "Nachhaltigkeit" oder "gesellschaftliche Verantwortung". Was "nachhaltig" ist, ist ebenso eine Privatsache, wie die Frage was "gerecht" ist - oder was "gut" und "böse" ist. Unser Grundgesetz gewährt in Art 4 GG Religions- und Bekenntnisfreiheit. Staatlicher Verwaltungseinheiten wie Hochschulen sind als Instiution nicht grundrechtsfähig (Art 1 GG). Grundrechte können nur vom individuellen Staatsbürger wahrgenommen werden. Diese Regelungen sind staatsphilosophisch wohlbegründet. Sie dürfen nicht zum Gegenstand von "Konsensfindungsbemühungen" gemacht werden.
  • guter Artikel

    13.04.2015, Chris
    ob die ersten Cannabispflanzen unwissentlich auf einem Ruhekissen in einer bemalten Höhle in das Feuer geworfen wurden - diese Vermutung fehlt in dem Artikel.

    Homoöpathisch angewendet kann auch eine Psychose aufgrund einer chemischen Verstimmung weniger ausufernd auftreten, aber hilft bei einem Jetlag sich an einen Zietpunkt neu zu orientieren.

    Eventuell wird eine autoaggressive Energie bei einem Tumor unterbunden.

  • Paar Ergänzungen und Korrekturen

    13.04.2015, Anna
    Also ich hab noch niemanden getroffen, der unter dem Einfluss von Cannabis Unsinn dahergeredet hat, und mir hat auch noch niemand gesagt, dass ich das tun würde. In dem Artikel wird das einfach so behauptet, als ob es Fakt wäre, jedoch ohne irgendwelche Belege oder auch nur eine Erwähnung, wie der Autor zu diesem Schluss gekommen ist. Ist das seine eigene Einschätzung oder die irgendeines Bekannten, und auf wie vielen Beobachtungen fußt sie? Hatten diese Personen wirklich nur Cannabis genommen oder noch andere Drogen dazu?
    Kann sein, dass manche Menschen das tun, dann waren diese Menschen aber auch davor schon dumm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine wirklich intelligente Person dadurch zum Idioten gemacht wird. Klar, das Gehirn arbeitet langsamer als sonst, aber dafür ist das Bewusstsein erweitert und man ist sich seiner eigenen Unwissenheit mehr bewusst als sonst.
    Hingegen brauche ich nicht lang zu überlegen, bis mir einige Erfahrungen einfallen, wo betrunkene Menschen dumm dahergeredet haben.

    Dass Cannabis die Zunge lösen soll, stimmt auch nur bedingt. Das ist von Person zu Person unterschiedlich, und hängt auch von der Erfahrung des Nutzers und der Dosis ab. Ich z.B. rede bei kleinen Dosen mehr als sonst, aber nur wegen der Stimmungsaufhellung. Ab einer gewissen Grenze werde ich sehr schweigsam und rede fast nur, wenn ich angesprochen werde. (Daher kommt doch auch der englische Begriff “stoned” - man sitzt da wie ein Stein.) Erfahrene Nutzer reden auch generell mehr, weil ihr Gehirn sich bereits an diesen Zustand angepasst hat, so dass es besser darin funktionieren kann.

    Also wenn ihr schon einen Artikel über die wissenschaftlichen Aspekte von Cannabis bringt, dann könntet ihr doch etwas mehr auf die Funktion des Endocannabinoidsystems eingehen. Wenn man nämlich weiß, dass die Endocannabinoide bei körperlicher Bewegung und fettigem Essen ausgeschüttet werden, dann ergeben die Effekte von Cannabis plötzlich Sinn. Man stelle sich nur mal irgendein Tier vor, dass sich in der Natur umherbewegt. Dabei ist es doch sinnvoll, wenn dessen Bewusstsein der Umgebung und Präsenz im jetzigen Moment erhöht sind und es nicht in Gedanken verloren ist. Die aufgebrauchte Bewegungsenergie muss ersetzt werden, daher der gesteigerte Appetit. Hat das Tier Fressfeinde, dann muss es extra auf der Hut sein. Schmerzen müssen unterdrückt werden, um nicht zu stören. Und ist es dann fertig mit seinem Umherbewegen, erfüllen die verbleibenden Endocannabinoide noch zwei Funktionen: Sie beugen Muskelkater vor und machen das Tier müde und entspannt, damit es sich erholen kann.
    Ach und übrigens, noch eine heilende Anwendung habt ihr ausgelassen: Es gibt kein besseres Mittel um Muskelkater zu heilen als Cannabis zu essen. (Die Schmerzen werden davon nicht nur temporär unterdrückt, sondern gehen tatsächlich viel schneller weg, deshalb sage ich bewusst “heilen”.)

    Dass der Anstieg an Psychosen auf das Aufkommen von skunk zurückzuführen sei, stimmt auf jeden Fall. Dazu sollte man aber noch erwähnen: Wäre Cannabis nie illegal gemacht worden, dann hätte es nie eine Notwendigkeit gegeben, skunk zu erschaffen. Denn diese Varianten wurden speziell dafür gezüchtet, dass sie im Haus unter Kunstlicht wachsen können und hohe Erträge liefern. Würde Hanf ganz normal überall frei in der Natur wachsen, wäre niemand überhaupt auf die Idee gekommen, viel Geld für Kunstlichtlampen auszugeben.
    Eines von vielen Beispielen, wie die Kriminalisierung von Drogen mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt!
    Übrigens bin ich nicht sicher, dass die psychosesteigernde Wirkung nur an dem größeren Mengenverhältnis von THC zu CBD liegt. Ein Freund von mir hatte dazu noch eine andere Hypothese, die mir auch plausibel klingt. Pflanzen haben ja auch eine Art Bewusstsein, wozu es ja mittlerweile einiges an Forschung gibt (gab vor ein paar Jahren ja hier auch einen Artikel dazu). Da kann man sich doch gut vorstellen, dass so eine Cannabispflanze sich in einem kleinen Dachgeschoss klaustrophobisch fühlt, und dass sich ihre Angst dann auf den Konsumenten überträgt. Die Hypothese ließe sich doch leicht genug überprüfen.

    Als letztes kann ich es auch nicht lassen, zu erwähnen, dass es nunmal Leute gibt, die leicht in Abhängigkeit von allem Möglichen geraten, und andere die soviel Selbstkontrolle haben dass so gut wie kein Risiko besteht. Wer von sowas wie Cannabis abhängig wird, gehört eindeutig zum ersten Typ und sollte mal seine tieferen Probleme analysieren und den Grund für seine fehlende Selbstkontrolle herausfinden.
  • THC-Gehalt

    12.04.2015, bnnn
    @7 - Doch, da sichergestelltes Marihuana (wie auch Haschisch, die Pflanzen selbst oder sonstige Erscheinungsformen) in Strafverfahren regelmäßig auf seinen Wirkstoffgehalt untersucht wird. Und hier zeigt sich eine deutliche Tendenz nach oben. Das verfügbare Datenmaterial sollte eigentlich für eine aussagekräfte Studie ausreichen...

    Ansonsten hätte ich dazu nur eine Frage: wozu die ganzen tollen Neu-Züchtungen?
    Antwort der Redaktion:
    Ein Grund für die Züchtungen wird sicher sein, dass sich mit merklich potenteren Sorten höhere Preise erzielen lassen. Außerdem kann man durch Sorten mit höherem THC-Gehalt (und entsprechend geringerem CBD-Anteil) eine andere Art von Rausch erzielen - ich kann mir vorstellen, dass die Erwartungen an einen Cannabisrausch heute anders sind als vor 10 oder 15 Jahren.
  • Provokante Aussage? Ja. von H. Müller vom 08.04.2015

    12.04.2015, Heinrich Graf
    Werter Herr Müller,

    zur intensiven Landwirtschaft:
    Wir haben in Europa ganz überwiegend eine Kulturlandschaft, die seit ca. 7000 Jahren vom sesshaft gewordenen Menschen geprägt wurde und immer noch geprägt wird. Ziel dieser Tätigkeit ist die Ernährungssicherung der Bevölkerung, die derzeit weltweit betrachtet um die Anzahl der Einwohner Deutschlands, also um gut 80 Millionen Menschen zunimmt. Ohne den Menschen hätten wir in Europa eine Naturlandschaft, die sich durchweg als Wald (in Deutschland die Buche und Eiche) entwickeln würde mit einem erheblich weniger vielfältigem Artenspektrum an Flora und vor allem auch an Fauna als in unserer vorhandenen Kulturlandschaft. Inwieweit auf einem bewaldetem Kontinent die Bienenpopulation die Gleiche wäre wie in einer Kulturlandschaft vermag ich nicht zu beurteilen. Ich vermute allerdings, dass diese kleiner wäre und Waldbienen und Hummeln dann vorherrschend wären.

    Thema Flächenverbrauch: Es trifft nicht zu wie Sie mitteilen, dass die aktiv wirtschaftenden Landwirte hauptsächlich die zur Bebauung verwendeten Flächen verkaufen. Mittlerweile bewirtschaften die Landwirte in Deutschland zum überwiegenden Anteil (in Hessen, wo ich lebe, sind es zu 67 %) Pachtflächen und nur noch 33 % Eigentumsflächen. Es sind überwiegend die nicht mehr selbst auf den Flächen wirtschaftenden Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen, die diese statt sie weiter zu verpachten zur Bebauung etc. verkaufen. Die Landwirte wollen ihre wirtschaftliche Existenz und somit ihre Betriebe und Flächen erhalten und in der Regel an ihre Nachkommen als Hofnachfolger weitergeben. Das funktioniert nur durch eine betriebliche Weiterentwicklung mit dem Erhalt ihrer Flächen. Wenn Landwirte Flächen verkaufen, die bebaut werden sollen, so reinvestieren sie den Verkaufserlös in der Regel wieder zum Kauf anderer landwirtschaftliche Flächen von Eigentümern, die die Landwirtschaft aufgegeben haben.

    Das Bundesnaturschutzgesetz, welches die Rechtsgrundlage für Kompensationsmaßnahmen bei jeglichen ausgleichspflichtigen Eingriffen in Natur und Landschaft darstellt, gilt nicht nur in Hessen sondern in ganz Deutschland. Somit müssen auch in Ihrer Gemeinde oder Stadt bei Eingriffen in Natur und Landschaft Ausgleichsmaßnahmen auf Ersatzflächen, in der Regel auf landwirtschaftlichen Flächen durchgeführt werden. Erkundigen Sie sich ruhig bei der Naturschutzbehörde in Ihrem Kreis, die wird Ihnen dieses gerne bestätigen, wenn Sie meinen Aussagen keinen Glauben schenken wollen.

    Thema: Pflanzenschutzmittel:
    Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt in Deutschland durch das Bundesamt für Verbraucherschutz u. Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Entscheidung zur Zulassung erfolgt nach eigenen Untersuchungen und nicht nach Untersuchungen durch die Pflanzenschutzmittelhersteller, und nur dann, wenn Pflanzenschutzmittel toxikologisch und gesundheitlich unbedenklich für Flora und Fauna sind.
    Wenn Sie diesen von der Wirtschaft unabhängigen Bundesamt erteilten Erlaubnissen für Pflanzenschutzmitteln nicht glauben und wider besseren Wissen unterstellen, dass die Zulassungsbehörde lügt, so halte ich das für substanzlos unredlich.

    Übrigens, zuständig für die Bewertung von Pflanzenschutzmittel ist nicht das BVL sondern das Julius Kühn Institut (JKI). Herr Dr. Heimbach 0531-2994501 ist Enterologe u. Fachmann für Bienen. Bei ihm können Sie sich gerne weiter zum Thema Bienen und Pflanzenschutzmittel informieren.
    Siehe auch unter:
    http://www.jki.bund.de/de/startseite/institute/oekologische-chemie-analytik-vorratsschutz/arbeitsgruppen/modellversuchen-mit-der-honigbiene-apis-mellifera.html

    Thema "Zum Abschluß":
    Die hier von Ihnen genannten Punkte führen bei mir zur Schlußfolgerung, dass Sie zwar akzeptieren, dass die Landwirtschaft an ökonomischen Prinzipien nicht vorbeikommt, dass Sie aber als Verbraucher nicht akzeptieren wollen, dass die Landwirtschaft sich legaler Produktionsweisen wie Pflanzenschutzmitteleinsatz auf Feldern und Arzeneimitteleinsatz bei Nutztieren, Flurbereinigung etc. bedienen muss, um wirtschaftlich bestehen zu können. Der Handel und die Verbraucher als Marktteilnehmer bestimmen letztlich die Lebensmittelpreise und nicht die gesellschaftlichen Befindlichkeiten einiger unserer Mitbürger, die jedoch in unserer Demokratie nicht mehrheitsfähig sind.
    Wenn die Landwirtschaft so, wie Sie es offenbar fordern, in Deutschland oder der EU produzieren würde, so wäre diese nicht wettbewerbsfähig und würde wirtschaftlich nicht existieren können. Die Verbraucher wären auf Selbstproduktion von Nahrungsmittel (sofern das Know How, die hierzu notwenige Zeit und sonstige eigene Ressourcen vorhanden wären) bzw. auf erhebliche Lebensmittelimporte mit erheblich schlechteren Qualtitäts,- Hygiene-, Umwelt- und Sozialstandarts und, so vermute ich zu erheblich höheren Preisen, angewiesen. Nicht auszudenken, welche Folgen dieses Szenario für die wirtschaftlich weniger gut entwickelten Länder und deren weniger wohlhabende Bevölkerung bedeuten würde, die derzeit schon erheblich mehr ihrer Einkommen als wir für ihre Lebenshaltung verwenden müssen.

    Die verbalen Bekundungen, bereit zu sein, zum höheren Preis ökologisch erzeugte Nahrungsmittel kaufen zu wollen als für konventionell erzeugte Lebensmittel und das diametral entgegengesetzte Verhalten der Verbraucher an der Ladentheke bzw. an der Supermarktkasse sprechen da eine ganz eindeutige Sprache.

    Weniger Provokation und mehr Realismus für das Machbare anstelle von utopischen Forderungen von wohlhabenden Minderheiten in unserer Gesellschaft halte ich für zielführender.
  • Türöffner?

    12.04.2015, Roland Schultze
    Zum Schluß des Artikels wird die These aufgestellt, die medizinische Nutzung von Cannabinoiden würde möglicherweise erschwert, weil User unter dem Deckmäntelchen des medizinischen Nutzens eine vollständige Legalisierung fordern. Dies ist bestimmt auch der Fall, jedoch handelt es sich um einen Aspekt der Diskussion, der mir in diesem Artikel deplaziert erscheint. Bei der Legalisierungsdebatte geht es doch vor allem auch darum, den Rechtsfrieden wieder herzustellen, der durch unproportionale Anwendung von Zwangsmaßnahmen gestört wird. Wenn man über Legalisierung debattieren möchte, gehören fragwürdige Behauptungen, wie die der "Einstiegsdroge" ausgeklammert. Man müßte dann eher darüber reden, ob der Schaden, der durch überzogenen Cannabiskonsum verursacht wird verhältnismäßig den von Alkohol, Nikotin und Medikamentenabusus verursachten Schaden derart massiv übersteigt, daß ein Verbot tatsächlich gerechtfertigt, weil verhältnismäßig ist. Vernünftiger wäre da dann tatsächlich eine komplette Prohibition sämtlicher frei erhältlicher gesundheitsgefährdender Substanzen, was selbstverständlich Tabak und Alkohol einschließt, ebenso müßte dann die Pharma und Pharmazeutengilde massiv kontrolliert und reguliert werden, um den massenhaften Misbrauch der von Ihnen hergestellten und kommerzialisierten Produkte streng zu kontrollieren und den freigiebigen Umgang mit Medikamenten endlich zu beenden. Aber das will eigentlich niemand, wenn wir ehrlich sind. Neiun, die Bigotterie müßte aus der Debatte verschwinden, wenn wir ernsthaft an vernünftigen Resultaten interessiert sind.
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Schultze,
    ich sehe das ebenfalls so: Die Diskussion um die medizinische Anwendung sollte von der Frage der (über kurz oder lang notwendigen) Legalisierung des Konsums getrennt bleiben. Das ist in der Praxis aber keineswegs der Fall, und diese Vermischung schadet sowohl der medizinischen Nutzung von Cannabis als auch den Initiativen zur Legalisierung ganz erheblich. Die Frage nach der Legalisierung ist nicht Thema des Artikels, aber ich finde den Zusammenhang wichtig genug, um zumindest kurz darauf zu verweisen.
  • Macht Cannabis süchtig?

    12.04.2015, S. Prill
    Vergleichen Sie mal die Symptome des Canabisentzugs mit dem des Kaffeentzugs! Sie werden sehen es gibt so gut wie keine Unterschiede. Verantwortlich für die Entzugserschienungen beim Kaffeentzug ist das CAMP System (second messenger) und eine gesteigerte Aktivität der Adenylatcylase. Ähnliches kann man auch für den Canabisentzug vermuten. Sollte man also in beiden Fällen von physischer Abhängigkeit sprechen? Oder gar Kaffe verbieten?
    Antwort der Redaktion:
    Ein schwerer Cannabisentzug muss durchaus auch mal medikamentös behandelt werden. Vielleicht sollten Sie tatsächlich ein bisschen weniger Kaffee trinken?
  • Bier als Einstiegsdroge

    11.04.2015, Reinhold Stangier
    Diese Recherchen über Cannabis-Produkte bewegen sich immer wieder auf dem gleichen Gleis. Akzeptiert kann auch diese Recherche wenn man daneben eine Untersuchung über Alkohol-Produkte anbietet. Bier als Einstiegsdroge, zum Beispiel.

    Warum wird bei Alkohol nicht so intensiv von Droge gesprochen?
  • Da gibt es 2 Seiten der Wahrnehmung

    11.04.2015, Udo
    Im Grunde ist es richtig, was in dem Artikel steht. Was allerdings gut wäre, wenn man Konsumenten befragen würde, was sie darüber denken. Und ob Haschisch nicht doch auch einige Vorteile hat, sofern man es kontrolliert einnehmen kann. Und nicht als Dauer-und Überdosisdroge. Ich kenne es aus der Vergangenheit, das Konsumenten zwar oft einen gewissen Unsinn reden, wo allerdings teilweise schon ein Sinn dahinter hinter steckt, aber zum Beispiel recht selten aggressiv sind. Dies passierte meistens nur durch Alkohol.
    Personen, die psychisch labil sind, sollten die Finger davon lassen. Aber da gibt es dann auch sicher einige, die sich durch Ihre psychischen Ängste in den Alkohol flüchten. Oder in die Tablettensucht. Alles hat auch seine Schattenseiten.
  • Gestiegene Risiken durch synth. Cannabinoide, nicht Cannabis!

    11.04.2015, Ralf
    Es ist zwar richtig, dass in den letzten Jahren die Zahl der erfassten (klinischen) psychischen Notfälle (akut und chronisch) durch Cannabinoidkonsum gestiegen ist, dies dürfte angesichts der Tatsache, dass der Konsum insgesamt kaum gestiegen ist, jedoch eher daran liegen, dass die Statistiken synthetische Cannabinoide ("Spice" und Co.) NICHT von natürlichem (Marijuana, Haschisch) trennen, was von der "Bundesdrogenbeauftragten" auf Anfrage zb. des Deutschen Hanfverbandes mehrfach treuherzig bestätigt wurde. Vor 10 Jahren war kommerziell erhältliches Cannabis nicht weniger potent (ein züchterischer Schub fand nochmals 10 Jahre vorher statt) als heute und unter Jugendlichen kaum weniger verbreitet, diese "Ersatzprodukte" waren dagegen noch nicht flächendeckend erhältlich. Synthetische Cannabinoide sind weitgehend unerforscht und nur im Markt, weil die echten verboten sind.

    Dazu passend werden nach wie vor (physische) Schäden durch Streckmittel allgemein dem Cannbiskonsum zur Last gelegt, was aber bei allen illegalen Drogen vergleichbar ist.
    Antwort der Redaktion:
    Synthetische Cannabinoide sind in der Tat ein Problem, dazu werde ich in absehbarer Zeit wohl ebenfalls einen Text schreiben. Allerdings scheinen mir diese Substanzen im Vergleich zum Naturprodukt mengenmäßig eine nicht allzu große Bedeutung zu haben. Normales Dope ist ja nun nicht so wahnsinnig schwer zu beschaffen und in weiten Teilen Deutschlands für Konsumenten auch wenig riskant - insofern sehe ich nicht, weshalb ein nennenswerter Anteil der Konsumenten ausweichen sollte.
  • Interessante Form der Wissenschaft

    11.04.2015, Detlev Hansl
    Der letzte Abschnitt des Artikels hat es ja mal in sich. Am besten liest man sich diesen noch einmal durch.
    Es sei ein Problem, aus welchem Grund man sich für den Einsatz von Cannabis einsetzt, was "[...] es der medizinischen Zunft schwer macht, den Nutzen von Cannabisprodukten zu bewerten."
    Als empirische Wissenschaft hätte ich der Medizin eigentlich zugetraut, eine objektive Evaluierung der Risiken und des Nutzens von Substanzen vorzunehmen und anhand derer dann die Einsatzgebiete zu bestimmen. Was bei der Zulassung klassischer Medikamente (im Sinne der heutigen Pharmazie) funktioniert, wird dann scheinbar bei Cannabis nicht mehr angewandt - aus dem simplen Grund, dass es Menschen gibt, denen der unmedizinische Konsum gefällt. Müssen jetzt etwa alle Medikamente überprüft werden, ob jeder Mensch jede Substanz nur bei angemessener Indikation verwendet? Müssen deswegen bald hundert tausende wieder mit Kopfschmerzen durch den Alltag, weil eine kleine Personengruppe diese Schmerzmittel entgegen ihrer Bestimmung verwenden (z.B. mit Alkohol oder anderen Drogen kombiniert)?

    Wenn das tatsächlich ein Problem für den Einsatz von Cannabis als Medizin darstellt, dann haben wir kein Problem mit der Droge an sich, sondern welche mit der Unabhängigkeit der Forschung und der Moral - schließlich verhindern wir als Gesellschaft in diesem Moment, dass Kranke ein effektiveres Medikament bekommen können. Mit der Behauptung, unser Vorgehen nütze der Gesundheit. Perverse Welt.
    Antwort der Redaktion:
    Mit Forschung hat das nichts zu tun - die Stigmatisierung von Rauschdrogen ist eine gesellschaftliche und politische Realität, mit der man sich vorerst abfinden muss. Und vor dem Hintergrund wäre es zweifellos sinnvoller, medizinisches Cannabis strikt von der Frage der Legalisierung des Konsums zu trennen.


    Übrigens ist die Stigmatisierung von Drogen auch anderswo ein echtes Problem in der Medizin. Zum Beispiel bei Opiaten, die für medizinische Zwecke nur bedingt zugänglich sind - das war lange ein großes Problem für die Schmerztherapie.
  • Placebo profan?

    11.04.2015, jo
    M. E. ist es unangemessen die Wirkung eines Placebos als "profan" zu bezeichnen. Nur weil sich westliche Schulmedizin einen Wirkmechanismus Geist/Wille -> Körper/Immunsystem nicht erklären kann, ist er doch bewiesener Maßen effektiv und eine der spannendsten Forschungsfelder in der heutigen von Maschinen und Chemie bestimmten/regierten Welt - spannend für die Pharmaindustrie vor allem als Gefahr auf dem Medikamenten-Absatzmarkt. Sind es doch Pharma- und Chemieindustrie (die synthetische Fasern verkaufen wollte) gewesen, die einst das Cannabis-Verbot in den USA durchgestzt haben. Es ist keineswegs profan, wenn ein Wirkstoff so auf den Geist bzw. auf die Emotionen einwirkt, dass ein womöglich verstärkter Placebo-Effekt eintritt, kann doch dieser Wirkstoff für die verschiedensten Krankheiten eingesetzt werden. Das ist doch grandios!
    Antwort der Redaktion:
    Das ist in der Tat erfreulich - nichts gegen den Placeboeffekt. Allerdings würde der Placeboeffekt in diesem Fall bedeuten, dass der behauptete pharmakologische Effekt nicht existiert und mithin, dass man mit dem gleichen Ergebnis auch Zuckerkügelchen oder sonstwas nehmen kann.

    Und das würde man angesichts der nicht unbeträchtlichen Nebenwirkungen von höher dosierten Cannabispräparaten dann wohl auch tun. Insofern wäre der Placeboeffekt hier ein Argument gegen den Einsatz von Cannabis als Medikament.
  • jedes Jahr etwas THC mehr ..

    11.04.2015, Dirk Werner
    Dass Cannabis Sativa Pflanzen heute 'wesentlich' mehr THC enthalten als etwa in den Siebzigern ist eine Vermutung, welche bis heute nicht bewiesen werden konnte. Der Artikel enthält durchaus einige richtige Angaben, die Verwendung von solchen Hypothesen jedoch rückt Ihn aus der professionellen Ebene in den Bereich der Legende! Auch dass Cannabis Konsumenten übermäßig viel Unsinn von sich geben, ist unwissenschaftliches Geplapper.
  • Schliesse mich an

    11.04.2015, Ben
    Ich schliesse mich dem ersten Kommentator an. Cannabis ist, ebenso wie ALkohol, eine Droge die nicht an Jugendliche verkauft werden sollte. Aber genau wie Alkohol sollten erwachsene Menschen selbst entscheiden koennen, ob sie kiffen wollen oder nicht.
    Im Gegensatz zu Alkohol hat Cannabis sehr viel weniger schlimme Auswirkungen. Ich kenne keinen einzigen Menschen, der nach dem Kiffen aggressiv wird, und viele meiner Freunde rauchen Cannabis von Zeit zu Zeit. Diese elende Doppelmoral sollte endlich einmal aufhoeren, wie viele Alkis gibt es denn in Deutschland? Jeder der trinkt, sollte Cannabis nicht verurteilen. Bei beiden Drogen gilt, sie in Massen zu konsumieren.
    Schade, dass Zeit online sich zu solchen Lobbyartikeln hinreissen laesst. Das ist unter eurem Niveau!
    In diesem Sinne, legalize it!
  • so ist es @ Schnuppi

    11.04.2015, coolray
    aber das kapieren allenicht. gerade die illegalität reizt viele, die damit anfangen. wäre es erlaubt, wäre es für viele uninteresant. seltsam istdas dieselben nichts dagegen zu haben scheinen das 10 jährige schon etlich vollräusche hatten. aber iss ja nicht so schlimm. man trinkt ja selber alkohol. so wie auch unseren ganze politik-darsteller. alkohol- der mehr gehirnzell absterbenlässt als cannabis. alkohol - von dem mehr menschen abhängig sind als von jeder anderen droge. mehr als 10 millionen sind von schwer abhängig bis zu menschen mit kritischem konsum. aber regt sich da jemand auf ?? nö. alles heuchlerisch. abe hoppala..am alkohol verdient der staat ja mit. un d er wäre dumm sich diese einnehmequelle abzugraben. ein schelm der böses dabei denkt. vor allem istalkohol für jugendlicheum vieles einfacher zu bekommen, und vor allem ..VIEL BILLIGER.
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben uns natürlich durchschaut. Das hier ist die Webseite einer Brauerei, die Alkohol an Kinder verkauft.