Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Anzeige
 
Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Bricht 67P bald auseinander?

    15.02.2015, Herbert Haupt
    Der 500 m-Riss ist der Anlass für diese Überlegung.
    Aber gemach. Tschuri hat seine heutige Gestalt wohl dadurch bekommen, dass vor langer Zeit zwei kleinere Kometen sich sanft angenähert haben und dann aneinander hängen blieben.Das entstandene Gebilde ist angesichts der geringen Schwerkraft nicht sehr stabil, zumal es sich - wie Rosetta festgestellt hat - mehr um lockere Schutt/Eis-Haufen handelt, als um ein kompaktes Gebilde. Und jetzt wurde zudem festgestellt, dass der Komet bei der Annäherung an die Sonne sehr einseitig erodiert: bis zu 20 Meter auf dem Südteil, während der Nordteil kaum Materie verliert. Das verschiebt den Massenschwerpunkt und wirkt sich auch auf die Rotationsachse aus. Verständlich, wenn dann gerade an der schwächsten Stelle Spannungen auftreten. Also: Tschuri wird uns wohl in seiner jetzigen Form noch einige Zeit erhalten bleiben. Daran werden auch die Gezeitenkräfte im Perihel nicht viel ändern, da Tschuri dort immer noch 1,25 AE von der Sonne entfernt ist.
  • Ist Gentherapie wirklich schon routinetauglich?

    15.02.2015, Dr. Christian Monnerjahn
    Gentherapie ist - oder war zumindest bisher - ein sehr individueller Therapieansatz. Damit eignet sie sich gut für emotionale Darstellungen - was man dem Artikel auch anmerkt. Das ist nicht neu (siehe L. Thompson "Der Fall Ashanti - Die Geschichte der ersten Gentherapie") - leider kommt die Diskussion der Genetik, insbesondere Details zur Konstruktion von Vektoren, etwas zu kurz.

    Es ist schade, daß das ganze Feld der "Selbstmord-Gentherapie" ausgespart wurde. Zumindest in meiner Post-Doc-Zeit Ende der 1990ger/ Anfang 2000der Jahre erschien dieses Einsatzgebiet von Gentherapie neben erblichen Stoffwechselkrankheiten sehr attraktiv, u.a. für maligne Glioblastomen.

    Die Autorin weist zu Recht auf die besondere Hürde der Zulassung durch Arzneimittelbehörden hin. Zulassungsverfahren sind auf standardisierte Produkte ausgerichtet. Das ist die Gentherapie aber (noch) nicht. Vektoren können zwar aus genetischen "Baukasten-Elementen" konstruiert werden, das geschied aber sehr individuell für kleine/ kleinste Patientengruppen bis hin zu einzelnen Patienten. Wie im Artikel angesprochen, ist zudem die Dosierung ein besonderes Problem - wie auch die geringe Patientenzahl, die mit einem Produkt pro Studie behandelt werden können. Das sind ziemliche Herausforderungen, sowohl für einen Antragsteller wie für Arzneimittelbehörden, die in den USA und in Europa mittlerweile einen administrativen Rahmen für solche "advanced therapies" haben. Neben den dramatischen "Wunder-Berichten", die es auch in diesem Artikel gibt ("Rettung im letzten Moment") wäre es schön, auch einmal den Weg durch diese Zulassungsverfahren darzustellen. Ziel dieses Regelwerks ist ja nicht, möglichst viel Bürokratie aufzubauen, sondern sicherzustellen, daß ein Therapieansatz einen gut kalkulierbaren Nutzen-Risiko-Range hat - und man eben nicht mehr auf spontane Ideen angewiesen ist, um noch irgendwie eine "Rettung im letzten Moment" zu schaffen.
  • Dasselbe gilt für Rehe

    15.02.2015, Blümel
    Die sind eigentlich im Wald auch fehl am Platz. Aber lieber Rehe im Wald als gar keine.
  • Feinde erkennen

    15.02.2015, dirk p.
    es spricht ebenso gegen ein Waldhabitat, dass auf freier Fläche Feinde viel früher von den hochgewachsenen Tieren entdeckt werden.
    Bspw. wie Rastvögel, die sich vorwiegend auf unansehnlichsten Freiflächen aufhalten, um früh genug flüchten zu können, bzw. Raubvögel zu bemerken.
  • Fastenzeit der nordafrikanischen Indianer

    15.02.2015, Rudolf Küppers
    Erklären Sie mir doch bitte welch indigener Stamm sich hinter den nordafikanischen Indianern verbirgt, die Sie in obenstehendem Artikel ausdrücklich erwähnen? ;) Welche Vision stand Ihnen beim Verfassen des Beitrags vor Augen?
    Antwort der Redaktion:
    Guten Morgen Herr Küppers,

    dankeschön für den Hinweis (und danke auch an alle anderen Leser, die ihn entdeckt hatten)!

    Wir haben den Lapsus jetzt im Text vertuscht, denn natürlich ging es um nordamerikanische Indianer. (Offenbar hatten wir eine kurze Vision friedlich globalisierter Koexistenz, bei der es auf die korrekte geografische Einordnung nicht mehr gar so sehr ankommt ... ;).

    Viele Grüße an alle aufmerksamen Leser,
    Redaktion Spektrum.de
  • Nicht nur Wisente

    14.02.2015, Georg
    Die Theorie mit dem Jagddruck gibt es ja auch bei den Hirschen. Die sollen auch eher im Offen- bzw. Halboffenland heimisch gewesen sein, bis sie eben der übernehmende Druck durch Jäger in den sichereren Wald vertrieben hat und sie nur während der Dämmerung zum Äsen auf die Wiese kommen.
  • Neue Erkenntnisse

    14.02.2015, wurstfinger
    Man muss ja nicht alles glauben,was Wissenschaftler aus heiterem Himmel heraus nach Jahrzehnten der Forschung auf einmal zu entdecken scheinen.

    Vielleicht haben die Urururgroßväter der oben abgebildeten Tiere nur die Tage in Dickicht des Waldes verbracht, um bei Anbruch der Dämmerung den schützenden Forst zu verlassen,und sich in der lichten Umgebung genüsslich die verschiedenen Mägen vollzuschlagen.

    Wie dem auch sei, es sind schon imposante Tiere,für die es sich lohnt einen Restbestand zu erhalten.
  • Was ist gefährlicher?

    13.02.2015, Ulrich Heemann
    Sie schreiben, dass "der hoch radioaktive Atommüll im Vergleich zu den leicht oder mittelradioaktiven Stoffen mit weitem Abstand der gefährlichste" sei. Es ist durchaus denkbar, dass auch viele Wissenschaftler das so sehen und hinsichtlich der unmittelbaren Bedrohung bei direkter Exposition mag das auch sicher richtig sein. In der Endlagerung sieht das jedoch anders aus, da Stoffe mit hoher Radioaktivität diese naturgemäß auch sehr schnell verlieren. Sie verfügen generell über eher kurze Lebensdauern, was sie hinsichtlich der Langzeitgefährdung eher auf untere Ränge stuft. Natürlich muss man im Einzelfall sehen, ob die radiologische Belastung eher aus der hohen Zerfallsrate oder dem hohen Energiegehalt je Zerfall resultiert, was obige Einschätzung in ihrer allgemeinen Formulierung ein wenig relativiert. Auch können Tochternuklide jene langen Lebensdauern aufweisen, die sie auf lange Sicht problematisch machen. Aber obige Aussage ist - in Bezug auf die Endlagerung - so sicher nicht haltbar.
  • Ein paar Korrekturen und Ergänzungen

    13.02.2015, Kai Petzke
    Es ist extrem schwierig, eine "top 10" der physikalischen Erkenntnisse und Experimente zu formulieren. Ich persönlich hätte dort auf jeden Fall Newtons Apfel (auch wenn es den wahrscheinlich nie so genau gegeben hatte) und den Magnetismus allgemein (und nicht nur die magnetische Induktion) genannt. Persönlich fehlt mir auch ein Hinweis auf Supraleitung bzw. Suprafluidität, weil das makroskopische Quantenphänomene sind, und/oder der Photoeffekt, der die Quantennatur des Lichts enthüllt. Auch gehört m.E. ein Experiment in die Liste, das sich mit 1. und/oder 2. Hauptsatz der Quantenmechanik beschäftigt. HIer könnte man analog zum Michelson-Morley-Experiment ebenfalls ein negativ-Ergebnis anführen, nämlich, dass es bis heute niemandem gelungen ist, ein anerkanntes Perpetuum Mobile zu bauen.

    Klar ist es unklar, was man stattdessen weglassen sollte. Am ehesten könnte man noch elektromagnetische Welle und Induktion zu einem Artikel zusammenlegen, analog evtl. Spektralanalyse und Laser (ein Laser ist ja eine Lichtquelle, die Licht einer ganz genau festgelegten Spektralfarbe erzeugt).

    Einen Darstellungsfehler, der freilich ubiquitär ist, würde ich auch gerne korrigieren: Atome bestehen nicht zu 99,9% aus "leerem Raum". Dieser Raum ist vielmehr von Elektronen erfüllt! Und wenn wir z.B. uns auf einen Betonfußboden stellen und dann feststellen, dass dieser unter unserem Gewicht nur 0,1 Millimeter nachgibt, dann hat dieses geringe Nachgeben genau damit zu tun, dass sehr viel Kraft benötigt wird, die Elektronen zusammenzuquetschen! Es sind die von den Elektronen vermittelten elektrischen Kräfte, die diese Stärke haben, ihrer vermeintlich geringen Masse zum Trotz!

    Zwar sitzen tatsächlich 99,9% der Masse eines Atoms im Atomkern, der aber übrigens nur ca. 0,000000000001% des Volumens eines Atoms ausmacht. Wenn man schon die Mär vom leeren Raum verwendet, müsse man also eigentlich schreiben, dass 99,999999999999% leer sind. Aber, wie gesagt, diese 99,999999999999% sind nur aus der Sicht der starken Wechselwirkung (also der Kernkräfte) "leer", aus Sicht der elektromagnetischen Wechselwirkung (also der ganz normalen Chemie) sind sie erfüllt mit Elektronen!
  • Vielleicht nimmt die Entropie ja doch zu?

    13.02.2015, Christian Mayr
    Ich bin "nur" ein interessierter Laie, daher kann das Nachfolgende auch totale Unsinn sein, dennoch ist mir bei dem Satz "Es scheint, als nähme die Entropie im sichtbaren Universum mit der Zeit ab statt zu." ein Gedanke geschossen. Es steht ja schon im Satz. Das sichtbare Universum ist ja nur ein kleiner Teil des Universums, das Meiste besteht ja wohl aus dunkler Materie. Vielleicht nimmt die Unordnung ja in der dunklen Materie zu, während die Unordnung im sichtbaren Universum aus unserem Blickwinkel abnimmt. Unterm Strich würde in einem solchen Fall aber die gesamte Entropie wohl eher zunehmen und dann würde es ja wieder passen ...
  • "Grenzwerte nicht gefährlich"

    13.02.2015, kalterkrieger
    Ich würde gerne zusehen, wie der Autor diese These auf der anderen Seite der Irischen See vertritt ;)

    Transmutatoren wären natürlich super, aber bisher sind sie eher polemischer Natur.

    Forschung ist sicher eine gute Sache, aber Dampfmaschinen an KKWs dranklemmen, um Strom zu erzeugen? Nö, danke!
  • Profit == Verlust

    12.02.2015, Otto Albrecht
    "– in der Erwartung, dass der dort generierte Profit von Unternehmen dem Markt insgesamt zugutekommt."
    Wenn da jemand gewinnt, verliert jemand anderer. Natuerlich ist das das private Problem des Verlierers - so ist es nun mal in einer Lotterie. Normalerweise, in jedem zivilisierten Land ist eine Lotterie stark kontrolliert - und stark besteuert. Nur an der Boerse kuemmert sich (noch) niemand um Gluecksspiel!
  • Hohe Dosen?

    12.02.2015, Elke Ospert
    "Wenn in Impfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder hohe Dosen an
    Aluminium enthalten sagt (wie im Fall von Infanrix Hexa, Beipackzettel
    für jeden im Internet zu finden) braucht man sich nicht zu fragen, warum
    die Menschen der Pharma-Lobby insgesamt so skeptisch gegenüber geworden sind, es so etwas wie eine sogenannte "Impfmüdigkeit" gibt."

    Infanrix Hexa enthält weniger als 1 mg Aluminium - die tägliche Menge Aluminium die über die Nahrung aufgenommen wird liegt zwischen 1 mg und 15 mg - und das eben jeden Tag und nicht wie bei Infanrix Hexa nur wenige Male im Leben.

  • Stabiler Nestschutz?

    12.02.2015, Elke Ospert
    "Weil sich durch die Masernimpfstrategie das Risiko erhöht, daß Säuglinge und Erwachsene erkranken (gerade die Gruppen, bei denen das Risiko für Komplikationen höher ist), während es für Mütter schwieriger wird, durch die Begegnung mit "Wildmasern" ihre Immunität zu verstärken und ihrem Säugling einen stabileren Nestschutz zu vermitteln. "

    Man muss sich ja nur anschauen, wie viele Säuglinge an Masern gestorben sind als es noch keine Masernimpfung gab und die Mütter zum allergrößten Teil deswegen die Masern durchmachen "durften" um dann den Nestschutz an ihre Babies weiterzugeben.

    https://www.psiram.com/ge/index.php/Datei:Todesursache.jpg

    1923 starben alleine in Berlin 137 Kinder im Alter bis 12 Monate an Masern - ein Vielfaches davon dürfte an Masern erkrankt sein.
    Wo war da der Nestschutz der Mütter?

    > früher durfte man die Masern durchmachen

    Früher durfte man auch die Pocken und Polio durchmachen -wenn man Pech hatte. Und wenn man bei Masern Pech hatte dann durfte man evt. an einer Lungenentzündung sterben - das war die häufigste tödliche Masernkomplikation

    > Also wenn die Theorie zum Impfen stimmt, bekommt man ja einen abgeschwächten Erreger.

    Man sollte vielleicht den Unterschied zwischen Lebendimpfstoffen und Totimpfstoffen kennen. Die 5 und 6-fach-Impfstoffe für Kinder sind Totimpfstoffe und enthalten eben keine abgeschwächten Erreger.

    > Soweit so gut, nur: Wann macht man eine Dreifachinfektion durch, oder mehr?????

    Die machen sie jede Sekunde durch - unsere Umwelt ist voller Bakterien und Viren von denen aber die allermeisten glücklicherweise zu "schwach" sind um gegen unser Immunsystem anzukommen. Ähnliches gilt auch für die abgeschwächten Erreger in der MMR-Impfung




  • Das ist doch Lotterie spielen!

    12.02.2015, Otto Albrecht
    Solche Praktiken sind doch nichts anderes als Lotterie spielen. Der Handel an der Boerse sollte stark beschraenkt werden. Man sollte seine Aktien (oder Anleihen oder Devisen... - nicht Derivate - die sollten auf jeden Fall verboten werden) mindestens einen Monat halten muessen - besser ein Jahr.
Anzeige