Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Jo, leckts mi am Oarsch!

    01.07.2016, Dominique Boursillon
    Ich werde jetzt einfach mal eine Lanze für #1 brechen und in der gleichen derben, aber höfflichen Weise, fragen: Haben denn #2 und #3 ihr Gehirn das Klo runtergespült? Wie kann man wider besseren Wissens so zynisch-dumm argumentieren (#2) oder jemanden wegen seiner Meinung als verängstigt-regressiv verurteilen (#3)?

    Zu 2050: Am 12. Juni zitierte Frank Schubert aus einer Unstatistik: „Erstens könne man aus Daten eines heutigen Querschnitts nicht auf die Dynamik künftiger Erwerbsleben (das gilt natürlich auch für die Lebensmittelproduktion, pers. Anm.) schließen (…)“. Im Original war die Rede von: „Der erste Denkfehler ist ein Klassiker in der Statistik:“, und dann das Zitat… Also, ja: die Laureaten haben sich wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt! Intelligenz auf dem einen Gebiet macht einen nicht zur Kapazität auf einem anderen. Wir mögen wegen ihrer großartigen Leistung in ihrem Fachgebiet Ehrfurcht vor diesen Menschen haben, aber es sind Menschen wie du und ich. Und außerhalb ihres Fachgebiets sind die Motive ihres Handelns geprägt von ihren persönlichen Neigungen und Meinungen, da ist alles vertreten von ganz links bis ganz rechts… Kurzum: Der Dalai-Lama hat sicher mehr Weisheit als 100 Laureaten :-)

    Zur Lebensmittelknappheit: Derzeit ist der Preisverfall bei der Milch ein großes Thema. Lebensmittel sind mehr als genug da, und #1 kann nur recht haben, wenn er von einem Verteilungsproblem spricht. Menschen hungern oder leben mit weniger Vielfalt, weil ihnen der Zugang zum nächsten Supermarkt verwehrt wird; entweder, weil sie arm sind und sich die Lebensmittel nicht leisten können, oder weil ihnen aus rechtlichen/politischen Gründen der Zugang zum Markt nicht gestattet ist. Dass sie arm sind oder im falschen Land leben, das liegt außerhalb der Möglichkeiten der grünen Gentechnik.

    Zum Zynismus: Und wenn´s teurer wird? Ist das wirklich so schlimm? Ist uns eine gesunde Umwelt gar nichts wert? Nicht mal für unsere Kinder?

    Fazit: #1 hat recht! Welches Motiv die Laureaten haben weiß ich nicht, ich weiß aber, dass grüne Gentechnik unnötig ist. Sie verkompliziert die Landwirtschaft, weil sie den Konzernen in die Hände spielt und unsere Politiker dieser Situation nicht Herr werden. Hierbei geht es also nicht um die grüne Gentechnik an sich, sondern um deren politische Handhabung. Was in Zukunft notwendig sein wird, das wissen wir alle nicht, aber im Hier und Jetzt geht´s ohne!
  • Populismus macht auch vor der Wissenschaft nicht halt

    01.07.2016, B. Keim
    Problemlösungen, die wissenschaftlich sind, werden dann dafür kritisiert, dass sie wissenschaftlich sind. Ich halte dies nicht unbedingt für einen lösungszentrierten Ansatz, sondern eher für den Versuch das Problem durch Nichtlösen am Laufen zu halten. Greenpeace und Co leben ja gut davon. Kritik gibt's zuhauf. Lösungen keine. Und der Ansatz "...man muss nur irgendwie..." funktioniert halt nicht, befeuert die Menschen aber in der Auffassung, dass sie vom Problem etwas verstünden. Nein, tun sie in der Regel nicht. Es ist manchmal wie beim Fussball: die Zuschauer bilden sich ein besser als die Spieler zu sein, weil sie nicht selber spielen können.
  • Menschen verachtend

    01.07.2016, Thomas Pruß
    Es ist klar: Menschleben bedeuten Umweltschützern wie Greenpeace nichts. Es ist unvorstellbar, wie man angesichts der Millionen Hungertoten so hartherzig, kalt und grausam sein kann wie Greenpeace. Aber es ist ja auch viel einfacher, den putzigen Wiesenpieper zu schützen, der so schon flauschig und mit lieblicher Stimme daher kommt, als den grobschlächtigen Primaten Mensch.
    Tut mir leid, bei solchen Artikeln kann ich nur noch Polemik! :-(
  • Sie sahen...

    01.07.2016, Richard Kray
    ... den klassischen verängstigt-regressiven Wutbürger im Kommentar #1. Die 100 "Laureaten" (offensichtlich muss man hier entweder den Begriff an sich verächtlich machen oder die Existenz dieser Laureaten anzweifeln) sind also allesamt Büttel der "Genindustrie". Vermutlich weiss Herr Weik gar nicht, was diese "Genindustrie" überhaupt sein soll, aber schön, wenn man sein Feindbild so schön einfach strukturiert werden kann. Daß die 100 Laureaten vllt. alle ein bisschen was auf dem Kasten haben, auf die Idee kommt Herr Weik nicht. Herr Weik hat in guter deutscher Tradition nämlich Angst - vermutlich hat er 2011 auch einen Geigerzähler gekauft - und wer Angst hat, dem vernebelts gerne auch die Sinne.

    Was wir hier seit Jahren in Deutschland beobachten ist eine beispiellose Kampagne der Rückwärtsgewandtheit, quasi Tea Party von links. "Gene": schlecht. Impfungen: eher nicht so gut. Homöopathie: super. Ökologische Landwirtschaft: Immer toll. Sch... aufs Kupfer, das man massenweise auf die Felder spritzt. Solange der Chai-Latte mundet, ists doch egal. Hauptsache, man wendet sich irgendwie von der sowieso durchweg gekauften Wissenschaft ab.

    Nur beim Klimawandel ist man sich dann doch einig: Dort ist die Wissenschaft ausnahmsweise mal nicht gekauft. Was ein Glück.

    Hier sehen wir also die typische Argumentation eines regressiv-Linken:
    Alle Modelle sagen für 2050 eine Population "n" voraus, aber hey, das MUSS ja gar nicht so sein.
    Die aller-allermeisten Wissenschaftler sagen voraus, daß wir die Gentechnik brauchen werden, um die Ernährung aller Menschen zu garantieren, aber hey, das MUSS ja gar nicht so sein.
    Genau wie wir ab morgen einfach alle Nahrungsmittel umverteilen werden.
    Wie das alles gehen soll, weiss oder sagt Herr Weik nicht. Hauptsache: Keine Gentechnik. Das ist das Wichtigste. Daß die Menschheit seit jeher Gentechnik betreibt (unsere Eltern nennen das Züchtung), interessiert ja irgendwie nicht. Gentechnik ist ja auch mit Pipetten und man muss nicht x Generation warten bis das Pferd dicke Muckis hat.

    Herr Zimmermann, seines Zeichens Gentechnik-Experte bei Greenpeace, aber ohne erkennbare einschlägige Veröffentlichungen, hat hierzu folgendermassen argumentiert:
    - Man "bausche" den Goldenen Reis auf, um einen Fuss in die Tür zu bekommen. Diese bösen Wissenschaftler aber auch, erfinden einfach irgendwas Nützliches, damit man später mit allerhand Schlechtem die Welt vernichten kann.
    - Man könne dem Vitamin-A Mangel mit Vitamintabletten beheben. Das hat der Mann allen Ernstes gesagt. Da wird sich BASF aber freuen. Man fragt sich, was diese industrielle Vitamin-A-Synthese wohl für eine Energiebilanz hat. Daß manche Vitamine durch genmodifizierte Mikroorganismen gebaut werden, sagen wir Herrn Zimmermann lieber nicht.
    - Er befürchtet eine "einseitigere Ernährung" durch goldenen Reis. Auch das hat der Mann gesagt (oder geschrieben) ohne zu lachen. Die halbe Welt ernährt sich von Reis, seit Jahrtausenden, aber Herr Zimmermann möchte lieber, daß man doch auch mal eine gesunde Kartoffel oder einen Tellen Käseschnittchen zu sich nimmt.

    Das ist das intellektuelle Niveau, auf dem Greenpeace argumentiert. Und das zieht sich durch jede Diskussion, an dem sich die Öko-Taliban beteiligt. Siehe diese unfassbare Volksverarschung, an der sich leider auch die SPD beteiligt, die sich Glyphosat-Diskussion nennt, an der an jedweder Evidenz vorbei billigster Populismus betrieben wird. Wie die Einstufung der IARC zustande gekommen ist, kann man leicht herausfinden, wenn man mal den Namen Christoper J Portier googled. Aber hey, Lobbyisten gibt es ja nur auf der anderen Seite. Auf der richtigen nennt man das dann "Kampaigner."

    Feinde der Menschheit sind Malaria, Hunger und AIDS. Nicht GMOs und Glyphosat. Zeit, daß Greenpeace das zur Kenntnis nimmt.
  • @Andreas Weik

    30.06.2016, Peter
    1. Sie können natürlich auch der Hälfte der Menschen sagen, dass Sie sich umbringen soll, damit der Rest in Ruhe weitermachen kann wie bisher. Das ist die andere Lösung.
    2. Geht natürlich auch, ist nur ca. 100 mal teurer und nicht wirklich umweltfreundlicher.
    3. Ja, im Moment produzieren wir theoretisch genug. Das Problem mit der Verteilung ist aber gar kein so einfaches Problem wie man denkt (ja wir schmeißen zu viel weg), da eben die Lebensmittel nicht da produziert werden wo sie gebraucht werden.

    Und ja, wahrscheinlich verdienen die meisten dieser Leute ihr Geld mit Gentechnik (wahrscheinlich aber an öffentlichen Forschungseinrichtungen, da Sie ja Forscher sind (Tipp: "Nobelpreisträger")), schließlich sind es Biologen. Was aber auch heißt, dass die Leute Ahnung haben, von dem was Sie da sagen im Gegensatz zu vielen anderen die in dieser Diskussion nicht laut genug schreien können.

    Schließliich beschwert sich keiner wenn Gentechnik woanders angewendet wird (Stichwort Medikamenten-Herstellung)
  • Irrweg in mehrer Hinsicht...

    30.06.2016, Andreas Weik
    1. Wo steht geschrieben, dass wir um 2050 so viele Menschen sein MUESSEN?
    2. Wo steht geschrieben, dass wir es mit einer sinnvollen Kombination aus konventioneller und oekologischer Landwirtschaft nicht schaffen werden die Menschheit zu ernaehren?
    3. Ist es bekannt, dass wir genug Lebensmittel auf Halde produzieren. Das Problem ist die Verteilung, nicht die Menge.

    Ich nehme an, hinter diesen 100 "Laureaten" stecken handfeste Interessen der Gen-Industrie. Das Uebliche.

    Greenpeace, bitte knickt nicht ein!
  • Datenträger für die Ewigkeit der Neuzeit

    30.06.2016, Holger
    Beim Titel musste ich schon an einen Artikel bei Heise Online denken.
    Die (fast ewige) Datenspeicherung auf einer Glasscheibe.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Glasscheibe-zur-ewigen-Speicherung-grosser-Datenmengen-soll-marktreif-werden-3109718.html
  • Frauen lesen mit

    30.06.2016, Elisabeth Bauer, Hattingen
    Ich habe gerade das Vorwort des neuen Heftes gelesen. Ich möchte Ihnen helfen bezüglich der Frauenfrage.
    Wir sind seit viele Jahren (20 oder mehr) Abonnenten Ihrer Zeitung. Das Abo läuft auf den Namen meines Mannes. In all den Jahren habe hauptsächlich ich die Hefte ausführlich gelesen. Vielleicht erklärt das ja, warum nur zehn Prozent ihrer Abonnenten Frauen sind.
  • Wissenschaft mit Kinderpause

    30.06.2016, Gisela Matt-Bruno
    Wie aus meinem Absender ersichtlich, bin ich eine Frau (und ausgiebige Spektrum-Leserin). Ich bin aber nicht Abonnentin, sondern mein Mann.

    Kann es sein, dass Sie stillschweigend davon ausgegangen sind, dass (zumindest fast) alle Abonnenten Singles sind? Wie hoch ist der Prozentsatz der verheirateten beziehungsweise in einer Partnerschaft, insbesondere mit Kindern lebender Abonnenten? In der Regel wird in solchen Haushalten lediglich ein Abo getätigt.
    Zumindest in meiner Generation (Jahrgang 1943) mussten viele Frauen mit Kindern ihre Berufstätigkeit in der Wissenschaft aufgeben, und diese Situation ist noch längst nicht Vergangenheit, denn sonst braucht es keine Gleichstellungsbeauftragten mehr und keine Diskussionen darüber, wie man Frauen, bei denen ja bezüglich Kinderwunsch eine biologische Uhr abläuft, in der Wissenschaft zu halten. Lediglich in Lehramtsberufen ist es einfacher, Beruf und Kinder zu vereinbaren.

    Ich bin jedenfalls sicher, dass in Fällen wie in unserer Familie die Frau zumindest längere Zeit außerhalb des Berufslebens ist, aber bei entsprechendem Interesse umso mehr gern nach Möglichkeiten wie der Lektüre des "Spektrum" greift.
    Ich habe Physik UND Mathematik für höheres Lehramt studiert und ein Ergänzungsstudium in Biologie danach mit dem Wunsch zu promovieren (was nach der Geburt des ersten Kindes nicht weiterging). Also las ich über Themen aus Physik (mit Astronomie), aber auch Mathematik und Biologie, mein Mann nur über Physik. Nach einer langen Kinderpause mit vier Kindern habe ich weitergemacht, und weil ich keinen Numerus-Clausus-Platz besetzen wollte, nicht mit Psychologie, sondern mit Philosophie und den Nebenfächern „Logik und Wissenschaftstheorie“ sowie Biophysik. Ich habe dann eine Dissertation zu einem Thema aus der Philosophie des Geistes verfasst und wollte zusätzlich zum „Spektrum“ gern dazu den Spektrum-Ableger „Gehirn&Geist“ lesen, auch diese Zeitschrift ist unter dem Namen meines Mannes abonniert!
    Weitere Themen, zu denen ich gern lese, sind Entwicklungspolitik, Klimawandel, Linguistik und Astronomie.

    Frage also (zugegeben: bei uns extrem!) Kann man daraus, dass es einen (zu?) hohen Prozentsatz männlicher Abonnenten gibt, schließen, dass der Prozentsatz der interessierten Leserinnen ebenso gering sein muss wie der weiblicher Abonnentinnen?

    Da würde mich eine Vertiefung und Differenzierung dieses Themas doch sehr interessieren!
  • Genaugenommen…

    30.06.2016, Kumi Junker
    … ist die Karre nicht auf dem Schleim geschleudert, sondern auf den zermatschten Schnecken. Und das glitscht recht ordentlich.
    Antwort der Redaktion:
    Da ist vermutlich was dran. Andererseits: Wann bekommt man schon mal so eine Gelegenheit, den Schneckenschleim lobzupreisen?
  • Mehr Themen in Lebenswissenschaften

    30.06.2016, Larissa Tetsch, Maisach
    Sie suchen die Frauen, zumindest die zu den Abonnenten der "Spektrum der Wissenschaft" gehörenden. Als eine solche möchte ich mich gerne zu Wort melden. Sie fragten in Ihrem aktuellen Editorial, warum nur zehn Prozent der Abonnenten Frauen sind und ob die anspruchsvollen physikalischen Themen, die oft die Titelseite dominieren, Frauen abschrecken.
    Vorneweg, ich lese "Spektrum der Wissenschaft" seit Beginn meines Studiums vor jetzt ziemlich genau 20 Jahren. Am Anfang habe ich alle Artikel gelesen, inzwischen wähle ich mehr aus. Da ich als freie Wissenschaftsautorin mit den Schwerpunkten Mikro- und Molekularbiologie arbeite, habe ich insgesamt ein großes Lesepensum und verzichte deshalb oft auf die Lektüre der physikalischen und astronomischen Themen in "Spektrum der Wissenschaft", die für mich nicht so interessant sind wie andere Dinge. Ich gebe Ihnen aber Recht, dass es auch für biologisch/biomedizinisch interessierte Leser in jeder Ausgabe genug ansprechende Themen gibt. Allerdings stimmt es ebenfalls, dass auf der Titelseite meist physikalische und astronomische Themen abgebildet sind, die zudem thematisch sehr anspruchsvoll sind, die man also nicht „mal eben“ liest. Bei diesen Themen wird sicher der eine oder andere Biologe/Pharmazeut/Mediziner aussteigen, egal ob Mann oder Frau, und schaut dann vielleicht eher in typisch „biologische“ Zeitschriften wie die „Biologie in unserer Zeit“. Aus dem Bereich Biologie schafft es, wie mir scheint, allenfalls die Neurobiologie häufiger auf die Titelseite. Ob das nun potenzielle Leserinnen abschreckt, weiß ich nicht. Mir fällt aber auf, dass die Quote weiblicher Abonnentinnen mit zehn Prozent doch irgendwo im Bereich der Quote der Physikstudentinnen liegt, woraus sich vielleicht ableiten lässt, dass die Abonnentenschaft eher aus Physikern besteht als aus Lebenswissenschaftlern. Falls Sie also gezielt die weiblichen Naturwissenschaftlerinnen ansprechen möchten, die mehr als die Hälfte der Studenten in den Lebenswissenschaften ausmachen, sollten sie vielleicht für das Titelthema doch öfter biomedizinische Themen auswählen. Sie bringen ja durchaus die entsprechenden Artikel, nur oft nicht so medienwirksam. Ob so eine „Frauenquote“ allerdings für "Spektrum der Wissenschaft" sinnvoll oder erwünscht ist, ist eine andere Frage. Dass die Leser in Umfragen regelmäßig genau die physikalisch-astronomischen Themen wünschen, die dann das Titelbild zieren, erstaunt mich dagegen nicht. Die Umfrage richtet sich doch sicher primär an die Abonnenten, bei denen eben die, die andere Themen wünschen könnten, unterrepräsentiert sind. Zusammenfassend würde ich also sagen, es geht nicht so sehr um die Frage, wie man gezielt Frauen ansprechen kann, sondern eher um die Frage, ob man verstärkt Biologen/Lebenswissenschaftler ansprechen möchte.
    Auch wenn mir persönlich die Astronomie und abstrakte physikalische Theorien manchmal zu sehr im Scheinwerferlicht stehen, erkenne ich an, dass andere Leser andere Interessen haben und picke mir heraus, was mich interessiert. Das reicht jeden Monat aus, um den Preis für das Abo zu rechtfertigen, und nur die Mikrobiologie möchte ich Ihnen doch noch einmal ausdrücklich ans Herz legen, denn da tut sich im Moment wieder sehr viel, vor allem in der Mikrobiomforschung wie ich bei meiner eigenen Arbeit täglich sehe. Trotzdem steht die Mikrobiologie oft, bei Weitem nicht nur in "Spektrum der Wissenschaft" im Schatten von Disziplinen wie (Human-)Genetik, Krebsforschung, Neurobiologie, und manch einer denkt, die Bakterien hätten schon längst alle ihre Geheimnisse preisgegeben. Auf jeden Fall freue ich mich immer über die aktuelle und auf die nächste Ausgabe von "Spektrum". Natürlich mal mehr, mal weniger, aber nachdem ich "Spektrum der Wissenschaft" nun seit zwanzig Jahren treu geblieben bin, können Sie mich auch weiterhin zu den Abonnentinnen zählen, egal wie die nächste Abonnentenabstimmung ausfällt. Übrigens liest auch mein Mann öfter „mit“ und dabei auch die physikalischen Themen. Nicht, weil er ein Mann, sondern weil er Physiklehrer ist.
    Ich bin gespannt, wie sich "Spektrum der Wissenschaft" im September verändern wird und freue mich schon auf das Juli-Heft!
  • Zu viele "harte" physikalische Themen?

    30.06.2016, Monika Prechel, Lübeck
    Kaum habe ich das erste Exemplar meines neu abgeschlossenen Abonnements in Händen und das Deckblatt umgeschlagen, sehe ich mich schon veranlasst zu »protestieren«:

    Zu wenig Frauen unter den Abonnenten, weil zu viele »harte« physikalische Themen? Ich bin eine Frau und lese "Spektrum der Wissenschaft" regelmäßig eben wegen dieser Themen! Sie könnten also in Erwägung ziehen, dass die (zu) wenigen Leserinnen nichtsdestotrotz dieselben Interessen haben, wie die männlichen Abonnenten ;-) Tatsächlich habe ich geschwankt, ob ich mein Abonnement nicht doch erst mit dem nächsten Heft beginnen lasse, weil das aktuelle »in dem sicher jeder - und jede - etwas für sich finden kann«, mich etwas weniger als sonst angesprochen hat.

    Fast schon als »Drohung« empfinde ich im übrigen Ihre Ankündigung einer Layoutänderung in einer womöglich mehr weibliche Leser ansprechenden Richtung! Ich fand das Heft immer sehr ansprechend in seinem schlichten, klaren Design. Frauen, die in einem Magazin eher nach Schmink- und Modetips suchen, werden Sie schließlich weder mit einem klickerbunten Mickymausheft noch mit »weichen« Themen erreichen!

    In diesem Sinne (und nichts für ungut ;-))
  • Kreis der Leserschaft bekannter machen

    30.06.2016, Gert Burkhart, Meckenheim
    Mit großem Interesse habe ich Ihr Editorial zum Juniheft 2016 gelesen. Sie stellen auf Basis Ihrer Befragung fest, dass nur knapp zehn Prozent Ihrer Abonnenten Frauen sind.

    Dies hat meines Erachtens mehrere Ursachen:

    Zunächst ist der Kreis der Abonnenten natürlich nicht identisch mit dem Kreise der Leser; zum Beispiel beziehe ich seit 1985 (damals noch Student) mit einer kurzen Unterbrechung "Spektrum der Wissenschaft", meine Frau liest jedoch auch die für sie interessanten Artikel. Bestimmt ist dies bei vielen anderen Abonnenten ähnlich.

    Oft wird Wissenschaft gleichgesetzt mit Naturwissenschaft; und das gilt immer noch (leider) als Männerdomäne, besonders wenn es um aktuelle Themen der (theoretischen) Physik oder Kosmologie / Astronomie / Astrophysik geht. Dass diese Themen gleichzeitig besonders beliebt sind, ist nicht weiter erstaunlich, da Sie genau die Personen befragen, die "Spektrum der Wissenschaft" wegen dieser Themen kaufen. Um den Kreis Ihrer Leser, insbesondere der weiblichen, zu erweitern, sollten Sie erstens "Spektrum der Wissenschaft" bekannter machen (zum Beispiel an Universitäten oder in den Oberstufen der Gymnasien intensiver Werbung betreiben) und zweitens diejenigen befragen, die "Spektrum" noch nicht lesen, wie die Zeitschrift für sie attraktiv werden könnte. Man könnte diesen (überwiegend weiblichen) Personenkreis zum Beispiel über Inserate in Zeitschriften wie Psychologie heute et cetera ansprechen.

    Besonders wichtig ist es nach meiner Einschätzung, die Studentinnen und Studenten zu erreichen; viele meiner Kommilitonen und auch ich haben so zu "Spektrum" gefunden.


    Zum Abschluss noch ein kurzes Feedback in eigener Sache: Als Physiker interessieren mich natürlich Themen aus der Physik, Astrophysik und Ähnliches, mit ganz besonderem Interesse lese ich aber immer Artikel aus dem Bereich der Geschichte, zum Besispiel die zur römischen Geschichte oder Karthago von Theodor Kissel.
  • Gegen den Mainstream der Allesgleichmacher

    30.06.2016, Roland Linke, Nonnenhorn
    Seit fast sechs Jahrzehnten freue ich mich auf jede neue Ausgabe von "Spektrum der Wissenschaft". Themenauswahl, Darstellungstiefe und -stil sind einfach gut!

    Mit Interesse las ich Ihre Ankündigung, dass Ihre Redaktion laut darüber nachdenkt, die Inhalte von "Spektrum der Wissenschaft" mehr auf Frauen abzustimmen. Vermutlich versuchen Sie dadurch die Auflage trotz Konkurrenz durch das Internet zu halten, ja möglichst zu steigern.
    Ist dies nicht geradezu ein Beweis(!) dafür, dass die Mehrzahl der Frauen anders tickt als die Mehrzahl der Männer? Mehr noch: Da "Spektrum der Wissenschaft" ausgesprochen gebildete Kreise anspricht, muss man davon ausgehen, dass diese Frage nicht nur für bildungsferne Menschen gestellt werden darf! Dies deckt sich mit meinen Erfahrungen im Bekanntenkreis: Gebildete Frauen (ausgenommen Soziologinnen) lächeln über Emanzipationsaktivisten.
    Vielleicht gelingt es Ihnen doch einmal, jemand zu finden, der nicht nur den Mut hat, gegen den Mainstream der Allesgleichmacher zu forschen, sondern auch über seine Forschung zu berichten.

    Ich freue mich auf Ihre nächsten Ausgaben.
  • Lesestoff für die Familie

    30.06.2016, Hannelore Dittmar-Ilgen, Egelsbach
    Ja, ich bin eine jener Frauen, die ein Abo haben. Ich habe es vor Urzeiten für mich und meine Familie bestellt, denn ich kümmere mich um unseren Lesestoff. "Spektrum der Wissenschaft" wird also nicht nur von mir (der Abonnentin), sondern auch von meinem Mann, unserer Tochter und unseren beiden Söhnen mehr oder weniger gründlich gelesen. Könnte es in anderen Familien oder bei anderen Paaren nicht genau
    andersherum sein: Der Mann hat das Abo bestellt und die weiblichen Mitglieder lesen mit?? Wenn es nicht so wäre, stimmt mich das - genau wie sie - sehr traurig. Wissenschaft ist ja keine reine Männersache (mehr).