Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Vorgeblich lautstark bekundete ethische Gründe

    21.06.2012, Martin Klicken
    Sehr geehrter Fritz Kronberg,
    Sie schreiben "ihre lautstark bekundeten ethischen Gründe". Das nenne ich eine Unterstellung. Wo haben Sie das gelesen? Ich zum Beispiel möchte einfach nicht, dass meiner Arbeit in der Forschung die Grundlage entzogen wird. Wie ich "lautstark" verkünde (z.B. aktuell hier http://t.co/nC69wlsY) habe ich eine ganz eigennützige Motivation: ich möchte nicht, dass Hochstapler, Betrüger und Blender das Entwerten, was ich unter großen Entbehrungen jahrelang hochgehalten habe. Na gut, nennen Sie es meinetwegen Ethik. Ihre Aussage, man würde sich auf politische Prominenz bei der Dokumentation beschränken, zeigt allerdings, dass Sie sich mit der Materie offensichtlich nicht beschäftigt haben, oder einen veralteten Stand haben (Juni 2011?).
    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Klicken
  • Nachfrage

    21.06.2012, Bernd Block
    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe einen Rechenfehler gefunden und konnte die 1/3 nachvollziehen. Dennoch zwei Nachfragen:

    1) Statt der -2/3 in der NA-Strategie erhalte ich -4/3 - wo liegt der Fehler? Hier meine verkürzte Rechnung:
    Pfad 1 (KDB): 1/2 * (-3) = -3/2
    Pfad 2(KDK->Paar K verschwindet; D; Spieler B räumt ab): 1/2*1/3 * 3 = 1/2
    Pfad 3(KDK->Paar K verschwindet; B; Spieler B gibt an A ab, A räumt ab) = 1/2 * 2/3 * (-1) = -1/3
    Summe der Pfade: -3/2 + 1/2 - 1/3 = -4/3

    2) Verstehe ich das richtig, dass die Tabelle auf Seite 46 oben links den Wert einer Stellung für die im Diagramm angegebene optimale Strategie angibt?

    Danke und Gruß
    Bernd Block
    Antwort der Redaktion:

    1) Ich finde keinen Fehler in dieser Rechnung. Also dürfte -4/3 der korrekte Wert der NA-Strategie sein.

    2) Die Tabelle gibt den Wert jeder Stellung für die jeweils optimale Strategie an. Das Diagramm illustriert, wie diese Werte zustande kommen, für eine Teilmenge aller Stellungen, insbesondere warum der Wert der Stellung (3, 2) = 1/3 ist.

    Christoph Pöppe

  • Fehler im Artikel

    21.06.2012, Bernd Block
    Ich finde den Artikel an einigen Stellen etwas ungenau und kann leider einige Stellen auch nicht nachvollziehen.
    Beispiel (S. 45 oben):
    " ... hat er eine Chance von 1/3, beide Paare zu gewinnen [...], sonst verliert er beide Paare".
    Das stimmt meiner Meinung nach nicht, da - wie in der Zeichnung zu sehen, auch im Fall des Bauern noch der Lucky Shot möglich ist.
    Aus diesem Grund frage ich mich, ob die Rechnung (ebenfalls Seite 45) richtig ist, dass im (3,2) Fall der Wert für NN 1/3 und der für NA -2/3 beträgt. Wäre dankbar, wenn mir das jemand erklären kann.
    Antwort der Redaktion:

    Bernd Block hat Recht. Der Text lässt an dieser Stelle den Fall aus, dass Bruno zwei Buben aufdeckt. Dieser Fall ist im Diagramm richtig dargestellt.

    Die Rechnung von S. 45 habe ich soeben noch einmal nachvollzogen. Ich habe auch 1/3 herausbekommen. Allerdings muss man präzisieren (was leider so genau auch nicht im Text steht), dass der "Wert" eines Spiel gleich der Anzahl Kartenpaare ist, die ich mehr habe als mein Spielpartner.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Bei 100 beklecksten Mönchen nur drei statt 100 Glockenschläge nötig?

    21.06.2012, Michael Brigant
    Wenn ich - als einer der 100 bekl. Mönche - 99 Mönche mit Klecksen sehe, dann weiß ich, dass jeder dieser 99 anderen Mönche min. 98 Mönche mit Klecksen sieht. Somit weiß jeder dieser 99, dass jeder andere Mönch weiß, dass min. 97 Mönche mit Klecksen existieren.
    Alle theoretischen Gedankenspiele mit weniger als 97 sichtbaren Klecksen können also ausgeschlossen werden.
    Mache ich einen Denkfehler?
    Antwort der Redaktion:

    Sie machen keinen Denkfehler. Aber noch dürfen Sie sich für unbekleckst halten. Denn aus dem Verhalten der anderen ist nichts zu erschließen, das diese Hypothese widerlegen könnte.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Zweifel an gängiger Theorie

    20.06.2012, Klaus Deistung
    Prof. Dullemond erläutert 3 Mondentstehungstheorien. Davon – da ist sich die Wissenschaft einig – kommen 2 nicht in Frage. An der 3. „Theorie“ – er betont das Wort immer wieder – wurde über 3 Jahrzehnte gearbeitet und sie entstammt einer Simulation, bei der die Erde mit einem marsgroßen Planeten Theia zusammenstößt und in Folge der Mond entsteht: Giant Impact. H. Zaun schrieb 2006 in http://www.welt.de/wissenschaft/article149624/Sonde-stuerzt-gezielt-auf-den-Mond.html dazu: „Viele Forscher sind von dieser Entstehungsgeschichte des Erdtrabanten überzeugt, doch es gibt auch Skeptiker, die nicht glauben, dass der Mond aus dem Schoß der Erde geboren wurde.“
    Die Forschung geht weiter und es gibt bereits mehrere Erkenntnisse gegen den Giant Impact. Im Endergebnis muss eine neue Theorie her, die den neuen Erkenntnissen Rechnung trägt.
    In http://www.sterne-und-weltraum.de/alias/mondforschung/schaerferer-blick-auf-die-entstehung-des-mondes/1146877 heißt es dazu: „Doch Wissenschaftler aus den USA und der Schweiz decken nun auf, dass gewisse Aspekte der Mondentstehung noch nicht vollständig verstanden sind.“ - und sie führen Beispiele an. Die Untersuchung und Vergleich der Titan-Isotopenverhältnisse in Erd-, Mondgestein und dem von Meteoriten stützen die Ergebnisse. Eine weitere Schlussfolgerung: „Die offensichtliche Möglichkeit ist, dass der Großteil des Mondgesteins irdischer Natur ist; dies lässt sich jedoch nicht mit den Ergebnissen aufwändiger Computersimulationen der Kollison von Urerde und Theia vereinen.“
    Die Wissenschaftler um Junjun Zhang von der Universität Chicago kommen im Fachjournal „Nature Geoscience“ zu dem Schluss, dass der Mond demnach ein geochemischer Zwilling der Erde ist. Weiter schreiben sie: „In jedem Falle schränken die Ergebnisse mögliche Theorien zur Entstehung des Mondes zukünftig stark ein und müssen berücksichtigt werden.“
    Im Frühjahr 2006 begann die Auswertung der Sonde »Stardust« und dazu schrieb spektrumdirekt/ AH vom 14.3.06 einen kurzen Bericht: »Stardust« überrascht Forscher. Hier wurden Fakten festgestellt, die eigentlich bei der Entstehung des untersuchten Schweifsternes Wild 2 nicht möglich wären. Man fand „...auch Gesteinsmaterial, das sich nur unter sehr hohen Temperaturen bildet.“ Man war bisher von kalter Bildung ausgegangen und fand Metallverbindungen, die in einem noch „unverstandenen Mechanismus“ bei über 1000°C entstanden waren.
    Der Projektwissenschaftler Bernard Foing in http://www.welt.de/wissenschaft/article150387/Entstehungstheorien_zum_Mond_muessen_neu_diskutiert_werden.html : „Die mit 'SMART-1' angestellten Messungen stellen die Theorien des gewaltsamen Entstehens des Mondes und seiner Entwicklung in Frage.“ Der ESA-Sprecher Bernard von Weyhe dazu: „Die verschiedenen Entstehungstheorien des Mondes müssen neu diskutiert werden.“
    Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine führende Theorie (hier Giant Impact) durch weitere Forschung langsam ihre Führung verliert – und dann endgültig einer neuen Theorie, die noch mehr aus der Praxis begründet wird, weichen muss.
  • "Vertreibung" von Wissenschaftlern auf moderne Art

    20.06.2012, Gerd Löffler
    Wenn Friedrich Hirzebruch 1998 daran erinnerte, dass der Aderlass deutscher Wissenschaft in der Nazi- Zeit durch Flucht und Vetreibung vieler Forscher sich nie wiederholen düfte, so ist ihm nicht nur zuzustimmen, sondern auch die Frage zustellen, wo denn die Forscher (sogar aus dem Bereich der Naturwissenschaften) aus der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung 1990 geblieben sind, die zwar nicht direkt aus Deutschland vertrieben wurden, sondern durch Schließung und/ oder Umstrukturierung der früheren Institute und sonstiger Forschungseinrichtungen der DDR mit oft fragwürdigen Argumenten entlassen wurden.
  • Suuuuper!

    20.06.2012, Ketchupflasche
    Dieser Artikel ist so toll! Ich wünschte ich könnte auch so etwas schreiben!
  • Faszination pur!

    20.06.2012, Johannes Maschke
    Ich als Schüler habe mich in letzter Zeit sehr viel mit den neuen Methoden der Energeigewinnung beschäftigt und bin mehr als fasziniert davon, welche Fortschritte die Menschheit eigentlich im Stande ist zu vollbringen. Ich kann es gar nicht erwarten, bis der erste kommerzielle Fusionsreaktor in Betrieb genommen wird und ich meinen Strom quasi direkt aus einem "Stern" beziehen kann :-)

    Ich hoffe nur, dass nicht wie so oft, irgendwelche politischen oder finanziellen Blockaden den Einsatz dieser Reaktoren nach hinten verschieben oder gar verhindern. Mein größeres Bangen gilt jedoch den Vorurteilen, die sehr viele Menschen gegenüber neuen Technologien haben, sobald da auch nur im entferntesten Radioaktivität im Spiel ist.

    Und so selten das auch in unserer heutigen Zeit passiert: Ich blicke mit Zuversicht in die Zukunft und freue mich auf einen neue Ära der Energiegewinnung!!
  • Fehler im Artikel

    19.06.2012, Michael Jensen
    Der Autor Dr. Christian Meier schreibt: "Der damals noch an der US-amerikanischen Elite-Uni Princeton forschende Turing wagte sich an dieses so genannte Entscheidungsproblem."

    Leider falsch. Turing war Fellow am King's Institute der Cambridge University als er am Entscheidungsproblem arbeitete und seine Lösung fand. Alonzo Churchs Lösung, basierend auf dem Lambda-Kalkül wurde kurz vor Alan Turings Lösung veröffentlicht.

    Was hatte es nun mit Princeton auf sich? Als Churchs Arbeit in Cambridge bekannt wurde, schrieb Max Newman, der Professor in Cambridge, der Alan Turing in seinen Vorlesungen auf das Entscheidungsproblem gestoßen hatte, ein Empfehlung an Church. Daraufhin wurde Alan Turing Doktorand an der Princeton University, schrieb dort innerhalb von zwei Jahren seine Dissertation und kehrte dann nach Cambridge zurück.

    Liebe Redaktion, es wäre schön, wenn für einen Artikel der Rubrik "Hintergrund" etwas sorgfältiger recherchiert würde.
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Jensen,

    mit Ihrem Einwand haben Sie wohl recht. Turing ging laut Hodges im September 1936 nach Princeton. Sein Paper zur Turing-Maschine erschien Ende 1936. Er war zwar in Princeton als die Arbeit erschien. Am Problem gearbeitet und die Lösung gefunden hat er aber wohl vorher schon. Princeton habe ich geschrieben, weil Turing das dortige Graduate College als seine Kontaktadresse in seinem Paper zur Turing-Maschine angibt, allerdings bezieht sich das auf einen im August 1936 hinzugefügten Anhang (demnach war er schon im August in Princeton). Das habe ich nicht gesehen und angenommen, er hätte das ganze Paper in Princeton geschrieben.

    Die fraglichen Textstellen sind nun korrigiert.

    Mit besten Grüßen Chr. Meier

  • Betrug bleibt Betrug

    19.06.2012, Hans-Gottfried Pegels
    Der Kommentator hat völlig recht, dass Wissenschaft der Wahrheit verpflichtet ist und jeglicher Betrug ihr schadet. Autoren (Professsoren), denen in Veröffentlichungen Fälschungen nachgewiesen wurden, verlieren völlig zu Recht ihr Renommee (ohne "Zweite Chance").
    Und ich kann Fritz Kronberg übrhaupt nicht zustimmen, dass dies nur für einen "nennenswerten Beitrag zum menschlichen Wissen" oder ein "ganze Werke" gilt.
    Wenn in der üblichen "Selbständigkeitserkärung" am Ende einer Arbeit bestätigt wird, dass benutzte Quellen als solche gekennzeichnet wurden und dies nicht geschieht, ist dies halt Betrug, dies gilt nicht nur für wörtliche Zitate sondern auch für sinngemäßes Zitieren. Dies lernen schon Schüler bei der Abfassung von sogenannten "Facharbeiten".
    Plagiatsjäger sind daher äußerst hilfreich, um Betrug aufzuklären (die beteiligten Professoren haben es ja offensichtlich nicht gekonnt), auch wenn ihre Beweggründe vermutlich nicht gerade ethische sind.
  • Falsche Passagierzahl

    19.06.2012, Theo Wember
    Ein heutiger ICE3 Vollzug hat mit Sicherheit mehr als 460 Sitzplätze. Diese Zahl muss sich auf einen Halbzug beziehen. Damit ist der Unterschied zum genannten "Superzug" nicht mehr so exorbitant.
    Das Nadelöhr ist darüberhinaus nicht der Bahnsteig sondern es sind die Türen am Zug. Was nützt ein Fahrzeitgewinn auf der Strecke, wenn man einen Großteil im Bahnhof wieder verliert.
  • @Karl Siemsen

    19.06.2012, Dr. Wolfgang Klein, Wehrheim
    Na ja, der Hinweis auf Einstein war eindeutig. Dann meinen Sie wohl Ernst Mach. Philosphisch ein bisschen verstaubt aus heutiger Sicht, oder?
  • Guter Kommentar

    19.06.2012, Dr. Götz Warnke
    Vielen Dank für Ihren trefflichen Kommentar, den ich nur unterschreiben kann.

    Was die Herren Professores in der Süddeutschen zu so einer abseitigen, aufklärungsfeindlichen Position treibt, darüber kann man nur nur spekulieren: hat vielleicht der eine oder andere Angst, dass bei den von ihm betreuten Dissertationen zu viele Plagiate auftauchen?

    Es ist ja durchaus bekannt, dass manche Professoren zwar gern die Lehrverpflichtungs-Erleichterungen für die von ihnen betreuten Dissertationen in Anspruch nehmen, aber sich defacto nicht regelmäßig um den Fortgang der Dissertationen kümmern. Sonst würde natürlich auffallen, wenn eine Dissertation in einer Woche um 50 Seiten wächst - eben weil der Doktorand fleißig abgeschrieben hat.
  • Was ist ein Plagiat?

    19.06.2012, Fritz Kronberg
    Mich stört, daß die ungekennzeichnete Verwendung von Zitaten (selbstverständlich keine korrekte Handlung) sofort als Plagiat bezechnet wird. Rechtlich ist ein Plagiat die Anmaßung der Urheberschaft eines geschützten Werkes. Damit sind offenkundig nicht einzelne Sätze gemeint, zumal, wenn ein Autor unabhängig auf eine bereits gedachte Idee kommt, ohne von der Vorgängerleistung zu wissen. Die Plagiatsjäger gehen keiner verdienstvollen Tätigkeit nach, sondern betätigen sich als Schnüffler und Denunzianten. Keine der beanstandeten Dissertationen konnte als nennenswerter Beitrag zum menschlichen Wissen (ob mit oder ohne fremde Zitate) bezeichnet werden. Der Fehler liegt an ganz anderer Stelle. Wenn die Plagiatsjäger medizinische Dissertationen durchforsten würden, kämen sie auf gewaltige Erfolgszahlen. Die Tatsache, daß sie sich auf politische Prominenz beschränken zeigt, daß es ihnen keinesfalls um die Sauberkeit der Wissenschaft geht. Sie suchen offenkundig lediglich einen Ansatzpunkt, um einen gegnerischen Politiker "vom Platz zu stellen". Da, wo es wichtig (für den wissenschaftlichen Fortschritt) wird, sorgt die Wissenschaft durch Nachvollziehen oder Widerlegen der behaupteten Leistung selbst für Aufklärung. Der Doktortitel ist auf medizinischem Gebiet ein "muß" und dort deshalb zur weitgehend wertlosen Massenware verkommen. Für den Dr. phil. gilt, nicht ganz so krass, ähnliches. Selbst der Dr. rer. nat. fängt an, in vielen Fällen zur reinen Fleißarbeit ohne wissenschaftlichen Wert zu werden. Wenn man sich das vor Augen führt und wie oben angedacht, die Gründe der Plagiatsjäger betrachet, wird man nicht umhin kommen, ihre lautstark bekundeten ethischen Gründe zumindest in Zweifel zu ziehen.
  • Vielen Dank

    19.06.2012, Dr. Joachim Hartinger
    Nach dieser unsäglchen "Klarstellung" finde ich Ihren Beitrag sehr hilfreich und wissenschaftsdienlich. Die Wissenschaftler stellen sich dem gegenüber selbst in ein Licht, in dem sie sich fragen lassen müssen, wie sie selbst mit den Daten und der Arbeit ihrer Arbeitsgruppen üblicherweise umgehen bzw. umgegangen sind.