Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Von wegen "gefühlte Moral"!

    03.07.2012, Dieter Krogmann
    Die Autorin resümiert am Ende ihres Beitrages:

    "Der für jede Vernunft unzugängliche Ekel zementiert somit eher bestehende Normen und Vorurteile. Auf diese Weise macht er die ohnehin oft trüben Gewässer moralischer Diskurse noch schlammiger, mahnt Kelly."
    "Bleibt festzuhalten: Eine Emotion liefert keine tiefere Weisheit und auch keinen Leitfaden für unser Handeln. Insofern ist Ekel unmoralisch."

    Die eigentliche Ursache bzw. die Verursacher für diesen "Ekel" werden mit keinem Satz erwähnt. Die sozial-ethische Haltung jeder sozialen Gruppe unterliegt der Manipulation der jeweiligen Machtelite. Gerne werden werden negative Folgen dieser Manipulationen dann als kollektive Schuldzuweisung an die Gesellschaft formuliert. Das Problem liegt also bei den Macht- bzw. Führungseliten einer jeden Gesellschaft.

    Der Appell sollte also endlich einmal an die richtigen Adressen gerichtet werden!
  • Chronische Leiden sind Kopfsache

    03.07.2012, Dieter Krogmann
    Die Erkenntnisse, im obigen Beitrag beschrieben, dürften doch ein weiterer Beweis dafür sein, wie unsere Gesellschaft den Mensch (ausbeuterisch) überfordert. Unser Organismus reagiert entsprechend. Das wie eine Seuche um sich greifende Burnout-Syndrom ist hier ebenfalls ein Grundpfeiler dieser Erkenntnis.

    Aber, so vermute ich, das kann der Psychopharmakaindustrie nur recht sein. Die laufende "Produktion" immer neuer potenzieller Konsumenten sichert den Profit!
  • Sorte oder Varietät?

    02.07.2012, Agnes Pahler, Aichtal
    Bei der Auflistung der Krankheiten, die den Kakaobaum befallen können, ist ein Übersetzungsfehler passiert: (S. 80 unten): Die Gattung Phytophthora gehört taxonomisch zu den Niederen Pilzen, ist aber eben doch ein Pilz, während im Englischen die Echten Pilze als fungi bezeichnet werden und somit Phytophthora als "fungi-like" charakterisiert wurde. Des Weiteren ist Matina 1-6 eine Sorte oder Kulturform (S. 83). Im Englischen bezeichnet "variety" eine Sorte, während die deutsche Varietät für eine natürlich vorkommende Abweichung steht.
    Übrigens ist der Anbau von Kakao in Mischkulturen, wie ihn die Autoren propagieren (S. 82), keineswegs eine neue Erfindung, sondern stellt die seit alters überlieferte Anbauweise dar.
    Inzwischen erkennt die Agrarindustrie lediglich, dass Mischkulturen den im 20. Jahrhundert eingeführten Monokulturen auf tropischen Böden überlegen sind.
  • Für Schulmaterial unbedingt wissenschaftliche Bezüge korrekt verwenden!

    02.07.2012, Prof. Dr. Dietrich H. Nies, Halle
    Schöner und interessanter Artikel. In der Einleitung sind allerdings ein paar Fehler drin, die so besser nicht auf die Schüler (der Artikel bietet Sondermaterial für die Schulen an) losgelassen werden. RNA besteht aus Nukleotiden und nicht "aus den Basen Adenin" etc. Gut, könnte man gerade so nochmals durchgehen lassen. Bei "Mutation in der RNA" sträuben sich aber meine Nackenhaare! Das ist noch schlimmer als "Protein-Expression".

    Fazit: Wenn schon Material für die Schulen, bitte unbedingt nochmals Fachleute (in diesem Fall einen Mokularbiologen) rüberschauen lassen, damit falschen Bezüge und Ausdrücke korrigiert werden können.
    Antwort der Redaktion:
    Besten Dank für Ihre Zuschrift und Ihr generelles Lob. Als betreuender Redakteur des Artikels (und Biochemiker) möchte ich zu Ihren Kritikpunkten Stellung nehmen, da ich die Sache etwas anders sehe.

    Natürlich haben Sie Recht, dass RNA aus Nukleotiden besteht; ich wollte jedoch die Einführung dieses Fachbegriffs, der letztlich für den Artikel nicht gebraucht wird, vermeiden, da der Text ohnehin sehr anspruchsvoll war und nur schwer auf ein Niveau herunterzubrechen, das für Nichtbiologen nicht zu abschreckend wirkt. Daher entschied ich mich an dieser Stelle, nur die Basen explizit zu erwähnen, da diese später noch eine wichtige Rolle spielen. Um Einwänden wie Ihrem zuvorzukommen, habe ich allerdings ausdrücklich geschrieben, RNA bestehe IM WESENTLICHEN aus den Basen, nicht ausschließlich. Zu dieser Formulierung stehe ich weiterhin, da schließlich die Basen das Wesentliche der RNA bedeuten, nämlich die genetische
    Information. Alles andere ist ja eher Verknüpfungs- und Baumaterial.

    Ebenso diente die Formulierung der "Mutation in der RNA" der Vereinfachung der Gedankengänge. Man könnte sie allerdings missverstehen im Sinn, dass die Mutation erst auf RNA-Ebene eingeführt würde; dies ist natürlich nicht der Fall. Dennoch behaupte ich, kann man mit Fug und Recht von Mutationen auf RNA-Ebene reden, da diese ja die Information der DNA widerspiegeln. Und wenn eine DNA eine Mutation hat, findet sich die Entsprechung auch in der RNA.

    Der Ausdruck "Protein-Expression" schließlich kommt im Artikel meines Wissens nirgends vor.

    Zuletzt sei Ihnen versichert, dass unsere Artikel durchaus von Experten kontrolliert werden. In diesem Fall zunächst von mir als promoviertem Biochemiker, und vor Druck auch noch einmal von den beiden Autoren, die ja selbst die beteiligten Wissenschaftler sind.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Hartwig Hanser
  • Meine Antwort

    01.07.2012, Hajo Dasting-Hussner
    Ich denke nicht, dass die Diskussion weit über Kanitscheiders Werk hinausgeht. Kanitscheider zeigt ja gerade, dass jede Ethik, die unseren biologischen Background ignoriert, letztlich zum Scheitern verurteilt ist. Das, was eine Ethik von Menschen fordert, müssen sie auch erfüllen können. Es geht hier nicht nur um Lust, sondern auch um Freude im weiteren Sinn. Warum sollte also eine Gesellschaft aus Hedonisten nicht funktionieren können, wenn man davon ausgeht, dass auch sie (aufgrund der evolutionär herausselektierten altruistischen Ausstattung des Menschen) Freude daran haben, allein oder zusammen mit Anderen etwas für eine Gemeinschaft tun zu können? Trägt nicht eine befriedigende Arbeit erheblich zum Lebensglück bei? Schließt das eigene Glück automatisch das Glück der Anderen aus? Mir scheint, dass sie dem Hedonismus hier dieselben Vorwürfe machen, die ihm auch schon die klassische Philosophie gemacht hat. Keineswegs zeichnet Kanitscheider in seinem Buch einen Hedonisten, der sich außer für seine eigene Lust sonst für nichts und niemand interessiert.

    Wenn ich mit einzelnen Individuen argumentierte, so meinte ich eigentlich damit, dass man hier besser auf empirische Daten (erhoben aus Befragungen vieler einzelner Individuen) schauen sollte, die aus wissenschaftlichen Studien stammen. Stereotypen erfüllen diese Voraussetzungen nicht.

    Es ging bei meinem Einwand in der Hauptsache ja auch nicht darum, inwieweit ein Sadist einer bestimmten Rationalität zu folgen bereit ist, sondern darum, inwieweit die Argumentation eines Pflichtethikers besser sein sollte, als die eines Hedonisten. Sie vertraten ja die Ansicht, dass ein Hedonist hier kein Argument gegen sadistische Praktiken in der Hand hätte. Warum nicht?

    Hajo Dasting-Hussner
    Antwort der Redaktion:

    Zur letzten Frage zuerst. Nehmen wir an, ich bin ein lupenreiner Hedonist, mein Nachbar auch, aber er ist zugleich Sadist. Wir verstehen uns eigentlich ganz gut, laden uns auch gegenseitig zur Grillfete ein, nur wird die nachbarliche Harmonie dadurch empfindlich gestört, dass die Schmerzensschreie seiner Frau, wenn er sie auspeitscht, nicht zu überhören sind. Als ich ihn darauf anspreche, entschuldigt er sich, versieht seinen Folterkeller mit einem Schallschutz, und ich kann wieder ungestört meinen Feierabend genießen.

    Es ist aber nicht vorrangig der Lärm, der mein Vergnügen beeinträchtigt. Die Tatsache an sich, dass er seine Frau auspeitscht, macht mir zu schaffen. Ob man diese Empfindung als "Beeinträchtigung der Seelenruhe" in die hedonistische Begriffswelt einsortiert oder schlicht "Mitgefühl" nennt, halte ich persönlich für zweitrangig (ich bin eben offensichtlich kein lupenreiner Hedonist).

    Jedenfalls spreche ich ihn darauf an; aber er kann mit meinem Mitgefühl nichts anfangen. Das Leiden seiner Frau sei ein Nebeneffekt seiner Lustbefriedigung, den er billigend in Kauf nehme, im Prinzip nicht anders, als wir beide den Tod des Schweins billigend in Kauf nehmen, dessen Nackenmuskulatur wir soeben genüsslich verzehren.

    Da wir auf der Gefühlsebene keinen Konsens finden, argumentiere ich philosophisch. "Dein Konzept ist zu verwerfen, weil es nicht universalisierbar ist. Wenn du es für richtig hältst, deine Frau zu quälen, dann musst du es zugleich für richtig halten, dass du selber gequält wirst, und das stünde in krassem Widerspruch zu deiner hedonistischen Grundeinstellung." "Falsch", entgegnet er. "Du setzt voraus, dass Frauen ungefähr dasselbe sind wie Männer. Das ist nicht nur empirisch leicht zu widerlegen; die Minderwertigkeit der Frau ist eine durch Jahrtausende kultureller Tradition bestätigte Tatsache." Na ja – bis vor wenigen Jahrzehnten war sie ja auch in unserer Kultur (in milder Form) gesetzlich festgeschrieben. Ich finde keinen inneren Widerspruch in der Philosophie meines Nachbarn.

    Dass dem Hedonisten, wenn er nur seine eigene Grundhaltung lange genug überdenkt, jede Art von Sadismus zuwider sein muss, nach dem Muster: Ich kann nur glücklich sein, wenn meine Umwelt glücklich ist und deren Glück auf mich zurückstrahlt, kann mich nicht wirklich überzeugen, und meinen Nachbarn schon gar nicht. Die Leute finden ihr Glück auf so verschiedene Weisen, da sind Schlüsse dieser Art suspekt oder zumindest schlecht begründet.

    Also was mache ich? Ich rufe die Pflichtethik auf den Plan. Das geht hierzulande relativ einfach (Telefonnummer 110).

    Allgemeiner ausgedrückt (und damit auf Ihren ersten Punkt eingehend): Ja, das kommt durchaus vor, dass es einem Freude bereitet, das Richtige zu tun. Der Busfahrer, der die späte Tour mit den Besoffenen hat, der Polizist, der zu einem handgreiflichen Streit gerufen wird, der Lehrer, der einen problematischen Schüler in der Klasse hat, die tun ja auch das Richtige – sagen wir, in der Regel. Aber: Ich bin sicher, jedem von ihnen fällt eine Handlungsalternative ein, die erheblich vergnüglicher ist als die Pflichterfüllung, die Freude an der Pflichterfüllung mit eingerechnet. Und es gibt sehr viele Leute, die dann diese Alternative praktizieren, und zwar nicht als Einzelfall, sondern als Lebenseinstellung. (Was übrigens mein Vergnügen gelegentlich erheblich beeinträchtigt.)

    Haben diese Leute alle nicht richtig über ihren eigenen Hedonismus nachgedacht? Ist der Hedonismus, so wie sie ihn praktizieren, so schlecht formuliert oder vermittelt, dass die Leute das einfach nicht begreifen? Dann taugt er nicht viel. Muss man ihn umformulieren? Dann kommt wahrscheinlich etwas sehr Merkwürdiges heraus, nämlich: "Tu deine Pflicht, damit es dir wohlergehe." Wobei selbstverständlich "Pflicht" nicht die von der Obrigkeit aufgedrückte Vorschrift ist, sondern das, was du selbst für richtig erkannt und zu deiner Überzeugung gemacht hast. Dann ist es aber nur noch ein gradueller Unterschied zu der schlichten Aufforderung "Tu deine Pflicht". Denn die Begründung "damit es dir wohlergehe" ist (zumindest für einen Normalmenschen) nicht wirklich zwingend.

    Au weia, ich habe viel zu lange an diesem Text gesessen (ich bin ja auch nur Amateurphilosoph). Jetzt muss ich wieder Texte redigieren. Warum? Die Pflicht ruft. Und ich gebe zu, es ist ein schönes Gefühl, wenn man seine Arbeit gut und beizeiten erledigt ...

    Christoph Pöppe

  • Fliegen ist ökologischer als Auto fahren

    30.06.2012, Markus Landgraf
    Wegen des geringen Landverbrauchs ist Fliegen ökologischer als Auto fahren. Das gilt sogar für den Individualluftverkehr. Mit anderen Worten: wenn mehr Leute das eigene Flugzeug statt das eigene Auto nehmen würden, würde zwar mehr fossiler Treibstoff verbrannt, aber durch weniger verbaute Landschaft könnte die Vegetation mehr CO2 resorbieren. Der CO2-Footprint ist daher besser. Bei der Linienfliegerei sieht es sogar noch besser aus. Unter Berücksichtigung des Landverbrauchs von Bahnstrecken sind Reisen per Fluglinie für die CO2-Bilanz besser als Zugreisen. Eine Vernachlässigung des Landverbrauchs halte ich für einen Fehler, der schon bei der Diskussion um "Biotreibstoff" zu Fehlentscheidungen geführt hat
  • Strom für Äthiopien

    30.06.2012, Paul R. Woods
    Geothermische Stromerzeugung gibt es bereits, wenn auch im geringen Umfang, in Äthiopien und zwar im Riftvalley. Das sollte ausgeweitet werden.
    Und wer mit "13 months of sunshine" internationale Werbung macht, könnte auch mit Photovoltaik mehr als bisher erreichen.
    Und solange diese beiden Möglichkeiten nicht völlig "ausgereizt" sind, sollte der Omo und die davon abhängigen Ökosysteme und traditionellen Landnutzungsmöglichkeiten möglichst unberüht bleiben.
  • Zerstörung aus Habgier

    29.06.2012, Michael Schmidt
    Strom ist eine Vorraussetzung für technologische Entwicklung. In einer Region wie Kenia oder Äthiopien sollten sich ausreichend Alternativen wie Photovoltaik, Wind, Wasser und Erdwärme zur Stromerzeugung einsetzen lassen. Hier wird ein weiteres Großprojekt zur zentralen Stromerzeugung aufgebaut, weil ein paar große Konzerne und vielleicht der Staat Äthiopien selbst sich davon viel Profit erhoffen.
    Es wird wieder ein Beispiel für die Ohnmacht der von dem Fluss lebenden Zivilisationen, sich natürliche Ressourcen nachhaltig zu sichern. Würde die dezentrale Energieerzeugung in ihrer ganzen Vielfalt gefördert, ist in der Region Wohlstand und Frieden gesichert - aber wen interessiert das ?
  • Ätzend

    29.06.2012, Christoph Bollinger
    Es ist wundersam, immer die Ausländer und speziell die Weißen wissen alles besser. Über Jahrtausende haben sie ihre Natur versemmelt und umgebaut und zerstört und plötzlich müssen sie anderen Völkern Vorschriften machen, wie es besser geht, Motto: Ist erst mal alles ruiniert, dann zerstört sich's gänzlich ungeniert.
  • Der Heizkörper Europas

    28.06.2012, Peter
    Alles (viel) auf eine Karte zu setzen war schon immer risikoreich. Auch abhängig zu sein von anderen, ist in Krisenzeiten schwierig.
  • Schauerstoff?

    28.06.2012, Wendelin Wichtelmann

    einen in die Blutbahn injizierbaren Schaum, der die Schauerstoffspeicher des Körpers kurzfristig auffüllen kann.


    Sollte bestimmt Sauerstoff heißen... :)

    Aber ich kenne das auch: Man denkt an sauerstoffhaltigen Schaum und raus kommt ein schauerstoffhaltiger Saum :)
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Wichtelmann,

    ertappt - da hatten wir wohl alle Schaum vor den Augen, aber zum Glück nicht vor dem Mund. Wir haben den Fehler ausgebessert.

    Mit besten Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de

  • Komma statt Punkt -> Röntgen- statt Infrarotstrahlung

    28.06.2012, Jörg Michael, Hannover
    In der Juli-Ausgabe steht auf S. 19 oben in der dritten Spalte eine Wellenlänge "von exakt 1,539 milliardstel Meter".
    Statt 1,539 (mit Komma) muss es offenbar 1.539 (mit Punkt) heißen (Röntgenstrahlung vs. Infrarot).
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben Recht. Im Deutschen ist das Komma Dezimaltrennzeichen. Die Angabe "1,539 milliardstel Meter" entspricht darum der Größenordnung milliardstel Meter und damit Röntgenstrahlung. Im Artikel ist aber Infrarotstrahlung gemeint. Wir hätten daher den Punkt in seiner Funktion als Tausendertrennzeichen verwenden müssen. Die Angabe "1.539 milliardstel Meter" wäre korrekt gewesen, sie entspricht einer Größenordnung von millionstel Meter und damit dem infraroten Bereich.
  • Da sind mindestens zwei Espresso fällig!

    28.06.2012, Reinhard Funk
    Ich habe mich in der Eile auch verrechnet, ich wiederhole die Rechnung:

    4 Nanometer Durchmesser => r=2*10-9m=2*10-8dm
    das Volumen beträgt dann: V=4/3*r^3 = 3,35*10^-23 dm^3 = 3,35*10^-17 Mikroliter

    Wir sind also immer noch weit von einer konsistenten Bildunterschrift entfernt.
    Antwort der Redaktion:
    Guten Morgen nochmal,

    offenbar habe ich den Kaffee dringend selbst gebraucht (das ist jetzt immerhin erledigt); nun habe ich die Orginalveröffentlichung aus der Ablage gekramt bekommen und noch einmal selbst nachschauen können. Das hätte ich wohl besser früher gemacht: Tatsächlich geben die Forscher die Größe der Kügelchen mit bis zu 4 Mikrometer an, den den Sauerstoffgehalt aber pro Deziliter (Schaum)suspension. Ein Deziliter ihres Schaumprototyps enthalte demnach 50 bis 90 Milliliter (sic!) Sauerstoffgas. Über das Volumen der Kügelchen lassen sich die Forscher nicht aus, aber da hätten wir ja nun Ihre Rechnung.

    Ich hab da gleich offensichtlich gleich mehrere Sachen durcheinandergebracht. Ein Grund mehr sich daran zu halten, nie mehrere Sachen zugleich anzupacken.

    Entschuldigung an alle Leser (und mindestens zwei Espresso für Sie, Herr Funk). Ich gelobe Besserung und bessere gleich mal weiter an der Bildunterschrift herum.

    Viele Grüße,
    Jan Osterkamp (Redaktion Spektrum.de)

  • Laienfrage

    28.06.2012, Karl Bednarik
    "Die bis zu 4 Nanometer großen Mikrosphären aus einem Lipidmonolayer umhüllen bis zu 90 Milliliter reinen Sauerstoffs"

    Worauf sind die 90 Milliliter bezogen?

    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Bednarik,

    das war leider ein Fehler von mir. Die 90 Milliliter beziehen sich auf einen Deziliter Schaumsuspension - nicht auf eine Mikrosphäre. Ich ändere die Bildunterschrift noch einmal.

    Sorry für meine Unachtsamkeit.

    Viele Grüße,
    Jan Osterkamp


    [Alte (und falsche Version) meiner Antwort, aus Transparenzgründen dokumentiert]:

    gut aufgepasst - die "Milliliter" waren natürlich ein Fehler: In die im Durchmesser bis zu 4 Mikrometer großen Lipidkügelchen passen bis zu 90 Mikroliter (nicht Milliliter) [Anm.: das war auch falsch, in einem Deziliter lipidkügelchenhaltigen Schaum sind zwischen 50 bis 90 Milliliter (!) Sauerstoff enthalten.] In meinem alten Uni-Labor müsste ich jetzt in die Kaffeekasse zahlen. [Anm.: und der Preis steigt]

    Danke für's Aufmerksammachen - ich habe den Lapsus mittlerweile in der Bildunterschrift vertuscht.


  • 90 Milliliter?

    28.06.2012, Reinhard Funk
    Im Text unter dem Diagramm heißt es "Die bis zu 4 Nanometer großen Mikrosphären aus einem Lipidmonolayer umhüllen bis zu 90 Milliliter reinen Sauerstoffs"; das kann ich nicht ganz glauben. Ein Kügelchen von 4 Nanometer Durchmesser enthält ein Volumen von etwa 3,4*10^-14 ml, d.h. der Kompressionsfaktor läge dann bei ca. 3*10^15.
    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Funk,

    gut nachgerechnet!

    [Anm.: Rest meiner Antwort wegen Fehler meinerseits in de Antwort nachträglich gekürzt. Siehe unten und weitere Leserdiskussion. (jo/Spektrum.de)]

    Entschuldigen sie den Fehler, die Bildunterschrift habe ich wohl zu flüchtig getextet und nachredigiert. Der Fehler ist verbessert.

    Viele Grüße und vielen Dank für das aufmerksame Lesen,
    Jan Osterkamp