Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Ein Beispiel

    21.05.2012, Werner
    Ein Paradebeispiel für "Risse im Fundament der Wissenschaft" ist die Gravtitationskosmologie/Urknalltheorie"/"Standardmodell".

    Vor über 90 Jahren bewirkten u. a. Minkowski und Einstein die Selbstzerstörung der klassischen Physik. Sie verdinglichten abtrakte Konzepte ohne physische Realitätsbezug wie z. B.
    "Zeit", "Raumzeit" und "Energie" zu Objekten - ein fataler, wissenschaftlicher Fehler! Bei Einstein offenbar aus persönlichen Gründen für die er nichts konnte, bei Planck ebenfalls.
    Das Studium realer Objekte und ihrer Wechselwirkungen - die eigentliche Physik, wurde damit für eine Meta- oder Pseudophysik verlassen. Hawking gab ihr den Rest. Diese haltlose "Unwissenschaft" kann nur durch immer neue Krücken aufrecherhalten werden - "dunkle Materie", "dunkle Energie", etc... Ungeheuerlich - das gerade die schwächste "Kraft" - die Gravitation - alles erklären soll und die viel stärkere, elektromagnetische Kraft (Plasma-Kosmologie), systematisch ignoriert wird und Forschung quasi nur für die mathematisierte Gravitationskosmologie ausgegeben wird.
  • Bias nicht nur in den Naturwissenschaften

    21.05.2012, Albrecht Storz
    Die Wissenschafts-Community tut sich offenbar schwer damit, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, wenn diese Fehler nicht unmittelbare Auswirkungen auf ihre Ergebnisse haben und/oder die Fehler aus welchem Grund auch immer zu einem Dogma erklärt wurden.
    (Z.B.: "Es war eine der scheinbar unumstößlichen Wahrheiten der Humanbiologie: Das menschliche Gehirn kann abgestorbene Nervenzellen nicht ersetzen. Nun werden Tausende Mediziner und Biologen wohl umlernen müssen." Titel: Regeneration von Gehirnzellen, Spektrum 02.11.1998)

    Überraschender Weise ist selbst die scheinbar so grundsolide Geisteswissenschaft Mathematik von solchen falschen Dogmen nicht frei. So hält sich seit hundert Jahren die Überzeugung, dass man einer unendlichen Menge eine Kardinalzahl zuweisen könnte. Zwar ist ein entsprechendes Axiomen-System wie die Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre vermutlich widerspruchsfrei. Aber das Unendlichkeitsaxiom verstößt gegen die einfache Grundtatsache, dass eine Menge mit k Elementen ein k-tes Element enthält. Daher ist eine Mathematik mit Unendlichkeitsaxiom nicht Wirklichkeits-Kompatibel, ihre "erstaunlichen" Ergebnisse wie „verschieden große Unendlichkeiten“ sind Makulatur und werden wie die angebliche Nichtregenerationsfähigkeit der Hirnzellen früher oder später in den Fundus der Wissenschafts-Irrtümer eingehen.
  • Solare Schildbürger ?

    20.05.2012, Sven Reuss
    Die Nutzung der Sonne als Energiequelle ist mit heute bereits vorhandener Technologie technologisch und wirtschaftlich absolut sinnvoll und machbar und auch dringend notwendig.

    Bei vielen denkbaren Szenarien scheint mir der Umbau ausgerechnet des Straßennetzes in ein "gigantisches Solarkraftwerk" mit photovoltaischer Stromerzeugung aber der teuerste und ineffizienteste zu sein.

    Der größte Feind jeder PV-Anlage ist selbst eine geringfügige partielle Verschattung. In die Straße integriert gilt: je größer die Verkehrsdichte, desto schlechter der Gesamtertrag.
    Warum ständert man kleinere Solarmodule also nicht LINKS und RECHTS entlang der Highways auf - oder geht gleich in brachliegende Flächen ?!

    Und warum überhaupt PV?! Solarthermische Kraftwerke haben wesentlich günstigere Erzeugungskosten pro kWh und könnten z.N. in den Wüstengebieten der Erde auf einer Fläche von 700 x 700 km den Weltenergiebedarf komplett decken. (Stichwort DeserTec)

    Grüner Strom und Elektromobilität gehören zwar zusammen, aber doch bitte nicht so wortwörtlich...

  • Diskrepanz zwischen der industriellen und der wissenschaftlichen Forschung

    19.05.2012, Walibu

    Die industrielle Forschung hat das Ziel, aus den in sie investierten Mitteln, möglichst zügig Profit zu schlagen. Das Gewinnstreben ist in den Grundsätzen eines jeden wirtschaftlichen Unternehmens verankert. 
    Die wissenschaftliche Forschung sollte m. E. mit wissenschaftlichen Werkzeugen das Bild des erforschten Objekts bzw. Phänomens möglichst vollständig erfassen und beschreiben, eine gewinnbringende Nutzung darf idealerweise die Erforschung hier nicht beeinflussen. Damit ist das Ziel und der Gewinn der wissenschaftlichen Forschung eine möglichst vollständige und nachvollziehbare Dokumentation, die als Basis folgende Forschergenerationen dienen kann. Das ist dann u.U. ein gesamtgesellschaftlicher Gewinn, bedauerlicherweise ist das aus den Fokus der westlich geprägten Gesellschaften abgerückt. 
    Der obige Artikel zeigt das m. E. am Beispiel der Pharmaforschung sehr gut auf. Ein bemerkenswerter Ansatz in der industriellen Pharmaforschung wäre z.B. die als Misserfolg gewerteten Ergebnisse der Wirkstofferprobung der wissenschaftlichen Gemeinde, gut dokumentiert, zur Verfügung zu stellen. Zum einen könnte eine wiederholte Untersuchung mit der gleichen Zielsetzung anderen Forschern erspart werden. Zum anderen aber konnte, basierend auf diesen Ergebnissen, eine mit anderen Zielsetzungen aufgesetzte oder mit anderen Methoden ausgestattete Forschung unterstütz werden.
    Damit könnte die Pharmaindustrie m.E. auch ihr Image etwas aufbessern nur mit eigennützigen Gewinnstreben zu forschen.
  • Wer war's? Vorläufige Antwort auf Dr. Klein

    18.05.2012, Karl Siemsen, Emden
    Wer war's?
    Marx jedenfalls war es nicht. Er gehört zu den Philosophen des luftleeren Raums, war mithin Materialist und in Folge auch Dualist. Er schrieb vor Darwin (vor der Veröffentlichung des "Origin" 1859). Der Gedanke an indische Philosophie ist "warm", wenn man die Vorgehensweise vom Kinderspiel überträgt. Der Betreffende, der von mir geschildert wird, war Buddhist. Schopenhauer kommt nicht in Betracht, wie Herr Klein richtig bemerkt (vor 1860). Der Betreffende, um den es geht, war Monist. Der Erste, der den Bezug der Evolution zum Menschen hergestellt hat (noch vor Darwin und Häckel), hat dies ab 1863 veröffentlicht und das Gebiet zunächst Psychophysik, später auch Gestalttheorie genannt. In der Gestalttheorie folgen auf den Betreffenden v. Ehrenfels, Wertheimer und Charlotte Bühler. Einstein veröffentlichte ab 1905 und benannte als die, die ihn geprägt haben, Hume und eben den Betreffenden. Zwischen 1859 und 1905 muss der Betreffende demzufolge veröffentlicht haben. Charlotte Bühler gibt den Hinweis auf ihren Assistenten Eino Kaila und seinen wissenschaftlichen Freund Rolf Nevanlinna in Finnland. Derjenige, der das PISA-Ergebnis für Finnland geschaffen hat (Kurki-Suonio), hat beim Bruder von Nevanlinna promoviert.
    Wer also war der Betreffende, der Monist, der mit seinem Werk den Grundstein für Einsteins Relativitätstheorie und für Finnlands Bildungsvorsprung gelegt hat? Wer war's?
  • retraction watch

    18.05.2012, Irene Becker
    Zu diesem Artikel möchte ich den u.g. Link empfehlen:

    obwohl fehlerhafte Publikationen normalerweise in aller "Stille" zurückgezogen werden, kann man über den Link http://retractionwatch.wordpress.com/  - zumindest teilweise - das Ausmaß abschätzen und die Gründe, ob Betrug oder Irrtum, für den Rückruf erkennen.

    Ein echt interessanter Link.
  • Gute Idee aber es braucht noch seine Zeit zu einer eventuellen Marktreife

    17.05.2012, Bieski
    Eine gute Idee. Aber ob sie sich rationell und effektiv verwirklichen läst, wird die Zukunft zeigen. Es ist noch viel Entwicklung, Erprobung und Arbeit notwendig, bis sie serienreif und alltagstauglich werden kann. Das braucht seine Zeit. Sie muss ja neben der Verkehrsbelastung auch mit den verschiedenen klimatischen und Umweltbeeinflussungen fertig werden. Wenn bis dahin nicht andere und einfachere Lösungen zur Verbesserung unserer Energiesituation entwickelt und marktreif sind, nur dann kann sie Zukunft haben. Hinzu kommt noch, ob überhaupt genügend
    Rohstoffe für einen solchen Großeinsatz längerfristig verfügbar sind und das vorhandene Energienetz anpassbar sein wird. Also noch viele Unsicherheiten.
  • rohstoffe

    17.05.2012, Jon Doe
    Wie steht es denn um die benötigten Rohstoffe für diese Panele bestellt?
  • Signale ferner Welten

    17.05.2012, Späth Ludwig
    Die Video-Darstellung nach der Suche von Exoplaneten durch die Exoplanetenforscherin Lisa Kaltenegger wurde in sehr verständlichen Art und Weise dargebracht, wie man es selten sieht und hört.
  • Endlich!

    17.05.2012, Liane Mayer
    Ich habe mir schon lange gedacht, dass wir eine Menge Landschaft verschenken, wenn wir die Fläche der Straßen nur zum Fahren nutzen und nicht auch zum Sonnenstrom-Erzeugen. Es freut mich, dass sich jemand gefunden hat, der die Sache in Angriff nimmt und ich wünsche ihm und allen, die sich sonst noch dafür einsetzen, viel Erfolg!
  • Peak Oil...

    17.05.2012, Lars
    ...nach seriösen Schötzungen spätestens 2017...

    Danach folgen Gas und Uran in 20 bis 30 Jahren...dann Helium und Kupfer, Asphalt und Phosphor sowie Gold und seltene Erden...

    Michael C. Rupperts täglicher Peak Oil Blog

    Kohle gibt es zwar noch genug, ist aber regional und global Umweltschädlich und so mit Folgekosten verbunden, wie man an der ehemaligen DDR und aktuell China sehen kann...

    Peak Oil around 2017

    http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=28814


    http://www.peak-oil.com/201[..] Schätzung: 2017

    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33646/1.html


    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36261/[..] und Peak Oil kritisches

    http://www.bueso.de
  • Gelungener (?) Aprilscherz

    17.05.2012, Hans-Jürg Gerber
    Eine kleine Rechnung zeigt, dass die von der Solarzellenstrasse, selbst bei praller Sonne, erzeugte Energie bei Weitem nicht ausreicht, um nur ein einziges Fahrzeug mit normaler Reisegeschwindigkeit zu bewegen.
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Gerber,

    Hier die Antwort des Autors: Die Macher der Solar Roadways gehen bei ihren Berechnungen von einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 4 Stunden pro Tag (darin berücksichtigt sind Unterschiede zwischen "Sonnenstaaten" wie Florida und Gegenden mit unwirtlicherem Wetter) sowie einem Wirkungsgrad der Solarzellen von 18,5 Prozent aus (was dem technischen Stand von 2010 entspricht).

    Mit diesen Werten kommen sie auf eine Stromproduktion von gut 20 000 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr, wenn das gesamte asphaltierte Wegenetz der USA mit Solarpanelen gepflastert würde. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 lag der Gesamtstromverbrauch der USA zum Beispiel bei knapp 3900 Milliarden Kilowattstunden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de

  • Unsaubere Argumentation

    17.05.2012, Gerhard Samulat
    Die Idee, die schon ein paar Jahre herumgeistert, überzeugt bei genauem Hinsehen eher nicht. Es bleiben zu viele Fragen offen. Beispielsweise wird mit keinem Wort erwähnt, dass es sich bei der Sonnenenergie um eine volatile Energiequelle handelt. Sie liefert nur Strom, wenn die Sonne scheint. Wenn das nicht der Fall ist, bricht das ganze (Hirn-)Gespinst zusammen. Die Autofahrer müssten dann eventuell auf dem Highway verharren, bis die Sonne wieder zum Vorschein kommt...

    Selbstverständlich ließe sich auch das technisch in den Griff bekommen. Doch dazu müssen weitere Infrastrukturen erstellt werden (Stichwort: teure Speicher oder Schattenkraftwerke). Doch schon allein der Ausbau des Straßensystems kostet gut eine Billion(!!) Dollar, selbst wenn man „nur“ die Kosten der Solarmodule berücksichtigt. Was deren Installation, Wartung, Pflege etc. kostet und die Elektronik, die für die Netzverwaltung benötigt wird, wird geflissentlich verschwiegen.

    Auch die Frage, nach wie vielen Jahren, der Straßenbelag ausgetauscht werden muss, wird nicht tangiert. Bei heutigen Autobahnen geschieht das meines Wissens spätestens nach zehn oder 20 Jahren. Dann sind wieder eine Billion Dollar fällig.

    Zwar wird hier mit einem „Strompreis“ von 12 Cent gegengerechnet. Wahrscheinlich sind hier aber die Stromerstehungskosten gemeint. Die liegen heute eher bei vier bis sechs Cent. Der Strompreis, den der Kunde heute zu Zahlen hat, liegt heute schon bei über zwanzig Cent.

    Die hier aufgemachte Rechnung ist also als „wackelig“ zu bezeichnen. Hinzu kommen noch viele weitere „schräge“ oder nur eingeschränkt als „sinnig“ zu bezeichnende Argumente. Die allesamt aufzuführen, würde eher zu einem Co-Beitrag führen als zu einem Kommentar: Der Parkplatz zur Energiegewinnung macht nämlich eigentlich nur dann Sinn, wenn keine Autos auf ihm stehen. Die verschatten sonst die Module.

    Zudem müssen die Module geeignet verschaltet sein. Denn in der Solarbranche gibt es das grundlegende Problem, dass ein gesamtes Modul für die Stromproduktion auszufallen droht, auch wenn es nur zu einem kleinen Teil verschattet ist. Diese Kalkulation vermisse ich im Beitrag ebenso wie den Hinweis, dass nach Straßenschäden an den Modulen oft trotzdem noch Spannungen anliegen (ein großes Problem beispielsweise für Feuerwehrleute, die Häuser mit Dachsolaranlagen löschen müssen!). Straßenarbeiter laufen also ständig Gefahr, bei Reparaturarbeiten einen tödlichen Schlag zu bekommen – oder sie müssen die Straße "abschalten", was zur Totalsperrung führt. Summa summarum ist die Idee eher "unausgereift" und zudem unerschwinglich! Sorry, es gibt deutlich bessere Ansätze!
  • Kompression des Wassers berücksichtigen!

    16.05.2012, Manfred Weber
    Mit großem Vergnügen las ich diesen Beitrag. Sehr positiv fand ich, dass der Autor sogar den Temperatureinfluss des auftauenden Eises auf die Ausdehnung des Wasser berücksichtigt hat. An diesen Einfluss hatte ich zunächst gar nicht gedacht. Dafür habe ich einen weiteren Grund dafür, dass der Wasserpegel wieder steigt, wenn eine Eisenkugel frei im Wasser fällt. Wenn die Eisenkugel aus der Wanne geworfen wird, so sinkt der Wasserpegel, weil das spezifische Gewicht der Kugel größer als das des Wassers ist. Nun sinkt die Kugel, und mit jedem Meter Tiefe steigt der Druck um ca. 0,1 bar. Die Kugel wird dabei weniger komprimiert als das Wasser. Zugegeben, die Kompression ist sehr klein (etwa 1 % in 2000 m Tiefe). Aber wenn ich einen Kubikmeter Eisen in 2000 m Tiefe hinzufüge, so entspricht das 1,01 Kubikmeter Wasser an der Wasseroberfläche, der Pegel steigt damit um 0,01 Kubikmeter, geteilt durch die Oberfläche des Sees. Wenn es sich bei dieser Tiefe um den Ozean handelt, dann ist der Effekt natürlich nicht mehr nachweisbar. Aber auch das Gegenteil kann erreicht werden. Wird die Eisenkugel in einen aufgeblasenen Luftballon gelegt, so dass die Dichte des gesamten Systems höher als die des Wassers ist, so wird die Luft beim Sinken zunehmend komprimiert, womit der sich Wasserpegel verringert. Sie sehen, es ist ein einfaches Thema. Aber es lässt viel Raum für unterschiedliche Betrachtungen und Experimente.
  • Was ist Realität

    16.05.2012, Dr. Wolfgang Klein
    Von G.H.Hardy stammt der Aphorismus über die Objekte der Mathematik "Die natürlichen Zahlen hat Gott gemacht. Alles andere ist Menschenwerk.". Das heißt: Höhere mathematische Objekte sind ein Konstrukt. Bei einer Aussage wie "Wissenschaftler wollen mit mathematischen Methoden gezeigt haben, dass die Wellenfunktion real ist." frage ich mich, welcher Realitätsbegriff diesem Beweis(?) zugrunde liegt.

    In meinem Weltbild ist Realität das vermutete Urbild dessen, was wir durch unsere Sinne ggf. unter Zuhilfenahme von Geräten oder Messinstrumenten wahrnehmen. Dass diese Wahrnehmung nicht mit der Realität identisch ist hat schon Platon erkannt (Höhlengleichnis). Auch eine direkte Wahrnehmung gibt es nicht, weil das Gehirn nach allem was man weiß zunächst ein inneres Modell der sensorischen Signale erstellt und erst dieses nehmen wir bewusst war, das heißt ein Bild eines Bilds der Realität.

    Die Naturwissenschaften versuchen, solche Wahrnehmungen zu ordnen und in gewissem Umfang vorhersagbar zu machen. Dies geschieht in der Physik beispielsweise durch die Zuordnung eines mathematischen Modells, das das Ergebnis von Experimenten oder, wie im Fall der Astronomie, Beobachtungen möglichst zutreffend beschreibt. Beobachtungen kann man im Grund auch als Experimente verstehen. Nach Karl Popper besteht die Methode der Naturwissenschaften im fortlaufenden Versuch der Falsifizierung solcher Modelle anhand von Experimenten. Modelle, die bisher die Falsifizierungsversuche überlebt haben, sind die aktuell anerkannten. Der reine Falsifizierungsansatz ist zwar mittlerweile wieder umstritten, aber grundsätzlich versucht man zu beurteilen, wie gut ein Modell zu den Beobachtungen passt.

    Die Aussage, eine Wellenfunktion oder besser ein Zustandsvektor im Hilbertraum sei "real", ist meiner Meinung nach einigermaßen sinnlos. Richtiger ist es zu sagen, man habe zwei mathematische Modelle der beobachteten Realität, nämlich ein deterministisches mit Zuständen in einem klassischen, endlichdimensionalen Phasenraum mit verborgenen Parametern und ein quantenmechanisches mit Zuständen in einem unendlichdimensionalen Hilbertraum. Die Aussage kann richtig nur heißen, dass es bestimmte Experimente gibt, bei denen ein klassisches Modell mit angenommenen verborgenen Parametern im Unterschied zu einem quantenmechanischen Modell Vorhersagen macht, die durch die Ergebnisse solcher Experimente widerlegt werden.

    Im Grunde geht die ganze Diskussion ohnehin nur darum, ob es genügen kann, dass der Zustandsraum endlich ist. Ein endlichdimensionaler Zustands-Vektorraum hat für sich genauso viel oder wenig Realitätsgehalt wie ein unendlichdimensionaler Hilbertraum.