Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Kreationismus; Schwarm-Intelligenz

    26.04.2012, Dr. Wolfgang Klein
    Kreationismus: Das einleitende Zitat von John von Neumann sollte man regelmäßig Kreationisten unter die Nase reiben, wenn sie argumentieren, es müsse einen Schöpfer-Gott geben, weil die Entstehung von Leben wie auf der Erde ebenso unwahrscheinlich sei, als würde sich eine zerbrochene Kaffeetasse von selbst wieder zusammensetzen. (In der Tat bin ich allerdings der Meinung, dass auch hier der Zufall nicht komplett ausgeschaltet ist, sonst gäbe es keine Evolution nach Darwinschem Muster.)

    Schwarm-Intelligenz: In letzter Zeit sind Diskussionen über Schwarm-Intelligenz in Mode. Man tut so als sei dies eine neue Entdeckung. Mir kommt es so vor, als handele es sich bei einem Schwarm um einen Spezialfall von zellularen Automaten. Leider bin ich kein Spezialist bei diesem Thema. Wie ist die Meinung hierzu?
  • Ich habe kein Vertrauen in die Elementarteilchen- und in die Astrophysik

    24.04.2012, Joachim Datko
    In der Astrophysik wird uns in schneller Folge ein Superlativ nach dem anderen angeboten: Die älteste Galaxie, die am weitesten entfernte Galaxie, die Galaxie mit den meisten Sternen, usw. Wenn ich an den Urknall denke, sehe ich nur ein hochspekulatives Denkmodell ohne realen Hintergrund.

    In der Elementarteilchenphysik werden aus Gründen, die meist ohne reale Basis sind, wie z.B. reine Symmetriegründe, Teilchen gefordert. Der Teilchenzoo wächst und wächst. Experimente sind meiner Ansicht nach schon lange in der Beliebigkeit jenseits der Realität angesiedelt.
    Besonders glücklich sind die Physiker, wenn sie einen plakativen Begriff finden, wie "dunkles Photon". Da ersetzt der Begriff die Physik.

    Ich bin gerne bereit gegenüber Internet- und Printmedien zu dem, meiner Ansicht nach, teilweisen Verlust der Realität in der Astro- und Elementarteilchenphysik Stellung zu nehmen.

    Joachim Datko - Physiker, Philosoph
  • Berggeist

    24.04.2012, Klaus Hagemeyer

    Wir hatten bei unserem letzten Skiurlaub im Februar in den Alpen einen optisch ähnlichen, aber sicher ganz anders zu erklärenden Effekt beobachtet, der auch eher einem UFO als einem Heiligenschein ähnelt. In den anhängenden Bildern befindet sich die Sonne nämlich nicht hinter dem Beobachter, sondern in gleicher Richtung wie das "UFO", nur um einiges höher (meiner Erinnerung nach war später Vormittag). Die Lufttemperatur war ca. -25° C und die Luft war voller winziger Eisnadeln, die sich zeitweise als blitzende Punkte bemerkbar machten. Der "UFO"-Effekt ist sicher auch eine Reflexion an den Eisnadeln, aber wie er genau zu Stande kommt, ist mir nicht klar.

    Bild 1

    Bild 2

    Antwort der Redaktion:
    Wahrscheinlich handelt es sich bei dem von Ihnen beobachteten Effekt um eine "Untersonne", siehe beispielsweise hier
  • Drei Aspekte

    24.04.2012, Walter Weiss, Kassel
    (1) Zu jedem evolutionären Fortschritt, der messbar ist, gehört Zeit, sehr viel Zeit. Eine messbare Verbesserung des Gehirns würde deshalb, wäre sie 'technisch' möglich, sicher 50.000 Jahre und mehr benötigen. Vor diesem Hintergrund (und dem der folgenden Ziffer 2) erscheinen die Ausführungen des Autors als reine Trockenübungen.

    (2) Eine trotz aller 'technischen' Gegengründe gleichwohl auftretende Verbesserung des Gehirns könnte nur sehr wenig Einzelne - vielleicht sogar nur einen einzigen Menschen - betreffen, würde also wegen der immensen Menge der Menschen, die inzwischen mehrere Milliarden erreicht hat, in dem ungeheuer großen Genpool regelrecht ertrinken, für die Art 'Mensch' also wirkungslos bleiben.

    (3) Trotz aller hypothetisch vom Verfasser aufgebauten 'technischen' Gründe, die gegen die Möglichkeit einer Verbesserung des Gehirns sprechen könnten, hat es ja zu allen uns historisch bekannten Zeiten immer wieder Menschen mit herausragenden Gehirnen gegeben - aus der jüngsten Vergangenheit erwähne ich nur EINSTEIN. Dies dürfte die Richtigkeit der Trockenübungen doch ziemlich erschüttern.


    Trösten wir uns mit dem Faktum, dass wir eine generelle Verbesserung des menschlichen Gehirns einfach deswegen nicht brauchen, weil wir kulturell in der Lage sind, die gedanklichen Leistungen der sehr wenigen Menschen mit herausragenden Gehirnen für die ganze Menschheit in jeder Hinsicht zu archivieren, zu bewahren und generell zu nutzen.
  • Darum braucht es eben solche Experimente

    23.04.2012, Alexander
    Hallo Herr Datko, das ist nichts Neues: der mathematischen Möglichkeiten für neue Theorien gibt es viele, daher sind Experimente so wichtig, wie in diesem Artikel eben beschrieben. Auch Lubos Motl hat es in seinem Blog vor kurzem schön formuliert: der LHC tötet jede Woche ein oder mehrere Hypothesen, und die Theoretiker haben zur Zeit alle ganz verweinte Augen, weil eine Lieblingshypothese nach der anderen ausgelöscht wird ;-)
    Trotzdem würde ich aber nicht von "wüsten Spekulationen" sprechen, in der Regel haben diese Hypothesen trotzdem einen sinnvollen Hintergrund.
  • Geschichte als Lehrmeister

    22.04.2012, Kevin Rupek
    Wir kennen doch mittlerweile so viele Beispiele aus der Geschichte: Im Mittelalter konnte man sich nicht vorstellen, dass jeder die Möglichkeit bekommen kann, zu lesen. Als die ersten "Autos" entwickelt wurden, war allen klar, niemals wird es viele solche Fahrzeuge geben.
    Als die Eisenbahn erfunden wurde, hat niemand Geschwidigkeiten jenseits der 50 km/h für erreichbar gehalten. Zu Beginn ging man davon aus, dass der Mensch solche Geschwindigkeiten überhaupt nicht überleben kann.
    Ich halte es immer für unklug zu sagen: "Dass wird es niemals geben". Ich bin eher der Auffassung, dass es immer Fortschritt geben wird, wodurch eben solche Technologiene sinnvoll nutzbar und für die Mittelschicht erreichbar sein werden.
  • Elementarteilchenphysik ertrinkt in Hypothesen

    22.04.2012, Joachim Datko
    Was macht man, wenn man nichts Konkretes zu bieten hat? Viele Elementarteilchenphysiker und auch Astrophysiker entscheiden sich für wüste Spekulationen.
  • "Veränderliche" Cepheiden

    22.04.2012, Rudolf Uebbing
    "Veränderliche" Cepheiden:

    Die ca. 50 Cepheiden eines bestimmten Sternsystems,
    welche E. Hubble beobachtet hatte, wurden nach
    vielen Jahren neu beobachtet - mit dem
    Resultat, dass zwei davon nicht aufgefunden wurden
    und ein Dritter zwischenzeitlich die Pulsation eingestellt hatte, dafür
    aber stärker leuchtend wurde.
  • Fehlen des Gens für SMase

    21.04.2012, Paul R. Woods
    Ein wichtiger Aspekt bei der Forschung, wie die Erzeugung von SMase bei TseTse-Fliegen verhindert werden könnte, sollte sein, dass keine Übertragung dieses Blockademechanismus auf Säugetiere, einschließlich der Menschen, erfolgen kann.
  • Und dann?

    21.04.2012, Oliver Meckes
    "Bei Menschen führt eine Mutation in den SMase-Genen zur Niemann-Pick-Krankheit, die beim schwerem Verlauf mit dem frühen Tod der Betroffenen endet."
    Also den Teufel mit dem Beelzebub austreiben? Tsetsefliegen Larve tot, Menschenkinder, deren Mütter zwangsläufig auch was von Sprüh-Insektiziden abbekommen, verkrüppelt? Jeder, der schon in den Tropen war, weiß wie dort mit solchen Stoffen umgegangen wird!
  • Erinnerungen an Lamarck

    21.04.2012, H. Ullrich
    Das evolutionäre "storrytelling" erinnert mich an das, was ich von Lamarck in der Schule gelernt habe: Aktive Anpassung des Lebens an die Umwelt! Klar, in diesem Artikel ist das auf keinen Fall so gemeint, sondern dient nur der Verdeutlichung des großen Rahmengeschehens.

    Aber 150 Jahre nach Darwin (der hinsichtlich direkter Anpassung und Vererbung genauso dachte und argumentierte wie Lamarck) sollten wir unsere Erklärungen anders formulieren können, wenn solche denn existieren.
    "Das stellte wiederum die darin lebenden Organismen vor große Herausforderungen: Sie reagierten auf die toxischen Bedingungen, indem sie beispielsweise überschüssiges Kalzium aus ihrem Körper pumpten – und daraus Schalen aufbauten."

    Wenn das Leben wirklich dazu in der Lage war und ist, sollte das nicht nur durch auf Fossilien gestützte Spekulationen behauptet sondern durch unser Wissen über das Reaktionsvermögen der Organismen auf heutige Gifte belegt werden können. Bringen heutige Organismen tatsächlich qualitativ neuartige Strukturen hervor, wenn sie entsprechenden Stresssituationen ausgesetzt werden?
    Was wir dazu in der Schule und von der Biologie lernen, klingt überhaupt nicht nach Lamarck!
  • Nichts grundätzlich Neues

    21.04.2012, Stefan Zimmer
    Schön, daß man wieder auf die alten - und gewiß grundätzlich richtigen - Vorstellungen von Humboldt und Whorf zurückkommt. Der Beiträg enthält nichts wesentlich Neues, aber viele interessante neue Details, die die alte These bestätigen. Menschen denken in Sprache (vielleicht abgesehen von Künstlern, die aber m.E. eher fühlen als denken), also prägen sprachliche Strukturen die gedankliche Erkenntnis und Interpretation der Welt. Übrigens: 'absolute' Himmelsrichtungen hat auch das Irische; und für Zahlwörter sollte Hindi nicht unbeachtet bleiben, wo das Dezimalsystem (mit den traditionellen Ausnahmen) durch die Sprachentwicklung völlig verdunkelt ist, so daß die Wörter für 1-100 sämtlich einzeln erlernt werden müssen.
    Eine angeborene Universalgrammatik gibt es nicht, wohl aber die Fähigkeit, Sprachsysteme zu entwickeln (oder zu erlernen). "Universalien" sind deshalb nicht tot, sondern wichtige statistische Daten.
  • Tierversuche wie in den 70ern

    20.04.2012, Meckes
    Gruselig. Weitere Forschung bedeutet dann ja, den Affen nicht nur Elektroden ins Hirn zu Pflanzen, sondern den Nervenstrang des Armes auch richtig zu durchtrennen. Die Tierquälerei geht also weiter.....
  • Quantencomputeranwendungen

    19.04.2012, Klaus Moll
    Sie erwähnen in ihrem Artikel ergänzende Anwendungen, die ergänzend in einen normalen Computer - zum Beispiel zur schnellen Faktorisierung - eingesetzt werden können. Wie wäre es dagegen mit einem reinen Quantencomputer, über den sensorisch erfasste Daten aller Art ausgetauscht werden? Hätte auch das noch keine Zukunft?
  • Ohne Scheuklappen durch's Hirn

    19.04.2012, Michael Kühnapfel
    Sie schreiben: "Beispielsweise können alle gemeinsam auch bei Frauen vorliegen - doch bei ihnen ist Pädophilie äußerst selten."

    Nun ist ein Anteil weiblicher Pädophiler von 12 bis 20 Prozent, wie er in der Literatur genannt wird (u. a. Homes: Von der Mutter missbraucht, 2004. Haag: Wenn Mütter zu sehr lieben, 2006) nicht gerade das, was ich als "äußerst selten" beschreiben würde, zumal die Dunkelziffer, bedingt eben durch solche Vorurteile, relativ hoch sein dürfte.

    So wichtig die Untersuchungen sind, nicht zuletzt auch wegen der differenzierten Betrachtungen von Pädophilie und Kindesmissbrauch, so wünschenswert wäre es auch, diese auf Frauen auszudehnen - zumal dort durchaus interessante Erkenntnisse zu vermuten wären.

    Das sollte nicht durch die zur Zeit herrschenden politisch-sozialen Vorgaben (Männer als Täter, Frauen als Opfergeschlecht) beschränkt werden. Leider ist Kindesmissbrauch nach wie vor ein Bereich, der politisch-ideologisch instrumentalisiert wird, was letztlich den Opfern schadet und das Verständnis von Pädophilie erschwert.