Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Bosonen und Fermionen

    16.03.2012, Manfred Polak
    Quarks haben den Spin 1/2 und sind somit keine Bosonen, sondern Fermionen. Gemeint ist hier der Gegensatz zwischen Leptonen einerseits und Quarks bzw. den aus ihnen zusammengesetzten Hadronen andererseits.
  • Quarks sind keine Bosonen

    16.03.2012, Barbara Wolf
    Ich zitiere: "Quarks gehören aber zur Familie der so genannten Bosonen, während die Elektronen Fermionen sind. Es muss einen noch unbekannten Zusammenhang beziehungsweise eine übergeordnete "Instanz" geben, die für diese rätselhafte Übereinstimmung zwischen den Familien gesorgt hat."

    Aber: Soweit ich weiß, haben Quarks Spin 1/2, sind also Fermionen. Von allen Elementarteilchen fallen nur die sogenannten Eichbosonen, die die grundlegenden Wechselwirkungen zwischen Materieteilchen vermitteln (beispielsweise Photonen und Gluonen) unter die Bose-Einstein-Statistik.

    Ebenso gehören Quastiteilchen wie zum Beispiel Phononen oder die aus Quark/Antiquark zusammengesetzten Mesonen zu der Gruppe der Bosonen.

    Insofern taugt diese Einleitung nicht als Begründung dafür, dass das Standardmodell ergänzt oder überarbeitet werden muss.

    Viele Grüße aus Östringen ;-)
  • Information mit Überlichtgeschwindigkeit transportieren?

    16.03.2012, Fritz Kronberg
    Auf S. 51 schreiben die Autoren, daß laut spezieller Relatvitätstheorie eine mit Überlichtgeschwindigkeit übermittelte Nachricht dazu führen könnte, daß der Autor der Nachricht die Antwort schon vor deren Absendung erhalten könnte. Das mag die spezielle Relativitätstheorie schon hergeben, obwohl mir nichts davon bekannt ist, daß in ihr Überlichtgeschwindigkeit eine Umkehrung des Zeitpfeils bewirken würde, was Voraussetzung für den behaupteten Effekt wäre. Nun ist die spezielle Relativitätstheorie nicht Wahrheit, sondern ein, zwar auf vielfältige Weise bestätigtes, aber dessen ungeachtet, immer noch Modell. Das heißt, seine absolute Gültigkeit ist nicht in Stein gemeißelt.

    Im Folgenden des Artikels entnehme ich, daß die Gruppengeschwindigkeit eines Lichtpulses deutlich die Lichtgeschwindigkeit überschreiten kann, und daß das nicht pure Theorie ist, sondern gemessen wurde. Ich vermute des Weiteren, daß diese Messungen reproduzierbar sind, also nicht völlig zufallsabhängig. Wenn dem so ist, wird in einem solchen Versuch sehr wohl Information mit Überlichtgeschwindigkeit transportiert, denn in dem gemessenen Puls ist erstens die Information, daß er angekommen ist und zweitens die, wie lange er gebraucht hat (Letzteres indirekt) enthalten. Wenn solche Aktionen reproduzierbar möglich sind, muß es auch möglich sein, einen Text in digitalisierter Form in Überlichtgeschwindigkeit zu übermitteln, oder habe ich da an irgend einer Stelle den Artikel falsch verstanden?
    Antwort der Redaktion:
    Die Lichtgeschwindigkeit ist, so ist es schon in der wikipedia zu lesen, Folge der relativistischen Struktur von Raum und Zeit und führt zu genau dem im Artikel beschriebenen Effekt.



    Auch die Frage, ob sich Signale mit Überlichtgeschwindigkeit übermitteln lassen, ist schon häufiger gestellt und (verneinend) beantwortet worden. Eine entsprechende Literaturliste hat Markus Pössel bereits vor Jahren zusammen gestellt.
  • Bilingualer Test

    16.03.2012, Stephan Fröde
    Ich finde das der bilinguale Test für "arabisch-hebräische [Sprecher] in Israel" ein schlechtes Beispiel ist.

    Denn hier kann man nicht trennen, ob die Sprache selbst zu einer Veränderung der Wahrnehmung führt oder das Kennenlernen des kulturellen Umfeldes um die Sprache zu erlernen oder aber die grundsätzlich liberalere/offenere Grundeinstellung des Sprechers oder beides.

    Weiterhin bleibt die Frage offen, ob es die Sprache selbst ist, die Art und Weise der Verarbeitung, das Potenzial der Sprache die Semantik abzubilden, oder/und das kulturelle Umfeld und entsprechende Assoziationen.

    Sehr stark sehe ich einen Zusammenhang bei den Aborigines. Es ist offensichtlich, dass eine Orientierung an den Himmelsrichtung als örtliches Bezugssystem zu einer anderen Denkweise führt als ein relatives System (links, rechts, vorne, hinten).

    Unklar bleibt allerdings die genaue Wechselwirkung Sprecher<->Sprache<->Umwelt, diese hängen in dem Sinne zusammen, als das Sprache die Umwelt modelliert. Es wäre also relevant zu wissen, wie dieser Modellierungsprozess/Abstraktionsprozess wirkt.

    Dürfte schwer werden, hier einen deduktiven falsifizierbaren Ansatz zu finden.
  • Nun geht mir ein Licht auf!

    16.03.2012, Karl George
    Ich frage mich des Öfteren, warum ich die Welt in Deutschland anders sehe als in Brasilien. In Deutschland spreche ich natürlich Deutsch und in Brasilien natürlich Portugiesisch. Nun ist mir klar warum!
  • Verwunderlich?

    16.03.2012, Dr. Georg Stürmer
    Wenn ich spreche, will ich einen "kognitiven Inhalt", einen Gedanken, eine Vorstellung mit anderen teilen, also kommunizieren. Das Denken formt also die Sprache und über die verschiedenen Sprachen lässt sich auf das Denken rückschließen. Ist es verwunderlich, wenn für ein Naturvolk die Raumkoordinaten von den Himmelsrichtungen bestimmt werden, wenn in Kulturen mit engen großfamiliären Bindungen für die einzelnen Familienmitglieder präzise Bezeichnungen bestehen? Die Beziehung zur und die Gestaltung der Umwelt als gemeinschaftliches Unterfangen wird zwangsläufig die Kommunikationsmittel - hier Sprache - prägen, denn insbesondere dazu ist die Sprache ja notwendigerweise vorhanden. Wie schön ist doch die einfache Verortung eines Naturvolkes, wie kompliziert selbst in unserer Sprache die Beschreibung für die Eindeckung einer festlichen Tafel - wo bitte ist das Kopfende eines Tellers? Dies zu erfassen, setzt schon sehr viel kulturelles Wissen voraus!
    Siehe:http://www.aid.de/downloads/tisch_decken.pdf
  • Friedliche Sprecher?

    16.03.2012, Christian Matzerath
    Gibt es ein Volk mit eigener Sprache, das als besonders friedfertig gilt? Utopie: Wenn ja, wäre das dann nicht ein Kandidat für eine neue Weltsprache? Naiv betrachtet würde das nämlich dazu führen, dass internationale Konflikte auf friedfertigere Weise ausgetragen würden.
    Oder ginge das distopisch betrachtet in Richtung "Neusprech"?
  • Der Mensch an sich

    15.03.2012, Sören Schewe
    Naja, ich habe immer ein kleines Problem, wenn von "dem Menschen" die Rede ist. Du gehörst nicht dazu, ich auch nicht und mir fallen noch ein paar andere ein, die damit auch nichts am Hut haben. Selbst im asiatischen Raum sind das nicht alle. Viel Trost spendet das gleichwohl nicht...
  • Stellungnahme von Henrik Svensmark und Jasper Kirkby

    15.03.2012, Bernard Neelen
    Ich würde mir sehr wünschen das Sie eine Stellungnahme von Henrik Svensmark
    ( Physiker und Direktor des Centre for Sun-Climate Research) und
    des Teilchenphysikers Jasper Kirkby ( vom Cern- CLOUD-Experiment)
    einholen.

    Mir scheint doch das der Herr Rahmstorf sich nur sehr oberflächlich mit den Ergebnissen dieser Wissenschaftler befasst hat.
  • Eine Schande!

    15.03.2012, FCSP1910
    Der Mensch ist wohl mit Abstand das widerlichste Geschöpf auf unserer Erde.
    Da die traditionelle Medizin, ähnlich wie die Religion, extrem stark verankert und doch nutzlos ist, würde ich mich gern als Keratin-Lieferant zur Verfügung stellen. Einmal im Monat schicke ich meine gesammelten Haare und Fingernägel wahlweise als Pulver oder in Hornform gepresst, dann zum selbst ins Essen hobeln, nach China.
    Wenn das die Runde macht, kann auch der WWF vom Spendensammeln abrücken und auf meinen Zug mit aufspringen...juhu
  • Save the Rhino

    14.03.2012, Nathalie
    http://www.savetherhino.org/
    Douglas Adams has been a well-know founding member.
  • Zur Antwort der Redaktion

    14.03.2012, Josef König
    Danke für die Antwort. Dennoch: Termini haben ebenso eine Geschichte und unterliegen dem Wechsel der Konnotationen, wenn sich zum Beispiel gesellschaftliche und politische Vorgaben ändern. Mag der Glaziologe nur den Inhalt des Fachbegriffs im Sinn habe, so wird schon der Nicht-Fachmann sich etwas völlig anderes darunter vorstellen. Dieses Problem kann man immer wieder beobachten, wenn insbesondere Wissenschaftsjournalisten mit großer Fachnähe unkritisch einfach Termini 1:1 in die Alltagssprache übertragen.
  • Lukratives Geschäftsmodell!

    14.03.2012, Gerhard Samulat
    Da lässt sich ja ein interessantes "Geschäftsmodell" entwickeln: Die (menschlichen) Fuß- und Fingernägel von Nagelstudios und Fußpflegestudios sammeln und als "Nashornpulver" auf den Markt bringen. Da kann man von Drogendealern ja noch einiges lernen...
  • Eines stimmt daran

    14.03.2012, Gilbert Brands
    das deutsche Bildungssystem ist auf dem Weg nach unten. Es gibt eine Studie der FH Berlin aus dem Jahr 1999, in der festgestellt wurde, dass 80% der Schulabgänger mit attestierter Hochschulreife fachlich nach den Lehrplänen noch nicht einmal die Voraussetzung (sic!) für die FOS 12 besaßen. Die Situation hat sich seitdem ziemlich verschlechtert, wenn ich studentische Arbeiten im Laufe der Jahre parallel lese.
    Man sollte endlich die Politiker mit ihren Wahnvorstellungen aus den Schulen raushalten. Wie man eine Verdopplung und Verdreifachung von Abiturienten und Hochschuleabsolventen erreicht, wenn der IQ insgesamt sich nicht ändert, kann sich jeder selbst ausmalen (oder vielleicht inzwischen auch nicht mehr).
  • Warum "Eis-Schild"

    13.03.2012, Josef König
    Der Beitrag hat nicht nur den Nachteil, dass er Prognosen wagt, die keiner von uns jemals erleben wird, und mir daher - hier stimme ich den beiden Lesermeinungen zu - mehr als gewagt erscheinen, denn wer kann schon sagen, wie diese Welt in 500 oder gar 50.000 Jahren aussehen wird? Was mich aber mehr irritiert ist das Reden von dem "Eisschild". Mit einem "Schild" assoziieren wir automatisch einen "Schutz" - und diese Assoziation scheint mir seitens der Autoren politisch intendiert, weil man mit solchen Vokabeln unterschwellig politisch Druck erzeugen und Drittmitteln frei machen kann. Ob Grönland tatsächlich ein "Eisschild" hat, das uns Schutz bietet, sei dahin gestellt ...
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr König,

    der Begriff "Eisschild" ist ein gängiger Terminus aus dem Bereich der Glaziologie und Geomorphologie. Als Eisschild "bezeichnet man einen ausgedehnten, festes Land bedeckenden Gletscher mit einer Fläche von mehr als 50 000 Quadratkilometer", wenn ich aus einem Onlinelexikon zitieren darf.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl