Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Mars außerhalb der bewohnbaren Zone?

    22.07.2013, Gerd K. Schneider
    In seinem sehr informativen Artikel schreibt Ralf Launhardt apodiktisch zur bewohnbaren Zone um die Sonne auf Seite 54: "Diese sogenannte bewohnbare Zone ist sehr schmal; bereits unsere nächsten Nachbarn, Venus und Mars, liegen außerhalb."

    Dies trifft sicherlich auf die Venus zu, aber auch auf den Mars? Jedenfalls eher nicht, wenn der Mars Erdgröße hätte (Frage der Plattentektonik und der hinreichenden Gravitation zur Vermeidung von Wasserverlust). So jedenfalls meine bisherigen Informationen, auch laut einem Artikel in Spektrum vor einigen Jahren - sofern mich meine Erinnerung nicht trügt.
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors:

    Lieber Herr Schneider,

    Ihre Erinnerung trügt Sie tatsächlich nicht. Ich hätte korrekterweise besser schreiben sollen, dass Mars am äußeren Rand der habitablen Zone liegt, ohne mich darauf festzulegen, ob er nun knapp innerhalb oder ausserhalb liegt. Der Vergleich mit Venus und Mars war hier nur dazu gedacht, zu demonstrieren, wie schmal eigentlich diese habitable Zone ist.

    Tatsächlich ist sie aber nicht so scharf begrenzt wie es der ursprünglichen Definition zufolge (flüssiges Wasser in der "Standard-Atmosphäre" eines erdaehnlichen Planeten) erscheinen würde. Ich hatte mich bei meiner Äußerung auf diese alte Definition gestützt. Da die potentielle Bewohnbarkeit eines Planeten aber auch vom Planeten selbst abhängt (und hierbei spielt neben anderen Effekten der durch Plattentektonik und Atmosphärenstruktur unterstützte Treibhauseffekt eine wichtige Rolle), könnte ein etwas anderer Planet als Mars tatsächlich bei dem gleichen Sonnenabstand wie Mars potentiell bewohnbar sein.

    Mit besten Grüßen,
    Ralf Launhardt
  • Fraktale im Schulunterricht

    21.07.2013, Roland Schröder
    Der Artikel motiviert zur Lektüre des Buches "Schönes Chaos". An einer Stelle jedoch muss ich dem Verfasser des Artikels widersprechen. "Mittlerweile sind die merkwürdigen Gebilde ... im Schulunterricht angekommen." Das ist so nicht zutreffend. Es gab in den neunziger Jahren einige Versuche, das Thema "Chaos und Fraktale" in die Stoffpläne der Schulen aufnehmen zu lassen. Diese Versuche sind gescheitert, vermutlich, weil kaum ein Lehrer auf dies Thema ausreichend vorbereitet war. Insofern erinnert Aufstieg und Fall der Fraktale in der Schule an die Mengenlehre. Heute ist in der Schule nur noch ganz sporadisch von Chaos und Fraktalen die Rede. Und das ist eigentlich auch ganz gut so. Wenn als Folge von Stundenkürzungen und Kürzungen der Gesamtschulzeit bereits so wichtige Themen wie Logarithmen gestrichen werden, kann man schlecht irgend etwas Exotisches - und sei es auch noch so schön - in die Lehrpläne aufnehmen.
    Antwort der Redaktion:

    Zugegeben: Gegen so etwas Zentrales wie den Logarithmus kommen die Fraktale beim besten Willen nicht an. Selbst Mandelbrot persönlich könnte das nicht anders sehen – man braucht ja Logarithmen zum Berechnen der fraktalen Dimension.

    Aber dass die Fraktale aus dem Unterricht – fast – verschwunden sind, finde ich deswegen noch lange nicht "ganz gut so". Sie sind schultauglich; Heinz-Otto Peitgen aus Bremen (den Mandelbrot in seinem Buch ausdrücklich preist) hat ja in den 1990er Jahren das Wort von den Fraktalen ausgebreitet, auch und vor allem unter dem Lehrern. Neben vielen anderen Lehrern hat auch Wilhelm Sternemann aus Lüdinghausen Fraktale in den Unterricht gebracht (und darüber in dieser Zeitschrift sogar mehrfach berichtet). Gesammelte Erfahrungen von Sternemann und mir sind, insbesondere für Unterrichtszwecke, hier abrufbar.

    Ja, unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist es ein Nischenthema, und die Nischen sind in den letzten Jahren noch deutlich enger geworden. Aber liebe Lehrer, nutzt die verbliebenen Nischen! Es lohnt sich.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Fehlendes Zahlenmaterial

    21.07.2013, Gilbert Brands
    Leider fehlt bei solchen Meldungen stets das Zahlenmaterial. Um es einmal überspitzt auszudrücken: die analytische Chemie weist z.B. Dioxine (die in der Natur aus natürlichen Quellen gar nicht mal so selten auftreten) in Mengen nach, bei denen ein Mensch ca. 5 kg/Tag des kontaminierten Materials über 2.000 Jahre zu sich nehmen müsste, um in den gefährlichen Bereich zu gelangen. Ich habe leider nicht selten den Eindruck, dass hinter Meldungen von Kontaminationen mehr Populismus steckt als tatsächliche Gefährdung.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Brands,

    wie im Interview bereits erwähnt, liegen für die aktuelle Elbflut kaum aktuelle Zahlen vor. Für das Elbhochwasser von 2002 gibt es allerdings eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (http://www.bfr.bund.de/cm/343/schafleber_kann_stark_mit_dioxinen_und_pcb_belastet_sein.pdf).

    Demnach überstiegen damals vor allem Schafslebern die Höchstgehalte der EU für Dioxine.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Urban
    Redaktion Spektrum.de
  • Lieber Stephan,

    21.07.2013, Matthias Noe
    auf den Leim sollte mir ja auch niemand gehen, aber was du als Argument gegen die moderne Gottesvorstellung ins Feld führst, dass sie sich im Grunde keinen Gott mehr vorstellt, ist nicht allein wegen deiner steilen Absolutheitsrhetorik ziemlich, sagen wir, abenteuerlich. Und es bekommt auch nicht dadurch Absolutheitsanspruch, dass man mit dem Fuß aufstampft und sagt: "Ich bin Philosoph und du nicht." Akademisch gesehen ist das keine Begründung, das ist eine Krankheit. und stellt letztlich deine Seriösität in Frage. Und der philosophische Konsens (man könnte auch sagen Mainstream) zur Gottesfrage seit dem 18. Jahrhundert, der schlicht ein ganz anderer ist, tut das noch um einiges deutlicher.
  • Wissen schadet nie...

    20.07.2013, Hans Kellermann
    höchstens demjenigen, der etwas nicht weiß.

    Selbst wenn die Energiekonzerne daraus einen Gewinn erzielen, so dient dieser Gewinn letztendlich auch der Allgemeinheit, denn schließlich wollen wir alle mobil sein und ein angenehmes Leben bei sicherer Energieversorgung führen.
    Und letztendlich zahlen die Energiekonzerne Steuern, die dem Staat und damit auch dem Volk nutzt.

  • Klimawirkung des CO2, Henrik Svensmark u.a.

    19.07.2013, Horst
    "Dagegen ist die Klimawirkung des CO2 physikalisch bestens verstanden und in Tausenden von Studien erhärtet."

    Und was ist mit der Behauptung, daß es in der Erdgeschichte Zeiten gab, wo sehr viel mehr CO2 in der Atmosphäre war und dies anhand der Funde keinen Einfluss auf das Klima hatte - irren die sich???
  • Photonen zerfallen frühestens nach drei Jahren, Teil 2

    19.07.2013, Ulrich Heemann
    Sehr geehrter Herr Lingenpöhl,
    vielen Dank für Ihre Antwort. Die Möglichkeit der Neutrinos als Zerfallsprodukte habe ich deshalb nicht als ernstgemeinte Möglichkeit angenommen, sondern eher als eine "Illustration" der Überlegung, weil das bedeuten würde, dass mit beliebig kleiner Energie eines Photons die Neutrinos ebenfalls eine beliebig kleine Masse haben müssten. Ich gebe zu, dass für mich der Gedanke, dass ein Teilchen eine variable Ruhemasse haben könnte, bisher absurd erschienen wäre, - wäre da nicht auch die Möglichkeit, dass vielleicht auch hier eine neue physikalische Überraschung möglich ist. Weiterhin war ich der Meinung, dass die bisher diskutierten Ruhemassen von Neutrinos weit oberhalb von 10^-18 eV/c^2 lägen. Das mag aber tatsächlich nicht hinreichend (oder gar nicht) belegt sein.

    Nun zur Messung: Ich hatte nicht behauptet, dass Herr Heeck die Messung selbst vorgenommen hat. Ich habe nur nach der Art seiner Untersuchung gefragt, also hier nach seiner Auswertung resp. der Idee, die dieser Auswertung zugrunde liegt. Die ist den Ausführungen nicht entnehmbar.
    Wenn ich das zum Anlass einer etwas harschen Bemerkung genommen habe, so bbitte ich das zu entschuldigen. Aber eine Behauptung, die in keiner Weise inhaltlich begründet wird und somit nicht nachvollziehbar, ist für mich nur: ERSTAUNLICH!
    Mit freundlichem Gruß,
    U. Heemann
  • Photonen zerfallen frühestens nach drei Jahren

    18.07.2013, Heemann, Ulrich
    Interessant, aber leider wurde nicht gesagt, in welche Teilchen Licht zerfallen sollte. Wenn es entsprechende Überprüfungen gibt, wäre eine Vermutung über die Art der neuen Teilchen (und deren Masse) doch ganz angebracht. Sollte es sich nur um eine grundsätzliche Frage handeln ohne entsprechende Vermutungen, sollte auch dieses einen kleinen (Neben-)Satz wert sein.
    Mir fehlt auch die Erläuterung, nach welchem Prinzip die Hintergrundstrahlung untersucht wurde. So ist es einfach nur: ERSTAUNLICH. Populär ohne Wissenschaft reicht mir aber nicht in diesem Portal.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Heemann,

    wie im Artikel erwähnt, zerfallen die Photonen in Neutrinos. Die Hintergrundstrahlung ist im Prinzip Wärmestrahlung, allerdings haben die Forscher diese nicht selbst vermessen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Keine Spur von Majorana-Neutrinos

    18.07.2013, Mathias Völlinger
    Nun, wie es scheint, ist die Teilchenphysik irgendwie "steckengeblieben". Keine Spur von Entdeckungen jenseits des Standardmodells. Krönender Abschluss desselben war die Bestätigung des vorhergesagten Higgs-Bosons am LHC. Weiter...nichts mehr. Wie lange "warten" wir schon auf den Protonzerfall? Bis jetzt: Nichts. Und das mit der dunklen Materie ist zwar indirekt beobachtbar (WMAP, Planck...), jedoch, hoffentlich nicht auch das noch, für uns Menschen direkt unzugänglich...
    Das ganze erinnert mich jetzt irgendwie an den Versuch mit einem Raumschiff an die Lichtgeschwindigkeit heranzukommen.

    Hoffentlich lässt uns "Der Alte" jetzt nicht im Stich
  • trotzdem

    18.07.2013, Liane Mayer
    Massebehaftete Teilchen können die "Ruhemasselose - Teilchen - Geschwindigkeit" natürlich nicht erreichen. Aber - gerade wenn die Masse so unvorstellbar klein ist wie angegeben - sie können dieser Geschwindigkeit offenbar extrem nahe kommen. So nahe, dass für sie seit dem Urknall sagen wir eine Sekunde Eigenzeit vergangen sein mag. So nahe, dass wir mit unseren heutigen Methoden den Unterschied nicht messen können, weil ein derartiges massebehaftetes aber superschnelles Photon, das knapp nach dem Urknall auf die Reise geschickt wurde, gegenüber einem masselosen Teilchen, das genau die Grenzgeschwindigkeit hat, wie sie die Relativitätstheorie angibt, nicht einmal den Durchmesser eines Protons hinterher wäre (sondern vielleicht einen winzigen Bruchteil davon). Wenn schon ein "Oh - My - God - Teilchen" (bekanntlich ein superschnelles Proton, das also eine gegenüber einem Photon eine um viele Größenordnungen größere Ruhemasse hat) so schnell sein kann, dass es einem Photon in einem Jahr nur um einen Protondurchmesser hinterher fliegt, warum nicht?
    Also keine Panik - Einstein hat wahrscheinlich trotzdem recht.
  • @5

    18.07.2013, Mathias Völlinger
    "Wenn Photonen mit einer noch so kleinen Masse die Lichtgeschwindigkeit erreichen können, hat Einstein dann überhaupt Recht?"

    Wenn Photonen mit einer noch so kleinen Masse die "Lichtgeschwindigkeit" erreichen können, sagen wir lieber "Grenzgeschwindigkeit", dann kann wohl jede Masse diese Geschwindigkeit erreichen, und es wäre dann wohl keine ausgezeichnete Geschwindigkeit mehr und Einstein hätte dann in der Tat unrecht, was aber allen bisherigen Erfahrungen widersprechen würde und noch ganz andere Widersprüche nach sich ziehen würde.

    Ich persönlich finde diesen Begriff "Geschwindigkeit" sowieso für veraltet, barockes Denken, und würde es vorziehen, wenn der Begriff "Impuls" als eigentliche Bewegungsgröße in der hier diskutierten Thematik den zustehenden Rang auch im allgemeinen Bewusstsein finden würde. Für Impulse gibt es wie bei der Energie (Masse ist hier auch eine Energieform) keine Obergrenzen und sie unterliegen, genauso wie die Energie, ganz einfachen Gesetzmäßigkeiten, nämlich Erhaltungssätzen.
  • Aktuelle Satellitenbilder der Sonne - Nasa SDO

    18.07.2013, Gabi Trez
    Ein sehr Interessanter Beitrag!

    Ich habe vor einigen Tagen auf einer Seite aktuelle SDO Bilder gesehen ( http://sonnen-sturm.info/satellitenbilder-der-sonne/ ). Haben diese Sonneneruptionen Auswirkungen auf die Lebewesen hier auf unserem Planeten?
  • zweimal nein ...

    18.07.2013, Matthias Delbrück
    Die Ideen sind spannend, aber leider:
    - man kann das Photon, wenn es masselos ist, eben nicht stoppen, sondern es hat IMMER Lichtgeschwindigkeit, egal "von wo" (aus einem wie bewegten Bezugssystem) man guckt
    - wenn es eine Ruhemasse hätte, dann könnte es in der Tat NIE Lichtgeschwindigkeit erreichen. Wir müssten die Maßstäbe im Universum aber dennoch nicht grundsätzlich ändern, sondern lediglich die "Licht"geschwindigkeit in "Ruhemasselose-Teilchen-Geschwindigkeit" umbenennen. Was sich allerdings ändern würde, wären Messwerte für Entfernungen/Zeiten, die unter der dann irrigen Annahme gewonnen wurde, das Photon wäre ruhemasselos.
    Es gibt aber wirklich sehr viele sehr gute Gründe dafür, dass das Photon eben doch keine Ruhemasse hat und sich daher mit exakt Lichtgeschwindigkeit bewegt ...
  • Persönliche Erfahrungen

    18.07.2013, Paul R. Woods
    1956 Diesterweg-Schule, Mannheim - Als der Schulleiter (gleichzeitig mein Lehrer) erfuhr, dass ich halb Brite, halb Indonesier bin, sagte er: "Also ein Bastard. Nun, beim nächsten Großreinemachen bist du mit dran." Damals war ich elf Jahre.
    Danach begann meine Karriere des Schuleschwänzens, Herumtreiben, vergeblich Versuche durch Weglaufen wieder zurück in die Niederlande (wo ich geboren bin) zu gelangen, die schließlich zu sieben Jahre geschlossene Fürsorgerziehung mit langjähriger Zwangsarbeit in der Landwirtschaft führte.
    Erst mit 30 Jahren erlangte ich das Abitur, mit 36 hatte ich mein Diplom (jetzt: Masters), habe jedoch meine abgrundtiefe Abneigung gegen deutsche Amtsautorität und mit der Wohlfahrt von Minderjährigen Beauftragten beibehalten. Und mein Entschluß, nie Deutscher zu werden, besteht noch heute - 57 Jahre später.
  • Zeitdehnung

    18.07.2013, son typ
    "bewegte uhren gehen langsamer"
    wie kann es sein, dass "hochrelativistische photonen" mit 3 billionen Jahren deutlich älter sind, als eine ruhende vergleichsuhr, die etwa das Alter des Universums von 13.8 Jahren anzeigen würde? Müsste die Eigenzeit der Photonen (um die es beim Zerfall ja geht) im Grenzfall für v->c nicht gegen 0 gehen?