Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Schreibfehler

    20.05.2014, Bernhard Rau, Dürrlauingen
    Auf S. 90 wird ausgeführt: "...Wer sich den Lernaufwand und die Kosten für professionelle Software wie CATLA, SolidWorks oder Blender ersparen will, findet online kostenlose Einfachprogramme wie SketchUp, Tinkercad oder 123D."

    1. Die gemeinte Software ist wohl CATIA (von Dassault Systèmes); eine 3-D-Software namens CATLA ist mir (und auch dem Internet) unbekannt.
    2. Bei Blender handelt es sich um eine freie und Open-Source-Software, die entgegen der Behauptung im Text keine Kosten verursacht. Auch das STL-Exportmodul für den 3-D-Druck ist kostenlos.

  • Politik kann Wissenschaft nicht gebrauchen

    20.05.2014, Rolf Melzner
    Politik und Wissenschaft waren schon immer ein Widerspruch. Für den Bau einer Atombombe findet sich zwar immer ein Konsens, aber sobald wissenschaftliche Forschungen und Erkenntnisse politischen Ideologien widersprechen haben sie es schwer.

    Freundliche Grüße
    Rolf Melzner
  • Biokohle und Lachgas

    20.05.2014, Ernst Schwemmer, Heidelberg
    Von großer praktischer Bedeutung sind Stickstoffverluste der Böden durch Denitrifikation und Ausgasung. Sie treten bei Sauerstoffmangel in dicht gelagerten und nassen Böden auf. Zahlreiche Mikroorganismen reduzieren Nitrat zu molekularem Stickstoff, aber auch zum großen Teil in Lachgas, das dem Boden entweicht. Die N-Verluste werden mit 10 bis 40%, in überfluteten Reisfeldern sogar mit 60% des zugeführten Düngers angegeben. Die Denitrifikationsbecken der Kläranlagen, die den N-Eintrag in die Vorfluter verringern, geben ebenfalls ständig Lachgas an die Atmosphäre ab. Dieses Problem wird in der Öffentlichkeit wenig diskutiert. Die positive Wirkung der Biokohle sehe ich vor allem in der besseren Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen, die eine Denitrifikation nicht in Gang kommen lässt.
  • Forschung ohne Tierversuche !

    19.05.2014, Antonietta
    - Für Tierversuche müssen Tiere extremste Schmerzen und Qualen ohne Narkose ertragen
    - Für viele Tierversuche werden Tiere qualgezüchtet oder absichtlich krank gemacht
    - Tierversuche gefährden die Gesundheit des Menschens, da Ergebnisse nicht auf den Mensch übertragbar sind (auch Contergan wurde ausreichend an Tieren getestet!)
    - Für Tierversuche werden Steuergelder in gigantischen Summen verschwendet
    - Tierversuche behindern den medizinischen Fortschritt
    - Jedes Jahr sterben allein in Deutschland über zwei Millionen Tiere im Tierversuch
    - Es gibt ausreichende Alternativen zu Tierversuchen
  • erfreulich mutig

    19.05.2014, Bayer

    Erfreulicher Mut,
    dass endlich jemand seine Sprachkultur, die zugleich Identität ist, verteidigt. Ich erlebe pädagogisch seit Jahrzehnten und privat mit Bedauern, dass viel entsprechend dem amerikanischen Markt eine Einheitsgeschmacksbildung stattfand und ist, im Straßen- und Städtebild wie bes. in sogn. Musik. Bin da bei Musik-Abenden und auch Verfolger der sogn. Jugendkulturtage. Wenn ein Gesang kommt, dann immer diese durch die Zähne gequetschte Whiskysprache (vgl. DSDS) durch Jeans-Mädchen ins Mikro mit Pseudogefühl hineingeknutscht, klingt im sogn. Höhepunkt (das gekünstelte hohe C ) immer wie" -MÄH-Mäh…", und dann müssen alle angepasst klatschen und johlen…
    Zur Individualität einer Sprache gehört also ihre Klangfarbe. Vokalreichtum macht sie schön, daher ist ja die italienische-spanische-französische (obwohl seit der Schulzeit ein näselndes Französisch als schwul verspottet war) Sprache wohlklingend . Bei Deutsch ist es rel. ausgewogen, gegenüber einer Zungenbrechersprache mit vielen Kalaschnikows-Konsonanten. Das Deutsch hat auch feingliedrigen-differenzierten Wortschatz und Ausdrucksweisen… weit über 1 Mio…
  • Wohnen mit der Natur

    19.05.2014, Frick
    Hallo,
    ich würde gern auf der Insel wohnnen und alles berichten wer sich das als erstes ansindeln wird Tiere/Pflanzen. Und so kann man schauen was für Auswirkungen es auf mich hätte.
  • Freie Wissenschaft, wer will das noch?

    19.05.2014, E.Bieski
    Unsere heutige ach so fortschrittliche Wohlstandsgesellschaft ist nicht mehr in der Lage, auch nur annähernd neutrale und vernünftige Entscheidungen, oder Risikoeinschätzungen zu fällen. Trotz oder gerade wegen riesiger und zunehmender Informationsmöglichkeiten, z.B. durch das Internet, werden diese wenn überhaupt, oft nur höchst einseitig genutzt. Viele Menschen sind heute bereits überfordert, konkrete eigene Entscheidungen entsprechend ihrem Wissen und Erfahrungen zu treffen. Besonders auch dann, wenn diese nicht immer von einer Mehrheit geteilt werden. Dann wird nicht mehr nach Vernunft, sondern nach Gefühl entschieden. Man schließt sich daher ohne eigene Recherche einfach bestimmten einseitigen Strömungen an, ohne überhaupt alle Konsequenzen überblicken zu können. Menschen werden so zu manipulierbaren Freiwild für extreme Fanatiker und Ideologen. Politikern in Demokratien bleibt da einfach gar nichts weiter übrig, als sich solcher oft manipulierten Mehrheiten zu bedienen, wenn sie dann überhaupt gewählt werden wollen. So sehen dann auch ihre Handlungen und Gesetze aus.
    Heute übernehmen mehr und mehr die Medien die Rolle der im Altertum gesuchten und gekauften Einpeitscher. Nur wer damals wie heute genügend Aufmerksamkeit Erwirken oder Erkaufen kann, wird medienwirksam in Szene gesetzt. Noch nie war der Einfluss der Medien auf die Befindlichkeit breitester Massen so groß wie heute. So entscheiden gefühlsbetonte und oft manipulierte Wenigwisser mehr und mehr über die Fortschritte der Menschheit. Wie lange das die Wissenschaft und Forschung ohne erhebliche Rückschritte noch verträgt, ist unbestimmt. Vielleicht bewegen wir uns trotz immer zunehmender Informationsmöglichkeit bereits in einer Abwärtsspirale des Fortschrittes. Aber vieles ist auch mehr Schein als Sein.
    Das betrifft nicht nur Tierversuche, deren Einschränkung auf ein notwendiges Maß auch zu befürworten ist. Aber gerade Die, die hier besonders scharf fordern, nehmen es hin, dass aus religiös- und ideologischen Ansichten, bereits bestehende und vernünftige Gesetze des Tierschutzes zum Teil aufgehoben oder ausgesetzt werden. Wir schaffen es ja nicht einmal für die Mehrheit der Menschen den Mindestschutz ihrer Menschenrechte, ihrer Gesundheit und die Freiheit der eigenen Entscheidung durchzusetzen. Da wird weiterhin weltweit ungesühnt ideologische Verblendung, Massenmord, Folter und Unterdrückung an Menschen geduldet oder erduldet, ohne dass wir einschreiten oder es oft auch nur wollen.
  • verständlich und klar

    18.05.2014, kerstin
    Ich habe dieses Buch für meine Maturitätsarbeit gelesen. Um das Wissen nochmals aufzufrischen suchte ich diese Seite auf. Die Thesen werden auf den Punkt gebracht und verständlich formuliert. Besten Dank für diesen Text :)
  • kunst und religion

    18.05.2014, josef martin
    alle lebewesen tun zwei dinge : sie sorgen fuer ihr individuelles physisches ueberleben , und sie sorgen fuer den erhalt der jeweiligen spezie ....nur der mensch hat noch eine moeglichkeit in seinem leben noch etwas anderes zu tun : er kann ( und muss ) fuer sein psychisches ( seelisches , geistiges ) ueberleben sorgen . dafuer hat er die faehigkeit zur kunst .
    religion ist kunst , sie ist die einzige kunstart die verlangt , sich an dem kunstwerk oder am kuenstler zu orientieren . sie ist deshalb goetzendienst .
    im uebertragenen sinne : ich knie nicht vor dem bild der mona lisa nieder , auch nicht vor dem kuenstler . wenn ueberhaupt , so tue ich dies nur vor der faehigkeit des menschen zur kunst .
    religion ist stillstand . stillstand ist die religioese form von ewigkeit , der versuch der ewigkeit und dem absoluten ein gesicht zu geben .
    die kunst ist unendlich , nicht in der zeit , aber in der anzahl ihrer moeglichkeiten .
  • Abwägung bei Tiermodellen

    18.05.2014, dr. josef wieser
    Morddrohungen sind immer Reflexe "cortical etardierter" Menschen.
    Nichtsdestotrotz darf Wissenschaft kein für sich stehender Selbstzweck sein und Rechtfertigung mit der Freiheit der Forschung - welche auch meiner Meinung nach eine der wichtigsten Freiheiten ist - darf nicht als Totschlagargument, d.h. als Rechtfertigung für alle erdenkbaren Experimente missbraucht werden.
    Eine sensible Abwägung unter Berücksichtigung neuster Primatenforschung, welche nie gedachte Ähnlichkeit der physischen wie psychischen Leidensfähigkeit nahelegen bzw. sogar belegen, ist in jedem Fall angezeigt.

    Kurz:
    Tiere leiden menschenähnlich.
    Um diese Belastungen zu rechtfertigen muss durch den Versuch gleichwertiges Positives erwartbar sein.
    Der Grund "Forschung ist frei" allein ist nicht ausreichend, daman damit auch abartige sinnlose Tests rechtfertigen kann.

    P.S.
    Wenn Politiker dem Willen der Bevölkerung entsprechen und Wahlversprechen einhalten, ist dies manchmal gut und manchmal schlecht in einer Demokratie.. ' j
  • Niedergang der Mehrsprachigkeit

    18.05.2014, Dieter Krogmann
    Jürgen Trabant ist insgesamt nur zuzustimmen. Die Sprache einer Ethnie ist eine ganz spezifische Fähigkeit und hat, wie das J. Trabant treffend formuliert, "Konzeptualisierungen und Denkweisen im Gepäck". Sie ist über Jahrtausende gewachsen und das wichtigste Werkzeug einer geistig-kulturellen Optimierung. Gerade die deutsche Sprache läßt viele sprachliche Ausdrucksweisen zu, in denen sich analytisches Denken und Vorstellungskraft, je nach dem Bildungs- und Wissensstand, hervorragend widerspiegeln. Deutsch und Latein waren über Jahrhunderte die Sprache der Wissenschaft.
  • Teilchen…

    17.05.2014, fj
    Ich hatte bei „Teilchen“ ja eher an Backwaren gedacht, statt an Obst. ;-)
  • Ultraleichte Teilchen oder hellere Materie-Theorie?

    17.05.2014, Peter Pohling, Dresden
    "Angesichts ausgebliebener Erfolge anderswo" beginnt das Spiel auf der Klaviatur der Dunklen Kandidaten nun von vorn: Da sich die "experimentellen Möglichkeiten dramatisch verbessert haben" und die Axionen-Experimente "für nur wenige Millionen Euro zu haben sind", sollten wir ganz ohne Zweifel die niedrig hängenden Früchte pflücken. Gut so.

    Wenn aber auch diese "Früchte" taub sein sollten, muss irgendwann nach einer dritten Antwort des Materie-Paradoxons gesucht werden! Meine Lesermeinung ist:
    Albert Einstein hätte sicher eine Weile über seine Theorie gegrübelt und die richtige Antwort inzwischen gefunden. Leider ist Einstein seit fast 60 Jahren tot.
  • Wissenschaftsmüll wegwerfen, Lebensqualität steigern

    16.05.2014, Peter Kosek, Gütersloh
    Wenn 85 Prozent der medizinischen Forschungsgelder nur der Müllproduktion dienen, sollte man im Gegenzug die Fakten aus dem Medizinalltag herausholen. Diese belegen: Die Probleme liegen nicht in fehlenden wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Medikamenten. Sie liegen im alltäglichen Verhalten der Menschen. Gemäß Statistischem Bundesamt sind 52% der Deutschen übergewichtig oder fett, die Energiezufuhr über Fette beträgt im Schnitt 40% (Empfehlung höchstens 30%, davon hoher Anteil ungesättigter Fette), zwischen 30 und 40 Jahren rauchen fast 50% der Männer und 36% der Frauen, und zu viel Alkohol trinken 33% der Männer und 22% der Frauen. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass unter den zehn häufigsten Diagnosen bei 65-Jährigen und Älteren in Arztpraxen, Krankenhäusern und in der Todesstatistik zwischen 40 und 80% auf diese Fakten zurückzuführen sind. Das sind die Niederungen der Realität, wie sie jeder Hausarzt von früh bis abends erlebt. Die Menschen müssen ja nicht unbedingt älter werden, als sie es jetzt schon erleben, aber zumindest sollten sie schöne Jahre im Rentenalter verleben und nicht im Pflegeheim verebben. Finanzielle Investition in die Motivierung zu gesundheitsbewusstem Leben ist sicher besser angelegt als in der Produktion von Wissenschaftsmüll. Das kostet viel weniger Geld, entlastet die Pflegeversicherung und bringt Lebensfreude.
  • Gesunder Selbstzweifel

    16.05.2014, Wolfgang Huß, Hamburg
    Zunächst bin ich Michael Springer sehr dankbar, dass er das Thema der sozialen Verantwortung mit auf die Tagesordnung gesetzt hat.

    Ob die von ihm erwähnte Unterstellung der Forscherin Cech, dass »externe Ursachen im ideologischen Bereich« für die festgestellte, fortschreitende Abnahme der »Sensibilität für die Verantwortung des Forschers« tatsächlich ursächlich sind oder nicht, lass ich mal dahingestellt sein. Für mich kämen diesbezüglich auch die Rahmenbedingungen des Studiums, der Umgang der Studenten untereinander und die Vorbildfunktion der Lehrenden in Betracht. Nach Springers Aussage meint Cech, »dass […] falsche gesellschaftliche Ansichten über Technik und Wissenschaft« bei den Studenten vorhanden seien. »Die Studenten verinnerlichten ein verbreitetes Klischee des Forschers als einer unpolitischen, wertfreien und allein der Naturerkenntnis verpflichteten Person.«

    Michael Springer meint nun, »dass ein naturwissenschaftliches Studium ganz von selbst eine objektiv-wertfreie, nicht moralische Einstellung fördert.« Da bin ich anderer Meinung. Meiner Meinung nach unterliegt jede Interpretation einer Untersuchung oder Messung dem Bild, welches der Naturwissenschaftler von seinem Forschungsgegenstand oder allgemeiner gesagt, von der Welt hat. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass profilierte Wissenschaftler die Relativitätstheorie Einsteins als jüdische Physik ablehnten? Dass Wissenschaftler Schwarze für dumm und Juden für minderwertig hielten? Dass Wissenschaftler jahrzehntelang kein homosexuelles Verhalten im nicht menschlichen Tierreich beobachten konnten, obwohl es ständig vor ihrer Nase stattfand? Um nur ein paar Beispiele zu nennen, die so heute hoffentlich nur noch von wenigen behauptet oder gesehen werden.
    Was ist mit den Diskussionen darum, dass Wissenschaftler unbewusst oder gar absichtlich ihre Forschungsergebnisse so selektieren, dass sie zu ihrer Meinung oder ihrer Karriere passen?
    Alles was der Mensch tut, wird durch den Filter seiner Einstellung und seiner Meinung beeinflusst, denke ich. Und so fördert das Studium der Naturwissenschaften nach meiner Meinung nicht automatisch die objektiv-wertfreie, nicht moralische Einstellung. Denn eine objektiv-wertfreie, nicht moralische Einstellung gibt es in Wirklichkeit so nicht. Die Wissenschaften sind voll von Wertungen, von moralischen und von nicht moralischen Einstellungen und Verhaltensweisen. Dies ist nach meiner Meinung nicht nur menschlich, sondern es ist sogar unvermeidlich. Daher sollten sich Studenten dessen bewusst sein. Es sollte natürlich im Unterricht auch zusammen mit sozialer Verantwortung thematisiert werden.

    Wir alle tun gut daran, dies nicht zu leugnen, sondern es offen auszusprechen. Zu meinen, man wäre Teil einer „objektiv-wertfreien und nicht moralischen“ Wissenschaft – was auch immer dies sein sollte – oder würde sich zumindest dieser annähern, das wäre eine fatale, gefährliche Selbsteinschätzung, die einem gesunden Selbstzweifel im Wege stünde.