Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Die Realität und ihre Simulation sind dasselbe

    25.07.2011, Wolfgang Willner, Wien
    Die Frage, ob wir gesichertes Wissen über die Außenwelt besitzen können, krankt meiner Ansicht nach an der Annahme, dass es nur eine einzige "wirkliche" Außenwelt geben kann. Wenn es aber prinzipiell nicht entscheidbar ist, ob die von uns wahrgenommene Welt "real" oder eine Simulation ist, dann sind diese beiden Beschreibungen gleichberechtigt bzw. "reale" und simulierte Welt identisch. Mehr noch: Es sind sogar unendlich viele Welten denkbar, in welchen genau unsere simuliert wird. Weil aber diese Welten ihrerseits nur Simulationen sein könnten, sind sie nicht mehr und nicht weniger real wie die unsere. Eigentlich ein sehr überzeugendes Argument für die Vielweltentheorie!
  • Kosten für die Produktion der Batterien etc.

    25.07.2011, Heemann, Ulrich
    Der Autor dieses Artikels behauptet, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt Elektroautos und Benziner primärenergietechnisch pari seien. Dabei vernachlässigt er die erhöhten Kosten für die Produktion der Batterien und auch die notwendigen Mehrkosten für die elektrische Heizung im Winter oder eine entsprechende Isolierung der Fahrzeuge. Angesichts des ca. 90%igen Wirkungsgrades der Elektromotoren ist eine Effizienzsteigerung fast nur durch leichtere Konstruktionen erreichbar, dem aber schon das schwere Plus der Batterien entgegensteht. Wie weit deren Kapazitätssteigerung bei akzeptablem Gewicht getrieben werden kann, ist derzeit aber noch völlig offen.
    Auch die potentielle Möglichkeit der Zwischenspeicherung von Energie in Autobatterien erscheint mir weit weniger wünschenswert als behauptet, ist doch jedes Umladen mit hohen Verlusten verbunden. Da scheint mir das Pumpspeicherwerk, das eine unmittelbare Einheit mit einem Kraftwerk darstellt, wesentlich effizienter.
    Angesichts dieser Unwägbarkeiten scheint mir auch in diesem Bereich eine vorschnelle politische Entscheidung gefällt worden zu sein, die der derzeitigen Sachlage (noch) nicht gerecht wird. Gerade auch angesichts des vergleichsweise kleinen, aber alltäglich sichtbaren Energieverbrauchs im Mobilbereich kann hier nur von einem taktischen oder schlecht durchdachten Manöver ausgegangen werden, das Wählerstimmen fangen soll. Wären entsprechende Aktivitäten zur Reduzierung des Energieverbrauchs - hier sind Möglichkeiten zur Energieeinsparung ohne Leistungsreduktion gemeint - in gleichem Maße erkennbar, wären die Gesamtbemühungen der Regierung auf dem Energiesektor etwas glaubwürdiger.
  • Energiespeicher für regenerative Energien.

    25.07.2011, Walter Jakob, Heikendorf
    Sehr geehrter Herr Bornebusch,

    warum lassen Sie in Ihrem Artikel so vielversprechende Speichermöglichkeiten aus, wie die Energiespeicherung im Erdgasnetz? Dies wurde bisher in mehreren Artikeln vorgestellt und bereits in ersten Projekten realisiert. Vorteile: vorhandene Infrastruktur und immense Speicherkapazität.
  • Alberner Optimismus

    23.07.2011, Fritz Kronberg
    Der Artikel enthält einige völlig irreale Annahmen über die künftige Entwicklung. In nur noch neun Jahren eine Verdoppelung der Batteriekapazität erreichen zu wollen ist science fiction ohne science. Ebenso steht es mit der angenommenen Effizienzsteigerung. E- Motoren haben bereits jetzt einen Wirkungsgrad von 80-90%. Der Autor will also einen Wirkungsgrad von 160-180% erreichen. Viel Spaß bei der Entwicklung des Perpetuum Mobile! Über die Phantastereien bezüglich der Speicherfunktion der Wagen spare ich mir weitere Kommentare. Sie sind genauso blödsinnig.
  • alles viel zu konventionell

    23.07.2011, Arno A Evers
    Leider hat der Verfasser dieses Artikel viel zu konventionell gedacht bzw. gerechnet. Alles sehr im Sinne der heutigen Stromerzeuger und Netzbetreiber. So wird es hoffentlich NICHT kommen. Eine wirkliche E-Mobilitaet, sollte sie denn eines Tages kommen, macht nur Sinn mit: Erstens leichteren Fahrzeugen und zweitens Strom-Autarkie für alle 40 Mio. Pkws in Deutschland bzw. deren Besitzer. Beides geht schon heute, die Technologien bzw. Produkte sind da. Nur: Sie werden zurückgehalten. Jeder Leser darf hier gern raten, von wem wohl?
  • PRIMA-KLIMA

    22.07.2011, Jürgen Friedrich, Borstel-Hohenraden
    Der Schluss im Kasten "Kleine Geschichte der Wolkenkunde" lautet: Eindeutige Beweise, dass sich das Wetter gezielt beeinflussen lässt, gibt es bis heute nicht. - Das hat die Qualität einer Glaubensaussage. Mit PRIMA-KLIMA liegen die Beweise massenhaft auf dem Tisch in Form von Zahlen.

    Dieses Zahlenwerk zielt zunächst (aber nicht nur) auf die Beregnung und Begrünung von rund 90.000 qkm beiderseits vom Sueskanal. Das ist 6 mal die Größe von Schleswig-Holstein.

    Ganz Ägypten ist rund 1 Mio qkm groß und erschöpft sich nicht in volkswirtschaftlicher Betrachtung. Es geht auch um Fortschreibung von Schöpfungs- und Kulturgeschichte, die im antiken Ägypten wurzelt.

    Der rechnerische Ansatz hat drei Teile:

    1. Kosten von Luftbefeuchtung, um über natürliche meteorologische Prozesse zu mehr Regen zu kommen
    1.1 Pumpen und rotierende Wasserkanonen spritzen in den heißen Stunden des Tages die Ufer des Sueskanals und des Roten Meeres nass. Die Jahresmenge von 800.000 t Regen pro qkm (= die statistische Regenmenge in S-H) lässt sich'einfach hochrechnen' auf 90.000 km^2.
    1.2 Energieaufwand für den Betrieb.

    2. Nutzen -- zunächst ‚in Regen’. Vom heißen Wüstensand verdunstet das Wasser. Die so angefeuchtete Luft regnet im Landesinnern ab.
    2.1 Wenn auf der Hälfte des beregneten Gebietes Kulturen angelegt werden mit Ölpalmen, kommt mit dem Ertrag pro Hektar von 7 Tonnen Öl ein Jahres-Brutto heraus von über 23 Mrd Dollar, bezogen auf einen Barrel-Öl-Preis in New York von 100 Dollar. Dabei ist klar, dass der Preis dort klettern wird.
    2.2. Die CO2-Emmissions-Handels-Kontingente sind beträchtlich, ebenso die enormen wertschöpferischen
    Möglichkeiten im dann aufblühenden Kleingärtnerwesen".
    usw.

    Wie immer und überall, muss auch dieser Beweis geglaubt werden.
  • Lechts und rinks kann man nicht velwechsern

    22.07.2011, Siegfried Krainer
    Auf der Titelseite des Heftes 7/11 ist eine linksdrehende DNA abgebildet (im Heft übrigens nicht). Es gibt in der Natur eine linksdrehende Form von DNA, die Z-DNA (von Zig-Zag). Man findet sie in GC-reichen Sequenzabschnitten, ich nehme aber an, dass nicht diese metastabile Form gemeint war.
    Übrigens ist die Frage der Bevorzugung der rechten
    Drehrichtung bei Nukleinsäuren nicht hinreichend geklärt, und es ist möglich, synthetisch spiegelsymmetrische Nukleinsäuren zu erzeugen (nicht Z-DNA, sondern echt linksdrehende A-DNA und B-DNA-Strukturen). Die
    Natur dreht rechts, es scheint aber eine psychlogische Bevorzugung im künstlerischen Bereich für linksdrehende Strukturen zu geben: Linksdrehende DNA findet sich sogar
    in High-impact Journals, auf Titelseiten von Fachbüchern und in Firmenlogos.
  • Der Urprung aller Zahlen

    21.07.2011, Karl Reichmann
    Bravo, endlich hat jemand die Chuzpe, dem traditionellen Wertesystem pi und Co. die Stirn zu bieten! Nur hat leider Herr Hartl übersehen, dass der Urprung aller Zahlen die 42 ist. Pi sollte also eigentlich 4p2 = pi / 42 = 0.074998250854712675824438900780.... lauten. Selbstverständlich müssen alle anderen bekannten Konstanten entsprechend überarbeitet werden. Beim Genuss der Konstanten tau hat sich aber "der Rechner aller Rechner" sowas von verschluckt, dass er bis auf weiteres leider nicht zur Verfügung steht. Gerne würde ich diese Arbeit übernehmen - aber man lässt mich hier nicht raus!
  • Erreger der zystischen Fibrose

    21.07.2011, Susanne J.
    Da ist wohl etwas durcheinander geraten: die Mukoviszidose ist doch keine Infektionskrankheit ...
    Antwort der Redaktion:
    Liebe Leserin,



    stimmt, da habe ich Blödsinn geschrieben, während ich schon am nächsten Satz gebastelt habe - und dann nicht noch einmal nachgedacht. Eigentlich sollte es darum gehen, dass Pseudomonas aeroginose am besten als Verursacher von Sekundärinfektionen bekannt ist - vor allem (aber nicht nur) bei Mukoviszidose-Patienten.



    Ich bemühe mich in Zukunft weiter um Sorgfalt und habe den Fauxpas im Artikel jetzt vertuscht.



    Vielen Dank für die Zuschrift und weiter viel Spaß mit spektrumdirekt,



    Jan Osterkamp (Redaktion)
  • Schlacht-Ritterrüstung

    20.07.2011, H. Krimm
    war schwer, aber es ist mir zu vereinfacht unmännlich gedacht, als ob die Ritter damit viel rumrannten
    (dazu hatten sie höchstens eine leichte ,halb-dekorative Hof-Rüstung usw.)-- sie waren doch keine Fußsoldaten, die hatten sie evtl. neben sich, sondern Reiter, das sagt das Wort, und wurden teilweise mit Seilrolle aufs Pferd gehoben. Der Sinn der schweren Ritterrüstung in quasi Verschmelzung mit Schlachtross war, mit Panzerwucht (Stoßwirkung) in die zu durchbrechende Feindlinie einzufallen und im angsteinjagenden Überraschungmoment zu überrennen usw. Dass das irgendwann gegen mobile Fußtruppen mit Bogen und Armbrust (Fernkampf) usw. zum Verhängnis wurde ,liegt u.a. an dem starren Ritterstolz, "hoch zu Ross", was (zu) lange Erfolg hatte. Proletarische Bogenschützen u.ä. wollten sie ritterlich blamieren, sie waren im Ritterethos auch lange für Nahkampf und Mann gegen Mann - nicht für "hinterhältige" Fernschützen.
  • Titel Ihres Leserbriefes

    20.07.2011, Elischka Hagnot Wien 1060
    Am Abend vor der Schlacht von Azincourt waren beide Heere bereits am Schlachtfeld. Die englischen Ritter waren auf die gleiche Weise gepanzert wie ihre Gegner. Das französische Heer war in deutlicher Übermacht. Die Franzosen feierten ihren leichten Sieg schon vor der Schlacht, sodass sie dann ziemlich alkoholisiert angriffen und zu lange nicht bemerkten, was da eigentlich vor sich ging.

    Dass die englischen Bogenschützen ("niederes Volk") derart entscheidend in die Schlacht eingreifen durften, war ein damals unerhörter Bruch des ritterlichen Moralkodex.

    Wissenschaftler sollten nicht in fremden Wissenschaftsgebieten wildern um ihre ohnehin faszinierenden Ergebnisse zu behübschen.
  • Wir vergessen den Klimawandel

    19.07.2011, Simon Schmutzler, Geesthacht
    Der Klimawandel war vor einigen Jahren schon einmal groß im Gespräch. Ungewöhnlich hohe Temperaturen in den Sommermonaten, Wasserknappheiten und eine Vielzahl heftiger Stürme gaben damals Anlass zur Beunruhigung.Es wurde von der Politik viel diskutiert, rausgekommen ist dabei herzlich wenig. Momentan interessiert man sich lieber wieder für die Atomkraft, denn wir reagieren nur noch auf Ereignisse mit besonders schweren Folgen. Spürt man die schleichende Gefahr nicht unmittelbar, wird es uninteressant.So werden nun neue Kohlekraftwerke geplant und das Ziel, den Klimawandel noch einzugrenzen ist in letzter Zeit aus dem Blick geraten. Wir müssen aufwachen und der Realität ins Auge blicken, denn wenn wir so weitermachen, werden wir so bald nicht mehr auf unserem Planeten leben können. Tritt eine Klimakatastrophe ein, wird sie nicht so glimpflich verlaufen wie Tschernobyl oder Fukushima, sondern von globalem Ausmaß sein.
  • Kühlt die Erde also ab?

    19.07.2011, Georg Wesch, Urbach
    Wenn fast die Hälfte der abgestrahlten Wärme aus "der Entstehung des Planeten", also nicht aus eingefallener Sonnenstrahlung oder menschlichen Aktivitäten, bedeutet das dann nicht, dass die Wärmebilanz negativ ist und die Erde sich abkühlt?
    Antwort der Redaktion:
    Das ist richtig - das Innere der Erde kühlt seit der Entstehung des Planeten um 50 - 100 Kelvin pro Jahrmilliarde ab.
  • Kleine Anmerkung zur PID

    16.07.2011, Frank E r z
    Prima Artikel: Fast alles, was Sie hier anführen, schwirrte auch mir schon im Kopf herum. Allerdings sehe ich den Punkt 4 etwas anders.
    Da das Down-Syndrom nur zu einem extrem kleinen Anteil vererbbar ist, müssten hier meines Erachtens die Eltern erst eine entsprechende Veranlagung nachweisen (z.B. Mosaik-Trisomie 21). Eben weil sonst kein hohes Risiko besteht. Noch nicht mal ein mittelmäßiges.
    Der reine Wunsch kein Down-Syndrom-Kind zu bekommen, darf nicht ausreichend sein.

    Allerdings sehe ich die größte Lüge in der Diskussion, so wie Sie, bei der Pränatal-Diagnostik. Einen Embryo einzusetzen und ihn dann nach einer Fruchtwasseruntersuchung abzutreiben, das kann nicht der bessere Weg als die PID sein.

    Entweder man verbietet das Eine oder erlaubt das Andere.
  • Formale Sicherung für unbefangene Entscheidungen

    15.07.2011, Eckart Lefringhausen, Geldern
    Der Verfasser zitiert Amartya Sen mit den Worten, es könne keine systematische und umfassende Theorie der Gerechtigkeit geben. Ich bin ebenfalls dieser Auffassung, da kein allgemein gültiger inhaltlicher Maßstab einer gerechten Erkenntnis bekannt ist. Was aber eine solche Erkenntnis zumindest annähernd sichern kann, ist die formale Seite des Entscheidungsverfahrens. Jeder Entscheider muss danach unbefangen sein, das heißt er darf sich nicht von persönlichen Vorlieben, Abneigungen, verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen bei seiner Entscheidung leiten lassen, was in den deutschen Verfahrensgesetzen auch entsprechend geregelt ist. Ferner muss der Entscheider unparteiisch sein, darf also auch aus anderen als persönlichen Gründen keine Seite gegenüber der anderen bevorzugen, seien sie politischer, ideologischer, religiöser oder uach anderer ideeller Art. Allein diese formale Sicherung haben meines Erachtens eine überzeitliche Wirkung, und werden auch durch das Bild der Gerechtigkeit mit der Binde vor den Augen symbolisiert.
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