Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Geister sind kein Teufelszeug!

    23.07.2015, Dominique Boursillon
    "Was wäre, wenn ein abruptes Bremsmanöver die Insassen schützt, aber zu einer Massenkarambolage unter den nachfolgenden Autos führt? Oder wenn das Auto einem Kind ausweicht – auch auf die Gefahr hin, jemand anderen zu treffen?"

    Wo liegt denn da das Problem? Solche und ähnliche Entscheidungen treffen zu müssen kann auch Menschen passieren (tut es selbstredend auch). Es wird künstlich ein Problem geschaffen, weil wir von einer Maschine erwarten, dass sie unter Beachtung aller Umstände, nur richtige Entscheidungen trifft - und zwar ohne unser menschliches Zutun! Problemstellungen wie die oben zitierten sind doch nur Scheinprobleme der Moralphilosophie. Unsere Angst ist, dass ein Computer, der einen Passanten umfährt, um einem anderen auszuweichen, dies aufgrund seiner Programmierung tut, oder schlimmer noch aufgrund seiner „verbugten“ Programmierung. Wenn uns so etwas im Verkehr widerfährt, dann reden wir uns mit "Schrecksekunde", "Schock", oder was auch immer raus. Auf keinen Fall aber werden wir sagen: "Das Leben des einen schien mir wichtiger als das des anderen, darum habe ich den anderen umgefahren (quasi nach bestem Wissen und Gewissen)". Genau das würde aber ein Computer machen... Denken wir! Aber: Zum einen, denken wir da richtig? Und zum anderen, wenn dem so ist, dann doch nur, weil wir den Computer so programmiert haben.

    "Es ist noch eine Menge Forschung nötig, bis wir künstliche Intelligenz dazu bringen können, bei ethischen Konflikten sinnvoll zu urteilen".

    Ja! Wenn sogar die Philosophen versagen, was erwarten Sie dann noch von der Zukunft? Ich gehe hier auf das Konzept des "ethischen Konflikts" ein. Die Antwort ist erschreckend simpel: Es gibt keine "ethischen Konflikte"! Es gibt Definitionen, sonst aber gibt es nichts. Beispiel: Wenn das Leben heilig und schützenswert ist, dann ist es egal in welcher Situation Sie sich befinden; Sie können ein Leben unter gar keinen Umständen gegen das eines anderen aufwiegen. In dem Fall reagiert der Computer derart, dass er das Risiko für sich und die Insassen berücksichtigt, nicht aber ob er ein Kind oder einen Rentner umfährt - wie im wahren Leben (Parenthese: Der Computer wird dies viel besser als wir abschätzen können und die Zahlen schwerer Unfälle werden stark zurückgehen, aber es werden ab und an dann doch mal Kinder oder Rentner überfahren werden. Dafür gibt es ein Naturgesetz, das da lautet: Shit happens!). Oder: Wenn das Leben nicht heilig und schützenswert ist, dann müssen wir definieren, wer leben darf und im Zweifelsfall wer nicht. Dann entscheidet der Computer nach dieser Maßgabe - und es gibt weiterhin nicht den Ansatz eines Konflikts.

    Kurzum! Computer, die programmiert sind, werden nach dieser (von Menschen erschaffenen) Programmierung handeln. (Künstlich) intelligente Computer werden genau so wie wir Fehler machen - wenn auch deutlich weniger und mit deutlich weniger schweren Folgen. Aber genauso wie schon das Rad, die Gabel, die Eisenbahn oder das Auto für die Menschen aus ihrer Zeit Teufelszeug waren, so ist jetzt die künstliche Intelligenz Teufelszeug. Zwar sind solche und ähnliche Probleme im Überfluss Themen von Science-Fiction aller Art. Letztendlich zeugen solche Probleme und unsere Beschäftigung damit nur davon, dass viele Menschen (auch Journalisten und Wissenschaftler) Angst vor der Zukunft und vor dem Fortschritt haben. Ich finde es traurig, dass Sie als Wissenschaftsjournalisten nicht den Mut aufbringen diesen absurden und irrigen Argumentationen entgegenzuwirken. Der Tenor des Textes ist doch, mehr oder minder unterschwellig, dass wir Menschen in jeder Situation in der Lage sind (ethisch) korrekte Entscheidungen zu treffen, während Computer dazu unfähig sind. Das ist arrogant, denn es stimmt nicht. Das ist aber auch die Art Selbstüberschätzung, die wir aus billiger Science-Fiction à la „I, Robot (Film)“ oder „Minority Report“ erfahren.

    Im Übrigen: Isaac Asimov zeigt in seinem Buch „I, Robot“, dass Roboter, die nach den „Drei Gesetzen“ agieren, durchaus anders reagieren als wir es erwarten oder gerne hätten. Asimov hatte aber auch keine Angst von der Zukunft und den Geistern, die sie ruft.
  • Was auch noch reformiert gehört

    23.07.2015, Sualtam
    Der Artikel setzt eine klare geschlechtsspezifische Täter/Opfer-Dichotomie vorraus.
    Tatsächlich werden auch Männer von Frauen vergewaltigt, etwa durch Penetration mit Gegenständen.
    Dieses Thema wird nur grundsätzlich ignoriert und lächerlich gemacht, sodass Opfern nicht nur keine einzige Hilfseinrichtung bundesweit zur Verfügung steht, sondern sie auch von Polizei, Freunden und Familie allein gelassen werden.
    Obwohl immer wieder Untersuchungen zeigen, dass Vergewaltigungen durch Frauen annähernd gleich häufig stattfinden, ist das gesellschaftliche Bewusstsein dahingehend blind.
    Das deklassiert Männer und Frauen, die durch Frauen vergewaltigt werden zu Bürgern zweiter Klasse, die weder Schutz noch Hilfe zu erwarten haben, weil sie nicht "ins Bild passen" und veraltete Geschlechterbilder hinterfragen auf denen viele Pfründe in der sog. "Gleichstellungspolitik" (= Frauenpolitik) aufbauen.

  • Bitte nicht "eindimensional" denken

    23.07.2015, Dr.Dieter Hennig
    Sicher, das hört sich nicht nur gut an, sondern ist auch erstrebenswert: Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen! Ein wunderbarer Traum.
    Aber wie und in welcher Form kann man sich beteiligen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um von einer produktiven Teilnahme sprechen zu können? Ich erlebe (nicht nur in D.), dass man Menschen zur Teilnehme drängt oder deren Teilnahme zumindest einfordert, ohne tiefer zu überlegen, welche Konsequenzen deratige Aktivitäten haben können. Da meint z.B. eine Ärztin, sich in die "Kernenergie einarbeiten" zu können. Abgesehen von der nebulösen Bezeichnung "Kernenergie", die man bestenfalls in andere Energieformen konvertieren kann, was meint der Autor Finke? Kernphysik? Reaktorphysik? Thermohydraulik? Theorie dynamischer Systeme ? Methoden der Risikianalyse? Maschientechnik/Elektrotechnik? Strahlenmesstechnik?
    Ich denke, bereits an derartigen Aussagen erkennt man (erkenne ich), dass allgemeine Aussagen zum Potenzial der "Bürgerwissenschaft" mehr als fragwürdig sind.
    Bitte, Herr prof.Fink, in sehr vielen Wissenschaftsbereichen kann man heuzuatge nur interdiszuplinär und interinstitutionell zusammenarbeiten. Das betrifft vor allem die Natur-und Technikwissenschenschaften. Ich habe selbst 12 Jahre im Schweizer Paul Scherrer Institut diese Zusammenarbeit mitgestalten können (auf dem Gebiet der nichtlinearen Stabilitätsanalyse).
    Es gibt übrigens eine "klassische" interdiszuplinäre Aktivität auf dem Gebiet der Wirtschafts-und Finanzwissenschaften (1984): Das Treffen von Ökonomen, Physikern, Mathematikern , Informatikern und einigen Biologen im Santa Fe Institut (einer Forschungseinrichtung zur Förderung des interdisziplinären Studiums komplexer Systeme). Bitte lesen Sie das z.B. in Beinhockers Buch nach: Die Entstehung des Wohlstandes (The origin of wealth), mi-Fachverlag, 2007
    Die reine Aufforderung zur Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft kann durchaus negative Folgen haben: Selbsternannte "Bürgerwissenschaftler" mit Oberflächenwissen beginnen sich in einen demokratischen Prozess einzubringen/einzumischen und richten letztlich mit einem scheinbaren Fachwissen Unheil an. Natürlich kann man interessierte Laien zu gewissen "Hilfeleistungen" ermuntern, insbesondere im Reich der Beobachtungen und Registrierungen. Das hat sich durchaus als effizient erwiesen. Doch man sollte bedenken, dass vor allem die sog.exakten Wissenschaften eine Spezial-Gedankentiefe und auch eine spezielle mathematische Sprache erreicht haben, die sich selbst Wissenschaftlern nur nach jahrelanger hartnäckiger Forschungsarbeit und Erfahrung erschliesst.
    Wir sehen heut, dass es z.T. erschreckend oberflächliche Diskussionen zu komplizierten (komplexen) Wissensbereichen wie z.B. die Finanzwirtschaft, die Kernenergienutzung oder Gentechnologien, geführt von Politikern und Bürgerforen gibt, die sich leider auch in einer politischen Rahmengebung niederschlagen und auf lange Sicht vermutlich mehr Schaden, ja Unheil anrichten als gesellschaftlichen Nutzen zu bringen in der Lage sind.
    Und noch etwas: Es gibt bereits viele Denkfabriken (Think tanks), in denen man aktiv mitarbeiten und z.T. sogar mitgestalten kann (siehe z.B. Global Marshall Plan Initiative). Ich deneke, da entwickelt sich einiges...und die, die wirklich die Mühe des tiefergehenden Nachdenkens auf sich nehmen wollen , finden bereits dort hin. Mir scheinen, bitte verzeihen SIe, populistische Appelle and die Gesellschaft, sich in "Bürgerwissenschaft" zu üben, schlicht überflüssig. Experten aus dem Bereich der Wisschaftstheorie sollten doch einmal versuchen, die oben genannten Zusammenhänge zu systematisieren und in Buchform herauszugeben.
    Mit freundlichen Grüssen, Dieter Hennig
  • Vage Befürchtungen

    23.07.2015, Horst Maess, Schorndorf
    Michael Springer setzt sich mit TTIP auseinander, wofür noch kein Vertragstext vorliegt. Eingangs wiederholt er vage Befürchtungen, die schon oft von interessierten Seiten gestreut und größtenteils von Fachleuten zerstreut wurden. Neu ist, dass er in den USA Tendenzen zu einer Unterordnung der Wissenschaft unter die Wirtschaft feststellt, die über TTIP auch auf Europa übergreifen könnten. Konkret nennt er in diesem Zusammenhang zum einen die Verteilung der Gelder in der NSF. Er legt aber keine Zahlen vor, die eine Beurteilung dieser Tendenz ermöglichen würde. Dass man über die Verteilung öffentlicher Gelder diskutiert, halte ich für eine Selbstverständlichkeit.
    Zum anderen weist er auf Bestrebungen hin, die das wissenschaftliche Beratergremium der US-Umweltbehörde EPA verändern wollen. Auch hier fehlt eine konkrete Information, wie das Gremium bisher besetzt ist und wie es verändert werden soll. Eine "feste Quote" für die Wirtschaft ist meines Erachtens kein Grund zur Beunruhigung. Wenn "15 US-Forscher" deswegen Alarm schlagen, ist das wenig Besorgnis erregend, weil diese Zahl eher im Promillebereich aller amerikanischen Forscher liegen dürfte. Und über die Qualität dieser Forscher ist damit nichts ausgesagt.
    Natürlich steht es einer wissenschaftlichen Zeitschrift gut an, intensiv über so ein wichtiges Abkommen wie TTIP zu informieren. Allerdings sollte das dann auch wissenschaftlichen Maßstäben gerecht werden und zumindest von Fakten ausgehen, die in einem Vertragstext (der erst Monate später von den Parlamenten beschlossen oder abgelehnt wird) festgelegt sind. Dafür bieten sich schon heute die internationalen Schiedsgerichte an, die von Michael Springer unterschwellig auch für die tendenziöse Darstellung gebraucht werden. Wer setzt sie ein? Wie sind sie besetzt? Wie haben sie bisher gearbeitet? ... Ich habe schon viel Positives über sie gelesen.
  • Erdrosseln

    23.07.2015, Jonas
    Erdrosseln bezeichnet rein rechtsmedizinisch betrachtet schon die Unterbrechung des Blutflusses zum Gehirn. :)
  • Schöne Idee - Aber die traurige Realität macht sie obsolet

    23.07.2015, Steffen Seidel
    Die Kamera soll im Horn das Nashorns untergebracht werden. Sehr schön. Nur die Wilderer töten üblicherweise das Nashorn wegen seines Horns. Sie schneiden das Horn ab und nehmen es mit. Der Rest des Tieres interessiert nicht. Das Tier ist Tot, die Kamera ist immer weg oder Zerstört. Im Extremfall wird der Hubschrauber von den mit Maschinegewehren bewaffneten Wilderern vom Himmel geholt. Die Idee klingt zwar schön, die traurige Realität sieht aber anders aus.
  • Der Raum ist nicht fundamental

    23.07.2015, Martin Kober
    Zunächst möchte ich auf den Kommentar von Daniel Hage eingehen. Er hat vollkommen recht damit, wenn er das mir ebenfalls bekannte Zitat des in der Tat bedeutendsten Wissenschaftsjournalisten des zwanzigsten Jahrhunderts Hoimar von Ditfurth, dessen philosophischen Bedeutung man überhaupt nicht hoch genug einordnen kann, anführt, um der Smolinschen These, dass es keine über das Universums hinausgehende Realität geben kann, dezidiert zu widersprechen. Diese These Smolins ist in der Tat unsinnig. Mit seiner These, dass der Raum keine fundamentale Eigenschaft der Natur sei, hat er hingegen vollkommen recht. Die charakteristischste Eigenschaft der Quantentheorie ist ihre nicht-Lokalität, die sich beispielsweise in Spin-Spin-Korrelationen zeigt,
    also dem analogen Verhalten von Teilchen, die weit voneinander entfernt sind.
    Solche Phänomene lassen sich nur dann wirklich verstehen, wenn man sich darüber klar wird, dass auf einer fundamentalen quantentheoretischen Ebene noch keine räumlichen Kausalverhältnisse existieren. Die bewunderungswürdige Quantentheorie der Ur-Alternativen des großen Carl Friedrich von Weizsäcker trägt dieser Tatsache Rechnung, indem sie von der abstrakten Quantentheorie (allgemeine Dirac -von Neumannsche Formulierung) ausgehend die Existenz der physikalischen Objekte aus zweidimensionalen Zustandsräumen zu begründen versucht. Hierbei werden eben auf der fundamentalen Ebene genau keine räumlichen beziehungsweise feldtheoretischen Begriffe vorausgesetzt. Daher ist dieser Ansatz bezüglich seiner physikalischen Begrifflichkeit der Stringtheorie, die auf feldtheoretischen Begriffen basiert und daher keine korrekte Beschreibung der Natur auf fundamentaler Ebene darstellen kann, himmelweit überlegen. Wenn sich die Einsicht, dass der Raum keine fundamentale Realität ist, die Smolin hier äußert, unter den zeitgenössischen Theoretischen Physikern irgendwann herumsprechen sollte und man daraus die notwendigen Konsequenzen zieht, dann würde vielleicht Grund zu der Hoffnung bestehen, dass man den String-Unsinn sein lässt und sich endlich philosophisch tiefsinnigeren Ansätzen wie der erwähnten von Weizsäckerschen Theorie zuwendet.
  • Wo ist der Zusammenhang?

    22.07.2015, gdh
    In Kommentar Nr. 6 von "Bedem" heisst es (über meinen Kommentar):
    >>Der zweite Kommentar lenkt von dem erläuterten Problem mit den Standartkommentar ab dass Frauen ja auch "bösartig" seien.<<

    Tatsächlich habe ich nichts dergleichen geschrieben sondern mit der Bemerkung angefangen, dass ich davon ausgehe, dass der Gesetzentwurf geschlechtsneutral gemeint ist (also unabhängig davon gilt welches Geschlecht die Beteiligten haben). Nach dieser Klarstellung schreibe ich ausschließlich von "Menschen". Wo da jetzt der >>Standartkommentar ab dass Frauen ja auch "bösartig" seien<< versteckt sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Hier zur Erinnerung nochmal die Frage, die ich anhand des Interviewtextes (etwas plakativ aber durchaus ernstgemeint) aufgeworfen habe:
    "Was ist, wenn zwei Menschen betrunken miteinander Geschlechtsverkehr haben und hinterher meinen, das in Wirklichkeit nicht gewollt zu haben? Haben sich dann beide strafbar gemacht?"

    Gerade das Ausnutzen von Trunkenheit um eine Person "in's Bett zu kriegen" ist ja nichts, was nur die Angehörigen eines Geschlechts tun könnten (oder würden). Sind Beide besoffen, darf man dann ja wohl fragen, wer wen ausnutzt...

    Und nochmal zur Klarstellung der Frage:
    Soll Geschlechtsverkehr mit Betrunkenen (oder sonstwie Berauschten) nun grundsätzlich verboten sein? Oder woran erkennt man, in welchen Fällen das eine strafbare Handlung darstellt?
  • Stichprobe viel zu klein

    22.07.2015, Steffen Seidel
    Eine Untersuchung von lediglich 4 Ureinwohnern ist eine erbärmlich kleine Stichprobe. Meines Wissens gab es allein in Südamerika mehr 'große' Volksgruppen.

    Die Inka haben haben zur besseren Unterwerfung und Kontrolle Bergstämme in den Dschungel umgesiedelt, Dschungelstämme dafür ins Gebirge. Sollten alle 4 Personen aus dem ehemaligen Einflussbereich der Inka stammen, könnten ihre Gemeinsamkeiten trotz erheblichen räumlichen Abstandes nichtssagend sein.

    Nicht zu vergessen, es gab ein großes, verzweigtes und wohl auch gut frequentiertes Handelsnetz, das sich über Mittel- und Südamerika und auch über die Dschungelgebiete von Amazonas und Orinoko erstreckte. Diesem entlang breiteten sich die von den Spaniern eingeschleppten Seuchen aus. Nach einigen Schätzungen waren mehr als 90% der Bevölkerung dadurch ausgerottet, bevor die ersten Europäer diese Gegenden betraten. Wie viele Völker davon waren evtl. anderen Ursprungs?

    Auch in östlichen Nordamerika teilten etliche Stämme oder gar kleine Völker dieses Schicksal.

    Da es bei den Mandan (Nordamerika, als Sioux-Verwandtschaft angenommen durch verseuchte Decken weitgehend ausgerottet) viele Blondhaarige, mit blauen Augen gab, und man einen mittelalterlichen Kontakt mit Wikingern ausschließen will, könnte es sich bei ihnen um ein eigenständiges Volk handeln. (Außer den bei Wikipedia angegebenen Autoren gab es noch Missionare, denen auffiel, dass ihr heiliges Zeichen ein Kreuz war.) 1837 wurden noch 100 -150 gezählt, von einmal etwa 15.000) Es soll wieder über 300 Nachfahren geben. Wurde einer davon untersucht?

    Auch den Chachapoya, die Jahrzehnte lang den Inka (die sie angeblich fürchteten) widerstanden hatten, ist es ähnlich ergangen. (Sie hatten den Spaniern wohl noch über 10.000 Krieger zum Kampf gegen die Inka unter Atahualpa zur Verfügung gestellt.) Sie auch sie waren gutteils blond bis rotblond und blauäugig. Stammten sie teilweise von Kelten ab (so eine Hypothese), oder waren sie ein eigenständiges Volk? Als die Inka sie umsiedelten waren es wohl 500.000 heute gelten sie als weitgehend ausgerottet. Ein Filmbericht im Fernsehen zeigte aber eine ganze Reihe blonder, blauäugiger Leute im ehemaligen Inkagebiet. Wurde davon einer untersucht?

    Südamerika ist groß und es gibt immer noch isoliert lebender Stämme. Bei einer Stichprobe von mehr als 2000 Ureinwohnern, aus den verschiedensten Gebieten unter besonderer Berücksichtigung kleiner noch weitgehend isoliert lebenden Stämme, lässt sich vielleicht eine Signifikanz erkennen. 4 Personen, das halte ich für gewürfelt. Für diese 4 stimmen die Erkenntnisse vermutlich, aber eine Aussagekraft für ganz Amerika sehe ich nicht. In Südamerika sollen bei Ankunft der Spanier 6 Millionen Menschen gelebt haben. Zugespitzt: 4 Personen aus 6 Millionen, das ist eher ein schlechter Scherz.

    Außerdem, wieso sprachen etliche nordamerikanische Indianerstämme die gleiche Sprache wie die Basken (wie auch Georgier oder die Ainu auf Okinawa) ? (Alles von Jesuiten glaubhaft schriftlich berichtet.) Früher so bekannt, dass sogar ein Western darüber gedreht wurde. Bei einer Verwandtschaft der Cloviskultur und den Vorfahren der Basken plausibel, besonders da beide auch die gleiche Art Speerspitzen benutzten. Nur diese Beiden!

    Die Annahme einer Einwanderung durch mehrere Bevölkerungsgruppen zu verschiedenen Zeiten ist noch lange nicht vom Tisch.
  • Strafrecht und "Einvernehmlich"

    22.07.2015, Sikasuu
    Ok, die Argumentation ist teilweise einleuchtend wir aber nur schwer Rechtlich zu regeln sein!
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    Wie wende ich die z.b. auf ANDRER Beeinträchtigungen geschlechtsunabhängig an?
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    Gibt es einen Unfall der "einvernehmlich" ist? Eine andere Straftat bei der Gewalt angewendet oder auch angedroht, vielleicht nur subjektiv erahnt wird?
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    Da werden Begriffe und Möglichkeiten ins Strafrecht eingeführt, die dessen Systematik massiv aufweichen.
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    Wie soll ein "potentielle" Täter, der natürlich nur ein Mann sein kann, das Frauen so etwas auch nur denken ist unmöglich :-(( , unterscheiden zw. Ja und Nein?
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    Unterscheiden ob die Partnerin nach 1 Glass Bier so unter Dogen steht, das sie nicht mehr klar denken kann. Gibt es jetzt dafür auch Promillegrenzen usw.
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    Ernsthaft sehe ich demnächst eine sich anbahnende zwischenmenschlich Beziehung so ablaufen:
    Notarielle Bestätigung der Zustimmung,
    Promille- und Drogentest!
    Zur Beweissicherung Aufzeichnung des gesamten Vorgangs in Bild und Ton mit ausführlichen Erörteungen zw. den Partnern, das der nächste Schritt vollkommen bejaht wird.
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    Klar müssen ALLE (nicht nur Frauen) gegen potentielle gewaltsame Handlungen geschützt werden. Ist das aber schon Gewalt, wenn z.b. Die Frau, oder der Freund droht aus der gemeinsamen Wohnung aus zu ziehen, (eine nicht unerhebliche finanzielle Bedrohung für den da bleibenden) oder das Auto nicht mehr zu teilen (massive Einschränkung der persönlichen Mobilität)
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    Allein schon " dann gehst du zu Fuss aus der Dikso nach Hause..." ist die ausübung einer Machtposition die..... (Bemerkt den niemend die Fallen???)
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    Hier wird OHNE viel Rechtssinn, etwas strafrechtlich zu lösen versucht, das im "kulturellen" angesiedelt ist.
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    Strafrechlich ist dieser Bereich gar nicht zu lösen und die angestrebten Lösungen öffenen Willkür "Tür und Tor" (Vergl. dazu Schweden: Einvernehmlicher GV wird Tage später zu Vergewaltigung weil einem der Partner Zweifen gekommen sind!)
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    Diesen Ansatz halte ich für eine grosse Falle im Strafrecht!
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    Brummt
    Sikasuu
  • Nein ist Nein, der größte Unsinn.

    22.07.2015, Ben
    "Die Istanbul-Konvention schreibt in Artikel 36 vor, dass alle nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen unter Strafe zu stellen sind. In diesem Zusammenhang schlage ich vor, dass "nicht einvernehmlich" zu bedeuten hat: "gegen den erklärten Willen". Das Schlagwort, unter dem diese Denkrichtung geführt wird, heißt: "Nein ist Nein". Wenn also eine Person Ablehnung kommuniziert – sei es durch das Wort "Nein", sei es durch Weinen oder Sonstiges –, dann hat eine sexuelle Handlung meiner Meinung nach strafbar zu sein."

    Und es soll hier behauptet werden, dass dies noch nicht längst der Fall ist ?! Seit wann gilt denn weinen als Zuspruch für Sex etc.?

    Wozu ein bestehendes recht ordentlich funktionierendes Gesetzt überarbeiten, wenn die Vergewaltigungszahlen im Westen seit Jahren sinken?

    Das heißt demnächst jede, meist Frau, kann, wenn sie will jemanden verklagen der sie von einer Party nach Hause gebracht hat und verwöhnt hat. Und am nächsten morgen hat sie keine Lust mehr und behauptet vergewaltigt worden zu sein und sich auf Grund der ihr großzügig ausgegebenen Drinks an rein garnichts mehr erinnern zu können und das ja alles garnicht wollte. Wo soll sowas denn hinführen? Ganz abgesehen davon, dass man doch rein 0 Möglichkeiten hat im Nachinein zu klären was an besagtem Tag/Nacht gesagt wurde. Das angebcihe Opfer kann doch sagen nein gesagt zu haben oder nicht, wie will man so was denn feststellen?! Dieses Gesetzt benachteiligt Männer im ungeheuren Maße, sie müssen jetzt immer davon ausgehen, als potentielle Vergewaltiger zu gelten sobald sie mit einer angetrunkenen Frau auch nur flirten oder auf die Hüften fassen. Dies ist eine kranke Entwicklung des feministisch indoktrinierten Denkens mehr nicht. Lächerlich. Wenn man vergewaltigt wurde dann wurde man vergewaltigt, wenn nicht dann nicht. Dieses Nein ist Nein ist absolut in die Luft geblasen, absolut nicht überprüfbar, oder gar immer in jedem Fall anwendbar, da Nein besonders bei den meisten Frauen sehr oft auch JA bedeutet.
    PS: Es spielt absolut keine Rolle wie alt die Wurzeln einer Rechtssprechung sind. Sex und Vergewaltigung ist keine Erfindung der Neuzeit, und die Magna Carta hat auch schon eingiges auf dem Buckel, ist es deswegen auch komplett schlecht und umbaubedürftig?.

    Jeder mit common sense wird sich bei der nein ist nein , ja ist ja Thematik an den Kopf fassen müssen.
  • "hängt noch im Mittelalter fest"

    22.07.2015, Einar
    Man muss nicht immer gleich übertreiben!

    Somit schadet man mehr, als man sich zu nützen (Aufmerksamkeit) erhofft.
    Wer nicht weiß, was Deutsche Liebe ist, sollte sich hier einmal schlau machen.
    (Bitte nicht vom Titel irre machen lassen!)

    http://www.amazon.de/SCHWANZRASUR-oder-Brainstorming-eines-Rasenden-ebook/dp/B00PYJGS5I
  • Völlig korrekt. Entspricht aber nicht dem Zeitgeist!

    22.07.2015, Marc Hofer
    >>> Auch Frauen üben Gewalt aus, auch Frauen mißbrauchen Kinder, Recht und die gehobene Position als Mutter. Stellen Sie bitte die Frauen nicht pauschal als Engel dar, es widerspricht der Realität.<<<

    "Frauen schlagen mindestens so häufig zu wie Männer. ... Alle Studien belegen aber, dass Gewalt nichts typisch Männliches ist, sondern dass Frauen wie Männer in Konflikten irgendwann mit Worten nicht mehr weiterkommen und stattdessen die Fäuste sprechen lassen. ... Und in der Kategorie der schweren Gewalt sind es Angriffe mit Messern, Schlagen, Würgen, Boxen mit der Absicht, den anderen körperlich zu verletzen etc. Auch in der Unterscheidung von schweren und leichten Gewaltformen besteht zwischen Männern und Frauen Symmetrie – eben kein Unterschied."

    http://www.welt.de/debatte/article10847107/Frauen-schlagen-mindestens-so-haeufig-zu-wie-Maenner.html

    SUMMARY: This bibliography examines 286 scholarly investigations: 221 empirical studies and 65 reviews and/or analyses, which demonstrate that women are as physically aggressive, or more aggressive, than men in their relationships with their spouses or male partners. The aggregate sample size in the reviewed studies exceeds 371,600.

    http://web.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm
  • Interessante Kommentare

    22.07.2015, Bedem
    Der erste Kommentar hat also Schwierigkeiten ein "Nein" zu akzentieren und möchte sich lieber darüber hinwegsetzen denn es wäre ja nicht so gemeint. Der zweite Kommentar lenkt von dem erläuterten Problem mit den Standartkommentar ab dass Frauen ja auch "bösartig" seien.

    Ist es so schwer einem Menschen aufgrund eines "falschen" Geschlechts Respekt zu erweisen?

  • Feedback

    22.07.2015, Antalolij Antonow
    Sehr geehrte Frau Wolfangel,

    einen derart guten Artikel habe ich lange nicht mehr gelesen. Überaus interessant. Vielleicht berichten Sie zukünftig noch intensiver über dieses Thema, würde mich sehr freuen.

    Freundlicher Gruß
    Antalolij Antonow