Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Alternativen gibt es genug

    26.11.2011, Gerhard Samulat
    Ich habe mit der CCS-Technik so meine Probleme: Sie erinnert mich zu sehr an das alte „End-of-pipe-Denken“ früherer Jahre – aus den Augen, aus dem Sinn... Das hat sich umwelttechnisch noch nie bewährt.

    Deutlich wurde in dem Beitrag ja bereits, dass der Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke bei Abscheidung des Kohlendioxids merklich sinkt. Mit anderen Worten: Um die gleiche Menge Strom zu erzeugen, muss deutlich mehr Kohle verfeuert werden. Das wurde in dem Beitrag ja auch tangiert, wenngleich mich die Aussage verwirrt: „...Momentan kostet CCS noch mehr als Windenergie oder Solarkraft... Die Fotovoltaik hingegen ist viel teurer als CCS...“. Was ist denn der Unterschied zwischen Solarkraft und Fotovoltaik?

    Zudem geht Michael Kühn über einige Ängste lax hinweg: Wer in der Chemie aufgepasst hat, weiß, dass Kohlendioxid in Wasser eine Säure produziert: Kohlensäure. Die ist zwar schwach, aber sicherlich nicht so gesund für die Böden. Michael Kühn will das Kohlendioxid aber gerade in Sandsteinschichten verpressen, die "...gewöhnlich mit Wasser gefüllt sind..."

    Diese Gesteinsschichten sollen sich ferner unter gasundurchlässige Deckschichten befinden. Wenn Gas aber Wasser verdrängen soll und weder das Gas noch das Wasser dabei entweichen können, sollte sich nach einfachen physikalischen Prinzipien der Druck in den Gesteinssichten erhöhen. Dabei können Risse entstehen so wie beim Hot-dry-rock-Verfahren der Geothermie ja gerade gewünscht. Dass es dann auch zu Beben kommen kann, wird einfach unterm Tisch fallen gelassen.

    Mein Fazit also: Nein danke! Lasst euch bitte etwas anderes einfallen. Alternativen zur dreckigen Kohle gibt es genug.
  • Wie üblich nur die genehmen Fakten präsentiert

    26.11.2011, Gilbert Brands, Krummhörn
    Nur ein Teil der CO2-Emissionen entstehen in Anlagen, in denen eine Abscheidung möglich wäre. Beim Verkehr ist dies ohnehin nicht gegeben. Der Effekt wäre also ohnehin sehr viel kleiner, als hier Glauben gemacht wird.

    Allein die Abscheidung und die Lagerung verschlingt derzeit 1/3 der elektrischen Energie, d.h. die Zahl der Kraftwerke müsste kräftig erhöht werden. Dabei ist die Schaffung der Infrastruktur noch gar nicht eingerechnet. Wir stehen mit den Kapazitäten nach dem Abschalten der AKWs aber derzeit schon am Poller. Wenn der Winter hart wird, könnte zeitweise in D der Strom abgeschaltet werden.

    Von den Lagerungsvertretern werden alle möglichen Lagerstätten angepriesen, obwohl die Sicherheit alles andere als geklärt bzw. schon jetzt als schädliche erkannt ist (Tiefseelagerung).

    Über allem schwebt das Dogma der unikalen Rolle von CO2. Interessanterweise darf man über alles diskutieren: Informationstransport mit größerer Geschwindigkeit als Licht, Masse von masselosen Elementarteilchen usw. - nur nicht über CO2. Wie Ernst muss man eine "Wissenschaft" nehmen, die ihre Behauptungen nicht diskutiert, sondern auf deren Richtigkeit besteht?
  • Wie glaubhaft ist die Physik noch?

    25.11.2011, Wilfried Köhler, Bad Salzuflen
    Jede Theorie ist nicht zuletzt auch Grundlage einer kontrovers zu führenden Diskussion. Als Freund der Mathematik bin ich oft erstaunt, welche Theorien in der Physik diskutiert werden. In der November-Ausgabe 2011 von Spektrum z.B. war die Frage: Gibt es parallele Welten?

    Sicherlich eine Fantasie anregende Frage, wenn die Antworten Ja und Nein nicht zu beweisen sind. Den Sinn einer solchen Diskussion möchte ich hier nicht hinterfragen. In der "FAZ" las ich den Artikel "Neutrinos schneller als das Licht? Einstein muss zittern". Für mich war schnell klar dass es sich hier nur um einen Fehler handeln kann. In der Ausgabe Spektrum 12/11 fand ich leider nichts zu der Aussage der FAZ. Möglicherweise war die Pressemitteilung zu aktuell für eine monatlich erscheinende Zeitschrift.

    Die Frage ob es Elementarteilchen gibt die schneller sind als Licht sollte aber mit Ja oder Nein beantwortbar sein, sollte dem nicht so sein, was bleibt dann noch von "unserer Physik" übrig? Auf einen Artikel in Spektrum zu diesem Thema freue ich mich jetzt schon!
    Antwort der Redaktion:
    Die Redaktion hat nicht gezittert - wir tippen auf einen Messfehler. Eine entsprechende Nachricht finden Sie online: Sind Neutrinos schneller als Licht?.
  • Fragliche Schlussfolgerung

    25.11.2011, Hans Dieterle, Steinach
    Verdient haben die Astronomen Perlmutter/Schmidt/Riess den Nobelpreis sicherlich für ihre Entdeckung vor 13 Jahren. Ihre Schlussfolgerung jedoch, dass unser Universum sich beschleunigt ausdehnt, halte ich für fraglich. Zumal man bezüglich einer "Dunklen Energie" noch völlig im Dunklen tappt.

    Das Hubble-Gesetz ist empirisch exakt nachzuweisen nur in einem relativ eng begrenzten Bereich. Es für den gesamten Kosmos zu verallgemeinern, halte ich für gewagt. Die vermeintliche Gesetzmäßigkeit ließe sich in etwa auch erklären durch ein Explosionsmodell, bei dem die Geschwindigkeiten der auseinander stiebenden Materieklumpen mathematisch als "Differenz von Vektoren" dargestellt werden können. Kein Urknall also, sondern eine lokal begrenzte Weltexplosion mit Massezentrum.

    Die zentrumsnahen Teile werden dabei durch die Gravitation stärker abgebremst als die entfernteren. Mit Hilfe des Doppler-Effekts lässt sich somit die mit der Entfernung unehmende Rotverschiebung einfach erklären. Möglicherweise überlagert sich diesem Doppler-Effekt bis zu einem gewissen Grad auch noch die Einstein'sche Raumdehnung, die dann vor allem bei großen Entfernungen zum Tragen käme. Wegen der unterschiedlichen Abbremsung der auseinander driftenden Galaxien bzw. Galaxienhaufen scheinen entfernte Sternenwelten sich immer schneller von uns Beobachtern weg zu bewegen - nicht jedoch vom eigentlichen Massezentrum! Eine Kontraktion unserer lokalen "Weltzelle" irgendwann halte ich daher für sehr wahrscheinlich - spätestens dann, wenn unsere Milchstraße in Nähe des Massezentrums (Großer Attraktor?) mit anderen Galaxien verschmilzt oder pendelnd um den Masse-Schwerpunkt hin und her schwingt.

    Eine genauere Erforschung der Hubble-Rotverschiebung wäre also dringend erforderlich. Doppelte Rotverschiebung muss in der Realität nicht zwangsläufig auch doppelte Entfernung bedeuten. Vielleicht bringt uns das Weltraumteleskop Euclid 2019 weiter.
  • Die genannten Überlegungen zur Sprachentwicklung

    24.11.2011, Ingo-Wolf Kittel, Augsburg
    ...des verstorbenen Princeton-Psychologen Julian Jaynes sind in deutscher Übersetzung online hier zu finden.
  • Ich: das Postulat?

    22.11.2011, Jo Einsiedler
    Jeder, der ein wenig verstanden von philosophischen Schriften, weiß, dass es nicht sehr schwer ist, das, was man zuerst postuliert, am Ende auch schlüssig zu beweisen. Wenn der Autor des Artikels, Herr Newen, das Ich setzt und dann als wissenschaftliche Erkenntnis darstellt, wie soll man ihm da widersprechen können? Die Psychologie kann die Philosophie nicht ersetzen, auch wenn das mitunter versucht wird. Biologisch habe ich stets den Körper, grammatikalisch stets das "Ich", wenn ich mich herkömmlich ausdrücke, psychologisch stets die Psyche, und philosophisch habe ich stets meinen Geist. Weder Ich noch Geist lassen sich naturwissenschaftlich beweisen, sie lassen sich jeweils nur individuell postulieren.

    Beste Grüsse Jo Einsiedler
  • Verschränkung und Identität

    18.11.2011, Alexander Lisibach, Auenstein (Schweiz)
    Für den Laien präsentiert sich die "Verschränkung" etwa wie folgt: Man nimmt z.B. eine weiße und eine schwarze Kugel und verpackt diese einzeln und einheitlich, so dass man deren Farben nicht mehr erkennen kann und die Kugeln nicht mehr unterscheidbar sind. Dann legt man beide Kugeln in einen Sack und schüttelt diesen so, dass man nicht mehr weiss, welche Kugel welche ist. Beide Kugeln sind dann gleichzeitig sowohl weiß als auch schwarz (Superposition) und damit vermeintlich identisch. Dann lässt man diese Kugeln aus dem Sack rollen. Dabei ist man darum besorgt, dass keine der beiden Kugeln mit "fremden Einflüssen" interagiert und dadurch eine Kugel möglicherweise sogar eine andere Farbe erhalten könnte. Dann entschliesst man sich zu einer "Messung", öffnet die Verpackung der einen Kugel, erkennt deren Farbe (z.B. weiß) und kann daraus schließen, welche Farbe die andere Kugel hat (z.B. schwarz). Soweit scheint daran nichts erstaunlich. Das erstaunliche dabei sei, dass solcherart verschränkte Kugeln bzw. Teilchen durch das Verschränken tatsächlich inhärent identisch sein sollen. Da Teilchen auch eine Wellennatur haben (de Broglie), dürften dann zwei solche stehenden Wellen im verschränkten Zustand mindestenes als synchron angenommen werden.

    Unterstellt man nun dem Zerfall eines Teilchens, dass dessen stehende Welle sich nicht mehr selber schließt, dann müsste dies doch auch für synchrone Wellen gelten, also für verschränkte Teilchen. Folglich müssten also verschränkte Teilchen, die inhärent identisch sind und äußerlich keinen messbaren, unterschiedlichen Einflüssen unterliegen, auch gleichzeitg zerfallen. Täten sie das im Experiment, wäre dies doch der Nachweis, dass diese Identität tatsächlich vorliegt und es scheinbar keine verborgenen Variablen dahinter mehr gibt. Tun sie es nicht, wirken möglicherweise doch verborgene Variablen (Raumzeit?).

    Was meinen die Experten? Nebenbei impliziert der Gedanke an einen synchronen Zerfall oder gar eine synchrone Fusion auch die Vorstellung von immensen Energien, die schlagartig freigesetzt werden.
  • Einheit von Umwelt und Kultur

    17.11.2011, Walter Weiss, Kassel
    Wenn in einer Art die Möglichkeit entwickelt wird, außerhalb
    der genetischen Vererbung erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten (='Kultur') von Generation zu Generation weiterzugeben, dann ist die so entstehende und weiter wachsende 'Kultur' ihrerseits Bestandteil der Umwelt im Sinn Darwins. Umwelt und Kultur als zwei verschiedene Komplexe zu betrachten, an die sich Mutationen zu bewähren haben, ist also begrifflich falsch: Beides ist im Sinn Darwins eine Einheit.
  • Waldsterben und Klimaerwärmung

    16.11.2011, Florian von Schilcher, Dietramszell
    Hans von Storch zieht das Bsp "Waldsterben" heran, um zu zeigen, wie ehedem in den 1980ern auch übertrieben wurde. Erstens wurde nicht übertrieben, sondern frei weg erfunden und gelogen (bis heute ist kein wissenschaftlich belastbarer Nachweis für ein "Waldsterben" außer durch Nahemissionen im Erzgebirge erbracht worden, selbst sog. "neuartige Waldschäden" wurden nicht nachgewiesen) und zweitens war die Kampagne trotzdem "erfolgreich", zumindest was die Finanzierung von Wissenschaftsprojekten angeht. Ein positives Resultat war die Reduktion der Schwefelemissionen. Die haben sicher unseren Baudenkmälern genutzt und vielleicht unserer Gesundheit. Nachgewiesen ist Letzteres aber auch nicht. Kleines Paradox zwischen den beiden Hysterien: Erhöhter Schwefelgehalt der Luft reduziert die Erwärmung.
    Die eigentliche Frage, die sich aus dem sozialpolitischen Chaos, das die Untergangspropaganda in beiden Fällen hinterließ, ist, ob es sich bei den beiden Forschungsgebieten überhaupt um Naturwissenschaften handelt und bei den Forschern um Naturwissenschaftler.
  • Alarmismus von "wissenschaftlicher" Seite

    16.11.2011, Fritz Kronberg
    Zum Thema Übertreibungen gehört auch die deutsche Diskussion der Gefahren der Kernenergie, die teilweise schwachsinnige Behauptungen - unwidersprochen von denen, die es besser wissen - in der Presse brachte. Komplexe Risikoabschätzungen werden bedauerlicherweise immer wieder von politisch interessierter Seite zum Säen von Panik missbraucht; im besten Fall mit den im Artikel beschriebenen Folgen, im ungünstigen Fall mit der Folge hirnloser, aber leider weitreichender Entscheidungen.
  • CLOUD-Experiment ?!

    16.11.2011, Neelen, Elze
    Solange sich die Wissenschaftlichen Medien noch nicht einmal wagen, die Ergebnisse des CLOUD-Experiments zu veröffentlichen, aber im Gegensatz dazu jede noch so abstruse Annahme eines Klimaforschers berichten, wird sich am Klima-Skeptizismus mit Sicherheit nichts ändern.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr (?) Neelen,




    Ihre Annahme, dass nicht über das Cloud-Experiment am CERN berichtet würde, trifft zumindest für Spektrum nicht zu:


    http://www.spektrumdirekt.de/artikel/1121253



    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöhl


    Redaktionsleiter Online
  • Punkt 5

    14.11.2011, H. Weiche, Garbsen
    Ich kann den fünf Thesen nur nicht vollem Umfang zustimmen. Und glaube, dass die Dimension unseres Zeitüberblicks stärker betont werden muss. Allein die Frage: Wie warnen wir unsere Nachfahren vor unserem Müll? Scheint mir in Anbetracht der diverser unentzifferter Schriften nicht lösbar. Zu dem kommt noch der Charakter des Menschen Warnhinweise unserer Vorfahren schlicht zu ignorieren. Selbst wenn wir sie verstehen. Dabei sind dies bestenfalls Nahzeit-Probleme. Aber was passiert, wenn sich Meere ausbreichten, Gebirge auffalten oder Platten reißen. - Sicher ist es vermessen zu glauben, dass es Menschen auch noch in sagen wir 2, 5, 10 Millionen Jahren gibt. Aber unser Müll ist großem Teil, dann auch noch da.
  • Grundsätzliches

    08.11.2011, Berchtenbreiter, Augsburg
    Ich bin nicht technikfeindlich, eigentlich im Gegenteil, aber vieles in der Diskussion geht doch am Grundsätzlichen vorbei.
    1. Es gibt keine Technik, die störungsfrei oder sicher funktionieren kann.
    2. Kein Mensch kann störungsfrei funktionieren.
    3. Trifft beides aufeinander, kann das auch nicht störungsfrei funktionieren.
    4. Sind Unfälle und deren Auswirkungen dann so gravierend und lebensbedrohend über Generationen hinweg wie bei der Kerntechnik, dann dürfen wir diese nicht verwenden, egal wie hoch oder niedrig ein Restrisiko berechnet wird.
    5. Niemand kann das Verhalten der Natur vorhersagen mit unserem lächerlich kleinen zeitlichen "Überblick".

  • In der Beispielrechnung fehlen noch viele Annahmen

    07.11.2011, Gerhard Langenberger, Überlingen
    Ich finde den Artikel über Thomas Bayes im Prinzip gelungen.

    Trotzdem stören mich einige Details zur Beispielrechnung. So werden zahlreiche unbedingt notwendige Annahmen unterschlagen:

    1) Es wird angenommen, dass es ausschließlich Ärzte oder Bibliothekare sind, die wir treffen können, also keine anderen Menschen. Wo gibt es das?
    2) Bibliothekare und Ärzte haben unterschiedliche Arbeitszeiten
    oder unvergleichbare Arbeitsstrukturen. Ärzte machen häufiger Hausbesuche als Bibliothekare. Also sind auch mehr Ärzte unterwegs als Bibliothekare.
    3) Sie unterschlagen die Tageszeit. In der Nacht werden Sie
    keinem Bibliothekar begegnen, aber Ärzten bei einem Hausbesuch schon.
    4) Da acht von zehn Bibliothekare schüchtern und menschenscheu sind, werden sie einer Begegnung eher ausweichen als Ärzte, die häufiger alles andere als schüchtern sind.

    Es ließen sich noch weitere Annahmen finden, die Ihr Beispiel eher
    einer groben, wenn auch mathematisch exakten, Schätzung gleichkommen lassen.

    Ist das Ganze nicht ein Beweis, nach Thomas Bayes, dass es der
    Mathematik unmöglich ist, die Wirklichkeit exakt abzubilden, weil es
    unmöglich ist alle Parameter der Wirklichkeit zu berücksichtigen?
    Natürlich sind die Wahrscheinlichkeitsrechnungen hinreichend genau,
    aber kann das einem Mathematiker reichen?
    Antwort der Redaktion:
    Historisch gesehen bewegte sich Bayes im folgenden Problemhorizont: Angenommen, man weiß von einem Ereignis nur die Anzahl der Fälle, in denen es sich realisiert hat, und die Anzahl der Fälle, in denen es ausgeblieben ist. Ausgehend von diesen Beobachtungen suchte Bayes nach Formeln, die ihm die Berechnung der Wahrscheinlichkeit dafür erlaubten, dass das (ansonsten unbekannte) Ereignis sich wiederholt. Daher ist in der Problemstellung die Welt von vornherein auf zwei "Beobachtungszustände" eingeschränkt und damit weit besser auf wahrscheinlichkeitstheoretische Bedürfnisse zugeschnitten als auf erkenntnistheoretische. Letztere Interpretation ist illustrierend und wurde nachgeschoben.



    Die Bayes-Formel sagt daher nichts aus über die Wirklichkeit selbst; diese Aussagen stecken nach wie vor in den Beobachtungen, die der Wahrscheinlichkeitstheoretiker für seine Zwecke voraussetzen kann. Und die Formel sagt auch nichts aus über unseren Zugang zur Wirklichkeit, denn sie greift ja nur dort, wo außer registrierten Häufigkeiten nur Unwissen waltet.



    Herr Langenberger weiß nun von Ärzten und Bibliothekaren mehr als "erlaubt ist", will sagen für unser Beispiel vorausgesetzt werden darf. Wollte man sein Wissen einbeziehen, müssten die a priori-Wahrscheinlichkeiten entsprechend angepasst werden. Wüsste er noch mehr, beispielsweise Namen und Adresse, bräuchte er die Hilfe der Statistik gar nicht.



    Marc Dressler
  • Die wahre Geschichte der Pille

    06.11.2011, D. Peters, Rostock
    Wer einen differenzierten und hervorragend recherchierten Artikel zur Pille und deren "Vätern" lesen möchte, sollte den exzellenten Beitrag
    "50 Jahre Pille in Deutschland - Über die Heldentaten der Hormonsucher" des Chemikers Klaus Roth in Chemie in unserer Zeit lesen. Hier kann man sich auch über den Platz von Carl Djerassi im Stammbaum der Pille informieren. Djerassi ist ein herausragender Chemiker, ein ironisch-witziger Zeitgenosse und einer der "Hormonsucher" - aber er ist eben nicht der Vater der Pille.