Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Reizvoller Vergleich

    15.10.2011, Hans Sauer, Veitshöchheim
    den Händler eines Aktienmarktes mit einem (feuernden) NEURON gleichzusetzen, ist im Wortsinn reizvoll. Man kommt jedoch schneller zum Ziel, den Händler mit einem IGUS (nach Gell-Mann et al.) gleichzusetzen, also einem „Roboter“, der Informationen sammelt und verarbeitet. Zumal man dann den Aktienmarkt als ein "Objekt von vielen Informationen" betrachten kann, was näherliegend ist; denn Finanzmärkte handeln nun einmal mit Informationen. Wenn man den Finanzmarkt als Information betrachtet, findet man die Ergebnisse von Rockmore und Paus bestätigt, ebenso die vom Erfinder der Portfoliotheorie Markowitz. Aber man erhält auch darüber hinausgehende neue Ergebnisse. Zum Beispiel die spekulativen und investiven Kapitalanteile in einem Finanzmarkt, seine Entropie, also unser Nichtwissen. Aber auch das Faktum einer Grenzrendite, die, sollte man sie überschreiten, dazu führen muss, dass Aktienmärkte ihre Diversifikation verlieren. Nebenbei bemerkt, die Grenzrendite liegt bei 29,3%. Die meisten werden ahnen, dass es irgendetwas mit „Wurzel zwei“ zu tun haben muss.
  • Kompetenz der Ingenieure

    14.10.2011, Prof. Dr.-Ing. Joachim Böcker, Berlin
    Herr Thorsten Amrhein schreibt in seinem Leserbrief, es sei eine Anmaßung, sich als Ingenieur über gesundheitliche Auswirkungen der radioaktiven Belastungen zu äußern. Ingenieure zählen neben Mathematikern und Physikern zu einer Berufsgruppe, die auf Grund ihrer Ausbildung höchste Kompetenz im Umgang mit statistischen Materialien besitzt – selbst wenn diese Daten gesundheitliche Auswirkungen betreffen. Man darf sehr wohl über die zu Grunde liegenden Annahmen streiten, doch Ingenieuren die Teilnahme an dieser Diskussion zu verwehren beziehungsweise ihre Beiträge auf Grund ihres Berufsstands herabzuwürdigen, ist eine Zumutung, die nicht unwidersprochen bleiben darf.

    Prof. Dr.-Ing. Joachim Böcker
    Universität Paderborn
    Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik
    Leistungselektronik und Elektrische Antriebstechnik
  • Lassen Sie die Sonne aus Ihrem Spiel

    14.10.2011, Michael Dörfler
    Lieber Herr Klinger, auch wenn man nicht an die Genesis glaubt, ist doch klar, dass diese "Energiequelle" am Besten in 150 Millionen Kilometer Entfernung funktioniert. Dort wird bei hohen Drücken und "moderaten" Temperaturen eine Leistung von 40 Watt pro Kubikmeter erzeugt. Das kann man doch mit Ihren Maschinen überhaupt nicht vergleichen.
    Wie Sie ja sagen: Wir wissen jetzt viel mehr als früher.

    Viele Grüße von der Nordsee, Michael Dörfler
  • Das Gehör der Fische

    14.10.2011, Dr. Georg Stürmer 70176 Stuttgart
    Man darf ergänzen: Lautproduktion macht nur Sinn, wenn die Laute gehört werden können. Fische können dies, teilweise sogar sehr gut. Vibrationen des Wassers werden über die Schwimmblase aufgenommen - die Schwimmblase ist also auch Rezeptor -, die Luftschwingungen dann über eine knöcherne Verstärkungskette zum Innenohr weitergeleitet und dort über mechano-elektrische Wandler in neuronale Impulse umgesetzt, welche im Gehirn verarbeitet werden. Das Innenohr leitet sich ab aus dem Seitenlinienorgan der Fische. Das Interessante an den Ergebnissen ist die differenzierte Lautproduktion, welche recht komplexe Gehirnleistung voraussetzt, Erkennen und Bewerten einer Situation mit lautlicher kommunikativer Reaktion!
  • Entwicklung der Kernfusion

    13.10.2011, Buttkewitz, Kritzmow
    Die Entwicklung Kernfusion sollte unbedingt beschleunigt werden, denn sie besitzt das Potenzial, nicht nur die Energiefrage zu lösen, sondern in einer weiteren Entwicklungsstufe auch die Problematik der Rohstoffressourcen.
  • Entfernungsbestimmung Quelle-Detektor

    13.10.2011, Werner Kohl, Kitzingen
    Meinen Einwand vom 27.9. ziehe ich nach Sichtung der Methodenbeschreibung in http://operaweb.lngs.infn.it/Opera/publicnotes/note132.pdf zurück.
  • Innere Befruchtung von Vorteil

    12.10.2011, Siglinde Uhlmann, Nidda
    Der Vorteil innerer Befruchtung für die größere Radiation (S. 35) könnte auch darin gelegen haben, dass bei äußerer Befruchtung eine Isolation der neu entstehenden Genpoole schwer zu erreichen ist, wenn eine größere Population im Wasser gleichzeitig ablaicht. Das kann die Entstehung neuer Arten erschweren.
    Wenn ein hochschwangeres Weibchen gefressen wird, ist der Verlust gravierender als der Verlust mehrerer frisch geschlüpfter Winzlinge.
  • Technologie im wahrsten Sinn des Wortes zu "heiß"

    12.10.2011, Peter Franke, Celle
    Herzlichen Dank für Ihren Beitrag, der mir in oft wiederkehrenden Diskussionen "Atomkraft Ja oder Nein" einen nachhaltige Hilfe zu meiner seit 1985 getroffenen Ablehnung dieser Technologie an die Hand gegeben beziehungsweise in den Mund gelegt hat. Denn genau die Argumentation im letzten Absatz Ihres Beitrags dargelegt, waren für mich Anlass, jegliche Tätigkeit, das heißt als Sachverständiger (einschließlich bis zu 15 Mitarbeitern) beim Bau von Kernkraftwerken weltweit (Contracor der KWU) oder aber zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen (ZfP) während der ersten Revisionsprüfungen in Neckarwestheim (oft mit 20 Mitarbeitern), zu beenden. Auch wenn wir uns seinerzeit eine goldene Nase verdient haben, wurde mir/uns diese Technologie einfach zu heiß im wahrsten Sinn des Wortes. Aber, der Kernfusionsreaktor ITER beschert uns ja noch eine Steigerung des so genannten Fortschritts.

    Nochmals meinen aufrichtigen Dank für die für jedermann verständliche Argumentation.
  • Schiffe im Bermuda-Dreieck - Zweifel an der Theorie

    12.10.2011, Martin Piehslinger, Wien
    Schlichtings Ausführungen sind oft sehr aufschlussreich und gleichzeitig unterhaltsam. In diese Ausgabe habe ich allerdings Zweifel an der vorgestellten Theorie.

    Die Filmdose im Wasserglas ist den Kräften hilflos ausgeliefert, auf dem offenen Meer sieht es aber anders aus. Als etwas praxisnäheres Modell diente mir mein eigener Körper in einem Schwimmbad, an dessen Grund an einer Stelle Luftblasen eingeleitet werden.

    Das Wasser wird, wie im Artikel ausgeführt, durch die Vermengung mit Luftblasen spezifisch leichter. Dadurch entsteht in der Tiefe geringerer Druck, der Wasser aus der Umgebung nachströmen läßt. An der Oberfläche strömt das Wasser von der Stelle weg, so dass es gar nicht einfach ist, sie schwimmend zu erreichen.

    Damit sich ein Schiff in der mit Gasblasen durchsetzten Zone aufhalten kann, müsste die Aktivität auf einem großen Gebiet gleichzeitig einsetzen, während sich das Schiff in der Mitte der Zone befindet, was mir sehr unwahrscheinlich vorkommt.
  • Akademie der Wissenschaften zu Göttingen maßgeblich an der Leibniz-Edition beteiligt

    12.10.2011, Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Lehfeldt, Vizepräsident und Vorsitzender der philologisch-historischen Klasse, Akademie der Wissenschaften, Göttingen
    Mit großem Interesse habe ich im Septemberheft Ihrer Zeitschrift den Artikel „Die Kunst, Leibniz herauszugeben“ gelesen. Es freut mich, dass „Spektrum der Wissenschaft“ seine Leser mit der bereits seit 1901 im Entstehen begriffenen Gesamtausgabe der Schriften und der Briefe Gottfried Wilhelm Leibniz‘ bekannt gemacht und dafür einen so hervorragenden Fachmann wie Professor Eberhard Knobloch gewonnen hat. Ich kann Ihnen aber nicht verhehlen, dass mich ein Umstand bei der Lektüre dieses Beitrags sehr betrübt hat, um mich ganz zurückhaltend auszudrücken. Es wird nämlich in dem Artikel mit keinem Wort erwähnt, dass es die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ist, die sehr maßgeblich an der Leibniz-Edition beteiligt ist. Zwar wirkt die Göttinger Akademie mit ihren Arbeitsstellen Hannover und Münster erst seit 1985 an diesem großen wissenschaftshistorischen Unternehmen mit, aber immerhin sind von den 30 seit 1985 erschienenen Bänden 25 von diesen beiden Arbeitsstellen der Göttinger Akademie erarbeitet worden. Angesichts dieses Umstandes werden Sie verstehen, dass es mich einigermaßen irritiert, dass der Leser des in Ihrer Zeitschrift veröffentlichten Beitrags den Eindruck gewinnen muss, die Leibniz-Edition sei eine Angelegenheit ausschließlich der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Das ist mitnichten der Fall.


    Ich erlaube mir, Ihnen zusammen mit diesem Brief das jüngst erschienene Jahrbuch unserer Akademie zu übersenden, wo Sie auf den Seiten 397 bis 400 den aktuellen Arbeitsbericht der beiden von der Göttinger Akademie betreuten Arbeitsstellen der Leibniz-Edition finden können. Es würde mich freuen, wenn Ihre Zeitschrift ihre Leser darüber informierte, dass die Akademie desjenigen Landes, in dem Leibniz am längsten gewirkt hat, nicht abseits steht, wenn es darum geht, die schriftliche Hinterlassenschaft des großen Universalgelehrten zu erschließen.
  • ...ungiftig war...

    12.10.2011, Uwe Neumann
    Bacillus-thuringiensis-Toxin ist ein beliebtes Pestizid, weil das Protein für Wirbeltiere ungiftig ist.

    Wenn da was verändert wird, ändert sich vielleicht auch dessen Wirkung auf andere Lebewesen?

    ...was zu prüfen wäre.

    Und "Wissenschaftler schlagen zurück" ist eine Formulierung, die wie ein Witz wirkt.

    mfG
  • Titel Ihres Leserbriefes

    10.10.2011, Ulrich Heemann
    Lieber Herr Jaenicke,
    sicher haben Sie sich bei dem Satz:

    Die in "9 Millionen Fahrräder am Rande des Universums" geschürzten hundert Netzknoten sind zu einem Drittel durch technische Fortschrittsfanfaren, einem Drittel durch Nachrichten aus der Menschlichkeit, der Rest aus Anlass von diesen zusammenfassenden Gesellschaftsüberlegungen geflochten.

    wie auch bei einigen anderen bewunderswerten Sätzen Ihrer Rezension richtig Mühe gegeben und zweifellos auch selbst viel Spaß dabei gehabt. Leider ist er der einzige Satz zum Inhalt des rezensierten Buches und ich habe NICHTS verstanden. Das geht mir bei anderen Prosatexten und Gedichten hin und wieder auch so. Vielleicht sollten Sie dort zukünftig Ihre Texte veröffentlichen. Viel Erfolg!
    Ulrich Heemann
  • Unzureichende Teillösungen

    10.10.2011, Jörg Michael, Hannover
    Es ist vollkommen korrekt, dass die "Endlagerung die eigentliche Achillesferse der Kerntechnik" bleibt. Das gilt allerdings auch für fossile Brennstoffe. Für die (im Hinblick auf den Klimawandel) "sichere" (also CO2-neutrale) Nutzung fossiler Brennstoffe existieren keinerlei Konzepte, die über bruchstückhafte und damit unzureichende Teillösungen hinausgehen. Man kann also mit gleichem Recht die Frage stellen, warum noch niemand den sofortigen Ausstieg aus allen CO2-erzeugenden Technologien gefordert hat. Wie im selben Heft an anderer Stelle nachzulesen ist, werden die Folgen in geologisch gesehen allernächster Zukunft eintreten. Und bei den möglichen Folgen reden wir nicht über einige Zehntausend Todesopfer, sondern (je nach Szenario) über potenziell Hunderte von Millionen Betroffenen oder mehr. Bei einer Risikobewertung darf man auch nicht übersehen, dass es andere Technologien gibt, die bereits jetzt weltweit pro Jahr mehr als eine Million Todesopfer fordern - ohne dass auch nur irgendjemand auf die Idee käme, deswegen ein Verbot zu fordern. Diese Risiken sind offensichtlich gesellschaftlich akzeptiert. Die Rede ist vom Automobil.

    Ein weiterer Punkt, der in Bezug auf Radioaktivität zu beachten ist, besteht darin, dass die "nackte" Strahlendosis alleine wenig Aussagekraft hat. Man beachte nur, dass Krebspatienten bei einer Strahlentherapie routinemäßig im Laufe von mehreren Wochen bzw. Monaten eine kumulierte Strahlendosis abbekommen (und im Regelfall auch überleben), die als Einzeldosis verabreicht mehr oder weniger tödlich wäre. Wenn diese Dosis über einen hinreichend langen Zeitraum verteilt wird, hat der Körper offensichtlich Zeit, sich zwischendurch wieder ausreichend zu erholen. Ich will damit nicht sagen, dass Kerntechnik harmlos ist, sondern nur, dass es bei jeder Technik Risiken gibt. "There is no free lunch", wie die Engländer sagen.
  • Miese Rezension

    09.10.2011, Stephanus Leibl, 80687 München
    Diese Rezension gibt mir keinerlei Informationen, um was es in dem Buch überhaupt geht - ich kann also nicht beurteilen, ob ich mir das Buch kaufen will oder nicht. Die Rezension ist so dermaßen bemüht intellektuell und möchtegern witzig geschrieben, dass man den Eindruck hat, der Autor hat selber nicht verstanden, um was es geht. Das ist die schlechteste Rezension, die ich auf dieser Seite je gelesen habe.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stephanus Leibl
  • Zwei Rechenfehler

    07.10.2011, Martin Bernhauer, Karlsruhe
    Wenn es im Kasten auf S. 72 heißt "es gibt hundertmal so viele …", dann muss gelten p(A)=100 p(B) und damit p(A) = 100/101 und p(B)=1/101. Damit ergibt sich für p(B/C) = 0,0740740... was sich um ca. 1% von ihrem Fall unterscheidet.

    In Ihrem Fall sind es also nur 99-mal so viele, und selbst da ist das Ergebnis nicht korrekt, denn wenn man eine Stelle mehr ausrechnet, kommt man zu 0,07476, und das wird nach den Rundungsregeln dann zu 0,0748.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Bernhauer hat in beiden Fällen Recht. Der erste "Fehler" war eine großzügige Rundung, damit man mit glatten Zahlen weiterrechnen kann; bei dem zweiten habe ich mir in der Tat eine Ziffer zu wenig anzeigen lassen.

    Wie tröstlich, dass beide Fehler im Kontext des Artikels völlig belanglos sind.


    Christoph Pöppe, Redaktion