Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Veganismus

    10.07.2015, sathomaso
    Falsch. Veganismus ist eine ethische Maxime der Leidvermeidung, aus der eine bestimmte Konsumhaltung, die alle Lebensbereiche betrifft, hervorgeht. Mit Ess-Ideologie hat das nichts zu tun.
  • Nochmal @Olaf Schlüter

    10.07.2015, Siegbert Kistler
    Mir ist noch aufgefallen, dass Sie die menschlichen Kränkungen zu Beginn Ihres Beitrags dafür verwenden, Physiker als die Zunft zu bezeichnen, "die sich ständig irrt" (und sich selbst erst mal dazuzählen, indem sie von "wir" schreiben), aber gegen Ende verwenden Sie die menschliche Kränkung, dass sehr vieles unserer Existenz dem "gedankenlosen" Zufall zugrunde liegt, dafür, diesen Gedanken als lächerlich erscheinen zu lassen. Weil man sonst keine Erklärung finde, und die Kosmologen seien froh, dass man ihre Thesen nicht nachprüfen könne.
    Doch ist dem so? Vieles mag (noch) nicht nachprüfbar sein, aber das kann sich ändern (siehe z.B. den aufkommenden Zweig der Neutrino-Astronomie), und oft kann man die Dinge zwar nicht direkt überprüfen, aber indirekt, z.B. über Betrachtungen zur Plausibilität und der Zusammenhänge. So kommen die Thesen zur Inflation des Universums nach dem Urknall oder die Postulierung der dunklen Materie ja nicht von ungefähr, und es gibt viele indirekte Hinweise. Man kann anstatt der dunklen Materie auch eine mehr oder weniger komplizierte Variabilität des Gravitationsgesetzes (Modified Newtonian Mechanics, MOND) annehmen, und vielleicht erweist sich auch das als besser als die dunkle Materie. Man muss aber immer alle zur Verfügung stehenden Beobachtungen berücksichtigen, also insbesondere aller bereits etablierten Theorien.
  • @Olaf Schlüter

    10.07.2015, Siegbert Kistler
    Das Entscheidende an der Wissenschaft und damit auch für die Kosmologie ist die - zumindest prinzipielle - Falsifizierbarkeit der Aussagen. Von daher ist die Annahme vieler Universen problematisch und erweckt in der Tat den Anschein einer Ad-hoc-Annahme, um passend zu machen, was nicht passt. Nämlich dass wir in unserem Universum eben zufällig die passenden Naturgesetze haben, die die Entwicklung unserer Existenz ermöglichte.
    Andererseits zeigt uns doch das zunehmende Aus-dem-Mittelpunkt-gestellt-Werden - also das, was auch als die menschlichen Kränkungen bezeichnet wird inklusive der Darwinschen Kränkung -, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach auch vermessen ist, unser Universum als etwas Besonderes und auf den Menschen zugeschnitten zu bezeichnen. Die Natur hat uns bisher immer gelehrt, dass wir da bescheidener sein sollten. Das heißt ja nicht, dass wir, das Universum und das Leben etwas überaus Erstaunliches sind.
    Außerdem hat auch die Quantentheorie mit Thesen begonnen, die tatsächlich vor allem verzweifelte Ad-hoc-Hypothesen waren. Max Planck hat die Quantelung mathematisch erfunden, um das Wiensche Verschiebungsgesetz und Raleigh-Jeans in Einklang bringen zu können. Einstein hat die Quantelung postuliert, um den Photoeffekt zu erklären, aber beiden ist das alles seltsam vorgekommen. Und bis heute hat die Quantentheorie ja nichts von ihrer Seltsamkeit verloren, im Gegenteil. Es geht in den Naturwissenschaften vor allem um Falsifizierbarkeit, und wenn die Modelle das erfüllen und alle unnötigen Erklärungen außen vor lassen, sind es gute Modelle, und seien sie auch noch so seltsam.
    Wenn irgendetwas anders als durch Zufall und Naturgesetze erklärt werden müsste, dann wäre das aber noch viel seltsamer, finden Sie nicht auch?
  • Keine Panik

    10.07.2015, Olaf Schlüter
    Nein, in Panik versetzt mich die Kosmologie nicht, als Physiker und von Natur aus neugieriger Mensch schaue ich mir auch immer gerne an, was denn da so an Neuem entdeckt wird. Besonders spannend zur Zeit Dunkle Materie und Energie, und wer weiss, vielleicht finden wir auf der Suche danach auch was besseres als die kosmische Inflation zur Erklärung einiger fundamentaler Eigenschaften des Kosmos.
    Ich habe nur ein paar Aspekte der Kosmologie aufgezählt, die nach meinem Dafürhalten aus der Physik heraus führen zu Aussagen, die man nicht mehr als naturwissenschaftliche Aussagen ansehen darf - Multiversen ala Andre Linde z.B. Es gibt Fragen, die die Physik nicht beantworten kann: warum haben die Naturgesetze die Form, die wir finden, warum gibt es überhaupt Naturgesetze, also warum verhält sich die Realität gesetzmäßg? Als Physiker können wir nur feststellen, dass die Natur so ist, wie sie ist. Alles andere ist keine Naturwissenschaft mehr.
  • Vegane Pandas?

    10.07.2015, matokla
    Veganismus ist eine vom Menschen geschaffene Ess-Ideologie und kein Synonym für vegetarische Ernährung.
  • Was ist ein negativer Druck?

    10.07.2015, Rita Mühlgassner
    In dem Artikel "Baumhoher Aufstieg" erwähnt der Autor ohne weitere Erläuterungen einen negativen Druck. Meiner bisherigen Meinung nach war Druck jedoch immer eine positive Größe, da er sich in der einfachsten Formel aus dem Betrag der Kraft dividiert durch die Fläche, auf die die Kraft wirkt, ergibt. Per Definition sind der Betrag einer Größe sowie eine Fläche positiv. Daher wollte ich nachfragen, was genau ein negativer Druck ist bzw. wie er definiert ist! Handelt es sich einfach um eine Druckdifferenz bzw. um einen Unterdruck? Wenn dem so ist, würde mich noch interessieren in Bezug worauf dieser Unterdruck im Falle des Artikels gemessen wurde, da er betragsmäßig das 20fache des Atmosphärendrucks betrug und somit in meiner Vorstellung nicht wirklich auf diesen bezogen sein kann.
    Antwort der Redaktion:
    Ngativer Druck wird beispielsweise in dieser Arbeit zum Thema verwendet:

    http://www.nature.com/nature/journal/v455/n7210/full/nature07226.html

    Ein Druck, der über die Steighöhe hinaus führt, den die Atmosphäre ermöglichen würde, ist negativ (gewissermaßen der zusätzliche Zug nach oben).
  • Männern steht der Ärger ins Gesicht geschrieben

    10.07.2015, Wolfgang J. Linker
    Leider geht aus dem Artikel nicht eindeutig hervor, ob dieselben Bilder mit jeweils zwei unterschiedlichen Lebensläufen oder ob zwei Bilder präsentiert wurden.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Linker,

    im Versuch wurden die Bilder verschiedener Personen präsentiert. Jede Person bekam nur einen Lebenslauf zugeordnet und schaute jeweils einmal traurig, glücklich, ängstlich usw.

    Herzliche Grüße
    Daniela Zeibig
  • @ Robert Orso

    10.07.2015, Leh Phil
    "Die auf 0,01% der Erdoberfläche eingestrahlte Energie würde derzeit unseren globalen Energiebedarf völlig decken. In "realen" Bauteilen (Wirkungsgrad) und unter Berücksichtigung der Bewölkung müsste man eher mit 1% der Fläche oder mehr rechnen. Da sind Meere und Pole noch mit gerechnet. Zieht man diese sowie ungünstige Standorte ab, würde ich eher mit 10% der "guten" Erdoberfläche rechnen. Das ist kein Pappenstiel!"

    Wäre es nicht (reine Theorie meinerseits) super, wenn man die Solar"farmen" an ebendiesen Orten wie Polkappen oder Glätscher baut?
    In den Alpen werden Glätscher ja auch teilweise mit weißen Planen zugedeckt um sie vor dem Abschmelzen zu schützen, könnte das nicht auch bei den Polen mit solchen Anlagen funktionieren?

    Und wenn man sie an Stellen errichtet wo man Wiesen oder Felder beschatten würde, sodass die Flora und Fauna kein Licht mehr bekommt, könnte man dem nicht mit durchsichtigen Solarpanälen entgegenkommen?
    Da gibts schließlich auch schon welche die man ans Fenster kleben kann.
  • Halbleiter

    10.07.2015, Leh Phil
    "Anders als Graphen sind viele TMDCs Halbleiter und könnten so zu digitalen Prozessoren in Molekülgröße verarbeitet werden"

    Auch mit Graphen wurden bereits Transistoren hergestellt... ist also nicht nur mit TMDC möglich ;-)
  • @14 Olaf Schlüter

    09.07.2015, Mathias Völlinger
    Kann es sein, dass die heutige Kosmologie Sie in Panik versetzt? Wo das "göttliche" immer obsoleter wird. Natürlich können die heutigen physikalischen Weltmodelle nur vorläufig sein, solange es noch keine konsistente und experimentell überprüfbare Quantengravitation gibt. Die Spielräume werden mit fortschreitender Technik in der Experimentalphysik jedoch immer enger und es ist letztendlich nur noch eine Frage der Zeit. Die Vernunft hat bis jetzt immer die besseren Argumente gehabt und es ist momentan eine spannende Zeit in der Kosmologie. Und damit kann immer noch viel Philosophie betrieben werden.
  • zu 3. und 4.: Aktionismus ist keine Strategie

    09.07.2015, howetzel
    1. der anthropogene Anteil von CO2 ist unter 10%
    2. der pH-Wert ist ein logarithmisches Maß. Bei einer Größenordnung ändert sich der Wert um 1
    3. dort mit Aktionismus zu glänzen, wo die wenigsten Ergebnisse zu erwarten sind, ist Selbstbeweihräucherung
    4. Fakten sind geschönt, um in eine "Offenbarung" zu passen
    5. Die Welt ist viel komplizierter, als dass sie auf CO2 reduziert werden kann.
    6. Unabhängig den Einfluss von CO2 ändert sich die Umwelt. Das einzig Beständige am Klima ist seine Unbeständigkeit

    Vor erst 8000 Jahren gab es keine englische Insel, der Meeresspiegel war 140m tiefer

    Aus Rezension "Die Klimafalle": Die Klimagipfel scheitern und bleiben folgenlos, obwohl die Emissionen immer weiter steigen. Der Klimaforscher Hans von Storch und der Ethnologe Werner Krauß erklären, wie wir in der Klimafalle gelandet sind – und wie wir ihr entkommen können. Die inflationäre Ankündigung der Klimakatastrophe hat zu einem Verlust der Glaubwürdigkeit von Wissenschaft geführt. Dabei ist der Klimawandel keine wissenschaftliche Frage, sondern eine gesellschaftliche. Er muss in regionaler Kultur, Alltag und Politik verankert werden. Die Weltgesellschaft braucht keine politisierte Wissenschaft, die das 2-Grad-Ziel ausruft, sondern eine, die die Bedingungen für einen pragmatischen Umgang mit dem Klimawandel auslotet.
  • Wenn auch gehobene, es bleibt Schulmathematik

    09.07.2015, Ludek Smolik
    Wenn man sich die Sache etwas mathematischer ansieht, verliert unsere alltägliche Erfahrung über die Volumina von Objekten ihren gewohnten Sinn. Ich verweise auf das Banach-Tarski-Paradoxon (siehe z. B. das Buch "Aus eins mach zwei" und dessen Rezension.
    In dieser mathematischen Sicht macht es wenig Sinn, über größere und kleinere Volumina zu reden.
    Ebenfalls ist der Vergleich von Zahlen ohne Angabe der Dimension irreführend. Eine Kugel in Dimension n hat ein Volumen mit der Einheit Länge hoch n. Das Volumen ist NICHT nur eine Zahl, wie in dem Graphen auf Seite 57 dargestellt ist.
    In Klartext gesagt, der nackte Vergleich der Zahlen ist irreführend.
    Im Raum einer Dimension, z. B. 1, ist es eine wohl anerkannte Meinung, dass die Zahl 5 größer als 3 ist.
    Aber weiss man, ob z. B. 5 in der Dimension 4 wirklich größer ist als 3 in Dimension 10?
    Antwort der Redaktion:

    Die Mengen, von denen das Banach-Tarski-Paradox handelt, haben in der Tat kein Volumen. Da hilft auch eine einheitliche Maßeinheit nicht.


    Bei den Volumina, von denen der Artikel handelt, gibt es einen solchen Vergleichsmaßstab. Es handelt sich um das "Volumen" des n-dimensionalen Einheitswürfels. In der Tat läuft die Fragestellung im Wesentlichen darauf hinaus, warum mit anwachsender Dimension die Einheitskugel einen immer kleineren Teil des Einheitswürfels einnimmt.


    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Kosmologische Metaphysik

    09.07.2015, Olaf Schlüter
    es verwundert mich schon, dass Physiker ihre Modelle mit der Realität verwechseln - tun sie das tatsächlich? Mal abgesehen davon, dass wir Physiker ja die Zunft sind, die sich ständig irrt (Erde Mittelpunkt des Alls, Sonne Mittelpunkt des Alls, nun hat das All überhaupt keinen Mittelpunkt mehr), schon die einfache Überlegung vom Hirn im Tank zeigt doch, wie unmöglich es ist, die wirklich wahre Natur der Realität, die wir erleben, zu erfahren. Und seit "Matrix" sollte dieses Bild doch jedermann bekannt sein.

    Auch frage ich mich, was der Code "kosmologische Metaphysik" bezeichnet. Religion? Es scheint Stenger sehr wichtig zu sein, hier der Physik die Deutungshoheit zuzugestehen, dabei ist kein Zweig der Physik so esoterisch wie die Kosmologie. Ist das Konzept der kosmischen Inflation, die dazu verwendet wird, zu offensichtliche Diskrepanzen zwischen dem Urknallmodell und der Beobachtung im wahrsten Sinn des Wortes "glatt" zu bügeln, schon recht fragwürdig und sieht nach "was nicht passt, wird passend gemacht" aus. Fragt man dann nach der Ursache dafür, dass die Naturgesetze eben grad so hinkommen, dass ein lebendiges Universum entsteht, dann werden auch mal eben gleich nicht bloss ein paar, sondern unendlich viele Universen postuliert - auf das unser Universum ja nix besonderes, sondern nur Produkt eines gedankenlosen Zufalls sei. Das etliches, was Kosmologen gerne messen würden, aus praktischen Gründen niemals gemessen werden kann, trägt dann auch noch dazu bei, dass die Kosmologie ein riesiges Objekt anhand von ein paar Staubkörnern an Daten untersuchen muss.

    Nein, Kosmologie ist Religion für Atheisten, ist Opium für Leute, die sich der Unruhe, da könnte ja doch noch was dran sein an diesem "Gott", anders nicht entledigen können. Und deswegen sind auch die lautesten "Gott ist tot"-Schreier Kosmologen.
  • Plastikmüll im Meer

    09.07.2015, David Schmitz
    Guten Tag,

    eine Petition mit dem Ziel die Verwendung von Plastikverpackungen bei Lebensmitteln zu reduzieren läuft derzeit auf cahnge.org:

    https://www.change.org/p/christian-schmidt-plastikverpackungen-bei-bio-lebensmitteln-auf-ein-minimum-reduzieren-add591bd-fd79-4111-bd5e-e6be56ac07ea

    Noch kurz ein Gegenstandpunkt zum KOmmentar von @Noldi Schwarz:

    Kein Wissenschaftler nimmt für sich in Anspruch, alle Prozesse und deren Zusammenhänge zu verstehen. Jedem aufgeklärten Menschen ist klar, dass wir nur winzige Teile des Gesamten durchblicken und verstanden haben.
    Trotzdem können wir durch Logik und Intelligenz gewisse Szenarien mehr oder weniger gut simulieren. Es stellt sich doch überhaupt nicht die Frage, ob wir Schlussfolgerungen ziehen können.
    Entscheidend ist, dass wir Folgerungen ziehen können und diese sind alarmierend.
    Sind die Meere überfischt? Ja! Woher weiß man das? Die Fangmengen gehen zurück trotz (wegen) immer effizienterer Fangmethoden.

    Stagniert die globale Erwärmung? Wahrscheinlich nicht!

    Ämnderungen in der chemischen Zusammensetzung der Meere und Temperaturschwankungen können außerdem auch in sehr kurzen Zeiträumen erfasst werden. Dafür muss man nicht auf Daten aus milliarden Jahren zurückgreifen.

    Aber ich verstehe Sie ja: Es ist so schön einfach und gemütlich, wenn man auch Argumente findet um Probleme zu leugnen.

    Viele Grüße,
    David Schmitz
  • @Manfred Reichelt

    09.07.2015, Siegbert Kistler
    Sie stellen immer wieder Behauptungen auf, die Sie persönlich gerne so für wahr halten können, aber sie müssen deshalb noch lange nicht tatsächlich wahr sein. Zum Beispiel:

    "Gute Physiker sind selten gute Denker, und wie gesagt nur auf ihr Fachgebiet beschränkt."

    Um aber überhaupt ein guter Physiker sein zu können, muss man aber schon mal ein guter Denker sein. Vermutlich verstehen Sie aber unter einem guten Denker genau so jemanden, der nicht zu sehr von den Methoden und Erkenntnissen der Naturwissenschaften "verseucht" ist. Sie sollten nicht nur Dietrich Schwanitz "Bildung" gelesen haben, sondern auch Ernst Peter Fischers "Die andere Bildung". Aus Ihren Beiträgen höre ich eine gewisse Geringschätzung der Naturwissenschaften heraus, die auf einem falschen Verständnis beruhen dürfte. Naturwissenschaften sind nicht eine Sammlung von Fach- und Faktenwissen oder von Experimenten und Spekulationen, sondern ihre Erkenntnisse machen Aussagen über das Wesen des Universums und unserer Existenz.