Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Sagen uns Darmbakterien, wann wir satt sind?

    26.11.2015, Nick Rudnick
    "Nach rund 20 Minuten der Nährstoffzufuhr produziert das Darmbakterium Escherichia coli spezielle Proteine, die Darmzellen dazu anregen, Sättigungshormone in die Blutbahn abzugeben."
    Woher "wissen" die im Darm befindlichen Bakterien, dass im Magen Nahrung gelandet ist?
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Rudnick,

    tatsächlich benötigt die Nahrung für die Passage des Magen-Darm-Traktes mehrere Stunden. Die Forscher gehen davon aus, dass bereits während des Essens infolge antizipatorischer Reaktionen Nährstoffe in den Darm abgegeben werden und diese das Bakterienwachstum anregen. Solche antizipatorischen Reaktionen bereiten den Körper auf die Verarbeitung von Nährstoffen vor und sind bei verschiedenen Teilen des Magen-Darm-Traktes bekannt; am prominentesten ist dabei der Pawlowsche Hund. Falls Sie sich eingehender über antizipatorische Reaktionen informieren möchten, geben Michael L. Power und Jay Schulkin in ihrem Artikel (englisch) einen guten Überblick: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2297467/

    Beste Grüße aus der Redaktion,
    Eva Diehl
  • Einstein Hilbert (Variationsprinzip, Miesche Theorie)

    25.11.2015, Uwe Brauer
    Man sollte auch noch erwähnen, dass Hilbert ein Variationsprinzip zur Herleitung der Feldgleichung benutze, sowie die heute zu Recht vergessene Theorie von Gustav Mie über die Materie. Eine Theorie, die Einstein ablehnte.

    Ein anderes Problem bei der Herleitung der Feldgleichungen war es, zu zeigen, dass diese divergenzfrei sind, also der Energieerhaltung genügen. Das ist einfach mit Hilfe der sogenannten Bianchi Identäten möglich, die Einstein aber damals wohl noch nicht kannte.
  • Verwechslung in der Lesermeinung von Brunislav

    25.11.2015, Bernd Dieter Donati
    Sehr geehrter Brunislav,

    Sie verwechseln vermutlich Exoplanet "Kepler 438b" mit Exoplanet "Kepler 452b". Letzt genannter wurde in der Presse unter dem Titel "Die Erde gibt es nochmal" publik gemacht. Dieser Spektrum-Artikel handelt jedoch von "Kepler 438b". Allerdings ändert das an Ihrer Feststellung im Prinzip wenig, denn Exoplanet "Kepler 438b" hat einen ESI-Wert (Skala für Erdähnlichkeit) von 0,88 und galt daher bislang als noch erdähnlicher als der von Ihnen aus der Presse aufgegriffene Exoplanet "Kepler 452b" mit einem ESI-Wert von 0,83.
    Grundsätzlich ist der in der Presse erschienene Titel "die Erde gibt es nochmal" völlig zu Unrecht vergeben worden, denn dieser Titel träfe nur bei einem ESI-Wert von 1,0 zu.

    Bernd Dieter Donati
  • Kalorien oder Kilokalorien

    25.11.2015, Else
    Liebe Evelyn,
    es ist nett wenn du einen Beitrag verfasst und deine Erfahrungen hier zum besten gibst.
    Lediglich sollte man Menschen mit Gewichtsproblemen nicht in die Irre fuehren.
    1 Kilokalorie hat 1000 Kalorien.
    Laut deinem Beispiel einer Frau 92 Kg 1635 cal pro Tag hiesse dies, die Dame duerfte nicht mal 100gr Aepfel am Tag essen (ca. 52kcal.=52000cal.) um ihren Bedarf nicht zu uebersteigen.
    Ich gehe davon aus, dass du in deinem Beispiel Kalorie und Kilokalorie verwechselt hast. Heute wird auch zunehmend eine Angabe in Kilojoule verwendet. Entsprechende Umrechnungstabellen findet man im Netz.

    L.G. und weiterhin viel Erfolg
  • Gefühlter Reichtum macht Reiche weniger großzügig

    24.11.2015, Michael Werner
    Schon richtig, aber diese Egozentrik und Rücksichtslosigkeit mag ja durchaus ein Produkt von (Verlust-)ängsten sein. Vgl. hierzu auch Wilkinson/Pickett "Gleichheit ist Glück", Tolkemitt bei Zweitausendeins, 2009.
    Allgemein kann beim Menschen die Angst in ihren verschiedensten Ausprägungen, so irrational diese auch aus der Distanz erscheinen mögen, wohl als treibende Kraft seiner Entwicklung betrachtet werden, was sich evolutionär begründen ließe, aber das führt jetzt doch zu weit...
  • Brüsseler Bürokratie

    24.11.2015, Martin M.
    Der Vergleich mit der Brüsseler Bürokratie ist etwas schief, da in der Europäischen Kommission etwa 13.000 Beamte arbeiten. Wenn man alles auf alle Europäischen Institutionen und weitere Arbeitsplätze hochrechnet, kommt man etwa auf 30.000 bei 500 Millionen EU-Bürgern... Wenn man allerdings noch die nationalen Staatsbeamten auf allen Ebenen hinzurechnet, wird diese Zahl noch sehr stark ansteigen.
    Es ist aber natürlich sehr interessant die EU mit dem Römischen Reich zu vergleichen.
  • ängstlich, die armen Reichen??!

    24.11.2015, Angela Franke
    "So hatten Untersuchungen nahegelegt, dass Fahrer teurer Automobile weniger auf andere Verkehrsteilnehmer achten oder dass Menschen in Machtpositionen einer Benachteiligung ihnen gegenüber viel entschiedener entgegentreten."
    Als ängstlich empfinde ich dieses verhalten nicht, sondern als egozentrisch und rücksichtslos.
  • Stangengeweih?

    24.11.2015, M.E.
    "Alces alces, der Europäische Elch, [...] trägt statt der bekannten Schaufeln meist ein Stangengeweih"
    Ach nee? D.h. Sie jubeln uns hier Bilder amerikanischer Elche unter?
    Antwort der Redaktion:
    Nein, auch europäische Elche können ein Schaufelgeweih entwickeln - allerdings nicht so regelmäßig wie ihre nordamerikanischen Vettern.
  • ohne Titel

    24.11.2015, Brunislav
    Ich war bereits sehr skeptisch, als unsere Tageszeitung Anfang dieses Jahres behauptete: "Die Erde gibt es nochmal". Von solchen "Sensationsmeldungen" halte ich generell sehr wenig und wie sich hier mal wieder herausstellt, auch völlig zurecht! Sehr gut, dass Spektrum auch über Hintergründe informiert und auch Berichte über enttäuschte Wissenschaftler veröffentlicht. Die sind teils interessanter und vor allem glaubhafter als die unglaubwürdigen "Sensationsmeldung".
  • Und die Abkühlung bei der Expansion?

    24.11.2015, Ansgar.Heinze
    Bei den Luftdruckspeichern, die bislang in alten Minen gebaut wurden gab es das problem, dass die Druckluft, deren Wärme nach der Komprimierung entzogen worden war bei der Expansion für eine erhebliche Temperaturabsenkung und ein mögliches Einfrieren der Luftdruckmotore sorgte. Die Lösung dieses Problems ist der Schlüssel zu dieser Technologie.

    Wärmetauscher können das nur kurzfristig lösen, aber bei längerer Speicherdauer wird es schlicht zu kalt.
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Heinze,
    es gibt noch ein weiteres Video, in dem die Firma ihre Technologie erklärt: www.youtube.com/watch?v=xT5420ENg7o Dem ist zu entnehmen, dass die Wärmeenergie aus der Kompression in Salztanks zwischengespeichert und teils sogar mit Solarkraft weiter erhöht werden soll. Diese Wärme soll dann bei der Dekompression eingesetzt werden. Inweiweit dieser Teil des Verfahrens aktuell umgesetzt ist, weiß ich allerdings nicht.
    Beste Grüße, jd/Red

  • Mehr Infos bitte

    24.11.2015, Harald
    Im Grunde genommen ein interessanter Artikel, doch einige wichtige Dinge wurden nicht genannt ...

    - warum es zur Prohibition kam?
    - wer von der Prohibition profitiert/e?
    - dass es letztlich nur ums Geld geht (und primär die Pharmaindustrie bei einer Legalisierung enorme finanzielle Einbußen hätte)
    - Hanf enthält ca. 80 verschiedene Cannabinoide - die meisten davon sind unerforscht. Es ist stark anzunehmen, dass in dieser Pflanze noch viel mehr Potential steckt
    - Hanf und Einstiegsdroge?! Kennen Sie einen einzigen Kiffer, der direkt mit Hanf angefangen hat? Ich vermute mal ganz stark nein! Tabak und Alkohol sind die Einstiegsdrogen Nr. 1 - somit ist Hanf höchstens eine >>illegale<< Einstiegsdroge. Vllt. doch nur die Nummer 2: Haben Sie schon mal Kinder beobachtet, wie süchtig einige nach Süßigkeiten (Zucker) sind? Ja, richtig gelesen, viele (kleine) Kinder sind Zuckersüchtig!
    - Hanf und gefährlich?! Verglichen mit anderen (legalen) Stoffen, Substanzen und Mitteln? Lächerlich!
    - welche Medikamente - deren möglichen schweren Nebenwirkungen in keinem Verhältnis zur Wirkung stehen - Hanf ersetzen kann
    - gibt es einen einzigen Toten weltweit, beim dem die Todesursache auf Hanf zurückzuführen ist? Nein? Interessant! Doch so gefährlich das Zeug ...

    Es gibt sicherlich noch viele weitere interessante Aspekte - ausreichend Objektivität vorausgesetzt -, die zu erwähnen wären.
  • Elche in Schweden

    23.11.2015, Peer Hiero
    Ich sehe jetzt schon die Herren von der "knallenden Zunft", wie sie ihre Flinten putzen und ihre Munition aufstocken, um einen Elch, der sich hier zur Ruhe lassen oder hier sein Auskommen finden möchte, ganz schnell zum "Problemelch" oder gar "Schadelch" zu erklären, um eine äußerst fadenscheinige und an den Schamhaaren eines Jägers herbeigezogene Begründung zu haben, ihn zu erschießen! Der Elch sollte, wenn er denn schon mal in Deutschland ist, unter strengsten Schutz gestellt und mit einem ganzjährigen Jagdverbot belegt werden.
  • Interessante Gegenhypothese:

    23.11.2015, Aleksandar
    "Schränkt man die Handlungsmöglichkeiten künstlicher Intelligenz so weit ein, dass sie, trotz nomineller Überlegenheit gegenüber der verteilten menschlichen Intelligenz, keinen wesentlichen Einfluss auf Entscheidungen der Menschen oder der Menscheit als Ganzes nimmt, wird dies der Menschheit langfristig zum Vorteil gereichen."
    Das destilliere ich so aus der KI-Skepsis aus dem Interview heraus. Korrekt?

    Gegenhypothese: Die Geschichte der Menschheit bis zum heutigen Tage beweist, dass sie nicht in der Lage ist, das Irrationale in sich so weit zurückzudrängen, dass Glück und Leid, Wohlstand und Armut gleich und gerecht verteilt sind; stattdessen wiederholen sich Zyklen emotional ausgetragener Konflikte.
    Als alter SciFi-Hase muss ich daher den Schluss daraus ziehen, dass es im Gegenteil der Menschheit eben nicht zum Vorteil gereichen wird, wenn sie sich nicht an höherer Intelligenz - welcher Art auch immer! - messen lässt und sich daran entweder in ihrem Inneren weiterentwickelt, oder eben daran scheitert. Das mag künftig zu ihrer Katharsis werden, doch ist dieser Schritt, will man sich überhaupt eine Zukunft vorstellen, unumgänglich. Klar, dass die Regeln der Gesellschaften von heute dann keinen Wert mehr im ursprünglichen Sinne besitzen werden - doch das ist nicht die Hauptsache. Das Ziel muss sein, die Summe allen Leids zu minimieren, und eine langfristige Weiterentwicklung anzustreben. Dies wird mit zu großer Skepsis nicht zu bewerkstelligen sein; es braucht auch immer Mut ander richtigen Stelle.

    Doch in zwei Bereichen ist Skepsis gegenüber technologischer Weiterentwicklung berechtigt: Im militärischen, sowie im finanziellen - beide dienen nur dem Wohl Einzelner oder einzelner Gruppen. Beide wurden oben erwähnt, da gehe ich auch mit.
  • Druckluftspeicher

    23.11.2015, Peter
    Was ist hier der Unterschied zu Druckluftspeicherkraftwerken wie in Huntorf schon seit 1978 eines steht? Hier wird ein Druck von bis zu 72bar genutzt, was sehr viel mehr ist als die 5,5 bar unterwasser.
    Antwort der Redaktion:

    Hallo Peter,
    der Unterschied besteht darin, dass solche Ballon-Anlagen zumindest der Idee nach überall dort eingesetzt werden können, wo es ein Gewässer ausreichender Größe gibt. Druckluftspeicherkraftwerke wie Huntorf sind jedoch auf besonders geeignete Standorte angewiesen, da hier die Luft in unterirdischen Hohlräumen komprimiert wird, für die ein entsprechender Untergrund nötig ist.
    Beste Grüße, jd/Red

  • Von Nord nach Süd und dann wieder nach Norden?

    23.11.2015, Ulrich Heemann
    Man fragt sich doch, warum sollen Menschen diesen weiten Weg von Sibirien bis nach Südamerika gemacht haben, ohne dass zumindest einige davon auch in Nordamerika geblieben sind. Was trieb diese ehemaligen Sibierer in den heißen Süden und später dann wieder nach Norden? Es ist doch wohl verständlicher, wenn einige einfach unterwegs an einem schönen Ort blieben und sich dann dort mit einem später nachrückenden Schub vermischten. Sollten sie heute nicht mehr in Nordamerika existent sein, so könnte dies trotz aller Vermischung auch auf kriegerische Akte oder schlicht auf eine geringere Reproduktionsrate zurückzuführen sein, wie sie ähnlich auch bei den Neandertalern diskutiert wird.