Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Ja heißt Ja

    22.07.2015, Keks
    Mit diesem Konzept würde jede sexuelle Handlung erstmal als eine Straftat angesehen werden und erst wenn beide eine, wahrscheinlich auch noch enthusiast vorzutragene, Zustimmung gegeben haben, wird diese Handlung legal.

    Für Sex in einer Beziehung scheint mir das unpraktikabel. Wahrscheinlich daten daher auch immer mehr Männer an den Unis der USA keine Kommilitoninnnen. Man hat dort schon zu viele Geschichten gehört, bei dem einvernehmlicher Sex nachträglich, also Monate oder Jahre danach, in denen beide teilweise noch mehrmals Sex miteinander hatten, von den Frauen in eine Vergewaltigung umgedeutet wurde. Ein faire Behandlung können die Männer bei den Uni-Tribunalen nicht erwarten und selbst wenn diese die Unschuld feststellen, ist deren gesellschaftliches Leben meistens zerstört.

    http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/07/sex-on-campus-consent/395246/

    Das hier ist auch schön: Studenten sollen nur Aufgrund einer Beschuldigung als Vergewaltiger gebrandmarkt werden:

    http://reason.com/blog/2015/07/15/dc-legislators-want-to-brand-accused-stu

    Natürlich soll jeder Vergewaltiger gefasst werden und jedem klar sein dass das ein schweres Verbrechen ist, aber den Mann völlig rechtlos machen? Das kann es doch nicht sein?

    Das finde ich auch toll:

    "In Zukunft soll er beispielsweise auch Frauen, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, mit einschließen. Und Frauen, die sich aus Angst nicht wehren, weil sie also ein so genanntes "empfindliches Übel" fürchten."

    Wie soll das bewiesen werden? Und wieso nur Frauen unter Drogeneinfluss? Kann der Mann sich besinnungslos saufen und ist immer noch voll verantwortlich für seine Handlung. Während die Frau nur ein Bier trinken muss und vor dem Gesetz ihre Zurechungsfähigkeit verliert? Denn so wird es in den USA an den Campus gehandhabt. Findet ihr das gerecht gegenüber den Männer?

    Übrigens:

    "In 40 % aller Sorgerechtsstreitigkeiten wird der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs erhoben. 95 % der in Sorge­rechts­streitig­keiten erhobenen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erweisen sich als falsch." - Prof. Siegfried Willutzki, Familienrichter und Vorsitzender des Familiengerichtstages

    Naja, das Anwält für diese Gesetzesänderung sind, kann ich mir gut vorstellen...

    Ich denke es wird nicht bei dem "Nein heißt Nein" bleiben. Das wird den feministischen Organisation, die hier in DE für das "Nein heißt Nein" kämpfen, nicht reichen. Erst wenn jeder Sex erstmal als eine Vergwaltigung angesehen wird, sind sie vielleicht zufrieden. So war es in den USA und so ist es jetzt nun auch in GB. Warum sollte es in DE anders werden?

  • Nomenklatur

    21.07.2015, Schmidt
    Sehr geehrte Verfasser, als frischgebackener Vater kann ich im Ergebnis nur zustimmen. Was mich aber wundert, ist, dass in einem wissenschaftlichen Beitrag Gewichtseinheiten wie "Pfund" genutzt werden und nicht das bei uns übliche Gramm bzw. Kilogramm. Und wenn die Studie aus den USA stammen sollte, wurde dann exakt umgerechnet? Mir Kommen da Zweifel.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Schmidt,

    wir haben die Pfundangaben inzwischen durch Kilogrammangaben ersetzt.

    Herzliche Grüße
    Daniela Zeibig
  • Weyl Fermionen in der Natur

    21.07.2015, Marco Drewes
    Das ist zum Teil natürlich eine Frage der Wortwahl...

    Ich denke, die folgende Aussage ist korrekt: Es wurden zum erstem Mal (Quasi)Teilchen gefunden, die sich im Labor tatsächlich wie Weyl Fermionen verhalten.

    Das links- und rechtshändige Elektron sind auf "fundamentaler" Ebene eigentlich Weyl Fermionen. Und das Elektron wurde natürlich auch schon entdeckt...
    Elektronen verhalten sich aber im Labor nicht wie Weyl Fermionen. Der Grund ist, dass ihre Eigenschaften durch die Kopplung an das Higgs-Feld verändert werden (sie bekommen eine Dirac-Masse). Ihre "wahre" Natur als Kombination aus zwei Weyl Fermionen bleibt somit im Alltag verborgen und ist erst durch die Entdeckung des Higgs-Mechanismus wirklich bestätigt worden.
  • Drittniedrigste Ausdehnung?

    21.07.2015, Werner Kohl
    Sehr geehrter Herr Lingenhöhl,
    die interaktive Grafik auf der von Ihnen verlinkten Seite des NSIDC zeigt aber für den Juli in den Jahren 2007, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 eine niedrigere Ausdehnung als 2015.
    Der Juli 2015 sollte daher die siebtniedrigste Ausdehnung seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen aufweisen.

    Der Verlauf von 2009 ist übrigens seit Juni vom derzeitigen Verlauf kaum unterscheidbar.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Kohl,

    guter Punkt - und mein Fehler. Denn gemeint war der Juni 2015, wovon das National Snow and Ice Data Center ja durchgehend als dem drittniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen spricht. Und das ist auch korrekt, wenn man sich alle Kurven ansieht. Danke für den Hinweis, ich habe den - wohl hitzebedingten - Fehler ausgebessert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Maschinen werden erst dann wirklich intelligent

    21.07.2015, Neo
    wenn sie diese Intelligenz für ihre eigenen Zwecke einsetzen.
  • Arrrgh...endlich mal wieder eine neue Weisheit!

    20.07.2015, Dr dy
    Fast so erwiesen , wie dass Benzin zu Unfällen führt, ca 80% aller Unfälle geschehen unter Benzin Einfluss...
    Evtl ist es ja durchaus recht wahrscheinlich, dass Psychosen nicht unbedingt von Geburt an bestehen... Im Rahmen der Entwicklung psychischer Erkrankungen kommt es sicherlich bei den meisten zu einem gewissen Leidensdruck, Menschen mit Leidensdruck greifen zu Bonbons, aka Zigaretten, dass die da nicht helfen steht außer Frage, die erste psychiatrische Vorstellung und Diagnose erfolgt sicherlich erst NACH Entwicklung eines Leidensdrucks mit entsprechenden begleithandlungen...
    Am Ende führt Nikotin gar auch zu Depressionen, sicher weit mehr als die Hälfte rauchen depressiven rauchen...
    Mit andern Worten , wer leidet raucht!
    Es ist nicht sehr verwunderlich , aber riesig abgespaced mit dopamin und anderen hochtrabenden Strukturen des biochemieunterrichts, dass bei leidenden Menschen vermehrt psychische Erkrankungen diagnostiziert werden ...
  • Künstliche Intelligenz?

    20.07.2015, J- Timm
    Ein Beitrag aus Schilda... Es handelt sich immer um menschliche Intelliganz, die ihr Verhalten auf Maschinen übertragen hat, d.h. die Maschine handelt in den Variationen, die der Mensch vorgegeben hat. Wenn eine Maschine über ein selbstständiges Hirn verfügt und aus EIGENEM Antrieb handelt, dann handelt es sich wohl um Intelligenz, aber davon sind wir wohl noch Lichtjahre entfernt. Auch die Anwendung/Programmierung von Algorhytmen hat nichts mit Künstl. Intelligenz zu tun.
  • Ist Intelligenz überhaupt durch Turing-Maschinen zu erzeugen?

    20.07.2015, Jared J. Myers
    Diesem wie den meisten anderen Artikeln zum Thema "KI" liegt der Glaube zugrunde, Intelligenz könne mittels Turing-Automaten erzeugt werden. Auf diese lassen sich alle möglichen heute gängigen Verfahren abbilden, einschließlich Neuronalen Netzen und den im Text implizit beschriebenen Backpropagation-Algorithmus.

    Ein wenig erinnert mich das an die Zeiten Peter Henleins, als man glaubte, im Gehirn laufe ein unglaublich kompliziertes Uhrwerk ab, oder Gay-Lussacs, als man Intelligenz als von thermodynamischen Prozessen mittels eines unglaublich komplizierten Geflechts aus Pumpen, Heizelementen und Kondensatoren erzeugt annahm. Dann kam die Elektromagnetik dran, auch die Chemie... es war dadurch möglich, immer mehr Gehirnfunktionen zu erklären und zu simulieren, ohne jedoch die Entscheidungsprozesse und intuitiven Komponenten der Intelligenz verstanden zu haben.

    Zur Zeit ist die Informatik "dran" als Erklärungsmodell, und es sind Fortschritte zu verzeichnen, die immerhin die maschinelle Mustererkennung und die Entscheidung anhand unvollständiger Regeln ermöglichen. Angesichts des ausstehenden Klärungsbedarfs wäre es jedoch m.E. unangebracht, sich von der gängigen Informatik eine Lösung des KI-Problems zu erwarten. Ein- oder zwei neue physikalische Grundprinzipien müssen dazu sicherlich noch gefunden werden; die nächste wäre vermutlich die Implementation von Quantenarithmetik in organischer Materie (siehe u.a. Penrose https://en.wikipedia.org/wiki/Roger_Penrose#Physics_and_consciousness) - und auch das könnte sich noch als weiterer, aber nicht letzter Schritt herausstellen.

    Furcht vor überlegener Maschinen-Intelligenz muss man deshalb noch lange nicht haben - höchstens vor menschengesteuerten, hochentwickelten Kriegsmaschinen, die mit der ihnen implementierten Mustererkennung und Entscheidungsfähigkeit - gepaart mit Bewaffnung und Panzerung - jedem menschlichen Fußsoldaten weit überlegen sind und schon jetzt verhindern könnten, dass wir die Intelligenz jemals wirklich verstehen (weil sie nicht ausreichte, die Zerstörung unserer Kultur zu verhindern).
  • Gemacht wird, was Gewinn oder Erfolg verspricht

    20.07.2015, Dr. J.Götz
    Sorry, ich kann dem nichts wesentlich Neues abgewinnen. Letztlich ist es doch so, dass der Egoismus - also ein auf eigenen Vorteil im weitesten Sinn gerichtetes Handeln - die Norm und Altruismus eher selten ist. Das gilt mit Abstufungen auch für umweltnahe oder gemeinützige Verbände etc. und nicht zu vergessen für die Politik und die, die sie betreiben: W. Schmitt Glaeser, ZRP 1/2006 S. 10 ff.: Die Abhängigkeit der Politiker als Funktionsmangel der Demokratie.
  • Drittmittel meist nicht aus der Industrie

    19.07.2015, Christian Thiele
    Als "Drittmittel" werden auch die Gelder von der DFG, Bund- und Länderprojekten etc. bezeichnet. Die machen zusammen schon einen erheblichen Teil der Forschungsprojekte aus, vgl. http://www.laendercheck-wissenschaft.de/drittmittel/drittmittel_allgemein/index.html
  • Künstliche Intelligenz vs. Machine Learning

    19.07.2015, Marcus Gröber
    Mein erster Gedanke war: fordert hier jemand Bürgerrechte für Neuronale Netzwerke? Aber beim näheren Lesen scheint es um ein weitaus praktischeres Problem zu gehen...

    Auch wenn in der Forschung die Begriffe "Künstliche Intelligenz" und "Maschinelles Lernen" heute oft zusammen verwendet werden, frage ich mich doch, ob man für die öffentliche Diskussion nicht eine sorgfältigere Trennung vornehmen sollte: die meisten hier genannten Beispiele scheinen sich "nur" auf algorithmische Entscheidungen auf Basis der statistischen Analyse großer Datenmengen zu beziehen, was ja eigentlich schon beim klassischen "Schufa-Score" anfängt, und sich beim Google Page Rank nahtlos fortsetzt.

    Ich denke, es würde die Debatte erleichtern, wenn man jetzt nicht mit dem überfrachteten Label "Künstliche Intelligenz" einsteigt, sondern sich mit dem viel naheliegenderen Problem von "Big Data" befasst, wie die Übertragung von Entscheidungen, die früher vom "Bauchgefühl" einzelner Sachbearbeiter abhingen, auf angeblich objektive Verfahren geregelt werden sollte.

    Muss ich z.B. für eine Entscheidung über das Kreditrisiko zunächst die "Equal Error Rate" (also den Schwellwert gleicher Wahrscheinlichkeit einer irrtümlichen Ablehnung und einer irrtümlichen Annahme des Kunden) dokumentieren, damit mein so "geeichter" Algorithmus dann rechtssicher ist? So eine Forderung wäre ja durchaus denkbar, ist aber noch weit unterhalb dessen, was sich die meisten Leute unter "Intelligenz" vorstellen würden.

    Bei Bereichen wie autonomen Fahrzeugen, oder gar teil-automatisierten Waffensystemen, werden die Grenzen sicher schwammiger, aber vielleicht fängt man am einfachsten mit greifbaren Problemen an, die schon seit einigen Jahren praktische Relevanz haben.
  • Velociraptor

    17.07.2015, Leser
    Velociraptoren waren bis gut zwei Meter lang und demnach gleich gross wie die hier beschriebene Art. Die Velociraptoren aus den Jurassic Parc Filmen sind keine akurate Wiedergabe.

    MfG,

    Leser
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben Recht, dabei liegt mein Filmbesuch in Jurassic Park schon einige Jahre zurück. Ich habe den Velociraptor deshalb gelöscht.

    Vielen Dank
    Daniel Lingenhöhl
  • sehr einseitige Sicht auf einen facettenreichen Duftstoff

    17.07.2015, Robert Böhm
    Die Annahme, dass der Verlust der Fähigkeit zur Wahrnehmung von Androstenon einen Selektionsvorteil bietet, weil den Trägern der Eigenschaften das Fleisch mancher Eber besser schmeckt, erscheint mir etwas sehr naiv.

    Das fängt schon damit an, dass sich geschmackliche Vorbehalte bis hin zum Ekel mit zunehmendem Hunger schnell verflüchtigen. Man kann also mit einiger Plausibilität annehmen, dass Menschen auch "anrüchiges" Fleisch essen, lange bevor Nahrungsmangel als Selektionskriterium wirksam wird.
    Gerade die Wertung, die Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen erfahren, unterliegen einer starken kulturellen Prägung: Skandinavischen "Stinkefisch", Hammelfleisch und manche asiatische Spezialitäten würden die meisten zentraleuropäischen oder amerikanischen Städter als ungenießbar ablehnen. Menschen, die mit diesen Nahrungsmitteln aufgewachsen sind, sehen das allerdings ganz anders.

    Androstenon ist nur für einen Teil des unangenehmen "Ebergeruchs" verantwortlich ist (Skatol spielt wohl auch eine Rolle - wer den Geruch kennt, wird bezweifeln, dass er bei den Betrachtungen vernachlässigbar ist). Zudem ist der Geruch je nach hormoneller Zykluslage unterschiedlich ausgeprägt. Das Ausmaß des abstoßenden Geruchs sollte also auch für empfindliche Menschen zwischen unterschiedlichen Schlachttieren über einen weiten Bereich variieren.

    Androstenon ist bei vielen Säugetieren eine wichtige Komponente männlicher Pheromone. Es wird immer wieder diskutiert, dass es auch beim Menschen eine entsprechende Wirkung entfaltet (oder entfalten kann?). Da Pheromone einen unmittelbaren Einfluss auf das (Paarungs-)Verhalten haben, wäre die Pheromonwirkung für eine genetisch Ausdeutung der Wahrnehmungsfähigkeit für Androstenon vermutlich eine plausiblere Grundlage als die breitere Nahrungsmittelpalette.
    Wenn das zutrifft, wäre das goutieren von Eberfleisch nur die Dreingabe zu einer ganz anderen Eigenschaft, die eigentlich der Selektion unterliegt.
  • Metallorganik

    17.07.2015, Dipl.-Phys. Ulrich Schulz
    Hochinteressanter Artikel und sicherlich für interessierte Laien trotz Ausführlichkeit gut verständlich!
    Als ich vor etwa 50 Jahren meine Ausbildung zum Lacklaboranten machte, waren bereits metallorganische Verbindungen im Einsatz. Man kannte zwar Summen- sowie Strukturformeln, der räumliche Aufbau blieb aber ein Geheimnis. Nix mit Simulationssoftware (Computer - was war das denn?), "Try-und-Error-Methoden" sowie eine Menge an praktischer Erfahrung (und meterlange Rechenschieber) waren die zur Verfügung stehenden "Hilfsmittel". Ich glaube, daß wir tatsächlich noch viele Überraschungen auf dem Gebiet der Metallorganik erwarten dürfen.
  • Dingos als Plage

    17.07.2015, Alexander Reden
    Mit Hinblick auf die zerstörerische Nutzung des Landes und die Frage, wer zuerst da war, sind nicht die Dingos die Plage, sondern die Viehzüchter.