Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Was will ein Mensch?

    14.03.2016, Ulrich Heemann
    Ich hatte bisher immer gedacht, dass es mittlerweile schon fast State of the Art sei, menschliche Gesichter durch Computer interpretieren zu können, wohingegen es doch ach so schwer sei, Go spielen zu lernen. Nun ist plötzlich alles umgekehrt!
    Wie lange wird es wohl noch dauern, bis ein lernfähiges Netz erkennt, dass da ein Mensch am Straßenrand steht und dass es nun an der Zeit ist, dessen vermutliches Verhalten anhand eines eigenen Netzes zu beurteilen, das auf Gesichtserkennung und -Interpretation (inkl. Interpretation der Körperhaltung und -bewegung) spezialisiert ist? Schließlich haben wir es hier lediglich mit einer Kombination bereits bekannter Verfahren zu tun. Falls derzeit die Sicherheit noch nicht hoch genug oder evtl. die benötigte Zeit noch zu lang für schnelle Entscheidungen sein sollte, so wird das auch angesichts des Deep Learning sicher nur eine Frage der Zeit sein.
  • @1 Corumeach

    14.03.2016, tobmat
    "aber Menschen lernen und denken nunmal ganz genauso: Anhand von unzähligen Beispielen"

    Menschen können an Hand von einigen Dutzend bis hundert Beispielen ein ganzes Konzept verinnerlichen. Maschinen brauchen dafür Millionen bis Milliarden Beispiele und können das Konzept dann trotzdem nicht in einen neuen Kontext integrieren.

    "Plötzlich ist Go eines der leichteren KI-Probleme."
    Das war GO schon immer. Es ist nicht umsonst erst das zweite große Game was nach Schach angegangen wurde. Es wurde nur von der Go-Community so gehypt, weil man sich Schach überlegen fühlte.

    " können wir hoffen innerhalb der nächsten 10-15 Jahre die schweren KI Probleme anzugehen."
    Mach sie sich nicht ganz so viel Hoffnung. Man hat bisher nichtmal verstanden was menschliche Intelligenz ist und ganz viele der schweren KI-Probleme sind auch beim MEsnchen nicht geklärt.
  • Warum sollten Pelletheizungen den Zustand verschlechtern?

    14.03.2016, Bernhard Keim
    Solange nicht mehr geerntet wird, als nachwächst, ist gegen den Wald als Energielieferanten wenig einzuwenden. Die Frage ist also nicht wievielt geerntet wird, sondern wieviel nachwächst. Hierbei gilt, dass umso weniger nachwächst, je weniger geerntet wird. Das hat zwei Ursachen. Zum einen fallen beim Ausforsten große Mengen an, die dafür sorgen, dass die besseren Bäume, besser wachsen. Zum anderen schiebt ein überalterter Baumbestand keine Masse mehr.
  • Ach - auf einmal...

    13.03.2016, Richard Jelinek
    Da glaubt die geballte Kompetenz der Hauptprotagonisten natürlicher Intelligenz noch bis vor Kurzem für einen Go-Maschinensieg sei es noch mindestens 10 Jahre hin, einige Kommentatoren sprechen davon, die Go-Fachwelt sei "beeindruckt bis schockiert" - aber nicht so hier: Plötzlich ist Go eines der leichteren KI-Probleme.

    Ich muss sagen, dass mich diese ex-post Interpretation leicht schockiert. Ich stimme Frau Wolfangel zu, dass sich die KI künftig an schwereren Themen beweisen muss. Nachdem "wir" ja nun die leichten KI Probleme der Männerdomänen Schach und Go gelöst haben, können wir hoffen innerhalb der nächsten 10-15 Jahre die schweren KI Probleme anzugehen.

    Wenn allerdings ein DeepLearning Algorithmus wider Erwarten die Interpretation natürlichsprachlicher Äußerungen weiblicher Gefühlswelt doch früher hinbekommt, dann könnte das Geschrei groß sein, wenn die Meinung "war ja doch nicht so schwer" auftaucht.

    Und dann werden - meine Meinung - die letzten Bastionen "menschlicher Überlegenheit" doch sehr rar.
  • Danke

    13.03.2016, Norbert Martels
    Ich bin erst heute, durch den Abdruck in der aktuellen Ausgabe, auf den Beitrag von Manfred Broy gestossen, der mir doch sehr aus der Seele spricht.
    Gleich eine Bemerkung vorneweg: Ich bin keinster Weise mit Forschung im Bereich KI befasst, ganz im Gegenteil bin ich am anderen Ende der Nahrungskette angesiedelt und als ITler für eine dieser Firmen tätig, die "Big Data", "Data Mining", "Cloud" und "Cognitive Computing"in ihren Fahnen führen.
    Das erste, das mir beim Lesen den Digitalen Manifests auffiel, war, das sich die Sprache in weiten Teilen kaum von dem - verzeihen Sie meine Worte, aber mir fällt leider kein besserer Begriff ein - Werbegeschwafel dieser Firmen unterscheidet! Automatisch war ich auf der Suche nach der Werbebotschaft, die mir verkauft werden soll.
    Wenn Ihnen eine solche Firma etwas verkaufen will, dann wird erstmal ein Riesenfass aufgemacht, ein Szenario geschaffen, dem man sich möglichst nicht entziehen können soll, mit ein paar Zahlen um sich geworfen, die die Kompetenz belegen sollen und davon ablenken, dass man werder die Zahlen, noch die hinterher aufgestellten Folgerungen und Behauptungen belegt bekommt.
    In grossen Teilen des Manifests habe ich diese Techniken wiedergefunden und mich kopfschüttelnderweise gefragt, wo die Autoren die Basis für ihre Extrapolation in die (nahe) Zukunft hernehmen. Auch ich widerspreche der Mehrzahl der Forderungen aus dem Manifest nicht, aber eben aus anderen, viel bodenständigeren Gründen.
    Und damit komme ich endlich wieder zu Manfred Broy, seinem Betrag und meinem Dank: Danke, sie haben mir bewiesen, dass ich doch kein interlektueller Geisterfahrer bin. Auch andere finden Teile des Manifests fragwürdig!
  • @Siegfried Marquardt

    13.03.2016, Dieter
    Soldner und Weber fallen aus, weil die Maxwell-Gleichungen damals noch garnicht formuliert waren. Die Gleichung E = mv² für die kinetische Energie ist sicherlich schon früher benutzt worden, wobei die Semantik jedoch grundsätzlich eine Andere war als bei Einstein.
  • Bitte etwas mehr KI bei der Bildauswahl einsetzen

    13.03.2016, WernerS
    Das Spiel ist vielleicht Wolf und Schafe aber nicht Go
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Seyfried,

    eine typische Go-Spielsituation ist in diesem Bild wirklich nicht dargestellt, da haben Sie Recht. Aber wenn Sie bei dem Foto an einen Wolf und Schafe denken mussten, haben wir offenbar auch einiges richtig gemacht bei der Bildauswahl ...

    Beste Grüße, jd/Red

  • Pellet Öfen und Rinderzucht

    13.03.2016, Corumeach
    werden es schon zu Ende bringen.
  • Interessante Argumente

    13.03.2016, Corumeach
    aber Menschen lernen und denken nunmal ganz genauso: Anhand von unzähligen Beispielen, denn gerade im kulturellen und soziologischen Bereich gibt es keine klaren Regeln. Daher ja auch ständig Missverständnisse und Konflikte. Letztlich ist es eine Frage der Skalierbarkeit, weniger des Prinzips. Der Deepmind Erfolg ist durchaus richtungsweisend, ob bewusste KI morgen kommt oder in 20 Jahren oder in 50 ist eigentlich unerheblich. Dass unsere Position und Zukunft als intelligente Spezies angezählt ist, lässt sich nicht mehr leugnen. Man kann sich locker zurück lehnen und sagen: das dauert alles noch. Aber wenn es dann da ist, wundern sich alle, dass sie nicht über die Folgen nachgedacht haben. Wer sagt denn, dass eine KI mit eigenem Willen daran interessiert ist das menschliche Gesundheitswesen zu unterstützen. Selbst bei Google glaubt man noch, man rede über bessere Programme, forscht aber an unserer Nachfolgerspezies.
  • Erhöhtes Cholesterin seit 46 Jahren

    13.03.2016, Fritz Wunderlich
    Ich hatte seit dem Alter von 19 einen bekannten Cholesterinwert von 240, mal etwas höher und mal etwas niedriger und das gute Cholesterin war mal besser, mal schlechter. Allerdings hatte ich immer niedrige Tryigliceride Werte. Bis jetzt hatte ich weder einen Schlaganfall noch einen Herzinfarkt und ich bin auch nicht in Behandlung wegen Herzkranzgefäße- Beschwerden. Seit etwa 35 Jahren bin ich übergewichtig und nicht besonders sportlich. Auch meine Gefäße im Gehirn sind nicht auffällig . Imho habe ich leichten Ablagerungen in den Halsgefäßen ohne irgendwelchen Beschwerden und ohne Durchflußeinschränkungen. Wenn ich mir jetzt 45 Jahre lang Sorgen gemacht hätte, wäre ich bestimmt nicht gesünder.
    Die Ärzte sollten endlich herausfinden, bei wem Cholesterinwerte Krankheiten auslösen und den Rest der Menschheit mit ihren Behandlungen und ihrem unausgereiften Wissen verschonen. Sterben müssen wir alle mal und wer gesund 66 wird, braucht sich nicht zu beklagen. Wenn ich bei sauteuren Krebsmedikamenten lese, die können statistisch betrachtet die Lebenszeit um ein paar Monate verlängern, kann ich nur lachen. Da verzichte ich gerne darauf und lebe lieber ein paar Monate weniger, ohne Versuchskaninchen für die Ärzte zu spielen. Ich hatte einige Unfälle und weiß, was Krankheit und Schmerzen bedeuten. Mir ist schon klar, dass die letzte Lebensphase nicht angenehm wird. Die hat man, zumindest in meinem Alter, aber zu akzeptieren.
  • Hier hilft nur

    12.03.2016, Liane Mayer
    eine Kampagne, die die Nachfrage wirksam eindämmt. Wie wäre es z. B. mit einem Buch über uralte, jüngst erst wiederentdeckte traditionelle Arzneien, in dem so nebenbei vor den horrenden Nebenwirkungen von Nashorn - Horn - Pulver gewarnt wird? (Impotenz, unfruchtbare Nachkommenschaft, schlechter Körpergeruch, der zwar nicht bewusst wahrnehmbar ist aber umso krasser wirkt und ähnliche Dinge. Vielleicht auch Neuentstehung von besonders gefährlichen und grausigen Krebsformen, die sich dann keinesfalls mit traditionellen Arzneien heilen lassen, allenfalls lässt sich vorbeugen, indem man feierlich schwört, nie wieder Arzneien aus geschützten Tierarten zu konsumieren) Wenn die Käufer dem im Artikel genannten Buch geglaubt haben, sollten sie, wenn es geschickt genug gemacht wird, ja auch dem von mir angeregten Buch glauben. Autoren vor!
    Alternativ könnte man die entsprechenden Infos natürlich auch im Internet verbreiten.
  • Es geht (wie immer) um die Kohle

    12.03.2016, RRMeyer
    Nun wird Fessenheim also abgeschaltet. Der Fehlbetrag wird von Deutschen und Franzoesischen Kohlekraftwerken abgedeckt. Denn auch mit Fessenheim wuerde ja der gesamte schoene Wind-und Sonnenstrom verbraucht werden, und trotzdem rund um die Uhr Kohlekraftwerke laufen. Die Arithmetik ist also ganz einfach.
    Jede TWh weniger Atomstrom ist eine TWh mehr Kohlestrom. Da freut sich natuerlich unsere Kohlelobbyistin und Umweltministerin Barbara Hendricks. Nicht so gut ist dies fuer den Klimaschutz und unsere Gesundheit.
    Fessenheim erzeugt pro Jahr etwa 12TWh Strom. Wenn man dies mit Kohle macht, bedeutet dies 12 MILLIONEN tonnen CO2 in der Atmosphaere und jede Menge Schadstoffe, von denen allein der Feinstaub 120 Menschen vorzeitig ins Grab bringt.
    Selbst Greenpeace weiss das (1), aber anscheinend ist es egal wie viele Menschen sterben und dass uns das Klima voellig aus dem Ruder laeuft, solange es gegen die boese Kernenergie geht.
    (1) https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/greenpeace-studie-tod-aus-dem-schlot-s01652.pdf
  • Danke fuer den einzigen sachgemaessen Beitrag in der deutschen Medienlandschaft.

    12.03.2016, RRMeyer
    Hier sollte man noch hinzufuegen, wie die Schnellabschaltung funktioniert. Die Steuer- und Abschaltstaebe werden mit Elektromagneten an ihren Antrieben festgehalten. Wird die Stromzufuhr dieser Magnete unterbrochen, fallen die Staebe in den Reaktorkern. Dieses System ist absichtlich so ausgelegt, dass man es mit Wasserschaeden, Kabelbraenden, Kurzschluessen oder losen Kontakten nicht lahmlegen kann. Strom abschalten geht immer. Deshalb waren die Berichte von ausgefallenen Schnellabschaltung nie glaubwuerdig.
    Die Presse hat es aber nicht fuer noetig gehalten, diesen simplen Sachverhalt zu erwaehnen. Lieber hat man aus Spekulationen und dreisten Luegen einen Skandal geschustert.
    Wenn es um Kernenergie geht, spielt in Deutschland die Wahrheit schon lange keine Rolle mehr.
    Dass man nach Borierung den Reaktor nicht so schnell wieder anfahren kann, duerfte der Betriebsmannschaft herzlich egal gewesen sein. Schliesslich hatten sie den Wasserschaden schon begutachtet, und es muesste klar gewesen sein, dass dies nicht ueber Nacht repariert, abgenommen und getestet ist. Am Ende dauerte es ueber 6 Wochen, bis der Reaktor wieder ans Netz ging.
  • Waldsterben fand statt, Ausbreitung wurde eingedämmt

    11.03.2016, Falken
    Im heutigen Tschechien habe ich einen "großflächigen Tod der Bäume" miterlebt. Heute wachsen dort natürlich schon (nicht mehr ganz so) junge Bäume nach.

    Wenn es nicht schlimmer gekommen ist, dann eben deshalb, weil eben (u.a.) Entschwefelungsanlagen und Rauchgaskatalysatoren (auch in Autos) gegen Stickoxide eingebaut wurden. Ebenso müsste man etwas tun, um den Klimawandel zu stoppen.
  • Wenig glaubwürdig.

    11.03.2016, Herbert Kern
    Ein Abschalten des Reaktors über Borierung ist ziemlich unglaubwürdig, da das spätere Wiederanfahren danach ziemlich lange dauert. Nach einer Schnellabschaltung über die Steuerstäbe könnte man rasch wieder anfahren. Bei einer Überflutung der Leittechnik der Steuerstabantriebe ist mit Kurzschlüssen zu rechnen und daraus sollte eigentlich eine automatische Schnellabschaltung erfogen. So ist zu vermuten, dass eine Schnellabschaltung nicht mehr möglich war und deshalb zum "Notnagel" Borierung gegriffen werden musste. Und dann sieht der Ernst der Lage anders aus. Hier haben die Franzosen einiges zu erklären.