Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Doppler, Expansion, Energie: Artikel mehrfach problematisch

    09.12.2010, Peter Huber, Nürtingen
    Im sachkundigen Teil der Leserbriefe zu diesem Thema kommt die Problematik der Gleichsetzung von Doppler- und Expansionseffekt durch die Autorin hinlänglich zum Ausdruck: Nur durch den Taschenspielertrick der 'Lokalisierung' (also der Betrachtung des krümmungsfreien Nahbereichs) wird diese Gleichsetzung möglich, wie ja auch in diesem Fall die kosmologische Formel der Rotverschiebung in die Dopplerformel übergeht. Es sei aber bemerkt, dass es - wenigstens theoretisch - ein Unterscheidungskriterium der beiden Phänomene gibt: Beim Dopplereffekt wird die Frequenzverschiebung bereits während der Emission erzeugt und pflanzt sich danach ohne weitere Frequenzänderung fort. Beim Expansionseffekt entsteht die Frequenz- (bzw. Wellenlängen-)änderung erst während der Reise durch die expandierende Raumzeit. Sie ist bei Emission gleich null.

    Das hat alles aber gar nichts mit der Frage nach dem Energiegehalt des Universums zu tun. Hier hilft in der Tat ART nicht unmittelbar weiter. Ob das Universum nun endlich oder unendlich sei - man kann getrost davon ausgehen, dass dessen Gesamtenergie erhalten bleibt (sonst wäre es kein Universum, sondern nur ein Teil davon) und dass der Energieverlust der Photonen anderswo wettgemacht wird. Kandidaten gibt es einige, etwa die hypothetische "Dunkle Energie" (oder unverfänglicher: die beschleunigte Expansion).
  • 1.000.000?

    09.12.2010, Fritz Kronberg
    Wenn man sich vor Augen hält, daß vor 65 Jahren über Hiroshima ein Kernspaltungsbombe, in der das Gleiche abläuft, wie in einem Kernreaktor, nur auf den winzigen Bruchteil eine Sekund komprimiert, statt über eine monatelange Laufzeit und Hiroshima heute eine blühende Stadt ist, kann man sich nur an den Kopf fassen und fragen, was das ganze Gegacker um ein Endlager eigentlich soll. Schließlich sind in diesem Fall die Spaltprodukte keineswegs sorgfältig eingesammelt und sicher eingelagert worden. Im Übrigen enthalten die "abgebrannten" Brennstäbe reichlich Uran, das immernoch höher angereichert ist als Natururan, sowie einige andere wertvolle Bestandteile. Der sinnvollste Weg, damit umzugehen, ist die Aufarbeitung und Einlagerung des nicht verwertbaren Restes bis man auch damit etwas anfangen kann. Ein Endlager im Sinne der Grünen und ihrer parteiübergreifenden Anhängerschaft ist schlicht überflüssig.
  • Verbrauchte Elemente weiter verwenden

    09.12.2010, Jan Luetke, 25899 Niebüll
    Laufwellen-Reaktoren (Traveling wave reactor / TWR)
    könnten die verbrauchten Elemente weiter verwenden und somit die Lagerungszeit weiter verkürzen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Laufwellen-Reaktor


    Dies ist ein ähnlicher Ansatz wie der von Bosbach, jedoch schon wesentlich weiter in der Entwicklung
    http://www.welt.de/wirtschaft/article6897923/Bill-Gates-und-Toshiba-wollen-Atomkraftwerk-bauen.html
  • Was nirgendwo berücksichtigt wird

    09.12.2010, Dr. Gilbert Brands, Krummhörn
    Was passiert denn, wenn so ein Lager geologisch aufgeschlossen wird? Alle Befürchtungen tun so, als würden dann hunderte von Tonnen im Mikrosekundenbereich freigesetzt. Viel wahrscheinlicher sind aber Jahrzehntausende dauernde Prozesse, die die radioaktiven Reststoffe so langsam freisetzen, dass sie nahezu in ihrer natürlichen Konzentration verteilt werden. Ein so angeknacktes Endlager wäre dann kaum gefährlicher als ein normales Bleierzbergwerk.
  • Größe Schwarzer Löcher 2

    07.12.2010, Manfred Lichtinger, Straubing
    Der Schwarzschild-Radius der Sonne beträgt etwa 1,41 Kilometer. Da selbiger proportional zur Masse ist, liegt er bei einem Schwarzen Loch von 1 Milliarde Sonnenmassen bei ca. 1,41 Milliarden Kilometern. Somit ist der Vergleich überhaupt nicht unpassend, da der Neptun etwa 4 Milliarden km von der Sonne entfernt ist. Man beachte nochmals die Proportionalität von R_S zur Masse M des Lochs.
  • Größe Schwarzer Löcher

    06.12.2010, Wolfgang Krug, Dresden
    Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel zur evtl. möglichen Abbildung Schwarzer Löcher.
    Leider scheint mir der Größenvergleich auf S. 26 Z. 11 ff von unten misslungen. Die Aussage "Selbst ein Monster mit einer Milliarde Sonnenmassen würde bequem in die Neptunbahn passen" ist nicht falsch, trifft aber den Kern nicht. Nach grober Abschätzung passen in eine Kugel mit dem Radius der Neptunbahn ungefähr 250 Milliarden Sonnen. Da das Volumen eines Schwarzen Loches wohl deutlich kleiner ist als das der Sonne, scheint der Vergleich unpassend.
  • Anmerkung zur nicht-periodischen Ziegelung des Raumes

    05.12.2010, Marcel Fritschi
    Es gibt eine zweite Möglichkeit zum Aufbau des R30. Und diese hat eine dreizählige Drehsymmetrie.

    Man bemerkt zunächst, dass man aus zwei dicken und zwei dünnen Rhomboedern einen Körper zusammensetzen kann, der bezüglich dreier aufeinander senkrecht stehender Ebenen spiegelsymmetrisch ist. Da er von zwölf Rhomben begrenzt wird, ist er in der Literatur (Hans Walser: "Der Goldene Schnitt") als "Goldenes Rhombendodekaeder" oder kurz "g-Dodekaeder" bekannt.

    Ein dickes Rhomboeder hat zwei einander gegenüberliegende spitze Ecken, das sind Ecken, in denen drei Rhomben mit ihren spitzen Winkeln zusammentreffen. An diese drei Rhomben lagere man – Fläche an Fläche – je ein weiteres Rhomboeder derart an, dass spitze Ecke auf spitze Ecke fällt. Das ergibt einen Cluster aus vier dicken Rhomboedern, wie er als Baustein der Körper auf Seite 69 im Artikel dient. Um diesen Cluster gruppiert man drei g-Dodekaeder. Da man die spitzen oder stumpfen Rhomboeder im g-Dodekaeder rechts oder links anordnen kann, ergeben sich für diesen Aufbau acht Permutationen. Zwei davon sind drehsymmetrisch. Das vollständige R30 ergibt sich daraus, indem man drei Eindellungen, die zwischen den Elementen des Clusters bleiben, und eine weitere zwischen den drei g-Dodekaedern mit je einem dünnen Rhomboeder füllt.

    Das vergrößerte R30 auf S. 67 rechts unten kann nicht vollständig aus g-Rhomboedern (Goldenen Rhomboedern) aufgebaut werden; denn die Kantenlänge des großen Rhombus ist kein ganzzahliges Vielfaches der Kantenlänge des kleinen Rhombus. Eine solche Konstruktion wäre vielmehr folgendermaßen auszuführen: Dem R60 im Zentrum und der Anordnung von zwölf R30 ist zuerst die Struktur aus den zwanzig Clustern (Seite 69 rechts) hinzuzufügen. Hinzu kommen dann noch zwölf halbe R60 (der mittlere Teil des Sterns, siehe S. 66 rechts unten), zwölf R20 (g-Ikosaeder), 60 g-Dodekaeder und 220 dünne Rhomboeder. Dieser Körper ist aus 640 dünnen und 640 dicken g-Rhomboedern aufgebaut; er hat die vierfache Kantenlänge der Rhomboeder, aus denen er besteht. Darum hat er den Namen "g-Triakontaeder der 4. Ordnung".

    Wenn man sich die Struktur aus den zwanzig Clustern (Seite 69 rechts) vorstellt, über jeden dieser Cluster jeweils drei dreieckig angeordnete g-Dodekaeder stülpt und das Ganze noch mit 20 (oben) und 20 mal 3 (unten) dünnen g-Rhomboedern ergänzt, dann bekommt man eine dodekaedrische Struktur aus zwanzig R30. Weil aber das R30 der Hüllkörper des regulären Dodekaeders und des regulären Ikosaeders ist, kann die nicht-periodische Ziegelung des Raumes aus dem Fraktal des regulären Dodekaeders (oder Ikosaeders) abgeleitet werden (siehe „Neue Fraktale aus platonischen Körpern“ von Wilhelm Sternemann, Spektrum der Wissenschaft 11/2000, S. 116). Allerdings betrifft dies nur die geradzahligen Ordnungen.
    Die ungeradzahligen werden ohne R60 aufgebaut. Sie haben im Zentrum ein R30. Die Abbildung auf Seite 69 links zeigt einen Teil dieses Aufbaus. Dieser führt zu einem g-Triakontaeder der 3. Ordnung.
  • Prof. Dr. ... kocht köstlich

    03.12.2010, Jörg Klewitz, 15518 Steinhöfel
    Es ist schon erheiternd zu lesen, was ein Prof. Dr. zum Thema "Kochen" vebreitet.

    In der Rezension geht es um das Kochen von Speisen. Also die Zubereitung mittels Hitze. Lesen wir ein "Kochbuch", dann geht es um Braten, Grillen, Kochen. Es geht nicht um den "Siedepunkt" irgendwelcher Flüssigkeiten.

    Die Technik, mit Hilfe von Lehm tierische Körper zu umhüllen und dann in ein Feuer zu legen, um diese tierischen Körper zu garen (kochen), ist eine sehr alte Technik. Also "Kochen" ohne Topf.

    Oder die Bananenblätter. Die indigenen Völker Südamerikas und Asiens beherrschen diese Methode seit Langem. Man breitet Bananenblätter aus, bettet Fleisch, Gemüse, Früchte und Gewürze in dieselben, faltet alles zusammen und bedeckt es in einer Grube mit vorher erhitzten Steinen. Nach ein bis zwei Stunden ist ein köstliches Stew entstanden - ohne Kochtopf. Eier in heiße Asche gebettet werden nach 5 bis 15 Minuten hervorragend - ohne Kochtopf.

    Damit es jeder begreift - Kochen im Sinne von Zubereitung von Speisen hat nichts zu tun mit dem Siedepunkt von Materie. Ein Steak ist als "gar" anzusehen, wenn es über einen Zeitraum von etwa 15 bis 20 Minuten eine Kerntemperatur von 50-60′ C erreicht hat. Dann ist es zart und saftig. Andernfalls, wenn der Siedepunkt der Fleischflüssigkeit erreicht wird, ist das Steak zäh.

    In diesem Sinne wünscht ein Soziologe und Informatiker ohne Diplom guten Appetit.
  • Menschliche Population ist wesentlicher Faktor

    02.12.2010, Schneider
    Auch die menschliche Population ist zukünftig ein wesentlicher Faktor.

    Der Artikel von Peter Victor macht wieder einmal deutlich, wie die Menschheit, überwiegend nicht wissend, in eine Katastrophe hineinschlittert. Noch kann man auf der Erde die 7 - 9 Milliarden Menschen recht und schlecht ernähren, von einem Glück auf Erden für jeden ist man heute schon entfernt und zukünftig noch viel weiter.

    Da die Zahl der Menschen rasant wächst, und Energie, Nahrung und Wasser sowie Technik/Wohnung immer weniger zur Verfügung gestellt werden kann, resultieren - trotz Optimierung in Gerechtigkeit und Ressourcendeckung - wahrscheinlich in der Zukunft nur härter werdende Verteilungskämpfe mit Völkerwanderungen bis hin zu Kriegen. Von einem naturwissenschaftlichen Standpunkt aus sollte die Zahl der Menschen möglichst planmäßig den Ressoucen der Erde und den Umweltbedingungen angepasst werden. Also ein bewusstes Abbremsen des Wachstums der Zahl der Menschen, um einer unangehmen Zukunft auszuweichen. China mit seiner Familienpolitik - häufig beschimpft- ist eine Möglichkeit.
  • Gründung einer Seite auf Facebook

    02.12.2010, Angela Sturm aus Eicherloh bei München
    Liebe Redaktion,
    als Facebook-Nutzerin ist mir, auf der Suche nach einem spektrumdirekt-Artikel, aufgefallen, dass es bei Facebook noch keine Seite "spektrumdirekt" gibt. Die Artikel werden in der Seite Spektrum der Wissenschaft aufgeführt, hätten aber doch eine eigene Seite verdient. Facebook ist ein ausgezeichnetes Medium um schnell und weltweit über die spektrumdirekt-Artikel diskutieren zu können.
    In der Hoffnung spektrumdirekt bald auf Facebook zu finden verbleibe ich
    Ihre Angela Sturm
    Antwort der Redaktion:
    Liebe Frau Sturm,



    vielen Dank für Ihr Interesse den Facebook-Auftritten des Spektrum-Verlags. Derzeit ist es nicht geplant, eine eigene spektrumdirekt-Seite zu eröffnen. Auf unserer Seite facebook.de/spektrumverlag bieten wir einen Querschnitt aller Online-Aktivitäten des Verlags.



    Im Reiter "Notizen" können Sie sich allerdings über alle neu veröffentlichten Artikel von spektrumdirekt informieren - und Kommentare, bzw. Diskussionsbeiträge zu unseren Beiträgen können Sie natürlich auch gerne einfach so auf unserer Pinnwand hinterlassen.



    Beste Grüße,

    Jan Dönges

    Redaktion spektrumdirekt
  • Buchtipp

    02.12.2010, Raimund Kamm, Augsburg
    Danke für diesen wichtigen Beitrag. Um unseren Nachkommen noch halbwegs intakte Lebensgrundlagen zu lassen, müssen wir unser wucherndes Wachstum beenden, und reifen.
    Hierzu ist jüngst ein lesenswertes Buch erschienen:
    "Postwachstumsgesellschaft - Konzepte für die Zukunft"
    Hrsg. von Irmi Seidl und Angelika Zahrnt

    Raimund Kamm
  • Schlecht begründete Katastrophentheorie

    01.12.2010, Eduard Kirschmann, Hannover
    Warum dreht sich der reißerische Titel dieses inhaltlich sehr interessanten Beitrags ausgerechnet um die darin vertretene, schlecht begründete Katastrophentheorie? Das trockene Klima soll den modernen Menschen an den Rand des Aussterbens gebracht haben - was wiederum als Erklärung für den molekulargenetischen Flaschenhals angeboten wird.

    Zitat: "Frappant ist ja unsere geringe genetische Vielfalt im Vergleich zu der vieler anderer Arten - gerade auch der Schimpansen -, die oft wesentlich kleinere Populationen und Verbreitungsgebiete aufweisen. Am besten läßt sich das Phänomen mit einem Populationszusammenbruch irgendwann beim frühen Homo sapiens erklären."

    Das Klima war also in Afrika so trocken, dass moderne Menschen fast ausgestorben sind, aber gleichzeitig so feucht, dass die Schimpansenpopulationen nicht in gleichem Ausmaß betroffen waren? Ist das die besagte "beste Erklärung"?

    Der Autor hätte besser daran getan eine der erwähnten "alternativen Erklärungen" im Detail zu überprüfen. Z.B. die These, dass eine kleine, lokale Population (vielleicht infolge der Nutzung von Meeresressourcen und der damit verbundenen, höheren Bevölkerungsdichte) einen deutlichen kulturellen Vorsprung entwickelt hat. Ein derartiger Vorsprung hätte ihr dann erlaubt sich in Afrika ebenso auf Kosten ihrer Nachbarn auszubreiten, wie später in Europa und Asien. Für den "Flaschenhals" bedarf es da nur noch der Annahme, dass sich die Eroberer mit den Ureinwohnern kaum vermischt haben - vielleicht weil sie auf Stammesebene ebenso endogam waren, wie wir es von Naturvölkern kennen.
  • Bewegende Forschung

    01.12.2010, M. O. Flüß, Mettmann
    Liebes Redaktionsteam,

    Grundlagenforschung ist wichtig - ohne Zweifel. Die Feststellung aber, dass eine wesentliche Erkenntnis aus den Untersuchungen der Wissenschaftler darin besteht, dass die Schüttelfrequenz mit der Größe des Tiers abnimmt, hat Monty-Python-Format (counting penguins). Wäre doch eine lohnende Umgestaltung des Publikationsweges wert.

    Beste Grüße
  • Simulation

    28.11.2010, Jürgen Giesen
    Hier finden Sie eine animierte Simulation der Inversion am Kreis als Java-Applet auf meiner Homepage:
    http://www.GeoAstro.de/HollowEarth
  • Endlich!!

    27.11.2010, Jens-Arne Reumschüssel, Hamburg
    Herrje, endlich haben es auch ein paar Professoren begriffen: Immerwährendes Wachstum ist per se tödlich. Was genau ist bitte so falsch an Stagnation auf hohem Niveau? Das habe ich noch nie begriffen.
    Dabei würde schon ein bißchen Grundrechnen ausreichen, um festzustellen, dass permanentes Wachstum ein Paradebeispiel für einen zerstörerischen Exzess darstellt. Eigenartig, daß dies bei 99 Prozent unserer Ökonomen noch nicht angekommen ist. Ein erneutes Menetekel für das Scheitern des Ansatzes, die Welt berechnen zu wollen, wenn man dabei zu viele Vereinfachungen in die Formeln einbaut - in diesem Fall ist offensichtlich mal eben die unschöne Realität begrenzter Ressourcen ausgeblendet worden, an der immerwährendes Wachstum jedoch zwingend scheitern muß.