Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Ein inverses Element existiert nicht in jedem Fall

    23.12.2010, Klaus Scheicher, Hallein
    Eine Divisionsalgebra über den reellen Zahlen hat stets die Dimension 1, 2, 4 oder 8. Das wurde 1958 mit topologischen Methoden von John Milnor und Michel Kervaire bewiesen.

    Also kann die von Eva Baumgartner angegebene Multiplikation in einem dreidimensionalen Raum nicht immer ein inverses Element haben. In vorliegenden Fall ergibt eine einfache Rechnung, dass die Elemente der Form xe+yi+zj mit der Eigenschaft, dass x3+y3+z3+xyz=0 gilt, kein inverses Element besitzen.



  • Nahtod-Erfahrung: das selbstbeobachtbare Gehirn

    23.12.2010, Kinseher Richard, Kehlheim
    Im Jahr 2010 ist das 35-jährige Jubiläum des Begriffes ´Nahtod-Erfahrung´(NTE); welcher durch den US-Arzt Dr. Moody eingeführt wurde, als er 1975 sein Buch ´Leben nach dem Tod´ veröffentlichte. Seitdem werden NTE oft als ein unerklärbares Mysterium betrachtet – ein Blick ins Jenseits nicht ausgeschlossen! Obwohl Herr Dr. Moody die NTEs bereits in eine Struktur von gleichartigen Kernelementen aufgegliedert hat, scheiterten Gehirn- und Geisteswissenschaften bis heute daran, sie zu erklären. Seit 35 Jahren – was für eine Schande! Das Thema NTEs wird bis jetzt ignoriert und der Esoterik überlassen. Der Tod ist nicht umkehrbar, deshalb müssen alle Menschen welche eine NTE berichten, am Leben und bei Bewusstsein gewesen sein als sie dieses Erlebnis hatten. In diesem Artikel werden die Begriffe Schlüsselreiz, Unaufmerksamkeitsblindheit und zustandsabhängiges Erinnern benutzt um die ´mysteriösen´ NTEs als Ergebnis einer selbstbeobachtbaren Gehirnaktivität zu beschreiben.

    Eine Aufgabe unseres Gehirns ist es, uns am Leben zu erhalten. Unsere Erfahrungen sind im Gedächtnis gespeichert, dies ermöglicht eine rasche Reaktion auf aktuelle Sinnesreize. Es ist eine Wissensbibliothek mit individuellen Handlungsanweisungen für unterschiedlichste aktuelle Reize: ´Hatte ich das schon einmal – und wie habe ich auf diese Situation reagiert?´. Wenn ein Mensch hört oder denkt ´Ich bin tot / Ich sterbe´, dann ist dies ein Schlüsselreiz welcher eine NTE startet. (Menschen ohne dieses Erlebnis haben normalerweise keine NTE; sogar in gefährlicher Situation.) Der Gedanke wirkt als Auslösereiz weil die Erfahrung ´Ich bin tot/ ich sterbe´ ein ungültiges Erlebnis für einen offensichtlich lebendigen Organismus ist. Dies ist der Grund, warum das Gehirn besonders gründlich in seinem Gedächtnis suchen muss, ob eine vergleichbare Erfahrung schon vorliegt.

    Aber es gibt ein Problem! Das bewusste Gehirn kann nur eine begrenzte Anzahl von Sinnesreizen gleichzeitig verarbeiten. Wichtiges wird bevorzugt und unwichtige Sinneseindrücke werden kaum oder gar nicht registriert. (Diese Arbeitsweise ist unter dem Fachbegriff Unaufmerksamkeitsblindheit bekannt.) Aus diesem Grund ist es bei NTEs möglich, das eigene Gehirn dabei zu beobachten, wie es arbeitet und das persönliche/episodische Gedächtnis durchsucht (Dieser Gehirnbereich kann auf Grund der dabei erlebten Inhalte identifiziert werden).

    Um das Geheimnis der NTEs zu verstehen müssen wir verstehen, was ´zustandsabhängiges Erinnern´ bedeutet: Dieser Begriff beschreibt wie und was wir erinnern – wenn gespeicherte Erfahrungen aus dem Gedächtnis geholt werden. Das, was wir erinnern, hängt sowohl von dem Zustand ab (körperlich, geistig, emotional), in dem wir uns befanden, als eine Erfahrung im Gedächtnis abgespeichert wurde – aber auch von dem Zustand (körperlich, geistig, emotional) wenn sie wieder als bewusste Erinnerung hervorgeholt wird. Daher kann es sein, dass wir beim Erinnern sogar foetale Erlebnisse mit dem Verstand eines Erwachsenen neu bewerten. Diesen Trick sollten wir beachten, wenn wir Ablauf und Inhalte von NTEs verstehen wollen!

    Betrachten wir nun, was ein Mensch im Lauf seines Lebens erleben kann – und (spekulativ) wie diese Erfahrungen dann später beim Erinnern von einer erwachsenen Person neu bewertet werden. (Der Lebenslauf eines Menschen beginnt ab dem Augenblick, wo im Gehirn Sinneserfahrungen abgespeichert werden können – etwa zum Ende des 5. Schwangerschaftsmonats.

    1) Unsere ersten Sinneseindrücke entstehen durch Berührungen im Mutterleib ein Erwachsener würde dies
    als einen Zustand von Ruhe und Frieden erinnern (weil keine anderen Reize vorhanden sind)-
    2) Ab der 20-24. Schwangerschaftswoche beginnt das Gehör zu arbeiten. Geräusche der Umgebung kommen vom mütterlichen Sprechen, Herzschlägen, Verdauung, Atmung und eventuell von außerhalb  Wenn man dies als Erwachsener erinnert, empfinden wir dies als unangenehm lautes Summen, Pochen und Klingen. (Viele Mütter berichten, dass der Foetus in den letzten Schwangerschaftsmonaten eindeutig auf Geräusche reagiert – z.B. wenn eine Spieluhr auf den Bauch gelegt wird – d.h. er hört.)
    3) Als nächster Sinn entwickelt sich der Sehsinn. Je mehr Sehzellen aktiv sind, um so mehr Licht kann gesehen werden – auch wenn ein Teil dieser Aktivität aus neuronalem Flimmern besteht  Wenn die Entwicklung des Sehsinnes als Erwachsener erinnert wird, kann dies in Form einer optischen Täuschung erfolgen; wie eine Bewegung durch einen dunklen Tunnel auf ein größer werdendes Licht hin: keine Sehzelle arbeitet = Dunkelheit, einige Sehzellen arbeiten > kleines Licht; je mehr Sehzellen aktiv sind > um so größer ist der sichtbare Lichtfleck. (Die Bewegung durch den Tunnel ist manchmal von Geräuschen begleitet, weil ja der
    Gehörsinn schon aktiv ist) (Bemerkung: Die optische Wahrnehmung des Lichtes wechselt von matt (= foetal) hin zu einem sehr hellen Licht, wenn ein Mensch geboren wird. Genau dieser Wechsel wir auch bei NTEs berichtet. Dies bedeutet, dass die Geburt nur indirekt als veränderte Lichtwahrnehmung erinnert wird.)
    4) Nach der Geburt ist ein Baby fast blind. Innerhalb eines Sehhorizontes von 15-30 cm kann es starke Helligkeitsunterschiede wahrnehmen – außerhalb davon nur Helligkeit. Das Baby weiß nicht, dass es geboren wurde, es kennt weder die Bedeutung gesprochener Worte noch versteht es, dass ´Helligkeit´ und ´Mutter´ unterschiedliche Phänomene sind. Wegen dieser Unfähigkeit zur Unterscheidung werden Sinnesreize kombiniert als zusammengehöriges Erlebnis abgespeichert – z.B. Wenn die Mutter sich außerhalb des Sehhorizontes befindet und dabei mit dem Baby spricht.  Wenn man diese Erfahrungen wieder erinnert, so wird die Mutter als sprechendes Lichtwesen erinnert, mit eigener Persönlichkeit und als eine Quelle von Liebe und Zuneigung. So wird eine emotionale Erfahrung der Babyzeit in Sprachbegriffe und Wissen eines erwachsenen Menschen übersetzt. Eine fantastische Erfahrung.
    (4a/b) Anmerkung: Manchmal wird auch das Erleben von Städten/Landschaften in hellen, leuchtenden und/oder irrationalen Farben berichtet.
    4a) Die Linse von Kleinkindern ist klar und transparent. Mit zunehmendem Alter wird das Auge trüber und gelblicher. Wir Erwachsenden merken diesen Unterschied nicht bewusst, aber wenn wir uns an frühkindliche optischen Erfahrungen erinnern, so scheinen diese hell und leuchtend.
    4b) Prof. Vanessa Simmering, University Wisconsin-Madison, fand heraus, dass Kinder bis zum Alter von 5 Jahren Form und Farbe von Objekten manchmal in falscher Zuordnung im Gedächtnis abspeichern. Dies würde die irrationalen Farben beim Wiedererinnern erklären.)
    5) Ab dem 2-5. Lebensjahr entwickeln Kinder eine eigene Identität und lernen Objekte und Gefühle mit Worten zu beschreiben  Wenn wir uns an Erlebnisse ab dieser Zeit erinnern, sind wir oft in der Lage dies als persönliches Erleben zu erkennen.
    6) NTEs werden oft durch einen Schlüsselreiz beendet; z.B. wenn eine Person denkt ´Ich will nicht sterben´ ist die NTE sofort beendet. Aber auch Gedanken wie ´meine Familie braucht mich´, haben den gleichen Effekt. Manchmal erinnert man sich an Erlebnisse, wo man durch Zuruf gestoppt wurde – oder man schläft ein oder wird bewusstlos.
    7) Manchmal werden ´außerkörperliche Erfahrungen´ berichtet, wo eine Person den Eindruck hat, den eigenen Körper oder einen Raum von einer erhöhten Position aus zu betrachten.
    Dabei handelt es sich um eine virtuelle Simulation der aktuellen Situation, welche vom Gehirn erstellt wird. Z.B. Sah ein Mann seinen Körper bereits in die Farbe eines Leichnams verfärbt – so etwas ist offensichtlich falsch.
    Zusammenfassung: Wir haben betrachtet, wie die möglichen Erlebnisse aus dem Lebenslauf eines Menschen von einem Erwachsenen wiedererinnert werden – und genau das ist es, was von NTEs berichtet wird! Daher ergibt sich folgende Schlussfolgerung:
    A) Während einer NTE erfolgt ein selbstbeobachtbares Durchsuchen des episodischen Gedächtnisses durch das Gehirn (in auf-/absteigender zeitlicher Reihenfolge oder in Stichpunkten).
    B) Manchmal wird zusätzlich eine virtuelle Simulation der aktuellen Situation erstellt. Meine eigenen Absätze dieses Textes im Vergleich zu den Kapitelüberschriften aus Dr, Moodys Buch ´Leben nach dem Tod´ zeigen, dass dies schon vor 35 Jahren hätte bemerkt werden können. Sein Text hatte schon eine Struktur, welche dem erinnerten Lebenslauf von Menschen entspricht. Absatz-Nr. Kapitelüberschrift (Zitate aus ´Leben nach dem Tod´)
    1 Gefühle von Frieden und Ruhe
    2 Das Geräusch
    3 Der dunkle Tunnel
    4 Das Lichtwesen
    5 Begegnung mit anderen // Die Rückschau
    6 Die Grenze oder Schranke
    7 Das Verlassen des Leibes
    Warum ist dies wichtig? NTEs dauern oft nur eine oder mehrere Sekunden. D.h. dieser Denkprozess ist bereits beendet, bevor man in der modernen Forschung überhaupt etwas Messen kann (eine fMRT braucht > 6 Sekunden). Deshalb würde die Analyse von NTEs Einblick in eine Zeitlücke bei Gehirnaktivitäten erlauben, welche bisher vernachlässigt wurde. Da das Gehirn unser wichtigster Körperteil ist, sollte man überlegen, nach 35 Jahren die NTEs endlich einmal ernsthaft zu analysieren. Stimmt die Grundlagenforschung nicht, erhält man eventuell falsche Ergebnisse.

    Literatur:
    Ramond A. Moody, Leben nach dem Tod, Rowohlt 2004, ISBN: 3498 04252 1
    Richard Kinseher, Lebende Tote? – ein Wissenschafts-Skandal, BOD 2010, ISBN: 978-3-8391-5597-4
  • Vielleicht...

    23.12.2010, Lisa Hachenberger
    Ja, vielleicht wird aber auch vor lauter "Wissenschaftlichkeit" ein Faktor unberücksichtigt gelassen: Aufmerksamkeit, wahrscheinlich sogar freundliche Aufmerksamkeit. Die tut nämlich gut - weshalb ja auch viele (besonders ältere, einsame) Menschen gerne zum (freundlichen) Doktor gehen.

    Die Wirksamkeit "medizinischer Rituale" beruht wohl meist auf einer Mixtur aus Aufmerksamkeit, Körperberührungen, "Magie" ("der "Heiler" wird überhöht) und der verabreichten Medizin.
    Das verabreichte Medikament hat an der Gesamtwirkung einen variablen Anteil, je nachdem wie schwer die Erkrankung, wie korrekt Medikation und Dosierung sind... .
  • Fraktales Birnenweibchen

    23.12.2010, Eva Baumgartner, Gablitz
    Dieser Artikel hat mir schlaflose Nächte bereitet!
    Ergebnisse meiner Bemühungen finden Sie auf http://members.aon.at/evab, dazu ein Java-Applet namens "zoomcut" zum Vergrößern und Durchschneiden der dreidimensionalen virtuellen Strukturen. Räumliche Tiefe wird durch abnehmende Farbsättigung dargestellt. Die dunklen Schattierungen sind Tiefenschichtenlinien und sollen die Struktur besser sichtbar machen.
    Zur Berechnung verwende ich die klassische Iterationsfunktion z2+c mit der gewöhnlichen Addition und einer speziellen Multiplikation, die kommutativ, aber nicht assoziativ ist und für die es ein inverses Element gibt.
    Der dreidimensionale Raum hat gewissermaßen eine reelle und zwei imaginäre Achsen. Nennen wir den reellen Einheitsvektor e und die beiden imaginären Einheitsvektoren i und j, so lauten die Multiplikationsregeln für Punkte in diesem Raum („perplexe Zahlen“): e=1; ei=ie=i; ej=je=j;i2=–j; j2=–i; ij=ji=–1.
    Besten Dank für Ihre immer anregenden Beiträge, die Arbeit an meinem 3D-Fraktal hat mir Freude gemacht.
    Antwort der Redaktion:
    In der gedruckten Version dieses Leserbriefs (Spektrum der Wissenschaft 1/2011, S. 6) sind die Multiplikationsregeln für perplexe Zahlen fehlerhaft wiedergegeben; oben die korrekte Version.
  • Benzol ist eben!

    21.12.2010, Fritz Diem, München
    Benzol ist ein ebenes Molekül. Hat Herr Pöppe da Benzol mit Cyclohexan verwechselt?
    Antwort der Redaktion:
    In der Tat. Ich wusste noch, dass der Kohlenstoff-Sechserring im Prinzip gewellt ist. Dass das nun beim Benzol gerade nicht der Fall ist …

    Christoph Pöppe, Redaktion
  • Kleine Hufeisennase - Retter der Denkmäler?

    20.12.2010, Dr. J.Götz, Dresden
    Mit dem Bild wird durch die Bezugnahme zur Waldschlösschenbrücke in Dresden und zum Weltkulturerbe politisch Schindluder getrieben. Gestern ist der Brückenbogen endlich eingeschwommen worden, so dass die endgültigen Konturen der Brücke sich abzeichnen. Weder ist das Elbtal dadurch beschädigt, noch ist eine Gefahr für die Fledermäuse erkennbar. Letztere dienten grünen Politikern und anderen fortschrittsfeindlichen Gruppen als vorgeschobener Vorwand, den notwendigen Brückenschlag zu verhindern. Die Brücke wird gebraucht, eine Mehrheit der Dresdner hat sie beschlossen. Die unterlegene Minderheit sollte sie endlich akzeptieren, statt mit dem Argument des Artenschutzes gegen korrekt zustande gekommene Entscheidungen zu intrigieren und die Demokratie zu beschädigen - siehe auch andere Großprojekte wie Stuttgart 21. Mit vorgeschobenen Argumenten wie Artenschutz sollten weitere naturwissenschaftlich-technische Entwicklungen (militärischer + angrenzender Bereich mal ausgenommen) nicht verhindert werden, die Welt wird davon nicht untergehen, wie uns die Naturschützer immer weismachen wollen.
  • Und der Vater?

    20.12.2010, Michael Kühnapfel
    Das scheint doch mal wieder der gleiche Fehler zu sein wie in der Bindungsforschung des 20. Jhd.
    Im Setting: Mutter vs. Fremde.
    Zu erwartendes Ergebnis: Mutter gewinnt.
    Schlussfolgerung: Mutter für Kindesentwicklung maßgeblich - Vater nicht.
    Zeitgeist: Mutterkult getarnt als Wissenschaft!
    Frage: Ist in diesem Versuchsaufbau auch der Vater als Fremder gewertet?

    Mit freundlichen Grüßen
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Kühnapfel,



    die Wirkung der Stimme des Vaters wurde bei dem Experiment der kanadischen Forscher nicht erfasst; es wurde lediglich die Stimme der Mutter mit der hinreichend ähnlich klingenden Stimme einer Fremden verglichen. Die von Ihnen genannte Schlussfolgerung "Mutter für Kindesentwicklung maßgeblich - Vater nicht" ziehen die Autoren allerdings nicht. Und natürlich ist dieser Schluss auch angesichts des Versuchsaufbaus keineswegs zu rechtfertigen. Ich teile Ihre Kritik an der Studie aber insofern, als dass sie dieser Interpretation Vorschub leistet. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, welchen Effekt die Stimme des Vaters hat.



    Ob sich dahinter ein "getarnter Mutterkult" seitens der Forscher verbirgt, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Die Autoren gehen in Einklang mit früheren Studien vermutlich von der Grundannahme aus, dass es wegen der körperlichen Nähe zwischen Mutter und Ungeborenem unter anderem aus akustischen Gründen einen besonderen Einfluss der mütterlichen Stimme gibt, der prinzipiell anders ist als der jedes "Außenstehenden" - sei es nun der Vater oder ein(e) Fremde(r).



    Mit freundlichen Grüßen


    Jan Dönges

    Redaktion spektrumdirekt
  • Andere Pflanzenfarbstoffe

    18.12.2010, Silke Höhne, Ludwigsburg
    Der (interessante) Artikel ist mit der Abbildung verschiedener gelber bis roter Früchte illustriert. Der Text erläutert eine empirische Regel der Farbstoffchemie und nimmt Bezug auf die Abbildung: "Einfache Anwendungen sind verschiedene Sorten von Karotin (Bild oben)."

    Nun zeigt das Bild sechs verschiedene Früchte, von denen jedoch zwei ihre Farbe gar nicht durch Karotin erhalten, sondern durch chemisch von diesem völlig verschiedene Farbstoffmoleküle: Rote Beete wird von Betanin, das zur Gruppe der Betalaine (dies sind stickstoffhaltige Alkaloide) gehört, rotgefärbt, und Erdbeeren erröten durch Pelargonidin, das zur Gruppe der Anthocyane (welche zu den Flavonoiden gehören) zählt.

    Da beide Farbstoffe chemisch nichts mit Karotin gemein haben, ist auch nicht verwunderlich, dass sie morphologisch an ganz anderer Stelle in der Pflanzenzelle zu finden sind: Während das als Angehöriger der Terpenoide schlecht wasserlösliche Karotin innerhalb der Pflanzenzelle in Chromoplasten abgelagert vorkommt, sind sowohl Betalaine als auch Anthocyane im Zellsaft der Vakuole gelöst.
  • Tierversuche

    17.12.2010, Elisabeth Richter
    Was die Ethikkommissionen, so es sie überhaupt gibt, genehmigen, wissen wir - nämlich alles. Die "Wissenschaft" ist dringend aufgefordert, eine neue Wissenschaft zu beginnen, nämlich ohne Tierversuche für alles und jedes, egal in welchem Feld.

    Das bringt die Gehirnwindungen in Schwung, erspart Tierleid (und Kosten) und könnte den pausenlosen Quatsch, der über "Neuheiten in der Wissenschaft" täglich über die Medien getrommelt wird, begrenzen. Dient ja nur der persönlichen Eitelkeit und Karriere - und dafür sollen die Tiere (und Menschen) leiden und sterben?
  • natürliches Regime

    17.12.2010, Daniel Weber
    Erstens wird der Polarbär ohnehin aussterben, wenn kein Eis mehr da ist. Es wird ihn also auch gezieltes Töten anderer Bären nicht retten. Die Vermischung von Arten sollte ja gar nicht funktionieren können, denn wenn nach einer Paarung fortpflanzungsfähige Nachkommen das Ergebnis sind, dann sind die beiden Eltern per Definition der selben Art zugehörig. Man sollte da wohl eher an der Systematik der Biologen arbeiten, anstelle Tiere zu ermorden. Außerdem werde "Hybride", die sich fortpflanzen können und durch ihre "Ausstattung" benachteiligt sind, schnell wieder von der Bildfläche verschwinden und die "sehr gut angepassten" "alten" Arten sollten ja mit den veränderten Umweltbedingungen besser klar kommen, weshalb sie auch nicht von allein aussterben dürften.

    Der Natur kann man keine Riegel vorschieben oder Vorschriften nach menschlichem "Alles muss so bleiben wie es ist, auch wenn die Bedingungen nun anders sind!"-Vorbild machen. Die Natur regelt das dann allein. Das hat sie getan bevor wir da waren und das wird sie in Bälde auch wieder ohne uns tun.
  • Kein Beweis guter wissenschaftlicher Praxis

    17.12.2010, Peter Carstens
    Sehr geehrter Herr Dr. Lingenhöhl,

    dass Tierversuche heute im ganz großen Stil durchgeführt werden, ist kein Beweis dafür, dass sie notwendig sind, wie Sie - auch noch als "großer Tierfreund" - in Ihrem Editorial behaupten. Übrigens auch kein Beweis dafür, dass sie gute wissenschaftliche Praxis sind. Aus der Pharmakologie gibt es Beispiele zuhauf, wie verheerend unzuverlässig Tierversuche bisweilen waren und sind. Andersherum könnte die tierversuchsfreie Forschung (ähnlich wie die erneuerbaren Energien) schon viel weiter sein, wenn sie frühzeitig angemessen gefördert worden wäre.

    Dass Tiere in der Grundlagenforschung ein besonders heikles Thema sind, versteht sich von selbst. Tieren ohne "vernünftigen Grund" Schmerzen zuzufügen ist verboten. Tierschutz ist Staatsziel. Immer mehr Menschen beginnen die Ausbeutung von Tieren - in welcher Form auch immer - zu hinterfragen. Da ist es nur natürlich und richtig, zu fragen, was denn bei einem Versuch mit Tieren Sinnvolles herauskommen soll. Dass das Recht der Wissenschaftler auf ("sinn"-)freien Erkenntnisgewinn durch Tierleid eingeschränkt wird, ist blöd für einzelne Wissenschaftler, spricht aber für die Gesellschaft, die dem Leben der Tiere zunehmend einen Wert an sich beimisst.

    Die "Baseler Deklaration" scheint mir wenig mehr als ein Dokument der Lobbyarbeit der Tierversuchstreibenden. Da gibt es gottseidank auch ganz andere Stimmen. Schade, dass Sie ausgerechnet diese herausheben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Carstens
  • Noch eine Frage zur Goldbach-Vermutung

    16.12.2010, Johannes Dörre
    Ich hätte da noch eine Frage. Die ternäre goldbachsche Vermutung("Jede ungerade Zahl größer als 5 kann als Summe dreier Primzahlen geschrieben werden") wurde ja für genügend große Zahlen bewiesen.
    Wieso klappt es nur bei genügend großen Zahlen?
    Und warum ist die ternäre einfacher zu lösen als die binäre?
    Antwort der Redaktion:
    Die Antwort ist in beiden Fällen dieselbe. Je größer die Zahl, desto mehr Möglichkeiten gibt es, sie in drei Summanden zu zerlegen. Entsprechend größer ist die Chance, dass eine dieser Zerlegungen nur aus Primzahlen besteht. Und wenn man in drei Summanden zerlegen darf, gibt es auch mehr Möglichkeiten, als wenn es nur zwei Summanden sein dürfen.

    Christoph Pöppe, Redaktion
  • Und wenn dieses so sein muss?

    16.12.2010, 90220-011 Porto Alegre RS Brasilien
    Wir haben uns schon genug eingemischt, wir sollten der Natur ihren Lauf lassen, denn ich denke, sie hat mit Klimaänderungen mehr Erfahrung als wir! Und wenn die Hybriden sich nicht mehr paaren und deren Nachkommen sogar noch weniger überlebensfähig sind, was der ersten Behauptung schon widerspricht, dann würde sich die Sache von selbst erledigen.
  • Einmischung ohne Grenzen ?

    16.12.2010, Michael Schmidt
    Hier scheint der Mensch mal wieder ohne Rückblick auf die Vergangenheit in die Natur einzugreifen. Klimatische Veränderungen hat es schon immer gegeben, die daraus resultierenden Konsequenzen in der Artenvermischung sind eine Chance für alle Organismen, sich den Veränderungen anzupassen. Extrem kurzsichtig scheint hierbei der radikale Eingriff durch Menschen, die immer noch an konservativen Modellen festhalten. Wer glaubt, durch gezielte Ausrottung von durch natürliche Prozesse entstandene Hybride den Lauf der Evolution zu verbessern, der muss sich die Frage stellen lassen, wie weitgreifend die Maßnahmen wirken. Speziell in Hinsicht auf die zukünftige Entwicklung der Arten, die mit völlig veränderten Lebensbedingungen klar kommen müssen, ist eine Ausrottung von Übergangsformen sicher nicht hilfreich.
  • Immer wieder einmischen?

    16.12.2010, Seumeberg
    Warum müssen sich hier schon wieder irgendwelche Leute kümmern? Der Karren ist auch so schon im Dreck! "Umgehen" muss man mit "Hybriden" schon grade mal gar nicht!