Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Glaube und Lebensfreude

    12.01.2011, Armin Furlan
    Aus meiner Sicht hat die Religion die Aufgabe, den Menschen Ängste zu nehmen (dadurch wird die Lebensfreude und Kreativität gefördert). Beginnt die Religion Ängste durch dogmatisches Verhalten zu vermehren, gewinnt sie zwar an Macht, nimmt sich aber gleichzeitig die Grundlage ihrer Existenz: Die Gläubigen verlassen das sinkende Schiff.

    Mit dieser, meiner, Sichtweise finde ich keinen Ansatz einer Vererbungslehre, die mit Genen weitergegeben werden kann.
  • Wohlstand und Religiosität

    12.01.2011, S. Janke
    Vor etwa 100 Jahren gab es auch in Deutschland mehr Kinder, mehr Armut und mehr Religiosität. Ich denke, den Aspekt des Wohlstands sollte man bei derartigen Untersuchungen nicht ganz unter den Tisch fallen lassen. Es gibt wohl kaum wohlhabende Menschen, die sehr viel Kinder haben, oder ?
    Eventuell sollte man auch den anderen Zeitvertreib wie Fernsehen oder im Internet surfen in Betracht ziehen?
  • Wir sind alle Atheisten

    12.01.2011, Peter Sinnl
    Im Konstruktivismus erfahren wir den Unterschied zwischen der Wirklichkeit - die durch die Fähigkeit des Welterkennens von unserem Netzwerk Gehirn geprägt ist - und der Reality - Die Erkenntnis eines "objektiven Wissens", der Wahrheit, der ontologischen Realität ist daher nicht möglich. Auch wenn viele Menschen die gleiche wissenschaftliche Erkenntnis für sich erfolgreich verwenden, wird diese dadurch nicht objektiv wahr.

    Nun wissen wir aus den MRT-Untersuchungen, in welchen Bereichen des Gehirns "religiöse" Erfahrungen angesiedelt sind - dort wo auch Angst und Destruktivität ihren Ausgang nehmen. R. Dawkins: "Darum, ja, ich würde die Ansicht vertreten, dass Religion ein extrem wirksames Etikett für Feindseligkeit ist." Und damit auch ein Symbol für Dummheit.

    Der Weise aus Nazareth hat vielleicht versucht, den widerlichen Gott des AT in den Vorstellungen der Israeliten zu beseitigen; vergeblich, wie man aus der Entwicklung der christlichen Religionsgemeinschaft für die psychische Gesundheit der Menschen sieht.

    Ethisch, so schreibt Dawkins, ist Jesus zwar ein großer Fortschritt gegenüber dem "Ungeheuer aus dem Alten Testament". Aber auch im Neuen Testament gebe es "Prinzipien, die kein anständiger Mensch unterstützen sollte", allen voran die Erbsünde. "Diese Lehre ist ethisch fast ebenso anstößig wie die Geschichte von Abraham, der sich anschickt, Isaak zu grillen."

    R. Dawkins: "Ich bin gegen Religion, weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, die Welt nicht zu verstehen." Und:
    "Wir sind alle Atheisten, was die meisten Götter anbelangt, an die die Menschheit jemals geglaubt hat. Manche von uns gehen einfach einen Gott weiter." Alle Religionen machen das, was sie als Gott oder Weltursache bezeichnen, so klein, wie sie ihrer "Wirklichkeit" entsprechen - welch ein Armutszeugnis für die Beweiswürdigung!

    Die Evolutionstheorie Darwins nachzuvollziehen, birgt eine Erkenntnis, welche einerseits die Bedeutungslosigkeit des Menschen und seiner sogenannten "Ideenwelt" oder manifestiert seiner "Ideologien" klar erkenntlich zu machen, anderseits aber eine Zukunft zu erklären, in der die Vergangenheit bedeutsam und die Gegenwart wichtig ist, in der alle Ereignisse dem "ER-Leben" untergeordnet sind. In dieser Zukunft gibt es keine Bestimmung, keine Schöpfungsmacht, keinen Gott oder irgendein bedeutendes Gesetz aus der Trickkiste der Selbstbestätigung. Es gibt keine Hoffnung noch irgendein unerkanntes System des Chaos, des Zufalls außerhalb unserer Identität. Obwohl unser Entstehungs-Programm so gleichartig ist, sind wir in aller Vielzahl nicht gleich sondern jeder für sich "ein Universum im Wassertropfen".
  • Lob für neues Layout

    10.01.2011, Leo Nick, Bad Dürkheim
    ich finde die dezenten Änderungen im Layout des Hefts außerordentlich gelungen. Insbesondere der von mir in meinen fast 28 Abonnementsjahren öfter kritisierte Umgang mit Illustrationen auf der ersten Doppelseite eines Artikels hat nun aus meiner Sicht eine ideale Form gefunden: Dort wo es ansprechende Bilder mit Aussagekraft zum Artikel gibt - z. B. die simulierte großräumige Struktur des Kosmos - sind diese so groß wie möglich angebracht. Wenn es keine gibt - auch gut, dann ein kleines Bild und vor allem Text.
    Ich hoffe natürlich, dass möglichst viele bestehende und natürlich auch neue Leser dies auch so sehen. Die Seriosität und Qualität der Texte machen Spektrum aus - "Bildzeitung der Wissenschaft" sollen andere machen und lesen.
    Der Redaktion in der neuen Zusammensetzung viel Erfolg auf diesem Weg!
  • Pheromone und Geruchsstoffe

    10.01.2011, Klaus Wernicke, Haiming
    Ich möchte darauf hinweisen, dass Pheromone keine Geruchsstoffe sind. Warum nicht, wird im Artikel erwähnt - sie riechen nicht.

    Ein Geruchstoff wird über die Nase aufgenommen und erzeugt eine Geruchswahrnehmung. Ein Pheromon hingegen wird über das Jacobson-Organ aufgenommen und erzeugt keine Wahrnehmung. Zwar befindet sich dieses ebenfalls in der Nase, ist aber ein separates Organ. Es ist beim Menschen zwar weniger entwickelt als bei vielen anderen Spezies, jedoch offensichtlich funktioniert es trotzdem.

    Ein Geruch kann, ebenso wie andere Sinneseindrücke, unsere Gefühle gegenüber einer anderen Person positiv oder negativ beeinflussen. Ein Pheromon hingegen löst bei uns z. B. eine Hormonausschüttung aus, ohne dass wir es wahrnehmen.

    Ich meine also, dass man Pheromone und Geruchsstoffe nicht durcheinanderwerfen sollte.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Wernicke,



    vielen Dank für Ihren Leserbrief. Sie haben natürlich Recht damit, dass Pheromonwahrnehmung und Geruchswahrnehmung nicht dasselbe ist. Allerdings wird im Artikel nicht behauptet, dass es sich bei dem chemischen Signal um ein Pheromon handelt. Wie die Autoren der Studie lassen wir die Frage nach der Identität der Substanz offen.



    Es hätte den Artikel allerdings unschön verkompliziert, hätten wir stattdessen eine zwar korrekte, aber sperrige Ausdrucksweise wie "über die Nase wahrnehmen" gewählt oder "riechen" jedesmal in Anführungszeichen gesetzt.



    Mit besten Grüßen

    Jan Dönges

    Redaktion
  • "Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort"

    07.01.2011, Peter Altreuther
    Sehr geehrter Herr Fischer,

    es ist ja immer gut, sich etwas Neues einfallen zu lassen und es dann auch in die Tat umzusetzen, aber
    "schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort...leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen" - so läßt Schiller seinen Wallenstein sagen und das war auch meine erste Reaktion. Schon das Studium nach Anwendungsbereichen zu strukturieren klingt ja ganz gut - natürlich lassen sich Anwendungen strukturieren in bestimmten Bereichen und das werden sie ja auch: Analytik, Elektrochemie, Festkörperchemie, Lebensmittelchemie usw., die gibt es ja auch schon als Fächer. Sinnvoll für den Anfänger wären sie nur, wenn er von Anfang an wüßte, was er denn forschen will. Weiß er aber nicht, und das ist auch gut so. Überdies: Was Platin kann, können nicht alle Metalle (und das müßte er erst einmal begreifen) und ein aktives Zentrum in einem Enzym muß man erst einmal erzeugen können - in welchem Fachbereich, bitte? Wenn man auf die Grundlagen in den alten Fachbereichen verzichtet, landet man dort, wo manche Biologen schon sind; Sie wissen alles über die Manipulation von DNA und können ein Rotkehlchen nicht vom Storch unterscheiden.
    Mein Studium ist schon 50 Jahre her. Schon damals gab es anwendungsrelevante Bereiche innerhalb der Institute und besonders nachher, in der Industrie, galt das Wort: "Wer tut schon, was er studiert hat"?Flexibilität und Kreativität für nicht vorhergesehene Aufgabenstellungen lassen sich nur erzeugen, wenn man über die Grundlagen in den üblichen Fächern verfügt - anorganische, organische, physikalische Chemie und dazu ein bißchen von den Außenbereichen, Mathematik, Physik, Biologie etc. Der Rest lernt sich am Problem.
    Übrigens, mir hat es sehr genützt, daß ich schon vor dem Vordiplom Hilfsarbeiten im Forschungslabor machen durfte. Die waren nützlicher als die vorgefertigten Praktikumsarbeiten, die mir dadurch zu einem Teil erspart blieben. Das wäre auch heute noch eine Möglichkeit, Studenten früh an die Forschung heranzuführen und ihnen am Beispiel zu zeigen, wie man eine Problemlösung anfangen kann. Aber das ist ein weites Feld...

    Mit den besten Grüßen
    Peter Altreuther.
  • Benzolringe sind nicht gewellt

    07.01.2011, Martin Bernhauer
    Benzolringe sind auf Grund ihrer speziellen chemischen Struktur ebene Sechsecke und nicht im geringsten gewellt.
    Gewellt sind sechseckige Ausschnitte aus der Diamantstruktur,
    wobei dort alle Tetraederwinkel aufweisen.
    Diese gewellten Sechsecke gibt es in zwei Formen:
    Man male sich ein Sechseck auf ein Blatt Papier mit zwei gegenüberliegenden Spitzen nach rechts und links zeigend.
    Die anderen vier Ecken sollen in der Ebene des Papiers liegen. Dann ragen die beiden äußeren Spitzen aus dem Papier heraus und zwar entweder (a) einer nach oben und den andere nach unten (die so genannte Sesselform) oder (b) beide auf dieselbe Seite (z. B. nach oben) (die so genannte Wannenform (bei den Engländern als Seefahrervolk wird diese Form stattdessen die Bootform genannt) ).
  • Bio-Ethanol oder Brot??

    06.01.2011, Rolf Schauder, Frankfurt
    Herr Brzoska merkt in seinem Leserbrief an:
    "Von 100 Kilogramm Weizen kann ich 100 Kilogramm Brot backen - oder 28 Liter Sprit gewinnen"

    Ich möchte diese Aussage nicht unkommentiert stehen lassen. Ich bin mir der Problematik Tank oder Teller durchaus bewusst. Aber falsche oder nicht nachvollziehbare Aussagen helfen in dieser Diskussion wenig.

    Die obige Aussage ist in mehreren Punkten ungenau:
    Aus 100 kg Weizen eines Feldes bekomme ich deutlich weniger Masse an Weizenkörnern. Aus 100 kg Weizenkörnern bekomme ich keine 100 kg Weizenmehl. Aus 100 kg Weizenmehl dagegen bekomme ich mehr als 100 kg Weizenbrot. Die genauen Zahlen weiß ich leider nicht.

    Andererseits ist auch nicht ersichtlich, wie die Dame vom WWF auf die 28 Liter Sprit kommt. Bezieht sie sich hier auf 100 kg Weizenkörner, oder auf 100 kg Weizen (einschließlich des Rests der Pflanze)? Eine Biogasanlage sollte die ganze Pflanze zu Ethanol (und anderen Nebenprodukten) umsetzen, und nicht mit Weizenkörnern gefüttert werden.

    Ich möchte meine Mail als Anstoß verstanden sehen, sinnvoll und nachvollziehbar zu argumentieren.
  • Altes Kreuz mit "alten Gewissheiten"

    05.01.2011, 50259 Pulheim
    Mit Schmunzeln habe ich den ersten Absatz des Artikels gelesen. Er erinnerte mich an einen Satz im Vorwort zur 1. Auflage von WALTER NERNST "Theoretische Chemie". Dort schreibt W.NERNST 1883:
    "Ich glaube überhaupt, daß gegenwärtig eine Epoche der ruhigen, aber erfolgreichen Ausarbeitung für die physikalisch-chemischen Forscher gekommen ist; die Ideen sind nicht nur vorhanden, sondern auch bis zu einem gewissen Abschlusse gereift."
    Der geneigte Leser möge sich die Entwicklung in den Jahrzehnten nach 1883 vor Augen führen!

    Burkhard Carlsohn
    Antwort der Redaktion:
    Darin spiegelt sich das Selbstvertrauen jener Zeit wider. Berühmt ist das Beispiel von Max Planck, dem mit dem gleichen Argument vom Physikstudium abgeraten wurde. Heutzutäge wäre man mit einer solchen Einschätzung sicher vorsichtiger.
  • Mehr Dynamik!

    05.01.2011, Peter Bützer, Altstätten
    Die Kernaussagen zu „Chemie am Scheideweg“ von Lars Fischer sind treffend formuliert. Viele neue Erkenntnisse haben das Gesamtbild stark verändert, aber auch neue Methoden lassen neue Einsichten zu, sie sollten schon in der Chemie-Grundausbildung besser eingebaut werden. Die meisten Chemie-Lehrbücher, die nicht einmal 10% des Inhalts der Dynamik von chemischen Reaktionen widmen, hinterlassen einen verstaubten Eindruck. Die Entwicklungen von Computern und Software ermöglichen einfache Zugänge zur Messung und Interpretation von Reaktionsgeschwindigkeiten, sogar bei komplexen Systemen. Im Alltag werden die Fragen nach den Geschwindigkeiten als wichtig empfunden, von der Verdauung, dem Stoffwechsel, der Wirkung von Doping, der Beständigkeit von Werkstoffen, dem Abbau von Schadstoffen, Auf- und Abbau des Ozonlochs, der Produktionsgeschwindigkeit von Rohstoffen, ja sogar dem chemischen Teil der ganzen Treibhausproblematik. Ein verstärkter Trend der Chemie in Richtung Dynamik wäre somit nicht nur sinnvoll, sondern auch spannend. Solange die Zunahme der Reaktionsgeschwindigkeit für den Abbau der Schadstoffe beim Autokatalysator nicht quantitativ diskutiert wird oder chemische Gleichgewichte ohne die Geschwindigkeit der Gleichgewichtseinstellung behandelt werden, fehlt dem chemischen Verständnis ein wichtiger und spannender Teil. Die Dynamik bestimmt nicht nur unser Leben, den Wandel unserer Gesellschaft und der Umwelt, sie muss viel besser in die Aussagen der Chemie eingebaut werden – meine These für das Jahr der Chemie.
  • Wirtschaftlich und ökologisch unzumutbar

    04.01.2011, Angela M. Sturm aus Eicherloh bei München
    Nach dem Lesen des Artikels werde ich einer der Autofahrer sein, die kein Super E10 tanken werden.
    Ich riskiere zum einen nicht, dass mein Auto durch radikale Stoffe vorzeitig Motorteile und -schläuche benötigt und
    zum anderen will ich nicht mitschuldig sein, wenn unser ökologisches System noch mehr leiden muss und durch falschen Anbau auch noch Lebensmittel teurer werden.
    Ich frage mich langsam, wer denn behördlich solche Genehmigungen prüft?
  • Potenzen von Vektoren – ein systematischer Ansatz

    04.01.2011, Norbert Endres, München
    Aus vielleicht ähnlichen Motiven wie Frau Baumgartner haben Martin Leischner und ich uns vor mehr als 15 Jahren der Frage zugewandt, inwieweit sich der quadratische Iterationsprozess x -> x2 +c und Potenziterationsprozesse x -> xn + c verallgemeinern lassen. Dies ist unter Zuhilfenahme gewisser Sesquilinearformen in einem sehr weiten Rahmen möglich, jedenfalls über beliebig hoch-(endlich-)dimensionalen reellen und komplexen Vektorräumen. Diese Verallgemeinerungen setzen die üblicherweise betrachteten Iterationsprozesse und die ihnen zu Grunde liegenden Potenzbildungen in den reellen Zahlen, den komplexen Zahlen, den Quaternionen und Oktonionen in kanonischer Weise fort. Vielleicht werden damit auch durch Potenzreihen zu definierende Funktionen und daraus hervorgehende Iterationsprozesse über endlichdimensionalen reellen und komplexen Vektorräumen sinnvoll greifbar und einer Untersuchung zugänglich; siehe unsere Arbeit

    N. Endres, M. Leischner; Powers and iteration processes on modules; Demonstratio Mathematica, 27 (1994), 427-447 (hier eine aktualisierte und um Bilder bereicherte Version).

    Eine große Schar derartiger Potenziterationsprozesse über komplexen Vektorräumen ist durch eine komplex 2-dimensionale, also reell 4-dimensionale Figur beschreibbar.

  • Prähistorischer Kleber

    04.01.2011, Gerhard Struhal, Wien
    Als weitere Kulturleistung unserer Vorfahren in Südafrika ist deren Fähigkeit anzuführen, Speerspitzen mittels Klebstoff am Schaft zu befestigen. Lyn Wadeley (Witwatersrand, Johannesburg) hat durch Reste an Artefakten aus der Sibudu-Höhle nachgewiesen, dass Homo sapiens vor etwa 70 000 Jahren einen Mehrkomponentenkleber entwickelt hat (Gummiharz der Schrecklichen Akazie, Hämatit (= Ocker), Knochen eines ganz bestimmten Mischungsverhältnisses unter ganz bestimmten Bedingungen). Derartiges setzt komplexe kognitive Fähigkeiten voraus.
    Danach gibt es eine Rückschritt und ein Wiederaufblühen vor etwa 45 000 Jahren (PNAS, 11.5.2009; Science 324, S. 1293).
  • Bio-Ethanol oder Brot?

    03.01.2011, Dr.phil.nat. Wolf Brzoska, Ehingen /Donau
    Vor einiger Zeit hat eine Vertreterin von WWF sehr griffig festgestellt: "Von 100 Kilogramm Weizen kann ich 100 Kilogramm Brot backen - oder 28 Liter Sprit gewinnen" , eine Menge, mit der einer der heute zur Hebung des Selbstbewusstseins notwendigen "Trans-Continental-Öko-Turbo-Allrad-Outdoor-Landcruisers" von Ulm nach Heidelberg fahren könnte. Der Titel "Öko-Wahnsinn" kann nicht treffender gewählt sein.
  • Vogel ist nicht gleich Zugvogel

    03.01.2011, Dr. T. Grassl, Lübeck
    Wenn sich vor 65 Millionen Jahren das Klima schlagartig, schneller als die evolutionäre Anpassung, geändert hat, sind die Auswirkungen auf stationäre Ökosysteme dramatisch. Der Autor legt schön dar, dass sich die Vögel in ihrem Körperbau und Speiseplan deutlich unterschieden, dadurch leiten sich aber auch andere Gewohnheiten und Flugvoraussetzungen ab. Auf die Frage "Warum überlebte genau eine Art Vögel, z.B. Enten (besonders gut)?" fällt nicht nur deren vielseitiger Speiseplan ins Gewicht, sondern auch die Möglichkeit, kurzfristige extremere Schwankungen (z. B. jahreszeitliche wie heute auch) als Zugvögel zu bewältigen.