Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Fusion ohne Neutronen

    29.04.2010, Felix Derjavitch, Bremen
    Radioaktive Abfallprodukte können keine Lösung sein; ein Umweg über Dampfkessel, um elektrische Energie zu erzeugen, ist ineffizient. Reaktortypen der Zukunft, zum Beispiel das Focus-Fusion-Konzept, bei dem keine Neutronen freigesetzt werden sind 100 Prozent sauber und erzeugen direkt elektrische Energie, ohne vorher einen Dampfkessel zu erhitzen.
  • Energiekonzerne ohne Druckmittel

    29.04.2010, Philipp Kramer, Wehrheim
    Energiegewinnung aus Wind und Sonne ist wetterabhängig. Ein Kernfusionsreaktor könnte aber unabhängig vom Wetter betrieben werden. Bis dahin ist jedoch noch ein weiter Weg zu gehen, der durch zusätzliche Förderungen verkürzt würde. Die Folgen würden sich nicht nur auf die Nutzung einer neuen, unabhängigen Energiequelle beschränken, sondern auch den vorherrschenden Energiekonzernen ein politisches Druckmittel nehmen.
  • Vorstoß wäre lohnenswert

    29.04.2010, Stefan Taube, Leimen
    Ich denke, es lohnt sich, jetzt einen Vorstoß zum besseren Verständnis der Kernfusion und ihrer technischen Möglichkeiten zu unternehmen, auch wenn sich Kernfusionskraftwerke am Ende als utopisch herausstellen sollten. Ohne solch eine Kraftanstrengung werden wir das letztlich nie wissen.

    Außerdem halte ich ein gewisses Maß an solchen internationalen Leuchtturmprojekten der Forschung generell für sinnvoll.

    (Stefan Taube ist Mitarbeiter bei Spektrum der Wissenschaft.)
  • Erneuerbare Energiepotenziale demokratischer nutzbar

    29.04.2010, Dipl.-Ing. Norbert Siebers, Köln
    Die erneuerbaren Energiepotentiale sind weitaus wirtschaftlicher und demokratischer zu nutzen und können weltweit auch politisch verantwortbar eingesetzt werden.
  • Fusionsprojekte wie Wendelstein vorrangig fördern

    29.04.2010, Jürgen Böhringer, Admannshagen
    Regenerative Energiegewinnung ist notwendig, wird in absehbarer Zeit jedoch nicht reichen, um den gesamten Bedarf an Energie für die Menschheit decken zu können. Deshalb sollten solche Projekte wie Wendelstein 7-X in Greifswald vorrangig gefördert werden.
  • Das Geld ist gut angelegt

    29.04.2010, J.Götz, Dresden
    Bis zum Gelingen der Kernfusion im großtechnischen Maßstab sind sicher noch schwierige Hürden zu nehmen. Das Geld dafür ist allemal gut angelegt, weil damit der wachsende Energiebedarf der Menschheit langfristig sicher gestellt werden kann.

    Erneuerbare Energien können zwar Beiträge liefern, aufgrund der Energiedichten stellt sich aber die Frage, ob der derzeitige überzogene Ausbau wirtschaftlich und daher sinnvoll ist.

    Bis die Kernfusion zur Verfügung steht, sollte keinesfalls auf die Nutzung der Kernspaltung verzichtet werden, da sie erwiesenermaßen in der Lage ist, nahezu CO2-frei Energie zu bezahlbaren Preisen bereit zu stellen. Dafür ist es erforderlich, die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle endlich einer politischen Lösung zuzuführen. Über die grundsätzliche Machbarkeit der Endlagerung in tiefen geologischen Formationen sind sich die Fachleute im wesentlichen einig.
  • Ständig türmen sich neue Hindernisse auf

    29.04.2010, Liane Mayer, Wien
    Wir haben bereits einen funktionierenden Fusionsreaktor in sicherer Entfernung, für dessen Betrieb wir weder unsere Wasservorräte angreifen noch Tritium herstellen müssen. Auch beschert er uns keinerlei radioaktive Abfälle, weder lang- noch kurzlebige. Und liefert genug Energie, wenn wir sie klug auffangen und damit sparsam wirtschaften. Jedenfalls, solange unser 'Energiehunger' nicht weiterhin exponentiell steigt.

    Einen exponentiell steigenden Energieverbrauch können wir uns aber sowieso nicht leisten, da die unvermeidliche Abwärme unseren Planeten irgendwann ruinieren würde, egal aus welcher Quelle wir die Energie beziehen! Also ist es besser, wir konzentrieren uns darauf, den Energieverbrauch auf ein umweltverträgliches Niveau einzudämmen, das kommt außerdem vermutlich billiger und ist mit weniger Unsicherheiten behaftet.

    Seit meiner Schulzeit (vor ca. 45 Jahren) heißt es: "Noch 10 (oder 20 oder 30) Jahre bis zur Fusionsenergie". Das Ziel ist anscheinend keinen Millimeter näher gerückt. Ständig türmen sich neue Hindernisse auf, die um teures Geld beiseite geräumt werden müssen. Inzwischen glaube ich fast nicht mehr, dass es jemals was wird! Jedenfalls nicht zu annehmbaren Kosten.
  • Wir haben den Fusionsreaktor ja schon

    29.04.2010, Adrian Kuster, Millstatt, Österreich
    Wir haben den Fusionsreaktor ja schon: Die Sonne liefert x mal mehr Energie als wir brauchen... Ein intelligenter Mix aus allen "erneuerbaren" Quellen und effizienter Einsatz von Energie sollte die Energiefrage sozialer, dezentraler und im Einklang mit einer intakten Natur lösen. Ein Großteil der notwendigen Technik ist da und muss nur noch sinnvoll eingesetzt werden.
  • Schnelles Feedback zwischendurch

    29.04.2010, Jörg Wagner, Saarbrücken
    Einfach mal wieder ein toller Treitz! Ich mag seine Physikalischen Unterhaltungen ja ohnehin gerne, aber die Liliputaner waren mal wieder besonders reizvoll. Spannende Überlegungen gewürzt mit Humor und ein paar boshaften Seitenhieben. Eine wunderbar breit angelegte Betrachtungsweise mit fachübergreifenden Hinweisen und Bezügen. Einfach klasse.
    Ich bedaure es sehr, dass ich nicht die Gelegenheit hatte, bei diesem Herrn ein paar Vorlesungen zu hören.

    Der Schlichting fällt dagegen regelmäßig (und auch diesmal wieder) deutlich ab. Themen, die oft etwas an den Haaren herbeigezogen wirken, Erklärungen, die reizlos zwischen Trivialität und Spekulation versickern. Keine wirkliche Bereicherung des Magazins.
  • Wer zahlt die Einbindung ins Netz und Reserverkraftwerke ?

    28.04.2010, Dr. J. Götz Dresden
    Es ist richtig, dass diese Windräder Strom ins deutsche Netz liefern werden. Aber: bis zu den Abnehmern in den industriellen Ballungsgebieten ist es ein langer Weg. Strom (Drehstrom) lässt sich wirtschaftlich nur bis zu Entfernungen von etwa 500 Kilometer gut übertragen. Bis zu den industriellen Ballungsgebieten weiter südlich sind Kraftwerke zum Phaseschieben und natürlich auch zum Einspringen, wenn der Wind mal nicht weht, notwendig.

    Das alles bezahlen wir - die Stromkunden - mit. Dies ist keine besonders effiziente Form der Elektroenergiebereitstellung.

    Wenn man so laut nach CO2-freier Stromerzeugung schreit, warum dann nicht die Kernkraftwerke länger laufen lassen? Oder neue bauen! Bei sachkundiger Betrachtung sind Kernkraftwerke so sicher, dass ihr Risiko gegenüber den uns im Alltag umgebenden nicht ins Gewicht fällt. Auch die Entsorgung der Abfälle ist lösbar: Die Lagerung in tiefengeologischen Formationen ist hinreichend sicher. Die politischen Entscheidung muss gefällt werden, das ist der Knackpunkt!
  • Zuse-KONGRESS - nicht ZUSE-Kongress

    28.04.2010, Simone Koch, Wiesbaden
    Wir freuen uns über die Erwähnung unserer Aktivitäten im Zuse-Jahr. Und ganz recht: Das Blog beschäftigt sich neben Zuse mit dem IT-Standort Hessen und dem Kongress, was auf der Startseite und anhand der Rubriken klar ersichtlich wird. Es handelt sich nämlich um das Blog zum Zuse-KONGRESS. Wir twittern übrigens auch unter www.twitter.com/zuse100 - zum Kongress!

    Es grüßt
    Simone Koch
    Referatsleiterin Neue Medien
    Hessische Staatskanzlei
  • Begriff der Würde des Menschen wertvoll

    28.04.2010, Jürgen Bettecken, Regensburg
    Edgar Dahl möchte den Begriff der Menschenwürde aus anstehenden bioethischen Diskussionen verbannen, da er dessen Instrumentalisierung als "Totschlagargument" geißelt.

    Das dabei vorgetragene Hauptargument, dass jede Verletzung der Menschenwürde viel besser als eine Verletzung eines Menschenrechtes zu beschreiben erweist sich als wenig stichhaltig.

    Die "International bill of human rights" der Vereinten Nationen zum Beispiel stellen den Status quo der Geistes- und Rechtsgeschichte der gegenwärtigen und der zurückliegenden Epochen dar, nicht jedoch deren Endpunkt. Zum Beispiel behandeln die derzeit formulierten Menschenrechte der UN keinerlei bioethische Fragestellungen.

    Sich bei eben diesen Fragestellungen auf die Menschenrechte berufen zu wollen suggeriert zumindest im Umkehrschluss gegen legislative Regulierungen im umstrittenen Feld der Gentechnik einzutreten. Wohin weit gehende Deregulierung führt, hat man jüngst bei den internationalen Finanzmärkten bewundern dürfen. Während es sich dort jedoch lediglich um pekuniären Schaden gehandelt hat, möchte ich mir die möglichen Folgen einer deregulierten Gentechnik gar nicht weiter ausmalen.

    Keine 60 Jahre nach Watson/Crick glauben machen zu wollen, dass man ein in 4 Milliarden Jahren Evolution entstandenes höchst komplexes System Homo sapiens, welches bisher, wenn überhaupt nur höchst rudimentär in seinen Zusammenhängen verstanden wird, nebenwirkungsfrei verbessern zu können geht weit über das hinaus, was ich mit dem Begriff Hybris zu bezeichnen vermag.
    In diesem Zusammenhang könnte übrigens Michel de Montaigne weiterhelfen, dass "die Anmaßung unsere natürliche Erbkrankheit ist".

    Im Kontext des Neuro-Enhancements von Nebenwirkungsfreiheit und Selbstbestimmung zu sprechen verbietet sich von selbst, da sich die Nebenwirkung direkt aus dem Postulat ergibt. Abgesehen von der Fragestellung, wer über eine Verbesserung von emotionalen oder kognitiven Fähigkeiten bestimmen soll, würde de facto ein Zwang zur Anwendung auch bei Personen entstehen, die dieses gar nicht wollen.

    Dass man Szenarien wie zum Beispiel
    -> allgemeine Unzufriedenheit, also Happy Pill
    -> zu wenig Nestwärme bei unseren Kleinen, also Parental Care Pill
    -> wozu überhaupt dieser unproduktive Schlaf? Also Twentyfour-Seven Awake Pill
    und so weiter als Verbesserungen empfinden kann, zeugt meines Erachtens von einem reduzierten Menschenverständnis.

    Im deutschen Recht finden die Menschenrechte im Artikel 1 Absatz 2 des Grundgesetzes an exponierter Stelle Berücksichtigung. Dem übergeordnet wird jedoch noch der Begriff der Menschenwürde (Artikel 1, Absatz 1).
    Die Menschenwürde wird hier als zentraler Begriff und oberste Maxime zum Leitfaden allen weiteren Handelns und eben nicht wie von Edgar Dahl postuliert zur bloßen Deklaration. Nicht umsonst steht Artikel 1 zusätzlich unter besonderem Schutz des Artikels 79 GG.

    Unter dieser Maxime müssen situationsbezogen und kontinuierlich Paragraphen zur notwendigen legislativen Regulierung der sich dynamisch entwickelnden biotechnologischen Möglichkeiten abgeleitet werden.

    Sowohl unter dem rein heilenden Aspekt als auch dezidiert mit Hinblick auf Transhumanismus Bestrebungen meine ich, dass der Begriff der Würde des Menschen noch nie so wertvoll war wie in diesem Kontext.
  • Größtes Problem: Die Zeit

    27.04.2010, Alexander Friedo, Stedtlingen
    Der Artikel wird sicher viel kritische Resonanz im technisch und naturwissenschaftlich begabten Leserkreis finden.

    Ein Problem wird leider bei der Kernfusion immer total vergessen und auch im Artikel nicht erwähnt: der Faktor Zeit (sowohl bei der Reaktion selbst als auch im energiepolitischen Sinne).

    Die Kernspaltung ist ja, aus heutiger Sicht betrachtet, total easy zu handhaben: Die startet erstens "kalt", zweitens von selbst und läuft drittens als Kettenrekation ganz von alleine ab, weil sich im Laufe der Reaktion immer mehr spaltungsauslösende Neutronen bilden als zum Aufrechthalten gebraucht werden. Die Reaktion wird dadurch, falls man den Neutronenstrom nicht künstlich auf ganz genau 1,0 bremst, nach Mikrosekunden in einer Explosion enden. In unseren KKWs kann man das aber ganz locker und ohne großes Gefummel mit Wasser nach dem Prinzip Schnellkochtopf regeln, deswegen kann's da auch niemals eine Explosion geben. Und genau bis hierher habe ich auch nichts dagegen.

    Die Spaltung läuft nun theoretisch solange, bis der letzte Kern gespalten ist. Übrig bleibt radioaktiver Abfall - das ist das eigentliche Problem dabei. Und das Uran 235 ist irgendwann alle. (Ok, ok: Wir können aus massenhaft vorhandenem U238 und Th232 spaltbares Material nachproduzieren, das würde die Energiekrise etwas hinauszögern, und wir könnten ein paar der vorher großzügig weggeschmissenen Neutronen sinnvoll weiterverwenden.)

    Bei der Kernfusion ist alles völlig anders, dabei sind die (Hauptreihen-)Sterne überhaupt nicht unser Vorbild: Die Kernfusion läuft nämlich nur unter extremen Zwängen ab, und selbst dann nur sehr langsam. Bis sich unter den Bedingungen in der Sonne eine Menge Wasserstoffkerne in ein Viertel der Menge Helium umgewandelt haben, dauert das 11 Milliarden Jahre (den roten und den asymptotischen Riesenast lasse ich großzügig weg, das macht die Sache sonst noch komplizierter).

    Nun kann man ja, um das Reaktionstempo zu erhöhen, die mickrigen 15 Mio. Kelvin in der Sonne verzehnfachen und die im Labor erreichten 150 Mio. Kelvin benutzen. Da die Temperatur beim H-Brennen in die 6. Potenz eingeht, erreichen wir nun eine millionenfache "Abbrenngeschwindigkeit" gegenüber der lahmen Sonne: 11*109/1*106 macht aber immer noch 1100 Jahre. Das ist immer noch zu langsam für uns, unser Prozeß darf nur Mikrosekunden dauern.

    Gleichzeitig verunreinigt das nach und nach entstehende Helium unser Reaktionsgemisch, sofern wir es nicht beherrschen, es zu entfernen, was uns das Reaktionstempo immer weiter versaut. Jeder Stern kämpft im Laufe seines Lebens (und bei mehr als anfangs 0,8  Sonnenmassen auch mehrmals) mit diesem Problem und muß "Maßnahmen" ergreifen, diesen Verlust der anfänglichen Effizienz zu kompensieren. Wir können das im Labor aber niemals! Wir werden also nie aus "echtem Weltraum-Wasserstoff" Strom erzeugen können.

    Auf der Erde müssen wir uns, um in den "Genuß" der Kernfusion zu kommen, stattdessen anderer leichter Elemente bedienen, Deuterium, Tritium und Lithium, weil die uns eine schnellere, aber auch nur unsaubere, Reaktion ermöglichen: Bei deren Fusion entstehen nämlich Neutronen, die irgendwie wieder radioaktiven Abfall erzeugen und uns die Grünen aufs Programm rufen. Außerdem muß ich daran erinnern, daß außer Deuterium, was bisher quasi sinnlos als kleiner Bestandteil des Wassers vom Himmel fällt, die beiden anderen Elemente nicht ganz so trivial sind: Tritium gibt's praktisch gar nicht und ist außerdem radioaktiv, und das schon aus kosmologischen Gründen sehr seltene Lithium verplant die Menschheit gerade eben für Hochleistungsakkus und wenn bis in 50 Jahren noch was übrig sein sollte, für den "Tritium-Trick", wodurch es entgültig von der Erde verschwindet. Das heute in Form von Joghurtbechern usw. entsorgte Erdöl können wir uns später wenigstens von den Müllhalden wieder zurückholen.

    Wenn nun also die Amis oder wir in 50 Jahren oder mehr die "unsaubere" Kernfusion mit bis dahin wahrscheinlich unbezahlbaren Materialien in Griff bekommen haben sollten, sind andere Stromerzeugungstechniken längst etabliert. Ich möchte wetten, daß unser Strom dann zum größten Teil aus der Wüste kommt und mit billigstem, weil massenhaft vorhandenem Silizium aus immer vorhandenem, kostenlosem Sonnenlicht erzeugt wird.

    Und ich entdecke noch ein großes Problem der Kernfusion: Das ersehnte "Break-even" heißt ja, wir erzeugen an diesem Punkt so viel Strom, wie wir hineinstecken, um den Prozeß aufrecht zu erhalten, verballern aber gerade sinnloserweise irgend welche knappen Rohstoffe. An diesem Punkt wird für mich der Wirkungsgrad erstmals positiv, nämlich gleich Null. So lange ein Wirkungsgrad von nicht wenigstens 30 Prozent in Sicht ist, würde ich meinen, wir sollten das Geld und den Hirnschmalz in andere Projekte stecken.

    Uns heute empfehle ich, die teuer erstandenen Li-Akkus aus Laptops und Telefonen nicht einfach so achtlos wegzudonnern, wenn sie nach ein paar Jahren Benutzung gehimmelt sind, sondern noch 50 Jahre in irgend einer Kiste in der Garage zu lagern. Dann können wir sie für schweres Geld an die Nachnutzer von NIF und ITER (e.on, RWE, ...) verklingeln und uns auf diese Art für die letzten Stromrechnungen rächen.

    Apropos Recycling: Wo kann ich eigentlich meine defekten Energiesparlampen abgeben? Die enthalten teuren und giftigen Quecksilberdampf und massenhaft seltene oder knappe Metalle wie Zinn, Kupfer, Silber, Gold, Yttrium (im Leuchtstoff)...
  • Salzkonzentration

    27.04.2010, Peter Kohler
    Wie kann die Salzkonzentration höher sein, als im Toten Meer?
    Im Toten Meer ist die Salzkonzentration maximal; das Salz kristallisiert aus (Wer barfuß durch das Wasser läuft, spürt die würfelförmigen Salzkristalle am Boden)
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Kohler,



    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Auch wenn die Salzkonzentration im Toten Meer extrem hoch ist, sie liegt dennoch hinter jener des Don-Juan-Sees zurück - und nimmt weltweit gesehen nicht einmal den zweiten Platz ein: Noch vor dem Toten Meer rangiert der Assalsee in Djibouti mit einer Salzkonzentration von 34,8 Prozent. Der gemeinhin als salzreichste betrachtete See zwischen dem Westjordanland und Jordanien kommt hingegen nur auf 33,7 Prozent, während der Don-Juan-See sogar über 44 Prozent aufweist.



    Eine gesättigte Kochsalzlösung (Natriumchlorid in Wasser) hat bei 20 Grad Celsius eine Konzentration von 35,8 Prozent: Sie liegt also schon über den Werten des Toten Meers. Mit steigenden Temperaturen und damit steigender Verdunstung nimmt die Konzentration weiter zu, bis die Lösung übersättigt ist und das Salz ausfällt. Wärme kann für die kalte Antarktis natürlich nicht gelten: Doch die Luft im Tal des Don-Juan-Sees ist extrem trocken und nimmt daher Feuchtigkeit auf, weshalb sich das Salz in der verbleibenden Lösung durch Verdunstung bis zur maximalen Konzentration anreichert, bevor Salz auskristallisiert.



    Und noch ein Punkt kommt hinzu: Im Don-Juan-See ist nicht nur Natriumchlorid gelöst, sondern auch viele weitere Verbindungen, die sich leichter lösen und schwerer ausfallen. Dazu gehört vor allem Kalziumchlorid, das in der Lösung allein schon mehr als 40 Prozent des Salzgehalts verantwortet. Die Temperaturabhängigkeit von Salzen ist nicht immer die gleiche: Die Lösungsenthalpie kann auch negativ sein, dann wird die Löslichkeit in der Kälte besser, was die Konzentration entsprechend erhöhen kann. Es sind also höhere Salzmengen in Lösung als im Toten Meer durchaus möglich.



    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöl


    Redaktion spektrumdirekt
  • Klüger wären andere Ziele

    26.04.2010, Manfred Knapp
    Ihr werdet sein wie Gott!
    Die uralte Menschheitssünde!

    Die Kernfusion im Reaktor als unerschöpflicher Energielieferant ist nicht möglich, die Forschungsgelder
    werden von Phantasten sinnlos verschleudert. Der Beweis dafür ist die erfolglose Forschungsarbeit auf diesem Gebiet.

    Vielleicht ist das auch gut so, denn wer garantiert die Beherrschbarkeit einer Kernfusion, wenn sie in Gang gekommen ist?

    Klüger wäre es, nach wirtschaftlichen Wegen für die
    Entsorgung von atomaren Abfällen zu suchen.