Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Nur Mut!

    05.08.2014, Otto Schult, Köln
    Gewiss ist es wissenschaftlich nicht uninteressant zu erfahren, ob es Leben auf anderen Himmelskörpern gibt. Für mich als Kernphysiker, der auch an Anwendungsmöglichkeitn denkt, ist aber klar, dass es wohl kaum einen Weg gibt, diese Erkenntnis, wenn man sie denn einmal haben sollte, umzusetzen.

    Da diese Artikel sich in Spektrum der Wissenschaft sehr häufen, frage ich mich schon, ob ich sie zukünftig noch lesen soll, denn es gibt meines Erachtens wichtigere Themen, auch wenn diese nichts mit Astronomie oder Astrophysik zu tun haben.

    Zum Beispiel: Lassen sich Finanzkrisen vermeiden? Die grundsätzliche Haltung von Spektrum ist, dass die Arbeit in einer referierten Zeitschrift veröffentlicht sein muss. Das leuchtet einerseits ein, andererseits kennen wir das Gutachtergeschäft. Die Finanzwissenschaftler lehnen jede Arbeit prinzipiell ab, die einen Vorschlag beinhaltet, der Spekulation antastet. Damit wird diese Frage als Tabubruch behandelt und einfach unter den Teppich gekehrt. Aber dient das der Wissenschaft und Wahrheitsfindung?


    Eine andere Frage ist die nach Staatsschulden und die Tatsache, dass wir in den Ländern der BRD ganz anders verfahren als bezüglich anderer EU-Staaten. Wäre das nicht mal ein interessantes Thema für Spektrum?

    Dann kann man sich fragen, ob die Umverteilung gemeinwohlorientiert ist. Auch hier ist die Antwort auf die Frage nicht ganz einfach. Aber sollte man deshalb die Frage im Spektrum nicht doch einmal stellen?

    Ich wünsche mir, dass Sie für Spektrum mehr Mut entwickeln, vielleicht sogar unveröffentlichte, heikle Themen aufgreifen und so die Diskussion anregen. Was nicht taugt, verschwindet "vom Markt" von selbst. Sie wissen sicher, dass manche Arbeiten später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, die vorher abgelenhnt worden waren.

    Also mehr Mut und bezüglich des Lebens auf anderen Himmelskörpern: Das rechte Maß wahren!
  • Objektivität und Nachprüfbarkeit

    05.08.2014, Konstantin Mittag
    Wolfgang Huß aus Hamburg warnt in seinem Kommentar vor der Eintrübung der Objektivität und Wertfreiheit der Wissenschaften, deutet sogar an, dass diese nicht die Ideale der Wissenschaft seien, nur weil die aktuelle Realisierung anders aussieht, also "voll von Wertungen, von moralischen und von nicht moralischen Einstellungen und Verhaltensweisen". Auch wenn diese Warnung durchaus seine Berechtigung hat, sehe ich Mängel in seiner Argumentation. Für mich sieht es so aus, als würde der Autor die Wissenschaft hauptsächlich von außerhalb wahrnehmen, da sein Hauptaugenmerk auf der Interpretation abgegrenzter Forschungsergebnisse einzelner Wissenschaftler liegt. Ist doch der Löwenanteil einer wissenschaftlichen Arbeit nicht in der Interpretation, sondern in dem Erlangen dieser Ergebnisse? In der Methode wie diese erworben werden? Sind diese Ergebnisse sowie die verwendeten Methoden zum Erkenntnisgewinn (jedenfalls in den Naturwissenschaften) nicht meist universell verwendbar, unabhängig jeglicher Interpretation? Und hat sich nicht Einsteins Relativitätstheorie als Beschreibung der Gravitation letztendlich bei den ernst zu nehmenden Wissenschaftlern durchgesetzt? Gerade die einflussreichsten Arbeiten sind doch einem starken Selektionsdruck hin zu Objektivität und Nachvollziehbarkeit beziehungsweise Nachprüfbarkeit ausgesetzt.
  • Ursache - Wirkung...

    05.08.2014, Tobias Fleischmann
    Der alte Hut:
    Vielleicht spielen von Natur aus risikoreicher-lebende Menschen auch lieber Spiele dieser Art?

    Habe die veroeffentlich nicht gelesen, aber dieser von mir genannte Punkt sollte erst mal ausgeschlossen werden, bevor man andere Schlussfolgerung zieht.

    Dr. Tobias Fleischmann
  • Korrelation oder Kausalität

    05.08.2014, Jan
    Was mich interessieren würde: Wie schließen die Wissenschaftler von der Korrelation auf die Kausalität? Dass riskantes Verhalten und das Spielen bestimmter (Computer-)Spiele bei einigen Jugendlichen gehäuft auftritt, ist das eine. Aber bedeutet das, dass die Spiele zu riskanterem Verhalten führen? Oder bedeutet das, dass Jugendliche mit einem Hang zu riskanterem Verhalten gern solche Spiele spielen?
    Für mich machen solche Studien oft einen tendenziösen Eindruck: Da wird nicht neutral geforscht, sondern die Studien haben das Ziel, eine bestimmte ideologisch geprägte Meinung ("Computerspiele sind schädlich") mit allen Mitteln zu belegen.

    PS: Nein, ich bin selbst kein Computerspieler, halte diese "Erkenntnisse" aber trotzdem für fragwürdig.
  • Experten

    05.08.2014, Tutnix Zursache
    ... In Anbetracht der insgesamt kleinen Anzahl von Ebola-Fällen schätzt das ECDC die Wahrscheinlichkeit, dass eine infizierte Person in ein Flugzeug gelangt, als sehr gering ein ...

    ... Die Weltgesundheitsorganisation hat inzwischen bestätigt, dass der 40-jährige Mann bei seiner Landung in Lagos an Ebola erkrankt war ...

    soviel zur Einschätzung der Experten
  • Die Jugendlichen wurden rebellischer

    05.08.2014, Sascha
    Das mann man in den USA natürlich nicht gebrauchen. "Riskanten Sex" schauen Jugendliche sicher nicht aus Computerspielen ab.
  • Eine alternative Sichtweise

    04.08.2014, Peter
    Ich muss leider dem Gesamturteil des Beitrags widersprechen. Das Buch hat eine chaotische Struktur (trotz einer guten Gliederung (die wird nicht wirklich konsequent eingehalten)). Außerdem sind die Absätze oft sehr verwirrend und kompliziert geschrieben - selbst für Wissenschaftler. Die Hauptideen werden viel zu unklar erläutert. Dazu kommen einige grammatikalische und Rechtschreibfehler (in der deutschen Fassung). Ich finde den Inhalt des Buchs trotzdem interessant und bereichernd, nur nicht gut dargelegt.
  • Nur in der Theorie oder in der Praxis?

    04.08.2014, Roland Tluk, Heidelberg
    Windkrafträder haben einen Nennleistung, die nie erreicht wird. Im Jahresdurchschnitt erreichen die Windkrafträder in Deutschland 1/5 ihrer Nennleistung.

    Die Leistung hängt also vom Standort ab und vom günstigen Bedingungen.

    Um ein durchschnittliches Kraftwerk mit 1300MW Nennleistung (i.d.R. 90% Auslastung 1170MW) zu erstetzen, brauchen wir demnach 4500 Windkrafträder und der Glaube an gutes Wetter.

    Ich erinnere an den 17. Juli 2014: 22642 Anlagen mit 34.896MW Nennleistung leisteten nur 24MW.

    Die Leistungsbilanz ist fragwürdig.

  • Die Technik ist doch schon seit Jahren in Einsatz

    04.08.2014, Ting Chen
    Diese Technik ist seit Jahren bei Toyota Prius in Einsatz: Wenn das Auto berg ab fährt, wird das Benzen-Motor stillgelegt und die Batterie aufgeladen. An dem besagten Elzer Berg (ich fuhr in den letzten vier Jahren fast jede Woche einmal durch) musste ich sogar die Motorbremse einschalten, damit das Auto nicht über das Tempolimit von 100kmh hinaus beschleunigt, eben weil der Prius ein sehr günstige Luftwiderstand besitzt.
    Antwort der Redaktion:

    Vielen Dank für Ihre Zuschrift! Sie sprechen das "Rekuperieren" an, das bei Hybridfahrzeugen schon länger eingesetzt wird. Dieses Verfahren ist nicht identisch mit dem "Segeln", das im Artikel behandelt wird (siehe auch den vorletzten Absatz des Texts). D. Red.

  • Drei Bemerkungen

    04.08.2014, Walter Weiss, Kassel
    (1) zur archäologischen Seite: es gibt keine sicher der etruskischen Kultur zuzuordnende Ausgrabung in Italien, deren Ergebnisse älter als die späte Bronzezeit (zirka 1200 v. Chr.) liegen.

    (2) zur (leider nur oberflächlich und mißverständlich erwähnten)genetischen Seite: Wenn die Vergleichsknochen aus Anatolien angeblich 5000 Jahre alt sind, müssten die italienischen Genetiker also sicher bestimmte 5000 Jahre alte Menschenskelette untersucht haben - aber was heißt das schon? Bei einer Einwanderung aus West-Kleinasien ist allenfalls die späte Bronzezeit zu erwägen, und die Einwanderer können doch ohne Weiteres mit den anatolischen Menschen vor 5000 Jahren verwandt gewesen sein.

    (3) zur (trotz des allgemein gehaltenen Titels überhaupt nicht behandelten!) etymologischen Seite:

    a) Die etruskische Sprache enthält große Teile eines offenbar lykischen Dialekts von der kleinasiatischen Westküste, also aus der Gegend von Troja. Außerdem auch nichtindoeuropäische Wörter, sie ist also eine Mischsprache, die indessen passgenau aus dem westlichen Kleinasien stammen kann.

    b) Ein dem Etruskischen sehr nah verwandtes Idiom - praktisch ein etruskischer Dialekt - ist auf der Insel Lemnos (direkt neben Lesbos gegenüber von Troja an der Westküste Kleinasiens) durch Inschriften nachgewiesen worden.

    In der Aeneis klingt also, obwohl sie eine spätere Dichtung ist, sehr zutreffend die Geschichte der Einwanderung der Etrusker von Kleinasien aus nach, und zwar passend in der Zeit der Seevölker, die ja das gesamte östliche Mittelmeer um 1200 v. Chr. herum aufgemischt haben.

    Wenigstens habe ich diese Bewtrachtungen in einem so allgemein betitelten Artikel vermisst.


  • In Griechenland wird, meiner Erfahrung nach, seit Jahrzehnten so gefahren.

    04.08.2014, Georgios Kyriazis
    Meine Familie ist 1976 von Deutschland nach Griechenland zurückgezogen.
    Die meisten Leute fuhren, meiner Erfahrung nach, die Teilstrecken von unserem Dorf bis zur Stadt wo sie Bergab gingen, entweder im Leerlauf und manche wenige mit ganz ausgeschalteten Motor weiter.
    Heute, in der Zeit der Wirtschaftskrise, wird noch mehr so gefahren, auf Kosten der konstanten Geschwindigkeit, was aber für die meisten absolut hinnehmbar ist.
  • Spareffekt

    04.08.2014, Kronberg
    Wenn man beim Bergabfahren sparen möchte, ist die Ausnutzung der Schubabschaltung des Motors bei eingelegtem Gang die sinnvollste Taktik. Wie stark die Motorbremse wirkt, die man ja beim Bergabfahren haben möchte, läßt sich durch die Wahl des eingelegten Ganges hinreichend beeinflussen. Die Fälle, daß selbst die Bremswirkung des höchsten Ganges das Auto zu stark bremst, dürften (jedenfalls nach meiner Erfahrung mit 5 Ganggetriebe) so selten sein, daß sich der Aufwand einer neuen Technik dafür nicht lohnt. Das Beispiel Fahrrad ist nicht stichhaltig, weil ein Auto keine Leichtlaufräder hat und die Radfahrergeschwindigkeiten nicht zu nennenswertem Luftwiderstand führen.
  • Bergab lässt sich heute schon Sprit sparen - mit ordinärer Schubabschaltung 100%

    03.08.2014, Sonja Heller
    Ich verstehe nicht, was der Vorteil gegenüber der herkömmlichen Schubabschaltung sein soll, die es heutzutage in jedem Fahrzeug gibt, bei der der Kraftstoffverbrauch logischerweise auf Null sinkt, bei der der Motor immer anbleibt, so dass z.B. auch die Bremskraftverstärker ohne komplizierte Zusatztechnik anbleibt und keine komplizierte Technik über An- und Abschalten des Motors entscheiden muss. Diese Technik ist außerdem noch schwer, erhöht also im Normalbetrieb den Kraftstoffverbrauch, und im übrigen stellt sie eine weitere mögliche Pannenquelle dar. Leute. Entweder diese Wissenschaftler leben in einem praxisfernen Universum, oder ich bin schlicht zu dämlich. Was natürlich sein kann.
  • Derzeit verkehrstechnisch nicht möglich!

    02.08.2014, Ludwig Späth
    Alles schön durch gedacht, aber was ist wenn man bremsen muss? Die Bremsanlage der derzeitige
    Automobile werden mit dem Unterdruck vom laufenden Motor unterstützt (Bremskraft-Verstärker). Prüft mal ein Fahrzeug ohne laufenden Motor zu bremsen, dann seht Ihr wie bei Euch bei Gefahr der Schweiß ausbricht. Der letzte Ausweg ist dann nur noch die Handbremse.
  • Gibt's doch schon!

    02.08.2014, Gottfried Heumesser
    Beim Dieselmotor kann man beim Bergabfahren dank Drehzahlregler die Einspritzmenge auf Null stellen. Allerdings bremst er weniger als ein Benzinmotor, da er keine Ansaugdrossel hat, sodass man eher mehr bremsen muss. Und dass die SUV-Krankheit jedem Energiesparwillen widerspricht ist klar. Aber immer noch billiger als ein Panzer, den sich so manche SUV-Fahrer aus psychologischen Gründen am liebsten kaufen würden. Aber nach dem Aussteigen wieder schön "grün" reden! "SUV" ist aber vielfach eher ein psychologisches Problem als eine Notwendigkeit.
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