Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Mit Wasser kochen, was denn sonst?

    20.04.2015, Dipl.-Phys. Ulrich Schulz
    Und was soll jetzt die Quintessenz sein? Daß wir Physiker mit etwas anderem kochen sollten, daß wir ab jetzt nur noch mit vor Staunen geöffnetem Mund durch die Gegend laufen? Das wir uns ob unserer Blödheit immer wieder geißeln und mit gesenkten Köpfen durch unser Dasein torkeln sollten?
    Ich glaube nicht, daß z.B. Alleinerziehende, Sozialhilfeempfänger aber auch die im "normalen" Arbeitsverhältnis tätigen Menschen dann glücklicher oder zufriedener wären. Und ich denke, daß kein Naturwissenschaftler auf die Idee käme, zu behaupten, das wir tatsächlich jemals alles wissen werden. Im Gegenteil, es wird doch stets darauf hingewiesen, daß wir nur mit Modell(vorstellung)en arbeiten!
    Oder soll's der "liebe Gott" mal wieder richten? Man kann auch mal stolz darauf sein, was wir Menschen bereits erreicht haben, auch wenn natürlich noch eine große Menge zu tun ist. Du liebe Güte, das ist wirklich eine Menge "Holz", was in den letzten Jahren so "geschlagen" wurde.
  • Reynolds-Zahl fürs Schwimmen irrelevant

    20.04.2015, Markus Enz, Hettlingen (Schweiz)
    Als Leistungsschwimmer war ich im Physikstudium frustriert, wie wenig praktisch Verwendbares ich in der Physik gefunden habe. Insbesondere kann man aus der Reynolds-Zahl keine Empfehlungen fürs Schwimmen ableiten, da es bei Reynolds-Zahlen im Millionenbereich keine Rolle spielt, ob sie ein wenig größer oder kleiner sind. Erst viel später habe ich die Physik entdeckt, die fürs Schwimmen wirklich relevant ist und auf die Arbeiten der Schiffsbau-Ingenieure im 19. Jahrhundert und insbesondere von William Froude zurückgeht. Sie fanden heraus, dass für an der Wasseroberfläche schwimmende Körper der Wellenwiderstand entscheidend ist. Ein Boot oder ein Schwimmer mit einer Geschwindigkeit v erzeugt Wellen mit einer Wellenlänge, die mit der Geschwindigkeit zunimmt.
    Es hat sich gezeigt, dass längere Boote weniger Widerstand haben als kürzere. Deshalb werden die Segelboote bei Regatten in Längenklassen eingeteilt. Wird die Wellenlänge gleich oder länger als das Boot, steigt der Widerstand überproportional, und es besteht eine Art Schallmauer, die von Segelbooten nicht durchbrochen werden kann. Eine einfache Dispersionsgleichung beschreibt, wie die Wellenlänge mit der Geschwindigkeit zunimmt:
    λ = 2π v2/g
    (mit der Erdbeschleunigung g=9,81 m/s2). Setzt man die schnellste Schwimmgeschwindigkeit von ca. v=2,05 m/s ein, so erhält man λ = 2,69 m. Dies entspricht erstaunlich genau der Länge eines 2 m großen Schwimmers mit ausgestrecktem Arm.
    Was kann man daraus fürs Schwimmen lernen? Offensichtlich ist es gut, groß zu sein. In der Tat messen die Sprintkönige alle zwischen 1,90 m und 2m. Da der Widerstand an der Wasseroberfläche größer ist als unter Wasser, bewegen sich die Schwimmer nach Start und Wende jeweils bis zu 15 m mit Delphinbeinschlag unter Wasser. Bei Brust und Delphin wird die Wasseroberfläche nur kurz zum Atmen durchbrochen, und ein Teil des Zugzyklus wird unter der Wasseroberfläche verbracht.
    Da ein längerer Körper weniger Wellenwiderstand verursacht, kommt es zu der kontra-intuitiven und von vielen Trainern abgelehnten Empfehlung, mit dem nach vorne ausgestreckten Arm nicht sofort zu ziehen, sondern einen kurzen Moment in dieser hydrodynamischen ausgestreckten Stellung zu gleiten und den Körper mit dem ausgestreckten Arm über einen möglichst großen Teil des Zugzyklus zu verlängern (was auch Front-Quadrant-Swimming genannt wird). Diese Zusammenhänge wurden 1996 von Terry Laughlin in seinem Buch „Total Immersion“ einem breiteren Schwimm-Publikum vorgestellt.
  • Kommafehler in der Überschrift

    20.04.2015, Shirywook
    Du liebe Zeit - es heisst: "Maschinen, die auf Sterne starren"

    Was ist heutzutage nur so schwer daran, bei Relativsätzen die Kommata korekt zu setzen? Stört es niemanden mehr, dass Sätze und Wortgruppen dann mehrdeutig oder gar unvertändlich werden?

    OT, aber mittlerweile langsam unerträglich: die Spätfolgen von Rechtschreibreform und Bologna...
  • Jet im Schacht?

    20.04.2015, MaxU
    "womöglich sogar noch einen Jet in einem der Schächte" - was ich sehr, sehr stark bezweifle. Aber um die Zweifel zu verstehen, müsste man Ahnung von der Sache haben.
    Die Independence wurde bei Atombombentest bei Bikini 1946 (absichtlich) "beschädigt" und im Januar 1951 versenkt. Zur Zeit der Versenkung gab es erst seit vier bis fünf Jahren überhaupt trägergestützte Jets, also warum ein "brandneues" Flugzeug auf den "defekten" Flugzeugträger bringen und in den Lift stellen? 1946 war sicherlich kein Jet auf dem Flugzeugträger. Auch wenn beim Umstieg vom Propeller- zum Jet-Antrieb und in den Anfangszeiten des Jetantriebs teilweise die Modelle extrem schnell veralteten.
    Bezeichnenderweise lese ich bei englischsprachigen Berichten auch nirgendwo etwas von "Jet".

    Kleiner Hinweis an den Autor, ein "Jet" ist (in diesem Zusammenhang) ein Düsenflugzeug, ein "Airplane" (wie im englischsprachigen Original) ist einfach nur ein (Motor-)Flugzeug.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter MaxU,

    ich gebe zu: Hier habe ich vorschnell einfach auf ein Kampfflugzeug der Jet-Bauklasse gesetzt. Ich habe den Fehler ausgebessert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • "Kein übermäßiger Alkoholverzehr im Testzeitraum"

    19.04.2015, Tobias Müller
    Allein die Existenz dieser Bedingung könnte bereits das "Forschungsergebnis" hervorgerufen haben. Ich sage nicht, dass sie es tut, aber es ist auch nicht auszuschließen.
    Allein nur deshalb ist diese Studie schon nicht relevant.
  • Shiitake Allergie

    19.04.2015, Franz Köster
    Da ich selbst betroffen war, möchte ich zumindest in diesem Zusammenhang auf die Warnung des Bundesinstituts für Risikobewertung hinweisen. Ich hatte durch den Genuss dieser Pilze wochenlang schwere Ausschläge. Sonst leide ich unter keinen Allergien: http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliches_risiko_von_shiitake_pilzen.pdf
  • Bitte auf solche Pseudo-Studien verzichten

    19.04.2015, Bernd
    Man könnte auch sagen, das Weglassen von Alkohol stärkt das Immunsystem. Kleine Stichprobe, keine Kontrollgruppe und weitere gesundheitsverbessernde Maßnahmen. Die Aussagekraft der Studie ist gleich null. Das Lesen Zeitverschwendung.
  • Dachte ich's mir doch!

    18.04.2015, Florina Fina
    Oft habe ich mich gefragt, warum mein Sohn, Kind binationaler/-kultureller Eltern, obwohl er weder seinen Vater persönlich kennengelernt, noch sich je in dessen Ursprungsland bzw. -kulturkreis aufgehalten hat, von Kindesalter an ganz eindeutige Verhaltensweisen jener Kultur zeigt...
  • Die Oblast ...

    18.04.2015, obacht
    es heißt "die Oblast". Keine Ursache.
  • Ort des Geschehens

    18.04.2015, V. von Wachs
    In Kommentaren zu dem Video bei Youtube wird eine genaue Position erwähnt: "Zarechnyi" ist ein Kohletagebau (Kusnezkbecken) bei Nowokusnezk (Verwaltungsbezirk Kemerowo, im Süden des Westsibirien). Liegt eher mittig im Süden und nicht "im Westen" Russlands.
    Das Phänomen soll in einer nicht fertig gestellten Bergehalde passiert sein und ist damit also nur bedingt ein Naturereignis.
  • Lokalisierung

    18.04.2015, Jan Hofman
    Nach Abgleich mit den folgenden Links liegt das Ort der Erdwalze vermutlich nicht im Gebiet Pensa oder auf Kamtschatka, sondern im Kuznezker Becken, auf dem Kohleabbaugebiet Заречный (Koordinaten: 54.152382, 87.122955). Es wird von einer Kohlewalze von etwa 10 000 000 Tonnen gesprochen. Ein Gerich sprach die Direktion des Betriebs schuldig wegen Nichteinhaltung der Sicherheitsvorschriften.

    Link zu kuzbass85.ru

    Link zu kem.kp.ru

    Link zu wikimapia.org
  • Tagebergbau als Ursache?

    18.04.2015, PeerH
    Im Bild erkennt man im Hintergrund recht gut die Förderbänder-/türme, die man auch aus Regionen mit Braunkohle Tagebau kennt. Diese werden anscheinend ebenfalls 'weggespült'.

    Gut möglich, dass das ein Ergebnis einer Förderung von Rohstoffen im Tagebau ist, die am falschen Ort durchgeführt wurde.

    Beängstigend ist das allemal, ein Taunami in Zeitlupe, gegen den es wohl ausser schnell laufen kaum Schutz gibt
  • Synthetisches Cannabis

    17.04.2015, HM420
    Leider ist die Sache mit dem synthetischen Cannabis doch nicht so einfach zu vernachlässigen ! Hierbei besteht das Problem nämlich vor allem im sozialen- bzw. genauer gesagt im Bereich des Führerscheins. Denn "Spice" und Co. warben seit Einführung damit, das es bei herkömmlichen Test nicht nachweisbar ist - und somit der Führerschein nicht so schnell in Gefahr sei (..Entzug der Fahrerlaubnis bei Nachweis von natürlichem Cannabis !.). Dies führte dazu das viele Konsumenten aus Angst um den Führeschein, auf dieses Produkt umstiegen!
    Das dieses aber weitaus gefährlicher ist, sollte mittlerweile bekannt sein - Daher forderte auch schon Hr. Dr. Volker Auwärter, Toxikologe an der Universität Freiburg, der unter anderem die Analyse dieser neuen Substanzen für die Bundesregierung tätigt, ein Umdenken in der Regelung von Cannabis in Verbindung mit dem Führeschein! - Für mehr Informationen hierzu, sollte es dazu reichen nach Berichten von eben diesem Dr. Auwärter zu suchen !!
    MfG an die Redaktion und ein Dankeschön das Sie sich diesem Thema widmen...
  • Ob der Filmer ahnt,

    17.04.2015, Gerd Wolff
    mit welcher Wucht die Stromleitungen, die mit mechanischer Spannung durch die Gegend flitschen, seinen Körper ratzfatz durcheilen können?
  • Es ist traurig und empörend.

    17.04.2015, Richter
    Vielen Dank für Ihren wunderbaren Artikel, Herr Reichert!

    Die Meinung von MiMi ist für mich schwer verständlich, da ich der Auffassung bin, daß absolut jedes Kind kreativ und begeisterungfähig ist. Das Problem sind die Medien und Leichtgläubigkeit derer, die sie ernstnehmen. Erwachsene, die ihre Kinder oder Schüler so vor Schaden bewahren wollen, sind einfach 1. falsch informiert und 2. unzureichend informiert.
    Daß der Wissenschaft, die sich mit unserer Heimat beschäftigt, keine oder nur geringe Bedeutung mehr beigemessen wird, liegt nicht an der mangelnden Begeisterung dafür. Nicht weil es nicht interessant ist, denn es gibt wohl kaum etwas interresanteres. Nein, es liegt daran, daß keinem mehr gesagt wird, wie schön der Sternenhimmel an einem dunklen Ort durch ein Teleskop aussieht.
    Und daran, daß es Menschen gibt, die denken, dies sei auch nicht wichtig.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Richter