Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Ohne spekulative Theorien kein Fortschritt

    24.08.2008, Rolf Wroblewski, Bremen
    Manchmal verstehe ich die Menschen nicht - nämlich immer dann, wenn es um Neugier und theoretische Weiterentwicklungen geht. Ohne beides würde die Menschheit entweder noch auf den Bäumen rumturnen oder längst ausgestorben sein!

    Und selbst wenn es so nicht wäre, gäbe es vieles nicht: CD/DVD-Laser gehen auf Gedankenakrobatik von Einstein zurück; um nur ein Beispiel zu nennen! Oder Satellitennavigation würde ohne Berücksichtigung relativistischer Effekte nicht funktionieren - auch Einstein...

    Die Liste moderner Anwendungen ließe sich beliebig fortsetzen. Selbst bei äußerst kritischer Betrachtung vieler Umsetzungen (z.B. Kernkraftwerke und Endlagerung) will doch sicherlich kaum ein Mensch auf aktuelle Technik verzichten - und die gibt es nun mal nur deswegen, weil es Menschen gab und gibt, die die vorgegebenen Pfade verlassen haben und spekulativ denken! Und hoffentlich nicht nur in der Technik, sondern auch gesellschaftswissenschaftlich und politisch! Weiter so. Oder um mit Wigald Boning (TV-Wissensshow "Clever") zu sprechen: Neugierig bleiben!
  • Anmerkungen zur EST eines Herausgebers der Anthologie

    24.08.2008, Werner Hahn Gladenbach
    Als einer der Herausgeber der Anthologie möchte ich darauf hinweisen, dass man eine „saubere Definition“ dessen, was im Buch mit „Symmetrie“ („Evolutionärer Symmetrietheorie“) gemeint ist, im Vorwort und besonders in meinem Beitrag des Buches „Evolutionäre Symmetrietheorie und Universale Evolutionstheorie. Evolution durch Symmetrie und Asymmetrie“ dargestellt findet. Eine Dokumentation dieses Essays aus der heute vergriffenen Anthologie (Seiten 255 bis 284 mit 11 mehrteiligen Abbildungen aus dem Buch) findet man auf meiner Homepage in www.art-and-science.de im Link PDF EST. Die Rezension im Internet gibt leider nicht eine erklärende Abbildung des Autors zur EST wider, die in SdW gedruckt erschienen ist (S. 122 - „Ars evolutoria“ von Werner Hahn). Die zitierte Definition „Ein Gegenstand ist symmetrisch, wenn es eine Transformation gibt, die ihn unverändert (invariant) lässt. Die einfachsten Symmetrietransformationen sind Verschiebung, Drehung und Spiegelung“ entspricht nicht der im Buchtitel gemeinten dynamischen evolutionären Symmetrie-Auffassung. In der EST sind Transformationen gemeint und dargestellt, deren Resultate gerade nicht (!) „unverändert-invariant“ sind, sondern Veränderung (Evolution) aufzeigen. Dass der Begriff der EST auf Erkenntnissen in meinem Werk von 1989 „Symmetrie als Entwicklungsprinzip in Natur und Kunst. Königstein“ (Gladenbach: Art & Science, 1995) fußt, sollte man wissen. Wichtiger Anstoß und Anreger für das Symposion EST (1993 – Städelsches Kunstinstitut Frankfurt) und die Anthologie 1996 war eine Rezension des Physikers, Mathematikers und Chaosforschers Siegfried Großmann in den Physikalischen Blättern (12/1990, S. 498) - eine Rezension zu meinem Symmetrie-Buch von 1989, das übersetzt ins Englische in erweiterter Form 1998 publiziert worden ist (Singapur). Großmann resümierte ebenda, dass das Buch „den gewaltigen Schatz an in der Natur und in der Kultur Gefundenem auf wenige dahinterliegende strukturelle Prinzipien zurückführt". So werde eine „Idee, die eine neue Dimension eröffnet" vorgestellt: „die Demonstration einer übergreifenden Hypothese, gewonnen als experimenteller und theoretischer Forschungsertrag: Symmetrie als umgreifendes, leitendes, strukturierendes, verursachendes Element der Evolution, als die Idee hinter Natur und Kultur". Man könnte das „Vorhaben einer evolutionären Symmetrietheorie“ nicht besser umreißen als mit dem Helmholtz-Satz: „Möglicherweise wird dieses Buch in der Zukunft von hohem Wert sein als Leitfaden zur Entdeckung neuer allgemeiner Charaktere der Naturkräfte“, lobt übrigens Prof. Bremer die Anthologie.
  • Schiffswracks erhöhen Biodiversität

    22.08.2008, Holger Schoening
    Biodiversität bedeutet grob Artenvielfalt.
    Je unterschiedlicher der Lebensraum, desto mehr ökologische Nischen und desto mehr Arten. Solange nicht der ganze Meeresboden mit Wracks bedeckt ist, bedeutet ein Wrack eine Insel der Andersartigkeit, die Arten Raum bietet, die sonst im weiterem Umfeld keinen Platz hätten. Klar gehen dann die Arten, die vorher da waren, zurück, aber die gibt es ja auch überall sonst auch. Wobei die neuen Arten um das Wrack herum wahrscheinlich seltener sind. Auf einem Riff ist das vielleicht nicht so offensichtlich, aber auf offenem Sand oder Schlammflächen um so mehr.
  • Nicht der kleinste

    22.08.2008, Bernd Gertens, Hamburg
    Hallo,

    die Überschrift ist leider falsch.

    Trichoplax wird einige Millimeter groß, ist also mit bloßem Auge durchaus sichtbar.

    Viele Vielzeller, beispielsweise Rotiferen, sind deutlich kleiner.

    Grüße
    Bernd Gertens
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Gertens,



    vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die Überschrift korrigiert.



    Mit freundlichen Grüßen



    Christian Wolf
  • Falsche Erinnerungen

    21.08.2008, Laura Schneider
    Also wenn Ihre Meldung aus dem Jahr 2005 stimmt, dann ist der gravierende Unterschied, dass beim Erdbeereis kurzfristige Verhaltenseffekte gezeigt wurden. Häufig beeinflussen Laborexperimente Verhalten über Sekunden oder Minuten. Wenn man zeigen kann, dass solche Effekte monatelang anhalten, ist das sehr wohl ein gravierender Unterschied! V.a. wenn man tatsächlich darüber nachdenkt, das Ganze als Diätstrategie zu nutzen: Das wird bekanntlich nichts, wenn man nicht länger als ein paar Tage bei der Stange bleibt.
  • Hilfreiches Vitamin D

    21.08.2008, Claudia Polzin
    Mit großem Interesse habe ich den Artikel über die segensreiche Wirkung von Vitamon D gelesen. Meine Mittagspause werde ich zukünftig seltener im Cafe und öfter im Freien verbringen. Einen ganz kleine Berichtigung hätte ich zu machen: bei der multiplen Sklerose handelt es sich nicht um eine Muskeldegeneration, sondern um eine Nervendegeneration. Als solche wird es auch im weiteren Text richtig beschrieben.
  • Facharbeit über Nationalparks in Kenia

    20.08.2008, Christoph Kautz München
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich schreibe meine Facharbeit über das Thema "ökologische, ökonomische und sozio-ökonomische Einflüsse der Nationalparks in Kenia". Im Moment bin ich noch auf der Suche nach Informationen (dieser Artikel war sehr hilfreich). Vielleicht haben sie Erfahrungen oder Infomaterial dass sie mir schicken könnten.

    Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christoph
  • Orang-Utans

    18.08.2008, Ihr Name, Wohnort
    Habe mit großem Interesse Ihren Filmbericht gesehen. Mir liefen die Tränen nur so über das Gesicht. Was für perverse Menschen es doch gibt. Wie können sich Menschen sexuell an solchen Tieren vergehen?
    Es ist alles nur zum Heulen.
    Ich lasse Ihnen eine kleine Spende zu kommen. Schwelge selber nicht in Reichtümern aber vielleicht können ein paar Euro helfen.
    Weiterhin viel, viel Glück bei Ihrer Arbeit und großen Dank an Johannes Jähnicke für seine Unterstützung.

    Edeltraud-Dewitt-Stürken
  • Liebe zum Buch

    17.08.2008, Familie Reuters, Gelsenkirchen
    "... glücklicherweise noch immer weit verbreiteten Liebe zum gedruckten Buch ..."
    Das sehen wir genau so. Danke für den Artikel mit Herz. Schön, dass Internetexperten sich so um den Erhalt alter Bücher bemühen. Wenn sie auch möglicherweise Profit daraus schlagen, dass weltweit umsonst für sie gearbeitet wird. Aber es ist ja zum Besten.

    Herzlich
    Familie Reuters
  • Die lang gesuchte Kohlenstoffsenke

    15.08.2008, Karl Bednarik
    Sinken abgestorbene Algen auf den Meeresboden, werden sie von Bakterien zersetzt. Dabei wird Sauerstoff verbraucht, und der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt.

    Solange noch Sauerstoff vorhanden ist, verarbeiten die Bakterien alle Kohlenstoff-Verbindungen zu Kohlendioxid, so dass die photosynthetische Arbeit der Algen völlig vergeblich war.

    Sobald aber kein freier Sauerstoff mehr vorhanden ist, gibt es nur noch die anaerobe Gärung, bei der sich immer mehr wasserstoffreiche und sauerstoffarme Kohlenstoff-Verbindungen am Meeresgrund ablagern und von Sedimenten bedeckt werden.

    Im tiefen, kalten Ozean wird das entstehende Methan als festes Methan-Hydrat gebunden.

    Nur auf diese Weise kann man das Kohlendioxid dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.

    ******

    Wenn man Wälder anpflanzt, um das Kohlendioxid zu binden, dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem Holz?

    Natürlich darf man das so gewonnene Holz niemals verbrennen, und ebenso darf man dieses Holz auch niemals verrotten, verfaulen, oder sonstwie verstoffwechseln lassen.

    Bei der Herstellung von Bauteilen und Chemieprodukten aus diesem Holz riskiert man, dass nach einiger Zeit obgenanntes dann doch noch passiert.

    Am besten wäre es, das Holz möglichst tief zu vergraben, eventuell erst nach einer Umwandlung zu Holzkohle, die man dann zu Briketts presst, um ihr Volumen zu verringern.

    Irgendwie erinnert mich das an die alten Kohlelagerstätten. Vielleicht könnte man die Braunkohle-Tagebaugruben damit auffüllen.

    Spätere Generationen könnten dann mit diesen neuen Kohlelagerstätten unseren Fehler wiederholen.
  • Was kann ich tun?

    14.08.2008, Beate Händel, C. Santa Catalina Thomas 14, 07141 Pont D`Inca
    Hallo Willie und BOS-Team,

    gestern habe ich Eure zutiefst berührende und zugleich schockierenden Reportage über die bedrohliche Situation der letzten verbleibenden Orang-Utans gesehen. Ich hatte sofort den Wunsch, auch etwas zu tun für diese so liebevollen Wesen und für unsere Natur.

    Meine Frage an Euch: Wie könnte ich mich engagieren? Was gibt es für Möglichkeiten? Eine tolle Idee fände ich, nach Indonesien zu reisen und mit bei Eurem Projekt zu helfen.

    Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen.

    Lieben Gruß

    Beate
  • Meine 28 Jahre mit Spektrum der Wissenschaft

    14.08.2008, Karl Eitzenberger
    Herzlichen Glückwunsch an das Team von Spektrum der Wissenschaft!

    30 Jahre, ein respektables Jubiläum und davon immerhin 28 Jahre mit mir.

    Mein erstes Heft ist vom November 1978, das Abonnement habe ich mir ab 1980 geleistet. Damals war ich in der Ausbildung im 3. Lehrjahr und erhielt eine monatliche Vergütung von 355 DM.

    Es war keine leichte Kost, durch manche Artikel musste ich mich durchquälen. Trotzdem kam es für mich nie infrage, auf alternative "wissenschaftliche" Zeitschriften umzusteigen.

    Nachhaltig beeindruckt hat mich aber ein "einfacher" alltäglicher Artikel: Im Februarheft von 1984 wurde die Aerodynamik von Muskelkraft-Fahrzeugen behandelt. Ausgehend von diesem Beitrag habe ich mich weiter mit diesem Thema und Solarfahrzeugen beschäftigt.

    Aus Ihren Buchrezensionen habe ich die schönsten und interessantesten Bücher in meinem Bücherregal. Es gibt Artikel, die habe ich inzwischen mehrfach gelesen, aber es gibt auch Hefte, die habe ich nur kurz durchgeblättert.

    Mehrfach wollte ich schon das Abonnement kündigen, aber mittlerweile gehören bereits meine Kinder zu den Lesern. Und wie zu Beginn ist das Geld knapp, der Hausbau und das Studium der Kinder kosten Zeit und Geld.

    Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf die Jubiläumsausgabe.

    Viele Grüße an das Team,

    Karl Eitzenberger
  • Lobgesang mit kleiner Dissonanz

    14.08.2008, Dr. Dieter Schmid, Stauden 15, 83730 Fischbachau
    Verehrte Redaktion

    was ich von Ihrer Zeitschrift halte, können Sie daraus ersehen, dass ich nicht nur "Abonnent der ersten Nummer" geblieben bin, sondern auch einige laufende Meter Regal für die - in meinem Fall wirklich komplette
    - Sammlung aller bisher erschienenen Ausgaben verwende.

    Aus der ersten Zeit stammte auch ein Leserbrief von mir (Heft 9, September 1983 - damals noch unter anderer Anschrift), in dem in etwa das Gleiche steht, was ich auch heute noch zum mittlerweile stark veränderten SPEKTRUM sagen würde. Mit einer kleinen Ergänzung, weil Ihre Redaktion damals eine Anregung von mir gestrichen hatte, in der ich vorschlug, möglichst oft auch Ergebnisse aus den Verhaltenswissenschaften zu publizieren.

    Mittlerweile haben Sie genau das öfter getan; aber in einem bestimmten Fall mit einem für mich einfach nicht nachvollziehbaren "Understatement". Der in meinen Augen gesellschaftlich bedeutsamste Artikel, den ich im Journal bisher gelesen habe, fand sich nämlich in der Ausgabe Mai 2004 unter dem Titel "Märkte im Labor". Er hat sehr viel mit menschlichem Verhalten zu tun - der Autor Ruffieux macht das sogar mit echten Experimenten, also wissenschaftlich ",sauber".

    Und das Ergebnis, das Sie auch ganz nüchtern gedruckt haben, sagt in einfachen Worten, dass es keine "Finanzmärkte" gibt! Weil dort eben nicht der optimale Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage gebildet wird, sondern Wetten auf die Erwartungen Dritter (das heißt prinzipiell nach oben unbegrenzt) geschlossen werden!

    Diese Arbeit ist angesichts der heutigen Globalisierung der Finanzwelt und damit des Fundaments unserer politischen Gesellschaftskonstrukte derart grundstürzend und fundamental, dass sie meinem damals an Sie ausgesprochenen Lob geradezu den "experimental proof" geliefert hätte.

    Ich darf auszugsweise zitieren "... erfüllen Sie damit eine Pflicht, der sich die Wissenschaft, jedenfalls die europäische "Science" im engeren Sinn, bisher weitgehend entzogen hat: heutiges Wissen als Entscheidungsgrundlage für Poltik allgemeinverständlich verfügbar zu machen." (Zitat Ende)

    Und warum eine "kleine Dissonanz"? Weil ich bis heute den Verdacht nicht loswerde, dass nicht einmal Sie selber begriffen haben, was Sie da unter die Leute brachten. Nachdem Sie ansonsten ja durchaus wichtige Inhalte sowohl intern als auch durch weitere korrespondierende Artikel sehr wohl "in die öffentliche Debatte bringen".

    Aber dennoch aus ganzem Herzen: Gratulation zum Dreissigsten und "weiter so"


    Ihr Leser D. Schmid
  • Index - grafische Darstellung

    13.08.2008, wolfgang fischer, baureith 1, a-4160 schlägl
    Ich frage mich, ob es absicht ist, dass der index auf der seite 56 und der seite 57 als fläche dargestellt wird.

    Eine definition oder erläuterung des index wäre auch fein.

    Insgesamt gefällt mir der artikel sehr gut!
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors



    Der AMO- beziehungsweise PDO-Index in den beiden Abbildungen wird durch die Kurve wiedergegeben. Dass die Fläche darunter farbig hinterlegt wurde, hat rein graphisch-optische Gründe.



    Die Ermittlung des AMO-Index beruht auf der Zeitreihe der Meeresoberflächentemperaturen im Atlantik, zwischen 25 und 60 Grad Nord und zwischen 7 und 75 Grad West. Vom Mittelwert zieht man die globale Durchschnittstemperatur der Ozeanoberfläche ab (Trendbereinigung). Das Ergebnis ist der AMO-Index in Grad Celsius Temperaturabweichung.



    Um den PDO-Index zu ermitteln, wird zunächst die Zeitreihe der Meeresoberflächentemperaturen im Pazifik mathematisch in verschiedene "Moden" zerlegt (das ist die sogenannte EOF-Analyse) - diese Moden sind Temperaturmuster, die unterschiedlich schwanken. Die Überlagerung der schwankenden Muster ergibt die beobachteten Temperaturwerte. Die Zeitreihe des Koeffizienten des wichtigsten Schwankungsmusters entspricht dem PDO-Index.



    Die Indizes für die beiden Oszillationen werden auch manchmal auf andere Weise berechnet. Mir erschienen aber die verwendeten Größen als die besten, zumal in beiden Fällen der gleiche Datensatz der globalen Meerestemperaturen zugrunde lag (ERSST, von der Behörde NOAA).
  • Schwarzes Loch

    13.08.2008, U. Heemann
    Sicher ist richtig, dass trotz ständigen Bombardements mit extrem hochenergetischen Teilchen aus dem All die Erde bisher noch nicht in einem Schwarzen Loch verschwunden ist. Allerdings ist der Impuls der entstehenden Teilchen so groß und gerichtet, dass eventuelle Mini-Schwarze-Löcher die gesamte Erde ohne nennenswerte Wechselwirkung mit der Materie durchdringen und somit auch ohne Wiederkehr verlassen würden. Bei der Kollision zweier gleichschneller Teilchen aus entgegengesetzter Richtung ist das aber keineswegs garantiert, da der resultierende Gesamtimpuls Null wäre. Die Verdampfungstheorie für schwarze Löcher mag so überzeugend sein, dass ernsthafte Zweifel daran nicht angebracht sind. Doch scheint mir selbst ein kleiner Restzweifel angesichts der zu erwartenden Konsequenzen immer noch zu hoch, als dass man diese ohne experimentelle Sicherheit eingehen dürfte. Selbst durch eine winzige Neigung der beiden zusammentreffenden Strahlen ließe sich eine hinreichende gerichtete Geschwindigkeit der Bruchstücke garantieren, so dass sie in jedem Fall die Fluchtgeschwindigkeit der Erde überschreiten. Dies mag von den Vertretern dieser Experimente als unnötig erachtet werden, aber selbst das negative Renommee, das in der "ängstlichen" Öffentlichkeit aufgebaut wird, sollte schon als Rechtfertigung für eine solche Maßnahme ausreichend sein.