Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Stimmt das? Und wenn ja, was?

    16.10.2014, Ulrich Heemann
    Sie schreiben, dass die Lebenserwartung um 3 Stunden pro Jahr wächst. Man braucht eine ziemlich hohe Präzision der Datenerfassung, um so etwas überhaupt zu bemerken. Richtiger wären wohl 3 Stunden pro Tag. Im Titel schreiben Sie aber: 3 Stunden pro Euro!
    Was denn nun? Oder stimmt beides?
    Ich weiß es nicht!
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Heemann, vielen Dank für Ihre Nachfrage. Die Veranschaulichung der Forscher ist leider nicht ganz simpel geraten, es geht tatsächlich um Pro-Kopf-, Pro-Jahr- und Pro-Euro-Werte. Wie ich die Forscher verstehe, schlägt sich jeder Euro, um den die Pro-Kopf-Ausgaben stiegen, nicht nur einmal, sondern auch in den Folgejahren in der Bilanz nieder. D.h., er lässt die Lebenserwartung nicht nur einmal um drei Stunden steigen, sondern eben "jährlich".

    Ich habe den ersten Absatz umformuliert, in der Hoffnung, das etwas klarer zu machen.

    Mit besten Grüßen, jd / Redaktion

  • ...und das Vakuum

    15.10.2014, Uwe Zimmermann, Ph.D.
    60 Lumen pro Watt haben heutige kommerzielle LEDs schon längst überschritten, der Rekord liegt derzeit bei 300 Lumen pro Watt für kaltweisse LEDs. Und in dem angegebenen Artikel verwenden die Forscher einen grünen Leuchtstoff - wissentlich, dass sich im grünen Licht prinzipiell die höchsten Lumen-pro-Watt-Werte erreichen lassen.

    Kein Zweifel, dass es für die kalte Feldemission eine breite Anwendung geben wird - schon seit längerem gibt es Röntgenröhren, die auf diesem Prinzip beruhen, und auch die Elektronenkanone aktueller Elektronenmikroskope basiert auf dieser Technik.

    Die Umwandlung der Energie hochenergetischer Elektronen in Licht stellt allerdings hohe Anforderungen. Das von den Forschern vorgestellte Panel benötigt eine Beschleunigungs- und damit Betriebsspannung von 4000 V. Dies führt unweigerlich dazu, dass ein Teil der zugeführten elektrischen Leistung in (weiche) Röntgenstrahlung umgewandelt wird - diese lässt sich sicherlich wie in der guten alten Fernsehbildröhre im Frontglas wegfiltern, muss aber beachtet werden.

    Ausserdem benötigt das System ein Vakuum im Panel. Nun gut, Unterdruck hatten wir auch in der guten, alten Glühbirne und erst recht in der Fernsehbildröhre, ohne, dass dies der Lebensdauer dieser Geräte geschadet hätte. Bei flachen Panelen, wie den hier angestrebten, bedeutet dies aber eine ungeheure Flächenlast, die versuchen wird, das Panel in Mitte einzudrücken, sofern man nicht von Innen durch entsprechende Stützen entgegenwirkt. Als Material kommen hier auch wirklich nur Glas, Keramik und an einigen Stellen Metalle in Frage - dies führt zu eine erheblich höheren Gewicht pro Fläche, verglichen mit den ebenfalls für die Zukunft angekündigten OLED-Panelen, die teilweise aus Kunstofffolien bestehen können, oder Punktlichtquellen wie die am Markt befindlichen LED-Leuchtmittel bzw. die gute alte Glühbirne (mit oder ohne Zusatz von Halogenen).
  • Einspruch

    14.10.2014, Dr. Edgar Dahl
    Zwischen der gegenwärtigen Kampagne "Mein Ende gehört mir!" und der damaligen Politik der "Vernichtung lebensunwerten Lebens" liegen ja wohl Welten!
  • Gerontologische Zeitraserei und Alterstristesse

    14.10.2014, Oliver Harder, München
    Die zunehmenden Monotonie des Daseins ist gemäß dem besagten Beitrag ursächlich für ex post beschleunigt empfundene Zeitverläufe im fortgeschrittenem Lebensalter (S. 26). Andererseits führt hier beim aktuellen Zeiterleben explizit die Eintönigkeit physischer Selbstreflektion zur gefühlten temporalen Dehnung. So mag sich an Stelle der gerontologischen Zeitraserei eher langlebige Langeweile einstellen. Unabhängig davon, ob man dieser etwas eigenwilligen Einwendung folgt, möchte ich mit dem von mir als relative Zeiterfahrung bezeichneten Ansatz ein weiteres, eher pragmatisches Verständnis zur senilen Zeitflucht vorschlagen: Je länger die Lebensspanne, desto weniger fallen in Relation dazu kurze, weitere Perioden ins Gewicht. Mögen bei einem Teenager wenige Jahre noch einen erheblichen Prozentsatz an der memorierten Lebenszeit jenseits der diesbezüglich kaum manifestierten frühkindlichen Erinnerungen ausmachen, schrumpft dieser Anteil mit zunehmenden Alter. Die empfundene Dauer eines vorangegangenen Abschnitts bemisst sich danach stets am Verhältnis, wie dieser zur aktuellen Gesamtlebenszeit – eben zur erworbenen Zeiterfahrung - steht. Umso kleiner diese Relation, desto tendenziell schneller scheint die betreffende Periode vergangen zu sein. – Analog dem Multimillionär, dessen gefühlter Wohlstand durch die nächste Million, verglichen zu seiner ersten, weniger anwächst. -
    Wäre bei der Erklärung des fraglichen Phänomens diese formal gut handhabbare These nicht ein brauchbarer Mitspieler für die im Artikel postulierte Alterstristesse?
  • Ziemlich naiv die Erwartung, das Suizidbeihilfe kontrolliert werden könnte

    14.10.2014, Andreas Topp
    In den Niederlande gibt es auch auf dem Papier strenge Regelungen zur assistierten Sterbehilfe bzw. Euthanasie. Dort steigt die Zahl der Tötungen rasant (http://www.cdl-rlp.de/Unsere_Arbeit/Sterbehilfe/Sterbehilfe-in-Holland.html).
    Untersuchungen aus den 90ern zeigen, daß ein Fünftel aller " Fälle ärztlich zugelassener, aktiver und zielgerichteter Lebensbeendigung" ohne ausdrücklichen Wunsch der Patienten erfolgte. (http://www.imabe.org/index.php?id=421). Ich habe gehört, daß in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen die Nachfrage von Niederländern nach Plätzen in Seniorenheimen signifikant gestiegen ist, denn noch halten bei uns die Dämme. Das erscheint mir vor dem Hintergrund der obigen Informationen auch glaubwürdig.
    Wenn das aber auch in Deutschland anfängt, dann frage ich mich, wohin ich mich bald flüchten muß, um in Ruhe alt sein zu dürfen und in Würde sterben zu dürfen. Ins katholische Polen? Ins katholische Argentinien? Bei meinen schlechten Fremdsprachenkenntnissen und geringen Ersparnissen keine angenehme Perspektive.
  • Mein Leben, mein Sterben, meine Entscheidung, Beitrag in SdW Kommentar vom 13.10.2014

    13.10.2014, Olaf Lezinsky
    Es klingt alles so einfühlsam und verständlich. Und doch bleibt das flaue Gefühl. Leben früher als nötig beenden? Ist man unproduktiv, wenn man nichts mehr zum Wirtschaftskreislauf beiträgt? Fällt man andern nur zur Last? Nehmen wir nur noch das Schicksal in die eigene Hand? Entsorgung?

    Mir fällt dazu immer die berühmte Predigt von Kardinal von Galen vom 3.8.1941 und dort eine bestimmte Stelle ein:

    "Seit einigen Monaten hören wir Berichte, dass aus Heil- und Pflegeanstalten für Geisteskranke auf Anordnung von Berlin Pfleglinge, die schon länger krank sind und vielleicht unheilbar erscheinen, zwangsweise abgeführt werden. Regelmässig erhalten dann die Angehörigen nach kurzer Zeit die Mitteilung, der Kranke sei verstorben, die Leiche sei verbrannt, die Asche könne abgeliefert werden. Allgemein herrscht der an Sicherheit grenzende Verdacht, dass diese zahlreichen unerwarteten Todesfälle von Geisteskranken nicht von selbst eintreten, sondern absichtlich herbeigeführt werden, dass man dabei jener Lehre folgt, die behauptet, man dürfe so genannt lebensunwertes Leben vernichten, also unschuldige Menschen töten, wenn man meint, ihr Leben sei für Volk und Staat nichts mehr wert. Eine furchtbare Lehre, die die Ermordung Unschuldiger rechtfertigen will, die die gewaltsame Tötung der nicht mehr arbeitsfähigen Invaliden, Krüppel, unheilbar Kranken, Altersschwachen grundsätzlich freigibt!" ( http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/599.html )

    Erledigen wir bald willig selber, was damals die Barbaren heimlich getan haben?
  • Schoene Radio-Lehrstunde fuer Kinder

    13.10.2014, Joerg Haehn
    Natuerlich ist dieser fuer Kinder gedachte Radio-Bastelbausatz in keiner Weise mit dem Original Grundig Empfaenger aus 1952 zu vergleichen. Dennoch vermittelt er auf einfache Weise Grundlagen, die heutzutage wahrscheinlich die wenigstens Menschen (insbesondere Kinder) kennen. Das Retro-Gehaeuse ist also mehr oder weniger ein Gag. Dennoch alles in allem, insbesondere mit dem informativen Begleitbuch, eine gelungene Einfuehrung in die Welt der Radiotechnik und eine gute Idee des Franzis-Verlags, der ja auch in der Vergangenheit mit ausgereiften und guten Publikationen zum Thema ein Stueck Radiogeschichte mitschrieb.
  • Was bitte soll die Überschrift??

    13.10.2014, dirk w.
    Weder hanelt es sich beim sog. Vierländereck um eine Fracking-Region, noch ist Fracking die Ursache für die dortigen Methanausstöße.
    Im Gegenteil können neuartige Fördertechniken dafür verwendet werden, um das ausströmende Methan der Kohleflöze vorher zu fördern und zu nutzen, statt es in die Luft entweichen zu lassen.

    Solche Überschriften mögen zwar schön reisserisch sein, sind aber unseriös!
  • Person und Sache trennen

    12.10.2014, P. Lampel
    Der Rezensent äußert sich leider überhaupt nicht zu der von Herrn Unzicker vorgebrachten Kritik, sondern er greift ihn persönlich an. Das trägt nicht zu einer sachlichen Debatte bei und ist im Übrigen ganz schlechter Stil. Schade. Ich hätte von Spektrum der Wissenschaft mehr erwartet.
  • Letzte Wahrheit

    12.10.2014, Franz Trittner
    Von einer Seite auf so hohem Niveau...beidseitig, und auf der anderen Seite noch immer auf dem primitivsten "Boden"..., "mensch", das Wort ist noch leer... Natürlich aus der tiefsten kosmischen Logik, beschrieben durch die einigen Hieroglyphen...
  • Fake

    11.10.2014, Kronberg
    Die Überschrift dieses Artikels ist zwar sachlich offenbar nicht falsch, weckt aber die im Artikel negierte Assoziation, Fracking sei schuld an der Methanwolke. Das ist die Art Desinformation, die geeignet ist, in der Bevölkerung Hysterien zu wecken, auf Grund deren eine sachliche Information nicht mehr möglich ist.
  • Bravo!

    11.10.2014, Kronberg
    Diesem Artikel ist nichts weiter hinzuzufügen.
  • Was problematisch ist, ist automatisch schlecht?

    10.10.2014, Roland Schröder
    Selbstverständlich sind nicht alle Noten gerecht. Und wie ist das mit den Worturteilen? Genau genommen müsste anlässlich dieser Argumentation doch jegliches Urteil unterbleiben, weil die Gefahr besteht, das es ganz oder teilweise unzutreffend sein könnte.
    Viele Argumentationen, die hier angeführt werden, wirken ein wenig widersprüchlich.
    Von Schülern, die nie benotet wurden heißt es da: "Bei den zentralen Abiturprüfungen in Niedersachsen zählen die Schüler zu den besten fünf Prozent." Wie wurde das den herausgefunden, wenn nicht mit irgendeinem (ganz sicher problematischen) Bewertungsmaßstab?
    Oder: "Einige Bundesländer stellen inzwischen den Schulen bis zur 9. Klasse frei, ob sie Noten geben wollen oder nicht." Und was kommt dann? Doch nicht etwa Noten? Und wenn doch - warum eigentlich?
    Alles in allem stimme ich Josef Kraus zu. Der bleibt wenigstens - verglichen mit all den Heilslehrern und Anwälten der niemals erreichbaren Gerechtigkeit - auf dem Teppich.
  • Note sind nicht nur Rückmeldung, sondern auch Prognose

    10.10.2014, Marcus Gröber
    Ein Aspekt verdient meiner Meinung nach noch besondere Erwähnung: Schulnoten stellen in Wirklichkeit nicht nur eine Rückmeldung über den bisherigen Lernfortschritt dar, sondern werden gleichzeitig auch zur Prognose zukünftiger Leistungen genutzt:

    Sowohl bei der Wahl der weiterführenden Schule als auch am Ende der Schulzeit dienen die Noten auch dazu, die voraussichtliche Eignung für eine bestimmte Laufbahn zu beurteilen.

    Damit entsteht ein möglicher Zielkonflikt, wenn einerseits vor allem rückblickend das Erreichte gewürdigt werden soll, aber die Zensur gleichzeitig auch über zukünftige Chancen entscheidet (und daher die "Tendenz" mehr oder weniger stark einfließen müsste).

    Vor diesem Hintergrund scheint die Empfehlung, Noten nicht zur Aufstellung einer "Rangreihe" zu verwenden, fast schon naiv zu sein, denn spätestens beim Numerus Clausus wird ganz exakt das gemacht.

    Wäre es eine Alternative, Noten nur schulintern und vertraulich für klare Rückmeldungen zu verwenden (so dass sie ohne Rücksicht auf zukünftige Folgen und ohne den Zwang zur landesweiten Vergleichbarkeit gegeben werden können) und den zukünftigen Arbeitgebern bzw. Unis die Durchführung eigener Eingangstests mit dem erklärten Ziel einer Erfolgsprognose zu empfehlen?
  • BOINC

    10.10.2014, Patrick
    Ich finde die Idee hinter BOINC klasse. Es ist ein innovativer Ansatz- eine Art Spenden 2.0.
    Es gibt mittlerweile auch die virtuelle Währung Gridcoin, die BOINC unterstützt. So kann man Geld verdienen und den Menschen etwas zurückgeben. Das sind wirklich tolle Ansätze, die meinen Respekt verdienen. Weiter so!