Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Lieber Herr Baumschlager,

    29.12.2017, Jochen H.
    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." - Ob nun Einstein oder Perls das gesagt hat, ist eigentlich nicht wichtig. Viel wichtiger ist dagegen die Erkenntnis, dass das menschliche Gehirn, die von Ihnen gelobte menschliche Intelligenz, mit weniger als 30 Watt auskommt, während wir mehr als 3x so viel Energie als "heiße Luft" von uns geben. Der maximale Energieverbrauch der Menschheit und die Ressource Uran haben ein Limit - regenerative Energien haben dies nicht, darum sind sie ja regenerativ - ich bin absolut kein Fan des Maisanbaus zur Biovergasung aber die einzig flächenVERbrauchende Energie, ist für mich die Atomkraft, weil hier jeder Meter eines Endlagers für die nächsten 40.000 Jahre unwiederbringlich verloren ist, während sich ein Maisfeld und sogar ein Tagebau relativ schnell restaurieren lassen. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was an der Atomtechnik so "vornehm" sein soll - Uranminenarbeiter sind mindestens so dreckig wie unsere hiesigen Kohle-Kumpel, ebenso schleierhaft ist mir Ihre Aussage, "Schön zu sehen, dass sich am Ende doch die Vernunft gegen diese ganzen weltanschaulich bedingten Geneigtheiten durchsetzt [...]".
    1. Einige der beschriebenen Reaktor-Ideen sind 70 Jahre alt, die Forschung daran wurde nie (völlig) eingestellt, weshalb auch die Umsetzung garantiert nicht an "weltanschaulich bedingten Geneigtheiten" scheiterte.
    2. Wären die Menschen vernünftig, würden sie lernen regenerative Energien sinnvoller und zielgerichteter zu verbrauchen, anstatt darüber nachzudenken, fossile Energieträger "weniger lebensgefährlich" zu verheizen.
    3. Außer dem SFR (und auch der nur in der Theorie) löst keine der beschriebenen Techniken, das Problem des hochradioaktiven Abfalls. Im Gegenteil, die erzeugten Abfallprodukte, sind teilweise noch gefährlicher und unkontrollierbarer als die schon bisher anfallenden Nebenprodukte.
    Meine Ablehnung gegenüber der Atomkraft entspringt keiner politischen Gesinnung, wenn irgendjemand den Stein der Weisen oder das Perpetuum mobile der Energiegewinnung erfindet, immer her damit - aber die Atomkraft wurde schon einmal weltweit über den grünen Klee gelobt und uns als Eierlegendewollmilchsau verkauft, man möge mir meine anhaltende Skepsis diesbezüglich also verzeihen.
  • Wir brauchen eine Wiedergeburt des klassischen Liberalismus

    29.12.2017, Tommy Casagrande
    In einem Punkt muss ich Frau Yangyang Cheng widersprechen. Es ist sicherlich KEIN Neokolonialismus, wenn ein Teilchenbeschleuniger in China gebaut würde. Mit einem solchen Vergleich, der keiner ist, redet man den echten Kolonialismus, der wirklich ein Übel gewesen ist, klein.

    Sie hat auch durchaus Recht mit ihrer Kritik an China, aber sie tendiert fast dazu, den Westen zu idealisieren. Die westliche Freiheit gibt es nur im Vergleich mit den autoritären Systemen dieser Welt. Schaut man genauer hin, nimmt seit Jahrzehnten die Freiheit im Westen ab. Im Grunde hat sich die Welt in ihrer Unfreiheit angenähert und darum entstehen überall Krisen und gesellschaftliche Spannungen.

    Es gibt kaum noch einen Ort der individuellen Freiheit. Für echten Liberalismus, für die Ansichten von Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Murray Newton Rothbard oder Stefan Blankertz steht niemand ein oder auf. Niemand fordert, dass die Menschen ein natürliches Recht darauf haben, frei zu sein vor der Gewalt eines Staates.

    Staaten, ob demokratisch oder nicht, knechten die Menschen. Der Grad ihrer Knechtung unterscheidet sich. Was die Welt bräuchte wäre ein zweites 1776.
    Freie Individuen, freier Kapitalismus, gesellschaftspolitische und ökonomische Freiheit, freies wertbeständiges Geld, freie Banken, alles was ermöglicht, dass Menschen sozial und ökonomisch selbstbestimmt leben und wachsen können. All das existiert nicht mehr oder nur noch in Form von Resteessen.
    Und jetzt geifern die beiden Blöcke - Westen durch NATO und der Osten durch Russland, China, Türkei etc. um den Block, welcher der Welt die Regeln aufstülpt. Da muss man hoffen, dass es nicht in einem 3. Weltkrieg mündet.
    Wir brauchen eine Renaissance des klassischen Liberalismus und müssen die Vorurteile abschütteln die von linken und rechten Staatsvergötterern propagiert wurden. Denn deren in Konsequenz autoritäre Gesellschaft würde uns die individuelle Freiheit rauben und wir befänden uns in einem totalitären System westlicher Prägung wieder. Würden wir dann nach China schauen, dann nur durch unsere eigenen Gitterstäbe.

    Mir persönlich behagt es darum nicht, wenn wir auf China schauen und anprangern, welche Übel es dort gibt. Wir könnten jedes Land dieser Erde aufgrund dessen Übel anprangern. Aber wir sollten den Dreck vor unserer eigenen Haustüre aufkehren anstatt ideologischer Propaganda zu verfallen. Wir selbst sind nicht so frei, wie wir es gerne wären. Wir haben genug Unfreiheit im eigenem Lande und wenn wir sie abbauen, müssen wir den Staat an jedem Eck und an jedem Ende abbauen, sodass auch Lobbyismus keinen Anreiz mehr darstellt, weil der Staat entmachtet wird aufgrund der schwindenden Kompetenzen. Nur dann, kann der Westen sein Versprechen auf ein freies Leben erfüllen. Was ein starker Staat bedeutet, zeigen China, Russland und andere.

    Ein schwacher Staat hat starke Menschen und starke Gesellschaften. Starke Staaten haben schwache Menschen und schwache Gesellschaften. Ein Schwacher Staat hat eine starke Zivilgesellschaft. Starke Staaten haben eine schwache Zivilgesellschaft.

    China setzt auf ein korporatistisches Wirtschaftssystem indem es die wirtschaftlichen Freiheiten dort erweitert, wo es beobachtet, dass der Westen die wirtschaftlichen Freiheiten einschränkt. Das heißt, der Westen ist selber schuld. Wenn der Westen seine wirtschaftlichen Freiheiten opfert, dann opfert er zugleich die individuelle Freiheit und Selbstbestimmung der im Westen lebenden Menschen, die anstatt arbeitslos oder arm trotz Arbeit viel lieber Schmied ihres eigenen Glückes und Teil einer Chancengesellschaft wären, die Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Die Reaktion auf diesen Frust ist ein autoritärer Rechtspopulismus der in Europa auch noch die letzten Freiheitsreste ausradiert und sich in vielerlei dem chinesischen, dem russischen und dem türkischen Modell annähert.

    Was ich zu China noch sagen will. Wie Ludwig von Mises es schon sagte, muss sich die chinesische Regierung entscheiden ob sie ihre Gesellschaft zugrunde richten will oder nicht. Es gibt einen Punkt, an dem sie entscheiden muss, ob sie Eingriffe in das wirtschaftliche Gefüge unterlässt und zulässt, dass die marktwirtschaftlichen Regeln gelten, was im Laufe der Zeit dazu führt, dass die wachsende Mittelschicht auch politische Rechte einfordert, oder aber, die staatlichen Eingriffe wachsen und sorgen für Unmut bei den Verlierern der staatlichen Eingriffe und dann ist das chinesische System vor Umsturz bedroht, was die Herrschenden veranlasst, noch autoritärer zu werden. Im Grunde kann sich dieses System nicht dauerhaft halten. Es zerfällt von innen. Die freie Marktwirtschaft, die es nirgendwo auf der Welt wirklich gibt, und in China schon gar nicht, ist das einzig dauerhaft durchführbare gesellschaftliche Organisationsmodell. Alles andere geht früher oder später zugrunde, mit oftmals großem Leid und politischen Umwälzungen.

    Nach dem Motto: Sei selbst die Veränderung, die du dir in der Welt wünscht, hoffe ich, dass der Westen sich vorbildhaft verändern könnte und zu einem Ort der individuellen Freiheit, der Freiheitsrechte der Menschen und der wirtschaftlichen Freiheit würde, mit der Absicht auf Frieden. Freiheit, Frieden und Wohlstand gehören untrennbar zusammen.
    Dann wäre China automatisch unter Druck, weil viele Chinesen ihre Zukunft im Westen suchen würden, weil überhaupt viele Menschen ihre Zukunft im Westen suchen würden und es viel weniger Ausländerhass gäbe, wenn durch einen freien Kapitalismus jeder eine Chance hätte, denn dann könnte kein Neid entstehen, durch den ein anderer Schuld an der eigenen Situation bekommt. Die gesellschaftliche Mentalität wäre toleranter. Das politische System in China wäre unter Druck sich zu ändern. Heute ist es nicht so sehr unter Druck, denn der Westen zerstört sich selbst durch die Zerstörung des Kapitalismus durch staatliche Eingriffe und weil die Zentralbanken den Wert des Geldes hinrichten und dabei Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit und Teuerungen auslösen, mit denen viele Menschen nicht mehr Schritt halten können. Wir stecken dermaßen tief im Mist, dass es eine gewaltige Änderung benötigt. Aber es liegt an uns. Wenn wir das System ändern wollen, müssen wir erst die richtige Theorie anwenden - den klassischen Liberalismus - und dann enormen Druck erzeugen und Netzwerke bilden. Ohne die einmütige Überzeugung des Volkes oder vieler im Volk, in diese Richtung einen Wandel anzustreben, wird alles nur noch schlimmer. Und dann erscheint das chinesische System automatisch als ein Segen, dem man sich gerne unterwirft.
  • Sport hat wenig Einfluss?

    29.12.2017, Uwe
    Ich fand die Aussage, dass Sport kaum Einfluss hat und der Leistungsumsatz gesenkt wird, intuitiv unverständlich. Ich kenne das von mir selbst, dass ich erheblich weniger esse, wenn ich bspw. am Wochenende den ganzen Tag zu Hause bin und einfach faulenze. Offenkundig brauche ich an solchen Tagen erheblich weniger Nahrung. Genauso wie ich durch Sport erheblich mehr esse. ;)

    Ich habe mir daher die Studie von Pontzer angesehen. Da dort zu wenige Informationen enthalten waren, habe ich mir außerdem die darin referenzierten Studien für die Daten zum Menschen angesehen (die verweisen alle auf nur eine einzige Studie, nämlich Westerterp et al., 1992).

    Guckt man sich die Daten dort näher an, stellt man fest, dass der Energieumsatz durch die Aufnahme von Sport sehr wohl steigt, und zwar "deutlich". (In der Studie wurden Menschen ausgewählt, die vorher kaum/keinen Sport betrieben haben)
    Festzuhalten ist aber in der Tat, dass der Energieumsatz durch mehr Sport nicht so sehr stieg, wie man das intuitiv erwartet hätte. Leider sind in der Studie nur sehr wenige Daten vorhanden. 4 Männer und 2 Frauen mit nur zwei Messzeitpunkten (Anfang+Ende) und weitere 4 Männer und 3 Frauen mit 2 zusätzlichen (zwischendurch).
    Der Energieumsatz schwankt sehr stark bei den Zwischenwerten, es gibt leider auch keine objektive Angabe, wie hoch die Belastung zum zugehörigen Energieumsatz war. Sieht man sich eine weitere Studie an, von der der Trainingsplan stammt (Meijer et. al. 1991), wird zumindest der letztere Makel behoben. Und auf einmal sieht man, dass der Energieumsatz mit steigender Belastung weiter steigt.

    Mag sein, dass er nicht linear ansteigt (additiv), sondern dass wirklich ein gewisser Ausgleich stattfindet (constrained). Woran das liegt, mag ich nicht zu sagen, aber Ausgleich zu produzierender Wärme oder Bewegungseffizienz (wie weiter oben in Kommentaren erwähnt) klingen erst einmal nicht schlecht. Ebenso haben einige der Probanden deutlich abgenommen im Untersuchungszeitraum.

    Für mich heißt das aber nicht, dass Sport nicht (wesentlich) zum Abnehmen beiträgt. Für mich heißt das einfach, dass da schlampig gearbeitet wurde und zu schnell eine Schlussfolgerung gezogen wurde. Pontzer schreibt es zwar auch in seiner älteren Studie am Ende (2015a), dass mehr Arbeit nötig ist. Aber bei seiner Schlussfolgerung hat er es sich - aus meiner Sicht - zu leicht gemacht.

    Ebenso ist aus meiner Sicht "klar", dass der Körper gar nicht besonders viel abschalten kann. Reduktion anderer Energieverbraucher? Bspw. das Immunsystem runterfahren? Müsste es dann nicht längst Studien geben, die zeigen, dass sportlich aktive Menschen häufiger krank sind? Aber gibt es nicht Statistiken und Studien, die genau das Gegenteil zeigen? Oder wären sportliche aktive Menschen dann geistig weniger leistungsfähig? Aber gibt es nicht Studien, die die positive Wirkung von Sport auf die geistige Leistungsfähigkeit zeigen?

    Was natürlich gut sein kann, und auch bekannt ist: Bspw. ist das Immunsystem durch/nach Sport geschwächt. Der Körper fährt bei hoher Belastung gewisse Systeme runter, da nicht alles gleichzeitig voll versorgt werden kann. Bis er die Systeme wieder hochfährt, wird es vmtl. einige Stunden dauern. Dabei entsteht natürlich immanent ein gesenkter Energieverbrauch... Aber dafür braucht es völlig andere Studien - die ich sehr interessiert lesen würde!

    Anmerken muss ich noch, dass ich mir die referenzierten Tierstudien nicht angesehen habe, das hätte mich noch viel mehr Zeit als ohnehin schon gekostet. Zu den Inhalten da will ich also keine Aussage treffen.
  • Aktueller Stand der Erneuerbaren Energie völlig unbekannt???

    28.12.2017, Gunter Häckner
    Beim Durchlesen einiger Beiträge bietet sich ein erschreckendes Unwissen über den erreichten Stand der Erneuerbaren Energien weltweit. Auf die völlige Realitätsferne zur "Renaissance" der Atomtechnik wurde schon eingegangen, auf die Realität der Erneuerbaren Energien noch nicht. Deshalb: Die Kosten für Solarstrom sowohl im Mittleren Osten als auch in Südamerika liegen mittlerweile unter 2 Dollarcent/kWh, in Nordamerika unter 2,5 Cent und in Deutschland unter 5 Eurocent. In Spanien wird derzeit das erste 300 MW PV-Kraftwerk ohne feste Einspeisevergütung gebaut. In diesem Jahr werden über 100 GW PV weltweit gebaut, Gesamtleistung 400 GW (damit erstmals höher als alle AKWs), bei Wind sind es über 500 GW. Flächenproblem??? Selbst Deutschland lässt sich komplett! (mit Wärme und Verkehr) auf eigenem Territorium mit Erneuerbaren Energien versorgen - und zwar sicher zu jeder Stunde des Jahres.(ISET-Kassel, Kombikraftwerk 2) Speicher gibts nicht??? Selbst das kleine Städtchen Haßfurt in Unterfranken kann sich eine Power-to-Gas-Anlage von Siemens leisten um aus Windstrom erneuerbaren Wasserstoff zu machen und ins Erdgasnetz einzuspeichern. Und mein fahrbarer Stromspeicher (Elektroauto) und Heimspeicher (LiON-Batterie) beweisen jeden Tag das Gegenteil.
    Was mir schon so lange Kopfzerbrechen macht: Warum auf der einen Seite so eine überbordende Technikgläubigkeit (Atom) - und andererseits (Erneuerbare) das negieren jeglicher technologischer Möglichkeiten und Potentiale. Ich beschäftige mich seit 25 Jahren mit Wind und Sonne und hätte selbst vor 5 Jahren noch nicht davon geträumt wie weit wir technisch und wirtschaftlich gekommen sind. Glauben Sie es oder nicht: Der Kampf Fossil und Atom gegen Erneuerbare ist entschieden - der Rest sind Atomträumereien einiger weniger Unbelehrbarer...
  • THORIUM

    28.12.2017, Kurt Schäfer
    Ende WW2 und später liefen schon Thoriumreaktoren, die praktisch ungefährlich waren. Allerdings hatten sie für unsere Politiker einen gravierenden "Nachteil": Sie produzieren kein spaltfähiges Material für die Produktion von Atombomben.

    Über diese Art von Kernenergie sollte auch eine Dr. Merkel informiert sein, aber dies wird der Öffentlichkeit vorenthalten! Wer sich darüber informieren will, sehe sich z.B. bei AMAZON den Film THORIUM an. Da kommt einen nur noch das Grausen an, dass wir mit der jetzigen "sauberen" Kernenergie aufgesattelt wurden! Zum Wohle des deutschen Volkes? Alles Meineidschwörer im Parlament!!!
  • SFR schon gesehen

    28.12.2017, Dieter Hinders
    Dieser Reaktortyp ist in Deutschland nicht ganz unbekannt. Ab Anfang der 1970er Jahre wurde in Kalkar am Niederrhein der SNR 300 gebaut, der dann Mitte der 1980er aus politischen Gründen nicht in Betrieb gehen durfte. Dieser Meiler ist wegen seiner vorgesehenen Arbeitsweise auch als schneller Brüter bekannt. Alleine die Verwendung von Natrium hat hier am Niederrhein unabhängig von der Atomtechnologie große Ängste erzeugt. Der Transport der 'erbrüteten' Isotope und deren Aufbereitung an weit entfernten Orten ist in meinen Augen in der heutigen Zeit ein Problem. Ich bin zwar ein Befürworter von Kernkraftwerken, aber man sollte Technologien wählen, die Transporte des radioaktiven Materials auf ein Minimum reduzieren.
    Ich werde übrigens regelmäßig böse, wenn Reaktoren des Tschernobyl-Typs mit deutschen Druckwasser-Reaktoren verglichen werden. Die Handlungsweise der Japaner war meiner Meinung nach sträflich. Man kann einen Reaktor mit fast ungeschützten periphären Anlagen nicht in eine bessere Fabrikhalle stellen.
  • Seriöser Journalismus

    28.12.2017, Gerd Nothhaft
    Natürlich soll ein Journalist neutral sein, aber das kann doch nur richtig sein im Rahmen der recherchierten Fakten. Gerade wir Deutschen haben doch nun so viel in den letzten 100 Jahren erlebt und erleiden müssen. Wie kann man vor dem Hintergrund der Nazigräuel oder der stalinistischen Verbrechen, des Mauerbaus und des Schießbefehls noch in irgend einer Form "linke" oder "rechte" Politik verharmlosen? Noch heute sterben Menschen in aller Welt, weil sie sich für die Demokratie = Volksherrschaft stark machen. Wie kann man seriös auf den perfiden Stolz sogenannter "Nichtwähler" verweisen, ohne genau dieser Gruppe die Gräuel totalitärer Herrscher vor Augen zu führen? Wie kann man Selbstmordattentäter als Glaubenskrieger bezeichnen, wenn sie nichts anderes sind als verblendete und irrgeführte Verbrecher, die unschuldige Menschen, oft Frauen und Kinder morden oder verstümmeln? Meist sogar Mitglieder der eigenen Religionszugehörigkeit?
    Also ich kann mit solchen "Rücksichtsnahmen" nicht einig gehen. Ein Journalist sollte aufrichtig und neutral berichten, aber er sollte schon die Dinge beim richtigen Namen nennen. Ein Mord ist ein Mord und wird nicht durch angeblich politische oder religiöse Motive in etwas Akzeptableres verwandelt. Der Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze war eine Aufforderung zum Mord; der Befehlsgeber, wenn nicht selbst Mittäter, dann doch juristisch gesehen zumindest Beihelfer. Jeder stolze "Nichtwähler" in einer Demokratie versetzt allen, die für die Rechte des Volkes eingetreten sind und dabei ihr Leben lassen mussten und noch lassen müssen, ganz öffentlich schallende Ohrfeigen, ohne von den Medien dafür gerügt zu werden. Ich kann niemanden etwas vorschreiben, aber ich appelliere zumindest an die deutschen Journalisten, sich der Seriosität und der Wahrheit zu verpflichten.
  • Weltweit haben PV und Windkraft die Atomkraft überholt

    28.12.2017, Raimund Kamm
    Jeder, der Atomkraft propagiert, sollte einerseits dafür eintreten und dies voraussetzen, dass die Kernkraftwerke eine risikogerechte Haftpflichtversicherung vorweisen und andrerseits nachweisen, welcher für welche Zeit gefährlich strahlender Atommüll entsteht und wie und wo er für die notwendige Abklingzeit gelagert werden soll.

    Im Übrigen scheint der normale Wettbewerb entschieden zu haben, welche Stromquellen gebaut werden. So hatten wir im Jahr 2000 weltweit 350 Gigawatt Atomkraft und 1 GW Photovoltaik sowie 17 GW Windkraft. Im Jahr 2005 dann 368 GW Atom, 5 GW PV und bereits 59 GW Windkraft. 2010 dann 375 GW Atomkraft, 38 GW PV und 198 GW Windkraft. 2015 dann 383 GW Atomkraft (hiervon muss man jedoch ca. 20 – 35 GW für Kraftwerke in Japan abziehen, die voraussichtlich nie mehr in Betrieb gehen werden), 228 GW PV und 433 GW Windkraft. In 2016 und 2017 werden zusammen etwa 170 GW PV zugebaut werden.
    Quellen IAEA, GWEC, WWEA und RENEWABLES 2017 GLOBAL STATUS REPORT.
  • Low Energy Nuklear Reaktion LENR ("Kalte Fusion")

    28.12.2017, J.K. Gutermuth
    Eine Technologie die nachweislich funktioniert, wird in öffentlichen Medien nicht erwähnt. Wissenschaftler der alten Schule verleugnen und diskreditieren diese Technologie.
    Weltweit, unter anderem von der NASA, wird die LENR bestätigt. Eine Technologie die mit Wasserstoff angereichertem Nickelpulver und ein Katalysator das Energieproblem unserer Zeit lösen kann.
    Diese energietechnische Revolution muss publik gemacht werden. Sie ist sicher, kostengünstig und verfügbar.
    Stattdessen fließen Millionen Fördergelder in die Entwicklung der Heißen Fusion von der niemand weis, ob sie jemals brauchbare Ergebnisse bringt.
  • Gut/schlecht? Neutralität (Berufsethos!) vs. private Meinung! Also: NEIN!

    28.12.2017, Hans Meiser
    Journalisten sind keine PR-Leute! Zumindest sollten sie das nicht sein; leider verschwimmen die Grenzen zusehends.
    Die Bewertungsproblematik wurde oben schon mehrfach angesprochen.
    Ich erwarte von Journo's eine neutrale Haltung (im Sinne von H.-J. Friedrichs berühmter Aussage).
    Seine private Meinung sollte er/sie/es besser für sich behalten, das erhöht die Reputation beim Rezipienten!
    Falls unbedingt die eigene Meinung kundgetan werden muss, dann auf dem Privataccount eines neutralen Mediums (FB/Twitter, eig. Blog etc)
    Ich gebe zu, das ist das IDEAL.

    Praktisch läuft es in der "Elitendemokratie" genau anders: ThinkTanks der globalen/nationalen "Elite" geben die aktuellen Ziele vor, die Medienmacher propagieren diese orchestriert (mehr oder weniger subtil), bestimmen damit die öff. Meinung, welcher die gewählten "Volksvertreter" zu folgen haben.
    Flankiert von Umfrageinstituten und willfährigen "Experten" (die auch nur Teile der "Classe politique" sind), ergibt sich das heutige, traurige Bild der westlichen Demokratie (Ausnahme: Schweiz, z.T. Island).
  • Moderne Atomkraft?

    28.12.2017, Dirki
    Wie weiter oben schon erwähnt wurde basieren Atomkraftwerke mitnichten auf modernen Energiegewinnungsmethoden, sonder sind im Gegenteil hoffnungslos veraltet! Von dem absurden Kosten-Nutzen-Verhältniss will ich gar nicht anfangen! Das große Energiekraftwerk unseres Sonnensystems zeigt uns zudem anschaulich das nicht Kernspaltung sondern Kernfusion das effizienteste und stabilste uns bekannte Energiegewinnungssystem darstellt!
  • Hier kommt die Sonne

    28.12.2017, René B.
    Die vornehmste und beste Energiequelle die uns das Universum zur Verfügung stellt ist zweifelsfrei die Solarenergie. Hat zudem den Vorteil, dass sie sich, anders als Kohle oder Atom, sehr gut dezentral nutzen lässt. Das macht uns zudem unabhängig von den großen Energiekonzernen, aber leider ist dies politisch nicht gewollt, denn die effektivste Lobby ist nach wie vor die Atomlobby.
  • Richtiger Weg

    28.12.2017, Jürgen Christof
    Als in den 60ziger Jahren gegen die Atomenergie Demos gemacht wurden habe ich meinen Vater gefragt was er davon hält. Mein Vater war damals im Kraftwerks Anlagenbau der DDR tätig. Seine Antwort gilt für mich heute noch." Junge,wer gegen die Atomkraft demonstriert,dem würde ich eine Stalllaterne in die Hand geben und ihm sagen das er damit in Zukunft seinen Fernseher, Kühlschrank und Auto betreiben kann." Ich kann dem Artikel nur zustimmen. Ich bin der Meinung das auch deutsche Unternehmen wie Siemens sich wieder an der Forschung und Entwicklung solch sicherer Erzeuger beteiligen sollten. Das Wissen ist ganz sicher vorhanden.
  • Was haben wir bisher erreicht?

    28.12.2017, Markus Fischer
    Wir nennen es Hochtechnik, moderne Atomreaktoren und geben ihnen nette Namen. Derzeit sind es aber immer noch bessere und überteuerte Wasserkocher.
    Nicht mehr nicht weniger. Über die Abfallstoffe rede ich mal besser nicht. Wo könnten wir sein, wenn wir keine so risikoreiche Technik gefördert hätten? Vermutlich sehr viel weiter und wir hätten keine Todesruinen geschaffen.
  • Ich bin von Spektrum enttäuscht

    28.12.2017, Jo
    Da lässt die Redaktion so einen einseitigen, teils sogar grob falschen Artikel einfach so durchgehen.
    Etliches wurde ja schon mal angesprochen, aber nochmal kurz meine Liste:
    - Deutschland ist NICHT auf einem Sonderweg. Die Staaten, die AKWs bauen, sind auf dem Sonderweg, insbesondere, wenn sie keine Nuklearwaffen haben.
    - Die Chinesen beziehen gerade mal zwei Prozent ihrer Elektrizität aus AKWs. Die absoluten Zahlen sind irreführend.
    - Die Versprechungen, dass Typ-IV-Reaktoren billiger und sicherer seien, sind bisher nur heiße Luft. Dort sind in über 10 Jahren nicht mal Prototypen entstanden - IMSR will gerade den ersten bauen. Man muss IMSR (und ähnlichen Firmen) zugestehen, dass es vielleicht sogar klappt - aber der Dampfplaudereikoeffizient bei milliardenschweren Prototypen mit jahrelanger Bauzeit ist bekanntermaßen sehr hoch, man darf also skeptisch bleiben.
    - Wenn 39 Reaktoren in Asien entstehen, dann bleiben für die gesamte restliche Welt 19. Das ist nicht eben viel - der Artikel geht darauf nicht ein. Unausgewogen.
    - Gegen die neu entstehenden Reaktoren müsste man die gegenrechnen, die abgeschaltet werden. Tut der Artikel nicht -> unausgewogen.
    - Die Schweizer sind bei der Atomkraft NICHT an Bord. Der Neubau von AKWs wurde gerade erst per Volksentscheid gesetzlich verboten. Schweizer sind sicherlich im GIF vertreten, aber die forschen da auch nur, oder tragen Fachwissen bei - strategisch ist die Schweizer Beteiligung am GIF jedenfalls nicht, sie können höchstens hoffen, dass der Volksentscheid wieder rückgängig gemacht wird.
    - Unfälle und Störfälle lassen sich auch bei Flüssigsalzreaktoren nicht naturgesetzlich ausschließen, der Artikel weckt da falsche Erwartungen. Manche Risiken entfallen (keine Druckleitungen), andere steigen, teils sogar drastisch (Korrosion). Selbstverständlich schweigen die Nuklearlobbyisten über die steigenden Risiken, so auch dieser Artikel.
    - Dass der sekundäre Natriumkreislauf verhindert, dass bei einem Leck radioaktives Natrium freiwird, ist auch so eine schöne Theorie. Das ist nur dann der Fall, wenn das Leck nicht die Verbindung zwischen den beiden Kreisläufen betrifft - und ob der Sekundärkreislauf auch das Natrium samt all den strahlenden Bestandteilen verkraftet, wenn die Anlage eben wegen des Lecks sowieso nicht plangemäß läuft, wird dann doch zur großen Frage. Und ernsthaft Experimente stellt ja niemand an, das wäre viel zu teuer - stattdessen sammelt man (wieder) Erfahrungen und wendet sie auf die nächste Reaktorgeneration an, was die Kosten dann wieder in die Höhe treiben wird. (Fukushima ist auch nur explodiert, weil man die Lehren aus Three Mile Island ignoriert hat und keine Wasserstoffabsorber aufgestellt hat. Die Sicherheit ist eklig teuer, und wir werden auch bei Generation IV die genauen Kosten erst kennen, wenn die unvermeidlichen Störfälle die nötigen Sicherheitsnachrüstungen nahelegen.)
    - Der Kugelhaufenreaktor (VHTR) ist bereits ausprobiert und gescheitert. Die Grafithüllen werden beim ständigen mechanischen Umlauf beschädigt.
    - Ein Argument zum VHTR ist ganz besonders "witzig": Erst wird die Atomkraft als CO2-arm gelobt, dann wird der VHTR als Instrument zur Kohleveredlung gelobt. Der innere Widerspruch ist Herrn Hummel wohl nicht aufgefallen.
    - Zum LFR kommt irgendwie nichts Positives im Artikel. Ein Reaktor, den man bei einem Störfall nicht abkühlen lassen kann, ist allerdings bedenklich; die Versuchung, Störfälle zu vertuschen, wird viel höher sein als ohnehin schon bei den heute üblichen Reaktoren.
    - Immerhin erwähnt er die Korrosivität der Flüssigsalzreaktoren. Ein Lichtblick.

    Was der Artikel komplett verschweigt: Die Nukleartechnik ist wegen der notwendigen, aber langwierigen Genehmigungs- und Bauverfahren nicht zu schneller Innovation in der Lage. Wir haben hier seit 60 Jahren ungefähr vier Zyklen - in der Mikroelektronik gab es alle anderthalb Jahre einen, bei PV und Windkraft liegen wir bei einer Zykluszeit von unter fünf Jahren.
    D.h. die Nukleartechnik wird von den anderen Energieformen schlicht niederkonkurriert, und wo das nicht schon heute der Fall ist (wie in Hinkley Point), kommt es in einigen Jahren dazu. Offen ist eigentlich nur die Grundversorgung, die noch einiges an Investitionen erfordert; nur: wenn ich mir überlege, wie viele Milliarden für die Nuklearforschung und die Reaktoren nötig werden, sind die Stromspeicher für PV und WKAs geradezu billig.