Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Schiffswracks erhöhen Biodiversität

    22.08.2008, Holger Schoening
    Biodiversität bedeutet grob Artenvielfalt.
    Je unterschiedlicher der Lebensraum, desto mehr ökologische Nischen und desto mehr Arten. Solange nicht der ganze Meeresboden mit Wracks bedeckt ist, bedeutet ein Wrack eine Insel der Andersartigkeit, die Arten Raum bietet, die sonst im weiterem Umfeld keinen Platz hätten. Klar gehen dann die Arten, die vorher da waren, zurück, aber die gibt es ja auch überall sonst auch. Wobei die neuen Arten um das Wrack herum wahrscheinlich seltener sind. Auf einem Riff ist das vielleicht nicht so offensichtlich, aber auf offenem Sand oder Schlammflächen um so mehr.
  • Nicht der kleinste

    22.08.2008, Bernd Gertens, Hamburg
    Hallo,

    die Überschrift ist leider falsch.

    Trichoplax wird einige Millimeter groß, ist also mit bloßem Auge durchaus sichtbar.

    Viele Vielzeller, beispielsweise Rotiferen, sind deutlich kleiner.

    Grüße
    Bernd Gertens
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Gertens,



    vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die Überschrift korrigiert.



    Mit freundlichen Grüßen



    Christian Wolf
  • Falsche Erinnerungen

    21.08.2008, Laura Schneider
    Also wenn Ihre Meldung aus dem Jahr 2005 stimmt, dann ist der gravierende Unterschied, dass beim Erdbeereis kurzfristige Verhaltenseffekte gezeigt wurden. Häufig beeinflussen Laborexperimente Verhalten über Sekunden oder Minuten. Wenn man zeigen kann, dass solche Effekte monatelang anhalten, ist das sehr wohl ein gravierender Unterschied! V.a. wenn man tatsächlich darüber nachdenkt, das Ganze als Diätstrategie zu nutzen: Das wird bekanntlich nichts, wenn man nicht länger als ein paar Tage bei der Stange bleibt.
  • Hilfreiches Vitamin D

    21.08.2008, Claudia Polzin
    Mit großem Interesse habe ich den Artikel über die segensreiche Wirkung von Vitamon D gelesen. Meine Mittagspause werde ich zukünftig seltener im Cafe und öfter im Freien verbringen. Einen ganz kleine Berichtigung hätte ich zu machen: bei der multiplen Sklerose handelt es sich nicht um eine Muskeldegeneration, sondern um eine Nervendegeneration. Als solche wird es auch im weiteren Text richtig beschrieben.
  • Facharbeit über Nationalparks in Kenia

    20.08.2008, Christoph Kautz München
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich schreibe meine Facharbeit über das Thema "ökologische, ökonomische und sozio-ökonomische Einflüsse der Nationalparks in Kenia". Im Moment bin ich noch auf der Suche nach Informationen (dieser Artikel war sehr hilfreich). Vielleicht haben sie Erfahrungen oder Infomaterial dass sie mir schicken könnten.

    Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christoph
  • Orang-Utans

    18.08.2008, Ihr Name, Wohnort
    Habe mit großem Interesse Ihren Filmbericht gesehen. Mir liefen die Tränen nur so über das Gesicht. Was für perverse Menschen es doch gibt. Wie können sich Menschen sexuell an solchen Tieren vergehen?
    Es ist alles nur zum Heulen.
    Ich lasse Ihnen eine kleine Spende zu kommen. Schwelge selber nicht in Reichtümern aber vielleicht können ein paar Euro helfen.
    Weiterhin viel, viel Glück bei Ihrer Arbeit und großen Dank an Johannes Jähnicke für seine Unterstützung.

    Edeltraud-Dewitt-Stürken
  • Liebe zum Buch

    17.08.2008, Familie Reuters, Gelsenkirchen
    "... glücklicherweise noch immer weit verbreiteten Liebe zum gedruckten Buch ..."
    Das sehen wir genau so. Danke für den Artikel mit Herz. Schön, dass Internetexperten sich so um den Erhalt alter Bücher bemühen. Wenn sie auch möglicherweise Profit daraus schlagen, dass weltweit umsonst für sie gearbeitet wird. Aber es ist ja zum Besten.

    Herzlich
    Familie Reuters
  • Die lang gesuchte Kohlenstoffsenke

    15.08.2008, Karl Bednarik
    Sinken abgestorbene Algen auf den Meeresboden, werden sie von Bakterien zersetzt. Dabei wird Sauerstoff verbraucht, und der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt.

    Solange noch Sauerstoff vorhanden ist, verarbeiten die Bakterien alle Kohlenstoff-Verbindungen zu Kohlendioxid, so dass die photosynthetische Arbeit der Algen völlig vergeblich war.

    Sobald aber kein freier Sauerstoff mehr vorhanden ist, gibt es nur noch die anaerobe Gärung, bei der sich immer mehr wasserstoffreiche und sauerstoffarme Kohlenstoff-Verbindungen am Meeresgrund ablagern und von Sedimenten bedeckt werden.

    Im tiefen, kalten Ozean wird das entstehende Methan als festes Methan-Hydrat gebunden.

    Nur auf diese Weise kann man das Kohlendioxid dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.

    ******

    Wenn man Wälder anpflanzt, um das Kohlendioxid zu binden, dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem Holz?

    Natürlich darf man das so gewonnene Holz niemals verbrennen, und ebenso darf man dieses Holz auch niemals verrotten, verfaulen, oder sonstwie verstoffwechseln lassen.

    Bei der Herstellung von Bauteilen und Chemieprodukten aus diesem Holz riskiert man, dass nach einiger Zeit obgenanntes dann doch noch passiert.

    Am besten wäre es, das Holz möglichst tief zu vergraben, eventuell erst nach einer Umwandlung zu Holzkohle, die man dann zu Briketts presst, um ihr Volumen zu verringern.

    Irgendwie erinnert mich das an die alten Kohlelagerstätten. Vielleicht könnte man die Braunkohle-Tagebaugruben damit auffüllen.

    Spätere Generationen könnten dann mit diesen neuen Kohlelagerstätten unseren Fehler wiederholen.
  • Was kann ich tun?

    14.08.2008, Beate Händel, C. Santa Catalina Thomas 14, 07141 Pont D`Inca
    Hallo Willie und BOS-Team,

    gestern habe ich Eure zutiefst berührende und zugleich schockierenden Reportage über die bedrohliche Situation der letzten verbleibenden Orang-Utans gesehen. Ich hatte sofort den Wunsch, auch etwas zu tun für diese so liebevollen Wesen und für unsere Natur.

    Meine Frage an Euch: Wie könnte ich mich engagieren? Was gibt es für Möglichkeiten? Eine tolle Idee fände ich, nach Indonesien zu reisen und mit bei Eurem Projekt zu helfen.

    Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen.

    Lieben Gruß

    Beate
  • Meine 28 Jahre mit Spektrum der Wissenschaft

    14.08.2008, Karl Eitzenberger
    Herzlichen Glückwunsch an das Team von Spektrum der Wissenschaft!

    30 Jahre, ein respektables Jubiläum und davon immerhin 28 Jahre mit mir.

    Mein erstes Heft ist vom November 1978, das Abonnement habe ich mir ab 1980 geleistet. Damals war ich in der Ausbildung im 3. Lehrjahr und erhielt eine monatliche Vergütung von 355 DM.

    Es war keine leichte Kost, durch manche Artikel musste ich mich durchquälen. Trotzdem kam es für mich nie infrage, auf alternative "wissenschaftliche" Zeitschriften umzusteigen.

    Nachhaltig beeindruckt hat mich aber ein "einfacher" alltäglicher Artikel: Im Februarheft von 1984 wurde die Aerodynamik von Muskelkraft-Fahrzeugen behandelt. Ausgehend von diesem Beitrag habe ich mich weiter mit diesem Thema und Solarfahrzeugen beschäftigt.

    Aus Ihren Buchrezensionen habe ich die schönsten und interessantesten Bücher in meinem Bücherregal. Es gibt Artikel, die habe ich inzwischen mehrfach gelesen, aber es gibt auch Hefte, die habe ich nur kurz durchgeblättert.

    Mehrfach wollte ich schon das Abonnement kündigen, aber mittlerweile gehören bereits meine Kinder zu den Lesern. Und wie zu Beginn ist das Geld knapp, der Hausbau und das Studium der Kinder kosten Zeit und Geld.

    Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf die Jubiläumsausgabe.

    Viele Grüße an das Team,

    Karl Eitzenberger
  • Lobgesang mit kleiner Dissonanz

    14.08.2008, Dr. Dieter Schmid, Stauden 15, 83730 Fischbachau
    Verehrte Redaktion

    was ich von Ihrer Zeitschrift halte, können Sie daraus ersehen, dass ich nicht nur "Abonnent der ersten Nummer" geblieben bin, sondern auch einige laufende Meter Regal für die - in meinem Fall wirklich komplette
    - Sammlung aller bisher erschienenen Ausgaben verwende.

    Aus der ersten Zeit stammte auch ein Leserbrief von mir (Heft 9, September 1983 - damals noch unter anderer Anschrift), in dem in etwa das Gleiche steht, was ich auch heute noch zum mittlerweile stark veränderten SPEKTRUM sagen würde. Mit einer kleinen Ergänzung, weil Ihre Redaktion damals eine Anregung von mir gestrichen hatte, in der ich vorschlug, möglichst oft auch Ergebnisse aus den Verhaltenswissenschaften zu publizieren.

    Mittlerweile haben Sie genau das öfter getan; aber in einem bestimmten Fall mit einem für mich einfach nicht nachvollziehbaren "Understatement". Der in meinen Augen gesellschaftlich bedeutsamste Artikel, den ich im Journal bisher gelesen habe, fand sich nämlich in der Ausgabe Mai 2004 unter dem Titel "Märkte im Labor". Er hat sehr viel mit menschlichem Verhalten zu tun - der Autor Ruffieux macht das sogar mit echten Experimenten, also wissenschaftlich ",sauber".

    Und das Ergebnis, das Sie auch ganz nüchtern gedruckt haben, sagt in einfachen Worten, dass es keine "Finanzmärkte" gibt! Weil dort eben nicht der optimale Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage gebildet wird, sondern Wetten auf die Erwartungen Dritter (das heißt prinzipiell nach oben unbegrenzt) geschlossen werden!

    Diese Arbeit ist angesichts der heutigen Globalisierung der Finanzwelt und damit des Fundaments unserer politischen Gesellschaftskonstrukte derart grundstürzend und fundamental, dass sie meinem damals an Sie ausgesprochenen Lob geradezu den "experimental proof" geliefert hätte.

    Ich darf auszugsweise zitieren "... erfüllen Sie damit eine Pflicht, der sich die Wissenschaft, jedenfalls die europäische "Science" im engeren Sinn, bisher weitgehend entzogen hat: heutiges Wissen als Entscheidungsgrundlage für Poltik allgemeinverständlich verfügbar zu machen." (Zitat Ende)

    Und warum eine "kleine Dissonanz"? Weil ich bis heute den Verdacht nicht loswerde, dass nicht einmal Sie selber begriffen haben, was Sie da unter die Leute brachten. Nachdem Sie ansonsten ja durchaus wichtige Inhalte sowohl intern als auch durch weitere korrespondierende Artikel sehr wohl "in die öffentliche Debatte bringen".

    Aber dennoch aus ganzem Herzen: Gratulation zum Dreissigsten und "weiter so"


    Ihr Leser D. Schmid
  • Index - grafische Darstellung

    13.08.2008, wolfgang fischer, baureith 1, a-4160 schlägl
    Ich frage mich, ob es absicht ist, dass der index auf der seite 56 und der seite 57 als fläche dargestellt wird.

    Eine definition oder erläuterung des index wäre auch fein.

    Insgesamt gefällt mir der artikel sehr gut!
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors



    Der AMO- beziehungsweise PDO-Index in den beiden Abbildungen wird durch die Kurve wiedergegeben. Dass die Fläche darunter farbig hinterlegt wurde, hat rein graphisch-optische Gründe.



    Die Ermittlung des AMO-Index beruht auf der Zeitreihe der Meeresoberflächentemperaturen im Atlantik, zwischen 25 und 60 Grad Nord und zwischen 7 und 75 Grad West. Vom Mittelwert zieht man die globale Durchschnittstemperatur der Ozeanoberfläche ab (Trendbereinigung). Das Ergebnis ist der AMO-Index in Grad Celsius Temperaturabweichung.



    Um den PDO-Index zu ermitteln, wird zunächst die Zeitreihe der Meeresoberflächentemperaturen im Pazifik mathematisch in verschiedene "Moden" zerlegt (das ist die sogenannte EOF-Analyse) - diese Moden sind Temperaturmuster, die unterschiedlich schwanken. Die Überlagerung der schwankenden Muster ergibt die beobachteten Temperaturwerte. Die Zeitreihe des Koeffizienten des wichtigsten Schwankungsmusters entspricht dem PDO-Index.



    Die Indizes für die beiden Oszillationen werden auch manchmal auf andere Weise berechnet. Mir erschienen aber die verwendeten Größen als die besten, zumal in beiden Fällen der gleiche Datensatz der globalen Meerestemperaturen zugrunde lag (ERSST, von der Behörde NOAA).
  • Schwarzes Loch

    13.08.2008, U. Heemann
    Sicher ist richtig, dass trotz ständigen Bombardements mit extrem hochenergetischen Teilchen aus dem All die Erde bisher noch nicht in einem Schwarzen Loch verschwunden ist. Allerdings ist der Impuls der entstehenden Teilchen so groß und gerichtet, dass eventuelle Mini-Schwarze-Löcher die gesamte Erde ohne nennenswerte Wechselwirkung mit der Materie durchdringen und somit auch ohne Wiederkehr verlassen würden. Bei der Kollision zweier gleichschneller Teilchen aus entgegengesetzter Richtung ist das aber keineswegs garantiert, da der resultierende Gesamtimpuls Null wäre. Die Verdampfungstheorie für schwarze Löcher mag so überzeugend sein, dass ernsthafte Zweifel daran nicht angebracht sind. Doch scheint mir selbst ein kleiner Restzweifel angesichts der zu erwartenden Konsequenzen immer noch zu hoch, als dass man diese ohne experimentelle Sicherheit eingehen dürfte. Selbst durch eine winzige Neigung der beiden zusammentreffenden Strahlen ließe sich eine hinreichende gerichtete Geschwindigkeit der Bruchstücke garantieren, so dass sie in jedem Fall die Fluchtgeschwindigkeit der Erde überschreiten. Dies mag von den Vertretern dieser Experimente als unnötig erachtet werden, aber selbst das negative Renommee, das in der "ängstlichen" Öffentlichkeit aufgebaut wird, sollte schon als Rechtfertigung für eine solche Maßnahme ausreichend sein.
  • Gedanken am Hundestrand

    13.08.2008, Uwe Eichhoff
    Als wir im Juli wieder einmal in Sylt Urlaub machten und ich den Beitrag über die Vielfalt der Hunde las, da fiel mir eine Betrachtung ein, die ich dort einmal vor Jahren angestellt hatte. Vielleicht erheitert Sie diese:


    Gedanken am Hundestrand.


    (mit kleinem Leitfaden der Promenadenmischungen)


    Haben Sie sich, lieber Leser, schon einmal Gedanken über die Einteilung unserer Badestrände gemacht? Da gibt es also zunächst den Textilstrand, wahrscheinlich weil man so wenig Textilien sieht. Daran schließt sich der FKK-Strand an. Wer weiß noch, dass FKK Freikörperkultur bedeutet? Zumindest frei mag sich dort mancher in seinem Körper fühlen, die Verbindung zur Kultur indessen bleibt unklar. Selbst der sich anschließende Hundestrand verdient diesen Namen nur bedingt. Keineswegs ist der ebenfalls nackte Hund hier König, auch Menschen machen sich an seinem Strand breit. Betrachten wir jedoch Menschen und Hunde, so stellen wir bei Letzteren eine sehr viel größere Vielfalt fest. Nackte Menschen sehen sich doch sehr ähnlich, besonders wenn man sie sich auf allen vieren vorstellt. Außerdem sind die auch bei dieser Spezies trotz verstärkter Migration vorhandenen Rassenunterschiede an unseren Stränden wenig vertreten. Bei den Hunden sieht man sofort klare Unterschiede, und zwar keineswegs nur bei Rassehunden. Letztere sollen uns nicht interessieren. Manche gibt es fast nicht an unseren nördlichen Stränden. Der bräunliche wüstenfarbene Erdölhund ist mehr bei den Scheichs zuhause. Der deutsche Vorsteh-Hund ist einfach zu fein und viel zu beschäftigt, der Weimeraner wohl zu vergeistigt. Die Mischlinge sind viel interessanter und nicht umsonst werden sie besonders gerne ausgeführt und deshalb auch als Promenadenmischungen bezeichnet.


    Die mögliche Vielfalt findet leider eine gewisse Einschränkung durch die Größenunterschiede. Oder haben Sie schon einmal einen Berner Sackelhund oder einen Bernadotsch gesehen? Es gibt da wohl physiologische Probleme. Schließlich machen es die Hunde wie die Windsurfer da draußen auf dem Meer gemäß der Devise, Windsurfers do it standing up, wenn auch notfalls auf vier Beinen. Doch auch so ergibt sich eine ungeahnte Vielfalt in fast allen Klassen.


    Der geneigte Leser wird seine eigenen Lieblinge sicher selbst finden. Einige besonders schöne Tiere wollen wir uns näher betrachten. Bei den ganz großen haben wir z.B. den Bernadetter. Ein herrlicher Hund, vereinigt er doch den bedächtigen, klerikalen Charakter mit dem gesunden Jagdinstinkt. Da wir wissen, dass die Mönche im frühen Mittelalter vorwiegend aus Irland kamen, steht der irische Bernadetter besonders hoch im Kurs. Er ist der ideale Hund für Missionare, Heilsarmee, Zeugen Jehovas und aktive christliche Sekten. Ich sehe ihn vor mir, wie er mit einem Schnapskrug um den Hals den verlorenen Seelen nachjagt und sie dann seinen Herren apportiert. Besonders fromm ist das Weibchen, die Bernadette. So wurde ein Exemplar aus Südfrankreich sogar heilig gesprochen. Ein überaus edles Tier entsteht aus der Kreuzung mit einer Dogge, der Bernadotte. Besonders in Schweden sind diese edlen Hunde heimisch, aber auch weiter im Süden, am Bodensee, sollen schon welche gesichtet worden sein.


    Ein schöner Hund der gehobenen Mittelklasse ist der Schollie. Wie oft hört man unter Menschen den bewundernd warnenden Ausruf "Oh du mein lieber Schollie!" Ein Schuss von Lassie nimmt dem Schäferhund eben das Polizeihund-Image und macht ihn zu dem liebenswerten, treuen deutschen Softy unter den Hunden. Wie ungerecht das Image dieses Hundes ist, zeigt sich bereits bei seiner Bezeichnung in anderen Sprachen. Die spanische Bezeichnung Pastor Aleman macht ihn geradezu zum protestantischen Pendant der katholischen Bernadette. Gar zu reizvoll wäre eine Kreuzung dieser beiden Rassen, aber da ist der Papst davor!


    Auch bei den Kleinen habe ich meine Lieblinge. Seit ein tierfreundlicher Bundeskanzler die Intelligenz der Pinscher entdeckte, sind sie mir besonders lieb geworden. Mit einem Schuss Dackel-Starrsinn wurde als kleinster Vertreter der Familie der Danscher oder Pickel, insbesonders der Rehackel zum Lieblingshund der Fußballfans. Intelligent mit sanften wachen Augen aber entschiedenem Charakter, so liebt der Fußballfreund seinen Rehackel. Nach großen Taten im hanseatischen Norden, Bayern und Pfalz (Gott erhalts), wurde er sogar zum erfolgreichen Exportmodell. Seinen Namen als Rehakles mit einem antiken Helden in Verbindung zu bringen, erscheint bei seinen eher kleinwüchsigen und eher schwächlichen Vorfahren doch etwas gewagt.


    Der Dox oder Fackel ist übrigens keineswegs Pyromane und hat auch nicht immer nur das im Sinn, woran ein Amerikaner bei seinem Namen denken mag. Das mag schon eher gelten für den mediterranen macho, seine Kreuzung mit dem Cocker-Spaniel. Aber auch der ist heute nicht mehr sehr in Mode.


    Der Punscher ist kein versoffener Rabauke, wie sein Name nahelegen könnte. Nein, als Kreuzung des intelligenten Pinschers mit dem eifrigen Pudel ist er der Geistesarbeiter par excellence unter den Hunden.


    Wer den Dauzer oder Schackel mit dem Schakal verwechselt, hat sich kynologisch endgültig disqualifiziert.


    Ein ähnlicher, wenn auch etwas nervöser Charakterhund ist der Ditz oder Sackel, in manchen Landstrichen auch Seckel (von Teckel statt Dackel) genannt. Dass er in Schwaben neben seinem Vater, dem Dackel, zu einem der schlimmsten Schimpfwörter wurde, das nur noch durch die Vorsilbe Halb- zu steigern ist, wirft kein gutes Licht auf den Charakter dieses Stammes, dessen notorische Hundefeindlichkeit sich, wie bekannt, bereits in der Stammeshymne dokumentiert: "Schaffe schaffe, spare spare, Hund abschaffe, selber belle".

    In der Mittelklasse herrscht natürlich auch bei den Hunden die größte Vielfalt. Pudel und Schnauzer gibt es in fast jeder Größe. Welch schöner Hund ist doch der Pauzer oder Schnudel! Klug, elegant, dabei kräftig und robust, ist er ein Kumpel für die sportliche, feine Dame ebenso wie für den sonnengegerbten bärtigen Land-und Stadtstreicher. Eine entzückende Kreuzung ergibt der Zwergschnudel mit dem Dackel. Was gibt es lieberes als diesen Schnuckel? Und dann noch die kleinen süßen Schnuckelchen! Besonders hingezogen fühlt sich der Schnuckel übrigens zu einem anderen Mischling, dem Pudelspitz, Spudel oder Sputz. Ihre liebevolle Vereinigung beschert uns den Schnuckiputz, den Wonneproppen unter den Hunden. Wie oft gebrauchen wir Menschen doch Worte, ohne ihres Ursprungs zu gedenken!


    Gehen Sie, lieber Leser selbst einmal ausgeruht und erholt, empfänglich für die Schönheit und Vielfalt der Natur mit offenen Augen am Hundestrand entlang! Schauen Sie selbst einmal genau hin. Sicher finden Sie neben Spackel, Schnitz, Dotsch, Dinscher, Mockel, Dops, Spops, Mox, Sperrier, Airsetter, Moxer, Bullsetter, Foxiel, Doberspitz, Dackelmann und deutschem Schafghanen noch so manchen eigenen neuen Liebling. Wenn Ihnen das nicht reicht, können Sie ja mal versuchen, über die Hunde hinausgehende Kreuzungen zu klonen: Aus Mops und Ferkel ergäbe sich gewiss ein ganz süßer orange-roter Beißer. Was fällt einem nicht so alles ein am Hundestrand und wie wenig inspirierend ist doch dagegen der FKK-Strand nebenan!


  • Spontane Entscheidungen

    12.08.2008, Margit Jakob, Kirchheim
    Im Prinzip glaube ich auch nicht an die Macht des Unbewussten. Trotzdem mache ich manchmal die Erfahrung, dass ich bei einem Problem nicht weiterkomme, und wenn ich dann darüber geschlafen habe, komme ich auf die Lösung so leicht, dass ich mich wundere, warum ich am Tag zuvor nicht darauf gekommen bin. Das wende ich wohlgemerkt nur bei Problemlösungen an. Ich bin eher für spontane Entscheidungen, und ich würde es gar nicht aushalten, eine Entscheidung so lange hinauszuschieben. Ich bin auch, mir fällt im Moment nichts ein, immer gut mit spontanen Entscheidungen gefahren.